INLIBRIS Gilhofer Nfg.

Press archives

Logo : Buchkultur 87 12. Jul. 03

Kafkas letzte Briefe

Er wurde als Kafkas letzter Freund bezeichnet, in dessen Armen laut Klaus Mann der Dichter gestorben sein soll. Jetzt sind 38 teils ungedruckte Briefe Kafkas aus seinem Nachlass herausgegeben worden: Robert Klopstock (1899-1972). Der Chirurg und Lungen-Arzt hatte Kafka 1921 in einem Sanatorium, selbst an Tuberkulose erkrankt, kennen gelernt und war gemeinsam mit Dora Diamant sein letzter Weggefährte. Die vom Wiener Antiquariat und Auktionshaus Inlibris (Hugo Wetscherek) herausgegebenen Briefe umfassen sieben bisher völlig unpublizierte, und vierzehn von Max Brod nur auszugsweise veröffentlichte Briefe. Wer die 1,2 Millionen Euro für die Originale nicht aufbringen kann, kann um 65 Euro die Briefe mit einer beiliegenden, farbigen Faksimilie erstehen. Neben Einblicken in Kafkas letzte Jahre bieten die Briefe biographische Details über den Freund Klopstock und Kafkas Beziehungen zu Dora Diamant, der einzigen Frau, mit der Kafka je zusammenlebte.

Logo : Der Standard 14. Jun. 03

Was darf Kafka kosten?

Zur Preisentwicklung auf dem Manuskriptmarkt

"Was kostet Kafka?" - Unter diesem ebenso koketten wie auch mehrdeutigen Titel diskutierten Betroffene am 11. Juni im Österreichischen Literaturarchiv in der Nationalbibliothek. Betroffen sind jene, die Kafkas Manuskripte verkaufen, also Antiquare, und jene, die sie zu kaufen pflegen, also Archivare: Aus dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach, dem Mekka der Literaturwissenschaftler im deutschen Sprachraum, war Jochen Meyer, Leiter der Erwerbungsabteilung, angereist, seine Gesprächspartner waren der Verfasser dieses Artikels und die Wiener Antiquare Georg Fritsch, Hugo Wetscherek (Inlibris). Letzterer hatte die Debatte durch seine Angebote herbeigeführt: Letztes Jahr hatte er ein Bühnenmanuskript Bernhards - seine Bearbeitung eines Theaterstücks von Tom Wolfe - zum Preis von 420.000 Euro angeboten, heuer sorgte er wieder für Aufsehen in den Medien: 38 Schriftstücke Kafkas, Briefe und Postkarten, an seinen Freund und Arzt Robert Klopstock (1899-1972) hatte er für 1,2 Millionen Euro angeboten, was von der österreichischen Presse mit mehr oder weniger Gleichmut hingenommen wurde, während in der Schweiz dieses Angebot sogar als "obszön" bezeichnet wurde.

Eine lebhafte Debatte in den Medien war die Folge, und auch die Literaturarchive, die aus verständlichen Motiven die Preisbildung mit Sorge beobachteten, fürchteten für ihre Zukunft, denn die im Falle Kafkas genannte Summe kann kaum ein Literaturarchiv aus seinem regulären Budget bestreiten. Dass der Fall Kafka zudem auch die Preise anderer Objekte anheben könnte, ist eine gewiss nicht grundlose Befürchtung. Nicht um Hugo Wetscherek zurechtzuweisen, sondern um über die Motive für diesen so hohen Preis Klarheit zu bekommen, wurde der junge Antiquar eingeladen, der - und darin stimmten alle Anwesenden überein - auf die regulierende Kraft des Marktes verwies. Doch zeigt sich dieser vom Angebot Wetschereks kaum beeindruckt, und die potenziellen Käufer dürften sich bei Inlibris nicht nachgerade die Klinke in die Hand drücken. Überhaupt scheinen sich in diesen Größenordnungen bei literarischen Manuskripten die privaten Sammler zu verflüchtigen, und es war leider schier unmöglich, einen solchen auch als Diskussionsteilnehmer zu gewinnen: Wo gibt es diesen Typ in Österreich?

Bleibt also die so genannte "öffentliche Hand", die da in die Pflicht genommen wird. Zu fragen wäre freilich, wie "öffentlich" sich diese Hand nach der Privatisierung der Österreichischen Nationalbibliothek noch fühlen darf. So hatte das Deutsche Literaturarchiv in Marbach im Jahre 1987 das Manuskript von Kafkas Prozeß für einen Betrag von umgerechnet 1,5 Millionen Euro erworben, ein spektakulärer Ankauf, der durch die Weltpresse ging. Mit gutem Grund hob Jochen Meyer in der Debatte hervor, dass es sich hier nicht bloß um den Erwerb einer Trophäe handelte, sondern dass gerade diesem Manuskript ein wissenschaftlich hoher Aussagewert zukommt. Zu denken gibt aber auch die Tatsache, dass die vergleichsweise wenigen Dokumente aus dem Klopstock-Nachlass einen Preis erzielen sollten, der nicht viel unter dem für den Prozeß liegt, ein ausreichender Grund auch für Meyer, Wetschereks Preisvorstellungen als unangemessen zu bezeichnen. Bleibt die Frage, ob es sich bei diesen Angeboten von Inlibris um Einzelfälle handelt, denn sonst funktioniert, wie die Diskussion auch mit Georg Fritsch zeigte, das Gespräch der Literaturarchive mit den Antiquaren gut, denn beide sind aufeinander angewiesen.

Bleibt auch die Frage, ob sich in der Tat ein Markt für so hohe Angebote auftut, oder ob die Literaturarchive zur Passivität verurteilt würden. Besonders in Österreich würde die Lage prekär werden: Denn hier zu Lande gibt es im Vergleich zu den USA oder auch zu Deutschland kaum Sponsoren, denen der Ankauf literarischer Zeugnisse eine Herzenssache wäre - ein Bruchteil dessen, was in den Fußball investiert wird, könnte hier eine radikale Besserung der Lage schaffen. Wer aber überzeugt Stronach von der Bedeutung eines Günther Anders oder Konrad Bayer? Bedenkenswert ist auch die Tatsache, dass in der Regierungserklärung von 2000 die Schaffung eines Fonds angeregt wurde, der der Sicherung des kulturellen Erbes zu dienen habe - eine Absichtserklärung, die 2002 fehlt. Absicht?

Geld und Literatur scheinen kaum kompatibel, aber Nachlassverwaltern und Antiquaren wird das kaum zum Problem, und so müssen sich auch die Archivare dem Realitätsprinzip beugen. Dass es übrigens auch Großzügigkeit von Seiten der Erben gibt, zeigte sich bei Ingeborg Bachmann, deren Nachlass der österreichischen Nationalbibliothek für einen im Vergleich zur Bedeutung der Autorin kaum nennenswerten Betrag überlassen wurde, oder bei Thomas Bernhard, dessen Nachlass der Forschung vom Bruder des Autors zur Verfügung gestellt wurde. Doch solche Beispiele bleiben die Ausnahme, und die Archivare sollten sich im akademischen Eigendünkel für den Marktplatz nicht zu gut sein und - im Doppelsinne - zu handeln wissen. Dass sich die Institutionen nun auch um die so genannten Vorlässe zu Lebzeiten der AutorInnen bemühen, weist in diese Richtung, auch wenn dadurch eine Fülle neuer Probleme entsteht, die weit über die Problematik der Bewertung des jeweiligen Oeuvres hinausreicht.

Das Geschehen auf dem Markt, auf dem Literatur gehandelt wird, ist - im Vergleich zum Kunsthandel - wenig spektakulär. So sollte man letztlich Hugo Wetscherek dankbar sein, dass er das öffentliche Interesse für diese Fragen zu wecken imstande war. Wichtiger aber wäre es, das Interesse an der Literatur überhaupt wach zu halten, denn wenn dieses erlahmt, dann würden der Manuskriptehandel und auch die literarischen Institutionen zur Bedeutungslosigkeit herabsinken, und niemand würde sich dafür interessieren, was Kafka kostet.

Wendelin Schmidt-Dengler ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Uni Wien und Leiter des Österreichischen Literaturarchivs.

Wendelin Schmidt-Dengler

Logo : Der Standard 11. Jun. 03

Kafka kostet

Archivgespräch

(afze) Auch der im Vergleich zum Kunstmarkt wenig diskutierte Verkaufswert von Autografen hat seine Highlights. Der durch Beständigkeit charakterisierte Markt machte mit dem Verkauf des "Prozess"-Romans um mehr als 1,5 Millionen Euro aus Kafka einen kleinen van Gogh. Die Entwicklung von Preisen und ihre Konsequenzen diskutieren heute in einem Archivgespräch der Nationalbibliothek Georg Fritsch (Antiquar), Wendelin Schmidt-Dengler (Österr. Literaturarchiv), Jochen Meyer (Literaturarchiv Marbach) und Hugo Wetscherek (Antiquar).

Österreichische Nationalbibliothek, 1., Unter der Michaelerkuppel, 1. Stock. 19.30

 

Logo : Stuttgarter Zeitung 10. Apr. 03

In den Armen des Schutzengels

Briefe von Franz Kafka an den Arzt Robert Klopstock stehen in New York zum Verkauf

Zwischen einer Postkarte von Gustav Klimt und einem Heiligenbildchen, auf dessen Rückseite Marie-Antoinette einige Zeilen kritzelte, ist im Katalog des Wiener Antiquars Hugo Wetscherek als Nummer vier der Nachlass von Dr. Robert Klopstock und seiner Frau Giselle aufgeführt. Dieser Nachlass wird nun auf der New Yorker Antiquariatsmesse, die gestern Abend eröffnet wurde, zum Kauf angeboten. Der Nachlass unternimmt auf diese Weise noch einmal eine Reise des Ehepaars in die Neue Welt; als Emigranten flohen sie 1938/39 nach Amerika. In Europa scheint sich gegenwärtig kein Käufer zu finden, der die dafür geforderten 1,2 Millionen Euro aufzubringen gewillt ist. Eine enorme Summe, freilich, aber auch nicht irgendein Nachlass. Darin verbergen sich nämlich 38 Briefe von Franz Kafka. Sieben davon waren bisher unveröffentlicht.

Sollte die Summe erlöst werden, wären damit die Preise für Kafka-Manuskripte auf Rekordhöhe geklettert. Aber wer könnte interessiert sein an dem Bestand? Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat bereits signalisiert, man werde nicht mehr mitbieten. Dabei wären die Briefe ganz ohne Zweifel dort am besten aufgehoben. Und die Oxforder Bodleian Library, ebenfalls im Besitz wichtiger Kafka-Handschriften, bleibt konsequent bei ihrer Haltung, sich derartige Vermächtnisse nur schenken zu lassen. Wer wird also die Briefe samt Nachlass erwerben, in dem sich unter anderem das Romanmanuskript "Der Mann ohne Schicksal" von Giselle Klopstock befindet? Wird als Käufer irgendein Magnat auftreten, um die Briefe als beständige Wertanlage in seinem Tresor zu verschließen? Schon Kafkas Briefe an Felice Bauer verschwanden so nach ihrer Versteigerung 1988 für die heute bescheiden anmutende Summe von einer halben Million Mark im Besitz eines Unbekannten.

Robert Klopstock war Kafkas Freund, Briefpartner und ärztlicher Ratgeber. Zusammen mit Dora Diamant, Kafkas letzter Liebe und einziger wirklicher Lebensgefährtin, stand er ihm bis zu seinem Tode bei. "Was wäre ich ohne sie", schrieb Kafka an seine Eltern und: "Ich weiß aus Erfahrung, dass man bei Klopstock aufgehoben ist wie in den Armen des Schutzengels." Wegen der gemeinsamen Krankheit, der Lungentuberkulose, hatten sie sich 1921 im Sanatorium Matliary in der Hohen Tatra kennen gelernt. Klopstock war während des Krieges erkrankt und hatte sein Medizinstudium unterbrechen müssen. Später wurde er Spezialist für Lungen-TB. Er war sofort von Kafkas Persönlichkeit angezogen, ohne zu wissen, wen er da eigentlich vor sich hatte, trat aber zugleich auch als ärztlich Pflegender auf.

In der ersten Erwähnung gegenüber seiner Schwester Ottla schrieb Kafka über diesen Budapester Medizinstudenten, dass der noch am Abend zu ihm gekommen sei, "um mir einen (an sich unnötigen) äußerst sorgfältigen Prießnitzumschlag zu machen". Die Faszination war gegenseitig. Dabei verkehrte sich hier die für Kafka sonst übliche Konstellation: Nicht er wirbt in seinen Briefen um den anderen, sondern diesmal der sechzehn Jahre jüngere Klopstock um ihn. So ist ein anderer, entspannterer Ton in diesen Briefen zu vernehmen. Kafka kann sich als der ratgebende und helfende Freund darstellen, eine Rolle, die dem Leser aus den sonstigen Briefen Kafkas eher unvertraut sein dürfte. Dies gilt besonders für die Unterstützung bei Klopstocks Suche nach seinem in der Sowjetunion verschollenen Bruder.

Politisch versiert und praktisch vertraut mit den bürokratischen Strukturen und keineswegs lebensfremd, wie er in der Überlieferung durch Max Brod erscheint, berät Kafka den Freund. Die Marbacher Ausstellung "Kafkas Fabriken" hat diese Seite Kafkas zum ersten Mal gebührend zur Geltung gebracht, und hier liegt auch ein Verdienst von Rainer Stachs Kafka-Biografie. Max Brod strich aber genau diese Stellen in seiner Briefausgabe. Damit ging nicht nur ein Aspekt von Kafkas Persönlichkeit verloren, sondern auch manche Werkbezüge blieben somit im Dunkeln.

Klopstock war für Kafka intellektueller Dialogpartner in seiner Beschäftigung mit Jesus und Dostojewski sowie seiner Annäherung an Karl Kraus, was ihn aber umgekehrt geistig vom Zionisten Brod entfernte. Brod wiederum war es, der die Hinzufügungen von Dora Diamant in Kafkas letzten Briefen strich. "Darf ich die Karte zu Ende schreiben?" fragt sie 1924. Diese Postkarte gab Wetscherek als Faksimile seinem Katalog bei, der alle Briefe vorbildlich dokumentiert und kommentiert. Der Wissenschaft geht also mit dem Verkauf nichts verloren.

In Marbach hält man die Sorge, die Briefe könnten in die falschen Hände gelangen, für unbegründet. "Was so kostbar ist, wird auch geschützt", sagt Jochen Meyer, der Leiter der Marbacher Handschriftenabteilung. Roland Reuss dagegen, der Mitherausgeber der Faksimile-Edition im Stroemfeld Verlag, bemängelt vor allem die passiv abwartende Haltung, die er in Marbach zu erkennen glaubt. Giselle Klopstock verstarb 1995. Der Nachlass war bekannt. Jetzt, wo der Nachlass auf dem Markt ist, beklagt man dessen Gesetze.

Das Marbacher Archiv hat mit Kafka insgesamt keine ganz glückliche Hand bewiesen. Als Ende der achtziger Jahre die "Process"-Handschrift für eine Million zu haben gewesen wäre, zögerte man mit dem Erwerb, bis das Manuskript versteigert wurde und letztlich auf öffentlichen Druck hin doch von Marbach erworben wurde - für 3,6 Millionen Mark. Die Briefe an Felice Bauer entgingen der Marbacher Handschriftenabteilung. Aber was ist mit Esther Hoffe in Israel, der Brod-Erbin . . .? - Was die Kafka-Briefe angeht, die jetzt in New York zum Verkauf stehen, ist vielleicht noch nicht aller Tage Abend. Hugo Wetscherek deutet an, dass er sich gut vorstellen könne, dass am Ende der Nachlass Klopstock die Reise wieder über den Ozean zurück unternehmen werde.

Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Mit kommentierter Erstveröffentlichung von 38 teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas. Inlibris, Wien. 312 Seiten, 65 Euro.

Tomas Fitzel

Logo : DNES 22. Mar. 03

Franz Kafka píše Robertu Klopstockovi

Víde?ský antikvariát Inlibris nabízí za rekordní ?ástku dosud neznámé dopisy slavného spisovatele

P?edm?tem žhavého zájmu nejen evropských literárních v?dc? a germanist? je nabídka víde?ského antikvariátu Inlibris. Ten v bohat? ilustrovaném katalogu vydaném v pátek 21. b?ezna prezentuje a sou?asn? nabízí ke koupi dosud nepublikované texty Franze Kafky.

Sv?toznámé archivy st?ežící Kafkovy rukopisy - oxfordská Bodelian Library a Deutsches Literaturarchiv v Marbachu - se mají na pozoru: Inlibris chce prodat konvolut, v n?mž se nachází sedm dosud neznámých a 31 prozatím jen neúpln? publikovaných dopis?, které Franz Kafka v letech 1921-1924 adresoval svému léka?i Robertu Klopstockovi.

Tohle ješt? scházelo!

Kdo vlastn? byl Robert Klopstock? Když roku 1972 v New Yorku zem?el, byl uznávaným specialistou v oboru plicní tuberkulózy. S Kafkou se seznámil po?átkem února 1921 v tatranských Matliarech - oba byli tuberkulózními pacienty tam?jšího sanatoria. Jedenadvacetiletý student Klopstock žil tehdy v Budapešti. V dob? prvního setkání s Kafkou vážn? uvažoval o literární karié?e. O jejich prvním setkání se dochovala sv?dectví - se?t?lý Klopstock tušil, že má p?ed sebou onoho spisovatele Kafku, který byl p?ítelem tehdy již známého literáta Maxe Broda. Když se jednou Klopstock a Kafka potkali na tatranské horské stezce, medik držel v ruce knihu, již práv? ?etl také autor Procesu ?i Prom?ny - byl to spis Strach a chv?ní od dánského filozofa Sörena Kierkegaarda. Kafka poté, co poznal Klopstocka, napsal Brodovi: „Velmi snaživý, chytrý, s literárními sklony, ostatn? vzdor hrubšímu celkovému zjevu dost podobný Werfelovi, k lidem vst?ícný jako rozený léka?, odp?rce sionismu, Ježíš a Dostojevský jsou jeho v?dci..." Nicmén? až za n?kolik týdn? se Klopstock Kafky opatrn? zeptal, nemá-li p?ed sebou autora povídky Venkovský léka?. Kafka mu odpov?d?l: „Auch das noch!" - Tohle ješt? scházelo! Klopstock byl v Budapešti p?edsedou studentského psychoanalytického spolku. Jeho akademická dráha byla krajn? nejistá - Horthyho režim omezoval po?et židovských student?. Kafka Klopstockovi nabídl, že mu sežene zam?stnání v Praze, kde by sou?asn? mohl bez obav studovat. Jejich vztah nebyl jednostranný, nicmén? i v tomto p?ípad? si Kafka udržoval sv?j vrozený odstup, který mu v život? bránil pustit si n?koho úpln? „k t?lu". Ostatn? i dopisy adresované Klopstockovi jsou sv?dectvím Kafkovy uzav?enosti. V žádné fázi své existence - s výjimkou posledních týdn? p?ed smrtí - tento génius totiž nebyl s to z o?í do o?í sv??it své duševní útrapy ani rodin?, ani ženám, které mu byly nejblíž.

Zabte m?, jinak jste vrah!

Listovní vým?ny Kafky a Klopstocka t?chto literárn? orientovaných osobností se sotva mohly obejít bez Kafkových poznámek k aktivit? dvou výrazných osobností oné doby - Karla Krause a Franze Werfela. V dopise z listopadu 1923, obsaženém práv? v nabízeném konvolutu víde?ského antikvariátu Inlibris, prosí Kafka Klopstocka, aby mu poslal poslední ?íslo Krausovy literární revue Die Fackel (Pochode?), kterou na jiném míst? metaforicky charakterizuje jako „sladký pokrm všech dobrých a zlých chtí??, který si nemohu od?íct". Jeho obdiv pro Krausovu výbojnou ironii, kterou víde?ský autor aplikoval nejen na sv?t um?ní, ale i na politiku a spole?nost, má na n?kolika místech Kafkových dopis? podobu tak?ka sexuálního vztahu: „Pochode?, s níž jsem strávil ?adu ve?er? již popsané, denervující orgie." Toto místo je navíc patrn? variací známého Krausova aforismu: „Co jsou všechny bakchovské orgie proti intoxikaci ?lov?ka, který se vrhne do nez?ízené abstinence." Kafk?v vztah k Werfelovi byl sm?sí respektu a tiché kritiky, jež náležela p?edevším Werfelovu okázalému expresivnímu stylu. Kafka se v dopisech Klopstockovi zmi?uje o Werfelov? dramatické tvorb? a dotýká se i vztahu Karla Krause k této tehdy v?d?í osobnosti pražské židovské literatury. Klopstock po Kafkov? smrti udržoval s Werfelem srde?né vztahy. Z jejich korespondence se zachoval známý dopis z roku 1934, v n?mž Werfel odpovídá na Klopstockovu zmínku o desátém výro?í Kafkovy smrti a oslavuje Kafkovo dílo v tém?? starozákonních dimenzích. Kafkovým posledním pozemským azylem bylo sanatorium Dr. Hoffmanna v rakouském Kierlingu. Stíhán k?e?emi zaklíná Kafka Klopstocka, aby mu slíbil, že za ním nep?ijede. Klopstock se p?ece po?átkem kv?tna 1924 v Kierlingu objeví, což je pro Kafku obrovským uleh?ením. V této fázi jde už jen o to, uleh?it útrapy umírání tuberkulózního pacienta, který váží 45 kilogram?. Problémy s dechem už nejsou k vydržení, Kafka úp?nliv? prosí Klopstocka: Zabte m?, jinak jste vrah! Poté, co mu dá injekci pro uvoln?ní k?e?ovitého dechu, zvedá se Klopstock z Kafkovy postele, aby dezinfikoval st?íka?ku. Kafka jej prosí: Neodcházejte. Na léka?ovu odpov??: Já nejdu pry? odpovídá: Ale já odcházím. Klopstock mu drží hlavu, Kafka zavírá o?i... Byl 3. ?erven 1924.

?ádná cena

Giselle Klopstocková (1902 až 1995) jakoukoli možnost zp?ístupn?ní dopis? Kafka - Klopstock striktn? odmítala. Podle jedné z jejích verzí se dopisy údajn? ztratily za druhé sv?tové války, jindy tvrdila, že byly nenávratn? poškozeny. Dá se p?edpokládat, že on?ch osmat?icet nyní dražených dopis? je pouhou ?ástí v?tšího celku, jehož zbytek je nenávratn? ztracen. Kafkovy dopisy, které se v posledních desetiletích objevily na volném trhu s um?ním, se staly vyhledávanou investicí. Již koncem osmdesátých let m?ly ve?ejné instituce a archivy finan?ní problémy, když za jeden Kafk?v dopis údajn? vydaly - v dnešním p?epo?tu - ?ástky ?ty? tisíc eur. A koncem devadesátých let se cena zdesateronásobila. Inlibris nabízí víde?ský konvolut za 1,2 milionu eur, tedy za nejvyšší hodnotu, jíž písemná poz?stalost autora 20. století v?bec zatím dosáhla. Pro milovníky Kafkova díla je však zmín?ný obolus i satisfakcí. Požadovaná suma je mnohem vyšší než auk?ní ?ástky jakýchsi insignií Liz Taylorové nebo Marilyn Monroe. Alespo? pro tentokrát v této bláznivé dob? tržní cena reflektuje duchovní m??ítko.

?estmír Lang

Logo :  O Globo 21. Mar. 03

Franz Kafka inédito e na intimidade

Antiquário de Viena põe à venda espólio de um médico húngaro, com 38 cartas do escritor

Quando Giselle Klopstock morreu, já bastante idosa, em 1995, deixou um tesouro valioso em casa, guardado durante décadas num baú: um pacote contendo muitas cartas, ainda inéditas, de Franz Kafka, Albert Einstein, Klaus e Thomas Mann, que faziam parte do espólio do seu marido, Robert Klopstock, o último amigo de Kafka, e que, a julgar pelo seu conteúdo, será bastante para uma revisão da imagem que se tem hoje do escritor tcheco.

- Kafka teve uma relação muito normal e conjugal com Dora Diamond - diz Hugo Wetscherek, o antiquário de Viena responsável pela venda da coleção completa de manuscritos, comprada em Nova York de herdeiros, parentes distantes do casal Klopstock.

As cartas devem mostrar, por exemplo, como a relação entre Kafka e Dora foi subestimada, quase abafada, pelos biógrafos, que preferiam que Kafka atraísse o seu público leitor como um escritor genial, uma personalidade incrivelmente introvertida e incapaz de uma relação normal com o sexo oposto.

No pacote, cartas de Einstein e de Thomas Mann

Outro aspecto interessante é que Robert Klopstock, na época estudante de medicina, pode ter praticado a eutanásia a pedido do escritor, que nos últimos dias de vida não suportava o sofrimento causado pela tuberculose. Já as cartas do físico Albert Einstein e do escritor Thomas Mann, escritas quase duas décadas depois, são um pedido de ajuda a Klopstock para Klaus, o filho de Thomas, que tinha o organismo destruído por drogas.

Hugo Wetscherek está oferecendo o pacote de originais, a partir de hoje, por 1,2 milhão de euros, quantia astronômica mas que, em se tratando de Kafka, um dos autores preferidos dos colecionadores, não é grande coisa. No ano passado, um envelope vazio endereçado por ele à sua então namorada, Felice Bauer, foi vendido em Berlim por quatro mil euros. O antiquário lança ainda um catálogo que é também a história da relação pouco conhecida do escritor com o seu amigo húngaro, nos braços de quem morreu: "O último amigo de Kafka: o espólio de Robert Klopstock, 1899-1972".

Das 38 cartas de Kafka, 31 eram em parte conhecidas, embora o texto original não tivesse ainda sido publicado, enquanto que sete são inéditas. Nem Max Brod, o amigo de Kafka responsável pela publicação póstuma da sua obra, tinha conhecimento delas.

Brod, que salvou a obra de Kafka do próprio escritor - que havia exigido que todos os seus manuscritos fossem destruídos após a sua morte - e, mais tarde, dos nazistas, que ao invadir a Tchecoslováquia mandaram confiscar toda a obra de artistas judeus, publicou em 1958 a primeira edição de cartas de Kafka. Na obra foram divulgadas apenas algumas cartas do escritor ao jovem médico húngaro, que Kafka descreveu a Brod como "um homem louro, de faces avermelhadas, alto e largo".

Robert Klopstock era estudante de medicina quando conheceu Kafka, em um sanatório, em 1921. A origem judaica e a tuberculose, doença comum aos dois, fizeram surgir uma grande amizade. Klopstock, que devido à doença havia interrompido o estudo de medicina em Budapeste, visitaria Kafka mais tarde, em Praga.

Os dois praticamente se completavam. Kafka, que chamava o amigo de "o médico", ajudava-o, tendo tentado até conseguir uma vaga para Klopstock na faculdade de medicina de Praga. Dava também conselhos sobre o que deveria ler. A amizade intensa e o estado grave de saúde de Kafka criaram uma situação quase de dependência, ao ponto de Dora Diamond, a última namorada, que ajudou a cuidar do escritor quando este estava moribundo, sentir ciúmes de Klopstock.

No estágio final da doença, Kafka foi transferido para um sanatório de Viena, onde foi tratado por Marcus Hajek, cunhado do escritor Arthur Schnitzler. Dora escreveu a Klopstock: "Robert, ajude da forma que for possível ajudar. Os médicos estão no fim do seu poder. Desistiram do caso. A clínica para onde Franz foi transferido é terrível. Duas pessoas sofrendo em um cela, cama junto de cama. Ele não pode mais comer nem falar. Robert, ajude!"

Pouco depois, foi transferido para outro sanatório, em Kierling. Ele sabia que ia morrer. No fim, não suportando as dores, apelou a Robert para que praticasse a eutanásia: "Mate-me, pois de outra forma você é um assassino". Robert deu um remédio. Pouco depois, quando ia se distanciar da cama para preparar mais uma injeção, ouviu de Kafka: "Por favor, não saia", e, em seguida, reagindo à resposta do amigo, completou: "Mas eu vou embora". E fechou os olhos. No atestado de óbito, a causa da morte, no dia 3 de junho de 1924, foi definida como "parada cardíaca".

Thomas Mann culpou médico pela morte do filho

Klopstock, que tinha apenas 25 anos, cultivou a memória do amigo como a de um santo, até a sua morte, em 1972. Mesmo no auge do sucesso da obra de Kafka, nos anos 60 e 70, ele nunca abriu a boca para contar sobre a proximidade que tivera com o mestre do absurdo. Também Giselle, que continuou vivendo em Nova York após a morte do marido - os dois não quiseram morar na Europa devido à ferida do Holocausto - continuou guardando tudo como uma relíquia.

- Mesmo hoje é difícil compreender como Klopstock, que também tinha ambição literária, nunca usou essa amizade pelo menos para contá-la em um livro - comenta Wetscherek.

Treze anos depois da morte de Kafka, o médico recebeu muitas cartas de outro escritor famoso, Thomas Mann, e do físico Albert Einstein. Com a ajuda dos dois, exilou-se nos Estados Unidos, em 1938, escapando da morte quase certa na Europa. Nos EUA, fez carreira como professor universitário de pneumologia.

Thomas Mann e Einstein haviam em 1937 pedido a ajuda de Klopstock, que na época vivia em Budapeste, para o tratamento de Klaus Mann, o filho mais velho de Thomas, viciado em drogas. Mas a tentativa não surtiu efeito. Klaus Mann suicidou-se em 1949 e Thomas Mann chegou a culpar o médico austríaco, dizendo: "O veneno, que era um veneno contra o vício, ele recebeu do idiota Klopstock".

Graça Magalhães-Ruether

Logo : Der Tagesspiegel 20. Mar. 03

Visitenkarte als Pension

Klaus Wagenbach über den Handel mit Kafka-Handschriften

Ab morgen steht im Wiener Antiquariat „Inlibris" (www.inlibris.at) ein Konvolut von Briefen und Postkarten Franz Kafkas zum Verkauf: knapp 40 Dokumente für 1,2 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um eine Rekordsumme für Kafkas Handschriften. Die Briefe stammen aus dem Nachlass des späten Kafka-Freundes Robert Klopstock (1899-1972). Mit dem Verleger, Autor und Kafka-Forscher Klaus Wagenbach, der „dienstältesten Kafka-Witwe" (K.W.), sprach Marius Meller.

Herr Wagenbach, 1988 erwarb das Marbacher Literaturarchiv die „Proceß"-Handschrift für 3,6 Millionen Mark. Jetzt werden 37 Briefe und Postkarten aus Kafkas letzten Lebensjahren, von denen nur sieben bisher unveröffentlicht sind, für 1,2 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Läuft da etwas aus dem Ruder?

Das kann man wohl sagen. Auch die 3,6 Millionen für das Roman-Manuskript waren bereits ein exorbitanter Preis. Das Innenministerium hat helfen müssen, die Kulturstiftung der Länder und das Literaturarchiv - schon damals mussten sich also drei Institutionen zusammenfinden. Seitdem sind die Preise immer weiter gestiegen. Wenn ein Autor so berühmt ist, wenn die Relikte dieser Weltikone, die Memorabilien und Venerabilien, sehr selten sind, dann führt das zu Preisen von diesen schwachsinnigen Dimensionen.

Die Kulturstiftung und das Marbacher Literaturarchiv äußern sich diesmal zurückhaltend. Landet das Briefkonvolut nun womöglich in einer Privatschatulle?

Das ist denkbar, angesichts des Zustands der Haushalte. Und der gesamte Marbacher Ankaufsetat ist unendlich viel geringer als die hier in Rede stehende Summe.

Was bedeutet das für die Kafka-Forschung?

Die meisten Briefe und Karten sind bekannt, und ob die sieben Briefe, die noch nicht bekannt sind, so wichtig sind, sei dahingestellt. Es handelt es sich um Briefe aus den letzten drei Lebensjahren, in denen nur selten von einem Werk die Rede ist - sehr private Briefe. Die „Proceß"-Handschrift war so wichtig und musste für die Forschung gesichert werden, weil man nur mit ihr die Kapitelabfolge und Romanstellen klären konnte.

Kafka nannte den Adressaten, den Arzt Robert Klopstock, einen Mann von „gröberem Gesamtbild". Kafka hatte sich so mit ihm angefreundet, dass er ihm fast 70 Briefe schrieb...

Das war eine für Kafka seltene Öffnung. Kafka war ja jemand, der sich nicht nur gegenüber Frauen schwer öffnete und dessen Schreiben ganz bei sich stattfand.

Besitzen Sie selbst auch Kafka-Autographen?

Ich habe viele Originalfotos, auch das berühmte Berliner Porträt und das Verlobungsbild mit Felice Bauer von 1917. Und ich besitze als Kafka-Verrückter sämtliche Erstausgaben, als Autographen jedoch nur eine Visitenkarte, die Kafka an seinen Chef in der Versicherung schrieb. Er entschuldigt sich dafür, dass er einen Ohnmachtsanfall erlitten hat. Der Anfall war am Morgen nach der Niederschrift des „Urteils".

...die Nacht zum 23. September 1912, Kafkas „Geburt als Erzähler"...

...das ist mir besonders lieb, denn es zeigt den unendlich höflichen Kafka, der sich entschuldigt im Büro, weil er drei, möglicherweise vier Stunden zu spät kommt. Dieses Kärtchen wird, wenn die Preise weiter steigen, vielleicht meine Pension sichern.

Logo : Falter 20. Mar. 03

Kafka im Original

Falter 12/03 / 20.3.2003, Literaturbeilage / S. 21 

Autographen. Warum immer nur Bücher kaufen? Wie wär es zum Beispiel mit einem Brief von Kafka oder Goethe? Die Nachfrage ist groß - zum Leidwesen wissenschaftlicher Literaturarchive. Die helfen sich deshalb durch den Ankauf von „Vorlässen" noch lebender Autoren.

„Lieber Robert, wie ist denn das; ich hätte gar nicht geschrieben? Zwei Briefe und eine Karte, es kann doch nicht alles verloren sein." So beginnt das früheste erhaltene Schreiben Franz Kafkas an den damals 21-jährigen Robert Klopstock. Der aus Ungarn stammende Mediziner hat Kafka, der an Lungentuberkulose erkrankt war, im Sanatorium von Matliary kennen gelernt und ihn in seiner letzten Zeit im Sanatorium Kierling bei Wien begleitet.

Seit Anfang März hat das Wiener Antiquariat „Inlibris" nun den Nachlass von Robert Klopstock im Angebot. Er enthält sieben bisher gänzlich unveröffentlichte und 14 nur auszugsweise gedruckte Briefe von Kafka aus dessen letzten vier Lebensjahren sowie Korrespondenzen des 1972 in New York verstorbenen Kafka-Freundes mit Thomas Mann, Franz Werfel und Albert Einstein. Um 1,2 Millionen Euro soll er verkauft werden.

Der reich illustrierte Katalog „Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock" enthält 38 Kafka-Briefe - im Volltext und kommentiert, inklusive vertiefender Betrachtungen zweier Kafka-Kenner sowie einer Biografie Klopstocks. Diese ausführliche Dokumentation hat ihren Grund: Aller Voraussicht nach sind die Originale für die hiesige Literaturwissenschaft genauso verloren wie die eingangs von Kafka erwähnten Schreiben, denn 1,2 Millionen sind eine stolze Summe. Weshalb Hugo Wetscherek auch eher mit einem Verkauf in die USA rechnet als mit einem Verbleib des Nachlasses in Österreich.

Für den Geschäftsführer von Inlibris sind solche Summen schlicht durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage bestimmt: „Die Preise, die wir verlangen, ergeben sich aus den Preisen, die wir bezahlen." Literaturarchive sind darüber naturgemäß nicht besonders glücklich. Sie möchten die Nachlässe vorrangig einer optimalen wissenschaftlichen Aufarbeitung zugänglich gemacht wissen. Unverhältnismäßig hohe Preise können und wollen sie sich nicht leisten.

Ihnen ist der freie Markt aber nicht nur wegen der Preisgestaltung ein Dorn im Auge. Denn durch den Verkauf über einen Antiquar kann es durchaus vorkommen, dass Nachlässe zerrissen werden. „Es gibt Fälle, da liegen die Werke von bedeutenden österreichischen Autoren über die ganze Welt verstreut", sagt Volker Kaukoreit, stellvertretender Leiter des Österreichischen Literaturarchivs. Beispiele sind Stefan Zweig und Franz Werfel. Für die Forschung sei das „ein Alptraum". Da kann es schon geschehen, dass das Bundesdenkmalamt Nachlassstücke heimischer Schriftsteller mit einem Ausfuhrverbot belegt.

Im Sinne der Forschung sind also Gesamtnachlässe - wie der des 1988 verstorbenen Erich Fried. Sein Vermächtnis füllte einen ganzen Lkw. Allein 200 Kartons waren voll mit Manuskripten und Drucksorten. Nun schmücken sie die Räumlichkeiten des Österreichischen Literaturarchivs und werden von Volker Kaukoreit nach international genormten Regeln gesichtet und geordnet.

„Wenn ein bekannter Autor verstorben ist, müssen wir relativ schnell reagieren", sagt Kaukoreit, gilt es doch zu verhindern, dass die Nachfahren versehentlich wertvolles Material wegwerfen. Oder es auch aus „reiner Geldgier überall anbieten, bloß damit es schnell verkauft ist". Es soll auch schon vorgekommen sein, dass die Erben die Literaturarchive gegenseitig ausspielten, um den Preis in die Höhe zu treiben.

Geldgierigen Erben ohne Sinn für die Wissenschaft kann man entgehen, indem man den Autoren ihren Nachlass bereits zu Lebzeiten abkauft. Ein Geschäft, welches die wissenschaftlichen Institutionen in den letzten Jahren forcieren. In der Vorlasskartei des Österreichischen Literaturarchivs finden sich Namen wie Peter Handke, Gert Jonke und Walter Kappacher ebenso wie Christoph Ransmayer, Robert Schindel und Gerhard Roth.

Doch selbst Vorlässe können getrennte Wege gehen. So lagert das dramatische Werk Gerhard Roths in Wien, seine Prosa, Briefe, Notizbücher und eine Fotosammlung sowie um die 600 Video- und Tonbänder befinden sich im Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung in Graz. Für Kaukoreit ist das jedoch kein Problem. Immerhin handle es sich erstens um geschlossene Bestände und zweitens sei der Vorlass zumindest in Österreich geblieben. Auch funktioniere die Zusammenarbeit zwischen den Literaturarchiven gut.

Bei Robert Schindl gelang sogar eine Rückführung: Er hatte bereits einen Teil seines Vorlasses an das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland verkauft. Das Österreichische Literaturarchiv holte ihn, dank dem Entgegenkommen des Heidelberger Archivs, wieder nach Österreich und führte ihn mit dem eigenen Schindl-Bestand zusammen.

„Das ist eine Quersubventionierung des Literaturbetriebs", sagt der Antiquar Wetscherek. Er kann dem Vorlasshandel wenig abgewinnen. „Die Literaturarchive haben damit einen Markt geschaffen, den es vorher nicht gegeben hat." Noch lebende Literaten hätten einen geringeren Marktpreis und wären daher nicht handelbar. Der Wert von Kafkas Briefen beruht - neben dem Mythos, der sich um den Schriftsteller rankt - darauf, dass er nicht viele davon geschrieben hat. Der letzte wurde 2001 in London um sagenhafte 50.000 Euro verkauft.

Briefe des Vielschreibers Goethe hingegen sind trotz seiner literarischen Größe schon um tausend Euro zu haben. Die diesbezügliche Produktivität eines Literaten kann man zu Lebzeiten zwar vermuten, aber nicht bestimmen. Auch ist ein etwaiger Wert schwer zu argumentieren: Man kann einem Schriftsteller kaum sagen, dass sein Vorlass an Wert verloren hat, weil die Qualität seiner Arbeit schlechter geworden ist. Oder dass er weniger Geld bekommt als ein Kollege, weil dieser besser schreibt. Darüber hinaus könnten findige Literaten auf die Idee kommen, sich mit der marktgerechten Produktion von Vorlässen ein zusätzliches finanzielles Standbein zu schaffen.

Dies hatte der leidenschaftliche Autographensammler Stefan Zweig nicht im Sinn, obwohl er seine wertvollen Schätze 1935 an den Wiener Antiquar Heinrich Hinterberger verkaufte. Er tat dies jedoch nicht freiwillig: „Das alles hängt mit der Reorganisation meines Lebens dank Herrn Hitler zusammen", schrieb er 1936 in einem Brief an Romain Rolland. Zwei der Umschläge, in denen Zweig seine Autographen sammelte, sind im Nachlass Heinrich Hinterbergers aufgetaucht und können beim Wiener Antiquar Hugo Wetscherek erworben werden. Um 500 Euro.

Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Mit kommentierter Erstveröffentlichung von 38 teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas. Wien 2003 (Inlibris). 312 S. € 65,-

Martina Gröschl

Logo : ORF online 17. Mar. 03

Kafka in Wien: Millionenpoker um Nachlass

1,2 Mio. Euro erwartet

Die Korrespondenz ist nicht umfangreich und großteils bekannt. Einer der beiden Briefpartner ist aber Franz Kafka, der bekannteste deutschsprachige Autor der Welt. Ein Wiener Antiquariat bietet jetzt den Nachlass des Adressaten zum Kauf an - und erwartet mindestens 1,2 Millionen Euro. Finanzkräftige Interessenten können so 38 Briefe des Prager Schriftstellers an seinen "letzten Freund" Robert Klopstock erwerben - 14 von ihnen wurden bisher nur zum Teil veröffentlicht, sieben weitere noch nie.

"Der verrückte Doktor Klopstock"
Millionenpoker um Nachlass in Wien
Angebot aus Übersee erwartet
Schwindel erregende Preise
Wer war Franz Kafka?

Ein Mediziner als Bezugsperson
Franz Kafkas später Freund gehörte zur "kleinen Familie" des todkranken Autors.

Manchen Biografen gilt Robert Klopstock (1899-1972) als Franz Kafkas "Vater, Richter und Gott". So schätzte Klopstocks Rolle in den letzten Lebensjahren des Prager Schriftstellers etwa Ernst Pawel in seinem Buch "Das Leben Franz Kafkas" (1986) ein.

"Wichtigster Vertrauter"
Kafkas langjähriger Vertrauensmann und späterer Nachlassverwalter Max Brod (1884-1968) nannte dessen um 16 Jahre jüngeren Freund einmal den "verrückten Dr. Klopstock". Für den Kafka-Experten Hanns Zischler war Klopstock neben Dora Diamant und Brod "der wichtigste Vertraute Franz Kafkas in dessen letzten Lebensjahren".

Erste Begegnung im Sanatorium
Klopstock lernte Kafka Anfang 1921 in der slowakischen Lungenheilanstalt von Tatrianske Matliary kennen. Der Medizinstudent aus Ungarn war wie Kafka an Tuberkulose erkrankt. Im Unterschied zu seinem neuen Freund aus Prag wurde Klopstock aber wieder gesund.

"Sehr literarisch"
Kafka berichtete Brod bereits am 1. Februar 1921 über Klopstock: „Gestern abend wurde ich gestört, aber freundlich, es ist ein 2ljähriger Medizinstudent da, Budapester Jude, sehr strebend, klug, auch sehr literarisch, äußerlich übrigens trotz gröberen Gesamtbildes Werfel ähnlich, menschenbedürftig in der Art eines geborenen Arztes, antizionistisch, Jesus und Dostojewski sind seine Führer - der kam noch nach 9 Uhr aus der Hauptvilla herüber, um mir den (kaum nötigen) Wickel anzulegen, seine besondere Freundlichkeit zu mir kommt offenbar von der Wirkung Deines Namens her, den er sehr gut kennt."

Enge Freundschaft
Klopstock und Kafka blieben auch nach dem Kuraufenthalt im engen Kontakt. Kafka schrieb Klopstock aus Berlin, wohin er mit Dora Diamant zog. Die Briefe wurden immer vertrauter und schonungsloser, die Anrede "Mein lieber Klopstock" wurde zu "Lieber Robert". "Klopstock gibt, was ihm an Vertrauen entgegengebracht wird, vielfältig zurück", schrieb Zischler in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.). Auch Franz Blei, Oscar Bie, Alfred Polgar, Adolf Loos und Peter Altenberg rühmten demnach Klopstocks Großmut und bestätigten Kafkas Einschätzung des "geborenen Arztes".

"Kleine Familie"
So verwundert es nicht, dass Klopstock im Frühjahr 1924 nach Kierling bei Wien kam, um dort Kafka in einem Sanatorium gemeinsam mit Dora Diamant zu pflegen. Er blieb bis zu Kafkas Tod am 3. Juni desselben Jahres.

Lungenarzt mit Literaturambitionen
Der auch literarisch ambitionierte Mediziner lernte später weitere deutschsprachige Schriftsteller kennen. So betreute er etwa Klaus Mann auf einer Entziehungskur in Budapest. Nach seiner Flucht vor den Nazis (1938) baute sich Klopstock in New York eine neue Existenz auf und erwarb auch viel Renommee als Tuberkulosespezialist.

Umfangreicher Nachlass
Sein Nachlass, der jetzt vom Wiener Antiquariat Inlibris geschlossen zum Verkauf angeboten wird, enthält nicht nur Kafkas Briefe und medizinische Schriften. Neben einer umfangreichen Fotosammlung und der unvollendeten Übersetzung von Kafkas Roman "Der Process" macht vor allem die Korrespondenz mit Thomas und Klaus Mann, Franz Werfel, Albert Einstein und dem Kafka-Verleger Salman Schocken neugierig.

David Zelinger

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Spektakuläre Versteigerung
Zeugnisse von Freundschaft, Liebe und Todeskampf.

Als Franz Kafka 1921 den ersten Brief an Robert Klopstock schrieb, war er 37 Jahre alt. Drei Jahre später war der Prager Autor tot. Sein "letzter Freund" Klopstock saß damals an Kafkas Sterbebett in Kierling bei Wien; nach mancher Darstellung starb Kafka am 3. Juni 1924 in "dessen Armen".

Freundschaft und Liebe
38 Briefe und Postkarten Kafkas an Klopstock zeugen von der Freundschaft eines schwer Kranken mit einem später Genesenen, der Lungenarzt wurde. Die Korrespondenz erhellt aber auch Kafkas Liebe zur viel jüngeren Dora Diamant - der einzigen Frau, mit der er je zusammenlebte.

Qualvoller Todeskampf
Die nach Klopstocks Tod 1972 in New York lange verschollen geglaubten Schriftstücke werfen aber vor allem Licht auf den qualvollen Todeskampf Kafkas in dessen letzter Schaffensphase. Das macht sie zur kaum überschätzbaren Quelle nicht nur für Biografen.

Verkaufangebot aus Wien
Nach dem Tod von Klopstocks Witwe wurde sein Nachlass mit den Briefen Kafkas 1995 verkauft. Über Deutschland gelangte er an das Wiener Antiquariat Inlibris, das die Schriftstücke des vor den Nazis geflüchteten "verrückten Dr. Klopstock" (Max Brod) geschlossen zum Kauf anbietet.

1,2 Mio. Euro erwartet
Als Preis nennt Inlibris-Chef Hugo Wetscherek 1,2 Millionen Euro - eine Summe, die den Nachlass für Europäer möglicherweise unerschwinglich macht - mehr dazu in "Warten auf Angebot aus Übersee".

Katalog mit Faksimiles
Nicht nur als Entscheidungshilfe für Kaufinteressenten erscheint am 21. März im Inlibris-Verlag der Katalog "Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Mit kommentierter Erstveröffentlichung von 38 teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas".

Sieben unveröffentlichte Briefe
Demnach befinden sich in der Korrespondenz mit Klopstock "sieben gänzlich unveröffentlichte und 14 bisher nur unter teils relevanten, bis zu ganzseitigen Auslassungen veröffentlichte Schreiben Kafkas".

Auch andere Literaturgrößen
Der Klopstock-Nachlass birgt aber auch andere Überraschungen: neben eigenen Manuskripten und Lebensdokumenten des literarisch sehr interessierten Mediziners auch die Korrespondenz mit Thomas Mann, Franz Werfel, Albert Einstein und Kafkas späterem Verleger Salman Schocken.

David Zelinger

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Verkauf bis Jahresende?
Wiener Antiquar rechnet mit "keinem Interesse" aus Europa.

Die Briefe Franz Kafkas aus dem Nachlass Robert Klopstocks werden laut Inlibris-Geschäftsführer Hugo Wetscherek ab 21. März "anbotsfähig". Kaufen könne sie "jeder", so der Antiquar gegenüber ORF.at. Wetscherek rechne aber nicht damit, dass gleich an diesem Tag "bei uns jemand reinspaziert". Vielmehr baue man auf "institutionelles Interesse", insbesondere aus den USA.

Jahresende als Verkaufszieldatum
Deswegen werde er die Briefe am 8. April bei einer Messe in New York präsentieren. Verkauft dürfte das Klopstock-Konvolut laut Wetscherek allerdings erst gegen Jahresende werden.

US-Unis als Interessenten?
Kaufinteressenten könnten laut Wetscherek unter US-Universitäten zu finden sein. Mit "keinem Interesse" rechnet der Inlibris-Chef in Europa.

Keine Signale aus Marbach
Im deutschsprachigen Raum komme nur das Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar in Frage. Dort gebe man sich aber derart bedeckt, dass Wetscherek ein Angebot für "unwahrscheinlich" hält.

"Nicht zu rechtfertigen"
Der genannte Ankaufspreis sei unter dessen Etatbedingungen "nicht zu rechtfertigen", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" am 4. März den Handschriftensammlung-Leiter Jochen Meyer.

50.000 Euro pro Brief
Der Wiener Antiquar zeigt dafür Verständnis. Derzeit befänden sich noch rund 300 Kafka-Briefe weltweit im Privatbesitz, der Preis für Einzelbriefe sei in den letzten Jahren auf bis zu 50.000 Euro hinaufgeschnellt. Das Marbacher Archiv wolle diese Preisentwicklung schlicht nicht stützen, obwohl es seiner Ansicht nach die für die 38 Kafka-Briefe geforderten 1,2 Millionen Euro aufbringen könnte.

"Kein Engagement" aus Österreich?
Überhaupt "kein Engagement" erwartet der Antiquar aus Österreich, schließlich befinde sich hier zu Lande ein einziger Brief Kafkas. Das aktuelle Konvolut würde zu den Sammelschwerpunkten "einfach nicht passen". Darüber hinaus gebe es dafür in Österreich "kein Geld".

Auch Briten als Käufer unwahrscheinlich
Auch britische Universitäten schließt Wetscherek als wahrscheinliche Käufer aus. "Oxford kauft grundsätzlich nicht." Kafkas Manuskripte in der Bodleian Library seien schließlich Schenkungen.

David Zelinger

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Debatte über Ankauf
Deutsches Feuilleton lässt Konvolut mit Kafkas Briefen nicht kalt.

Während die Versteigerung der 38 Schriftstücke Franz Kafkas in Österreich bisher kaum Interesse weckt, löste sie im deutschen Feuilleton eine rege Diskussion über die Preis- und Ankaufspolitik aus.

Kritik an Nein aus Deutschland
"Ob nun allerdings die vom Deutschen Literaturarchiv verfolgte Strategie, beim Klopstock-Nachlass Zurückhaltung zu üben, auf die Dauer richtig ist, muss man bezweifeln", meint etwa die Frankfurter Rundschau. Schließlich sei zu erwarten, dass es künftig noch öfter zu Angeboten von Kafka-Autographen kommen werde. In Tel Aviv befänden sich noch etwa 400 Briefe Kafkas an Max Brod, erinnert die Zeitung. Auch müsse damit gerechnet werden, dass die 1986 für 500.000 Dollar (454.000 Euro) versteigerten, seitdem verschollenen und nur als Photokopien zugänglichen 511 Briefe an Felice Bauer wieder auf den Markt kommen.

"Kunstmarkt gegen Philologie"
Auch die "Süddeutsche Zeitung" kommentiert die Versteigerung eher skeptisch: "Der Nachlass ist so teuer, dass am Ende womöglich nicht nur private Liebhaber, sondern auch die großen Archive und Forschungsinstitutionen abwinken werden." Die Zeitung zeigt zwar Verständnis für die Marbacher Zurückhaltung, um weitere Preissprünge nicht zu fördern: "Das ändert aber nichts daran, dass von der Sache her der Klopstock-Nachlass in Marbach sehr gut zu Hause wäre."

Öffentliche und private Geldgeber?
In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) findet sich wiederum der pathetische Satz: "Vielleicht finden sich ja, wenn schon nicht Verordnungen, die den Verbleib deutschsprachigen Kulturguts in einem deutschsprachigen Land sichern, genügend öffentliche und private Geldgeber, um dem Literaturarchiv in Marbach den Erwerb zu ermöglichen."

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Der sonderbare Herr Kafka
Franz Kafka. Eine Biografie zum Leben eines "sozialen Monstrums".

Franz Kafka ist ein spröder Autor. Der sprödeste, den die deutschsprachige Literatur wahrscheinlich hat. Für viele ist er ein Genie. Doch gerade die Biografie des Versicherungsangestellten Franz Kafka mag so gar nicht zum Konzept eines Genies passen.

Jahre der "Entscheidungen"
An dieser Krux arbeitet sich nun eine neue, monströse Kafka-Biografie ab. Deren Autor, der Literaturwissenschaftler und Kafka-Experte Reiner Stach, verbrachte sieben Jahre des Forschens, um sechs Jahre des Lebens von Franz Kafka penibelst zu rekonstruieren. Mit seinem Werk "Kafka. Die Jahre der Entscheidungen" (S. Fischer) setzt er dort an, wo das Standardwerk von Klaus Wagenbach zur Jugend Kafkas endet.

Sechs prägende Jahre
Die Zeit zwischen 1910 und 1915 sind für Stach Kafkas prägende Jahre, jene Jahre, in denen sich ein unauffälliger Prager Stadtneurotiker zu einem der größten Rohdiamanten der Weltliteratur entwickelte. Eine mutige These, denn blickt man auf den Umfang des in dieser Phase Geschriebenen, so handelt es sich um ein paar hundert Seiten - das wenigste davon vollendet. Wie bringt man also das von Kafka Geschriebene mit einem Leben in Verbindung, das auch der Biograf ganz zu Beginn buchhalterisch bilanziert?

Karge Lebensbilanz
"Das Leben des jüdischen Prager Versicherungsbeamten und Schriftstellers Dr. Franz Kafka dauerte 40 Jahre und 11 Monate. Davon entfielen auf die Schul- und Universitätsausbildung 16 Jahre und 6,5 Monate, auf die berufliche Tätigkeit 14 Jahre und 8,5 Monate. Im Alter von 39 Jahren wurde Franz Kafka pensioniert. Er starb an Kehlkopftuberkulose in einem Sanatorium in Wien." Zwischen diesen Eckdaten liegen im Fall Kafkas eine gewundene, neurotische Auseinandersetzung mit der eigenen Kaufmannsfamilie (und hier vor allem mit dem Vater), drei Verlobungen (die nie in eine Ehe führten), 40 vollendete Prosatexte auf rund 350 Druckseiten, etwa 3.400 Tagebuchseiten und 1.500 Seiten erhalten gebliebene Briefe. Und dann war noch dieser Freund und Mentor Kafkas, der Schriftsteller Max Brod, der am Ende dem Willen Kafkas zuwiderhandelte und das Geschriebene nicht dem Feuer überantwortete.

Das Leben als Roman
Was Stach in seiner Biografie gelingt, ist, aus diesem kargen Leben einen mehr als lebendigen Roman zu machen. Zu lebendig, argumentieren die Kritiker des Feuilletons. Aus Tagebuchaufzeichnungen und Briefen Kafkas montiert Stach eine dichte Lebensgeschichte, die der biografischen Illusion folgt, dass jedes Detail im Leben des erklärten Genies von Bedeutung zu sein habe.

Alles dreht sich um Felice
So treffen wir auf einen exaltierten Kafka, der gerade sein erstes Buch veröffentlich hat (Betrachtung, 1913) und über Max Brod die Berliner Jüdin Felice Bauer kennen lernt. Sie wird die große Obsession Kafkas - und auch die seines Biografen. Mit Kaskaden an Briefen bestürmt Kafka die Frau aus Berlin, was Stach detailliert rekonstruiert und psychoanalysiert. Neben dem schriftstellerischen Werk Kafkas dieser Zeit werden die Briefe an Felice zu einer Art literarischem Paralleluniversum.

Leben wird zum Werk
Mit Vergnügen spinnt Stach Beziehungsfäden zwischen den Briefen und den entstehenden Prosatexten Kafkas. "Kafka wollte eine Energiestrom, der ihn an Lebendiges ankoppelte", interpretiert der Biograf die Beziehung zu Felice, die sich für Kafka ja mehr in der Ferne als in körperlicher Nähe abspielt. Je näher Kafka dem Objekt seiner Begierde tritt, desto mehr Fehler merkt er an ihm: "In der ersten Zeit musste ich [...] vor Felices Zähnen die Augen senken, so erschreckte mich dieses glänzende Gold. [...] Später blickte ich absichtlich hin, [...] um mich zu quälen." Kafka schmeichelt sich ein, distanziert sich, verlobt sich mit Felice Bauer, löst dann die Verlobung auf, tritt vor die Verwandten und Freunde der verschmähten Braut, um sich zu rechtfertigen.

"Ich versteinere"
Rund um dieses Beziehungsdrama beginnt der Erste Weltkrieg. Kafka führt weiter Tagebuch. "Meine Unfähigkeit zu denken, zu beobachten, festzustellen, sich zu erinnern, zu reden, mitzuleben wird immer größer, ich versteinere", notiert er am 28. Juli 1914 in sein Tagebuch. Kafka führe "die Existenz eines sozialen Monstrums" aus Freiheit und Notwendigkeit zugleich, erläutert Zach und spinnt seine Fäden zwischen Privatleben und Werk weiter. Das erschreckt den Germanisten, erfreut den Leser aber umso mehr.

Die Schwester im Leben und im Buch
So erfahren wir, dass die Spannungen mit Kafkas Lieblingsschwester Ottla in die Beschreibung der herrischen Schwester Gregor Samsas in "Die "Verwandlung" einfließen. Allzu oft verwendet Stach freilich literarische oder briefliche Dokumente so, als könne man sie als 1:1-Belege für die Haltung Kafkas nehmen.

Bis ins tiefste Dunkel
"Ich schreibe anders als ich rede, ich rede anders als ich denke, ich denke anders als ich denken soll und so geht es weiter bis ins tiefste Dunkel", schreibt Kafka 1914 an seine Schwester. Für den Biografen sind solche Sätze Gift. Nimmt er sie als Bekenntnis ernst und nicht bloß als Stilisierung, so ist sein Unternehmen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Stach hat sich entschieden, diese Hürden zu negieren und stattdessen eine stilistisch brillante Kafka-Lebenserzählung zu verfassen. Kafka-Experten werden das Buch mit Vorsicht lesen, sich aber für die Fülle der ans Licht gebrachten Details bedanken.

Das Buch: Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Entscheidungen. S. Fischer-Verlag, 675 Seiten, 30,80 Euro.

Soeben ist bei S. Fischer auch eine Sonderedition der 15-bändigen kritischen Ausgabe der Schriften und Tagebücher Kafkas erschienen. 7.328 Seiten, Broschur, 128,60 Euro.

Gerald Heidegger 

Logo : Tribuna da imprensa 16. Mar. 03

Preciosidade

Tribuna da imprensa [Brasilien], 15./16.3.2003 

O médico húngaro Robert Klopstock colocou à venda 15 cartas do escritor checo Franz Kafka sendo sete delas inéditas. O pacote tem o valor aproximado de US$ 1,2 milhão e será leiloado essa semana em Viena. As cartas pertenciam ao acervo do médico que foi amigo de Kafka.

Logo : Literaturhaus Wien 14. Mar. 03

Neue Briefe von Franz Kafka

Ende dieses Monates erscheint der Katalog "Kafkas letzter Freund. Der Nachlaß Robert Klopstock (1899-1972)", herausgegeben von Hugo Wetscherek, Inlibris Verlag. Er enthält die kommentierte Erstveröffentlichung von 38 teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas.

Der Beitrag von Leo A. Lensing mit dem Titel "Fackel-Leser und Werfel-Verehrer: Anmerkungen zu Kafkas Briefen an Robert Klopstock" behandelt jene vier Schriftstücke in denen Kafka Karl Kraus und Die Fackel erwähnt.

Aktuelle Zeitungsartikel zur Kafka-Forschung finden Sie unter http://www.inlibris.at/pressefranzkafka.htm.

Logo : Frankfurter Rundschau 12. Mar. 03

Sieh' die Schwingung des K

Dürfen wichtige Handschriften der Öffentlichkeit entzogen werden? Die Spitzenerlöse für Kafka-Autographen veranlassen zu Gedankenspielen über das geltende Urheberrecht

Als Felice Bauer 1955, krank und in finanzieller Not, die über 500 Briefe und Postkarten verkaufte, die ihr Franz Kafka vor und während des Ersten Weltkriegs geschrieben hatte, bezahlte der New Yorker Schocken Verlag 8000 Dollar dafür. Reiner Stach, in dessen kürzlich erschienener Kafka-Biografie die Briefe Grundlage einer manchmal bis in stündliche Geschehensabläufe reichenden Rekonstruktion sind, bezeichnet den Betrag für heutige Verhältnisse als "marginal". Die Tatsache, dass einzelne Briefe Kafkas, die in den vergangenen Jahren aufgetaucht waren, bei Auktionen mehrere zehntausend Euro einbringen konnten, bestätigt Stachs Einschätzung.

Recht unwahrscheinlich ist es deshalb, dass die Ankündigung des Wiener Antiquariats Inlibris, den Nachlass von "Kafkas letztem Freund" zu versteigern, Anlass werden könnte, der Person Robert Klopstocks und ihrer Beziehung zu dem weltberühmten Prager Schriftsteller Aufmerksamkeit zu verschaffen. Material, das Leben des Mannes betreffend, der bei Kafkas Tod zugegen war, findet sich in den angeboten Schriften zwar genug, aber vor dem Hintergrund der rasanten Preisentwicklung im Autographen-Handel der vergangenen Jahre richtet sich das Interesse nun vor allem darauf, ob die in dem Konvolut enthaltenen 38 Briefe Kafkas - sollte der Nachlass einen Käufer finden - das gängige Preisniveau bestätigen oder gar noch anheben werden.

Das deutsche Literaturarchiv in Marbach, in dessen Bestand von Kafka-Handschriften der Klopstock-Nachlass am besten aufgehoben wäre, wird nicht mitbieten. Der Preis von 1,2 Millionen Euro steht für Jochen Meyer, den Leiter der Marbacher Handschriftenabteilung, in keinem Verhältnis zu vergleichbaren Objekten; so etwa dem Process-Manuskript, das sich ebenfalls in Marbach befindet. Die Erwerbsgeschichte gerade dieses Manuskripts veranschaulicht denn auch das Dilemma, in welches die kulturellen Institutionen bei Ankäufen von Handschriften, die sie zur Substantiierung ihrer Bestände und als Basis ihrer wissenschaftlichen Arbeit benötigen, geraten können.

Die Process-Handschrift war dem Literaturarchiv ursprünglich direkt von der Witwe Max Brods für 1 Million Mark angeboten worden. Weil für diesen Preis nicht erschwinglich, lehnte das Archiv ab. Erst als das Konvolut dem Londoner Auktionshaus Sotheby's zur Versteigerung übergeben worden war und man befürchten musste, dass Deutschland ein Kulturdenkmal ersten Ranges verloren gehen würde, kam der Vorgang an die Öffentlichkeit und wurde eine Debatte entfacht, in deren Folge die notwendigen Gelder bereitgestellt werden konnten. Der zu erbringende Kaufpreis betrug dann etwa 3,6 Millionen Mark, der ursprüngliche Preis hatte sich also mehr als verdreifacht.

Das Ergebnis solch spektakulärer Veräußerungen ist demnach zweischneidig: Das Objekt kann zwar letztendlich erworben werden, der Spielraum für die Verantwortlichen von Archiven und Sammlungen, zu einem Abgleich der Interessen zu kommen, wird aber kleiner. Wenn mit temporärem Spektakel Geld gemacht werden kann und die Institutionen nicht mehr mitzuhalten vermögen, bleibt ihnen kaum noch die Möglichkeit, die Vorteile ihrer Einrichtungen und ihren öffentlichen Auftrag den Anbietern gegenüber ins rechte Licht zu rücken.

Ob nun allerdings die vom Deutschen Literaturarchiv verfolgte Strategie, beim Klopstock-Nachlass Zurückhaltung zu üben, auf die Dauer richtig ist, muss man bezweifeln. Schließlich steht zu erwarten, dass es künftig noch öfter zu Angeboten von Kafka-Autographen kommen wird. In Tel Aviv befindet sich noch der Briefwechsel zwischen Kafka und Max Brod, dessen Wert für die Forschung kaum überschätzt werden kann. Reiner Stach hat auf die Bedeutung des Brod-Nachlasses im Vorwort seiner Biographie nachdrücklich hingewiesen; hier dürften sich, schreibt er, noch einige Überraschungen verbergen.

Desweiteren muss damit gerechnet werden, dass die 1986 für 500 000 Dollar versteigerten, seitdem verschollenen und nur als Photokopien zugänglichen Briefe an Felice wieder auf den Markt kommen. Welche Möglichkeiten Archiven und Instituten noch bleiben, wenn die etwa 400 Kafka/Brod-Briefe und die 511 Briefe Kafkas an die Geliebte in Gänze oder - worst case - einzeln angeboten werden, kann man sich mit Hilfe der inzwischen erzielten Einzelpreise ausrechnen.

Sich in der eigenen Ohnmacht einzurichten, wie es die Berliner Kulturstiftung der Länder vormacht, die dem Wiener Antiquariat per Gutachten den geforderten Preis von 1,2 Millionen Euro für den Klopstock-Nachlass bestätigt, in Abwägung des Nutzens für Forschung und Archiv den Ankauf aber für nicht vertretbar hält, dürfte jedenfalls auf Dauer nicht genügen.

Roland Reuß, neben Peter Staengle Herausgeber der beim Stroemfeld-Verlag erscheinenden Historisch-Kritischen Ausgabe der Werke Kafkas, sieht die Sache denn auch prinzipiell. Am Markt und seinen derzeitigen Rahmenbedingungen kämen die dem Kafka-Erbe verpflichteten Institutionen nicht vorbei. Es nütze wenig, stets nur ereignisabhängig zu reagieren und, tauche eine Handschrift auf, von Fall zu Fall finanztechnisch zu taktieren. Forschung und Archiven fehle ein abgestimmtes Konzept, wie mit dem in Privatbesitz befindlichen Nachlass Kafkas umzugehen sei und wie man sich auf die noch zu erwartenden Verkäufe einstellen könne.

Reuß bestreitet nicht, dass für die Anbieter kompetente Anlaufpersonen existierten; jedoch werde das Anrecht der Öffentlichkeit auf die Schriften Kafkas in keiner Weise zur Geltung gebracht. Es bedürfe eben nicht bloß fachkundiger und geschickter Akquisition, es müsse auch die öffentliche Hand die Anbieter in ihrer Loyalität gegenüber dem weiteren Schicksal der von ihnen gehüteten Schriften unterstützen. Die Besitzer müssten in der Konzentration der Handschriften, ihrer Bearbeitung, fachkundigen Konservierung und nicht zuletzt der öffentlichen Präsentation und Aufwertung zum Kulturgut einen erheblichen Wert erkennen können.

Nun bleibt auch das ausgeprägteste staatliche Sendungsbewusstsein auf das Pathos des Appells beschränkt, wenn es nicht auch von rechtlichen Festlegungen gestützt wird. Wie aber kann für die Handschriften Kafkas neben dem ideellen auch ein rechtlicher Anspruch der Öffentlichkeit begründet werden? Reuß ist der Ansicht, dass sich gerade im Falle Kafkas eine andere rechtliche Sicht als die bisher gepflogene entwickeln lässt.

Die Forschung ist sich nämlich darüber einig, dass der graphische Aspekt der Handschriften Kafkas nicht wie bei anderen Schriftstellern in der Funktion des bloßen Bedeutungsträgers aufgeht. Kafkas Texte transportieren Bedeuten auch über den Duktus der Handschrift; in einem Brief forderte Kafka von Felice etwa, sie möge die Ausführung des Buchstabens K beachten. Der gestische Gehalt der Schrift ist so groß, dass das Ergebnis der Drucklegung seiner Texte für Kafka jedesmal mit Schrecken und Verlustgefühlen verbunden war. Das geltende Urheberrecht, so Reuß, sei platonisch fundiert und ausschließlich an den "Ideen", also der Bedeutung der Texte orientiert.

Die Konsequenz aus einer nicht-platonischen, den Besonderheiten der Handschrift Rechnung tragenden Argumentation wäre ein neues Urheberrecht. Wie im Fall der "Bedeutung" der Texte, die nach 70 Jahren gemeinfrei wird, dürften dann auch die Autographen sich nur eine bestimmte Frist lang in Privatbesitz befinden, um schließlich an ein zuständiges Archiv zu fallen. Die Folgen sind vorerst wohl nur als Plot eines Romans vorstellbar: Gemeinfrei gewordene Autographen, die von ihren Besitzern nicht pünktlich den öffentlichen Einrichtungen überantwortet werden, gelangen auf eine Fahndungsliste, weitere Vorenthaltung erfüllt den Tatbestand des Kunstraubs...

Es wäre jedoch schon etwas erreicht, wenn man bei der Diskussion der Vorgänge um die Kafka-Autographen Gemeinplätze wie den des "Reliquienhandels" vermiede und neben den fatalistischen Hinweisen auf die harten Gesetze des Marktes auch einmal die rechtlichen Implikationen bedächte, die die moderne Kunst birgt.

Heribert Kuhn

Logo : Nyugati Jelen 07. Mar. 03

Kafka-levelek magyar vonatkozással

Franz Kafka író hét eddig nem publikált levelét kínálja eladásra a bécsi Inlibris antikvárium Robert Klopstock magyar származású amerikai orvos hagyatékából. Az 1883-ban született Kafka az életének utolsó négy évébõl származó leveleket ,,utolsó barátjának", Robert Klopstock orvosnak és irodalmárnak írta, s bennük elsõsorban Klopstockhoz fûzõdõ viszonyáról van szó. A hagyatékban, amely 1,2 millió euróért kapható, ezenkívül van további 14 Kafka-levél, amelyet teljes szövegben még nem tettek közzé, továbbá Klopstock számos kézirata mellett az orvos Thomas Mann íróval és Albert Einstein fizikussal folytatott levelezésének számos darabja.

A prágai születésû Kafka 1924-ben Bécsben halt meg, Robert Klopstock - aki orvosként a tuberkulózis kutatásával foglalkozott - 1972-ben New York-ban hunyt el.

Logo : Ta Nea 07. Mar. 03

Φραντς Κάφκα: φως στα χρόνια της φθοράς

ΑΓΝΩΣΤΕΣ ΕΠΙΣΤΟΛΕΣ ΣΤΟ ΣΦΥΡΙ

«Πώς πρέπει να μοιάζει μέσα μου η αρρώστια;», ρώτησε ο Φραντς Κάφκα μια νοσοκόμα. «Σαν την κουζίνα μιας μάγισσας», απάντησε εκείνη. Τα τελευταία, βασανιστικά χρόνια του φυματικού Κάφκα φωτίζονται από 38 γράμματα και ευχετήριες κάρτες, που βρέθηκαν πρόσφατα και πωλούνται σε δημοπρασία βιεννέζικου παλαιοβιβλιοπωλείου προς 1.200.000 ευρώ.

Τα επτά από αυτά δεν έχουν δημοσιευθεί ποτέ, ενώ άλλα δεκατέσσερα έχουν γνωρίσει μόνο αποσπασματική δημοσίευση. Γραμμένα στο διάστημα 1921-1924 και ενώ ο συγγραφέας βάδιζε πια προς τον θάνατο, τα γράμματα απευθύνονταν στον στενότερο φίλο του, τον Ούγγρο γιατρό και συγγραφέα Ρόμπερτ Κλόπστοκ. Με τρεμάμενο χέρι, ο Φραντς Κάφκα έγραφε κυρίως σε ευχετήριες κάρτες, πιθανόν διότι ήταν φθηνότερες από το επιστολόχαρτο, όπως επισημαίνουν μελετητές, καθώς ο συγγραφέας βρισκόταν σε μεγάλη οικονομική στενότητα.

«Και μόνο το γεγονός ότι οι επιστολές ετούτες είναι γνήσιος Κάφκα, κάνει την ανακάλυψή τους κάτι το εξαιρετικό», είπε ο Άλφρεντ Σμιντ, της αυστριακής εθνικής βιβλιοθήκης. «Πρόκειται για έναν συγγραφέα του οποίου τα κείμενα έχουν ερευνηθεί εξαντλητικά, κάτι που κάνει βαρυσήμαντη κάθε άγνωστη γραμμή του», πρόσθεσε.

Σε μερικές από τις επιστολές υπάρχουν στο περιθώριο και σημειώσεις της Ντόρα Ντάιαμαντ, με την οποία συνδέθηκε ο Κάφκα τον τελευταίο χρόνο της ζωής του. Γράφει η Ντόρα στον Κλόπστοκ: «Οι γιατροί εδώ δεν έχουν άλλες επιλογές. Παρέδωσαν τα όπλα. Η απελπισία με κάνει να σκέφτομαι ότι ίσως η ομοιοπαθητική ή κάτι παρόμοιο μπορεί να βοηθήσει. Δεν χάνουμε τίποτα να δοκιμάσουμε. Η κλινική όπου βρίσκεται ο Φραντς είναι τρομακτική. Θα επιταχύνει το τέλος του. Είναι σε ένα δωμάτιο με δύο άτομα σε απελπιστική κατάσταση. Τα κρεβάτια είναι στριμωγμένα παράλληλα το ένα δίπλα στ' άλλο. Δεν μπορεί να φάει, δεν μπορεί να μιλήσει, Ρόμπερτ, βοήθεια, συμβούλεψέ με τι να κάνω;».

Τα γράμματα και οι κάρτες είναι γραμμένα με μαύρο και μπλε μελάνι αλλά και με μολύβι. Τελευταία φορά που εκτέθηκε προς πώληση ιδιόχειρο κείμενο του Κάφκα, ήταν το 2001 στο Βερολίνο. Επρόκειτο για ένα γράμμα ήδη δημοσιευμένο, το οποίο πωλήθηκε στην τιμή των 45.000 ευρώ.

ΜΑΝΩΛΗΣ ΠΙΜΠΛΗΣ

Logo : Schaffhauser Nachrichten 06. Mar. 03

Kafkas Briefe

Sieben unveröffentlichte Briefe von Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind im Nachlass von Kafkas «letztem Freund», dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock. Daneben umfasst der Nachlass, der für rund 1,8 Mio. Franken erworben werden kann, 15 Kafka-Briefe, die nur zum Teil publiziert wurden. Die Korrespondenz stammt aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchtet dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant.

Logo : Hargita Megyei Kulturális Központ 06. Mar. 03

Publikálatlan Kafka-levelek.

Franz Kafka író hét, eddig nem publikált levelét kínálja eladásra a bécsi Inlibris antikvárium Robert Klopstock magyar származású amerikai orvos hagyatékából.

Az 1883-ban született Kafka életének utolsó négy évébõl származó leveleket „utolsó barátjának", Robert Klopstock orvosnak és irodalmárnak írta, s bennük elsõsorban Klopstockhoz fûzõdõ viszonyáról van szó.

A hagyatékban, amely 1,2 millió euróért kapható, ezenkívül van további 14 Kafka-levél, amelyet teljes szövegben még nem tettek közzé, továbbá Klopstock számos kézirata mellett az orvos Thomas Mann íróval és Albert Einstein fizikussal folytatott levelezésének számos darabja. A prágai születésû Kafka 1924-ben Bécsben halt meg, Robert Klopstock - aki orvosként a tuberkulózis kutatásával foglalkozott - 1972-ben New Yorkban hunyt el.

Logo : Denník SME 05. Mar. 03

Sedem listov Kafku

VIEDE? - Sedem nikdy nezverejnených listov slávneho pražského spisovate?a Franza Kafku sa dá v sú?asnosti kúpi? vo Viedni. Listy pochádzajú z pozostalosti Kafkovho posledného priate?a, ma?arského lekára a literáta Roberta Klopstocka.

Ako potvrdil Hugo Wetscherek z viedenského antikvariátu, ktorý predaj organizuje, obsahuje ponúkaná Klopstockova písomná pozostalos? 15 listov od Kafku, z ktorých niektoré už boli publikované.

Celý súbor pozostalosti lekára Klopstocka, zahr?ujúci aj jeho korešpondenciu s Thomasom Mannom a Albertom Einsteinom, má vyvolávaciu cenu 1,2 milióna eur. Korešpondencia pochádza pod?a Wetschereka z posledných štyroch rokov Kafkovho života a vysvet?uje jeho vz?ah ku Klopstockovi a k jeho životnej družke Dore Diamantovej.

Kafka zomrel 3. júna 1924 v sanatóriu Kierling pri Viedni, Klopstock po celkom úspešnej kariére lekára a výskumníka pod?ahol v roku 1972 v New Yorku tuberkulóze p?úc.

(?tk)

Logo : Frankfurter Allgemeine Zeitung 05. Mar. 03

Ein Jude und überdies deutsch und überdies krank

[Aus Urheberrechtsgründen verweisen wir auf <http://fazarchiv.faz.net>.]

Hans-Gerd Koch / Hanns Zischler

Logo : The Times 05. Mar. 03

Kafka's tortured trial revealed as his final letters go on sale

Unpublished letters and postcards that shed light on the final, tortured years of Franz Kafka have gone on sale at a Viennese antiquarian book shop for £800,000.

The letters, which were written between 1921 and 1924, when the writer died of tuberculosis, were addressed to his closest friend, Robert Klopstock, an Hungarian doctor and writer.

A total of 38 letters and cards written in a scrawled German hand are for sale. Seven have never been published and a further 14 have had only extracts published.

"The mere fact that these letters are original Kafka letters makes the find extraordinary," Dr Alfred Schmidt, of the Austrian National Library, said. "Kafka is a writer whose life and everything he wrote has been so thoroughly researched that every line that he wrote is significant."

Scribbled across many of the letters are notes by Kafka's lover, Dora Diamant, whom he met and fell in love with in 1923. Just before Kafka's death in June 1924 in a sanatorium at Kierling, near Vienna, she wrote: "The doctors here have no more options. They have absolutely given up. Desperation made me think that maybe homoeopathy or something similar might help. There is nothing to lose.

"The clinic where Franz is is terrible. It is going to speed up his end. He is in a room with two people who are in a terrible state. The beds are packed alongside each other. He can't eat, can't speak, Robert, help, give me advice what to do?"

Hugo Wetscherek, of the Inlibris bookshop, which is playing host to the sale of the collection, said: "We have a mixture of letters and postcards. Experts believe that he used the postcards because they were cheaper than letters and he did not have much money. The letters and postcards are written in black and blue ink as well as pencil. The postcards are written on each side and therefore the length in average equals those of his letters."

The last Kafka sale featured a single, already published letter that fetched £30,000 in Berlin in 2001.

Kafka was born in 1883 in Prague, the eldest child of a wealthy Jewish shopkeeper. From an early age he felt isolated from his family, rarely seeing his mother and fearful of failing to please his father. He had complicated relationships with various women, including Felice Bauer, to whom he was engaged twice but never married.

In 1923 he met the Polish-born Dora Diamant and the couple moved to Berlin. She stayed near by during Kafka's various stays in hospital and was with the writer when he died. Just before his death, Kafka asked Diamant's father for permission to marry her, but was refused.

Kafka became famous for his essays and short stories such as Die Verwandlung (1916, The Metamorphosis), Der Prozess (1925, The Trial) and Das Schloss (1926, The Castle).

From Irene Zoech in Vienna

Logo : 3sat online 05. Mar. 03

Unbekannte Kafka-Briefe

Im Wiener Antiquariat "Inlibris" werden unbekannte und bisher unveröffentlichte Briefe des Schriftstellers Franz Kafka zum Verkauf angeboten. Es handelt sich um 38 Briefe, Postkarten und Autographen aus dem Nachlass von Kafkas "letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock. Im Konvolut enthalten sind sieben Briefe, die bisher noch nie veröffentlicht wurden, 14 weitere waren bisher in wichtigen Passagen gekürzt abgedruckt. Für den Kaufpreis von 1,2 Millionen Euro kann der Nachlass am 21. März erworben werden. Die deutsche Kulturstiftung der Länder dementierte Meldungen über ihr Engagement beim Ankauf für das Marbacher Literaturarchiv. Angesichts der Höhe des Ankaufspreises sei man zu dem Schluss gekommen, nicht zu kaufen.

Logo : Neue Zürcher Zeitung 05. Mar. 03

Der letzte Freund

Unbekannte Briefe Kafkas angeboten

«Es ist ja alles nur verhältnismässig», schreibt Franz Kafka im November 1921 in einem Brief an Robert Klopstock, «was für eine schreckliche Krankheit wäre z. B. die Liebe, wenn sie nicht allgemein üblich wäre.» Die Leiden des Lebens und der Lunge teilt Franz Kafka in seinen letzten Jahren mit dem ungarischen Medizinstudenten, den er 1921 als ebenfalls Lungenkranken im Sanatorium Matliary in der Tatra kennen lernt. Am Ende eilt Robert Klopstock noch zum Totenbett des Dichters nach Kierling, dazwischen liegen kurze Jahre einer tiefen Freundschaft. Robert Klopstock emigriert 1938 nach Amerika, er wird anerkannter Spezialist für Lungentuberkulose. Als er 1972 stirbt, hinterlässt er eine Korrespondenz, in der sich Briefe von Thomas Mann, Franz Werfel, Albert Einstein und Salmann Schocken finden und jenes berührende Konvolut mit der Handschrift Franz Kafkas, das das Wiener Antiquariat Inlibris jetzt zum stolzen Preis von 1,2 Millionen Euro anbietet. Inlibris gibt auch ein aufwendig gestaltetes Katalogbuch heraus, das überdies die weitgehend unbekannte Biographie des «verrückten Dr. Klopstock», wie Max Brod ihn nannte, nachzeichnet.

Das angebotene Kafka-Konvolut besteht aus 38 Briefen, von denen 7 gänzlich unpubliziert sind, 14 weitere sind in der Edition Max Brods um wichtige Passagen gekürzt worden. An Kafkas Briefe aus dem letzten Stadium seiner Lungenkrankheit fügt Dora Diamant, die einzige Frau, mit der der Dichter je gewohnt hat, verzweifelte Aufrufe an: «Robert! Helfen was zu helfen ist. Die Medizin-Ärzte sind am Ende ihrer Macht. (. . .) Die Klinik in der Franz kommt, ist entsetzlich. Sie wird sein Ende beschleunigen.» Vom Sanatorium Wienerwald kommt Kafka kurz darauf in die Wiener Universitätsklinik, danach ins Sanatorium Dr. Hoffmann in Kierling. Kafka korrigiert die Druckfahnen seines letzten Buches, «Ein Hungerkünstler». Im April 1924 wiegt der Dichter nur noch «49 Kilogramm in Winterkleidern». Er stirbt am 3. Juni, Robert Klopstock sitzt an seinem Krankenbett. Er ist jener Freund, «in dessen Armen Kafka gestorben» ist, wie Klaus Mann in seinem Tagebuch notiert.

Paul Jandl

Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Mit kommentierter Erstveröffentlichung von 38 teilweise ungedruckten Briefen Franz Kafkas. Bearbeitet von Christopher Frey und Martin Peche, herausgegeben von Hugo Wetscherek. Inlibris, Wien 2003. 312 S., Euro 65.-.

Logo : Deutschlandfunk, Kultur heute 04. Mar. 03

Kafkas letzter Arzt

Der Biograph Reiner Stach zu neu entdeckten Briefen
In Wien steht demnächst der Nachlass des ungarischen Arztes und Literaten Robert Klopstock zum Verkauf. Das verschollen geglaubte Konvolut wird für 1,2 Mio Euro angeboten. Bedeutsam ist es, weil es u.a. sieben ganz unveröffentlichte Briefe Franz Kafkas enthält, der Klopstock im Lungen-Sanatorium Matliary in der Hohen Tatra kennen lernt.
Reiner Stach im Gespräch

Fischer: Der Medizinstudent Klopstock wurde zum letzten Freund des Dichters und Begleiter seiner letzten Stunden, heute würde man sagen, sogar sein Sterbehelfer. Am 3. Juni 1924 starb Franz Kafka in einer Wiener Klinik an Schwindsucht. Robert Klopstock hat später als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose Karriere gemacht. Er hatte Kontakt zu Albert Einstein und Thomas Mann, dessen Sohn Klaus er schon Ende der 30er Jahre in Budapest von den Drogen wegzubringen versuchte. Eine durchaus schillernde Figur also, über deren Korrespondenz mit Kafka zuerst in der Ausgabe der Briefe zu lesen war, die Max Brod 1958 veröffentlichte. Ich habe den Kafka-Biographen und Experten Rainer Stach gefragt, ob die jetzt an die Öffentlichkeit gelangten Briefe oder Brieffragmente dem Wesentliches hinzufügen.

Stach: Also es ist ja so, dass die letzten Lebensjahre Kafkas ohnehin sehr schlecht dokumentiert sind im Verhältnis zum Beispiel zu den Kriegsjahren oder der Verlobungszeit mit Felice Bauer. Insofern ist es aus biographischer Sicht sehr spannend, wenn eine Figur, die man bisher nur schemenhaft gekannt hat, nämlich diesen Robert Klopstock, wenn man über den nun sinnliche Details erfährt, wie er zum Beispiel ausgebildet wurde, dass er schon Kriegserlebnisse hinter sich hatte, als er Kafka kennen gelernt hatte, und vor allem auch, dass er sehr intensive literarische Interessen hatte, was bisher auch nicht so bekannt war. Andrerseits muss ich sagen, mir ist aufgefallen, an den Verzeichnissen, die da bisher bekannt geworden sind aus dem Nachlass, dass leider damit auch eine Enttäuschung verbunden ist, und zwar hatten wir uns eigentlich erhofft, dass die sogenannten Gesprächszettel, die Kafka in den letzten Wochen und Monaten seines Lebens geschrieben hat, auch in dem Nachlass eigentlich enthalten sein müssten. Kafka hat in den letzten Wochen oft statt zu sprechen, weil es ihm sehr geschmerzt hat, zu sprechen, eben sich schriftlich verständigt, und von diesen Gesprächszetteln sind etwa 100 publiziert worden. Max Brod hat aber immer gesagt, dass diese 100 publizierten Zettel nur eine kleine Auswahl seien von denen, die wirklich vorhanden sind. Und nun stellt sich leider heraus, dass diese Gesprächszettel nicht im Klopstock-Nachlass enthalten sind. Das ist also schon etwas, was mir Sorgen macht, weil das bedeuten könnte, dass sie doch letztendlich verloren sind.

Fischer: Kafka war in dieser Zeit - das wird auch immer hervorgehoben - moribund. Er war sozusagen zum Tode verurteilt. Er hat ja auch in seinen Aufzeichnungen immer mal wieder über seine Krankheit und den Tod gesprochen. Was erhellt daraus über ihn, über die Figur Kafka in den letzten Jahren?

Stach: Man kann schon daraus entnehmen, dass Kafka leben wollte. Kafka war zwar sehr häufig suizidgefährdet. Es gab immer wieder Phasen schwerster Depressionen in seinem Leben, wo er auch mit dem Gedanken gespielt hat, jetzt ein Ende zu machen, aber ganz bestimmt in den letzten beiden Jahren war es nicht so. Das hat er teilweise eben diesem Robert Klopstock zu verdanken, der sich sehr um Kafka gekümmert hat und ihm wirklich sozusagen Lebensenergie eingeflößt hat, aber er hat es auch seiner letzten Freundin Dora Diamant zu verdanken. Diese beiden Personen, Dora Diamant und Robert Klopstock, die die beiden wichtigsten Personen sind, um die es in diesem Nachlass geht, haben dafür gesorgt, dass Kafka einen neuen Lebenswillen entwickelt hat. Es ist vielleicht ein bisschen anders, als wie man das glaubt, wenn man eben die letzten Texte von ihm liest. Der Hungerkünstler ist ja zum Beispiel im Grunde auch eine Suizidgeschichte, also jemand, der aufhört zu essen. Aber das ist Literatur, und Kafka hätte es wahrscheinlich gar nicht gut gefunden, wenn man diese asketische Figur eins zu eins mit ihm identifiziert hätte.

Durak: Bis zu fünf Briefe hat Kafka täglich im Jahr 1920 an Milena geschrieben, fast immer aber einen. Im Vergleich dazu handelt es sich bei den Briefen an Klopstock also nicht um das Allerwichtigste seines Schreibens. Wer könnte sich heute für ein Konvolut zu einem solchen Preis, 1,2 Millionen, interessieren?

Stach: Wie gesagt, das Bild, das wir von Kafka aus den letzten Wochen und Monaten seines Lebens haben, könnte sich schon leicht verschieben. Es ist ja so, dass Max Brod einen Teil dieser Briefe schon veröffentlicht hat, aber er ist dabei sehr tendenziös vorgegangen, also er hat zum Beispiel bestimmte Figuren, die in der Korrespondenz vorkommen, völlig eliminiert. Auch Äußerungen Kafkas politischer Natur sind eliminiert worden. Jetzt hat man sozusagen mehr Facetten. Man sieht jetzt die ganze Situation nicht nur aus Kafka-Sicht. Man sieht sie auch aus der Sicht Klopstocks, aus der Sicht von Dora Diamant, und dadurch wird das ganze Setting, was sich in den letzten Monaten aufgebaut hat, sozusagen dreidimensional, könnte man sagen, also für den Biographen ist das schon sehr spannend. Aber natürlich 1,2 Millionen ist ein Preis, über den man wirklich, wie die Marbacher auch sagen, nicht mehr verhandeln kann. Da wird ein Präzedenzfall geschaffen. Das ist ein Preis, der nicht mehr rational ist. Man muss bedenken, es sind 38 Autographen von Kafkas Hand, und selbst wenn man noch in Betracht zieht, dass da noch eins, zwei Thomas-Mann-Briefe und Albert-Einstein-Briefe dabei sind, wenn man das durchkalkuliert, dann kommt man auch 25.000 Euro pro Autograph, und das kann natürlich als Steuergelder nicht mehr aufgebracht werden. Jetzt droht natürlich dasselbe Debakel, was wir Ende der 80er Jahre mit den Briefen an Felice Bauer schon mal erlebt haben, dass hier einfach hier ein privater Sammler, der sich das leisten kann, zuschlägt, und dann verschwindet dieser Nachlass ein für allemal in irgendeinen privaten Safe, gekauft von einem anonymen Sammler, und dann ist es weg. Die Situation haben wir jetzt also wieder.

Fischer: Vielen Dank für das Gespräch.

Logo : Novinky 04. Mar. 03

Kafkovy dopisy nabízejí ve Vídni

Celkem sedm dosud nezve?ejn?ných dopis? slavného pražského spisovatele Franze Kafky je nabízeno k prodeji ve Vídni. Dopisy pocházejí z poz?stalosti Kafkova "posledního p?ítele", ma?arského léka?e a literáta Roberta Klopstocka.

RAKOUSKO/ITÁLIE - Klopstockova písemná poz?stalost obsahuje celkem 15 dopis? od Kafky, z nichž n?které publikovány už byly a dále léka?ovu korespondenci s Thomasem Mannem a Albertem Einsteinem. Vyvolávací cena celého souboru je 1,2 miliónu eur, ?ekl Hugo Wetscherek z víde?ského antikvariátu, který prodej organizuje.

Korespondence pochází podle Wetschereka z posledních ?ty? let Kafkova života a osv?tluje jeho vztah ke Klopstockovi a jeho životní družce Do?e Diamantové. Kafka zem?el 3. ?ervna 1924 v sanatoriu Kierling u Vídn?, Klopstock po celkem úsp?šné karié?e léka?e a výzkumníka podlehl v roce 1972 v New Yorku tuberkulóze plic.

Logo : Diario UNO Entre Ríos / La Isla 04. Mar. 03

Cartas inéditas de Kafka

Los escritos forman parte del legado del "último amigo" de Kafka, el médico y literato húngaro Robert Klopstock, confirmó Hugo Wetscherek, de la tienda de antigüedades vienesa Inlibris.

Siete cartas inéditas del escritor de origen checo Franz Kafka (18831924) serán ofrecidas a la venta en Viena por un anticuario especializado en manuscritos de personalidades. Los escritos forman parte del legado del "último amigo" de Kafka, el médico y literato húngaro Robert Klopstock, confirmó Hugo Wetscherek, de la tienda de antigüedades vienesa Inlibris. Además, el legado, que se estima podría ser adquirido por alrededor de 1,2 millones de dólares, contiene 15 cartas de Kafka que, en parte, ya fueron publicadas. De acuerdo a la información, la correspondencia proviene de los últimos cuatro años de la vida de Kafka y aporta luz a la relación del escritor con Klopstock y su compañera sentimental, Dora Diamant.

Kafka murió el 3 de junio de 1924 en el sanatorio de Kierling, en Viena y Klopstock falleció de tuberculosis tras una carrera como médico e investigador en 1972 en Nueva York. Su legado contiene, además de manuscritos propios, intercambios epistolares con Thomas Mann y Albert Einstein.

Su padre, un comerciante, fue una figura dominante cuya influencia impregnó la obra de su hijo y que, según él mismo, agobió su existencia. En Carta al padre, escrita en 1919, pero publicada, como casi toda su obra, póstumamente, Kafka expresa sus sentimientos de inferioridad y de rechazo paterno. A pesar de esta grave incompatibilidad, vivió con su familia la mayor parte de su vida y no llegó a casarse, aunque estuvo prometido en dos ocasiones. Su difícil relación con Felice Bauer, una joven alemana a la que pretendió entre 1912 y 1917, puede ser analizada en Cartas a Felice (1967). La obra de Franz Kafka, impregnada de su vida atormentada es considerada como anticipatoria de las angustias de la vida moderna.

Logo : El Comercio 04. Mar. 03

Últimas cartas de Kafka

Viena. (dpa) Un anticuario especializado en manuscritos de personalidades ofrece en Viena siete cartas inéditas del escritor de origen checo Franz Kafka (1883-1924). Los escritos forman parte del legado del "último amigo" de Kafka, el médico y literato húngaro Robert Klopstock, según confirma Hugo Wetscherek, propietario de la tienda de antigüedades vienesa Inlibris.

Además, el legado, que se estima podría ser adquirido por alrededor de 1,2 millones de dólares, contiene 15 cartas de Kafka que ya fueron publicadas en parte. De acuerdo a la información, la correspondencia proviene de los últimos cuatro años de la vida del escritor y aportan luz a la relación del escritor con Klopstock y su compañera sentimental Dora Diamant. Su legado contiene, además de manuscritos propios, intercambios epistolares con Thomas Mann y Albert Einstein.

Como se sabe, el autor de "La Metamorfosis" murió el 3 de junio de 1924 en el sanatorio de Kierling, en Viena. Su amigo Klopstock falleció de tuberculosis mucho tiempo después, tras una carrera como médico e investigador en 1972 en Nueva York.

 

Logo : La Jornada 04. Mar. 03

Ofrecen a la venta, en Viena, siete cartas inéditas de Franz Kafka

Pertenecen al legado de Robert Klopstock, amigo del escritor

 Viena, 3 de marzo. Siete cartas inéditas del escritor de origen checo Franz Kafka (1883-1924) fueron puestas a la venta por un anticuario en Viena.

Los escritos son parte del legado del ''último amigo" de Kafka, el médico y literato húngaro Robert Klopstock, confirmó hoy Hugo Wetscherek, de la tienda de antigüedades Inlibris.

El legado, que se estima podría ser adquirido por cerca de 1.2 millones de dólares, contiene 15 cartas de Kafka que ya fueron publicadas en parte.

La correspondencia proviene de los últimos cuatro años de la vida de Kafka y aporta luz a la relación del escritor con Klopstock y su compañera sentimental Dora Diamant.

Kafka murió el 3 de junio de 1924 en el sanatorio de Kierling, en Viena. Klopstock, médico e investigador, falleció de tuberculosis en Nueva York, en 1972.

 

 

 

DPA

Logo : El Universal 04. Mar. 03

Venden en Austria siete cartas de Kafka

La correspondencia alude a su amistad con el médico y literato húngaro Robert Klopstock

VIENA. Siete cartas inéditas del escritor de origen checo Franz Kafka (1883-1924) fueron puestas en venta en Viena por un anticuario especializado en manuscritos de personalidades.

Los escritos forman parte del legado del "último amigo" de Kafka, el médico y literato húngaro Robert Klopstock, confirmó hoy Hugo Wetscherek, de la tienda de antigüedades vienesa Inlibris.

Además, el legado, que se estima podría ser adquirido por alrededor de 1.2 millones de dólares, contiene 15 cartas de Kafka que ya fueron publicadas en parte.

De acuerdo con la información, la correspondencia proviene de los últimos cuatro años de la vida de Kafka y aportan luz a la relación del escritor con Klopstock y su compañera sentimental Dora Diamant.

Kafka murió el 3 de junio de 1924 en el sanatorio de Kierling, en Viena. Klopstock falleció de tuberculosis tras una carrera como médico e investigador en 1972 en Nueva York.

Su legado también contiene manuscritos e intercambios epistolares con Thomas Mann y Albert Einstein.

 

(DPA)

Logo : Rzeczpospolita 04. Mar. 03

Nieznane listy Kafki

W wiede?skim antykwariacie Inlibris wystawiono na sprzeda? 15 listów Franza Kafki, w?ród nich siedem dot?d niepublikowanych. Pochodz? one z ostatnich czterech lat ?ycia pisarza. Ich adresatem by? lekarz i przyjaciel autora "Zamku", Robert Klopstock. Listy, w których Kafka pisze m.in. o swym zwi?zku z Dor? Diamant, s? do nabycia za 1,2 min. euro (http://www.inlibris.at).

G.S., PAP

Logo : Erdély ma 04. Mar. 03

Publikálatlan Kafka-levelek

Franz Kafka író hét, eddig nem publikált levelét kínálja eladásra a bécsi Inlibris antikvárium Robert Klopstock magyar származású amerikai orvos hagyatékából. Az 1883-ban született Kafka életének utolsó négy évéb?l származó leveleket „utolsó barátjának", Robert Klopstock orvosnak és irodalmárnak írta, s bennük els?sorban Klopstockhoz f?z?d? viszonyáról van szó.

A hagyatékban, amely 1,2 millió euróért kapható, ezenkívül van további 14 Kafka-levél, amelyet teljes szövegben még nem tettek közzé, továbbá Klopstock számos kézirata mellett az orvos Thomas Mann íróval és Albert Einstein fizikussal folytatott levelezésének számos darabja. A prágai születés? Kafka 1924-ben Bécsben halt meg, Robert Klopstock - aki orvosként a tuberkulózis kutatásával foglalkozott - 1972-ben New Yorkban hunyt el.

Logo : Krónika 04. Mar. 03

Publikálatlan Kafka-levelek

Franz Kafka író hét, eddig nem publikált levelét kínálja eladásra a bécsi Inlibris antikvárium Robert Klopstock magyar származású amerikai orvos hagyatékából.

Az 1883-ban született Kafka életének utolsó négy évéb?l származó leveleket „utolsó barátjának", Robert Klopstock orvosnak és irodalmárnak írta, s bennük els?sorban Klopstockhoz f?z?d? viszonyáról van szó.

A hagyatékban, amely 1,2 millió euróért kapható, ezenkívül van további 14 Kafka-levél, amelyet teljes szövegben még nem tettek közzé, továbbá Klopstock számos kézirata mellett az orvos Thomas Mann íróval és Albert Einstein fizikussal folytatott levelezésének számos darabja. A prágai születés? Kafka 1924-ben Bécsben halt meg, Robert Klopstock - aki orvosként a tuberkulózis kutatásával foglalkozott - 1972-ben New Yorkban hunyt el.

Logo : Frankfurter Rundschau 04. Mar. 03

Unveröffentlichte Briefe von Franz Kafka

Versteigerungen

WIEN. Sieben unveröffentlichte Briefe von Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas "letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock, bestätigte Hugo Wetscherek von einem Wiener Antiquariat. Daneben umfasse der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden könne, 15 Kafka-Briefe, die bisher nur zum Teil publiziert wurden. Die Korrespondenz stammt nach diesen Informationen aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchte dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant. Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. 

 

dpa

Logo : Badische Zeitung 04. Mar. 03

Kafka-Briefe aufgetaucht

Sieben unveröffentlichte Briefe von Franz Kafka werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie stammen aus dem Nachlass eines Kafka-Freundes, des Arztes und Literaten Robert Klopstock.

(dpa)

Logo : Südwest Presse 04. Mar. 03

Kafkas Briefe an seine Freundin Dora

LITERATUR / Nachlass wird in Wien angeboten

WIEN Sieben unveröffentlichte Briefe von Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas Freund, dem ungarischen Arzt Robert Klopstock. Daneben umfasst der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden kann, 15 Kafka-Briefe, die bisher nur zum Teil publiziert wurden. Die Korrespondenz stammt aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchtet dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant. Kafka war 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York.  

(dpa)

Logo : Neues Volksblatt 04. Mar. 03

Kafka-Briefe für Millionen

Sieben unveröffentlichte Briefe von Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas „letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock. Daneben umfasst der Nachlass, der für 1,2 Mio. Euro erworben werden kann, 14 bisher nur teilweise publizierte Briefe des Schriftstellers. Die Korrespondenz stammt nach den Angaben des Wiener Antiquariats Inlibris aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchtet sein Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant, die ihn gemeinsam mit Klopstock bis zu seinem Tod betreute. Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien an Kehlkopftuberkulose gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. Sein Nachlass enthält neben eigenen Manuskripten auch seine Briefwechsel mit Thomas Mann und Albert Einstein.

Logo : Frankfurter Allgemeine Zeitung 04. Mar. 03

Lieber Klopstock!

[Aus Urheberrechtsgründen verweisen wir auf <http://fazarchiv.faz.net>.]

dpa

Logo : Berliner Morgenpost 04. Mar. 03

"Töten Sie mich, sonst sind Sie ein Mörder!"

Kafkas unbekannte Briefe an Robert Klopstock, in dessen Armen er starb

Seinen letzten Freund lernte Franz Kafka erst als Kranker kennen. Es war 1921 im Sanatorium Matliary in der Hohen Tatra. Auch der ungarische Medizinstudent Robert Klopstock litt an Tuberkulose. Das Leiden und die jüdische Herkunft hatten seinen Ausschluss vom Studium in Budapest bewirkt. Die Sympathie zwischen Kafka und dem literarisch interessierten Klopstock war wechselseitig. Der Ältere versuchte dem Jüngeren, wo immer möglich, zu helfen. Zeitweise durfte Klopstock sogar in der väterlichen Wohnung am Altstädter Ring Quartier beziehen. Der "Mediciner" wiederum, so nannte ihn Kafka, war ein Bindeglied zu den übrigen Patienten und zur Außenwelt.

Max Brods Briefausgabe von 1958 hat nicht alle Schreiben Kafkas an Klopstock abgedruckt. Im Nachlass Robert Klopstocks und seiner 1995 verstorbenen Frau Giselle sind 38 Schreiben Kafkas aufgetaucht, davon sieben unbekannte, die übrigen waren um zum Teil bedeutsame Zusätze gekürzt. Der Wiener Antiquar Hugo Wetscherek bietet das verschollen geglaubte Konvolut zum Preis von 1,2 Millionen Euro an. In wenigen Tagen wird ein wissenschaftlich aufwändiger Katalog samt kommentierter Edition der Briefe publiziert (Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Bearbeitet von Christopher Frey und Martin Peche. Hg. Hugo Wetscherek. Wien, Inlibris 2003, 312 S., 65 Euro). Der Band erhellt das Bild jenes Mannes, der laut Ernst Pawel, dem Biografen Kafkas, zuletzt dessen "Vater, Richter und Gott" geworden war.

1937 sollte Robert Klopstock übrigens Klaus Mann bei seiner Drogenentziehungskur in Budapest betreuen. Dank der Unterstützung von Thomas Mann und Albert Einstein gelangte der Emigrant 1938 in die Vereinigten Staaten, wo er als Universitätsprofessor eine beachtliche Karriere machte. Der freundschaftlich-therapeutische Verkehr mit der Familie Mann endete mit Klaus Manns Selbstmord 1949. In den Tagebüchern des Vaters findet sich die Eintragung: "Das Gift, Entwöhnungsmittel zugleich, hat er von dem idiotischen Klopstock erhalten." Robert Klopstock als Sterbehelfer? Im Falle Kafkas ist er es jedenfalls in des Begriffs schönstem, tiefstem Sinn gewesen.

Kafkas letzte irdische Station war das Sanatorium Dr. Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg. Kurz zuvor hatte er den alarmierten Freund beschworen, ihn nicht zu besuchen: "Robert, lieber Robert, keine Gewalttaten, keine plötzliche Wiener Reise." Naturgemäß ist Robert Klopstock trotzdem, Anfang Mai 1924, in Kierling aufgetaucht - zum Glück und Segen für den Moribunden. Längst ging es bloß darum, dem Sterbenskranken das Sterben zu erleichtern. Der Schwindsüchtige wog nur 45 Kilo. Da die Schmerzen unerträglich geworden waren, flehte Kafka den Freund an: "Töten Sie mich, sonst sind Sie ein Mörder!" Man verabreichte ihm Pantopon. Als sich Klopstock vom Bett erhob - er wollte die Spritze reinigen -, bat Kafka: "Gehen Sie nicht fort." Auf Klopstocks Antwort "Ich gehe ja nicht fort" erwiderte er: "Aber ich gehe fort." Franz Kafka schloss die Augen. Er starb an Herzlähmung. Es war der 3. Juni 1924.

 

Ulrich Weinzierl

Logo : Die Welt 04. Mar. 03

Töten Sie mich, sonst sind Sie ein Mörder!

Neue Briefe Franz Kafkas an Robert Klopstock, den Mann, in dessen Armen er starb

Wien - Seinen letzten Freund lernte Franz Kafka erst als Kranker kennen. Es war 1921 im Sanatorium Matliary in der Hohen Tatra. Auch der ungarische Medizinstudent Robert Klopstock, "ein großer, starker, breiter, rotwangiger, blonder Mensch", wie ihn Kafka Max Brod gegenüber beschrieb, litt an Tuberkulose. Das Leiden und die jüdische Herkunft hatten seinen Ausschluss vom Studium in Budapest bewirkt.

Die Sympathie zwischen Kafka und dem literarisch interessierten Klopstock war wechselseitig. Der Ältere versuchte, dem Jüngeren wo immer möglich zu helfen - materiell, durch Lektürevorschläge und indem er ihm einen Studienplatz an der Prager Karlsuniversität verschaffte. Zeitweise durfte Klopstock sogar in der väterlichen Wohnung am Altstädter Ring Quartier beziehen. Der "Mediciner" wiederum, so nannte ihn Kafka, war ein wichtiges Bindeglied zu den übrigen Patienten in Matliary und zur Außenwelt.

Brods Briefausgabe von anno 1958 hat nicht alle Schreiben Kafkas an Klopstock abgedruckt. Im Nachlass Robert Klopstocks und seiner 1995 verstorbenen Frau Giselle sind 38 Schreiben Kafkas aufgetaucht, davon sieben unbekannte, die übrigen waren um zum Teil bedeutsame Zusätze gekürzt. Der Wiener Antiquar Hugo Wetscherek bietet das verschollen geglaubte Konvolut zum Preis von 1,2 Millionen Euro an. In wenigen Tagen wird ein wissenschaftlich aufwändiger Katalog samt kommentierter Edition der Briefe publiziert (Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstocks 1899 - 1972. Bearbeitet von Christopher Frey und Martin Peche. Hgg. von Hugo Wetscherek. Wien, Inlibris. 312 S., 65 Euro). Der Band erhellt das Bild jenes Mannes, der laut Ernst Pawel, dem Biografen Kafkas, zuletzt dessen "Vater, Richter und Gott" geworden war.

Später sollte Robert Klopstock übrigens Klaus Mann bei seiner Drogenentziehungskur, 1937 in Budapest, betreuen. Dank Unterstützungserklärungen von Thomas Mann und Albert Einstein (auch diese Originalschriftstücke sind in den Materialien enthalten) gelangte der Emigrant im Jahr 1938 in die Vereinigten Staaten, wo er als Universitätsprofessor und Lungenspezialist eine beachtliche Karriere machte. Der freundschaftlich-therapeutische Verkehr mit der Familie Mann endete mit Klaus Manns Selbstmord 1949. In den Tagebüchern des Vaters findet sich die mysteriöse Eintragung: "Das Gift, Entwöhnungsmittel zugleich, hat er von dem idiotischen Klopstock erhalten". Robert Klopstock als Sterbehelfer? Im Falle Kafkas ist er es jedenfalls in des Begriffs schönstem, tiefstem Sinn gewesen.

Zu den interessantesten der bis dato unveröffentlichten Briefe zählt jener vom November 1921, in dem Kafka auch einen Mitpatienten, den Zahnarzt Dr. Glauber (er erlag der Schwindsucht 1923 in Matliary) anspricht: "Und die Gesundheit? Noch immer der angefressene Apfel? Angefressen von Liebe oder Krankheit? Es ist ja alles nur verhältnismässig; was für eine schreckliche Krankheit wäre z. B. die Liebe, wenn sie nicht allgemein üblich wäre". Die schreckliche Krankheit Liebe hat der lebenslang liebeskranke Franz Kafka in ihrer harmlosesten, erfreulichsten Form mit der jungen, aus Polen stammenden Ostjüdin Dora Diamant schätzen gelernt. Mit ihr lebte er in Berlin zusammen, sie begleitete ihn bis zum Tod. In einem, von Brod unterdrückten, Nachsatz Dora Diamants zum Brief von 26. 1. 1924 heißt es, sie sei "manchmal ein bisschen neidisch, wenn der Franz so schöne lange Briefe bekommt, und ich garnicht gemeint bin". Die Eifersucht trat bald in den Hintergrund, denn der Zustand des Geliebten wurde immer bedrohlicher. Als Franz Kafka in der Wiener Laryngologischen Universitätsklinik des Schnitzler-Schwagers Marcus Hajek lag, richtete Dora einen erschütternden, von Brod ebenfalls gestrichenen Appell an Klopstock: "Robert! Helfen was zu helfen ist! Die Medizin-Ärzte sind am Ende ihrer Macht. Absolut aufgegeben. [...] Die Klinik in der (!) Franz kommt, ist entsetzlich. Sie wird sein Ende beschleunigen. Er liegt mit zwei schrecklich leidenden Menschen (Auch Kehlkopf mit Apparaten) in einer Zelle. Bett an Bett. Er kann nicht essen, nicht sprechen Robert helfen! Raten was anfangen."

Professor Hajek konnte und wollte für Kafka offenbar nicht mehr viel unternehmen. Als Franz Werfel für Kafka wegen besserer Behandlung intervenierte, habe Hajek die seither in der Kafka-Biografik geflügelten Worte gesprochen: "Da schreibt mir ein gewisser Werfel, ich soll etwas für einen gewissen Kafka tun. Wer Kafka ist, das weiß ich. Das ist der Patient auf Numero 12. Aber wer ist Werfel?"

Kafkas letzte irdische Station war das Sanatorium Dr. Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg. Kurz zuvor hatte er den alarmierten Freund beschworen, ihn nicht zu besuchen: "Robert, lieber Robert, keine Gewalttaten, keine plötzliche Wiener Reise, Sie kennen meine Angst vor Gewalttaten und fangen doch immer wieder an."

Naturgemäß ist Robert Klopstock trotzdem, Anfang Mai 1924, in Kierling aufgetaucht - zum Glück und Segen für den Moribunden. Bei ihm sei er, berichtete Kafka den Eltern, aufgehoben "wie in den Armen des Schutzengels", Dora und Robert bildeten seine "kleine Familie". Längst ging es bloß darum, dem Sterbenskranken das Sterben zu erleichtern. Der Schwindsüchtige wog nur 45 Kilo.

Da die Schmerzen unerträglich geworden waren, flehte Kafka den Freund an: "Töten Sie mich, sonst sind Sie ein Mörder!" Man verabreichte ihm Pantopon. Als sich Klopstock vom Bett erhob - er wollte die Spritze reinigen -, bat Kafka: "Gehen Sie nicht fort". Auf Klopstocks Antwort "Ich gehe ja nicht fort" erwiderte er: "Aber ich gehe fort." Franz Kafka schloss die Augen. Er starb an Herzlähmung. Es war der 3. Juni 1924.

 

Ulrich Weinzierl

Logo : Süddeutsche Zeitung 04. Mar. 03

Der Aufstieg der Briefe in den Olymp

Kunstmarkt gegen Philologie: In Wien sollen achtunddreißig bisher nur in Auszügen bekannte Briefe Franz Kafkas versteigert werden

[Aus Urheberrechtsgründen verweisen wir auf <www.sz-archiv.de>.]

Lothar Müller

Logo : Diario C 03. Mar. 03

Saldrán a la venta cartas inéditas de Kafka

Viena, 3 de marzo (Télam-SNI). - Siete cartas inéditas del escritor de origen checo Franz Kafka (1883-1924) serán ofrecidas a la venta en Viena por un anticuario especializado en manuscritos de personalidades.

Los escritos forman parte del legado del "último amigo" de Kafka, el médico y literato húngaro Robert Klopstock, confirmó este lunes Hugo Wetscherek, de la tienda de antigüedades vienesa Inlibris.

De acuerdo a la información, la correspondencia proviene de los últimos cuatro años de la vida de Kafka y aporta luz a la relación del escritor con Klopstock y su compañera sentimental, Dora Diamant.

(Télam)

Logo : Allgäuer Zeitung 03. Mar. 03

Sieben unveröffentlichte Kafka-Briefe in Wien angeboten

Wien - Sieben unveröffentlichte Briefe des aus Prag stammenden Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas «letztem Freund», dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock, bestätigte Hugo Wetscherek von einem Wiener Antiquariat. Daneben umfasse der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden könne, 15 Kafka-Briefe, die bisher nur zum Teil publiziert wurden.

Die Korrespondenz stammt nach diesen Informationen aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchte dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant. Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. Sein Nachlass enthält neben eigenen Manuskripten auch seine Briefwechsel mit Thomas Mann und Albert Einstein.

(dpa)

Logo : Kölner Stadtanzeiger 03. Mar. 03

Sieben unveröffentlichte Kafka-Briefe in Wien angeboten

Wien - Sieben unveröffentlichte Briefe des aus Prag stammenden Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas "letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock, bestätigte Hugo Wetscherek von einem Wiener Antiquariat. Daneben umfasse der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden könne, 15 Kafka-Briefe, die bisher nur zum Teil publiziert wurden.

 Die Korrespondenz stammt nach diesen Informationen aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchte dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant. Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. Sein Nachlass enthält neben eigenen Manuskripten auch seine Briefwechsel mit Thomas Mann und Albert Einstein.

 

 

Logo : Kleine Zeitung 03. Mar. 03

Unveröffentlichte Kafka-Briefe in Wien angeboten

Wien - Sieben unveröffentlichte Briefe des aus Prag stammenden Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas "letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock, bestätigte Hugo Wetscherek vom Wiener Antiquariat Inlibris.

Daneben umfasse der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden könne, 14 Kafka-Briefe, die bisher nur teilweise publiziert wurden. Die Korrespondenz stammt nach diesen Informationen aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchte dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant.

Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. Sein Nachlass enthält neben eigenen Manuskripten auch seine Briefwechsel mit Thomas Mann und Albert Einstein.

(APA,dpa)

Logo : Salzburger Nachrichten 03. Mar. 03

Unveröffentlichte Kafka-Briefe in Wien angeboten

Sieben unveröffentlichte Briefe des aus Prag stammenden Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas "letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock, bestätigte Hugo Wetscherek vom Wiener Antiquariat Inlibris.

Daneben umfasse der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden könne, 14 Kafka-Briefe, die bisher nur teilweise publiziert wurden. Die Korrespondenz stammt nach diesen Informationen aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchte dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant.

Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. Sein Nachlass enthält neben eigenen Manuskripten auch seine Briefwechsel mit Thomas Mann und Albert Einstein.

 

dae

Logo : ORF online Kultur 03. Mar. 03

Wien: 7 unveröffentlichte Kafka-Briefe angeboten

Sieben unveröffentlichte Briefe des aus Prag stammenden Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) werden in Wien zum Kauf angeboten. Sie sind enthalten im Nachlass von Kafkas "letztem Freund", dem ungarischen Arzt und Literaten Robert Klopstock, bestätigte Hugo Wetscherek von einem Wiener Antiquariat.

Daneben umfasse der Nachlass, der für 1,2 Millionen Euro erworben werden könne, 15 Kafka-Briefe, die bisher nur zum Teil publiziert wurden.

Die Korrespondenz stammt nach diesen Informationen aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und beleuchte dessen Verhältnis zu Klopstock und zu seiner Lebensgefährtin Dora Diamant. Kafka war am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien gestorben. Klopstock starb nach einer Karriere als Mediziner und Erforscher der Lungentuberkulose 1972 in New York. Sein Nachlass enthält neben eigenen Manuskripten auch seine Briefwechsel mit Thomas Mann und Albert Einstein.

Logo :   APA W&B, 3.3.2003 / Rubrik Kultur 03. Mar. 03

Kafka-Briefe: Um 1,2 Mio. Euro in Wiener Antiquariat zu haben

Antiquariat Inlibris bietet Robert Klopstock-Nachlass zum Kauf an

 Wien (OM) - Neues von Franz Kafka: Um 1,2 Millionen Euro bietet ein Wiener Antiquariat den Nachlaß des in der Emigration verstorbenen ungarischen Arztes und Literaten Robert Klopstock seit Anfang dieser Woche zum Kauf an. Unbekannte Briefe von Franz Kafka an Robert Klopstock, die in Max Brods Briefedition fehlen, wurden aus diesem Anlaß erstmals veröffentlicht.

Die Publikation, die den bis zuletzt verschollen geglaubten Nachlaß von Robert Klopstock vorstellt, enthält die kritische Erstedition von 38 bisher teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas an seinen "letzten Freund". Während der 1999 erschienene erste Briefband der kritischen Kafka-Ausgabe in einem Korpus von 377 Briefen und Postkarten - nur 15 bislang unveröffentlichte oder nur auszugsweise gedruckte - bringen kann, finden sich in der Korrespondenz mit Robert Klopstock sieben gänzlich unveröffentlichte und 14 bisher nur unter teils relevanten, bis zu ganzseitigen Auslassungen veröffentlichte Schreiben Kafkas.

Der aus Ungarn stammende Medizinstudent mit literarischen Ambitionen war - wie Klaus Mann in seinen Tagebüchern notierte - derjenige, in "dessen Armen Kafka gestorben" ist. Gemeinsam mit Dora Diamant bildete Robert Klopstock zuletzt die "kleine Familie" Franz Kafkas. Die Korrespondenz stammt aus den letzten vier Lebensjahren Kafkas und erhellt dessen Beziehung zu jenem Freund, der nach Meinung von Kafkas amerikanischem Biographen Ernst Pawel zuletzt "Vater, Richter und Gott für ihn geworden war".

Darüber hinaus gewähren uns die Briefe an Robert Klopstock Einblick in Kafkas enge Verbindung mit der damals fünfundzwanzigjährigen Dora Diamant, der einzigen Frau, mit der er je zusammengelebt hat. Erstmals können wir nun ihre in der Edition Max Brods unterdrückten Nachschriften lesen, mit denen sie die Briefe und Postkarten Franz Kafkas beendete und Robert Klopstock über den Zustand seines Freundes in Kenntnis setzte.

Die sonstigen Nachlaßmaterialien erschließen die weitgehend unbekannte Biographie des 1938 in die Emigration gezwungenen "verrückten Dr. Klopstock" (so nannte ihn Max Brod). Durch kommentierte Beschreibung Klopstocks eigener Manuskripte, seiner Lebensdokumente, einer umfangreichen Sammlung von Photographien sowie der in seiner Bibliothek überlieferten Widmungsexemplare und nicht zuletzt der von ihm geführten Korrespondenz (u. a. mit Thomas Mann, Franz Werfel, Albert Einstein und Salmann Schocken) kann nun erstmals der Weg nachgezeichnet werden, den das Leben von Kafkas letztem Freund genommen hat.

Gestorben ist Robert Klopstock schließlich 1972 in New York als erfolgreicher Mediziner und anerkannter Forscher auf dem Gebiet der Lungentuberkulose - jener Krankheit, die einst auch seine eigene gewesen ist und durch die er 1921 Kafka bei einem gemeinsamen Sanatoriumsaufenthalt kennengelernt hatte. Klopstock sollte diese Erkrankung schließlich überwinden; Franz Kafka ist an derselben am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Wien verstorben.

Literatur: Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Mit kommentierter Erstveröffentlichung von 38 teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas. Bearbeitet von Christopher Frey und Martin Peche, hrsg. von Hugo Wetscherek. Mit Beiträgen von Leonhard M. Fiedler und Leo A. Lensing. Wien: Inlibris 2003. 358 Seiten. 115 Abbildungen und ein lose beiliegendes vollfarbiges Faksimile. ISBN 3-9500813-9-9. EUR 65.-

 

(apa/OM)

Logo : Der Standard 02. Mar. 03

"Die Klinik ist entsetzlich"

Das Wiener Antiquariat "Inlibris" veröffentlicht Briefe von Franz Kafka an Robert Klopstock, die gänzlich oder zum Teil unbekannt waren: Max Brod hatte sie nicht in seine Edition aufgenommen.

Wien - Er war Kafkas letzter Freund: 1921 hatte der Medizinstudent Robert Klopstock den an Tuberkulose erkrankten Schriftsteller im Sanatorium von Matliary kennen gelernt; und drei Jahre später war er derjenige, in "dessen Armen Franz Kafka gestorben" ist, wie es Klaus Mann formulierte. Über die Zeit dazwischen existieren 37 Briefe, die der Schriftsteller schrieb.

Sie fanden aber nur zum Teil Eingang in die Briefedition von Max Brod. Denn der eigenmächtige Nachlassverwalter nahm, wie so oft, mitunter erhebliche Kürzungen vor. Und sieben Schreiben Kafkas wurden überhaupt nicht aufgenommen. Doch finden sich gerade in diesen einige sehr berührende Passagen. In einem Brief vom November 1921 heißt es: "Es ist ja alles nur verhältnismässig; was für eine schreckliche Krankheit wäre z. B. die Liebe, wenn sie nicht allgemein üblich wäre."

Im Dezember 1921 notiert Kafka: "Mein Zustand ist schwankend, aber der Durchschnitt ist, was die Länge betrifft, nicht schlecht, zumindest verschlechtert er sich nicht. Nur gegenüber der anstürmenden Kraft Szinays (Arthur Szinay war Mitpatient in Matliary, Anm.) fühlte ich mich besonders elend."

Zwei Jahre später - Kafka war inzwischen übergegangen, seine Briefe nicht mehr mit "K", sondern mit "F" zu zeichnen - schreibt er: "Lieber Robert, Ihr Brief hat mich trotz mancher Traurigkeiten, die darin stehn, sehr gefreut, weil er mir Ihre Situation sehr begreiflich macht und mich an Ihrem Leben teilnehmen lässt. Ich kann die meinige nicht so begreiflich machen, konnte es niemals, bitte, nehmen Sie es mir nicht übel und hören Sie deshalb nicht auf, an meinem Leben teilzunehmen (...)."

Zu jener Zeit lebte Kafka mit Dora Diamant in Berlin, die er im Sommer 1923 an der Ostsee kennen gelernt hatte. Nach seinen eigenen Worten hätte durch sie sein "ganzes Dasein eine unvorhergesehene, neue, glückliche, positive Wendung genommen". Als Kafka kränker wird, begleitet ihn Dora im März 1924 zurück nach Prag und weiter bis ins Sanatorium Kierling bei Klosterneuburg.

Ab dem Jänner 1924 fügt sie den Briefen Zusätze an. Brod hat sie gestrichen. Dabei geben gerade sie einen Einblick. Im April schreibt Dora: "Die Medizin-Ärzte sind am Ende ihrer Macht. Absolut aufgegeben. (...) Bin allein in Wien, ganz auf mich angewiesen (Geld hab ich). Die Klinik in der (sic!) Franz kommt, ist entsetzlich. Sie wird sein Ende beschleunigen. Er liegt mit zwei schrecklich leidenden Menschen (Auch Kehlkopf mit Apparaten) in einer Zelle. Bette an Bett. Er kann nicht essen, nicht sprechen!"

Tage später schöpft sie kurz Hoffnung: "Wann ich ihn anschaue, in dies muntere lebhafte lachende Gesicht, glaube ich wieder an alles Gute. Diese von Leben und Lustigkeit strotzenden Augen können nur Schöpfen und leben verheissen." Kurz darauf trifft Robert Klopstock in Kierling ein. Kafka stirbt am 3. Juni.

Klopstock musste 1938 emigrieren. 1972 starb er als Spezialist für Lungentuberkulose in New York. Die Korrespondenz ging in den Besitz seiner Frau Giselle über. Nach deren Tod 1995 wurde der Nachlass von einer Privatperson erworben. Das Antiquariat Inlibris brachte das Konvolut nun nach Wien, veröffentlichte das Material als Buch und bietet die Dokumente um 1,2 Millionen Euro zum Kauf an.

Kafkas letzter Freund. Der Nachlass Robert Klopstock (1899-1972). Bearb. v. Christopher Frey u. Martin Peche, hrsg. v. Hugo Wetscherek. Wien, Inlibris 2003. 65 Euro.

 

Thomas Trenkler

Logo : The Times Literary Supplement 28. Feb. 03

Franz would be with us here

The Posthumous Papers of Robert Klopstock, including 38 Kafka Letters

When Kafka first described Robert Klopstock to Max Brod, in a letter of February 1, 1921, the young Hungarian fellow patient had clearly already begun to win over the older man:

I was disturbed last night, but in a pleasant way. There's a twenty-one-year-old medical student here, a Budapest Jew, very ambitious, intelligent, also highly literary; incidentally he greatly resembles Werfel in appearance, though somewhat coarser on the whole. He has a hunger for people, the way a born doctor does. Is anti-Zionist; his guides are Jesus and Dostoevski.

That Klopstock may have made a less pleasant impression in his first encounter with Kafka is the gist of an anecdote told by Ludwig Hardt, the gifted recitationist who knew them both. In a memoir, published in 1945, Hardt remembered a "Doctor K-... who after seeing Kafka daily for many weeks finally inquired if he wasn't the Franz Kafka who wrote The Country Doctor". Kafka's answer - "Auch das noch!" ("On top of everything else - this!") - sounds incongruously comic. Salman Schocken, the intrepid publisher who was instrumental in realizing Max Brod's plans for a collected edition of Kafka's works, must have thought so, too. In a letter of November 13, 1946, written from Jerusalem, he informed Klopstock that he had been shown the text of Hardt's memoir, which had come to Max Brod via Hannah Arendt. Schocken thought he remembered Klopstock telling the story with a different denouement and asked him to clear up the confusion. Notes in the archives of Schocken Books show that the otherwise reticent doctor eventually did relate his version of that first meeting. After being repeatedly told by a fellow patient what a "wonderful human being" Kafka was, Klopstock finally crossed paths with him one day while walking on a country road. Kafka spoke first, noting that he was reading the same book that Klopstock had in his hands: Kierkegaard's Fear and Trembling. Thanks to Schocken's letter, we know that Hardt, ever the irrepressible performer, may have been embroidering on what he had heard.

This is just one important clarification awaiting discovery in the posthumous papers of Robert Klopstock that the Viennese antiquarian bookseller Inlibris is offering for sale and documenting in a forthcoming catalogue entitled Kafkas letzter Freund. Der Nachlaß Robert Klopstock (1899-1972). Mit kommentierter Erstveröffentlichung von 38 teils ungedruckten Briefen Franz Kafkas (412 pp. 113 illustrations. 3-9500813-8-9. 65 euros). Edited by Hugo Wetscherek with the assistance of Martin Peche and Christopher Frey, the catalogue begins with a thoroughly annotated edition of the letters from Kafka to this "last friend" that ambitiously combines the models of both the Stroemfeld and the S. Fischer editions of Kafka's works. Line and page breaks as well as insertions, corrections, struck-through words and other orthographical details of the manuscripts are faithfully rendered. Seven of the letters reproduced in full facsimile will allow careful readers to check the team's editorial handiwork.

The offering of such a substantial cache of Kafka letters, even without the context of a Nachlaβ crucial to the writer's biography, is a minor sensation in itself. The famous, previously published correspondence with Felice Bauer, auctioned at Sotheby's in New York in 1988, was the last major collection to be sold publicly. The number of letters to Robert Klopstock is, of course, small by comparison, and not all of them are here. Max Brod's Briefe 1902-1924, the edition of selected letters first published in 1958 and translated into English as Letters to Friends, Family, and Editors in 1977, contained sixty postcards and letters as well as almost one hundred of the so-called "Gesprächsblätter", which at one time were in Klopstock's possession. Kafka made what in retrospect seems like fascinating use of these "conversation slips" to communicate after the tubercular infection in his larynx made it difficult for him to speak. Among the thirty-eight manuscripts are six unpublished letters and one unknown conversational note. Moreover, fifteen letters of the thirty-one included in Brod's edition are published here for the first time with the omitted passages and postscripts by Kafka and other parties restored. The whereabouts of the other twenty plus letters is a mystery. Only one of them, arguably the most famous, first letter which contains a meditation on the patriarch Abraham inspired by Kierkegaard's Fear and Trembling, seems to have ever come on the market. In 1989, some six years before the death of Klopstock's wife Giselle in 1995, Sotheby's in New York sold this letter at auction.

Soon, two generations of readers will have come to know the Letters to Felice and the Letters to Milena as virtual epistolary novels with plots, characters, and particularly narrators all their own. Although the new comprehensive edition of the letters is in the process of reorganizing the correspondence in chronological order without regard to the recipients of the letters, its publisher, S. Fischer, created a third themed collection not so long ago with the publication of Max Brod, Franz Kafka. Eine Freundschaft (1989), the second volume of which is devoted to the correspondence of the two friends. If, as Julian Preece recently argued in the Cambridge Companion to Kafka, Max Brod is in fact the writer's third great correspondent after Felice Bauer and Milena Jesenská, then Robert Klopstock has a strong claim to being his significant fourth. Kafka's letters to the gifted young medical student and aspiring writer may be called, somewhat more modestly, an epistolary novella. Their consolidated publication offers a last opportunity to read them within the rich literary and biographical context that the integration of the correspondence into the larger edition will necessarily obscure.

Kafka's biographers have tended to see Klopstock as the one who courted the older man. Ernst Pawel surmised that the student's demanding brand of devotion proved to be as "troublesome as a love affair". Yet Kafka's initial reports about Klopstock, in letters to Max Brod and to his sistler Ottla, reflect his own unsettling fascination with this young admirer. To Ottla, he wrote on March 16, 1921: "The unfortunate medical student. I have not yet seen so diabolical a spectacle from close up. Hard to say whether good or evil powers are operating there; in any case, they are incredibly strong. In the Middle Ages, he would have been regarded as possessed." In a letter to Brod written just a month later, he captured his young friend in a calmer moment: "in bed, in nightshirt, with tousled hair, he has a boyish face like an engraving from Hoffmann's children's stories, earnest and tense, yet also dreamy - he's actually good-looking that way". Other letters that Kafka wrote from Matliary in the Tatra mountains, where he and Klopstock and a few other patients formed a kind of literary-artistic support group, indicate that the young man's rough charm did much to draw Kafka back into social interaction and even to writing during the eight months they spent together.

The emotional balance that apparently prevailed when Kafka and Klopstock were in each other's company often teetered precariously once they began to correspond. Kafka may well have found himself reminded of his own behaviour in the relationships with Felice Bauer and Milena Jesenská. His periodic references to two or even more letters from Klopstock that have gone unanswered suggests that it was he this time who was being overwhelmed by an epistolary flood. Although he famously wrote with some equanimity to Milena Jesenská in March 1922 that letter writing was an "intercourse with ghosts", he vigorously rejected the ghostly apparition of himself that he perceived being projected in Klopstock's missives to him: "this phantom, which first appeared in your letters, was built up in your letters by your own hand, which was not present in Matlar, and which I am supposed to be, and frightens me to the point of running away, to the point of keeping silent" (letter of March 1, 1922). Earlier, the receipt of yet another "Tadelbrief" (a letter of reproof) provoked him into a sharply worded reflection that set limits on the relationship as well as the genre:

Letters can cheer me, can move me, can seem worthy of admiration, but they mattered much more to me in the past, too much for them to serve me now as a significant form of life. I have not been deceived by letters but deceived myself with letters, literally warmed myself for years in advance in the warmth that finally engendered when the whole pile of letters went into the fire.
(letter of January 1922)

It presumably took someone with Klopstock's troubled, yet robust soul to get past such a devastating judgment. Yet this is not the whole story. In a late letter, of January 1924, published for the first time in the Inlibris catalogue, Kafka dispensed with the rhetorical aggressiveness of his earlier remonstrances and simply asked for Klopstock's understanding of his epistolary reticence:

Dear Robert, I was very pleased with your letter in spite of a number of sad things that are in it because it makes your situation understandable to me and allows me to take part in your life. I cannot make my own situation as understandable, I never could; please don't hold it against me and don't let it stop you from taking part in my life. That is still possible and probably more possible than if I were to write long reports about myself, for these long reports would, in keeping with my nature, be quite inadequate.

One would be hard put to find a more reconciliatory comment on the loaded topic of "letters" anywhere in Kafka's œuvre.

In contrast to the great letter-writing tempests that swirled around Felice Bauer and Milena Jesenská, the correspondence with Robert Klopstock reveals a tolerant friend who was both solicitious and practical-minded. Many letters revolve around advice and suggestions, references and even around realistic plans for the future. On the one hand, this meant mobilizing contacts and resources to enable Klopstock to resume his medical studies in Prague. As a Jew, his chances of continuing at the university in Budapest, where the imposition of a quota system had been encouraged by the anti-Semitic, nationalistic Horthy regime, were practically nil. On the other hand, Kafka took an active role in helping Klopstock secure information about his older brother Hugo, an engineer who had been detained in Russia after the First World War and taken up work in a Soviet factory. Oddly, Brod omitted all of the passages in Kafka's letters to Klopstock as well as those to himself. Why he would do this is puzzling, since the brother might well have expected to count on Brod's sympathy. He had, as Kafka wrote to Brod in April 1921, become a Zionist in Russia.

The restored passages and one previously unpublished short letter indicate that Klopstock sent Kafka his brother's letters to read and even a photograph of him. In the letter, Kafka reacted to the latter tentatively:

Thanks for the picture. I cannot see essentials in photographs, however. He looks a little like you and probably a lot like your mother. But he seems astonishingly calm, manly, cool, observant; he also looks rather good for Moscow conditions, and elegant enough, a very trustworthy bridegroom.

The marriage motif, which always interested Kafka, is also present in a passage left out of the preceding letter: "I'm enclosing your brother's letter. A little strange, isn't it? As though he were keeping silent about something, perhaps really a marriage or something else. His reasons for staying there actually are not reasons."

Any attentive reader of Kafka will recognize with some permutations - a fraternal friend in Russia, a marriage kept secret, misleading letters - the narrative outlines of The Judgement, a resemblance underlined by the appearance of the word itself (Urteil) four times in the first paragraph of the letter. This does not, of course, explain Brod's omission of the passage, but it does show how fascinating such once missing material can be.

The elimination of the substantial postscripts to four late letters written by Dora Diamant, the young Jewish woman from Poland who was Kafka's last companion, to four late letters constitutes a more unambiguous distortion. These extraordinarily evocative texts are of considerable biographical importance, especially since her diaries and Kafka's letters to her were confiscated by the Gestapo and presumably destroyed. The postscripts, which are sometimes longer than the laconic lines of Kafka they follow, convey a strong sense of the difficult, rapidly changing situations in which they found themselves in the last weeks of his life.

Dora's report following Kafka's letter of April 10, 1924, for example, predicts the horrifying experience he was about to undergo in the Vienna clinic of Professor Markus Hayek in sparse but chilling detail:

Robert help whatever can be helped! The medical doctors are at the end of their powers. Absolutely given up. Despair made me think of homeopathic medicine or some similar healing methods. Nothing more to lose. Am alone in Vienna, no one but myself to depend on (money I have.) The clinic Franz is getting into is terrible. It will hasten his end. He's lying between two horribly suffering people (also larynx with tubes) in a cell. Bed to bed. He cannot eat, cannot speak. Robert help! Advise what to start doing. Answer in a sealed envelope to the address above, under my name.

The choice of "cell", instead of "Krankenzimmer" (hospital room or sick room), for example, or even the incorrect dative in the sentence mentioning the clinic - "Die Klinik in der Franz kommt" suggests strongly "Die Klinik in der Franz umkommt" ("the clinic in which Franz dies") - amplify the already strong effects of this description.

Equally impressive is the more cheerful message appended to a postcard written just a week lager:

Robert you dear good person. Just received your telegram. Franz is doing a little better. If I just had hopes that things could get better. When I look at him. Into this happy lively laughing face, then I believe again in everything that is good. These eyes bursting with life and gaiety can promise only Creation and life. At such a moment I don't believe a word the doctors say I would not be against your coming but perhaps not right away. Wait just a little while In the meantime get Franz used to the idea

Even the incomplete or eccentric punctuation, which is incidentally not unlike Kafka's famous disregard for commas, adds to the liveliness of this simple prose. The manuscripts of these cards, one of which will be included in the catalogue as a laid-in facsimile, also show Kafka's and Dora's handwriting growing more and more alike, an effect to which the author himself attached great importance.

Not surprisingly, Kafka's own postscripts shine with meaning in a way denied to mere mortal correspondents. To an unpublished letter of November 1921, Kafka appended a message for a Dr Glauber, a member of the coterie of patients in Matliary to which he and Klopstock also belonged:

Dear Glauber, many greetings. Still in Matlar? And the plans for Poprad? And love? (whose feet I still have in my briefcase) And your health? Still the half-eaten apple? Half-eaten up with love or disease? After all, everything is relative; what a terrible disease love would be, for example, if it weren't such a common occurrence.

This seemingly dashed-off, informal greeting is in fact a deviously charming text. Even the assonance of the Slovakian place names seems calculated. Poprád, which was founded by German Saxons in the twelfth century, was also called Deutschendorf, after all. The initially witty inquiry into the young dentist's love life - the "feet" in the briefcase presumably belong to a love poem (Versfüße) - proceeds via the colorfully concrete allusion to Adam's transgression to a polished, printable aphorism. Throughout this fundamental questioning of lovesickness, which is emphasized further by the repeated interrogatives, resonates the knowledge of their common tuberculosis. Glauber, who is mentioned a number of times in the letters, died in 1923 almost a year earlier than Kafka.

As these examples show, Kafka's letters to Klopstock incorporate other voices and address other correspondents in ways that make them quite different from the focused, self-absorbed, sometimes monomaniacal missives to Felice Bauer and Milena Jesenská. This polyphonic content is also mirrored in the orthographical montage that characterizes some of the most interesting exemplars.

In a letter of mid-November 1923, Kafka responded to Klopstock's request for help with the translation of a prose sketch by the Hungarian writer Frigyes Karinthy (1887-1938) with various corrections and suggestions for a stronger title. The story features a first-person narrator who expresses his growing alienation from a friend by describing how the latter has literally lost his head, which sounds more Kafkaesque than Kafka or perhaps more like the surreal drawings of Kafka's acquaintance, the artist Alfred Kubin. Instead of the more elaborate, unnamed title in Klopstock's draft, Kafka suggests either "Ohne Kopf" or "Kopflos". The translation appeared in the Prague daily Bohemia with the former title and with other corrections and revisions that Kafka suggested. The manuscript of the letter also reveals that Kafka wrote it on a piece of paper that Klopstock had used for notes and queries. In another unusual postscript, Kafka switches from ink to pencil with which he writes the title of a contemporary Hebrew novel in Hebrew letters and glosses its two nouns. Brod's edition of the letters not only omits Klopstock's notes, it also renders the Hebrew words in transliterated form so that this distinctive feature is missing from the printed text. The omission of Klopstock's notes is particularly unfortunate, since they include a rare statement reflecting his views on style and language: "To me at least, it seems frivolous to make such useless puns merely because they present themselves - without an organic reason". This remark about the responsible use of wordplay calls to mind Karl Kraus, who is in fact the focus of the middle paragraph of the letter. Kafka thanks Klopstock for sending him a book by Kraus and adds that he has been reading little else and then only Hebrew, only to add in an afterthought Selbstwehr (Self-Defense), the Prague Zionist weekly.

 

These unlikely conjunctions - Kafka and Kraus, Karinthy and Kraus, Kraus and Hebrew - have not aroused much interest among Kafka scholars, perhaps because it has been more convenient to ignore the young medical student's literary interests and to see him primarily in the role of selfless care-giver. Yet the letters to Klopstock, particularly as published in their unabridged, annotated form in Kafkas letzter Freund, are a welcome reminder of his literary ambitions and his excellent connections to Hungarian literary circles. Karinthy, a major figure of the Nyugat movement central to Hungarian Modernism, was a writer primarily of parodies as well as humorous and satirical short prose that displays many parallels to the work of Karl Kraus. The late János Szábo devoted an entire monograph to comparing the two writers as satirical chroniclers of the Austro-Hungarian Empire. Klopstock's plans to place his own Kafka translations in Nyugat itself is another indicator of his literary ambition. Nyugat (the title means "West") was founded in 1908 and in the 1920s still brought together in its pages the best writing of the divergent strands of modern Hungarian literature as well as important voices from Western Europe and beyond. In 1923 and 1924, for example, there were contributions by and about Thomas Mann, Abel Gance and Eugene O'Neill.

The letter of mid-November 1923 is one of four to Klopstock in which Kraus is mentioned, all of which are among the letters published in the Inlibris catalogue. In two instances, Kafka is either asking Klopstock to send the next issue of Kraus's satirical journal Die Fackel (The Torch), or thanking him for having done so. Scholars and commentators have duly noted this evidence of a sustained interest in Die Fackel but made very little of it, though Kafka's formulations cry out for interpretation. In the letter of June 30, 1922, for example, he asks Klopstock to send him the new issue of the journal after he has read it himself and adds: "diese süsse Speise aller guten und bösen Triebe will ich mir nicht versagen" ("I do not want to deny myself this sweet dessert of all good and evil instincts"). This image associates the Fackel with the forbidden fruit of the tree of knowledge of good and evil in Gen. 2-3 and suggests Kafka's voracious, not to say addictive appetite for it. The manuscript of this letter shows that Kafka's pen briefly got away from him, for he first wrote "guten bösen" and only afterwards inserted the conjunction that lessens the ambivalence he must have felt, but strengthens the biblical allusion.

This motif of passionate, even licentious reading reappears in the letter of February 29, 1924 in which Kafka thanks Klopstock for "Die Fackel, mit der ich die Ihnen schon bekannten entnervenden Orgien abendelang getrieben habe" ("Die Fackel, with which I indulged evening after evening in those enervating orgies of which you know"). This is just exaggerated enough to suggest an intertextual connection, and indeed Kafka's "orgies" of reading seem to allude to an aphorism from Kraus's Dicta and Contradictions (Sprüche und Widersprüche): "What are all the orgies of Bacchus compared to the intoxication of the man who abandons himself to unbridled abstinence." Abstinence as a form of intoxicating excess: this was the kind of paradoxical idea that Kafka thrived on, and it is easy to imagine him appreciating Kraus's witty, philosophical transformation of the classical allusion.

To what extent had Klopstock himself been willing to participate in Kafka's "orgies" of reading? Orgiastically or not, he and Kafka must have read and discussed the Fackel during the first half of 1921 when they were together at the sanatorium in Matliary. Kafka's first letter to Klopstock, written in June of that year, alludes subtly but unmistakably to Kraus's vituperative judgement on a literary work of great interest to him. Franz Werfel's first major Expressionist drama, Mirror Man. Magical Trilogy (1920), had impressed Kafka on first reading; but, as he explained in a letter to Milena Jesenská, he was bothered by "an sicklied-over part" of the play. This was doubtless the notorious "Solo" featuring a long monologue by the Mirror Man, who is clearly intended as a caricature of Karl Kraus. Even the Fackel itself is subjected to ineffectual ridicule when the Mirror Man decided to found a journal and considers calling it "The Lamp" or "The Candle Stub" before finally settling on "The Torch".

Kraus launched an initial attack on Werfel's play in the March 1921 issue of the Fackel, where he ostentatiously lumps Werfel together with the "Prague hack writers" and the "Expressionists" who "polemicize against me in ‘magical trilogies'". In his letter to Klopstock of June 1921, which ruminates on the discrepancies between the Abraham of the Bible and the lesser patriarchs of the present, Kafka also refers to those Abrahams who hide "their faces in magical trilogies so as not to have to lift their eyes and see the mountain that stands in the distance". The unapologetic directness of this reference suggests that Kafka assumes Klopstock's concurrence in the dismissive irony implied by the plural form taken over from the Fackel. Several months later in November when he asks Klopstock whether he has been reading the serialization of Werfel's new play Goat Song in the Prager Presse, he is obviously less certain about the young man's position. And in fact Klopstock apparently avoided a response altogether; in January 1922 Kafka remarks: "You didn't say anything about Goat Song".

Kafka himself seems to have said nothing to Klopstock about Werfel's next play, Schweiger, to which he had reacted with barely suppressed fury. He was blunt enough when he reluctantly met with Werfel to talk about it, but in a notorious, apparently never posted letter, he accused his friend of betraying their entire generation. To Max Brod he wrote in December 1922 about the play's devastating effect on himself: "Had I felt only an ordinary dislike for the play, I could somehow get around it. But the play means a great deal to me; it disturbs me, affects me horribly on the most horrible level . . . . What was I to say to Werfel, whom I admire, whom I even admire in this play, although in this case only for his having the strength to wade through these three acts of mud?"

Several items in Klopstock's estate, which testify to the cordial relations that developed with Werfel in the years after Kafka's death, may also indicate an earlier difference of opinion. There is, first of all, the now famous letter of 1934 in which Werfel, responding to one of Klopstock's perhaps occasioned by the tenth anniversary of Kafka's death, praises the dead writer in quasi-religious terms. There is also a pair of presentation copies and a signed portrait photograph in an elegant frame with passepartout.

Given these material signs of a friendship based on a shared veneration for Kafka, it is not surprising that Max Brod, presumably with Klopstock's approval, omitted the following "conversation slip" from his edition of the letters:

Lesen Sie auch die Episode aus Werfels Roman. Es geht mir wieder so nah wie Schweiger, ich kann darüber nichts sagen.

 

Ihrem Kousin hat Dora telephoniert, er hat das Geld bekommen und wird Ihnen schreiben. Er hätte eine sehr angenehme Stimme, hat Dora vermerkt

 

(You should also read the episode from Werfel's novel. It disturbs me the way his Schweiger did, I can say nothing about it.

 

Dora telephoned your cousin, he has received the money and will write you. He has a very pleasant voice, Dora noted.)

Leaving aside what is perhaps the side effect of a further suppression of all references to Robert Klopstock's family, the publication of the first part of this note presents Kafka's biographers with a new challenge. Despite the record of Kafka's growing dissatisfaction with Werfel's plays in the years 1920-1922, the consensus has been that Kafka's attitude towards the once admired colleague had softened again. The fact of Kafka's having read or read in Werfel's Verdi: Novel of the Opera was bathed in the twilight glow of his last days. Not only the very cordial dedication in Kafka's copy of the novel - "Franz Kafka, to the deeply admired poet and friend with a thousand wishes for a quick recovery / Werfel" - gave this impression. Kafka's last letters to Max Brod written towards the end of April 1924 also reinforce this harmonious picture. Having written on April 2 that he was looking forward to the novel, because he "was frightfully hungry for a suitable book", Kafka adds a week later that he is reading it "with infinite slowness but regularly" and adds that "playing with books and magazines makes me happy". This image of a kind of Biedermeier tranquillity comes at the very end of Max Brod's edition of the letters, followed only by one final letter to Brod and the "Conversation Slips".

Kafka's new note about reading Werfel's Verdi clearly violated what Salman Schocken, in one of a number of letters to Klopstock that have survived in his Nachlaß, called the "overall composition of the volume". Here Kafka no longer appears as a happily playing reader, but rather as a disturbed one, a reader who is also disappointed in Werfel's failure to take seriously his role as a leading author of German-Jewish literature. The echo of the disturbing effect of Schweiger in the note about reading Verdi -the verb "nahegehen" is used in an almost identical formulation - suggests the depths of Kafka's pained disappointment. His injunction to Klopstock to read a specific episode in the novel is, however, further testimony to the alternative his young friend represented. With him, neither disappointment over Werfel, a would-be great of German-Jewish literature, nor cautious admiration for his truly great adversary Karl Kraus needed to remain taboo.

It seems that in retrospect Klopstock began to simplify the complex role he had played in Kafka's life. "Kafka died in Dr. Klopstock's arms" is how the New York Times, in an obituary that appeared on June 16, 1972, summed up the relationship between the most famous writer of the twentieth century and the young medical student whom he had befriended. As it turns out, Klopstock was probably the author of the phrase himself because it appears almost identically in Klaus Mann's diary in 1937: "Visit from Dr. Klopstock (in whose arms Kafka died)". Max Brod's biography that appeared in the same year describes Klopstock's actions more prosaically: Kafka's "last words were for his sister Elly. Klopstock held his head". As Brod goes on to report, Kafka died after Klopstock stepped away from his bed to clean a syringe. Klopstock's gentle mythmaking about this moment of helplessness must have been one of the motivations of his subsequent life and career. His determination to become a physician who could have made that moment turn out differently was certainly another. In a conversation with the Kafka scholar Angel Flores in New York in the early 1940s he admitted as much: "On another occasion he confessed to me: ‘If I had known then what I know now, Franz would be talking with us here.'"

Besides the thirty-eight letters from Kafka, the Klopstock papers contain a rich trove of 426 items that should help to explain these motivations. Thanks to the careful researches of Christopher Frey, who catalogued the estate and wrote the biographical sketch of Klopstock and his wife Giselle in Kafkas letzter Freund, many of these documents have already begun to speak. All the evidence suggests that Robert Klopstock was or became an intensely private person. There are no diaries and next to no personal correspondence. Although his early literary efforts are only sparsely represented, the eighty-plus offprints of scientific publications related to his specialty, thoracic surgery, give the impression of comprehensiveness. Certificates, diplomas and transcripts are present in abundance. Among the letters of recommendation that helped to smooth Klopstock's way into the medical profession in the United States are those of Thomas Mann and Albert Einstein. In one of these Mann seems to have rewritten literary history for the good of the cause: "I first met Dr. Klopstock through the gifted young German writer Franz Kafka, for whom Dr. Klopstock did so much professionally and spiritually before he died."

By the early 1940s, as Mann's diaries reveal, the relationship had changed its focus. There is barely concealed irritation as "lung surgery" is tersely noted as the topic of lunches, teas and letters beween New York and Princeton. Even for the author of The Magic Mountain this must have been too much of a good thing. Whatever time Klopstock had left for literature seems to have been shared almost exclusively with his wife Giselle, whose own papers are full of unpublished manuscripts, including a novel. That its setting in a tuberculosis clinic did not dissuade Mann from recommending it to his American publisher suggests the discoveries still to be made in this extraordinary collection.

 

Leo A. Lensing