INLIBRIS Gilhofer Nfg.

New acquisitions 2010
Books and autographs

 

1 Algerus von Lüttich (ed. Erasmus von Rotterdam). De veritate corporis & sanguis dominici in eucharistia, cum refutatione diversaru[m] circa hoc haereseon, opus piu[s] iuxta ac doctu[s]. Nunc antehac excusum. Ex recognitione Des. Eras. Roterodami. Freiburg im Breisgau, Johannes Faber aus Emmich, 1530. (8), 103, (1) Bll. Mit einer Holzschnittinitiale und großer Holzschnittdruckermarke am letzten Bl. verso. Pappband des 18. Jhs. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Erste Ausgabe. - Von Erasmus von Rotterdam herausgegebene Schrift gegen die spiritualistische Abendmahlslehre des Berengar von Tours, verfaßt von Alger von Lüttich (seit 1121 Mönch in Cluny). Im Widmungsbrief (an den kaiserlichen Vizekanzler Balthasar Mercklin von Waldkirch) vom 15. Mai 1530 bekennt sich Erasmus eindeutig zur katholischen Eucharistielehre. - Fabers prächtige Druckermarke zeigt den von einem Schwerthieb durchtrennten Gordischen Knoten. - Einband etwas bestoßen. Buchblock nach dem Titel gebrochen; Bl. 95 und das letzte Blatt mit Abklatschspuren.
  ¶ VD 16, A 1870. Adams J 173 (s. v. "Jesus Christ"). BM-STC German 20 (s. v. "Algerus, Monachus Cluniacensis"). Eckert 387. Vander Haeghen II, 6.
 
2 André, Julius Christian Heinrich. Gründliche Anleitung zur Reitkunst für angehende Bereiter, Officiere der Cavallerie, besonders auch zum Selbstunterricht für Liebhaber des Reitens. Zweite verbesserte und vermehrte Ausgabe. Halle, (Friedrich Grunert für den Verfasser) und in Commission bey A. Wienbrack in Leipzig, 1823. XII (falsch: XIV), 388 SS. Zeitgenössischer Pappband mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 280
Zweite Ausgabe der im Selbstverlag erschienenen Reitschule des "königlich Preußischen Stallmeisters bey der vereinigten Friedrichsuniversität in Halle". - Einband berieben; Ecken und Kanten bestoßen. Einige alte Anstreichungen. Am vorderen Innendeckel Sammlungsetikett "Hans Schütz".
  ¶ Vgl. Huth 73 (EA 1805).
 

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3 Balde, Jakob, SJ. Batrachomyomachia Homeri. Tuba romana cantata. (Ingolstadt, Georg Hänlin, 1637). (10), 94, (114) SS. Mit gest., ill. Titel (von Wolfgang Kilian). Reich geprägter Ganzlederband der Zeit mit geistlichem Wappensupralibros (B.S.A.G.) und Medaillon des Hl. Andreas. Dreiseitiger Goldschnitt. 12mo.
  Price upon request or meanwhile sold
Seltene erste Ausgabe dieser wichtigen neulateinischen Umarbeitung (und erheblichen Ausweitung) des Pseudo-Homerischen "Froschmäusekriegs" (laut Untertitel nunmehr "mit römischer Trompete gespielt") durch den Elsässer Jesuiten Balde (1604-68), genannt der "Deutsche Horaz". Balde wirkte in München als Rhetorikprofessor, Prinzenerzieher, Hofprediger und Hofhistoriograph; die anschließenden Jahre verbrachte er in Landshut und Amberg. - Gest. Titel mit kl., unauff. Einriß. Stellenweise etwas wasserrandig. Hübscher Klostereinband für einen nicht identifizierten Abt "B. S." eines Stifts "G."
  ¶ VD 17, 23:331146E. Dünnhaupt 386, 10.1. De Backer/Sommervogel I, 818, 6.
 
4 Baldovini, Francesco. Il lamento di Cecco da Varlungo. Florenz, Moücke, 1755. LII, 220 SS. Mit gest. Vignette am rot-schwarz gedruckten Titel, gest. Portraittafel, 1 gest. Initiale, 1 Wappenholzschnitt im Text und 1 Kopfstück in Holzschnitt. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 4to.
  € 300
Seltene, gut eingerichtete Ausgabe. "La più importante edizione del 'Lamento', sia per apparato critico che per eleganza tipografica" (Piantanida, 3037). "Va fregiato della vita dell' aut. scritta da Dom. Maria Manni ed è pregevole per le illustraz. di O. Marrini" (Gamba). - Titel mit kl., hinterlegter Rasur von entferntem Besitzvermerk. Die Deckel minimal aufgeworfen; kleine Fehlstelle am Vorderdeckel fachmännisch restauriert, sonst sehr sauberes, breitrandiges Exemplar.
  ¶ Gamba 1768. Moreni I, 69. Brunet I, 623. Tiraboschi VIII, 435. Moreni I, 69 ("Raro"). Graesse I, 280/1 ("Bonne édition").
 

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5 Bar-Hebraeus, Gregorius (Grighor Abu'l Faraj, Abulfaragus). Historia compendiosa dynastiarum [...], historiam complectens universalem, à mundo condito, usque ad tempora authoris, res orientalium accuratissimè describens. Arabice edita, & latine versa, ab Eduardo Pocockio [...]. Oxford, Henry Hall f. Richard Davis, 1663. 4to. 3 parts in 1 vol. (12), 368, (80) pp. (10), 66 pp., l. bl. ff. 565, (1) pp., l. bl. f. With woodcut printer's device to t. p. Contemp. vellum with faded ms. title to spine.
  € 1,500
First edition of this important chronicle of the great Syrian theologian Abulfaragus (1226-86). This Arabic edition with Latin translation, prepared by the important English orientalist Edward Pococke (1604-91) and dedicated to the newly-restored King Charles II, is considered the magnum opus of that scholar. - Clean and almost unbrowned; a few remarginings to the upper edge. Endpapers closely covered with contemp. notes in Latin, Arabic, Hebrew, and Greek. From the library of the Vienna jurist Viktor Franz Patzner with his (faded) stamp to t. p.
  ¶ Ebert 36. Graesse I, 8. Wing G 2024. Th. Nöldeke, in: Die orientalischen Literaturen (Berlin & Leipzig, 1906), 119. Brunet I, 20 ("Ouvrage estimé et peu commun").
 

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6 Barbaro, Ermolao. Compendium ethicorum librorum Hermolai Barbari p. V. Venedig, Comin da Trino, 1544. 40 Bll. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. (Beigebunden) II: Ders. Compendium scientiae naturalis ex Aristotele. Ebd., 1545 (Kolophon: 1544). 75, (4) Bll., l. w. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Pappband. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Ermolao Barbaros Zusammenfassung der Nikomachischen Ethik des Aristoteles bzw. der aristotelischen naturphilosophischen Schriften. - Die ersten beiden Lagen von I mit Nagespuren am oberen Rand (minimaler Buchstabenverlust); unbedeutende Wurmspur im w. Rand von II.
  ¶ I: Edit 16, CNCE 4136. BM-STC Italian 46. Nicht bei Adams. - II: Edit 16, CNCE 4137. BM-STC Italian 71. Nicht bei Adams.
 
7 Berchelmann, Johann Philipp. Abhandlung vom Krebs worinnen die Ursachen desselben untersucht und zwey bisher geheim gehaltene Mittel zu dessen Heilung bekandt gemacht werden. Frankfurt am Main, Johann Gottlieb Garbe, 1756. 62, (2) SS. Halblederband der Zeit auf 5 Bünden mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 650
Erste Ausgabe; von großer Seltenheit: Blake und Wellcome kennen nur die Neuausgabe von 1764 unter dem veränderten Titel "Sammlung merckwürdiger Abhandlungen vom Krebs worinnen die Ursachen desselben untersucht und zwey bisher geheim gehaltene Mittel zu dessen Heilung bekandt gemacht werden", die daher oft fälschlich als Erstausgabe bezeichnet wird. Hauptwerk des Darmstädter Pfarrerssohns J. P. Berchelmann (1718-83), der in Gießen Medizin studierte, wo er 1764 Amtsarzt und Hessen-Darmstädtischer Leibarzt wurde. Kein Exemplar auf deutschen Auktionen der letzten Jahrzehnte. - Am hinteren Vorsatzblatt zeitgenöss. hs. Inhaltsverzeichnis. Hinterer Innendeckel und hintere Vorsätze mit unbedeutender Wurmspur, sonst sehr ansprechendes Exemplar.
  ¶ Engelmann 52. Hirsch I, 403. Nicht bei Blake, Wellcome, Waller etc.
 

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Klostereinbände für Abt Nivard von Schlierbach
8 Beyerlinck, Laurentius / Zwinger, Theodor. Magnum theatrum vitae humanae: hoc est, rerum divinarum humanaumque syntagma catholicum, philosophicum, historicum, et dogmaticum [...]. Editio novissima, singulari cura recognita. Lyon, Jean Antoine Huguetan & Marc-Antoine Ravaud, 1656 (Bd. 6: Venedig, Pezzana, 1707). 8 Bde. Mit gest. Titel im ersten Band und 6 gest. Titelvignetten. Drucktitel in rot und schwarz. Blindgepr. Schweinslederbände der Zeit über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten; goldgepr. Wappensupralibros und datierte Monogrammprägung "F.N.A.Z.S. | 1664". Reste von Schließen. Folio (je ca. 250:390 mm).
  Price upon request or meanwhile sold
Zweite (Bd. 6: vierte) Ausgabe von Beyerlincks alphabetischer katholisierter Umarbeitung von Zwingers monumentalem "Theatrum humanae vitae" (EA 1565 in 29 Bänden). "Eine riesige Sammlung von literarischen Stoffen, Anspielungen und Belegen [...] Alphabetische Neuausgabe des Werkes durch Laurentius Beyerlinck S.J. unter dem Titel: Magnum theatrum vitae humanae .. 1631. 8 Bände" (Zischka). Der Antwerpener Theologe Beyerlinck, entgegen Zischkas Auffassung kein Jesuit, wurde 1605 in seiner Heimatstadt Präsident des Seminars und in der Folge Domherr, Zensor, Erzpriester und apostolischer Protonotar (vgl. ADB). "Conceived by Conrad Lycosthenes, reworked and augmented by Theodor Zwinger, Jacob Zwinger, Anton Hierat, and Beyerlinck" (OCLC). "Beyerlinck erweiterte den Stoff, gab ihm alphabetische Ordnung und bequemte ihn dem Katholicismus durch sorgfältige Beseitigung aller protestantischen Elemente an" (ADB II, 600); in dieser Form dann "der klösterlichen Bildung unentbehrlich" (Ebert). - Zeitgenössisch prächtig gebundene Reihe aus der Bibliothek des Zisterzienserstifts Schlierbach (OÖ) mit entspr. hs. Besitzvermerk der Zeit an den Titelblättern, hs. Doublettenvermerk am Vorsatz sowie an den Deckeln Wappen und Monogrammierung des Nivard I. Geyregger, 1660-79 vierter Abt des Stifts, der als tatkräftiger Bauherr in Erinnerung ist ("F[rater] N[ivard] A[bt] Z[u] S[chlierbach]"). Die Schlierbacher Bibliothek verwahrt u. a. einen beträchtlichen Teil der berühmten Sammlung des österreichischen Späthumanisten Job Hartmann von Enenkel (1576-1627). - Durchgehend leicht braunfleckig; die schönen Einbände ansprechend erhalten. Der sechste Band leicht abweichend gebunden, stärker berieben und aus der venezianischen Ausgabe von 1707 ergänzt (die Schließen hier vorhanden).
  ¶ Graesse I, 358. Ebert 2081. OCLC 270923539.
 
9 [Biblia germanica]. Sacra Biblia, das ist: Die gantze Heilige Schrifft Alten und Neuen Testaments: Nach der letzten Römischen Edition, mit Fleiß übersetzet durch den ehrwürdigen und hochgelehrten Herrn Casparum Ulenbergium [...]. Wien, Georg Lehmann, 1734. (62), 642 SS. 280 SS. 244 SS. Drucktitel in rot und schwarz. Mit Kupfertitel und 25 gest. Tafeln (E. Nunzer inv. & sc.). Blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 5 Bünden über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten. Schließen fehlen. Folio (252:386 mm).
  € 700
Eine der zahlreichen Ausgaben dieser geschätzten katholischen Bibleübersetzung des Konvertiten Ulenberg. "Diese sehr verdienstvolle Arbeit, welche Ulenberg im Auftrag des Kurfürsten Ferdinand von Köln [...] begann, [...] übertraf bei weitem alle bisherigen katholischen Übersetzungen, sowohl durch größere Correctheit wie durch Sprachgewandtheit und fand daher bis in unser Jahrhundert als eigentliche Bibel der Katholiken sehr große Verbreitung (Wetzer/Welte). - Einband berieben; Deckelbezug an den unteren Ecken und Kanten aufgeplatzt. Innen durchgehend etwas gebräunt und fingerfleckig, teils auch leicht wasserrandig; die Bll. etwas lappig und teils mit kl. hinterlegten Randeinrissen; die Bll. A2-3 und D4 im Neuen Testament mit unterschiedlichen Randausrissen (etwas Textverlust).
  ¶ Nicht in der Württ. Bibelslg. Nicht bei Darlow/Moule.
 

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10 [Biblia germanica - NT]. Das neue Testament unseres Herrn Jesu Christi nach der uralten, gemeinen, von der katholischen Kirche bewährten Uebersetzung deutsch herausgegeben. Wien, (v. Baumeister für) Sebastian Hartl, 1787. (4), 732, (4) SS. Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen und Rückenvergoldung. Buntpapiervorsätze. 8vo.
  € 250
Seltenes Wiener Neues Testament. Folgt offenbar der 1786-87 in Würzburg und Fulda bei Stahel erschienenen sechsbändigen Bibelausgabe (EA 1778ff.) in der katholischen Übersetzung des Joseph Fleischütz. - Durchgehend stärker gebräunt, stellenwiese auch wasserrandig. Einband berieben; hinteres Gelenk angeplatzt.
  ¶ Nicht in der Württ. Bibelslg. Vgl. Darlow/Moule 4263.
 

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11 [Biblia latina]. Biblia cum summarioru[m] apparatu pleno quadruplicique repertorio insignita [...]. (Lyon, Jacques Mareschal d. Ä. [für Simon Vincent], 16. X. 1519). (30), CCCCC [500], (54) Bll. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit Holzschnittverlegermarke am Titel und wdh. am letzten Bl. verso. Mit ganzs. Textholzschnitt am Bl. dd10v (recto vacat) und zahlr. figuralen Holzschnittinitialen und -vignetten. Dunkelbrauner, blindgepr. Lederband der Zeit mit zehn ziselierten Messingbeschlägen und 2 Schließen. 8vo.
  € 3,500
Dritte Oktavbibel Mareschals (erstmals 1510 in dieser Form gedruckt). Aufgrund seines ansprechenden Illustrationsmaterials von besonderem Reiz: der blattgroße Holzschnitt am Schluß der Vorstücke (abgeb. bei Baudrier XI, 448) zeigt die sechs Schöpfungstage; "vor den Vorreden zur Bibel und zum Pentateuch kleinformatige Holzschnitte (Hieronymus am Schreibpult); kleinformatige Holzschnitte vor Gn 1, vor Ios 1, vor Prv 1, vor Is 1, vor jedem der vier Evangelien, vor Rm, vor Act 1 und vor Apc 1; von G. Leroy gezeichnete figürliche Initialen (vgl. Baudrier XI, 394-397)" (Württ. Bibelslg., zur ausstattungsgleichen Ausg. 1514). Am Titelblatt und am letzten Blatt Verlegermarke des Simon Vincent (Silvestre 267). Am Schluß des Bandes das häufig fehlende "Compendiolum totius sacrae scripturae per rhymos" des Minoriten Franziskus Gotthi: "This 'compendiolum' beginning with the words 'Ante fit lux producitur...,' gives the contents of the Bible in rude mnemonic verses, one tetrastich epitomizing each chapter" (Darlow/Moule). - Der blindgepr. Einband stärker berieben und am Rücken mit Fehlstellen; die späteren Messingapplikationen tadellos. Einige Anstreichungen und Marginalien von alter Hand. Am Titel hs. Besitzvermerk des Düsseldorfer Jesuitenkollegs (am vorletzten Bl. wdh. und datiert 1626) sowie Erwerbungsvermerk des Jakob von Mercken, Propst von Münstereifel und Kanoniker der Düsseldorfer Kollegiatskirche: "Ex donatione L.ti Krieckelmanni possidet Jacobus à Märcken Praefectus Dalensis" (um 1650). Später in der Bibliothek der Kartause Hain bei Düsseldorf (mit entspr. Stempelung und hs. Bibliothekssignaturen, um 1870) und wohl im Zuge der zeitweiligen Kartausenschließung 1875-90 oder aber anläßlich der Übersiedlung der Kartäuser nach Bad Wurzach/Marienau 1964 ausgeschieden (vgl. Handbuch der Histor. Buchbestände in Deutschland VII, 50).
  ¶ Württ. Bibelslg. D 276. Darlow/Moule II.2, S. 917 (Anm. zu Nr. 6093). Adams B 997. BM-STC French 53. Baudrier XI, 401. Copinger 171. Panzer VII, 324/399. BLC 28, 348. Adler (Lorckiana) 1313.
 

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12 Bona, Giovanni, O.Cist. Opera omnia. Antwerpen, Verdussen & Foppens, 1694. (8), 648, (10) SS. Mit gest. Vignette (Gasp. Bouttats fec.) am rot-schwarz gedruckten Titel. Pergamentband der Zeit mit alt erneuertem Pergamentrücken und goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. Folio (332:215 mm).
  € 280
Zweite Antwerpener Ausgabe (EA 1677) der Werke des "ausgezeichneten liturgischen und asketischen Schriftstellers" (LThK) Giovanni Bona (1609-74), Abt seiner Geburtsstadt Mondovi (Piemont), seit 1669 Kardinal. - Teils stärker gebräunt; zu Beginn kl. Wurmspuren (auch am Rücken).
  ¶ OCLC 55251360. Vgl. Bautz, BBKL I, 678f. LThK II, 443.
 

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13 [Boutet, Claude]. Anweisung zum Mignaturmahlen, vermittelst deren diese Kunst gantz leicht und ohne Lehrmeister zu begreifen, nebst vielen raren und geheimen hierzu gehörigen Kunst-Stücken: Ingleichen ein Planier- und Muschel-Gold und Silber, wie auch den rechten Chinesischen Verniß selber zu machen. Leipzig, bey Friedrich Lanckischens Erben, 1753. (8), 112, (6) SS. Mit Holzschnittvignette am rot-schwarzen Titel. Stärker lädierter Pappband der Zeit (Rücken fehlt). 8vo.
  € 280
Zweite deutsche Ausgabe (EA 1713) des Standardwerks der Restaurationskunde. Mit sehr genauen Rezepten und Verfahren, noch heute von großem Nutzen für den Restaurator. "Zugrunde liegt das Miniaturbuch von Claude Boutet, das 1672 bis 1817 in mindestens 17 französischen Ausgaben erschien" (Schießl). - Papierbedingt durchgehend stärker gebräunt und etwas wasserrandig; vereinzelt kl. Randläsuren.
  ¶ Schießl 586. Vgl. Engelmann (Bibl. mech.-tech.) 11 (nur 4. Aufl.).
 

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14 Boydell, John & Josiah. Antient British Portraits, containing a series of sixty prints, of noble and eminent personages, in the reigns of Henry II. Henry IV. Henry VIII. Queen Elizabeth, James I. and Charles I. etc. London, W. Bulmer & Co. for Boydell & Co., 1812. Large folio (460 x 60 mm). (2), 6 pp. With 60 large engraved portraits on 58 plates. Contemp. half calf with original printed wrappers mounted on front cover.
  € 6,500
"Comprehending the choicest works of Vertue, Van Gunst, Lombart, Baron, etc. and engraved by them from the original paintings of Hans Holbein, Isaac Oliver, Sir Anthony More, Van Dyke, and other eminent masters [...] with concise biographical notices" (subtitle). The cycles of engravings published by John Boydell and his nephew Josiah, usually depicting the works of important collections or painters and often specially commissioned, were enormously popular in the late 18th and early 19th century. - Very rare; only 5 copies in libraries (Folger Shakespeare Library, National Art Library in the Victoria and Albert Museum; National Portrait Gallery; Free Library of Philadelphia; Swedish National Library [without collation]). The copy in the National Portrait Gallery contains a mere 16 portraits; the only copy sold at auction (Winston H. Hagen collection; Anderson, NY, 13 May 1918: lot 973) contained 42 portraits. - Binding professionally restored at edges, corners, and spine. Interior slightly foxed. Wide-margined copy.
  ¶ Ebert 2886. Thieme/Becker IV, 489. OCLC 8332219.
 

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15 Brusch, Kaspar. Sacelli regii encomion elegiaco carmine. Augsburg, Philipp Ulhard, 1551. (16) SS. Mod. marmorierter Pappband. 4to.
  € 450
Seltene erste Ausgabe dieses Lobgedichts auf die Wiener Hofkapelle, mit Widmung an den Wiener Domherrn Primus Lacunarius (Lackner), Vize-Eleemosinär des Königs Ferdinand I. Angefügt ist eine bemerkenswerte Elegie "de prodigiis annorum 1549 et 1550" mit Erwähnung von Himmels- und anderen Naturerscheinungen bei Nördlingen, Braunschweig, Coburg, Kaufbeuren, Wien etc.: "Infantem mater gestavit in urbe Vienna / Per lustri unius tempora longa gravis: / Semiputridis ille est tandem excisus ab ipsa, / quae curata isto tempore vivit adhuc." - Der deutsche Humanist und Theologe Brusch (1518-57) studierte in Tübingen und Wittenberg (unter Melanchthon); 1541 wurde er von Kaiser Karl V. mit der Dichterkrone gekrönt. Er führte ein Wanderleben als Schriftsteller und wurde nahe Bad Windsheim von Unbekannten erschlagen. - Etwas knittrig; Titel angestaubt und mit 2 hinterlegten Randläsuren im Oberrand.
  ¶ VD 16, B 8796. Nicht bei Adams.
 

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16 Cardano, Girolamo. In Hippocratis Coi prognostica. Basel, Henricpetri, (März 1568). (32), 7, (1) SS., Spp. 7-10, S. 11-19, Spp. 20-813 (recte: 715), (1) S. Mit Holzschnittdruckermarken am Titel und am letzten Bl. verso. Lederband um 1750 mit goldgepr. Rückentitel und -vergoldung sowie doppelten Deckelfileten. Folio (212:319 mm).
  € 2,500
Erste Ausgabe dieses im Handel sehr seltenen Werkes des Hieronymus Cardanus (1501-76), einer so bemerkenswerten wie umstrittenen Gestalt der italienischen Renaissance. Enthält den lateinischen Text der "Prognostica" des Hippokrates, über die Vorhersage akuter Krankheiten und Leiden, sowie Cardanos Kommentar dazu und auch zu den pseudo-hippokratischen Beobachtungen zur Schwangerschaft ("De septimestri partu'). "Cardano's commentary, contrary to the statement on the title page, did not cover the 'De octimestri partu'" (Durling). Cardano hielt Hippokrates und Galen durchaus nicht für unfehlbar und begehrte gegen die Autorität der Aristotelischen Lehre auf. - Einband berieben; Ecken und Kanten stärker bestoßen; Kapitale defekt. Papierbedingt durchgehend gebräunt bzw. braunfleckig; einige kleinere Randläsuren; Titel mit größeren Einrissen. Vorsätze fehlen. International seit 1950 ein einziges Exemplar auf Auktionen nachgewiesen.
  ¶ Wellcome I, 1308. Durling 853. Waller 1766. Osler 157. OCLC 14295294.
 

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17 Coler, Johann. Calendarium perpetuum, et libri oeconomici: Das ist, Ein stetswerender Calender, darzu sehr nützliche und nötige Hausbücher. Wittenberg, Paul Helwig, 1610-1612. (16), 311 [falsch: 304], (1) SS. (Dabei): Ders. Oeconomia oder Hausbuch. Erster bis dritter Teil (von 6). Ebd., 1612 (Tl. 3: 1610). (10), 192, (14) SS. 271, (15) SS., l. w. Bl. 260, (18) SS., l. w. Bl. 119, (1) SS. Mit zwei rot-schwarz gedruckten Titeln in Holzschnittbordüre, einem rot-schwarz gedruckten Calendarium und zahlr. Textholzschnitten (davon 3 [1 wdh.] ganz. Portraits). Marmorierter Halblederband der Zeit auf 4 Bünden mit goldgepr. Rückenschildchen und floraler Rückenblindprägung. 4to.
  € 1,500
Seltene, noch frühe Ausgabe von Colers (1566-1639) oft gedrucktem Hausväterbuch, mit einem vorangestellten immerwährenden Kalender. Ausführlich über Weinbau, Bierbrauen, Gartenbau; zahlreiche Kochrezepte. Am Schluß ohne eigenen Titel die "Bawren-Haushaltung". Der evangelische Theologe Coler wirkte als landwirtschaftlicher Schriftsteller und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der "Hausväterliteratur". Papierbedingt etwas gebräunt; das obere Kapital mit winzigem Einriß, sonst gut erhaltenes Exemplar aus der Bibliothek des Helsingborger Juristen und Sammlers John Pape mit seinem radierten emblematischen Exlibris am vorderen Innendeckel.
  ¶ Diese Ausgabe nicht im VD 17.
 

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18 [Cranz, David]. Kurze, zuverläßige Nachricht von der, unter dem Namen der Böhmisch-Mährischen Brüder bekanten, Kirche Unitas Fratrum Herkommen, Lehr-Begrif, äussern und innern Kirchen-Verfassung und Gebräuchen [...]. O. O. u. Dr., 1757. 64 SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit 16 doppelblattgr. Kupfern von J. R. Holzhalb. Pappband der Zeit. Dreiseitiger locker gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 2,500
Erste Ausgabe. Sehr selten: kein Exemplar im JAP nachweisbar. "The plates in this rare and interesting volume are each the size of two octavo pages, and contain elaborate representations of the ceremonies of ordination, of the different modes of baptizing infants, negroes, Greenlanders, and American Indians, also of the exorcism, prosternation, Eucharist, Agapae, holy kiss, feet washing, marriage, etc." (Sabin, zur ersten frz. Ausgabe aus dem Folgejahr). - Der Theologe und Missionar Cranz (1723-77) trat 1741 der Herrnhuter Brüdergemeine bei. "Schon bald gehörte er zum Führungskreis um Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, den Gründer der Glaubensbewegung, unter anderem als dessen Sekretär. 1761 sandte Zinzendorf ihn nach Grönland, wo die Herrnhuter bereits seit 1733 missionierten. Cranz verbrachte ein Jahr in Grönland und befasste sich dort hauptsächlich mit der Niederschrift der Geschichte der grönländischen Missionen in Neu-Herrnhut und Lichtenfels" (Wikipedia). Die schön gestochenen Tafeln zeigen die religiösen Zeremonien und Gebräuche der Brüdergemeine (darunter "Taufe der Groenlaender", "Exorcismus der Täuflinge unter den Negern", "Taufe der Indianer in America" etc.). - Stellenweise gering fleckig; Kupfer Nr. 5 mit unauff. restauriertem Einriß. Insgesamt sehr sauberes, gutes Exemplar des seltenen Werks in seinem zeitgenössischen Einband.
  ¶ Holzmann/Bohatta III, 6052. Zibrt II, 3319. ADB IV, 566. Bautz, BBKL XVI, 324ff. Vgl. Sabin 7935 (nur spätere Ausgaben). Brunet I, 1258. Graesse I, 540.
 

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19 Diogenes Laertios [et al.]. De vitis, dogmatis & apophthegmatis clarorum philosophorum, libri X. Hesychii ill. de iisdem philos. & de aliis scriptoribus liber. Pythagoreorum philosoph. fragmenta. Is. Casauboni notae ad lib. Diogenis multo auctiores & emendatiores. Eunapii Sardiani de vitis philosophorum & sophistarum liber, cui accesserunt eiusdem auctoris legationes. Omnia graece & lat. ex editione postrema. Genf, Pierre & Jacques Chouet, 1616. 16, 884, 7-88, 120, (6), 3-47, (25) SS., l. w. Bl. (Mit eigenem Titelblatt): [Eunapiou tou Sardianou bioi philosophon kai sophiston]. Eunapius Sardianus De vitis philosophorum et sophistarum, Hadriano Iunio Hornano interprete. Genf, Samuel Schott, 1616. 169, (7) SS. Mit 2 versch. Druckermarken an den Titeln. Pergamentband der Zeit auf 4 durchzogenen Bändern mit hs. Rückentitel. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Genfer Sammelausgabe (unter wechselndem Impressum beim Konsortium Chouet, Crispinus, Schott, Stoer, Etienne u. a. erschienen) der wichtigsten antiken Schriften zu Leben und Werk der großen Philosophen; "als Materialsammlung zur Ergänzung verlorener antiker Quellen unentbehrlich" (Tusc. Lex. Lit., 78). Zumeist im griechisch-lateinischen Paralleltext. Der letzte Teil (Eunapius), mit eigenem Titelblatt, wurde auch separat vertreiben. - Die Pagnierung etwas verworren, aber so komplett (vgl. auch OCLC: "Many errors in pagination"). Gegen Ende und vor allem zu Beginn stark wasserrandig und mit einigen Randläsuren. Der Einband fleckig; Vordergelenk angeplatzt. Am vorderen Vorsatz hs. Besitzvermerk des Prager Philosophiestudenten Gebhard Winsauer (dat. 1. Mai 1913).
  ¶ OCLC 65789352. Schweiger I, 114. Ebert 7069. Brunet II, 719.
 
The first Roman type used in Germany
20 Dionysius de Burgo Sancti Sepulcri. Commentarium in Valerianum Maximum. [Strasbourg, Adolf Rusch, c. 1471]. Folio (225 x 306 mm). 371 ff. (instead of 372: wants last blank f.; first blank glued to flyleaf). 36-38 lines. Roman type, 1:103R. Contemp. blindstampedhalf pigskin over wooden boards on three raised double bands with later giltstamped label to spine. Remains of a clasp (with attractively tooled brass boss on back cover).
  € 14,000
Only edition; variant with misprinted incipit ("heremitarnm"). Principal work of the Augustinian Dionysius de Robertis (c. 1280-1342) from Borgo San Sepolcro in Tuscany, Bishop of Monopoli in Lower Italy since 1340. The Humanist was a close friend of the younger poets Boccaccio and Petrarca (he even presented the latter with a ms. of St. Augustine's "Confessions"). "He was the first scholar to interpret classical authors at the University of Naples. Of his works written during this period, the only one to survive is his commentary of the 'Facta et dicta memorabilia' of Valerius Maximus, much appreciated by contemporaries and by posterity (some 30 mss., printed in Strasbourg c. 1470)" (cf. A. Zumkeller, in: LMA III, 1088). An abridged German version of the commentary was published in Augsburg in 1489. The collection of historical anecdotes (mainly from Roman history) was assembled by Valerianus Maximus for purposes of rhetorical training and remained popular throughout the Middle Ages. The present edition is a splendid example of the first Roman type used in Germany, introduced by Rusch in 1467 (cf. LGB² VI, 424). The printer is also referred to as "the R-Printer" or the "printer with the bizarre R"; his identity was revealed only by the research of Karl Dziatzko. - Some browning and brownstaining; slight worming near beginning and end. Not rubricated, but with contemporary ms. chapter headings throughout in the upper margins of recto pages; several marginalia by the same hand. Contemp. (erroneous) pagination is discontinued after fol. 202. A broken corner of the back cover has been replaced. Late Gothic blindstamping to pigskin. Presented to the Marlborough Free Public Library in 1910; formerly in the library of Dr. Hannah E. Bigelow of Marlborough, Massachusetts (cf. bookplates on front pastedown).
  ¶ HC 4103* (incorrectly states "369 ff."). Goff D-242. GW 8411. BSB-Ink D 173. BMC I, 63 (IB 629). Pell 3059. Sheppard 224. Proctor 237. Panzer I, 76. Walsh 74-76. Oates 97. Schweiger II, 1114f.
 

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21 [Einband]. Varela Hervias, Eulogio. Casa de la Villa de Madrid. Madrid, Ayuntamiento de Madrid, Comision de Cultura, 1951. XIV SS., 1 w. Bl., 29, (7) SS. Mit 53 Tafeln. Prächtiger blauer Maroquinband mit goldgepr. Deckelfileten und -bordüre, das Mittelfeld in rautenförmiger Blindprägung geschacht, die Schnittpunkte in Gold punziert; goldgepr. emblematisches Mittelstück. Rücken auf 5 erhabenen Bünden, mit goldgepr. Rückentitel und Rückenvergoldung nach dem Muster der Deckel. Reiche Innenkantenvergoldung; Buntpapiervorsätze. Dreiseitiger Goldschnitt. Folio (230:313 mm).
  € 350
Prächtiger dunkelblauer Maroquinband mit eigenh. Widmung des Altbundeskanzlers Josef Klaus an den Kultur- und Presserat der Botschaft Spaniens in Wien, Xavier Sellés Ferrando: "Herrn Dr. Xavier Sellés in freundlicher Erinnerung an unsere Zusammenarbeit für die Vorbereitung der Rede über die hispanidad am 12. 10. 1983 im Spanischen Kulturinstitut. Wien, Sauraugasse 15. September 83. J. Klaus". - Tadelloses Exemplar.
 

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First folio edition, very rare
22 Erpenius, Thomas (ed.) / Elmacinus, Georgius. [Tarih al-muslimin min sahib sari`at al-islam Abi-l-Qasim Muhammad ila d-daula al-atabikiya] id est, Historia Saracenica, qua res gestae muslimorum, inde a Muhammede primo imperii & religionis muslimicae auctore, usque ad initium imperii Atabacaei, per XLIX imperatorum successionem fidelissimé explicantur [...] Accedit & Roderici Ximenez, Archiepiscopi Toletani, Historia Arabum [...]. Leyden, ex typographia Erpeniana Linguarum Orientalium, prostant apud Iohannem Maire, & Elzevirios, 1625. Folio (210:322 mm). 2 parts in 1 vol. (16), 300, 39, (1) pp. Text printed in 2 cols. (Arabic text and Latin translation). Contemp. calf with five raised bands; giltstamped red label to spine; covers and spine compartments ruled in gilt.
  € 12,000
The very rare first folio edition of Elmacin's great chronicle, "Tarih al-muslimin Tarih" ("Kitab al-magmu` al-mu-barak"), with the complete Arabic text. A much less rare quarto edition was published simultaneously (containing the translation only, with quite different pagination [372, 75 pp.]: cf. Rahir, 197; Willems, 232). This "History of the Saracens" in fact constitutes a history of Islam from the time of Prophet Muhammed up to the year 1118 AD. "The folio edition of the 'Historia Saracenica' is truly the first historical work in Arabic to be published in Europe" (Smitskamp). It was printed with the Arabic type made specifically for the press of the editor Erpenius (1584-1624), which he had established in his own house soon after his return from Paris to Leyden in 1613, in which year he produced the first scientific western Grammar of Arabic. Erpenius, professor at Leyden, is remembered as "one of the men whom the study of oriental languages owes its resurrection" (cf. ADB). - Upper spine end repaired; joins beginning to split; corners somewhat bumped. Interior browned with some staining to margins; occasional pencil marginalia in Arabic. Like Smitskamp's copy (from the library of the orientalist and orthodox bishop Bernard de Sainte-Therese, d. 1669), our copy has the special feature of preserving in the preface both the cancelled leaf *5 and the cancel leaf, conjugate with the errata leaf. "In the corrected version of the preface Golius lays more emphasis on the provisionary character of the text edition and translation, especially in the poetical sections of the text, where Erpenius had very little material to compare with in establishing a correct Arabic text" (Smitskamp). Withdrawn from the library of the Roman church of Santa Maria in Campitelli with contemp. ownership note on title page. Originally from the library of the French orientalist and collector Barthélemy d'Herbelot de Molainville (1625-95), who studied in Rome under Allatius and composed the monumental "Bibliothèque orientale", with note "Ex dono D. Bartholomaei Diherbelot Galli" by the same hand on front flyleaf. - Very rare; only one copy listed in the last 30 years' auctions records (Sotheby's 1999: Burrell copy, with defective title page; GBP 9,200).
  ¶ Brunet II, 964. Schnurrer 155. Juynboll 111-114. Fück 71ff. Lambrecht 1833. Smitskamp PO, 85. Willems 231. Rahir 23, 196. Breugelmans 213. OCLC 257768985.
 

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23 Faber, Antonius [d. i. Leucht, Christian Leonhard]. Europäische Staats-Cantzley [...]. Nürnberg und o. O., 1697-1708. 12 Bde. in 11. Mit 12 gest. Frontispizen. Pergamentbände der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Die ersten 12 Bände der 1697 vom Arnstädter Juristen Christian Leonhard Leucht (1645-1716) gegründeten Zeitschrift, die nach seinem Tode fortgesetzt werden und bis 1760 auf 115 Teile (und sieben Registerbände) anschwellen sollte. "Enthält meist alles, was bey der Reichsversammlung zur Dictatur gekommen oder auch nur distribuirt war. Ein Werk, das alleine seitdem alle, die mit dem Teutschen Staatsrecht zu thun gehabt haben, in Stand gesetzt hat, sich mit den laufenden Reichssachen, die sonst nur in Archiven zu finden waren, bekannt zu machen, und solche noch bequemer, als aus Archiven, zur Hand zu haben" (Pütter). - Aus der Bibliothek des Regensburger Advokaten und Notars Sebastian Seelmann (vgl. Kobolt), seit 1668 unter dem Namen "Silvius" Mitglied des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, jeweils mit seinem eigenh. Besitzvermerk (häufig unter Zufügung des Jahres).
  ¶ VD 17, 1:018485G. Bircher D 704. Kirchner 1548. Pütter I, 307. Stintzing/L. III/1, 43. Humpert 1121. ADB XVIII, 475.
 
24 [Facetus]. Facetus in latin durch Sebastianu[m] Brant getütschet. [Basel, Michael Furter, um 1503]. (28) SS. Mit großer Holzschnittdruckermarke am Titel und kleinem Signet am vorletzten Blatt verso. Pappband um 1900. 4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Sehr seltene Basler Ausgabe des "Facetus". Jeweils nach den lateinischen Vers ist Sebastian Brants deutsche Übertragung in kleinerer Type gesetzt. Nur zwei Nachweise dieser Ausgabe über VD 16 (Öff. Bibliothek der Universität Basel; Stadtbibliothek Trier). - Der in manchen Überlieferungen einem Magister Johannes zugeschriebene "Facetus" gehört zur Gruppe der didaktisch-satirischen Literatur des Mittelalters. Bei dem auch als "antiquus facetus" bekannten Lehrgedicht handelt sich um eine Anstandslehre in paargereimten Hexametern; die darin zusammengefaßten Benehmensregeln sind für die Jugend gedacht und betreffen vor allem jene Bereiche "qui a morallissimo Cathone erant omissi" (Copinger 2411, Anm.), also auch und vor allem höchst weltliche Themen wie Trink- und Tischsitten ("Wann du das trinckgeschirr entphahst / Beyd hend du billich dar an laßst / Und halt es reccht zü beyder sydt / Mit zenen, lefftzen, halt es nyt"), Gesang, den Umgang mit Frauen im Allgemeinen und Speziellen, die richtige Art zu lachen und zu sprechen sowie zu reiten, die Kunst des Grüßens, Körperpflege, aber auch Eigenlob und Streit mit Vorgesetzten und Kommilitonen (vgl. LMA IV, 216, 2). - Gering gebräunt; das letzte Bl. (mit dem Schlußgedicht "Sabestianus Brant ad studiose indolis pueros") verso am hinteren Vorsatzblatt gegengeklebt. Das vorletzte Bl. mit kl. Papierdurchbruch im Innenrand und etwas angestaubt.
  ¶ VD 16, F 506. Weller Rep. 222.
 
25 Ferdinand I., römisch-deutscher König, ab 1558 Kaiser (1503-1564). [Anordnung des vierzigstündigen Gebetes zur Abwendung des Türkenkrieges]. Wien, [Singriener], 7. V. 1537. Einblattdruck mit Unterschrift im Holzschnittdruck. Qu.-Folio (ca. 474:352 mm).
  Price upon request or meanwhile sold
Aufruf des römischen Königs, Erzherzog Ferdinand, zum Gebet gegen die Türkengefahr, veröffentlicht in Form einer Mandatsflugschrift während des Ersten Österreichischen Türkenkriegs. Erst 1529 hatte die Hauptstadt die Erste Wiener Türkenbelagerung überstanden, doch war die Gefahr damit keineswegs abgewendet: 1537 trat Venedig in den Krieg ein; 1552 endlich schlugen die Osmanen die Österreicher bei Palast. Das Königreich Ungarn wurde dreigeteilt, Ferdinand mußte jährlich einen Tribut von 30.000 Dukaten zahlen. - "Wie gross man damals die Gefahr hielt, und neue verheerende Türkenzüge in die österreichischen Lande befürchtete, erhellt aus der Aufforderung König Ferdinand's an alle Unterthanen, durch ein inbrünstiges Gebet die Schrecken und Gräuel eines blutigen Krieges von den ohnehin so oft und schwer heimgesuchten Ländern abzuwenden" (Oberleitner, S. 68). - Faltspuren; einige kl. Randeinrisse und -ausrisse; ein kl. Fehlstelle im Text (alle fachmännisch hinterlegt). Eine zeitgenöss. Unterschrift in der unteren rechten Ecke.
  ¶ Mit einzelnen Abweichungen gedruckt in: Karl Oberleitner, Österreichs Finanzen und Kriegswesen unter Ferdinand I. vom Jahre 1522 bis 1564. Nach den Quellen des k. k. Finanz-Ministerial-Archivs (= Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen XXII. Wien, 1860), S. 151f. (nach dem gedruckten Exemplar im Archiv des k. k. Finanzministeriums). Nicht im VD 16. Nicht bei Mayer. Nicht in der ÖNB.
 
26 Ferrarius, Sigismund [d. i. Leucht, Christian Leonhard]. Cronen zur Zierd und Schutz des Heiligen Römischen Reichs auf denen Häuptern der allerdurchläuchtigsten und großmächtigsten Römischen Käyserin, und Römischen Königs Eleonorä und Josephi, etc. Nürnberg, Leonhard Loschge, 1690. (2), 152, (2), 153- 198, 110, (2) SS. Mit gest. Frontispiz, 12 Portraitkupfern und 20 teils doppelblattgroßen, z. T. numerierten gest. bzw. rad. Illustrationen auf 11 Tafeln. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 4to.
  € 750
Erste Ausgabe. - Beschreibung der Wahl und Krönung Josephs I. zum deutschen Kaiser in Augsburg. Die Tafeln mit Krönungs-Insignien, Portraits der Kurfürsten etc.; gegenüber den vom Tafelverzeichnis geforderten Tafeln sind noch zwei weitere Kupferstiche, die Kür und Krönung Josephs I. darstellend, enthalten. Der Arnstädter Jurist Christian Leonhard Leucht (1645-1716) wurde 1690 kaiserlicher Pfalzgraf, später Ratsconsulent in Nürnberg (vgl. ADB XVIII, 475). - Aus der Bibliothek des Regensburger Advokaten und Notars Sebastian Seelmann (vgl. Kobolt), seit 1668 unter dem Namen "Silvius" Mitglied des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, mit seinem eigenh. Besitzvermerk am Frontispiz (dat. 1690).
  ¶ VD 17, 3:303155C. Weller (Pseud.) 193. STC L 630. Lipperheide 2512. Vinet 673.
 

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27 [Friedrich Wilhelm II. von Preußen]. Trauerrede auf des Höchstseligen Königs von Preußen Friedrich Wilhelms II. Majestät, über den Text, Ap. Gesch. 13, 21 und 22: Und Gott gab ihnen Saul, den Sohn Kis, etc. "Deutschland", o. Dr., 1797. VIII, (9)-56 SS. (Beigebunden) II: Lavater, Johann Caspar. An das Directorium der französischen Republik. Nebst einer Litanei, fürs ganze Leben brauchbar. "Schweiz" [d. i. Leipzig, P. Ph. Wolf], 1798. 23, (1) SS. Spätere Broschur. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
I: "Rar! [...] Vorbericht des Herausgebers dat. Berlin, den 23. Nov. 1797. Unter dem Deckmantel 'Trauerrede' verbrigt sich eine scharfe Satyre auf die Regierung des Königs und die damaligen schlimmen Berliner Zustände" (Hayn/G.) - II: Seltene Ausgabe von Lavaters Protestnote gegen die Unterdrückung der Schweizer durch die revolutionären Franzosen, auch verbreitet unter dem Titel "Wort eines freien Schweizers an die große Nation": "Am 10. Mai 1798 faßte er [...] alle Anklagen zusammen, die er als Patriot und Diener der Wahrheit gegen die Franzosen erheben konnte, und sandte sie entschlossenen Muthes an den Director Rewbell. Als er nach Ablauf eines Monates eine aus Sophismen zusammengesetzte officielle Antwort aus dem Directorium erhielt, erneuerte er seinen Protest" (ADB). Datiert "Zürich, d. 10. Mai 1798 [...] Im ersten Jahr der Schweizerischen Sklaverei". "Der Druck wurde wider Lavaters Willen nach einer Abschrift von einem Unbekannten herausgegeben [...] S. 19-23 die Litanei" (Schulte-S.). - Leicht gebräunt; die Broschur etwas knittrig.
  ¶ I: Hayn/Gotendorf II, 460f. Weller, Druckorte I, 171 (ohne Auflösung). II: Goedeke IV/1, 275, 84 a. Schulte-Strathaus 132, 220 b. Barth I, 4076. Weller, Druckorte I, 174. ADB 18, 793. Vgl. Borst 817 (Druckvariante mit anderer Kollation).
 
28 Funk, Franz. Das Verzeichniß der Vielperzentigen. Ein zeitgemäßer Schema renomirter Kapitalisten Wiens, die für zwölf, achtzehn, vier und zwanzig, sechs und dreißig und mehr Perzent ihr Geld ausleihen. Wien, Selbstverlag (Schmidbauer u. Holzwarth für den Herausgeber), 1848. 73, (7) SS. Buntpapier-Heftstreifen. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Unter dem Spottmotto "vox popoli, vox Dei" stehendes polemisches Namensverzeichnis der Wiener Geldverleiher und Wucherer mit launigen Beschreibungen der Betroffenen, erschienen im April des Revolutionsjahrs 1848. Am Titel Vermerk: "Zweite Auflage des ersten Bogens". - Unbedeutend braunfleckig; einzelne Lagen bzw. Doppelblätter gelockert.
 
29 [Gartenbau]. Der wohl-informirte Gärtner, welcher gute Anweisung gibt, wie man auf das beste einen schönen fruchtbaren Baum- Blumen- wie auch Küchen- Kräuter- und Wien-Garten anrichten, und guten Nutzen davon erheben möge; allen Garten-Liebhabern sehr nutz- und dienlich. Augsburg, Andreas Brinhaußer, 1757. 151, (1) SS. Mit gest. Frontispiz (alt bis auf den Plattenrand beschnitten und aufgezogen). Marmorierter Pappband der Zeit. 8vo.
  € 350
Sehr seltenes, frühes Gartenbuch, teilweise textident mit dem späteren "Kunstgärtner" des Isidorus Antophilus, dem das Werk wohl als Quelle diente. Unter vorliegendem Titel nur ein Exemplar einer späteren Ausgabe nachweisbar (Augsburg, 1778 - Stift Heiligenkreuz). - Etwas gebräunt; Einband berieben.
  ¶ Nicht bei Dochnahl.
 

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30 [Prayerbook]. Low German manuscript on paper. North Germany or Lower Rhine, early 16th c. 8vo (105:162 mm). 242 ff. Size of sheet 150:97 mm. Text area 120:70 mm. 19-21 lines. Gothic type in dark brown ink, heightenings in red. Rubricated, with numerous lombards in red. Brown contemp. calf over wooden boards with remains of brass clasps, spine made of tinted vellum. All edges red.
  € 7,500
Private prayer book for the period from Easter to Pentecost. Very neat textura manuscript, written by one hand, with three insertions by a later hand (on separate folios in a smaller format, 1 defective) as well as later addenda on last 2 ff. - Pastedowns renewed. Joints brittle, covering cracked there.
 

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Die Verteidigung des weiblichen Geschlechts
31 Gedik, Simon. Defensio sexus muliebris, opposita futilissimae disputationi recens editae, qua suppresso authoris & typographi nomine blaspheme contenditur, mulieres homines non esse. Leipzig, Michael Lantzenberger [für Henning Grosse], 1595. (62) SS., l. w. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. (Beigebunden) II: Admonitio theologicae facultatis in Academia Witebergensi, ad scholasticam iuventutem, de libello famoso & blasphemo recens sparso, cuius titulus est: Disputatio nova contra mulieres, qua ostenditur, eas homines non esse. Wittenberg, Matthäus Welacks Witwe, 1595. (12) SS. Pappband um 1900. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 4to.
  € 2,500
Die zwei wichtigsten Reaktionen auf die anonyme antifeministische Skandalschrift "Disputatio nova contra mulieres, qua probatur eas homines non esse" (o. O., 1595; VD 16, ZV 4618), die das Menschsein der Frauen (und damit zugleich ihre Heilsfähigkeit) in Abrede stellte. Die Polemik gab dem 17. Jahrhundert "den Anstoß für eine ganze Welle von Satiren im Stil der Querelle des Femmes [...] Die theologische Fakultät von Wittenberg warnt die studentische Jugend vor der Lektüre, [...] und der Leipziger Professor für hebräische Schrache und Hallenser Hauptpastor Simon Gediccus [1551-1631] gibt im selben Jahr eine 'Defensio sexus muliebris' heraus, in der er die Thesen fein säuberlich widerlegt. Die 'Disputatio' und die 'Defensio' werden später gerne zusammen publiziert und erhalten eine Umarbeitung in einen Dialog zwischen einem frauenfeindlichen Benediktiner und einem frauenfreundlichen Jesuiten, welche 1618 und in mindestens vier weiteren Auflagen unter dem Titel 'Ob die Weiber Menschen seyn, oder nicht?' erscheint" (U. Kundert, Konfliktverläufe. Normen der Geschlechterbeziehungen in Texten des 17. Jahrhunderts. Berlin, 2004, S. 115). - Papierbedingt durchgehend gebräunt; alter hs. Vermerk am letzten Bl. Aus dem Besitz des Juristen Christian Friedrich Eberhard (1753-1818) mit seinem Exlibris am vorderen Innendeckel. Beide Drucke von großer Seltenheit, kein Nachweis auf dt. Auktionen seit 1950.
  ¶ I: VD 16, G 652. - II: VD 16, W 3701.
 

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32 Germanus de Silesia, Dominicus. Fabrica overo dittionario della lingua volgare arabica, et italiana, copioso de voci; & locutioni, con osservare la frase dell'una & dell'altra lingua. Rome, nella Stampa della Sac. Congreg. de Propag. Fede, 1636. 4to. (10), 102 pp. With woodcut printer's device on t. p. Contemp. vellum.
  € 1,400
First and only edition of this grammar of vulgar arabic, the first publication of the Congregatio de Propaganda Fide press to use Arabic type. Not to be confused with the same author's Arabic-Italian dictionary, published in 1639. "Exceedingly useful for its comments on the language of everyday life" (cf. Ebert). Dominicus (1585-1670) taught Arabic at the Congregatio de Propaganda Fide since 1636 and collaborated on their Bible project. His magnum opus, one of the first literal Quran translations, was not rediscovered and published until 1883. - Slightly browned as usual; two small cut-outs in the title restored. From the collection of the British orientalist R(ichard) M(ichael) Burrell (University of London School of Oriental and African Studies) with his bookplate on front pastedown. Rare.
  ¶ Fück 77f. Schnurrer 67. Graf IV, 177. Lambrecht 464. Smitskamp PO 224. Not in Libreria Vinciana.
 

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"The finest illustrations of the Hyginus constellations"
33 Gheyn, Jakob de. Arataea, sive signa coelestia: in quibus astronomicae speculationes veterum ad archetypa vetustissimi Arataeorum Caesaris Germanici codicis 44 aereis formis expressae, artificiose ob oculos ponuntur. Amsterdam, J. Janssonius, 1621. Folio. With 43 (instead of 44) coloured engravings by Dolendo after J. de Gheyn. Contemp. limp vellum with ms. shelfmark to spine.
  € 25,000
Scarce first separate edition of de Gheyn's beautiful constellations. With 43 (out of 44) coloured plates, each constellation with dark blue background based on the colouring of the famous Aratea manuscript in Leiden. - Wants the final unnumbered plate depicting the celestical globe. Occasional slight staining to blank margins; title with rebacked marginal cutout, 3 plates with restored marginal tears. Altogether a fine copy.
  ¶ Warner, The Sky Explored, 93, 1a. Hollstein VII, 119, 51-95. Bartsch III, 119, 35-55. Bibl. Belgica III, G 320 (note). Cf. Thieme/B. XIII, 530ff. Brunet II, 1766 ("Recueil rare et recherché").
 

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34 Giraldi, Giovanni Battista. Hecatommithi, overo Cento Novelle di M. Giovanbattista Giraldi Cinthio [...]. Venedig, (Francesco Rampazettos Erben für) Fabio & Agostino Zoppini, (1579-)1580. 2 Teile in einem Band. (8), 251 Bll., l. w. Bl. 232, (8) Bll. Mit 2 (wdh.) Druckermarken in Holzschnitt. Pergamentband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. 4to.
  € 650
Noch frühe Ausgabe von Giraldis bekanntestem Werk (EA 1565), einer Novellensammlung im Stile Boccaccios und Bandellos, das u. a. Shakespeare die Stoffe für "Maß für Maß" und "Othello" lieferte. Der Literat, Dramatiker, Philosoph und Mediziner Giovanni Battista Giraldi (1504-73) aus Ferrara ist unter dem Namen "Cinzio" bekannt. - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig; der zweite Teil stärker wasserrandig. Gelenke angeplatzt.
  ¶ Edit 16, CNCE 40737. BM-STC Italian 305. Diese Ausgabe nicht bei Adams. Vgl. Hayn/Gotendorf II, 714.
 

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Erste Gesamtausgabe des "ältesten Wiener Kunstblatts"
35 [Hansch, Michael Gottlieb (Hrsg.)]. Das merckwürdige Wienn, oder Unterredungen von verschiedenen daselbst befindlichen Merckwürdigkeiten der Natur und Kunst. "Franckfurt und Leipzig" (d. i. Wien), Johann Paul Krauß, 1744. (4), 231 (recte: 181), (5) SS. Mit gest. Frontispiz (Kaiserin Elisabeth Christine, Gemahlin Karls VI.) und 15 (teils gefalt.) gest. Tafeln. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und floraler Rückenvergoldung. 4to.
  € 850
Titelauflage des "ältesten Wiener Kunstblatts" (Kábdebo), des von Jänner bis März 1727 in Wien unter fast identischem Titel erschienen Periodikums ("Das Merckwürdige Wienn, oder Monathliche Unterredungen [...]"), herausgegeben vom Philosophen und Mathematiker M. G. Hansch (1683-1749) und von Holzmann/Bohatta mit Fragezeichen dem als Verleger fungierenden Johann Karl Newen von Newenstein zugeschrieben. "Die drei Stücke erschienen wesentlich verspätet. Die unverkauft gebliebenen Exemplare wurden unter Weglassung der Stücktitel, der Vorrede, der Dedikationen und der Inhaltsverzeichnisse mit einem neugedruckten Titelblatt, einer Vorrede und einem Gesamtregister versehen und vom Wiener Buchhändler Johann Paul Krauß 1744 mit dem Impressum 'Franckfurt und Leipzig, bey Johann Paul Krauß, Buchhandlern. 1744' als Titelaufl. herausgegeben" (ORBI). Enthält Beiträge über die Sonnenuhren, Phaenomenorum coelestium, ägyptische Mumien, die "Schwartzenbergische Feuer-Machine", alte Römische Inscriptiones, Vergleichung eines Codicis Biblici Latini u. v. a., alles mit entsprechenden Illustrationen (von J. J. Sedelmayr d. J., Salomon Kleiner, J. A. Corvinus, J. G. Aurbauch, Johann Adam Schmutzer und Franz von Stampart). Der Philosoph Hansch ist nicht nur bekannt wegen seiner Freundschaft mit Wolff und Leibniz, sondern auch als Käufer und Herausgeber des handschriftlichen Nachlasses Johannes Keplers. - Etwas braunfleckig, teils auch unbedeutend wasserrandig. Gegen Ende kleine Wurmspur im Text. Titel mit geringfügigen Randläsuren und Stempelrasur.
  ¶ ORBI 3,2:845 (mit Abb.). Vgl. Holzmann/Bohatta VII, 11455 (Wien 1727). Kirchner 82. Zenker 120.
 

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36 Heckler, Johann Baptist. Weinbaulehre oder faßliche Anweisung zur Anlegung und Behandlung der Weinberge zur Weinbereitung, Weinbehandlung, sowie über die Gebrechen der Weine und deren Verhütung. Zum Selbstunterricht nach fünfzigjähriger Erfahrung beschrieben. Frankfurt am Main, J. D. Sauerländer, 1858. XII, 136 SS. Halbleinenband der Zeit; die bedr. Original-Broschurdeckel aufgezogen. 8vo.
  € 120
Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage (EA 1856). Johann Baptist Heckler (1776-1860) war Weingutsbesitzer, Apotheker und Bürgermeister in Eltville am Rhein. Staatskanzler Metternich holte ihn 1827 nach Schloß Johannisberg, dessen Weinbau und Kellerwirtschaft er bis 1849 als Oberkellermeister leitete. - Braunfleckig und wasserrandig. Am Titel verso Ausscheidestempel einer tschechischen Bibliothek.
  ¶ Schoene 2043. Simon, Bibl. Vinaria 312 ("Weinlehre").
 

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37 Henisch, Georg. De numeratione multiplici, vetere et recenti. Augsburg, David Franck, 1605. (5), 107 SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel, mehreren Textholzschnitten und 2 Falttabellen. Pergamentband der Zeit. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Erste Ausgabe dieses bemerkenswerten Handbuchs der Zahlenlehre, das nicht nur die verschiedenen Zahlzeichen und -systeme der Römer, Griechen, Hebräer, Chaldäer und Ägypter vorstellt, sondern u. a. auch Rechenschreibweisen und Punktier- bzw. Bogenverfahren zur Stellenmarkierung anbietet. Grundlegend wird der Begriff der Zahl logisch-philosophisch gefaßt, Cardinalia werden von Ordinalia, Relativa, Multiplicativa etc. abgegrenzt, es werden orthographische Feinheiten behandelt, und sogar Figuren der Rhetorik und Tropen (Pleonasmus, Ellipse, Periphrase, Synekdoche etc.) werden aus der Mathematik hergeleitet und erklärt. - Der aus dem ungarischen Bartfeld stammende Henisch (1549-1618) lehrte als Professor für Logik und Mathematik am Augsburger Annagymnasium, unterrichtete die alten Sprachen, verfaßte das erste deutsche Wörterbuch, stand der Stadtbibliothek vor (sein 1600 erschienener Katalog derselben ist das älteste gedruckte Werk seiner Gattung) und führte bis zu seinem Tode eine vielfrequentierte Arztpraxis. "Henisch gehört zu dem weit über Augsburg hinaus wirkenden Späthumanistenkreis an der Wende vom 16. zum 17. Jh. [...] Henisch war der Mathematiker und Naturwissenschaftler, aber auch der Germianist dieses Kreises [...] In der Kaufmannsstadt Ausgburg war der Humanismus wesentlich auf praktische Erkenntnisse und Ergebnisse gerichtet. Henisch kam den Wünschen des nüchternen, rechnenden und zählenden Bürgertums entgegen. Seine Schriften tragen einen stark rationalen Zug [...] Krone der Wissenschaften war ihm die Mathematik. Er hat den Schülern des Gymnasiums Arithmetik, Geometrie und Astronomie nahegebracht, und aus praktischen Gründen erfreute er sich höherer Gunst durch die Bürger als die Philologen Hoeschel und Wolf" (NDB). "His mathematical oeuvre had some currency: an English compilation by F. Cooke, 'The principles of geometrie, astronomie, and geographie: Gathered out of G. Henischius, etc.' was published in 1591" (Macclesfield cat.). - Einband mit Spuren behutsamer Restaurierung. Einige wenige hs. Textkorrekturen der Zeit, das letzte Blatt mit unauffällig restauriertem Einriß, sonst praktisch durchgehend sehr sauber und ungebräunt. Sehr selten; seit 1950 international nur ein Exemplar auf Auktionen nachweisbar (Macclesfield copy, mit nur einer Falttafel). Aus der Bibliothek des Augsburger Mediziners und Sammlers Hans-Joachim Trautner (1916-2001, Präsident der Bibliophilen-Gesellschaft) mit seinem Wappenexlibris am vorderen Innendeckel.
  ¶ VD 17, 23:304843Y. NDB VIII, 525. Zedler XII, 1371. Jöcher II, 1490. Macclesfield 1401 (1320 GBP; dort inkomplett).
 
38 [Histoire de l'Académie Royale]. Histoire de l'Académie Royale des Inscriptions et Belles Lettres, depuis son etablissement jusqu'à present. Avec les m´moires de littérature tirez des registres de cette Académie, depuis son renouvellement jusqu'en MDCCX. Tome premier (-cinquième). Paris, Imprimerie Royale, 1717-1729. 5 Bde. Mit zus. 3 Frontispizen, 5 gest. Titelvignetten, 48 gest. Tafeln, 18 Textkupfern und -vignetten sowie 8 gest. Initialen. Lederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und reicher Rückenvergoldung. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Marmorvorsätze. Gr.-4to.
  € 600
Dekorative Reihe der ersten fünf Bände der "Geschichte der Königlichen Akademie der Schönen Wissenschaften zu Paris". Die Zeitschrift sollte bis 1843 auf 51 Bände anwachsen. - Zahlreiche philologische Passagen in griechischer und hebräischer Sprache; die Kupferstiche zu Numismatik, Archäologie, Musik, Geographie etc. - Sauber und kaum gebräunt; relativ breitrandiges Exemplar.
  ¶ ZDB-ID 448905-6. OCLC 9091297.
 

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Vintage photographs of European birds of prey
39 Hodek, Eduard. Die europäischen Raubvögel. Präparirt von E. Hodek. Erste Serie [= all published]. Vienna, Erste Wiener Vereins Buchdruckerei, 1874. Oblong 4to. With 40 mounted original photographs (137 x 105 mm) by C. Wrabetz, Vienna, on 20 plates. Stored loosely in original brocade silk wrappers within contemp. cloth case with blindstamped and giltstamped cover borders; title to gilt spine; all edges gilt.
  € 4,500
Bibliographically unrecorded series of vintage photographs of European birds of prey, originally conceived by the Viennese zoologist and taxidermist Eduard Hodek (b. 1827) as a five-series set, but discontinued after this present first issue. The plates depict twenty birds of prey mounted by Hodek and photographed by C. Wrabetz from two different perspectives each. In his introduction, Hodek briefly outlines the intentions which guided him "in mounting and presenting the birds" (e. g., "Egyptian Vulture. Aged female. Still hungry, she eyes her stronger rivals at the carrion, biding her time"). - The images depict: Monk Vulture, Egyptian Vulture, Imperial Eagle, Booted Eagle, Lesser Spotted Eagle, White-tailed Eagle, Saker Falcon, Peregrine Falcon (old female and young male), Hobby, Pygmy Falcon, Kestrel, Hawk, Sparrowhawk, Rough-legged Buzzard, Red Kite, Hen Harrier, Little Owl, Eagle-owl, and Ural Owl. - The Viennese ornithologist Eduard Hodek accompanied Archduke Franz Ferdinand on his circumnavigation of the world and Crown Prince Rudolf on his 1878 Danube expedition. His scientific archive is preserved at Vienna's Natural History Museum, the library of which holds the only other known copy of his "Europäische Raubvögel" (40 original photographs corresponding to ours, no sequel published). - Case slightly rubbed and bumped, with a few insignificant defects to the cloth. Front hinge beginning to tear; wants a clasp. Slightly browned, with some foxing and fingerstaining. Of the utmost rarity; no copy listed via OCLC or KVK.
  ¶ Not in Nissen, Ripley/Scribner, Zimmer, Sitwell/R., Heidtmann, or Krieg.
 

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40 Jahn, Johann. Elementa aramaicae seu chaldaeo-syriacae lingua, latine reddita, et nonnullis accessionibus aucta ab A. Oberleitner. Wien, Anton Schmid, 1820. XVI, (4), 196, XXX, (2) SS. Halblederband der Zeit mit etwas Rückenvergoldung und goldgepr. rotem Rückenschildchen. 8vo.
  € 120
Erste lateinische Ausgabe; die deutsche EA war bereits 1793 erschienen. - Einband berieben; Ecken und Kanten bestoßen; Gelenke angeplatzt. Mit Gebrauchsspuren, Anstreichungen und Besitzeinträgen von zahlreichen Studentenhänden, zu denen unter anderem der Theologe Johann Schneider (1840-1905; vgl. Wurzbach XXXI, 35) und der Kunsthistoriker Cyriak Bodenstein (1846-1921; vgl. Czeike I, 410) zählen.
  ¶ Wurzbach X, 44.
 

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41 Jansenius, Cornelius. Tetrateuchus, sive commentarius in sancta Jesu Christi Evangelia. Editio nova accuratior. Paris, Louis Roullands Sohn, 1688. (8), 4, 400, 364, (32) SS. Französischer Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und reizvoller Rückenvergoldung. Stehkantenvergoldung; dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Gr.-4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Spätere Ausgabe. Vermutlich erstmals 1639 erschienen, erlebte dieser Kommentar zahlreiche Auflagen. Verfaßt von Cornelius Jansenius d. J. (1585-1638), dem die Jansenisten ihren Namen verdanken. - Die Bll. M1 und O3 mit geringen Ausrissen am Unterrand (kein Textverlust); die Lagen pp und qq gegeneinander verbunden. Kaum gebräunt; gelegentlich unbedeutend braunfleckig, gelegentliche kl. Randläsuren. Einband an Ecken und Kanten bestoßen; Kapitale defekt. Exemplar aus der Bibliothek des Kardinals Frédéric Jérôme de Roye de La Rochefoucauld, Erzbischof von Bourges und Abt von Cluny (1701-57), mit seinem gest. Wappenexlibris am vorderen Innendeckel und dem Exlibris der erzbischöflichen Bibliothek von Bourges am hinteren Innendeckel. Später in der Sammlung Dr. Eduard Kamenicky (1925-2008) mit seinem eigenh. Erwerbungsvermerk von 1956 lose einliegend; am vorderen Innendeckel Buchhändleretikett Boudot-Lamotte, Paris (Öhlberger 255).
  ¶ Vgl. ADB XIII, 706.
 
Tiroler Wallfahrtsbilder
42 Jezl, Jacob. Die vollständige Folge der "Schwarzmander" in der Innsbrucker Hofkirche. [Innsbruck, um 1715]. 28 durchlaufend numerierte Radierungen (62:118 mm bei einem Blattmaß von 220:345 mm) auf 14 Bll. (jeweils recto u. verso bedruckt, Blattmaß Die letzte in der Platte signiert In losen Bogen ineinandergelt, die Blätter jeweils von zeitgenössischer Hand mit ausführlicher dt. Beschreibung der Dargestellten versehen.
  € 2,800
Bemerkenswertes Besipiel naiver Tiroler Volkskunst des Hochbarock. Die Radierungen dokumentieren das Skulpturenprogramm am Grabmal Kaiser Maximilians in der Innsbrucker Hofkirche und zeigen alle 28 um den Kenotaph des Kaisers wachenden "Schwarz-Mander". Die Bilder der hier komplett vorliegenden Folge wurden mit Sicherheit in der Innsbrucker Hofkirche auch einzeln als Wallfahrtsbilder ausgegeben. Während der handschriftliche Text dem Werk Mildorfers folgt, sind die Radierung völlig unabhängig von den dort veröffentlichten Abbildungen und wohl auch etwas früher als diese entstanden. - Der aus einer Innsbrucker Goldschmied- und Medailleurfamilie stammende Jakob Jezl (1677-1748) lernte das Radierhandwerk unter seinem gleichnamigen Vater, der der Regierung und den Ständen von Innsbruck wiederholt "kleinere Arbeiten lieferte" (Thieme/B.). Wie schon sein Vater verfertigte auch er "eine Reihe von Gelegenheitsbildern mit Darstellungen von Ehrenpforten, Wallfahrtsandenken, Exlibris u. dgl., doch alles ohne jegliche Kenntnis von Anatomie oder Perspektive. Besonders kläglich fiel der Stich der Bronzestatuen der Innsbrucker Hofkirche aus" (ebenda). Nur das erste und letzte Blatt etwas angestaubt bzw. im Rand leicht knittrig. Die ersten drei Radierungen zeitgenössisch koloriert. Die vollständige Serie in einem außergewöhnlich breitrandigen Exemplar und durchwegs klaren Abzügen auf gänzlich unbeschnittenen Bögen.
  ¶ Thieme/Becker XVIII, 549.
 

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43 Joseph Piringer (resp.) / Johann Ivancsics & Johann Baptist Obermayr (praes.). Assertiones ex universa theologia [...]. [Wien], Kaliwoda, 1767. (16) SS. (Beigebunden:) Cyprianus, Caecilius, Hl. Epistolae D. Caecilii Cypriani Carthaginensis episcopi totius Africae primatis et gloriosissimi martyris. Tyrnau, typis Academicis Societatis Jesu, 1755. (8), 380 SS. Mit Holzschnittvignette am Titel. Roter Maroquinband der Zeit mit goldgepr. Deckelbordüre und Eckfleurons, goldgepr. rotem Rückenschildchen und hübscher floraler Rückenvergoldung. Dreiseitiger Goldschnitt. Marmorvorsätze. 4to.
  € 450
Tyrnauer Jesuitenausgabe der Briefe des C. Cyprianus (3. Jh. n. Chr.). Vorgebunden ist eine Prüfungsschrift für den Priester und Theologen Joseph Piringer aus der Erzdiözsese Esztergom, Absolvent des (von den Jesuiten geleiteten) Wiener Pazmaneums (offensichtlich nicht ident mit dem von de Backer/Sommervogel verzeichneten gleichnamigen Jesuiten aus Kopenhagen [1713-84], der jung nach Wien kam und u. a. in Hermannstadt, Ofen, Klagenfurt und Preßburg wirkte). Er widmet die Schrift (deren Vortitel auf Cyprianus' "Epistolae" verweist und die somit mit der Briefausgabe eine auch bibliographische Einheit bildet) dem Kardinal und Erzbischof von Wien Christoph Migazzi, Bischof von Waitzen (Ungarn). - Ansprechendes Exemplar.
 

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44 [Josephinica]. Vorschlag: wie die Wohlfeilheit der Eßwaaren in Wien hergestellet werden könne. Ein Anhang zu der Abhandlung: woher die Theuerung der Eßwaaren in Wien ihren Ursprung habe. Wien, Joseph Georg Oehler, 1790. 30 SS., l. w. Bl. Interimsbroschur der Zeit. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Entwurf zu einer Wiener Marktordnung als Reaktion auf die starke Teuerung der Lebensmittelpreise in den Städten - eine Folge des Türkenkrieges, dem Österreich Anfang 1788 beigetreten war. - Etwas gebräunt, gegen Ende auch wasserrandig. Monogrammstempel "Dr. GM".
  ¶ Wernigg 2804.
 
45 Keckermann, Bartholomäus. Systema astronomiae compendiosum in gymnasio Dantiscano olim praelectum & 2 libris adornatum. Hanau, Wilhelm Antonius' Erben, 1611. 4, 295, (3) pp., last blank f. With several woodcuts in the text and two different printer's devices. (Bound with) II: Systema Geographicum [...] Adiecta sunt in fine aliquot problemata nautica. Ibid., 1611. 2 pts., each with separate title. 192, 76 pp., 2 last blank ff. With two woodcut printer's devices. (Bound with) III: De natura et proprietatibus historiae, commentarius. Hanau, Wilhelm Antonius, 1610. 223, (1) pp. With woodcut printer's device; wants a folding table. (Bound with) IV: Contemplatio gemina; prior, ex generali physica de loco; altera, ex speciali, de terraemotu; potissimum illo stupendo, qui fuit anno 1601, mense Septembri. Ibid., 1607. 2 consecutively paginated pts. (24), 248 pp. With woodcut printer's device. (Bound with) V: Introductio ad lectionem Ciceronis, et aliorum oratiorum fructusiorem & dexteriorem, pertinens ad specialem partem systematis rhetorici. Ibid., 1610. 80 pp. With woodcut printer's device. Contemp. vellum with traces of a ms. label to spine. 8vo.
  € 6,500
Sammelband with five rare works by the polymath and theologian Bartholomäus Keckermann (c. 1572-1609), mostly in their first or only edition (one in its second): his mostly posthumously published lectures on astronomy, geography (with a treatise on navigation!), on history, natural philosophy (topography and seismology), as well as on philology and rhetorics. - I: Keckermann's "System of astronomy", here published posthumously for the first time, is a conservative, instructional treatment of a dying world view, of principal interest because it gives maturest expression to scholastic philosophy as it survived until the early 17th century. (In this connection, Zinner [36] notes that even Kepler's teacher Mästlin cites proofs for the earth's immobility in his textbook as late as 1624.) The woodcuts treat ecliptics, orbits, the doctrine of spheres, the zodiac, etc. - II: Keckermann's geography lecture (first ed.) includes a treatise on navigation which is preceded by a separate title page. Although both parts are clearly indicated on the first title as belonging together and are listed together by VD 17, the same source locates no complete copy, but only a single copy of each part without the other (pt. 1: SLUB Dresden; pt. 2: HAB Wolfenbüttel). - III: First edition of Keckermann's history lecture, posthumously edited by David Schumann. Wants the table opposite p. 112 (after f. G8), supplied in facsimile. - IV: Second edition. Keckermann first published this Aristotelian treatise on topography ("De locatione et loco") in Heidelberg in 1598. The present edition is the first to contain his treatise on earthquakes - one of the earliest scientific approaches to this discipline later known as seismology. Keckermann became interested in the phenomenon through the great Swiss earthquake in September 1601, when a landslide caused a tsunami in Lake Lucerne, damaging the city of Lucerne significantly. - V: The volume is concluded by Keckermann's exemplary treatment of Cicero as an introduction to rhetorics. - Keckermann studied at Wittenberg since 1590, later in Leipzig and Heidelberg, where he became professor of Hebrew. "Keckermann's growing reputation had resulted in an invitation in 1597 from the Danzig senate to return to that city's Gymnasium [...] At the Danzig Gymnasium, Keckermann tried to implement a Ramist reform of the curriculum with a scheme intended to give youths an encyclopedic education within three years. In this new 'cursus philosophicus' the first year was devoted to logic and physics, the second year to mathematics and metaphysics, and the third to ethics, economics, and politics. The key to this syllabus was Keckermann's systematic method, which was influenced by the view of Petrus Ramus that the correct approach to a discipline is topical and analytical, rather than historical or narrative [...] In his lectures at Danzig, he made abundant use of his systematic method. In its published form the typical lecture course is entitled 'Systema ...' [...] These works are philosophical and pedagogical in character [...] Their main interest lies perhaps in their illustration of the content of university courses in mathematics and natural philosophy in the early years of the seventeenth century" (DSB VII, 268f.). - Keckermann is considered the "possibly most gifted and most independent reformed theologian of orthodoxy" (NDB XI, 389) and father of the so-called "analytic method" of exegesis. - Some browning due to paper. Deleted ms. ownership note and stamp of a Capuchin library (slight paper defects; professionally restored).
  ¶ I: VD 17, 39:115121L. Zinner 4317. Jöcher/Adelung III, 152, 13. - II: VD 17, 14:656061K (pt. 2 separately: VD 17, 23:270176F). Jöcher/Adelung III, 152, 19 ("1612"). - III: VD 17, 12:206894V. Jöcher/Adelung III, 152, 12. BL (German Books) K 37. - IV: VD 17, 39:132321Q. Jöcher/Adelung III, 152, 7. - V: VD 17, 3:314474G.
 

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46 [Keller, Franz, SJ.] / Höller, Anton, SJ. Monumenta religionis augustae, seu colossi dei et divorum honoribus caesarum Austriacorum munifica pietati Vinnae erecti. Wien, Maria Theresia Voigt Wwe., 1732. (80) SS. Mit 3 mehrf. gefalt. gest. Tafeln und einigen Holzschnittvignetten. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Geheftet. 8vo.
  € 350
Seltene Beschreibung dreier Wiener Säulenstandbilder: der Pestsäule am Graben, der Mariensäule am Hof und des Vermählungsbrunnens am Hohen Markt. Der Linzer Jesuit Keller, dessen frühestes Werk dies ist, lehrte in Wien und starb als Superior von Preßburg. Das Werk wird auch seinem Ordensbruder Anton Höller zugeschrieben, der am Titel als Promotor angegeben ist. Im Folgejahr veröffentlichte Keller (diesmal bei van Ghelen, wieder mit Höller als Promotor) seine "Augusta Carolinae Virtutis Monumenta" mit fünf Ansichtstafeln. - Etwas braunfleckig. Die Pestsäulen-Tafel mit alt restauriertem Einriß; kl. Einriß in der Mariensäulen-Tafel (ohne Bildberührung). Nur 5 Nachweise in Bibliotheken (ÖNB, Wienbibliothek, BSB, Stift Kremsmünster, Göttingen).
  ¶ Gugitz 12806. Holzmann/Bohatta III, 5259. De Backer/Sommervogel IV, 980, 1. Wurzbach IX, 113.
 

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47 Klauserwiz, Nikolaus. Seria mixta jocis seu libri tres epigrammatum quibus Vienna Austriae metropolis continetur. Wien, Johann Baptist Schilg, 1737. (8), 114 SS. Wiener Marmorband der Zeit über Holzdeckeln mit hs. Rückenschildchen. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 650
Bemerkenswerte Beschreibung des Wiens des Hochbarock in großteils humorigen lateinischen Epigrammen. Das erste Buch behandelt Kaiser Karl VI., das politische und das Kriegsgeschehen der Zeit und die Herrscherfamilie; unter den Epigrammen auch "einige auf die Heirat der Erzherzogin Maria Theresia mit Franz Stephan von Lothringen und die Geburt ihres ersten Kindes. Auch vom Tod des im Jahr zuvor verstorbenen Prinzen Eugen handeln mehrere der Gedichte ('Extinctum Martem dum sua turba dolet'). Im zweiten Buch werden die repräsentativen Bauwerke und Institutionen Wiens vorgestellt, darunter die universitären Einrichtungen und die Hofbibliothek. Im dritten Buch lernt der Leser aber auch den Alltag und die weniger glänzenden Seiten Wiens in Epigrammen kennen: Das Kärtnertor und den Tandelmarkt, die Kaffeehäuser und die Fischer am Donauufer, das Zuchthaus und das Armenhaus. Auch von den Einwohnern und Besuchern der Stadt, von Minderheiten, verschiedenen Berufsgruppen und Nationalitäten ist die Rede: Von Rauchfangkehrern und Nachtwächtern, von Milchmädchen und Fetzentandlerinnen; von Ungarn, Schweizern und Polen; von Säufern und von Spielern; von ungebildeten Lehrern und von Ärzten, die ihr Handwerk nicht verstehen. Und obwohl diese humoristischen Epigramme oft mehr als unfreundlich ausfallen, erlauben sie uns doch einen interessanten Blick auf das Wien des Jahres 1737" (ÖNB). - Ecken bestoßen; papierbedingt durchgehend etwas braunfleckig. Am vorderen Vorsatz alte hs. Sammlungsnummer "2706"; am hinteren Innendeckel hs. Besitz- oder Kaufvermerk "Prandel" (um 1840).
  ¶ Gugitz I, 2388. Slg. Mayer I, 258.
 

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48 [Kryptographie]. Attraktiver Maroquin-Einband mit einem Ms. in Geheimschrift. O. O. u. D. (um 1780). Roter Maroquinband der Zeit mit goldgepr. Blütenbordüre und geschwungenen Eckfleurons, reicher floraler Rückenvergoldung in den Feldern und auf den 5 Bünden sowie goldgepr. Rückenschildchen mit codiertem Rückentitel. Dreiseitiger Goldschnitt. 4to (203:163 mm). Darin: 180 Bll. (Wasserzeichen "Pro Patria"), davon 15 unnum. SS. mit einem bislang nicht aufgelösten Codemanuskript. Weitere 143 num. SS. mit mathematischen und 7 unnum. SS. mit lyrischen Aufzeichnungen.
  Price upon request or meanwhile sold
Das hübsch gebundene kryptographische Manuskript ist codiert in einer fortlaufenden Folge von Brüchen, die wohl jeweils für einen Buchstaben stehen. Ab dem 2. Blatt ist jeweils nach jedem Blatt ein Leerblatt für die Aufschlüsselung gelassen, welche allerdings leider unterblieben ist. Die kuriose Chiffrierung wird auch am Rückenetikett aufgegriffen, das mit den beiden Brüchen "3/34" und "2/35" möglicherweise die Initialen des Besitzers codiert. - Über Kopf gewendet, enthält das Buch außerdem noch eine längere Abhandlung zur Einführung in die Mathematik mit Beispielen aus verschiedenen Rechenarten (darunter auch Zinsrechnung und Textaufgaben); ferner eine kurze lyrische Exzerptensammlung ("Carmina diversa ex optimis poetis excerpta"), unter deren Stofflieferanten J. G. Seidl hervorragt. Der mathematische Text trägt am ersten Blatt den Besitzvermerk des Christoph Althaus (dat. Münster, 1817), die Exzerpte den Namen "W. Althaus" (Telgte, 1867). Die chiffrierte Handschrift, für die das Buch samt Einband urspünglich angelegt wurde, jedenfalls in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu datieren und zumindest nicht im Klartext mit einer Verfasser- oder Besitzerangabe versehen.
 
Widmungsexemplar an seinen Kollegen Anton von Baumgartner
49 Liebig, Justus von. Chemische Briefe. Heidelberg, C. F. Winter, 1844. XI, (1), 342 SS. Grüner Leinenband der Zeit mit blindgepr. Deckelschmuck und goldgepr. Rückentitel sowie -vergoldung. 8vo.
  € 850
Erste Buchausgabe. - Am Vorsatz eigenh. Widmung Liebigs an den tschechischen Physiker Andreas Freiherr von Baumgartner (1793-1865): "Seinem hochverehrten Freunde Herrn Hofrath Baumgartner in Wien als ein schwaches Zeichen seiner aufrichtigen Hochachtung und Verehrung von dem Verfasser". - Baumgartner wurde 1823 Professor für Physik und angewandte Mathematik an der Universität Wien. In Staatsdiensten wurde ihm eine Reihe von Aufgaben anvertraut - von der Leitung der kaiserlich-königlichen Porzellanmanufakturen, Glashütten und Tabakfabriken (Direktor von 1842 bis 1848) bis hin zur der Verwaltung und Leitung des neu entstandenen Telegraphenwesens. 1848 Arbeitsminister, diente er 1851-55 als Handels- und Finanzminister und war in dieser EIgenschaft zuständig für den Bau der Semmeringbahn. Von 1851 bis 1865 war er auch Präsident der Akademie der Wissenschaften. - Teils gering stockfleckig; Ecken und Kanten gering bestoßen. Am Titel Stempel der Sammlung Baumgartner, Olmütz.
  ¶ Paoloni 400.
 

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50 [Livland - Großer Nordischer Krieg]. Kurtzes Project von des Hertzogthums Lieflandt jetzigen Zustand, auch deren Anstaloten, so zu instehenden Feld-Zug wieder Moscau gemacht werden. O. O. u. Dr., 1704. 4 SS. Gefalt. Doppelblatt. 4to.
  € 180
Seltene, bibliographisch nicht nachweisbare schwedische Flugschrift aus der Frühphase des Großen Nordischen Kriegs (1700-21), der mit dem Einfall Sachsens in Livland im Februar 1700 seinen Anfang genommen hatte. Der Konflikt zwischen Schweden einerseits und andererseits der Tripelallianz Rußland, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen wurde um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt. Die in deutscher Sprache abgefaßte Schrift beschreibt schwedische Kriegserfolge und den Zustand der Fortifikationen in Livland; ferner enthalten ist eine Aufstellung sämtlicher Regimenter mit ihren Befehlshabern und Mannstärken. - Zeitgenössisch knapp beschnitten; am Innenrand fachmännisch restauriert, sonst tadellos. Selten; kein Exemplar im Schwedischen VK oder über OCLC nachweisbar.
 

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51 Lohner, Tobias, SJ. Instructissima bibliotheca manualis concionatoria [...]. Venedig, Johann Jakob Hertz, 1700. 4 Bde. in 2. (16), 424 SS. (4), 356 SS.(4), 424 SS. (2), 516 SS. Haupttitel in rot und schwarz gedruckt. Mit 4 (wdh.) gest. Titelvignetten. Pergamentbände der Zeit mit hs. Rückentitel. Folio (237:347 mm).
  € 450
Venezianischer Druck der vierten Ausgabe von Lohners "Handbibliothek für Prediger" (so der Titel der 1838 erschienenen deutschen Auszugsausgabe). "Eine ungemein reichhaltige Materialiensammlung für alle Formen der geistlichen Rede. Treffliches Werk" (Wetzer/Welte VIII, 126). - Papierbedingt gleichmäßig schwach gebräunt (gelegentlich etwas stärker); die Einbände stellenweise mit kl. Einrissen bzw. -schnitten.
  ¶ De Backer/Sommervogel IV, 1913.
 

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52 Lüpscher, Anton / Gömmel, Franz. Theorie der Fechtkunst. Eine analytische Abhandlung sämmtlicher Stellungen, Stöße, Paraden, Finten u.s.w., überhaupt aller Bewegungen im Angriffe und der Vertheidigung. Nach dem Traité d'escrime par le Chevalier Chatelain [...] frey bearbeitet. Wien, Anton Strauß für die Verfasser, 1819. (6), XX, (2), (21)-188, (2) SS. Mit 2 gedr. Tabellen und 20 lithogr. tafeln (C. P. Goebel fec.). Bedr. Originalbroschur. 8vo.
  € 580
Erste Ausgabe. - Eine von zwei im selben Jahr erschienenen Übersetzungen von René Julien Chatelains "Traité d'escrime" (Paris, 1817); die andere erschien ohne Verfassernennung in Leipzig. - Papierbedingt durchgehend etwas braunfleckig.
  ¶ Vgl. Gelli 266 und 288.
 

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53 Magalotti, Lorenzo. Varie operette [...] ora per la prima volta raccolte e non più stampate in Venezia. Venedig, Pietro Pizzolatto, 1779. VIII, 256 SS. Mit gest. Titelvignette und 1 gefalt. Kupferkarte. Halblederband der Zeit (Rückenbezug fehlt). 8vo.
  € 850
Erste Ausgabe des posthum veröffentlichten Sammelbandes mit Abhandlungen, die zuvor teilweise als Einzelschriften erschienen waren. Insgesamt wurden von den Schriften Magalottis (1637-1711), obwohl sehr geschätzt und von großer Themenvarietät, nur wenige zu seinen Lebzeiten herausgegeben; die meisten kursierten als Manuskripte (vgl. DSB IX, 5). - Die sieben Kapitel behandeln unter anderem den Nil, das Einhorn, den Kaiser von Abessinien, die Palme und ihre Nutzmöglichkeiten, China (in Anlehnung an Johann Grüber) u. a. Die Karte (nach Tellez) zeigt die Quellen des Nils. Originelle typographisch gestaltete Zierstücke. - Innengelenke gelockert, gegen Ende leicht wasserrandig. Rücken fehlt, unt. Ecken der Deckel mit Fehlstellen im Bezug. Am vorderen Innendeckel gedr. Wappenexlibris der schottischen Familie Henryson-Caird und eigenh. Besitzvermerk "Henryson" am Titel (um 1930); wohl aus der Bibliothek des Alister James Henryson-Caird of Cassencarie (geb. 1884), Sohn der Feministin und Theosophin Mona Caird. Darunter gedr. Exlibris in äthiopischer Schrift ("Benethe Juwele Janesane"?).
  ¶ Gamba 1985. Brunet III, 1293 (Anm.).
 

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54 Maldonado, Juan de, SJ. Commentarii in quattuor evangelistas. Nunc primum in lucem editi, et in duos tomos divisi. Venedig, Giambattista & Giovanni Bernardo Sessa, 1597. 2 Bde. in einem. (8) SS., 918 Spp., (17) SS. (4) SS., 1195 SS., (1) S. Beide Titel in rot und schwarz gedruckt und mit großer Holzschnittdruckermarke. Pergamentband der Zeit (lädiert) auf 4 Bünden. Folio (230:330 mm).
  € 450
Zweite Ausgabe (posthume Erstausgabe 1596-97 bei Mercator in Pont-à-Mousson) des klassischen Evangelienkommentars. Hauptwerk des spanischen Jesuiten Juan de Maldonado (französisch: Jean Maldonati, 1533-83), gefeiert als Pionier der Exegese. Als Lehrer der Philosophie und Theologie am Pariser Collegium von Clermont brach er mit der scholastischen Tradition und erzielte damit eine sensationelle Popularität unter seiner Hörerschaft. 1576 ließ ihn die Sorbonne aus Paris entfernen. In Bourges verfaßte er seinen Evangelienkommentar und wurde Visitator der französischen Provinz. Nach seinem Tod im Alter von nicht einmal 50 Jahren hinterließ er nur Manuskripte. "Durch seine Bibelkommentare, vor allem sein Hauptwerk über die vier Evangelien, verdient er als einer der Gründer der theologischen Exegese Ansehen" (Bautz, BBKL V, 613ff.). "Einer der größten Exegeten" (Wetzer/W. VIII, 547). - Einband stärker lädiert, mit Wurmspuren und Fehlstellen im Deckel- und Rückenbezug. Innen etwas gebräunt; vereinzelt Wurmspuren in w. Rand. Am Titelblatt hs. Besitzvermerk "Hier[oni]mi Michaelii" (17. Jh.). Zu Sessas bekannter Druckermarke (eine Katze mit Maus im Maul) bemerkte der berühmte bibliophile Bischof von Ely, John Moore: "Whenever you see a book with a cat and a mouse in the frontispiece, seize upon it: for the chances are three to four that it will be found both curious and valuable" (zit. n. Fumagalli, 486).
  ¶ Edit 16, CNCE 29622. De Backer/Sommervogel V, 404. Nicht bei Adams oder BM-STC Italian.
 

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55 Megiser, Hieronymus. Delitiae Neapolitanae, das ist: Außführliche Beschreibung, des mechtigen, un[d] inn Europa hoch unnd weitberühmbten Königreichs, auch der darinnen gelegenen königlichen Hauptstadt Neapolis [...]. Leipzig, (Jakob Popporeich für) Henning Grosse d. J., (1605). (16), 299, (37) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit 17 gest. Tafeln und Karten. Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel und blindgepr. Deckelfileten. Bindebänder fehlen. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Erste Ausgabe; Frucht einer 1588/89 unternommenen Italienreise des Gelehrten. Mit Ansichten von Asquila, Ascoli, Baiae, Chieti, Fondi, Mola, Neapel, Teramo, Pozzuoli, Höhle der Sibylle etc. und einer Übersichtskarte sowie einer Karte von Ischia (rechts meist sehr knapp bis an den Plattenrand beschnitten). - Papierbedingt durchgehend gleichmäßig etwas gebräunt und vereinzelt schwach wasserrandig; zu Beginn kl. Wurmgang. Die Ansicht der Solfatara mittig abgerissen (fehlt die rechte Hälfte); die Ansicht der Höhle des Charon am Lago di Agnano (den bekannten "Hundeversuch" zeigend) mit kl. Eckabriß; die Darstellung der Thun- und Schwertfische vorm Kastell Lopizzo mit winzigem Einriß am Plattenrand; zwei weitere Tafeln im Rand etwas fleckig. Einige wenige Anstreichungen von zeitgenöss. Hand. Vor den Titel gebunden ist der (oben und unten beschnittene) Kupferstich von Melchior Küsell, "Bucephalus von Hercule geführt".
  ¶ VD 17, 23: 254098Q. Schudt 15. Nicht bei Pescarzoli.
 
56 Merian, Matthäus / Zeiller, Martin. M. Z. Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae das ist, Beschreibung und eigentliche Abbildung der vornehmsten, und bekandtisten Stätte, und Plätze, in dem Königreich Boheim und einverleibten Landern, Mähren, und Schlesien. Frankfurt am Main, Matthäus Merian, 1650. 188 (statt 192), (18) SS. Mit gest., ill. Titel und 37 gest., mehrf. gefalt. Ansichten, Karten und Plänen. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Reste von Bindebändern. Folio (212:324 mm).
  € 4,000
Erster Druck der ersten Ausgabe (Variante: Zeilenumbruch auf S. 3, linke Spalte, letzte 2 Zeilen "... von // dem Lande den Namen/ gleich wie mit einer // Mauer/ umbgeben ..."). "Die 1. und 2. Ausgabe sind qualitativ sehr gut: weißes Papier, guter Druck und ausgezeichnete Kupferstiche" (Nebehay/W.). - Das Titelkupfer ankoloriert. Teils leicht braunfleckig. Kl. Randausriß in der Ansicht von Schlan (ohne Plattenberührung) fachmännisch hinterlegt. Die vierblattgroße Ansicht von Prag etwas knittrig. Es fehlt das Doppelblatt mit den SS. 163-166; die Tafeln vollständig mit dem im Tafelverzeichnis nicht angegebenen, häufig fehlenden Plan von Trachenberg. Aus der Bibliothek des Regensburger Advokaten und Notars Sebastian Seelmann (vgl. Kobolt), seit 1668 unter dem Namen "Silvius" Mitglied des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, mit seinem eigenh. Besitzvermerk am Kupfertitel und dem Datum des Erwerbs "1704".
  ¶ VD 17, 23:301612X. Wüthrich IV, 51. Nebehay/Wagner 405. Schuchhard 14 A.
 

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57 Michaelis, Christian Friedrich. Über die Freiheit des menschlichen Willens. Eine philosophische Abhandung. Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1794. XVI, 132 SS. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und hübscher -vergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Sehr seltene Abhandlung zur Willensfreiheit vom noch jungen Leipziger Philosophiedozenten C. F. Michaelis (1770-34), dessen Verbindung zum "Atheisten" Fichte eine Berufung zum Professor verhindern sollte. Michaelis hatte die Thomas- und Nicolaischule besucht und bei Doles und Görner Unterricht in "Spiel und Vortrag, Contrapunkt und reinem Satz" genossen. Sein Werk "Über den Geist der Tonkunst" ist "als Interpretation und Ergänzung der Musikästhetik Kants von Bedeutung" (MGG IX, 271). Nur drei Exemplare in Bibliotheken nachweisbar (Erfurt; Schwerin; Göttingen); in Hamburg eine Mikrofiche-Ausgabe. - Der Einband an Ecken und Kanten etwas berieben; insgesamt sauberes, kaum gebräuntes Exemplar mit altem heraldischem Besitzerstempel am Titel. Kein Exemplar auf dt. Auktionen seit 1950.
  ¶ OCLC 46269909.
 
Die Schwarzmander
58 Mildorfer, Simon. Encomia nunquam sat laudatae Caesareae, Regiae, Archiducalis, &c. domus Austriacae aes, et marmor, in Ecclesia S. Crucis Oenipontano-Aulica praedicant: Quae Simon Milldorffer [...] toti orbi propalare conatur. Ruhm deß [...] Ertz-Hauß Oesterreichs. Innsbruck, Jacob Christoph Wagner, 1715. Titel mit Holzschnittbordüre. 34 nicht num. Bll. und 30 Kupfertafeln. Etwas späterer marmorierter Halbpergamentband. Folio.
  € 4,000
Erste und einzige Ausgabe. In höchst eigenartigen Schabkunstblättern vorgestellt werden die 28 das Grabmal Kaiser Maximiliams in der Innsbrucker Hofkirche bewachenden überlebensgroßen Bronzefiguren. Nach diesem noch von Kaiser Maximilian selbst in Auftrag gegebenen, aber erst 1584 unter Kaiser Ferdinand II. vollendeten Skulpturenprogramm wird die am Rande der Altstadt gelegene Grabeskirche bis heute auch als "Schwarzmanderkirche" bezeichnet. Jeder der 28 Tafeln ist jeweils eine ganzseitige Beschreibung der abgebildeten Person (darunter Mitglieder der Familie des Kaisers, anderer europäischer Fürstenhäuser sowie einige Kreuzfahrer) gegenübergestellt, die deren Bedeutung und Biographie sowohl in deutscher als auch lateinischer Sprache erläutert. Die letzte Tafel zeigt schließlich das Grabmal der Philippina, der 1580 verstorbenen Gemahlin des Erzherzogs Ferdinand von Tirol; daran angeschlossen ist noch eine - wiederum zweisprachige - Beschreibung der "23 kleinere[n] Bilder, welche in der Höhe an dem Rucken deß Chors stehen". - Kleiner Eckausriß am Titel (ohne Textberührung) alt hinterlegt, sonst tadelloses, sauberes Exemplar. Sehr selten, nur zwei Exemplare auf deutschen Nachkriegsauktionen (1953 bzw. 1987, jeweils stark beschädigt). Kein Nachweis über ABPC oder im Handel der letzten Jahrzehnte. Nicht im OCLC. - Vgl. hierzu auch Kat.-Nr. 42 (Jezl).
  ¶ Wurzbach XVIII, 312. Thieme/Becker XXIV, 557.
 

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59 Möser, Jakob. Zwo christliche Leichpredigten, die Erste, Uber die Wort Christi Marci am 13. Cap. Sehet zu wachet und betet, denn ihr, etc. Bey volckreicher Begräbniß der weyland edlen erhn-vieltugendreichen Frawen, Marien, gebornen von Bardeleben, des weyland edlen, gestrengen und ehrenvesten Caspar von Schladens, gewesenen eltesten Bürgermeisters zu Straßfurdt, hinderbliebenen Wittib, so dieses schreittenden 1614. Jahrs, den 25. Januar. zu nacht zwischen 11 und 12 Uhr von ihrer Dienerin jämmerlich ermordet, und folgend darauff, den 1. Februar. in ihr Ruhekämmerlein gesetzet worden ist. Die ander aber uber den Spruch Esa. am 61. Ich frewe mich in dem Herrn, etc. Bey christlicher zur Erden Bestattung der weyland edlen ehrentugendsamen Frawen Annen Agnes, gebornen Halckin, des ehrwürdigen [...] Heinrich von Bardelebens SS Petri & Pauli in der Newstadt Magdeburg Canonici, Erbsassen zu Straßfurdt, kurtz gewesenen vielgeliebten ehelichen Haußfrawen, so den 31. Martii auch dieses noch lauffenden 1614. Jahres, zwischen 9 und 10 Uhr vor Mittage seliglich im Herrn entschlaffen, und den 7. Aprilis hernach in die Pfarrkirchen alhier zu Straßfurdt ehrlich und adelich begraben worden. Halle/Saale, Christoph Bißmarck, 1614. (76) SS. Mit Titelbordüre in Holzschnitt. Marmorheftstreifen. 4to.
  € 350
Die erste Leichpredigt widmet sich der ermordeten Maria von Schlade (geb. v. Bardeleben), die ihre Dienerin wegen ihrer Unverläßlichkeit gezüchtigt hatte, worauf sich letztere zu Wehr setzte und ihre Herrin die Treppe hinunterstieß und erdrosselte. Beigefügt ist die Leichpredigt auf Anna Agnes von Bardeleben (geb. Halcke), die nur sechs Wochen nach der Hochzeit mit dem Magdeburger Kanonikus Heinrich von Bardeleben (dem Neffen der Ermordeten) und nur zwei Monate nach ihrer Schwiegertante im eben demselben Hause verstarb. - Durchgehend etwas wasserrandig; einige zeitgenöss. hs. Marginalien.
  ¶ VD 17, 3:303516F.
 

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60 [Montesquieu, Charles de]. Le temple de Gnide. Parma, Bodoni, 1799. XII, 122 SS. Geflammter Kalbslederband der Zeit mit Rückenschildchen und -vergoldung. Kattunpapiervorsätze, dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 500
Reizende französische Taschenausgabe der erstmals 1725 erschienen galanten Pastorale Montesquieus. Die vorliegende Edition ist das zweite französischsprachige Werk aus der Presse Bodonis, für dessen Lektorat sein Freund und späterer Bibliograph de Lama verantwortlich zeichnete. - Einer der selteneren Drucke Bodonis. Tadelloses Exemplar in einem dekorativen Einband der Zeit.
  ¶ Brookes 132. Graesse IV, 590. Nicht bei Tchemerzine.
 

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61 Nathan ben Kalonymos, Itzhak. [Meir Nativ.] Concordantias hebraicas [she-hiber he-hacham ha-muvhak Rabi Mordechai Natan]. Venedig, Alvise Bragadini, 1564. (416) Bll. Hebräische Type, 4 Spalten. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Lederband des 17. Jhs. auf 6 Doppelbünden mit Rückenvergoldung sowie goldgepr. Deckelfileten und Jesuiten-Supralibros. Dreiseitiger Farbschnitt. Folio.
  € 2,800
Seltene zweite venezianische Ausgabe der erstmals 1523 (bei Bomberg) erschienenen ersten hebräischen Bibelkonkordanz, hier mit lateinischer Widmung an Maggio Parentini. Die Wörter sind etymologisch nach ihren Wurzeln und Stämmen geordnet, die Bücher in der Reihenfolge der Vulgata. Der in Arles geborene Rabbiner Isaak Nathan ben Kalonimus (fl. 1400-48) stellte das üblicherweise als "Meir Nativ" ("Licht des Weges") bekannte Werk 1437-47 zusammen, um das Studium der Bibelexegese zu erleichtern und um zum Christentum konvertierte Juden davon abzuhalten, in Religionskontroversen die Bibel falsch zu zitieren (vgl. Jewish Encyclopaedia). Nathan verkehrte selbst in christlichen Gelehrtenkreisen und beteiligte sich an theologischen Disputationen mit seinen christlichen Kollegen. Als Grundlage für das vorliegende Werk verwendete er bezeichnenderweise eine Bibelkonkordanz des Franziskaners Arlotto de Prato. Bisweilen (wie hier) wird das Werk fälschlich Isaaks Neffen, Mordechai Nathan, zugeschrieben. - Durchgehend rot regliert; der gelbe Schnitt etwas in die Ränder eindringend. Der Titel leicht braunfleckig; zu Beginn geringe Eckläsuren, sonst sehr sauber und kaum gebräunt. Hs. Besitzvermerk des Jesuitenkollegs zu Chambéry (Savoyen) von 1585 am Titel (am vorletzten Bl. wiederholt); alter Stempel und lange bibliographische Notiz in französischer Sprache (um 1900). Der Einband etwas berieben; Rücken fachmännisch restauriert. Kein Exemplar in amerikanischen Bibliotheken nachgewiesen.
  ¶ Adams B 1953. BM-STC Italian 104. Steinschneider 5399.3. Fürst III, 22. OCLC 257608293. Nicht im Edit 16.
 

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From the Müteferrika press, the first Ottoman printshop
62 Nazmizade, Murtaza. Gülsen-i Hulefa. Istanbul, Ibrahim Müteferrika, Beginning of the month Sefer A.H. 1143 (= 1731 CE). Folio (195 x 295 mm). (5), 130 ff. Half calf (c. 1830) with dark-green floral moiré boards.
  € 5,000
"The Rose Garden of the Caliphs", the history of Baghdad from the time of the Caliphs until 1718, written by the Iraqi historian Nazmizade (d. c. 1722). The seventh book to come from the Müteferrika press, the first Ottoman press ever; printed in only 500 copies. "Himself a Baghdadi, the author composed this history of his native city from its beginning until 1130/1718, treating also of the Ottomans from the founding of the dynasty until the time of Ahmed II, and of the fortunes of the Muslims in general from the time of the Abbasis until Nazmizade's own day. Of the events related in the latter part of the work the author was an eye-witness. The book is of considerable value as a source for the early Ottoman period of Baghdad, and for the period from Murad's reconquest of the city (1048/1638) to 1130/1719 it is unrivalled" (Watson). - "Includes the history of Iran, Iraq, Anatolia, Damascus and Egypt beginning with the year 127 after Hegira until 1130. This is the history of Caliphs beginning with the Abbasid dynasty and their war on Baghdad. It also discusses the Ottoman viziers after the conquest of the city by Murad IV. The book can be read as a work of local history, but more importantly it was an Islamic history by an Ottoman scholar and so deserves to be studied in terms of understanding the Ottoman perception of other Islamic states and communities" (Erginbas). - Binding rubbed and somewhat bumped at edges and corners; spine cracked. Several quires printed on toned paper; occasional browning to facing white pages. Slight waterstaining to upper edge, otherwise very clean; some insignificant worming. Slight paper defect to interior margin of fol. 111. Several old ms. notes; last leaf remargined (slight loss to text; carefully supplied by a contemporary hand). - Very rare; no copy at auctions of the last decades internationally.
  ¶ Babinger 250ff. Koray 523. Toderini 92f. Longrigg 328ff. Watson, "Ibrahim Müteferrika and Turkish Incunabula", in: Journal of the American Oriental Society 88 (1968), pp. 435-441, here: pp. 438f. Erginbas, Forerunner of the Ottoman Enlightenment: Ibrahim Müteferrika and his Intellectual Landscape (Istanbul, 2005), 29. OCLC 68963167.
 

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No complete copy at German auctions since 1950
63 Nicolaus de Cusa (Cusanus). Opera. [...] Item in philosophia praesertim in mathematicis, difficultates multae [...] explicantur & demonstrantur. Basel, Henricpetri, (August 1565). Folio (240 x 336 mm). 3 consecutively paginated parts in 1 volume. (96), 1176, (4) pp. With 2 woodcut printer's devices, numerous text woodcuts, and several woodcut initials. Contemp. blindstamped pigskin on four raised bands over wooden boards with "F.I.M." monogram, dated "1599". Wants 1 clasp. Fore-edge title; all edges red (but faded).
  € 15,000
Second collected edition; as hard to find as the first one, published in Paris in 1514 (no copy at German auctions since 1950; almost unobtainable in the trade). The doctrines of Cusanus "were taken up a century later by Giordano Bruno [...], and through Bruno his views came to influence Spinoza, Leibniz and Hegel. [...] The view that he anticipated Copernicus is hardly justified [...], but the stimulus which he provided to cosmological thought lasted long after his death" (PMM). - Fine roll-tooled binding with oval central ornament stamp. Horizontal bars monogrammed and dated on front cover (gilt stamping oxidized). Binding rubbed; back joint beginning to split. Interior somewhat browned; slight edge defects and worming near beginning; tear to first dedication leaf (with traces of former adhesive tape restoration). Old library shelfmarks on front pastedown and flyleaf. From the library of the Carmelite Monastery in Frankfurt/Main with their ms. note of ownerhsip (c. 1600) and stamp (c. 1700) on title page. The monastery was secularized in 1803, and its vast possessions were acquired by the city (in compensation for the villages of Sulzbach and Soden, which were ceded to Nassau-Usingen): thus, the present volume became part of the Frankfurt University Library (cf. stamps of the History Dept. on flyleaves and t. p.). - Rare; the only copy at German auctions of the past decades (Reiss 105 [2006], 993: 3300 Euros) was incomplete, lacking a total of 10 text leaves, and in a later binding. No copy listed in ABPC auction records.
  ¶ VD 16, N 1545. IA 148.862. Adams C 3131. DSB III, 516. Smith 43 (note. OCLC 49763484. Cf. PMM 45 (first collected edition).
 

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64 [Niederösterreich - Weinviertel]. Scolik, Charles. Kellerpartie. Tischgesellschaft Josef Rain. Haugsdorf - Alberndorf - Pernersdorf - Pfaffendorf. Bezirk Hollabrunn, um 1895. Album von vier Originalphotographien (Vintage-Albuminabzüge), montiert in rote Leinenmappe (gebunden von Joseph Koch, Wien) mit goldgepr. Deckelfileten; die reliefierten Deckel mit aufgezogenen photograph. Dekorreproduktionen. 145:197 mm.
  Price upon request or meanwhile sold
Schönes Weinviertel-Album mit vier typischen Kellergassen-Motiven. Dargestellt ist der Weinbaubetrieb H. & J. Rain nebst Gästen, nämlich vor dem Lagerhaus, vor der Kellertüre, im Weinberg sowie bei der Jause - Szenen, die von der Gegenwart allein durch einige zeittypische Gewandstücke getrennt werden. Die hübschen Deckelillustrationen etwas berieben; die Photos sehr sauber. Am Vorderdeckel unten goldgepr. Atelierstempel Scoliks. - Der Wiener Fotograf Charles Scolik (1854-1928, ab 1892 Hofphotograph), der sein Handwerk 1867 bei Carl Wrabetz und dem Chemiker Emil Hornig lernte, übernahm 1876 das Atelier F. Kohler in Wien. Bereits 1886 gründete er ein größeres Atelier in der Josefstadt, das er 1900 um eine Zweigstelle erweiterte. "Scolik gehörte bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg zu den führenden Porträtphotographen Wiens, zu seinen Kunden zählte in- und ausländische Prominenz [...] Neben der Studiotätigkeit photographierte Scolik ab den 90er Jahren bei öffentlichen Ereignissen und gehörte damit zu jenen ersten österreichischen Atelierphotographen, die ihre Bilder auch in der Presse publizierten. Bereits früher hatte er sich auf dem Gebiet der 'Momentphotographie' einen Namen als Fachautor gemacht [...] Scolik [...] gehörte zur letzten erfolgreichen Generation der traditionellen Atelierphotographen des 19. Jh. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen stand er [...] aktuellen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber und suchte nach neuen Anwendungen für die Berufsphotographie. Scolik erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Medaillen und zählte zu den höchstdekorierten Photographen Europas" (ÖBL XII, 67f.).
 
65 Nieremberg, Juan Eusebio, SJ. De affectu & amore erga Iesum liber unus. Hispanice primum scriptus, & post Gallicam Belgicamque versionem Latine nunc redditus a P. Martino Sibenio SJ. Antwerpen, Henrik Aertssen, 1645. 211, (5) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel. (Beigebunden) II: Ders. De affectu & amore erga Mariam virginem matri Iesu liber unus [...]. Ebd., 1645. 329, (7) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel und einer Schlußvignette am letzten Bl. verso. (Beigebunden) III: Ders. Vita divina, seu Via Regia ad perfectionem [...]. Münster, Raesfeldt, 1642. (24), 490, (38) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel. Pergamentband der Zeit über Holzdeckeln mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 1 Schließe (von 2). 12mo.
  € 400
Hübscher Sammelband mit drei Hauptwerken des Jesuiten Nieremberg, alle in erster lateinischer Ausgabe. Der Mystiker Nieremberg, 1590 (1595?) als Sohn eines Nürnbergers in Madrid geboren, war der erste spanische Professor für Naturgeschichte. Er widmete sich zahlreichen Gebieten der Theologie und starb 1658 in seiner Heimatstadt. "Die königlich spanische Akademie zählt ihn angesichts seines bewunderungswürdigen Stiles unter die sprachlichen Autoritäten" (Bautz, BBKL VI, 757ff.). Seine "Afición y amor de María" (hier als zweites Stück eingebunden) "gilt als ein Höhepunkt der Marienfrömmigkeit des 17. Jahrhunderts" (ebd.). Das vorgebundene Werk bildet das Jesus gewidmete Gegenstück dazu; die nachgebundene "Vita divina" zählt zu seinen populärsten und meistgedruckten Werken. - Einband etwas berieben bzw. fleckig. Papierbedingt teils leicht gebräunt; Titel alt hinterlegt (kein Textverlust).
  ¶ I: Palau 190641. De Backer/Sommervogel V, 1727, 4 (nennt 1643 als Ersch.-Jahr; das Druckprivileg jedoch 1644/1645). II: Palau 190620. De Backer/S. V, 1727, 3. III: VD 17, 12:105625Q. De Backer/S. V, 1736, 12.
 

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66 Norzi bin Gabriel, Refael. Se'ah Solet. Venedig, Giovanni di Gara, 1579. 14 hebr. gez. Bll. Mit architektonischer Titelbordüre in Holzschnitt. Kastanienbraunes Maroquin im Stil der Zeit mit Rücken- u. Deckelblindprägung sowie goldgeprägtem Rückentitel. 4to.
  € 1,200
Erste Ausgabe. - "Ein Moralbuch in Abschnitten, worin über Treue, Liebe, Wohlthätigkeit, Bescheidenheit usw. gehandelt wird, aus dem Glauben entwickelt" (Fürst). Norzi (1520-83), aus wohlhabender norditalienischer Bankiersfamilie, war Rabbi in Ferrara und Mantua. - Knapp beschnitten (teils Verlust einiger Blattnummern). Leicht gebräunt; Titel beidseitig mit unschön in grüner Tinte getilgten Besitzvermerken. Letztes Bl. verso mit hebr. Besitzvermerk in Kugelschreiber sowie Spuren eines gelöschten Stempels.
  ¶ Steinschneider 6804, 2. Fürst III, 40. Habermann 51. Nicht bei Adams oder BM-STC Italian.
 

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Dedikationsexemplar von einem der seltensten österreichischen Festbücher
67 [Ottenfels, Hannes Sigmund von]. 1660. Beschreibung oder Relation uber den Einzug und Erbhuldigungs Actum in dem Ertzhertzogthumb Kärndten. Klagenfurt, Georg Kramer, [1660]. (48) SS. Mit 6 großen Faltkupfern (280-357:332-566 mm). Die Jahrzahl im Titel in Holzschnitt ausgeführt. Zeitgenöss. Pergamentband mit goldgepr. Deckelbordüre, Eckfleurons und Wappensupralibros (Leopold I.) an beiden Deckeln und hs. Rückentitel. Dreiseitiger Goldschnitt. Bindebänder fehlen. Kl.-Folio (184:287 mm).
  € 18,000
Erste Ausgabe dieser Beschreibung der vom 28. August bis 6. September 1660 abgehaltenen Festlichkeiten zur Feier des Einzugs und Aufenthalts Kaiser Leopolds I. in der Kärntner Hauptstadt. Von allergrößter Seltenheit; es handelt sich um das erste illustrierte in Klagenfurt gedruckte Buch (zugleich das erste in deutscher Sprache; der zweite erhaltene Klagenfurter Druck überhaupt). Die Falttafeln - mit einer Ausnahme sämtlich von zwei Platten gedruckt - zeigen die Ankunft des Kaisers, eine schöne Stadtansicht mit der Kavalkade, die Bürger bei der Huldigung, den Triumphbogen, den berühmten Lindwurmbrunnen sowie einen musikalischen Ausflug zum nahegelegenen Wörthersee. Nach der Merian-Ansicht findet sich hier die zweite Ansicht von Klagenfurt, außerdem die erste überhaupt von Maria Loretto und Viktring. Ottenfels, als Teilnehmer ein Augenzeuge der Festlichkeiten, beschreibt auch die Tapisserien, Gemälde, Speisen und die Sitzordnung beim Bankett. - Über Bibliothekskataloge nur in ÖNB und UB Passau nachgewiesen; seit 1950 kein Exemplar auf deutschen Auktionen. Das einzige im Handel der letzten Jahrzehnte nachgewiesene ist ein restauriertes Exemplar der Normalausgabe, das von Gilhofer Mitte der 1980er Jahre angeboten wurde (Kat. 152, Nr. 2120, ATS 125.000 - freundliche Auskunft von Michael Sulzmann). - Durchgehend leicht gebräunt; im Unterrand kl. Wasserrand. Zu Beginn vereinzelte Wurmspuren im Innenfalz; insgesamt von sehr schöner Erhaltung. Geschenkexemplar Leopolds I. auf besserem Papier und im Wappeneinband mit dem kaiserlichen Supralibros für die Grafen Harrach; deren ovaler Bibliotheksstempel (um 1750) am Titel.
  ¶ Nebehay/Wagner 466. Durstmüller I, 161 (mit Abb.). Pleyer, "Drei Jahrhunderte Klagenfurter Buch", in: Das Antiquariat 16 (1960), 9-17. Holzmann/Bohatta I, 5891b. Nicht im VD 17. Nicht im OCLC, NUC, Vinet, Lipperheide etc.
 

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68 [Patkul, Johann Reinhold von]. Rechtmässige Ahndung, der von dem boßhafften Verräther Johan Rheinhold Patkul im Druck ausgegebenen schändlichen Deduction, nebst zweyen beygefügten unvernünfftigen Responsis, wieder die in der Grossen Königl. Commission Anno 1694 allhier zu Stockholm über ihn gerichtlich ausgesprochene Sententz und Urhteil [!]. [Stockholm, o. Dr., 1702]. (8) SS. Unaufgeschnittener, gefalzter Quartbogen.
  € 150
Seltene deutschsprachige Propagandaflugschrift Schwedens gegen Johann Reinhold von Patkul, 1660 als Sohn eines exilierten livländischen Beamten in schwedischen Diensten in Stockholm geboren. Mit 20 Jahren kehrte Patkul in die väterliche Heimat zurück, wo er gegenüber König Karl XI. von Schweden die Rechte der livländischen Ritterschaft energisch allzu vertrat. Nachdem 1694 das Todesurteil über ihn verhängt, seine livländischen Güter beschlagnahmt und seine Schriften verbrannt worden waren, ging er ins Exil und wandte sich nach Polen. "Am 1. November 1698 trat er in den Dienst Augusts des Starken und erreichte, dass 1699 mit Dänemark und Russland ein gegen Schweden gerichtetes Bündnis abgeschlossen wurde. Er wurde dadurch der Initiator des Großen Nordischen Krieges. 1701 ging er in den Dienst des russischen Zaren Peter I. über und wurde 1703 dessen Gesandter am sächsisch-polnischen Hof" (Wikipedia). Nach dem Altranstädter Frieden von 1707 wurde er an Schweden ausgeliefert und als Landesverräter gerädert und gevierteilt. - Die schwedischsprachige Ausgabe ("Rättmätigh Näpfst...") erschien 1702 bei Wankiff in Stockholm. - Einige minimale Randläsuren; kleine Signaturvermerke in Bleistift. Nur 4 Nachweise in deutschen Bibliothekskatalogen (Halle, Hamburg, Wolfenbüttel, Leipzig); in USA nur in Harvard (Law School Library), in Schweden nur in der Riksarkivets bibliotek nachgewiesen.
  ¶ Estreicher XXIV, 138.
 

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69 Paulinus Aquileiensis, Hl. Opera. [Ed. Giovanni Francesco Madrisio]. Venedig, Pitteri, 1737. (8), LX, 303, (1) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Titelvignette, 3 gest. Tafeln (davon 1 gefaltet) und 2 gest. Kopfstücken. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Folio (280:386 mm).
  € 600
Hübsch gedruckte venezianische Werkausgabe des Patriarchen Paulinus von Aquileia (gest. 802), ein Mitglied des Künstler- und Gelehrtenkreises um Karl den Großen, dessen "Leistungen die sog. 'karolingische Renaissance' begründeten. Besonders mit dem Angelsachsen Alkuin, dem Leiter der Hofschule, verband ihn eine lebenslange Freundschaft [...] Karl erhob Paulinus 787 zum Patriarchen von Aquileja. Auch aus diesem Amt heraus nahm er aktiven Anteil an den wissenschaftlichen und theologischen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Zu nennen sind vor allem seine Beiträge zum Adoptianismus-Streit, zur Formulierung des Glaubensbekenntnisses und zur Heidenmission" (Bautz, BBKL VII, 25f.). - Titel mit kl. Knickfalte; die große Tafel mit kl. Einriß. Zu Beginn kl. Wurmspur im breiten w. Rand; insgesamt sauberes, wohlerhaltenes Exemplar.
  ¶ OCLC 185170070. Vgl. LThK VIII, 21.
 

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70 Plenck, Joseph Jakob. Lehre von den venerischen Krankheiten. Aus dem Lateinischen übersetzt von F. von Wasserberg. Wien, Rudolph Gräffer, 1780. 271, (1) SS. Mit gest. Titelvignette. Lederband der Zeit mit Spuren eines goldgepr. roten Rückenschildchens und floraler Rückenvergoldung. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 350
Erste deutsche Ausgabe. - Joseph Jacob von Plen(c)k (1738-1807), der berühmte österreichische Mediziner und Botaniker, war Professor zu Basel, Ofen und Wien sowie an der Josephs-Akademie. "In seiner grossartigen literar. Thätigkeit, welche ihn zuletzt die Praxis ganz aufgeben liess, um sich jener ganz zu widmen, wurde er von Eyerl unterstützt, einem der gelehrtesten Aerzte seiner Zeit" (Hirsch). - Gebräunter Wasserrand am oberen Papierrand. Durchgehend leichte Wurmspuren.
  ¶ Blake 356. Vgl. Lesky 511 (2. Aufl.). Engelmann 434 (3. Aufl.). Nicht bei Wellcome.
 

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71 Plinius Caecilius Secundus, Caius. Epistolarum libri X. Cum notis Augusti Buchneri. Frankfurt, Melchior Klosemann, 1644. (20) SS., 1 w. Bl., 488, (40), 284, (4) SS. Mit gest., ill. Titel (P. Rollos fec.). Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel und Schließen. 12mo.
  € 150
Papierbedingt durchgehend etwas gebräunt. Aus der Bibliothek des Regensburger Advokaten und Notars Sebastian Seelmann (vgl. Kobolt), seit 1668 unter dem Namen "Silvius" Mitglied des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, mit seinem eigenh. Besitzvermerk am Frontispiz (dat. 1704).
  ¶ VD 17, 3:008163K. Nicht bei Schweiger oder Ebert.
 

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72 Pock, Edmund, OSB. Historisch-Chronologisch-Geographische Tabellen, von Anfang der Welt biß auf das jetzt lauffende Jahr, welche nicht nur die Jüdische, und deren vier Monarchien nebst der Kayser- und damit verknüpffte Kirchen-Historie in sich begreiffen, sondern auch in dem neben gesetzten Synchronismo die merckwürdigste Begebenheiten aller Könige, Chur-Fürsten, Hertzogen etc. So dann die Erd-Kugel nach deroselben natürlichen in Erd- und Wasser wie auch politischen Eintheilung aller dermahl florirend bekannten Staaten und Republiquen vorstellen. Augsburg, Matthias Wolff, 1736. (8), XII, 360, (28) SS. (Dabei): Ders. Kurtze Vorstellung der Erd-Kugel [...]. Augsburg, August Sturm für Matthias Wolf, 1734. (4), 47, (1) SS. Beide Titel in rot und schwarz gedruckt. Lederband der Zeit auf 5 Bünden mit oxydierter ornamentaler Rückengoldprägung. Folio (206:303 mm).
  € 280
Erste Ausgabe. - Mit dem vorliegenden Lehrbuch und Nachschlagewerk wollte Pock (1691-1737), Bibliothekar des Klosters Ettal und Professor für Geschichte und Geographie an der dortigen Ritterakademie, ein katholisches Gegenstück zu den verbreiteten protestantischen Tabellenwerken schaffen, das sich zugleich durch seinen erzählerischen Stil von den Vorbildern abhob. - Mit dem häufig fehlenden Anhang über die "Erd-Kugel". Einband leicht berieben; innen teils leicht fingerfleckig, aber insgesamt wohlerhalten. Am vorderen Innendeckel hs. Besitzvermerk (1758).
  ¶ Jantz 1999. Jöcher/Adelung VI, 445. Vgl. Hamberger/Meusel 6, 134.
 

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73 Porzio (Portius), Simone. De coloribus libellus, a Simone Portio Neapolitano latinitate donatus, & commentariis illustratus: una cum eiusdem praefatione, qua coloris naturam declarat. Florenz, Lorenzo Torrentini, 1548. 197, (3) SS. (= A-Z, Aa, Bb4). Mit zwei figuralen Initialen in Holzschnitt. Zeitgenössischer flexibler Pergamentband auf drei durchzogenen Bünden. 4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Erste Ausgabe der frühen Farbenlehre, gleichzeitig die editio princeps und einzige Edition des griechischen Originaltextes. "Seltene und wichtige Ausgabe" (Schweiger). Das Werk enthält die zweiseitige Widmung an Cosimo de Medici, ein umfangreiches Vorwort (v. a. zur ungeklärten Verfasserfrage) sowie den von lateinischer Übersetzung und ausführlichem Kommentar begleiteten griechischen Text. Das Werk ist aufgrund seiner starken Bezüge zur Alchimie, Chemie und Hermetik in den einschlägigen Bibliographien und Sammlungen verzeichnet, wird aber auch in der Kunstliteratur erwähnt. Der im Jahr darauf in Paris erschienene, gekürzte Nachdruck nennt im Titel Theophrastus oder Aristoteles als Autoren ("Aristotelis, vel Theophrasti de coloribus libellus. Parisiis: apud Vascosanum, 1549"); der Index Aureliensis hält auch eine Autorenschaft des Strato Lampsacenus für möglich. Die meisten Bibliographien führen das Werk unter dem Namen des Pisaner Pomponazzi-Schülers Simone Porzio (1497-1554), dessen Name als einziger am Titel genannt ist; letztendlich ist aber die Verfasserfrage bis heute ungeklärt. "Ouvrage fort rare et curieux non cité par Brunet, de ce Simon Portius, qui fut fanatique de Pomponace et dont la doctrine a l'instar de celle de son maitre, tend, dit on, a nier l'immortalité de l'Ame" (Caillet). - Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk des Genueser Augustinerkonvents S. Maria Visitationis; am vorderen Innendeckel Spuren eines alten Exlibris. Im Bug leicht gebräunt bzw. wasserrandig, sonst schönes und breitrandiges Exemplar.
  ¶ BM-STC Italian 54. Adams P 1958. Hoffmann I, 289. IA 108.139. Edit 16, CNC 16133. Caillet 8881 (datiert irrig 1538). Schwab, Bibliographie d'Aristote 3503. Cranz/Schmitt 50. Wellcome I, 5217. Graesse I, 212. Parkinson 1951. Bibl. Dt. Museum, Libri rari 016. McLean 2067. Vgl. Cicognara 187 ("prezioso libretto" für den Nachdruck von 1557). Vgl. Ferchel 420 (kennt nur spätere Werke Porzios). Nicht in Duveen. Nicht in Ferguson.
 
74 [Pseudo-]Cyprianus, Caecilius, Hl. De douze manieres d'abus qui sont en ce monde, en diverses sortes de gens, & du moyen de corriger iceux, & les eviter. Paris, Michel de Vascosan, 1558. 24 Bll. Mod. Rauhledereinband. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Über Bibliothekskataloge und Bibliographien nicht nachweisbare französische Ausgabe der "Duodecim abusivis saeculi". Die früheste bibliographisch nachweisbare Ausgabe ist die im selben Jahr erschienene Edition mit Impressum des Übersetzers, Fédéric Morel (1523-83), der das Werk noch öfter auflegte. Die politisch-moralische Abhandlung über die "Zwölf Mißbräuche der Welt" wurde unter wechselnder Zuschreibung an die Heiligen Patrick, Augustinus oder (zumeist) Cyprianus seit dem Mittelalter von irischen Missionaren verbreitet und erfreute sich in ganz Europa großer Beliebtheit, insbesondere als Fürstenspiegel. Erst 1909 gelang es Siegmund Hellmann, die Verfasserschaft eines anonymen irischen Autors des 7. Jahrhunderts nachzuweisen. - Etwas angestaubt bzw. (finger-)fleckig, auch leicht wasserrandig und wellig. Am alten vorderen Vorsatz hs. italienische Notizen des frühen 19. Jhs. zur Seltenheit der Ausgabe.
  ¶ Nicht im IA, bei BM-STC French, Adams oder French Vernacular Books. Vgl. Brunet II, 461 (Ausg. 1577). Vgl. OCLC 457331162 (Paris: F. Morel, 1558; = BnF C-3906).
 
75 Rocoles, Jean-Baptiste de. Les imposteurs insignes ou histoires de plusieurs hommes de néant. de toutes nations, qui ont usurpé la qualité d'Empereurs, Roys & Princes: des guerres qu'ils ont causé, accompagnées de plusieurs curieuses circonstances. Amsterdam, Abraham Wolfgang, 1683. (22), 566, (2) SS. Mit gest., ill. Titel und 16 Portraitkupfern. Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden. Dreiseitiger Farbschnitt. 12mo.
  € 650
Erste Ausgabe des gesuchten Werks über falsche oder durch Betrug an die Macht gelangte Regenten; mehrfach (später auch von anderer Hand erweitert) nachgedruckt. Noch im Jahr der Erstausgabe erschien eine englische Übersetzung ("The history of infamous impostors, or, The lives & actions of several notorious counterfeits who from the most abject and meanest of the people, have usurped the titles of emperours, kings, and princes"), erst 1761 dann die deutsche "Geschichte merkwürdiger Betrüger". Unter den Verzeichneten und Abgebildeten Richard, Duke of York und Shabbetai Zvi. "Sont assez recherchées" (Brunet). - Zum Historiker Jean Baptiste de Rocoles (1620-96) vgl. ausf. Hoefer XLII, 472f. - Gutes, kaum gebräuntes Exemplar; am Titel Doublettenstempel der Kgl. Hofbibliothek Dresden.
  ¶ Brunet IV, 1343. Cioranescu (17e siècle) 59892. Hoefer XLII, 475 ("rare").
 

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Prospectus mundi saeculi septendecimi
76 Rosaccio, Giuseppe. Prospectus Mundi. Weltblick oder kleine Cosmographia [...]. Augsburg, Andreas Aperger f. Johann Wehe, 1655. (6), 57, (1) pp. With engr. title page and 4 (instead of 1) folding engr. plates. (Bound with) II: Wassenberg, Eberhard. Gründliche Beschreibung der Kriege, so zwischen den [...] Keysern Ferdinanden dem Andern und Dritten, insonderheit aber mit Friederich, Pfaltzgraffen bey Rhein [...] geführet worden. Frankfurt, Anton Humm, 1643. (4), 352 (20) pp. - (Bound with) III: [Kunitz, Georg Christoph von]. Diarium welches am Sonntag den 12. Septembris 1683 nach glücklich von der türckischen Belägerung befreyten Statt Wien in dem türckischen Läger gefunden worden. Nebst außführlicher Relation der Wienerischen Belägerung [...]. No place., 1684. (2), 38 pp. With a folding engr. plate bound as a frontispiece. - (Bound with) IV: Hammer, Johann Andreas. Disputatio iuridica inauguralis exhibens militem desertorem, eius delictum atque poenam [...]. Strasbourg, Johann Welper, 1677. 38 (but: 40) pp. With woodcut tailpiece. (Bound with) V: Seelmann, Sebastian. Ruhm-belorberter Triumphs-Fahn, dem durchleuchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Maximilian Emmanuel [...]. Munich, Johann Jahn, 1685. (6) pp., last blank f. Contemp. vellum with ms. title to spine. Wants ties. 4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Attractive sammelband with a rare geography, pamphlets on the Thirty Years' War and the Turkish Siege of Vienna, a dissertation on military desertion, and an unknown encomium on a hero of the Turkish Wars, from the collection of the author of the latter publication, who was a member of the Pegnesian Order of Flowers, a Nuremberg literary society. - I: Only German edition of Rosaccio's short geography "Il mondo e sue parti" (1595), translated by Johannes Günzel (according to the BSB catalogue) or Johann Conrad Gundelfinger (according to Bircher and Hausmann). Very rare in all editions; no copy of the German edition sold at auction since 1950. The present copy contains three additional engravings probably added by the book's owner: a view of Regensburg (trimmed closely at upper and lower edges); a bird's eye view of Venice; volcanoes and wild animals in Guatemala; natives and their customs and atrocities. - II: First German edition; continued by the editor util the year 1643. "The book's uncommon popularity was mainly due to Wassenberg's able and briskly narrated condensation of the War's events in a slender, readable quarto volume" (cf. ADB). - III: Rare pamplet, listed only in the BSB by VD 17: apparently the earlier of two variants, of which the other is not paginated and mentions the author in the slightly differently worded title: George Baron Kunitz, Imperial envoy at the Turkish court and present during the Siege, had left the manuscript behind during his flight. The catalogues of Austrian National Library and Vienna City Library list only this latter variant (also held at Admont, according to Kábdebo), while Sturminger also cites a copy of our present variant in the Austrian National Library. The engraving (mentioned only on the title page of the other variant) depicts the Battle of Vienna. - IV: Remarklable Strasbourg legal dissertation about military desertion by J. A. Hammer from Regensburg (one of two variants with different dedications. - V: Only known copy of this encomium of Elector Max Emanuel of Bavaria, who had fought in the 1683 Battle of Vienna and, together with the commanders of Lorraine and Waldeck, had achieved the victory of Esztergom and had recaptured Nové Zámky in 1685. The Regensburg jurist Sebastian Seelmann, a member of Harsdörffer's "Pegnesian Order of Flowers" since 1668 (under the name of "Silvius"), is mentioned on the title page as Secretary to the Elector. The first work bound in this sammelband, which unites encyclopedic geography, war pamphlets, legal study, and Baroque vernacular poetry, thus encapsulating within its covers the world of the 17th century, bears Seelmann's autograph note of ownership (dated 1670), which suggestes that he probably assembled the volume personally in this order for binding.
  ¶ I: VD 17, 23:231530X. Bircher C 255. Hausmann 0992. - II: VD 17, 23:275673G. ADB XLI, 233. Cf. Apponyi 846 (1648 Latin ed.). - III: VD 17, 12:186448V. Sturminger 1094. Kábdebo 50 (and cf. 42). - IV: VD 17, 1:004922B. - V: Not in VD 17.
 
Die Hinrichtung eines Mörders
77 Rothe, Salomon. Mord-LeichPredigt, bey Begräbnüs, derer Vier erschlagenen und halb verbrenneten Cörper, Andreae Kölers, Bürgers un[d] Würtzkramers allhier zu Freybergk, in Meissen, sampt seines Weibes, und zweyen Kindern, welche Anno 1616 den 15. Februarii, innerhalb wenig Stunden, in ihrer eigenen Behausung, von einem Ertzbösewicht, jämmerlich nacheinander hingerichtet, und umbs Leben gebracht: Und folgends den 19. Februarii [...] seynd zur Erden bestattet worden. [...] Sampt beygefügten gründlichen und waren Erzehlung des Vorlauffs, dieser und anderer Unthaten, so erwehneter Mörder vorübet, auch was für Supplicia und Straffen demselben zuerkandt, und wie er den 15. Maii hernacher vom Leben zum Tode gebracht, mit kurtzer Erinnerung, was man bey Außführung und Straff dergleichen Ubelthäter zu bedencken. Freiberg, Melchior Hoffmann, [1616]. (48) SS. Mit Titelbordüre in Holzschnitt; Text durchgehend von doppelter Rahmenlinie eingefaßt. Marmorheftstreifen. 4to.
  € 450
Leichpredigt auf die Familie des Freiberger Gewürzkrämers Andreas Köhler, der mit seiner Frau, seinem elfjährigen Sohn und seiner neunjährigen Tochter im eigenen Hause ermordet wurde. Obwohl der Täter, Simon Kästner aus Reichsstadt, den Raubmord durch Brandstiftung zu verschleiern suchte, wurde er gefaßt und mit Zangen gerissen und gerädert. Die Predigt schildert nicht nur die Tat, sondern enthält auch eine Ermahnung, die öffentliche Hinrichtung von Misstätern nicht als Lustspiel oder Spektakel zu betrachten, da doch Leute, die "einen gefallen an ihrem grawsamen Jammer und Elende haben, [...] erger denn der Hencker selbst seyn". - So komplett ohne den offenbar manchen Ausgaben beigegebenen Kupferstich mit dem Bildnis des in Eisen gelegten Mörders (hier im Faksimile beiliegend): das VD 17 führt die illustrierte Variante unter separater Nummer. Tatsächlich ist nur ein einziges Exemplar mit der Illustration nachweisbar (ULB Halle); dieses ist außerdem unvollständig (es fehlen die Bll. A2-3). Die Exemplare in Gotha, Dresden (2) und Zwickau alle ohne das Kupfer. - Etwas wasserrandig; eine Anstreichung von zeitgenöss. Hand.
  ¶ VD 17, 125:034515F.
 

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78 Scalletari, Francesco, OFM. Condotta navale e vera relatione del viaggio da Carlistot a Malta dell' [...] Gioanni Gioseppe d'Herberstein [...]. Graz, Georg Widmanstetters Erben, 1688. 8vo. (8), 399, (1) pp. With folding engr. portrait frontispiece (by An[dreas] Trost) and 19 folding engr. plates. Contemp. calf with ms. label to gilt spine. Edges sprinkled in red.
  Price upon request or meanwhile sold
"Very rare, most interesting little book. Herberstein had participated in the Turkish Wars in Hungary, fought at Szentgotthárd, and later became adjutant to the Duke of Lorraine; he died in 1692" (cf. Apponyi). Scalletari, a Friar Minor from Gorizia, accompanied Herberstein as his personal confessor on his travels. With fine views and maps of Malta, Nauplia, and Lepanto, of fortresses on the Peloponnese, in Dalmatia and Albania, as well as a map of Malta and Gozo, etc. The engraver Andreas Trost (d. 1708), a native of Deggendorf and resident in Grazer, collaborated with G. M. Vischer and is known principally for his Styrian views. - Binding slightly rubbed; edges insignificantly bumped. Minute traces of restoration to frontispiece; professionally restored tear to view of Monemvasia. Slight worming to margins (occasionally touching text and plates).
  ¶ VD 17, 23:286786Z. Apponyi 2316 (counts 17 plates only). Not in Blackmer, Brunet, Cicognara, Ebert, Graesse, Kissner, or Manek/P./St.; not in Libreria Vinciana.
 
From the library of a 16th century statesman
79 (Scepper, Cornelius Duplicius). Rerum à Carolo V. Caesare Augusto in Africa bello gestarum commentarii, elegantißimis iconibus ad historiam accommodis illustrati. Antwerp, Jean Bellère, 1555. 8vo. (8), 183, (8) ff., last blank f. With woodcut printer's device on t. p. and three folding woodcut plates. (Bound after) II: Bruto, Giovanni Michele. De rebus a Carolo V. caesare Romanorum imperatore gestis, oratio. Ibid., 1555. (48) ff. With woodcut printer's device on t. p. and different, larger device on last f.; several woodcut initials. Contemp. limp vellum with ms label to spine. Traces of ties.
  € 6,500
Reissue of the first edition, published the previous year. This documentation of the North African expeditions by Charles V against Tunis and the Barbary Coast was compiled by the Imperial envoy Scepper (d. 1554) from eye-witness accounts by Nicolas de Villegaignon and Juan Cristobal Calvete de Estrelle, augmented by extracts from Giovio and others. The remarkable views of sieges show the environs of Tunis as well as Algiers and El Kef (Aphrodisium). - Bound before that ist the first edition of Bruto's first work, a polished prose encomium for Charles V, dedicated to his son, King Philip II of Spain. Giovanni Bruto (1515-94), a banished Italian scholar, spent a large part og his life traveling and was court historian to Emperors Rudolph II and Maximilian II. - Very clean, practically spotless copy. Title page of Bruto stamped; final flyleaf replaced vy five modern blank leaves. With fine, contemporary acquisition note by the Austrian statesman and military commander Count Georg von Helfenstein-Gundelfingen (1518-73) on front pastedown, dated London, 1559 ("Emptus Lundini Angliae Metropol."), from the time of his diplomatic mission in Great Britain: "In 1558 Helfenstein was Imperial Governor of Upper Austria, in 1559 Prefect of the Imperial Court. At this time he was sent to England by Emperor Ferdinand to pursue a marriage between Ferdinand's third son, Archduke Charles, with Queen Elizabeth" (cf. ADB XI, 687). Later in the Fürstenberg Library in Donaueschingen.
 

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80 Schmeizel, Martin. Einleitung zur Wappen-Lehre darinnen die Grund-Sätze deutlich erkläret, und mit vielen Exempeln gehörig erläutert werden. Nebst der Blasonnirung des Kön. Preußischen Wappens. Jena, Johann Bernhard Hartung, 1723. (18), 272, (4) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit doppelblattgr. gest. Frontispiz und 37 gest. Falttafeln. (Beigebunden) II: Weber, Immanuel. Examen artis heraldicae, maximam partem ex insigni opere Speneriano collectum, theoriam insignium facili ac perspicua methodo exhibens; editio quarta. Jena, Ernst Claudius Bailliar, 1723. (8), 176 SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit Falttabelle, 3 großen Textkupfern und 12 gest. Falttafeln. Pergamentband der Zeit auf drei durchzogenen Bünden mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 650
Ansprechender Sammelband mit zwei spätbarocken Standardwerken zur Wappenkunde: Vorgebunden die erste Ausgabe der "Einleitung zur Wappen-Lehre", eines der Hauptwerke des vielfältigen deutschen Staatswissenschaftlers Martin Schmeitzel (1679-1747). "Bei sehr große Fleiße hat Schmeitzel namentlich durch seine Vorlesungen über Geschichte, Geographie und Heraldik sehr nützlich gewirkt, übrigens sich auch schon in pädagogischen Vorträgen versucht" (ADB). Beigegeben ist das heraldische Lehrbuch des nicht minder vielseitigen Staatsmannes und Juristen Immanuel Weber (1659-1726) in vierter Ausgabe. Das Werk erschien erstmals 1696, da Weber noch als Hofmeister und Archivar in Schwarzburg-Sondershausen'schen Diensten stand, weswegen diesem Hause ein eigener Anhang gewidmet ist. Sehr sauberes, wohlerhaltenes Exemplar mit Spuren eines alten Exlibris am vorderen Innendeckel.
  ¶ I: ADB XXXI, 634. V. Berchem 555 [319]. OCLC 58873640. - II: OCLC 246289098. Vgl. ADB XLI, 307.
 

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Widmungsexemplar
81 (Schwarzenberg, Friedrich Fürst zu). Ante-diluvianische Fidibus-Schnitzel von 1842 bis 1847. 2tes Fascikel. Als Manuskript für Freunde. (Wien, Karl Gorischek), 1850. Ill., lithogr. Titel, 211, (1) SS. Bedr. Originalbroschur mit alt erneuertem Leinenrücken. 8vo.
  € 250
Erste Ausgabe; Geschenkexemplar des Verfassers. Nur 2. Faszikel (von 6), "ausgegeben in [...] weißglänzenden Originalkartons, die innerhalb einer rechteckigen gotischen Goldumrahmung vorne den Titel, rückwärts die Zeile 'von 1842 bis 1847' lesen lassen. [Der] Innentitel [...] zeigt eine (unsignierte) [...] Vignette, einen in einer Laube sitzenden Militär darstellend, ihm gegenüber ein Mann in Zivil" (Rabenlechner). "Es sind dies nebeneinander gestellte Aphorismen, militärische und politische Aufsätze, kurze Tagebuchbruchstücke, 'Lesefrüchte', Bemerkungen und Besprechungen neuer litterarischer Erscheinungen, novellistische und erzählende Stücke u. dergl. in bunter Reihe. Aus diesen Bänden lernen wir des Fürsten Welt- und Lebensanschauung genau kennen" (ADB). Der Militär und Schriftsteller Friedrich Fürst zu Schwarzenberg (1800-70), 1830 Teilnehmer an der französischen Eroberung Algeriens und 1838 Parteigänger der spanischen Karlisten, kämpfte seit 1846 gegen die revolutionären Erhebungen in der Donaumonarchie. "Seine Bücher sind fast alle nur Manuskriptdrucke, hergestellt die meisten aus ihnen in einem kleinen einheitlichen 8° (mit vignettegeziertem lithographiertem Innentitel) gebunden dann in illustriertem Karton - und fast alle wurden nur als Geschenke des Verfassers an liebe Freunde abgegeben, so daß sie sich daher im Antiquariat nur selten finden" (Rabenlechner I, 127). - Die originale Glanzbroschur stärker berieben; Titel mit getsempeltem Monogramm "LL"; am Innendeckel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk (Scharfen, dat. August 1852): "Vom Hrn. Verfasser dem Fürsten Friedrich Schwarzenberg v[ulg]o Landsknecht zur Erinnerung an die Kur in Marienbad erhalten".
  ¶ Holzmann/Bohatta II, 3322. Rabenlechner I, 130. ADB 33, 294f. Giebisch/G. 380. Wurzbach XXXIII, 66. Gilhofer-Lit. in Ö. 4166 (nur das 5. Faszikel). Slg. Mayer 6849 ("Von bekannter Seltenheit").
 

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82 Schweder, Gabriel. Introductio in jus publicum Imperii Romano-Germanici novissimum. Tübingen, Carl Theophil Eberts Witwe, 1733. (22), 982, (56) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz (Gottf. Rogg fec.). Pergamentband der Zeit. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Zehnte, letzte zu Lebzeiten des Verfassers erschienene Ausgabe des erstmals 1681 gedruckten Staatsrechtslehrbuchs. Seinerzeit ein Standardwerk, "außerordentlich oft neu aufgelegt [...] Vor Rhez' Arbeit hat sie die glücklichere, freiere Anordnung voraus, indem sie einen 'Allgemeinen Theil' über die Grundgesetze und Grundsätze vorausschickt, dann aber in besonderen Theilen von den Rechten des Kaisers, der einzelnen Reichsstände, der mittelbaren Reichsunterthanen handelt" (Stinzing/L.). - Papierbedingt etwas braunfleckig; das Frontispiz mit geringfügigem Randeinriß.
  ¶ Vgl. Stintzing/Landsberg III/1, 41.
 
83 Sipilean, Kghemes. P'ernan Gordez kam Mek'sikoyi arnowile ibrew sharunakut'iwn K'ristap' Kolombosi. Wien, Pashtpan S. Astuatsatsni vank'e, 1851. (2), 210 (statt 216) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel. Bedr. Originalpappband. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Einzige Ausgabe. - Äußerst seltene Geschichte der Eroberung Mexikos durch Hernándo Cortés, in armenischer Sprache verfaßt von Kghemes Sipilean (1824-78). - Teils leicht gebräunt bzw. braunfleckig; insgesamt sauber. Kapitale gering bestoßen. Es fehlen 3 Bll. (S. 71f., 179f. und 187f.; im Faksimile beiliegend). Am vorderen Vorsatz Trockenstempel des Wiener Antiquariats Gustav Klügel.
  ¶ OCLC 35059080.
 
Earliest photographs of Mecca and its pilgrims
84 Snouck Hurgronje, Christian. Mekka. Den Haag, Nijhoff, 1888-1889. 2 text volumes and 1 volume of plates ("Bilder-Atlas"). XIII, 228, (2) pp. With 2 maps and 3 genealogical tables. XVIII, 393, (4) pp. With 4 chromolithogr. plates, 6 (1 double-sized) toned lithogr. plates, and 65 mounted photographs on 30 plates; 1 f. of contents. Contemp. half calf with giltstamped label to spine. Large 8vo (250 x 175 mm). Contemp. half cloth folder with cover label. Folio (380 x 285 mm).
  € 18,500
Remarkable set, rarely encountered complete with the plate volume, issued in merely 100 copies. The Dutch orientalist Snouck spent a year in Mecca and Jeddah during 1884/85 and was married to a Mecca woman. He was the first non-muslim to visit the city outside the annual pilgrimage. The photographs, taken by himself and an Arabic physician, are among the earliest to show Mecca and its pilgrims. - Title pages of text volumes and three images with carefully deleted stamp in the blank margin; insignificant foxing to lithographs. Slight browning to photographs' backing cardboards. The vintage photographs, much sought as the earliest photographic documents of the city, its dignitaries and its pilgrims, are preserved in perfect condition.
  ¶ Henze V, 177. Macro, Bibl. of the Arabian Peninsula 233 & 1239. Dinse 443.
 

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18 original photographs of Mekka by the "earliest Arabian photographer"
85 Snouck Hurgronje, Christian. Bilder aus Mekka. Leiden, E. J. Brill, 1889. Folio (365 x 268 mm). 20 albumen prints mounted on 18 leaves, text comprising half-title, title, preface and list of plates, loose as issued in pictorial gilt cloth, rubbed and faded at extremities.
  € 65,000
According to F. E. Peters (cf. below), the present portfolio is one of the earliest photographic documents of Mekka and the Hajj, preceded only by the photographs of Muhammed Sadiq Bey published in 1881 (Sotheby's, 4 June 1998: £1,250,000). "Following the publication of 'Bilderatlas zu Mekka', Hurgronje received a letter from his doctor in Makkah, whom he had taught the art of photography. The letter contained new photographs of the hajj which were of such great interest that he decided in 1889 to publish his 'Bilder aus Mekka' [...] The photographs provide an insight into the world of Makkah's inhabitants, pilgrims from all over the Islamic world, in addition to the sharif of Makkah, the Turkish governor, and various religious and secular figures" (Badr el-Hage, p. 46f.). "In 1981 F. H. S. Allen and C. Gavin first identified the earliest Arabian photographer by deciphering his elaborately calligraphed signatures, which without exception had been erased from the plates reproduced by Snouck Hurgronje: 'Futugrafiyat al-Sayyid 'Abd al-Ghaffar, tabib Makka' (The Photography of the Sayyid Abd al-Ghaffar, physican of Mecca). This princely eye surgeon had been host to the young Snouck in Mecca immediately after the Dutchman's conversion to Islam. Snouck claimed to have taught his host how to use a camera and attributes to him (without ever mentioning his name) the pictures reproduced in 'Bilder aus Mekka'". - Very rare; only two copies established at auctions internationally during the past decades (the last at Sotheby's [2006] was incomplete, lacking all the text leaves). Text leaves somewhat browned; boards slightly wavy. Albumen prints are in perfect condition, showing fine contrast. Original cloth portfolio somewhat bumped at edges and corners.
  ¶ Badr el-Hage. Saudi Arabia Caught in Time. Reading, 1997. F. E. Peters. The Muslim Pilgrimage to Mecca and the Holy Place. Princeton University Press 1996.
 

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86 Span, Sebastian. Speculum iuris metallici, oder: Berg-Rechts-Spiegel [...]. Dresden, Johann Jakob Winckler, 1698. (14), 426 (falsch: 422), (20) SS. Mit gest. Druckermarke am rot-schwarz gedruckten Titel. Pergamentband der Zeit auf 4 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. Folio (206:326 mm).
  € 600
Einzige Ausgabe dieses Rechtsvergleichs unter besonderer Rücksichtnahme auf die böhmischen Bergwerksordnungen (im wesentlichen die Silber- und Zinnordnung für Joachimsthal und Schlackenwald [1598] und die Bergwerksordnung für das Königreich Böhmen). - Gleichmäßig unbedeutend gebräunt; insgesamt von ansprechender Erhaltung.
  ¶ VD 17, 1:015512F. Hoover 758. Koch, S. 75. Jöcher IV, 710.
 

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87 Spingaroli, Antonio, Gf. Dessa. Tentamen historicum contra vulgatam de Rudolphi I. Habspurgici excommunicatione opinionem. Wien, Johann Thomas Trattner, 1753. 22 SS. Mit kleiner Titelvignette sowie einem Kopf- und einem Schlußstück in Holzschnitt. Heftstreifen-Rücken. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 4to.
  € 150
Einzige Ausgabe dieser Theresianums-Prüfungsschrift über die vermeintliche Exkommunikation Kaiser Rudolfs I. - eine unrichtige Auffassung, die der Verfasser auf die Malaspina'sche Chronik zurückführt. - Sauber und kaum gebräunt. Am Titel zeitgenöss. hs. Numerierung "8" (wohl aus altem Sammelband).
  ¶ Seemann (Trattner) 214. Nicht bei Giese.
 

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88 Steidele, Raphael. Lehrbuch von dem unvermeidentlichen Gebrauch der Instrumente in der Geburtshülfe. Neue umgearbeitete und vermehrte Auflage. Wien, Johann David Hörling, 1785. (2), 338 SS. Mit gest. Titelvignette und mehrf. gefalt. gest. Tafel. Marmorierter brauner Holzdeckelband der Zeit. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 350
Zweite Ausgabe (EA 1774). - Der aus Innsbruck gebürtige Arzt und Geburtshelfer Raphael Johann Steidele (1737-1823) war seit 1774 Wundarzt am Unierten Spital in Wien, "wo er außerdem den chirurgischen und geburtshilflichen praktischen Unterricht erteilte, und wurde 1784 zum Dr. chir. promoviert. 1789 wurde ihm bei Gründung der Geburtshilflichen Universitätsklinik der Unterricht in praktischer Geburtshilfe entzogen. Nach dem Tod Valentin Lebmachers war er 1797-1817 Prof. der theoretischen Geburtshilfe an der Univ. Wien" (DBE). - Die Tafel zeigt geburtshilfliche Instrumente, darunter die von Steidele konstruierte Steißzange. Einband am Rücken fachmännisch restauriert. Papierbedingt etwas braunfleckig; zu Beginn unbedeutend wasserrandig. Am Vorsatz Doublettenstempel der UB Graz.
  ¶ Lesky 630. Blake 431. Vgl. Waller 9199.
 

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89 Stosch, Balthasar Sigismund von. Von dem Praecedentz- oder Vorder-Recht, aller Potentaten und Republiquen in Europa, samt einer sonderbaren Zugabe von der Hoheit des Ertz-Hertzoglichen Hauses Oesterreich. Jena, Johann Nisius für Veit Jakob Trescher in Breslau, 1678. (14), 1069, (1) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Wappenfrontispiz (Christian Romstet sculpsit). Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Im Handel seltene, insbesondere unter dem Aspekt der Zeremonialwissenschaften rezipierte staatsrechtliche Schrift des schlesischen Juristen Stosch (1635-77), "Königlicher Mann" des Guhrauischen Kreises. Papierbedingt etwas gebräunt; insgesamt gut erhalten.
  ¶ VD 17, 14:634237F. Vgl. Kosch³ XX, 443. Zedler XL, Sp. 452.
 
90 Tasso, Torquato. El Goffredo del Tasso canta alla Barcariola dal Dottor Tomaso Mondini [...]. Venedig, Lovisa, 1693. (6), 345, (3) SS. Mit gest. Titel von Isabella Piccini, gest. Wappenvignette am Drucktitel und 20 gest. Tafeln. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. 4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Sehr seltene erste vollständige Ausgabe dieses "Befreiten Jerusalems" in venezianischem Dialekt (mit dem Originaltext im zweispaltigen Paralleldruck). Mondinis Bearbeitung erfreute sich besonderer Beliebtheit bei den Gondolieri (worauf der Untertitel "canta alla barcariola" und der Kupfertitel mit singendem Gondoliere Bezug nehmen). Sie war bereits 1691 in Einzellieferungen und ohne die schönen Kupfer unter dem Pseudonym "Simon Tomadoni" erschienen. - Einband fleckig; am Vorderdeckel zeitgenöss. Aufschrift "Paganoni". Innen unterschiedlich braun- bzw. fingerfleckig; der Kupfertitel unten angerändert. Stellenweise etwas wasserrandig.
  ¶ Graesse VI, 34. Libr. Vinciana 3069 (Anm.).
 
91 Teresa de Jesús (von Avila), Hl. Obras de la gloriosa madre Santa Teresa de Jesus, fundadora de la reforma de la Orden de Nuestra Senora del Carmen, de la Primera Observancia. Brüssel, Frans Foppens, 1674. 2 Bde. (22), 548, (6) SS. (8), 556, (48), 8 SS. Mit gest. Frontispiz (I. E. Quellinus iun. del., Richard Collin sc.) und 2 (wdh.) gest. Titelvignetten. Spanische Lederbände der Zeit auf 4 Bünden mit goldgepr. Rückentitel und -fileten. Gr.-4to.
  € 380
Brüsseler Ausgabe der Werke der Hl. Teresa von Avila (1515-82), die den Karmelitenorden nach strenger Ausrichtung reformierte. "Die Werke Teresas sind nicht in schriftstellerischer Absicht geschrieben, sondern im Auftrag ihrer Seelenführer. Teils sollen sie über ihre Seelenzustände Aufklärung geben, teils der Belehrung und Erbauung ihrer Nonnen dienen" (LThK X, 92). - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, teils auch wasserrandig (Titel etwas stärker). Die Einbände berieben und mit gelegentl. kl. Schabspuren bzw. Rückendefekten.
  ¶ OCLC 32985649.
 

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92 Teresa de Jesús (von Avila), Hl. Cartas de Santa Teresa de Jesus, madre y fundadora de la reforma de la Orden de Nuestra Senora del Carmen, de la Primitiva Observancia. Brüssel, Frans Foppens, 1674-1676. 2 Bde. XXXII, 516, (26) SS. (12), 398, (18) SS. Mit 2 (wdh.) gest. Titelvignetten. Spanische Lederbände der Zeit auf 4 Bünden mit goldgepr. Rückentitel und -fileten. Gr.-4to.
  € 400
Von Juan de Palafox y Mendoza kommentierte Ausgabe. Die Hl. Teresa von Avila (1515-82) reformierte den Karmelitenorden nach strenger Ausrichtung. "Die Werke Teresas sind nicht in schriftstellerischer Absicht geschrieben, sondern im Auftrag ihrer Seelenführer. Teils sollen sie über ihre Seelenzustände Aufklärung geben, teils der Belehrung und Erbauung ihrer Nonnen dienen" (LThK X, 92). - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, teils auch wasserrandig (Titel etwas stärker). Die Einbände berieben und mit gelegentl. kl. Schabspuren bzw. Rückendefekten.
  ¶ Palau 299.209f.
 

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93 Tesauro, Emanuele. Inscriptiones, quotquot reperiri potuerunt. Editio tertia. Cölln an der Spree (Berlin), Georg Schultze, 1671. (48), 478, (42) SS. Titel und Widmung in rot und schwarz gedruckt. Mitganzs. Wappenholzschnitt und mehreren Holzschnittvignetten und Zierstücken im Text. Prächtiger roter Maroquinband der Zeit auf 6 Bünden mit goldgepr. Rückentitel, reichster Rücken- und Deckelvergoldung sowie Stehkantenfileten. Dreiseitiger, an den Enden ziselierter Goldschnitt. Folio (202:322 mm).
  Price upon request or meanwhile sold
Vorzugsexemplar auf großem Papier in Prachteinband. - Umfangreiche, kulturhistorisch aufschlußreiche Sammlung (zumeist antiker) Inschriften aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, in Gruppen zusammengestellt: Begräbnisse, Geburten, Elogen auf bedeutende Männer, griechische und jüdische Mythologie etc. Graf Emanuel Thesaurus (1592-1675) war zeitweise Mitglied des Jesuitenordens, verließ diesen aber und wurde Großmeister des Kreuz-Ordens. Er soll vierzig Jahre an diesem Werk gearbeitet haben. - Der prächtige dunkelrote Maroquinband mit umlaufender breiter Deckelbordüre, darin rechteckige Bordüre mit Eckstücken und Fleurons; ornamentale Mittelstücke. Leicht berieben; minimale Schabspuren am oberen Kapital; Hinterdeckel mit kl. Kratzspuren. Vorsätze und Titel gering gebräunt. Mehrere zeitgenössische An- bzw. Unterstreichungen im Text.
  ¶ VD 17, 1:085573A. Jöcher IV, 1127.
 
Kein Exemplar nachweisbar
94 Timlich, Carl. Gründliche Abhandlung der Fechtkunst auf den Hieb zu Fuß und zu Pferde zum Gebrauch der Cavallerie. Wien, van Ghelen, 1796. Gest. Titel, (3)-55, (3) SS. Mit 18 gest. Tafeln. Marmorierter Pappband der Zeit. Gr.-4to.
  € 2,000
Einzige Ausgabe. Sehr selten; kein Exemplar über Bibliothekskataloge nachweisbar. - Der offenbar ursprünglich aus Asch im Sudetenland stammende Wiener Fechtmeister und Kupferstecher Timlich wird beschrieben als "ein curioser Kauz, der mit dem Degen, dem Grabstichel und der Feder zugleich, und mit dieser als Fachmann, als Poet und Culturhistoriker, umzugehen verstand" (Wurzbach). Die Kupfer der vorliegenden, für die Ausbildung der berittenen Soldaten bestimmten Fechtschule stach er selbst. Timlich ist wahrscheinlich identisch mit dem obskuren Schriftsteller Karl Erdmann Temlich, der schon 1776 in Halle mit seinen "Anfangsgründen der Fecht-Kunst" hervorgetreten war und 1781 ein im Titel dem vorliegenden ganz ähnliches Werk herausgebracht hatte, nämlich die "Gründliche Abhandlung der Fechtkunst auf den Stoß und Hieb. Worinnen sowohl das offensive als devensive Fechten, jedes besonders abgehandelt, und alle nur mögliche Vortheile desselben nach mathematischer Weise auf das deutlichste angezeiget sind" (Wien, bei Schmidt). 1807 folgte Timlichs "Abhandlung der Fechtkunst auf den Stos" (Wien, bei Rehm). Furore machten seine 1809 rasch angefertigten Phantasieansichten der Schlacht von Aspern, die er in großer Zahl an die geschlagenen französischen Soldaten verkaufte. Während Wurzbach versichert, Timlich sei noch 1826 am Leben gewesen, gibt Thieme/Becker seine Lebensdaten mit 1744-1825 an. - Am Schluß des Textteils ein Verzeichnis der Pränumeranten (darunter die Erzherzöge und zahlreiche bedeutende Vertreter von Adel und Militär). Leicht gebräunt; der Titel schwach braunfleckig und verso mit altem Stempel. Das Diagramm der Faustlagen von zeitgenössischer Hand beschriftet; eine Tafel mit eingezeichnetem Helm.
  ¶ Gelli 289. Vgl. Wurzbach XLV, 163. Thieme/Becker XXXIII, 177.
 

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95 Vassé, Louis. In anatomen corporis humani tabulae quatuor, nunc denuo accuratius recognitae, una cum copiosissimo, qui antea non erat, indice. Venice, Vincenzo Valgrisi, 1544. 117, (11) ff. With two woodcut printer's devices. (Bound after) II: Dubois, Jacques. In Hippocratis elementa Iacobi Sylvii medici commentarius. Ibid., 1543. 24 ff. With two woodcut printer's devices. Restored contemp. vellum. 8vo.
  € 650
The principal anatomical work of Louis Vassé (1500-80). Bound first is a commentary on the "Elementa" of Hippocrates, by the French humanist and anatomist Jacques Dubois (Jacobus Sylvius, 1478-1555), teacher of Vassé as well as Vesalius. - First quire of Dubois' work misbound; modern endpapers. Several contemporary humanist marginalia.
  ¶ I: Edit 16, CNCE 36097. Adams V 301. Not in BM-STC Italian. - II: Edit 16, CNCE 17797. Not in BM-STC Italian or Adams.
 

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96 Vergilius Maro, Publius / Ruaeus ed. Opera. Interpretatione et notis illustravit Carolus Ruaeus SJ. Secunda editio. Amsterdam, (David Roger, 1689-)1690. (26), 864, (184) SS. Mit gest. Frontispiz, gest. Titelvignette, 4 gest. Kopfstücken und 4 gest. Initialen. Pergamentband der Zeit mit alt erneuertem Rückenbezug und hs. Rückentitel. 4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Nachdruck dieser erstmals 1675 in Paris erschienenen Vergil-Edition "ad usum Delphini". Der Prediger Charles de la Rue (1643-1725) lehrte "avec éclat" am Pariser Jesuitenkolleg. "Der Commentar ist der Beachtung werth" (Schweiger II, 1170). "On préfère cette édition, dont le texte est corrigé d'après celui de Heinsius" (de Backer/S.). - Gering braun- und fingerfleckig; im Rand gegen Ende leicht tintenfleckig. Frontispiz im Falz verstärkt und teils mit Japanpapier hinterlegt. Radierter Besitzvermerk am Titel. Einband berieben und an Ecken und Kanten restauriert; am vorderen Innendeckel alte hs. Bibliothekssignatur.
  ¶ Schweiger II.2, 1171. De Backer/Sommervogel VII, 293.
 
97 (Victoria, Königin von England). Leaves From the Journal of our Life in the Highlands, From 1848 to 1861. Edited by Arthur Helps. London, Smith, Elder & Co., 1868. XV, (5), 315, (1) SS. Mit gest. Frontispiz, einer gest. Tafel und zahlr. Textillustrationen. Ill. grüner Leinenband der Zeit mit goldgepr. Deckelfileten und Rückentitel; Steh- und Innenkantenvergoldung. Dreiseitiger Rot-Gold-Schnitt. Lesebändchen. Gr.-8vo.
  € 850
Erste Ausgabe. - Prächtiges, für den Verleger R. Ingalton Drake in Eton gebundenes Widmungsexemplar der königlichen Tagebücher, die Victorias Schottlandaufenthalte auf Schloß Balmoral, ihren Besuch in Irland und ihre Segelfahrten zu den Kanalinseln und nach Mont-St-Michel beschreiben. Die Deckel zeigen das aus Ästen zusammengesetzte goldgepr. Monogramm "AV". Am Vorsatz die Widmung: "Pour le Vicomte de Benghem de la part de Victoria. Balmoral 20 Juin 1899". Der Vicomte de Benghem war belgischer Botschafter in Mexiko. - Die ersten Bll. stellenweise unbedeutend wellig; sonst tadellos erhalten.
 

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Aus dem Besitz der Familie Ettenreich
98 Volpi, Alessandro. L'attentato del diciotto febbrajo mille ottocento cinquantatre contro la preziosa vita di S. M. I. R. A. Francesco Giuseppe I. Imperatore d'Austria. Padua, coi Tipi del Seminario, 1853. 304 SS. Mit gest. Portraitfrontispiz. Grüner Lederband der Zeit (restauriert) mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung und goldgepr. Wappensupralibros an den Deckeln. Folio (236:306 mm).
  € 650
Einzige Ausgabe dieser aufwendig gestalteten Publikation zum mißglückten Attentat auf Kaiser Franz Josef I. durch den ungarischen Schneidergesellen Janos Libényi am 18. Februar 1853, das durch den Adjutanten Graf O'Donnell und den herbeieilenden Metzger Josef Ettenreich hatte verhindert werden können. Die Lebensretter wurden geadelt; zum Dank für die Rettung des Kaisers wurde die Wiener Votivkirche erbaut. - Unter den hier als Originalbeiträge abgedruckten Votivgedichten auch zahlreiche in hebräischer, syrischer und griechischer Sprache. Vorsätze erneuert, zu Beginn und gegen Ende stärker wasserwellig, farb-, finger- und stockfleckig. Aus dem Besitz der Familie Josef Ettenreichs mit hs. Widmung in Tinte am fliegenden Vorsatz: "Seiner Hochwürden Herrn P. Rausch in dankbarer Erinnerung an die der Frau Betti Edl. v. Neumann-Ettenreich gespendeten letzten Tröstungen unserer heil. Religion gewidmet von deren hinterbliebenen Kindern. Wien, am 27. Jänner 1908." Darunter Bleistiftvermerk des beschenkten Pfarrers, Anton Rausch: "Im Jänner 1908 hab ich Frau Betti Edle von Neumann-Ettenreich eine Tochter des Retters unseres Kaisers beim Attentate vom 18. 2. 1853 versehen. Ihre Tochter überbrachte mir nach deren Tode dieses Buch [...]".
  ¶ Vgl. Wurzbach LI, 279. Pagliaini III, 808.
 

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99 Wenck, Johann Baptist. Mütterliches Heyrath-Gut, das ist: Kurtzer jedoch gründlicher Bericht, von den wunderbaren Werck der Empfängnus, und Geburt eines Menschen: wie sich nemblich eine Frau vor- und in derselben zu verhalten, auch was denenselben vor Kranckheiten, vor- in- und nach der Geburt zufällig seyn können, und wie hingegegn solche zu curiren seynd. Graz, Widmanstätterische Erben für Franz Jakob Ludwig, 1719. (4 [statt 8?]), 3-437, (11) SS. Pappband der Zeit über Holzdeckeln (Rücken fehlt). 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Einzige Ausgabe der sehr seltenen gynäkologischen Schrift; das zweite bekannte Exemplar nach dem der Wellcome Library. "Denen Frauen sehr nutzlich, auch meistens für die kleine Städt und Märckt auf dem Land, mithin zugleich denen Pfleg- und Verwalters-Frauen deren Herrschaffts-Unterthanen in der Noth beyzustehen" (Untertitel). Der aus Franken stammende J. B. Wenck "lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. als der 'freyen Stände in Steyermarck Leibmedicus und als Stadtphysicus in Gratz'. In den unter dem Titel 'Miscellanea' von der kaiserlichen Leopoldinischen 'Academia Naturae Curiosorum' herausgegebenen periodischen Schriften erschienen mehrere seiner wissenschaftlichen Abhandlungen über von ihn angestellte interessante Beobachtungen im Gebiete der Medicin" (Wurzbach LIV, 267). Für 1697 weist Graff einen weiteren seltenen, nur in der Stiftsbibliothek Rein bei Graz, der UB Klagenfurt sowie in der UB Ljubljana vorhandenen Druck ohne Impressum nach ("Vindiciae medico-apologicae in casu omnino apoplectico-hemiplectico undecima morbi die [...] opera et studio Joannis Baptistae Wenckh"), der nach Typenvergleich ebenfalls von Widmanstetter stammt. - Es fehlen der Schluß der Vorstücke sowie das erste Textblatt (A1). Durchgehend gebräunt; am Schluß einzelne Blätter lose. Hinterdeckel lose.
  ¶ OCLC 26900139 (= Wellcome 26900139, ohne Kollation). Nicht bei Graff.
 
100 [Zauberei]. Mit hoher Präsidial-Bewilligung wird T. V. Schatral heute die Ehre haben sich mit mechanischen Tafel-Künsten zu produzieren. O. O., um 1830. Flugblatt (Wandanschlag). Mit Holzschnittbordüre. 4to (155:189 mm).
  € 850
Sehr seltene Ankündigung des biographisch nicht nachweisbaren "Tafelkünstlers" (Zauberkünstlers) T. v. Schatral, welcher verspricht, "die höchste Gewandtheit mit den neuesten Kartenkünsten [zu] zeigen, viele Changierungen mit Gelstücken, Eyern, Uhren, Ringen, Kugeln etc. mehrere Verwandlungen, einen Handschuh in 2 Kinder, aus einer Kugel 12 Zwanziger, aus drei Blumen drei Karten, ein Kleinod aus einem Becher in 12 Becher, das Ey auf den Stab, die künstliche Dose, der magische Tänzer, der neu erfundene Eyersack aus Spanien, der kleine Jäger zeigt die Karte, der Bote aus Lisabon, die verschwindende Kugel. Da aber das Gebiet der natürlichen Magie zu ausgedehnte Gränzen hat, und mir sehr vielartige Kunststücke zu Gebote stehen, so gestattet der enge Raum dieses Blattes nicht alle seine Künste namhaft anzuführen, sondern er begnügt sich blos zu sagen, daß er mit einen angenehmen Unterhaltung seine Aufwartung machen kann [...] Nach Beendigung des Vortrages kann nach gütigem Belieben jedes edle gute Herz ihn mit einer freigebigen Spende erfreuen [...]". - Die freigelassenen Felder für "Ort der Production" und Beginnzeit unausgefüllt. Ränder mit minimalen Läsuren (links und rechts schmal hinterlegt).
 

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101 Abd el-Kader, Emir von Mascara, algerischer Freiheitskämpfer (1807-1883). Eigenh. Albumblatt mit Namenszug und Tugra-Stempel. O. O., 26. XI. 1855. 1/3 S. (neun Zeilen). 8vo.
  € 1,500
Die linke Blatthälfte in arabischer Sprache, daneben eine von anderer Hand verfaßte Übertragung ins Französische: "Louange à Dieu / A notre ami, Mr. Chaire - Retenez ce dicton arabe: Quand vous faites le bien, vous devenez le supérieur de votre obligé, comme vous êtes l'égal de celui qui ne vous a rendu aucun service. Soyez persuadé que Dieu nous tiendra compte de nos bonnes actions, comme il nous punira pour nos mauvaises [...]". - Etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren; eine kleine Schadstelle am unteren Blattrand fachmännisch restauriert.
 

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Aus der berühmten Familie Haid, einer Augsburger Malerfamilie der Mozartzeit
102 [Album amicorum]. Freundschaftsalbum des Gottlieb Christian Haid. Augsburg und Venedig, 1756-1764. 332 SS. Mit 49 Einträgen in deutscher, italienischer, lateinischer, französischer und englischer Sprache aus Augsburg (1756-58) und Venedig (1758-68 [1787?]), darunter drei prächtige Aquarelle, sechs Federzeichnungen (davon zwei laviert), eine Bleistiftzeichnung sowie zahlreiche ansprechend kalligraphierte Einträge; einer mit illuminierter, goldgehöhter Federwerksinitiale. Zeitgenöss. Lederband mit hübscher Rückenblindprägung; die Deckel mit goldgepr. Bordüre, Mittel- und Eckstücken. Gelb-grüne Buntpapiervorsätze. Dreiseitiger ziselierter Goldschnitt. Quer-8vo. Im originalen braunen Pappschuber.
  € 18,000
Prächtig illustriertes Freundschaftsalbum des Gottlieb Christian Haid, ein Mitglied der berühmten Augsburger Familie von Malern und Kupferstechern. Gottlieb Christian war wahrscheinlich der Bruder des Stechers und Portraitmalers Johann Elias Haid (1739-1809), der zwei schöne Aquarelle beisteuerte (beide mit Datum 1756, woraus sich erschließt, daß der Künstler sie im Alter von 17 Jahren anfertigte). Johann Elias Haid lernte bei seinem Vater; ab 1788 war er Direktor der Augsburger Kunstakademie. Er bereiste Venedig und die Niederlande und arbeitete im elterlichen Verlag. Außerdem findet sich ein Eintrag eines weiteren Bruders, Lorenz Jacob Haid. Ihr Vater, der Augsburger Maler, Verleger und Stecher Johann Jacob Haid II. (1704-67), war Schüler Ridingers und ist für seine großformatigen Schabkunstportraits bekannt. - Der Stammvater der Familie, Johann Jakob Haid I, war Lehrer im schwäbischen Klein-Eislingen und Salach gewesen. Er hatte fünf Söhne: Johann Georg (fl. um 1720), Maler; Johann Lorenz (1702-50), Zeichner und Stecher; Johann Jakob II. (1704-67); Johann Christian (1706-34), Maler; und Johann Gottfried (1710-76), Ornamentstecher und 1766 Begründer einer Schabkunstschule in Wien. - Das Album enthält zahlreiche Einträge von Freunden - oft Künstlerkollegen - sowohl aus Augsburg als auch aus Venedig, wohin Haid im Sommer 1758 gezogen war. Es dokumentiert damit die Augsburger wie auch venezianische Kunst- und Kulturgeschichte im letzten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts. Neben den Einträgen seiner Brüder finden sich Beiträge der Augsburger Künstler Philipp Sebastian und Johann Lorents Rugendas; Johann Balthasar Setlezky, wohl Sohn des Augsburger Stechers Balthasar Sigmund Setlezky (1695-1771); eine Meeresansicht von Antoni Christoph Gignoux, Marine- und Landschaftsmaler, 1763-89 in Augsburg tätig; der Ornamentstecher Georg Leopold Hertel (fl. um 1760), Sohn des Johann Georg Hertel; sowie der Stecher Emanuel Eichel (1717-82), der auf S. 257 eine interessante Federzeichnung beisteuerte. Bedeutsam für die Verbindung der Familie Mozart mit Augsburg ist der Eintrag des Johann Andreas Stein, des berühmten Klavierbauers, von dem Leopold Mozart (aus dieser Stadt gebürtig) seinem siebenjährigen Sohn Wolfgang Amadeus im Jahre 1763 ein Reisepiano kaufte, welches der Junge sieben Jahre lang spielten sollte. Außerdem findet sich eine prächtige Darstellung des Pantheon und der Sestiuspyramide in Rom, ausgeführt vom bekannten englischen Architekten James Wyatt I (1746-1813), der die Jahre 1762 bis 1768 in Italien verbrachte. - Detaillierte Verlistung der Beiträge auf Anfrage.
  ¶ Vgl. zu Haid Thieme/B. XV, 480-482.
 

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103 Aldini, Giovanni, Physiker (1762-1834). Eigenh. Brief mit U. ("Aldini"). Mailand, 18. VI. 1808. 2½ SS. auf Doppelblatt. 4to.
  € 1,500
Ein in seiner Eigenschaft als Stadtrat verfaßter, recht ungehaltener Brief an einen Ratskollegen, dem gegenüber er sein Mißfallen darüber äußert, daß ein von ihm verfaßter Rapport keine Unterstützung im Rat gefunden hatte. Aldini fodert für seine Meinung Respekt ein und verwahrt sich gegen die "maledetti stracci", den "verdammten Wisch", seines Kontrahenten: "[...] L'ultimo affare andò gavi matina con approvazione della seduta del consiglio Generali, benché fosse stato il solo nel quale il mio rapporto non aveva avutto il suffraggio del Consiglio degli Uditori. Feci inserire nel processo verbale il mio dissenso, e appoggiato dal Ministero del Culto, da Guicciardi, e da Contarini feci vedere a miei stessi colleghi che bisognava rispettare le mie opinioni. L'affare era legale, e senza quei vostri maledetti stracci sostenni, e vinsi la causa come potrete essere informato in detaglio dal Giudice Bellentani a cui ne scrivo, poiché me l'aveva vivamente raccomandata [...] credo che non vadi niente della vostra convenienza col ripetere mia petizione colla quale chiederete il disputo dell' affare, accennando che vi sono fondi appositi pur il noto pagamento, e che non c'è bisogno di rescrivere al Prefetto. Mandatemi la petizione per la posta per profittare del momento. Parlai al Generale Polfranneschi del Giandame Ferrari, e rimase sorpreso della condotta del Colonello Zanini, promettendo nuovamente, che non emergendo notizie in contrario, avrebbe anche a mio riguardo avuto in tutta considerazione la sua istanza [...]". - Giovanni Aldini, der Bruder des Politikers Antonio Aldini, war von Kaiser Franz I. von Österreich in Anerkennung seiner Verdienste zum Ritter der eisernen Krone geschlagen und zum Stadtrat in Mailand ernannt worden. - Bl. 2 mit kleinem Ausschnitt durch Siegelbruch (keine Textberührung), dieses größtenteils erhalten.
 

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104 Anastasia Romanova, Tochter von Zar Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna (1901-1918). Eigenh. Brief mit U. Zarskoje Selo, 2. VI. 1916. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. Beiliegend eine Originalphotographie der Zarentochter (83:85 mm).
  € 5,000
Hübscher Brief der 15jährigen, die im Kriegsjahr 1916 u. a. berichtet: "[...] Ich und Marie haben jetzt eine Hängematte und schaukeln den ganzen Tag [...] Es ist feucht hier, darum muß ich meine Haare [eigentlich: meinen Pony] mehrmals eindrehen [...]" (Übers.). - Die beiliegende private Originalphotographie zeigt - so die rückseitige Beschriftung - die Zarentochter zu Beginn des Jahres 1916 im Schlafzimmer des Kaiserpaars in Zarskoje Selo.
 

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105 Angeli, Heinrich von, Maler (1840-1925). 2 eigenh. Briefe mit U. ("HvAngeli"). O. O. u. D. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 4 (0 2 Doppelblatt). Mit zwei Beilagen (s. u.).
  € 280
An eine Dame, deren Kind von ihm portraitiert wurde: "Das Bild Ihres Kindes ist nicht genügend eingetrocknet, als daß ich morgen ohne Gefahr für dasselbe daran weiter arbeiten könnte. So muß ich die Sitzung auf nächste Woche verschieben [...]". - Geboren als Sohn eines Gastwirts aus ursprünglich adliger venezianischer Familie, studierte der in Ödenburg geborene Angeli an der Akademie der bildenden Künste in Wien, seit 1855 an der Düsseldorfer Akademie und von 1856 bis 59 bei Emanuel Leutze. "Nach Studienreisen durch Italien, Frankreich und die Niederlande berief ihn König Ludwig I. an die Kunstakademie in München, wo Angeli sich dem Kreis um Karl von Piloty anschloß" (DBE). 1862 ließ er sich in Wien nieder, stand von 1870 bis 72 und von 1906 bis 10 der Wiener Künstlergenossenschaft vor und erhielt 1877 eine Professur für Porträtmalerei an der Wiener Akademie. "In seiner ersten Schaffensperiode malte Angeli bevorzugt Genre- und Historienszenen wie 'Maria Stuart bei Verlesung des Todesurteils' (1857). 1873 begann seine erfolgreiche Karriere als Portraitist der Wiener Adels- und Finanzwelt sowie der Höfe in Wien, Berlin, London und St. Petersburg. Angeli wurde 1907 geadelt" (ebd.). - Beiliegend eine Portraitphotographie (94:56 mm auf etwas größerem Trägerkarton) und ein auf Karton montierter Zeitungsausschnitt mit einem Portrait des Malers.
 

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106 Angell, Norman, Schriftsteller, Publizist und Nobelpreisträger (1872-1967). Ms. Brief mit eigenh. U. New York, 21. XII. o. J. 1 S. Gr.-8vo.
  € 200
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "I should be delighted to talk for a few minutes to your sons's school some morning that I am in Boston. Jan 15 seems one possible date and the 26th another. If it is physically possible with due regard to the other engagements I shall be glad to do this [...]". - Der britische Schriftsteller und Publizist erhielt 1933 den Friedensnobelpreis als Mitglied der Exekutivkommission des Völkerbunds und des Nationalen Friedensrats.
 

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107 Arndt, Ernst Moritz, Schriftsteller und Politiker (1769-1860). Eigenh. Brief mit U. ("EMA"). O. O. u. D. ¾ S. Gr.-8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). Beiliegend ein kleines Portrait.
  € 600
An Frau Brandis: "Gut oder schlecht. Ich werde ein Verschen zu fügen suchen. Wollen Sie, Liebste[,] es heut Abend 5 Uhr abholen lassen? [...]". - Mit kleinem Ausriß durch Siegelbruch sowie Falt- und Knitterspuren; im Fließtext eine kleine Notiz zum Verfasser von fremder Hand.
 

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Neujahrsgrüße
108 Arndt, Ernst Moritz, Schriftsteller und Politiker (1769-1860). Eigenh. Brief mit U. ("EMArndt"). [Bonn, Dezember 1859]. 2½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  € 950
An "Freund Schlemmer und Gemal." mit Neujahrsgrüssen: "Tausend Dank für die anklopfenden Erinnerungen und Mahnungen des Herzens und daß Ihr den schneeweißen Mann durch die herrliche Milch der Greise so stärken wollt. Er darf Euch in Freuden melden, daß er durch Gottes Gnade auf seinen Beinen noch flink ist. So wolle der liebe Gott auch Euch durch das kommende Jahr 1860 und durch viele schön folgende glücklich und fröhlich hindurchführen! Also froh weiter! Grüßt mir alle die Eurigen und Meinigen in Frankfurt, vor allem die beiden vortrefflichen Menschen: Eure Mama und den Vetter Souchay [...]".
 

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109 Arronge, Adolf l', Schriftsteller, Theaterdirektor und Kapellmeister (1838-1908). Eigenh. Brief mit U. Wohl Berlin, 11. X. 1880. ¾ S. Gr.-8vo.
  € 100
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich denke Mittwoch Nachmittag von hier abzureisen u. also Donnerstag früh in Wien zu sein. Ich wohne wieder im Lamm u. suche Sie vielleicht nach Donnerstag Vormittag auf [...]". - Ehedem Kapellmeister, war Adolf l'Arronge Mitbegründer des 1883 als "Deutsches Theater" neu eröffneten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters in Berlin. "Man eröffnete mit 'Kabale und Liebe', einer Aufführung, in der als Ferdinand zum ersten Male der blutjunge Josef Kainz vor die Berliner trat und sie im Sturm eroberte" (Wininger, Große jüd. National-Biogr. I, zit. n. DBA II 43, 5). 1894 legte l'Arronge sein Amt nieder, um sich gänzlich der Schriftstellerei widmen zu können und rief "aus Anlaß seines 70. Geburtstages [...] eine Stiftung zum Besten der Theaterangehörigen ins Leben. Aus demselben Anlasse ernannte ihn der Kaiser zum Professor" (ebd.). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf, die Verso-Seite mit einem kleinen zeitgenössischen Eingangsvermerk; stellenweise gering fleckig und mit kleinen Randein- bzw. -ausrissen; etwas knittrig.
 

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110 Aslan, Raoul, Schauspieler und Regisseur (1886-1958). Hauptmann, Gerhart. Iphigenie in Delphi. Tragödie. Berlin, S. Fischer Verlag, (1942). 98 SS., 1 Bl.; interfoliiert mit 48 Bll. in-4to, sämtliche mit meist umfangreichen eigenh. Aufführungs- u. Regie-Anmerkungen von Raoul Aslan. Halbleinen der Zeit mit montiertem Originalumschlag von H. H. Hagedorn. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Handexemplar Raoul Aslans, der bei der Uraufführung der Tragödie die Rolle des Priesters Pyrkon verkörperte. - Das Vorsatzblatt ist von Aslan eigenh. monogrammiert u. dat. "1942". Es folgen 4 Bll. (7 SS. in Tinte, 1 in Bleistift) mit Anmerkungen zu Hauptmann bzw. dem Stück 'Iphigenie in Delphi' (am Ende dat. "31. X. [19]42"), eine Seite (in Bleistift wie alle folgenden) mit Anmerkungen zu Masken u. Kostümen, eine ganzs. Bühnenskizze, 2 SS. mit Anmerkungen zu Requisiten, Beleuchtung, Musik usw. sowie 84 SS. mit Aufführungs- und Regie-Anmerkungen. - Durchg. (auch im gedruckten Text) mit zahlr. Anstreichungen in Rot- u. Blaustift. - Raoul Aslan, der armenischer Herkunft war, gastierte seit 1906 an Bühnen in Hamburg, Graz, Stuttgart, Berlin und München. Wieder in Wien, spielte er am Volkstheater; 1920 debütierte er am Burgtheater als Orest in 'Iphigenie auf Tauris'. Aslan avancierte zum Ersten Schauspieler des Hauses, war seit 1926 Kammerschauspieler und Regisseur und 1945-48 Direktor des Burgtheaters. Zu seinem Repertoire zählten die klassischen Helden und Charakterrollen; er galt als großer Shakespeare-Darsteller. - Aus dem Besitz des Regisseurs Gerhard Lamprecht, der u. a. der erste Direktor der Deutschen Kinemathek (heute Filmmuseum Berlin) war.
 
111 Bachmann, Ingeborg, Schriftstellerin (1926-1973). Albumblatt mit eigenh. Namenszug und montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt). O. O. u. D. 1 S. Qu.-8vo.
  € 120
 

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112 Baker, George Pierce, Theaterwissenschaftler (1866-1935). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Geo. P. Baker"). New Haven (Connecticut), 13. XI. 1925. 1 S. Gr.-4to.
  Price upon request or meanwhile sold
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "You could not do better, I think, than to have Professor Nettleton as one of your speakers. He is the Chairman of the very distinguished Department of English here, he is a man famous as a specialist on the English Drama of the eighteenth century, and he is a very important person here at Yale University in every way. Besides all that, he is an altogether charming man. It may interest you to know that he is Chairman of the Athletic Committee, and that in the absence of the President of Vassar two or three years ago, he was the Acting President [...]". - George Pierce Baker war Mitbegründer der Yale School of Drama und unterrichtete u. a. Eugene O'Neill, George Abbott, Hallie Flanagan, Edward Sheldon, Sidney Howard, Maurine Dallas Watkins und Stanley McCandless. "His 'Dramatic Technique' (1919) offered a codification in English of the principles of the well-made play" (Wikipedia). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Yale University | School of the Fine Arts | Department of the Drama"; Papierbedingt etwas (am rechten Rand stärker) gebräunt und mit einem größeren sowie einem kleineren Ausriß am rechten bzw. unteren Rand;mit einem kleinen Papierdurchbruch im oberen weißen Rand.
 
113 Baudelaire, Charles, Dichter (1821-1867). Eigenh. Brief mit Initialen. O. O., [30. III. 1860]. ¾ S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 5,800
An seine Mutter, Mme. Caroline Aupick, in Honfleur, wegen einer bevorstehenden Geldsendung: "Je me suis trompé. Il n'y a pas de billets à Honfleur le 1er avril. C'est pour le 12 (300). Celui du 1er tombe à Paris, directement sur moi, rue d'Amsterdam. Je t'écris ce matin; ce soir à 6 heures, j'aurai une certitude pour les 300 échus le 28 à Honfleur. Je t'embrasse | C. B." - Charles Baudelaire, der seit August 1859 ein kleines Zimmer im Hôtel de Dieppe in der rue d'Amsterdam bewohnte, erhielt damals vom Ministre de l'éducation publique mehrfach außerordentliche Entschädigungen in der Höhe von je 300 Francs für seine Veröffentlichungen in Pariser Zeitschriften. Im Mai 1860 kamen die "Paradis artificiels" in den Handel. - Abgedruckt in: Claude Pichois (Hrsg.): Correspondance. Paris 1973, Bd. II, S. 19. - Der Brief war in der Baudelaire-Ausstellung der Bibliothèque Nationale 1957 ausgestellt (Kat.-Nr. 57). - Bl. 2 mit einem kleinen Ausriß durch Öffnen der Verschlußmarke, einem alten Montagestreifen und gering fleckig.
 

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114 Bauernfeld, Eduard von, Schriftsteller (1802-1890). 15 eigenh. Gedichte. O. O. u. D., [möglicherweise 1830]. 4 SS. auf Doppelblatt. Folio.
  € 350
Sammlung von Sinnsprüchen: "Der Jugend süße Melancholie, | Des Alters heimliche Hypochondrie [...]". - Mit mehreren größeren Einrissen in den Faltungen und Spuren alt abgelöster Tesfilmstreifen.
 

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115 Bayer, Joseph, Germanist und Kunsthistoriker (1827-1910). Eigenh. Brief mit U. O. O., 25. III. 1896. 4 SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to.
  € 180
Sehr freundschaftlicher Brief an die Schriftsteller- und Künstlervereinigung Concordia in Prag, für die er Vorträge gehalten hatte, "obgleich die Zugkraft eines alten Docenten, der das jüngere, vorstrebende Geschlecht kaum kennt, nicht sehr bedeutend sein kann [...] An dem schönen, mir unvergeßlichen Vereinsabend hat mich Herr René Rilke durch seine so sinnvolle Improvisation, deren Niederschrift ich sorgsam bewahre, hoch erfreut, und die mit bester Laune gewürzte, heitere Parabase des trefflichen Mitglieds des königl. deutschen Landestheaters gab einen hellen Klang mehr in die schöne Stimmung unseres Zusammenseins. Und Sie Alle, meine verehrten Herren, und ebenso die sehr verehrungswürdigen Damen, die den geselligen Abend durch ihre Betheiligung verherrlichten, haben sich gegen den 'Kömmling' so ausgehend gastlich erwiesen, daß er kaum weiß, wie er geziemlich für so viel Liebes und Gutes zu danken habe [...]". - Joseph Bayer, geboren in Prag, war Professor für Ästhetik und Geschichte der Baukunst an der TH Wien. Vgl. Giebisch-G. 20. - Papierbedingt etwas gebräunt.
 

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116 Bedel, Maurice, Schriftsteller (1883-1954). Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, 1930. ¾ S. 4to. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 200
In französischer Sprache für Oscar Hans Menges. - Der Pariser Schriftsteller war 1927 mit dem Prix Goncourt für seinen Roman "Jérôme 60° latitude nord" ausgezeichnet worden, 1948 wurde er Präsident der Société des gens de lettres.
 

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117 Beta, Heinrich, (d. i. Johann Heinrich Bettziech), Journalist (1813-1876). Eigenh. Brief mit U. ("Dr. H. Beta"). Berlin, 11. V. [1867]. 1½ SS. Gr.-8vo.
  € 140
An einen Redakteur: "Besten Dank, daß Sie den jungen Buchhändler, Herrn Lesser, an mich empfohlen haben. Das Werk über Paris, worüber ich Ihnen bald einen Artikel zuzusenden hoffe, ist meist von brillanten und berühmten Federn geschrieben. Ich habe nun seit länger als einem Monat kein Magazin erhalten, kann aber immer noch nicht glauben, daß Sie Ihrem alten, treuen, fleißigen Mitarbeiter seit sechzehn Jahren das Exemplar entzogen haben [...]". - Heinrich Beta, der während seines Studiums der Philosophie und der Naturwissenschaften schon Mitarbeiter der "Hallischen Jahrbücher" gewesen war, redigierte von 1838 bis 1848 den literarisch-kritischen Teil des von Friedrich Wilhelm Gubitz herausgegebenen "Gesellschafters". "1846 rief er u. a. zusammen mit John Prince-Smith und J. Faucher den Freihandelsverein und dessen Organ 'Berliner Stafette' ins Leben; seit 1847 war er Berliner Berichterstatter des 'Leuchtturms'. Das von Beta gegründete Witzblatt 'Berliner Krakehler' wurde 1849 verboten" (DBE). Wegen eines drohenden Hochverratsverfahrens 1850 nach London fliehend, war Beta dort Korrespondent verschiedener deutscher Zeitungen (u. a. der "Gartenlaube"); 1859 war er an der Gestaltung des großen Schillerfests im Londoner Crystal Palace beteiligt; seit 1861 lebte Beta wieder in Berlin. - Etwas angestaubt und mit kleiner zeitgen. Notiz von anderer Hand am unteren Rand der Recto-Seite.
 

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118 Bethge, Hans, Schriftsteller (1876-1946). Eigenh. Brief mit U. ("Bethge"). Berlin, 28. X. 1926. 1¾ SS. Gr.-8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
An eine Redaktion: "Von den Briefen Lehmbrucks, die ich habe, kommen höchstens die mitfolgenden zwei für eine Veröffentlichung in Frage. Bei dem einen würde ich dringend bitten, den eingeklammerten Passus fortzulassen, da er Meier-Graefe kränken würde, der ein großer Verehrer Lehmbrucks ist. Briefe mit wichtigen künstlerischen Bekenntnissen dürfte es kaum von Lehmbruck geben [...]". - Hans Bethge war als Übersetzer von zumeist arabischer oder asiatischer Lyrik und als Mitarbeiter u. a. an den Zeitschriften "Die Schaubühne" und "Der Sturm" tätig; er verfaßte Reisebeschreibungen und Essays und gab die Anthologie "Deutsche Lyrik seit Liliencron" (1905) heraus. "Seit einem Aufenthalt in Worpswede 1898 war Bethge mit Heinrich Vogeler befreundet. Rund 18 Komponisten haben Texte von Bethge vertont, u. a. Gustav Mahler (Lied von der Erde), Arnold Schönberg und Felix Weingartner. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; ohne die erwähnten Briefe.
 
119 Bier, August, Chirurg (1861-1949). Eigenh. Briefkarte mit U. ("ABier"). Berlin, 24. XI. 1924. 2 SS. Qu.-8vo.
  € 300
An eine namentlich nicht genannte Dame: "Zu dem schweren Verlust, den Sie und die deutsche Wissenschaft durch den Tod Ihres Herrn Gemahls erlitten haben, spreche ich Ihnen und den Ihrigen mein herzlichstes Beileid aus [...]". - August Bier lehrte nach Stationen in Kiel, Greifswald und Bonn von 1907 bis 1932 an der Universität Berlin und war dort Leiter der Chirurgischen Klinik. Als "einer der führenden Chirurgen seiner Zeit, machte [er] sich um die Behandlung von Amputationsstümpfen verdient, führte die Behandlung mit künstlicher Hyperämie ('Hyperämie als Heilmittel', 1903) sowie die Rückenmarkanästhesie (Biersche Lumbalanästhesie) ein und setzte sich für die Homöopathie ein. 1920 wurde er Gründungsrektor der Deutschen Hochschule für Leibesübungen" (DBE). Zu Biers zahlreichen Veröffentlichungen gehören u. a. "Harmonisches System der Heilkunde" (1929), "Neuere Gesichtspunkte in der Vererbung" (1938), "Die Seele" (1939), und "Homöopathie und harmonische Ordnung der Heilkunde" (1939, mit Oswald Schlegel). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
 

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120 Biermann, Wolf, Liedermacher und Lyriker (geb. 1936). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., Oktober 1982. 1 S. Qu.-8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Die vier Schlußzeilen aus "Wer sich nicht in Gefahr begibt. Selbstportrait für Reiner Kunze" ebenso wie Unterschrift und Datierung in Spiegelschrift: "Es ist schön finster und schön licht | Gut leben und gut sterben | Wir lassen uns die Laune nicht | Und auch kein Leid verderben". - In Bleistift; mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).
 
121 Bjørnson, Bjørn, Schauspieler, Regisseur, Dramatiker und Theaterleiter (1859-1942). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8vo.
  € 90
Recht holpriges Zitat über das Zusammenleben: "Ein Zusammenleben, wenn es richtig sein soll, zwingt uns von unserem Egoismus, egoistische Angewohnheiten, von unserer Bequemlichkeiten etwas abzukürzen. Die Auswüchse unserer Charakterzüge zu beschneiden. Wir müssen aber unsere Entwicklung, unsere Seelentätigkeit unsere Freiheit wahren [...]". - Bjørn Bjørnson, der älteste Sohn des Dichters Bjørnstjerne Bjørnson, erfuhr seine Theaterausbildung u. a. am Wiener Burgtheater; seit 1885 war er als künstlerischer Leiter am Christiania Theater tätig. Nicht zuletzt seiner Initiative war es zu verdanken, daß am Studenterlunden, unweit des Schlosses in Oslo, das neue Nationaltheatret errichtet wurde, dessen erster Intendant er von 1899 bis 1907 und ein zweites Mal von 1923 bis 27 war. Auch als Schauspieler - u. a. in Stücken seines Vaters und in Dramen von Henrik Ibsen - höchst erfolgreich, gab er zwischen 1899 und 1941 allein am Nationaltheatret 143 Rollen. - An den Rändern stellenweise leicht gebräunt.
 

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122 Blanckarts, Moritz, Maler (1839-1883). Vordruck mit eigenh. Namenszug und Ergänzungen. O. O. u. D., [um bzw. nach 1870]. 2 SS. Gr.-8vo.
  € 250
Vordruck der "Notizen für C. A. Sachse's Theater-Lexikon" mit näheren Angaben zu Herkunft und Werdegang, wenngleich letzterer nichts mit dem zu tun hat, was der Vordruck vorschreibt, ist dieser doch auf Schauspieler zugeschnitten ("Wo und worin zuerst aufgetreten?" etc.). Die biographische Literatur kennt Blanckarts gewöhnlich als Maler, hier bezeichnet er selbst jedoch als "dramatischer Schriftsteller", beschreibt seine Laufbahn als Maler und endet mit einer Darstellung seiner Tätigkeit als Schriftsteller. - Moritz Blanckarts studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und widmete sich als Schüler von Schlachten- und Historienmalern vorwiegend diesem Genre. "Mit seinem Bild 'König Wilhelm bei Königgrätz' (1867) ging er dann zur Darstellung zeitgenössischer Kriegsszenen über. Blanckarts, der 1876 nach Stuttgart übersiedelte, trat auch als Verfasser historischer Schauspiele, der Tragödie 'Fürs Vaterland' (1868) und patriotischer 'Kriegs- und Siegeslieder' (1871) hervor" (DBE). - Papierbedingt etwas gebräunt.
 

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123 Bloch, Jean-Richard, Schriftsteller und Kritiker (1884-1947). Eigenh. Brief mit U. Paris, 4. III. 1913. 2 SS. Gr.-8vo.
  € 250
An den Schriftsteller André-Ferdinand Herold (1865-1940), dem er für einen Artikel dankt, "votre ton de voix m'a inspiré". - Jean-Richard Bloch, ein Freund von Henri Barbusse und Romain Rolland, thematisierte als linksgerichteter Romancier und Dramatiker das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft, nahm 1936 am Spanischen Bürgerkrieg teil und emigrierte 1941 als überzeugter Kommunist in die UdSSR. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der von Bloch gegründeten Zeitschrift "L'effort libre"; papierbedingt etwas gebräunt.
 

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124 Bodoni, Giambattista, printer and type-founder (1740-1813). ALS. Parma, 31. VIII. 1779. 4to. 2 pp.
  € 3,500
Fine, significant letter by the famous printer, addressed to the Duke of Parma, to whom he reports on the progress of his work at the Ducal press. He writes that has received Mr. Barbier, a French civil servant in Polish service. Due to the pressure of work in the past weeks he has been unable to begin with the 'Mineralogia Siciliana' ("non é stato possibile di far dare cominciamento alla Mineralogia Siciliana"); however, he hopes to complete Conte Rezzonico's dissertation within the next week. He continues that he will be able to put the new types to good use for the Duke's work, and he therefore intends to send him a specimen (the work in question is probably the publication in honor of Prince Ludovico's baptism, De Lama II, 8/9). - From 1768 onwards Giambattista Bodoni was manager of the Stamperia Reale, the press of the Duke of Parma, which through him gained world-wide distinction.
 

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125 Böhmer, Eduard, Romanist und Theologe (1827-1906). Eigenh. Quittung mit U. Halle, 30. IX. 1867. 1 S. Qu.-gr.-8vo.
  € 90
"Drei Thaler Beitrag zum Danteverein von Herrn Buchhändler Barthel hier empfangen zu haben bescheinigt | Boehner | Secretär des Vereins". - Eduard Böhmer war Professor für Romanische Philologie an der Universität Straßburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 1879 lehrte. "Seine wissenschaftliche Tätigkeit galt besonders der italienischen Literaturgeschichte mit dem Schwerpunkt der Dante-Forschung und dem Rätoromanischen. Neben vielen Einzeluntersuchungen gab Böhmer 1864/65 die Zeitschrift 'Damaris', 1867-70 die 'Jahrbücher der deutschen Dante-Gesellschaft' und 1874-95 die von ihm begründeten 'Romanischen Studien' heraus" (DBE). Daneben verfaßte auch einige Schriften zum Alten und Neuen Testament und mehrere Untersuchungen über reformatorische Bestrebungen in Spanien. - Aus der Autographensammlung von Eduard Fischer von Röslerstamm mit dessen eh. beschriebenem Archivzettel. - Papierbedingt etwas gebräunt.
 

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126 Bürck, August, Schriftsteller und Historiker (1805-1863). Eigenh. Brief mit U. ("Bürck"). Dresden, 20. VI. 1846. 2 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
  € 150
An den Philosophen, Literaturhistoriker, Musikschriftsteller und Komponisten August Kahlert (1807-1864) zur Übersendung seines Buches "Ulrich von Hutten, der Ritter, der Gelehrte, der Dichter, der Kämpfer für die deutsche Freiheit": "Hier schick' ich Ihnen wieder ein Buch von mir; an dem Helden desselben nehmen Sie sicher Theil, ob Ihnen aber meine Darstellung gefallen wird? Ich habe das Leben des edlen Ritters, der den neueren Publizisten wo[h]l zu einem Vorbild dienen könnte, einfach und treu zu schildern gesucht [...]". - August Bürck war der Gatte der Schauspielerin Marie Bayer-Bürck und veröffentlichte neben dem erwähnten "Hutten" auch eine Lebensbeschreibung von Marco Polo ("Die Reisen des Venezianers Marco Polo im 13. Jahrhundert", Leipzig, 1845). - Aus der Autographensammlung von Eduard Fischer von Röslerstamm mit dessen eh. beschriebenem Archivzettel. - Papierbedingt etwas gebräunt, das Respektblatt mit kleinem Ausschnitt.
 

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127 Bürde, Samuel Gottlieb, Schriftsteller (1753-1831). Eigenh. Brief mit U. ("Bürde"). Breslau, 12. VIII. 1793. 1¾ SS. auf Doppelblatt. 4to.
  € 450
An einen namentlich nicht genannten Adressaten über eine seine Übersetzertätigkeit, die durch "häusliche Unruhe, die Entbindung meiner Frau von Zwillingen, die bedenklichen Gesundheitsumstände derselben" arg in Mitleidenschaft gezogen worden ist: "Ueber alles dieses sehe ich mich nun noch, nach reiflicher Ueberlegung außer Stande, Ihrem Verlangen wegen Uebersetzung der Gedichte in den Oeuvres posthumes zu genügen. Ich bin Ihrem Zutrauen dieses aufrichtige Geständnis schuldig welches in der That nicht bloße Ziererey ist. Da ich bey meinen schriftstellerischen Arbeiten immer auf meine Dienstverhältnisse Rücksicht nehmen muss: so ist es für mich eine äußerst ängstliche Lage, wenn ich mich anheischig machen soll, Arbeiten dieser Art binnen einer gewissen Frist zu liefern. Ich habe noch eben jetzt die Erfahrung gemacht; und bin nicht im Stande gewesen, die noch übrigen zwey letzten Episteln binnen einem Zeitraum von 2 Monathen zu übersetzen [...] Ich kann Ihnen, hochzuehrender Herr, unter diesen Umständen bloß folgenden Vorschlag thun [...]". - Samuel Gottlieb Bürde war Mitarbeiter von Wielands "Teutschem Merkur" und Schillers "Horen", schrieb Dramen, Lieder und Opernlibretti (u. a. nach Wielands "Don Sylvio von Rosalva", 1795) "sowie die von den Zeitgenossen gerühmte Milton-Übersetzung 'Das verlorne Paradies' (2 Bde., 1793)" (DBE). - Papierbedingt stärker gebräunt und mit Sammlerstempel "J. K. Riess, Handschriftensammlung".
 

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128 Burian von Rajecz, Stephan Graf, Staatsmann und Diplomat (1851-1922). 2 eigenh. Briefe mit U. ("Gf. Burian"). Wien, 1919 und 1920. Zusammen (1+¾=) 1¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.).
  € 200
An einen Herrn Lahm vom Ullstein Verlag betr. der Publikation seiner Memoiren: "Ich bitte Sie an einem der nächsten Tage bei mir vorsprechen zu wollen (12-1 oder 2-4 Uhr), ich möchte wegen der Terminfrage ins Reine kommen, da meine Sommerdispositionen davon abhängen [...]" (a. d. Br. v. 6. II. 1920). - Stephan Graf Burian von Rajecz war nach mehrjähriger Tätigkeit im diplomatischen Dienst als Repräsentant der ungarischen Reichshälfte gemeinsamer Finanzminister der k. u. k. Monarchie. "In sein Ressort fiel die Finanzverwaltung der 1908 annektierten Länder Bosnien und Herzegowina. 1913-15 Minister am Hof in Wien, übernahm er 1915 das Außenministerium; seine Bemühungen um eine Neutralität Italiens im Ersten Weltkrieg blieben vergeblich. 1916-18 wieder Finanzminister, wurde B. v. R. nach dem Rücktritt Ottokar Czernins erneut Außenminister. Seine 'Erinnerungen' (1919) und 'Drei Jahre aus der Zeit meiner Amtsführung im Kriege' (1923) vermitteln ein aufschlußreiches Bild der dualistischen Ära in Österreichs Geschichte" (DBE). - Beiliegend ein ms. Vorvertrag sowie ein ms. Begleitschreiben hierzu (dat. 11. VIII. 1919).
 

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129 Byron, George Gordon Noel, Dichter (1788-1824). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-schmal-8vo (ca. 72:180 mm).
  € 950
Schlußteil und Grußformel eines Briefes an einen nicht identifizierten Adressaten: "on me in England - - - - [...] most truly | Byron". - Mitunterzeichnet von Byrons Freund Richard Belgrave Hoppner ("RBHoppner"). - Leicht fleckig und mit alten Montagespuren; die Ränder etwas unregelmäßig beschnitten.
 

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130 Chamberlain, Houston Stewart, Schriftsteller (1855-1927). Eigenh. Brief mit U. Bordighera, 20. III. 1913. 4 SS. auf Doppelblatt. Kl.-4to. Mit einer Beilage (s. u.).
  € 400
An eine Dame: "Nur in aller Kürze kann ich Ihnen meinen aufrichtigen herzlichen Dank aussprechen. Es ist sehr gütig von Ihnen, dass Sie mir über den Eindruck berichten, den Sie von meinen Arbeiten gewannen. Ganz namentlich freute ich mich, dass Sie meinen 'Goethe' noch einmal lesen wollen; denn bei der ungeheuren Subtilität des ganzen Seelenlebens eine Goethe halte ich es für ausgeschlossen, dass ein noch so begabter Mensch bei einmaliger Lektüre sich in diesem herrlichen Labyrinth zurechtfinde. Lesen Sie doch bitte statt meines grossen Wagnerbuches das kleine (Breitkopf u. Härtel) 'Das Drama Richard Wagner's'. Es ist dann immer noch Zeit das grosse vorzunehmen, wenn das kleine Ihnen etwas gegeben hat [...]". - Beiliegend eine gedruckte Visitenkarte seiner Frau Eva Chamberlain-Wagner mit eigenhändigem Gruß.
 

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131 Chodowiecki, Daniel, Kupferstecher, Graphiker und Illustrator (1726-1801). Eigenh. Brief mit U. ("DChodowiecki"). Berlin , 23. VII. 1795. 1 S. Gr.-8vo.
  € 1,000
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Herr Le Brun in der Handlung der Herrn Gebrüder Jordan aus Berlin wird Ihnen meine geehrten Freunde nebst diesem Schreiben Ihre assignation vom 13en aug. ac. auf 300 fl in friedrichs d'or die dieselben auf sich selbstens gestellt haben nebst einer von mir auf Sie heute gezogenen auf 17 1/3 friedrichsd'or presentiren | die 8 Vorstellungen zu Ihrem Alman: zum gesellschaftlichen vergnugen betragen 53 1/3 fr. d'or | die 8te Platte zur Leipziger Monatsschrift [...] 9 [...] | die 3 Zeichnungen für Herrn Fleischer 15 [...] | [zusammen] 77 1/3 frd'or | welche dem besagten H Le Brun gegen obige 2 Anweisungen gütigst zu bezahlen bitte [...]". - Gering fleckig und am Fuß von anderer Hand bezeichnet.
 

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132 Clemens VIII., Papst (d. i. Ippolito Aldobrandi, Papst, 1536-1605). Brief mit eigenh. U. O. O., 22. IX. 1600. 1 S. Gr.-4to.
  Price upon request or meanwhile sold
An Monsignor Giulio Vitulli über die Streitfrage bezüglich Vitullis Erbschaft zwischen der Camera und dem von ihm (namentlich nicht) genannten Erbe. Bis zum Prozeßende solle Vitulli ein Verzeichnis seiner gesamten Güter erstellen - "Vi ordiniamo, che a modo di Provisione senza pregiudizio delle ragioni dell'una e l'altra parte facciate indice in quel modo che a voi meglio piacerà tutti i grani, vini, oli, cappezzari, argenti, biancheria, cocchio, carrozze, cavalli, bestiami, et qualsivoglia altri beni mobili [?]" -, und den entsprechenden Wert an das Monte di Pietà in Rom einzahlen. Eine Summe, welche der Camera zur freien Verfügung stehen wird: "[?] facendo che il prezzo venghi depositato nel Monte della Pietà di Roma a titolo di eredità, a nostra disposizione". - Mit altem Papier fachmännisch angerändert und mit zwei kleinen Papierdurchbrüchen im oberen weißen Rand.
 
133 Colbert, Jean-Baptiste, Staatsmann und Begründer des Merkantilismus (1619-1683). Dokument mit eigenh. U. Paris, Dezember 1681. 1½ SS. (Qu.-)4to. Auf Pergament.
  € 450
Eine auf der Recto-Seite vom königlichen Schatzmeister Gédéon comte de Rosnay Berbier du Metz (1626-1709) eh. unterzeichnete Quittung für einen Alexandre Croizet, der hiermit seine jährliche Abgabe geleistet hat, was Colbert auf der Verso-Seite eh. unterm 20. Dezember des Jahres bestätigt. - Etwas wellig und fleckig.
 

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134 Cox, Channing Harris, Politiker (1879-1968). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Channing H. Cox"). Boston, 10. XI. 1922. 1 S. auf Doppelblatt. 4to.
  € 250
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "[...] That was a wonderful meeting at Ford Hall and I am sure it gave us a splendid opportunity to present our views [...]". - Der US-amerikanische Politiker war von 1921 bis 1925 Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und gepr. Vignette des Gouverneurs of Massachusetts; die Unterschrift etwas verblaßt; etwas knittrig.
 

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135 Cruikshank, George, Karikaturist, Radierer und Maler (1792-1878). Albumblatt mit eigenh. Widmung und U. ("GeoCruikshank"). O. O., 16. II. 1845. 1 S. Qu.-8vo.
  € 250
Die eh. Widmung für "Herrn Dielitz | Berlin".
 

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136 Curtius, Ernst Robert, Romanist (1886-1956). 35 meist eigenh. Briefe und Postkarten mit U. Meist Heidelberg, 1924 bis 1929. Zusammen 48¼ SS. auf 36 Bll. Meist (qu.-)8vo. Die Karte v. 25. II. 1926 seitens des Sekretariats i. A. v. E. R. Curtius (1 S.) und der Brief v. 11. Juli 1927 mit lediglich einem Zeitungsausschnitt (1 Bl.).
  € 4,800
Freundschaftliche Korrespondenz mit dem angehenden Schriftsteller Hans Müller aus Kroisbach bei Graz: "Balzac & Wegbereiter gehen gleichzeitig an Sie ab. Ich füge als 'Leihgabe' Barnabooth hinzu. Schicken Sie mir letzteren bitte vor Weihnachten zurück. - Ich füge noch Louis Lambert & Seraphiter bei. - Sollte sich der Leihverkehr bewähren, so werde ich Ihnen später gern noch anderes senden [...]" (a. d. Br. v. 5. XI. 1924). - "[...] Als Lehrer werden Sie auch Zeit haben, weiter an Ihrer Bildung zu arbeiten, sie vielleicht auch nach der humanistischen und der philosophischen Seite hin auszubauen[.] - Ich halte das für eine unerlässliche Vorbedingung einer wirklich bedeutenden und nicht mit dem Tage vergehenden literarischen Wirkung. Flake [mit dem Hans Müller gleichfalls zu jener korrespondierte], den ich seit langem persönlich kenne und schätze, ist in diesem Punkte nicht so fundiert wie man es wünschen möchte [...]" (a. d. Br. v. 20. [?] IV. 1925). - Tls. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
 

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137 Damaschke, Adolf, Nationalökonom (1865-1935). Portraitphotographie mit eigenh. U. Berlin, 20. XI. 1922. 143:99 mm auf etwas größerem Trägerkarton.
  € 350
Portrait en face. - 1896 aus dem Schuldienst ausscheidend und fortan als freier Publizist tätig, rief Adolf Damaschke 1898 den Bund Deutscher Bodenreformer ins Leben, dessen Vorsitzender er bis 1935 war, "und vertrat - beeinflußt von Henry George und Michael Flürscheim - die Lehre, daß Grund und Boden dem freien Marktsystem entzogen und das private Bodeneigentum beschränkt werden müsse" (DBE). Damaschke war Herausgeber der "Blätter für Bodenreform" und veröffentlichte u. a. "Die Bodenreform" (1902) und "Zur Einführung in die Heimstättenbewegung" (1920). "Er übte großen Einfluß auf die Steuer- und Bodenvorratspolitik der Gemeinden sowie auf die Entstehung der Bauspargenossenschaften aus" (ebd.). - Der Trägerkarton mit einem minimal angeplatzten Eckchen, das Portrait selbst annähernd tadellos.
 

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138 Davis, John William, Politiker, Diplomat und Jurist (1873-1955). Ms. Brief mit eigenh. U. ("John W. Davis"). Washington, 5. X. 1920. ¾ S. Gr.-4to.
  € 600
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "I have just received your very kind letter [...] inviting me to attend a dinner of the Women's City Club of Boston on December 21. I should be very glad to address an important gathering of this character on the subject of our foreign relations, but unfortunately it is not probable that I shall be in this country at that time. I must, therefore, decline your invitation [...]". - Der demokratische Präsidentschaftskandidat d. J. 1924 "gilt als einer der prominentesten und erfolgreichsten US-amerikanischen Rechtsanwälte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" (Wikipedia). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Department of State | Washington"; im linken Rand gelocht (keine Textberührung); mit kleinen Randläsuren und -einrissen und papierbedingt etwas gebräunt.
 

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139 Dingelstedt, Franz Frh. von, Schriftsteller und Theaterleiter (1814-1881). Visitenkarte mit einigen eigenh. Zeilen. O. O., 18. VIII. 1846. 1 S. Visitkartenformat.
  € 75
"Seinem lieben I. F. Castelli sendet Franz Dingelstedt [dies gedruckt] durch hochverehrte Hand zum Abschied Kuß u. Gruß".
 

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140 Dobrowsky, Josef, Maler (1889-1964). Eigenh. adr. Kuvert. [Wien, 27. III. 1944]. 1 S. Qu.-8vo.
  € 60
Adressiert an einen Wilhelm Rosenkranz, der auf der Verso-Seite einige Literaturangaben in Bleistift notiert. - Josef Dobrowsky, ehedem Schüler von Christian Griepenkerl und Rudolf Bacher und mit Egon Schiele, Anton Faistauer, Franz Wiegele, Anton Kolig und Ernst Huber befreundet, war Mitglied der Wiener und der Prager Secession und Mitbegründer der Künstlergilde Salzkammergut in Gmunden. Als Professor und Leiter eine Malklasse an der Akademie der bildenden Kunst, gingen aus seiner Klasse u. a. Alfred Hrdlicka, Josef Mikl und Arnulf Rainer hervor.
 

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141 Drinkwater, John, Schriftsteller (1882-1937). 2 ms. Briefe mit eigenh. U. London, 1920 und 1921. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 2 Bll. Gr.-4to.
  € 850
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "I received your very kind letter at the end of August but could not answer it before as until now my plans for returning to America have been very uncertain. This last week, however, it has been decided that I am to come in time to open lecturing on the 1st of February. On the provisional list of dates that my agent [...] has sent me I see Boston is included, but I do not know under what auspices I am to come [...]" (a. d. Br. v. 13. Dezember 1920). - Der Brief v. 13. Januar des Jahrs darauf in derselben Angelegenheit. - Der britische Dramatiker "begann mit Gedichten und Versdramen herkömmlicher Art, fand aber bald seinen eigenen Ton und Schuf mit seinen Dramen 'Abraham Lincoln' (1919), 'Oliver Cromwell' (1921), 'Mary Stuart' (1922), 'Robert E. Lee' (1923) eine neue und bahnbrechende Technik des geschichtlichen Schauspiels [...] Auch auf organisatorischem Gebiete war Drinkwater für die englische Theaterkultur tätig, und aus der von ihm mitbegründeten Bühnengesellschaft 'Pilgrim Players' entstand das 'Repertory Theatre' der großen Industriestadt Birmingham" (Kurt Schrey [Hg.]: Robinson of England. Frankfurt a. M., Hirschgraben-Verlag, [1950], S. 3 [= Neusprachliche Textausgaben, Heft 14]). - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Adresse; stärker gebräunt und mit kleinen Randausrissen und -läsuren; im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
 

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142 Dürck, Hermann, Mediziner (1869-1941). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. ("Hermann"). Wohl München, o. D. 1 S. Gr.-4to.
  € 120
Wohl an seine Nichte: "[...] Unsere jetzige Lage ist ja wunderschön. Wir sehen gerade auf die heimatliche Isar vor unseren Fenstern & auf die gegenüberliegenden Gasteig-Anlagen am jenseitigen Ufer & dabei sind wir dem Stadt-Centrum doch um vieles näher wie in der Geibelstrasse & haben viel mehr Platz [...] Es ist wirklich jammerschade, dass wir soweit auseinander sind & uns nicht mehr sehen können. Das Leben geht dahin & man hat nichts von seinen nächsten Angehörigen gehabt [...]". - Hermann Dürck war seit 1911 Leiter des Pathologischen Instituts am Münchner Krankenhaus rechts der Isar und erhielt 1919 zusätzlich eine Professur an der Universität München. In seinen Forschungen befaßte er sich "bevorzugt mit der Pathogenese von Infektions- und Tropenkrankheiten und trat mit technisch exakten Zeichnungen und photographischen Darstellungen der mikroskopischen Gewebeschau hervor (u. a. im 'Atlas der pathologischen Histologie', 3 Bde., 1900-03). Er befaßte sich auch mit der Ätiologie und Histologie der Pneumonie und unternahm Studienreisen zur Erforschung der Pest, der Beri-Beri-Krankheit und der Malaria. Dürck entdeckte eine bislang unbekannte Art von Fasern in Bindegewebe und Blutgefäßwand, die seitdem 'Dürcksche Fasern' genannt wurden" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf, zwei kleinen Stecknadeldurchstichen und alten Montagespuren verso.
 

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143 Dwinger, Edwin Erich, Schriftsteller (1898-1981). Eigenh. Brief mit U. ("Kammersänger") und eh. Postkarte mit nicht entzifferbarer U. [Hedwigshof auf dem Sulzberg im Allgäu], 1936 und [1937]. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. Der Brief auf einem Doppelblatt mit voranstehend 2½ SS. a. d. Hand seiner Frau, die nicht minder launig mit "viele schöne Grüße von den Hedwigshöflern" unterzeichnet.
  € 250
Freundschaftliche Korrespondenz des Ehepaars Dwinger mit dem Schriftsteller Bruno Brehm: "Mit gleicher Post", schreibt Brehm im [Jänner 1937], "ging meine neuestes 'Opus' an Dich ab. Vielleicht hast Du Spass daran. Tausend Dank für Dein neues Buch, ich las es [...] mit [...] Spannung [...]". - Dwinger "trat nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten als 'Erbhofbauer' und als Bestsellerautor nationalistischer und chauvinistischer Romane propagandistisch für das Regime ein, wurde Reichskultursenator und SS-Obersturmführer. Im Spanischen Bürgerkrieg schloß er sich der Armee Francos an, im Zweiten Weltkrieg war er Kriegsberichterstatter. Nach 1945 ließ er sich als Gutsbesitzer in Hedwigshof bei Seeg im Allgäu nieder. Auch in der Bundesrepublik Deutschland erzielten seine nationalistischen, antikommunistischen Bücher, darunter 'Die verlorenen Söhne' (1956), hohe Auflagen; in seiner Autobiographie 'Die zwölf Gespräche 1933-1945' (1966) versuchte er sich als Widerstandskämpfer darzustellen" (DBE). - Der Br. v. 2. Juni 1936 stärker fleckig und am oberen Rand gelocht (minimale Textberührung).
 

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144 Ebers, Georg, Schriftsteller und Ägyptologe (1837-1898). Eigenh. Albumblatt mit U. Tutzing, o. D. ½ S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 100
"Die Natur ist überall schön und rein, wo der Mensch sie nicht berührt. Wie ist sie so hoch erhaben und wie zierlich weiß sie sich zur rechten Zeit und wo es angeht mit Blumen und Kräutern zu schmücken. Wie wahr, wie gesetzmäßig ist ihr Leben. Alles, Alles kann der Mensch von ihr lernen. Sie ist ein großes Buch, und auf jeder seiner Seiten steht geschrieben, daß es einen Gott Gibt. | Georg Ebers".
 

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145 Ebers, Georg, Schriftsteller und Ägyptologe (1837-1898). Eigenh. Brief mit U. Tutzing bei München, 16. VII. 1887. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 300
An eine Dame: "[...] Ach, Ihr schönes Meran! Bei Sonnenschein fuhren wir über den Brenner, in Bozen war es noch gut; als wir Abends um 9 Uhr bei tiefem Dunkel in Meran ankamen schnob uns dort ein wilder Sturm, Schnee u. Regen in's Antlitz. Der Ort war überfüllt [...] Jetzt sage ich mir, daß Meran für jeden, der gut zu Fuß ist, die Berge ersteigen und sich frei bewegen kann, ein ganz köstlicher Ort ist, daß er aber für einen Menschen weniger geeignet sein möchte, der, wie ich, an den Rollstuhl gebannt ist [...]". - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand.
 

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146 Eich, Günter, Schriftsteller (1907-1972). Ms. Brief mit eigenh. U. Bayerisch Gmain, 21. X. 1964. ½ S. Gr.-8vo. Mit ms. adr. Kuvert.
  Price upon request or meanwhile sold
An Eckhard Goldberg: "Meine Frau ist krank und kann Ihnen nicht selbst antworten. Sie dankt Ihnen sehr für das schöne Gedicht und den Brief. Die Erzählung 'Mein Vater aus Stroh' ist im Almanach des S. Fischer Verlages [...] erschienen [...]".
 
An die Zarin
147 Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837-1898). Eigenh. Telegramm mit U. Wohl Biarritz, [1. I. 1897]. 1 S. Qu.-schmal-gr.-4to (151:296 mm).
  Price upon request or meanwhile sold
"Sa Majeste L'Imperatrice de Russie, Zarskoje Selo | Mit innigstem Dank erwiedere [!] ich aus ganzem Herzen Deine lieben Wünsche. In Treuer Freundschaft | Elisabeth". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Grand Hôtels in Biarritz. - Die Datierung gemäß einer kleinen Bleistiftnotiz von alter Hand; mit winzigen Randeinrissen.
 
148 [Engelhart, Josef, Maler und Bildhauer (1864-1941)]. Korrespondenznachlaß der Familie von Josefs Bruder Leopold samt 25 meist eh. Briefen, Postkarten u. a. von Josef Engelhart (mit zusammen 31 SS. auf 28 Bll.). Verschiedene Orte, ca. 1900 bis 1970. Zusammen 1446 Briefe, Postkarten u. a. mit 2964 SS. auf 2015 Bll., 760 Bll. diverse Familiendokumente und berufliche Korrespondenz sowie 106 Photographien und 1 Originalzeichnung Josef Engelharts.
  € 1,800
Umfangreicher Korrespondenznachlaß der Familie Josef Engelharts, des Vorstehers der Wiener Fleischhauergenossenschaft Leopold Engelhart (1868-1941) und seiner Gattin Anna (1869-1944) sowie von deren Kindern Leopold, Peter, Fritz und Marianne. Leopold Engelhart sen. war neben seiner Tätigkeit als Fleischhauer und Genossenschaftsvorsteher auch Präsident des Traber-Sportklubs und Vizepräsident des Wiener Trabrennvereines; nach dem Rückzug ins Privatleben dürfte er sich noch als Cafétier betätigt haben. Zwei weitere Höhepunkte seiner beruflichen Laufbahn war die Ernennung zum k. u. k. Hof-Lieferanten (1903), zum Hoflieferanten Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Arnulf von Bayern (1907) und im Jahr darauf auch zum Hoflieferanten Ihrer Kgl. Hoheit Frau Prinzessin-Witwe Arnulf von Bayern. Unter den Dokumenten zur Familiengeschichte finden sich neben den betreffenden Urkunden, Auszeichnungen und Gratulationsschreiben auch Geburtsurkunden, Taufscheine, Herkunfts- und Befähigungsnachweise u. dgl. m. - In dem vorliegenden Bestand sind namentlich die Söhne Peter und Leopold mit zahlreichen Briefen und Postkarten vertreten; berichtet der erste vornehmlich den Eltern von seinem Aufenthalt in Paris, wohin es ihn in den 1920er zusammen mit seiner Frau Elfriede ("Friedl") aus beruflichen Gründen verschlagen hat (I), so stammen die Briefe von Leopold, einem Apotheker, zumeist aus dem Feld und sind an seine Braut und spätere Frau Hilde, geb. Schaffhauser, gerichtet (II). - Von Josef Engelhart selbst finden sich hier eh. Briefe, Postkarten und Bestätigungen über gewährte Darlehen sowie eine signierte Portraitzeichnung seines Bruders (Ölkreide auf Papier, signiert und datiert 25. I. 1938, 245:178 mm). - I: Peter Engelhart und Gattin Friedel in Paris 1924/25, letztere an ihre Schwiegermutter: "[...] Wann planst Du denn nach Paris zu kommen? Nach Weihnachten? Es würde Dir hier sicher großartig gefallen. Paris ist ganz eigenartig; eigentlich ist es erst wirklich schön, wenn es Nacht ist. Um 12h Mitternacht sind die Boulevards u. Plätze gestopft mit Fußgängern, die Autos, Omnibus[se] u. Tramways verkehren wie untertags. Unser Wien ist wohl arm dagegen u. dennoch ist es mir viel viel lieber. Paris ist eine Stadt des Luxus, Lebens u. Vergnügens. Wien ist eine ruhige, feine Stadt. Wir Wiener unterhalten uns gerne auf gemütliche u. lustige Art, hier ist alles übertrieben u. vielfach unmoralisch [...]" (Br. v. 3. XII. 1924). - II: Feldpostbrief von Stabsapotheker Leopold Engelhart an seine Verlobte und spätere Braut Hilde Schaffhauser: "Als ich seinerzeit Polen verließ, glaubte ich keine ärgere Lotterwirtschaft mehr finden zu können, aber ich habe mich gründlich geirrt. Straßen und Häuser sind hier durchwegs in einem verwahrlosten Zustand und die Menschen ganz heruntergekommen. Das Nationalkostüm besteht zumeist in einer ausgefransten Hose und in einem Sakko, das auf dem bloßen Leibe getragen wird. Kopfbedeckungen sieht man sehr selten. Sie bestehen zumeist in fettigen Schirmkappen. Die Juden sind elegant in Kaftane gekleidet. Die Verhältnisse erlauben es aber zumeist nicht sich besser zu kleiden, besteht doch die Bezahlung für einen Beamten z. Bsp. in 7 Rubeln pro Tag d. i. ungefähr 70 Pfennig. Ein Anzug aber kommt auf 1500-1700 Rubel! Wir sind in der Wohnung eines geflüchteten Kommissars einquartiert. Die besitzt sogar ein Badezimmer und eine Bibliothek mit Werken über den Bolschewismus, Stalin etc. und Werken von 'Arbeiterdichtern'. An der Wand hängen Photos von Jüdinnen. Eine ruht auf einem Sofa und spielt mit einer Puppe. Ein neckisches Mädchen hat sich mit dem Finger im Munde photographieren lassen. - Das sind so kleine Beobachtungen, die ich gemacht habe. Daß ich Dir hier untreu werde scheint nach meinem bisherigen Eindrucke ausgeschlossen zu sein. Russisch werde ich auch kaum lernen. Das ist mir zu schwierig. Auf Litauisch, Lettisch oder ähnliche Idiome lasse ich mich erst gar nicht ein. Die russischen Buchstaben habe ich erlernt [...]" (Br. v. 1. VII. 1941).
 

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149 Euler, Leonhard, Mathematiker (1707-1783). Brief mit eigenh. U. ("L. Euler"). St. Petersburg, 13. (julianischer) bzw. 24. Mai (gregorianischer Kalender) 1768. 1 S. auf Doppelblatt. 4to.
  € 4,500
Brief a. d. Hand seines Sohnes Johann Albrecht, des späteren Sekretär der russischen Akademie, an Conte Giuseppe Angelo Saluzzo di Menusiglio (1734-1810) in Turin mit der Mitteilung, daß er wegen zunehmendem Verlust des Augenlichts keinen Beitrag an die Turiner Akademie schicken könne: "C'est bien de l'honneur que Vous me faitez en me communiquant le dessein, que l'Academie roiale des Sciences de Turin vient de former par ordre de Son Altesse Roiale Monseigneur le Duc de Savoye, d'imprimer le quatrieme volume de Ses excellens ouvrages. Je m'estimerai bien heureux, si j'étois encore en état d'y contribuer quelque chose par mes faibles lumieres, mais comme depuis mon arrivée ici, j'ai perdu presqu'entierement ma vue au point que je ne saurois plus ni lire ni écrire, je suis prèsque au désespoir de Vous marquer, Monsieur, que je suis entierement hors d'état de composer des mémoîres qui pourroient être jugés dignes d'être insére dans Votre excellente collection. Mais je n'en suis pas moins sensible à la glorieuse invitation, dont Votre Illustre Academie veut bien m'honorer; j'en connois tout le prix [...]". - Der Adressat hatte 1757 zusammen mit Joseph Louis Lagrange und Giovanni Cigna die Società privata torinese gegründet, aus der dann 1783 die Accademia Reale delle Scienze hervorgehen sollte. - Der Brief ist in Bd. 1 von Eulers "Commercium Epistolicum" unter der Nr. 2074 regestiert. - Bl. 2 mit kleinen Ausrissen an allen vier Ecken und einem zeitgen. Eingangsvermerk, Bl. 1 mit lediglich einem Eckausriß und unbedeutenden Randläsuren.
 

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150 Exner, Wilhelm, Technologe (1840-1931). Eigenh. Brief mit U. ("Exner"). O. O., 9. VII. 1907. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 150
An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit dem Ausdruck seiner Bestürzung darüber, daß er eine wichtige Mitteilung "aus dritter Hand" erfahren mußte. - Wilhelm Exner war Leiter der Forstakademie in Mariabrunn, die er seit 1875 leitete und sukzessive in die Wr. Hochschule für Bodenkultur überführte. Von 1879 bis 1904 war Exner erster Direktor des Technologischen Gewerbemuseums und maßgeblich beteiligt an der Gründung des Technischen Museums für Industrie und Gewerbe (1908).
 

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151 Fallada, Hans, Schriftsteller (1893-1947). Portraitpostkarte mit eigenh. U. O. O. u. D. 1 S. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
S/W-Portrait im ¾-Profil.
 
152 Fallmerayer, Jakob Philipp, Historiker (1790-1861). Eigenh. Brief mit U. ("Fallmerayer"). München, 16. XII. 1845. 1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). Mit einer Beilage (s. u.).
  € 900
An den ladinischen Sprachwissenschaftler Micurà de Rü (alias Nikolaus Bacher, 1789-1847) in Wilten mit der Mitteilung, daß diesem in Bälde ein Exemplar seiner "Fragmente" (d. s. die "Fragmente aus dem Orient") zugehen werde: "[...] Mit dem Kronprinzen [d. i. Maximilian II. von Bayern] hatte ich inzwischen zwei Unterredungen voll Enthusiasmus und Wärme seinerseits - vielen Leuten dahier unerwartet. Man meinte, Alles sei verschüttet, verloren u. ausgelöscht. Die Constellation war aber niemals so günstig wie seit der Ausgabe dieser Fragmente. Prinz Luitpold und der Herzog von Birkenfeld haben mich ebenfalls eingeladen und mit Gunst und Auszeichnung überhäuft. Wie die Sachen jetzo sind, lassen sie beinahe nichts zu wünschen übrig. Bei unseren wechselseitigen Gesinnungen wird Ihnen diese Kurz-Nachricht Vergnügen machen [...]". - Der Adressat, Abkömmling einer Südtiroler Bauernfamilie, war 1814 zum Priester geweiht worden und beschäftigte sich daneben eingehend mit seiner Muttersprache, dem Ladinischen. 1833 verfaßte er die erste ladinische Grammatik ("Versuch einer deütsch-ladinischen Sprachlehre - Erstmalige Planung einer gesamtdolomitenladinischen Schriftsprache"). Ihm zum Gedenken wurde das Ladinische Kulturinstitut in St. Martin in Thurn nach ihm benannt. - Mit stärkeren Faltspuren und kleinen alt hinterlegten Einrissen. - Beiliegend eine zeitgenössische, von nicht identifizierter Hand verfaßte Abschrift von Fallmerayers "Kurzem Bericht über die feierliche Sitzung der Kgl. Akademie der Wissenschaften in München am 27. November 1850" (abgedruckt in den "Blättern für literarische Unterhaltung", Jg. 1851, Nrn. 1 bis 3 v. 1. bis 3. Jänner; Titel und 24 SS. auf 14 Bll., kl.-4to).
 

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153 Fauré-Frémiet, Emmanuel, Botaniker (1883-1971). Eigenh. Brief mit U. Paris, 5. XII. 1904. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
An einen namentlich nicht genannten Adressaten, mit dem er sich zu treffen beabsichtigt, um über eine Anzahl neuer Arten zu sprechen, die von früheren Autoren nur unzulänglich beschrieben worden wären. Möglicherweise habe er, der Adressat, völlig Recht anzunehmen, daß bestimmte Reihen von Formen existieren; genau dies habe er selbst beispielsweise bei den Opercularia beobachtet - da gebe es Interessantes über die Evolution zu sagen: "[?] je suis heureux de me rencontrer avec vous quant au nombre des espèces nouvelles insuffisamment décrites par les anciens auteurs; peut-être avez vous raison de penser qu'il y a des séries de formes; c'est en effet ce que j'observe chez les Opercularia par exemple; il y aurait bien des choses intéressantes à dire ici au sujet de l'Evolution [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit alten Montagespuren auf der Innenseite.
 
154 Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser (1608-1657). Brief mit eigenh. U. Prag, 29. VII. 1652. 2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse.
  € 750
An Johann Adam Hrsan von Harapau betr. eines im Vorjahr ergangenen Schreibens des Inhalts, "der Gemein des Markh fleckhens Schöles, ihnen ihre Privilegia in Gnaden zu confirmiren [...] Alß befehlen Wir Euch auch hiemit gnädigst, das Ihr Vor anbefoh[lene]r maßen, die Grundt Obrigkeit Über solch der Supplicanten gehorsambstes anbringen vernehmet, und den begehrten bericht nebenst Eueren gehorsambsten guttbedu[e]nckhen nunmehr ohne fernern anstandt zu Handten Unserer Königlichen Böhaimbischen Hoff Cantzley anhero befördert [...]". - Mit drei Gegenzeichnungen. - Stark angestaubt und lädiert sowie mit mehreren Papierdurchbrüchen und Ein- bzw. Ausrissen.
 

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155 Figl, Leopold, Politiker (1902-1965). Eigenh. Portraitpostkarte mit U. ("Figl"). Wien, 11. XI. 1951. 1 S. 8vo.
  € 150
"Alles für Österreichs Freiheit!" - Leopold Figl war 1945 Mitbegründer und später Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei, Landeshauptmann von Niederösterreich und Staatssekretär der Provisorischen Regierung Renner, Bundeskanzler, Bundesminister für Äußeres, Erster Präsident des Nationalrats und zuletzt Landeshauptmann von Niederösterreich. Als Bundesminister für Äußeres unterzeichnete er 1955 den Staatsvertrag, mit dem seine hier ausgeprochene Hoffnung in Erfüllung ging. - Alt auf Trägerkarton montiert.
 

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156 Fischhof, Joseph, Musiker und Musikpädagoge (1804-1857). "Einige Gedanken über die Auffassung von Instrumentalkompositionen in Hinsicht des Zeitmaßes namentlich bey Beethoven'schen Werken". Eigenh. Manuskript. O. O. u. D. 12¼ SS. auf 8 Bll. 4to.
  € 1,000
Stark bearbeitetes, möglicherweise nicht ganz vollständiges Manuskript des in "Caecilia. Eine Zeitschrift für die musikalische Welt" abgedruckten Aufsatzes (Heft 26, 1847, SS. [84]-98). - Der aus Butschowitz (Mähren) gebürtige Musiker und Musikpädagoge, der als "einer der besten Pianisten seiner Zeit" gilt (MGG IV, 276) erfuhr seinen Klavier- und Kompositionsunterricht durch Anton Halm und Ignaz von Seyfried und wurde 1833 Professor am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, wo er bis 1856 als Klavierpädagoge wirkte. Fischhof gilt als "Meister der klassischen Wiener Klavierschule [...] er trat besonders als Interpret Bachs, Beethovens, Mendelssohn Bartholdys und Chopins hervor. Seine umfangreiche Musikbibliothek mit Manuskripten und Autographen war vor allem für die Bach- und Beethovenforschung von Bedeutung" (DBE).
  ¶ Zu Fischhof vgl. (Auswahl) die entspr. Artikel in ADB, NDB, ÖBL, MGG, Riemann, Wininger und Wurzbach.
 

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157 Forman, Henry Buxton, Bibliograph und Antiquar (1842-1917). Eigenh. Brief mit U. London, 23. X. 1895. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 150
An einen Mr. Shorter: "I now send you with the other selected illustrations two of Keats's grave - one with Severn's + one without. I hope these + the photographs etc. can be handled carefully + returned uninjured to me. I have not written on the photographs, but have put a number on each + numbered descriptions on the envelopes. Two guineas is much less than I expected to get; but I don't 'chatter' over things of this kind; there is the article [...]". - Henry B. Forman war der Verfasser der Standardbibliographien zu Shelley und Keats. "In 1934 he was revealed to have been a major source of forged first editions of Georgian and Victorian authors in partnership with Thomas James Wise" (Wikipedia). - Papierbedingt leicht gebräunt.
 

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158 Franz Josef I, Emperor of Austria (1830-1916). Autogr. memorandum signed. N. p., 10. IX. 1912. Small 4to. ½ p. on double leaf.
  Price upon request or meanwhile sold
"I request you to inquire and let me know of the present whereabouts of Archduke Franz Ferdinand". - In pencil; slightly browned and with two horizontal creases.
 
159 Freytag, Gustav, Schriftsteller (1816-1895). Eigenh. Brief mit U. ("Freytag"). Gotha-Siebleben , 15. X. 1878. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  € 350
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Indem ich Ihnen für das gütige Vertrauen danke, in welchem [S]ie mich zur Mitarbeiterschaft an Ihrer Zeitschrift auffordern, muß ich Ihnen zu meinem Bedauern [mitteilen], daß ich durch andere Arbeit und durch meine Beziehungen zu der Buchhandlung S. Hirzel gegenwärtig verhindert bin mich an einem journalistischen Unternehmen zu betheiligen [...]". - Mit kleinen, teils hinterlegten Einrissen am oberen und unteren Rand, einem winzigen Eckausriß und kleinen Quetschfalten.
 

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160 Fronius, Hans, Graphiker (1903-1988). Eigenh. Brief mit U. Fürstenfeld, 21. IV. 1952. 1½ SS. Gr.-4to.
  € 110
An einen Herrn Lange (?): "[...] Die Albertina-Schau zeigt nun Welz in Salzburg, mit zum Teil verändertem Material. Es würde mich natürlich sehr freuen, wenn Sie die Ausstellung sehen könnten! [...] Eine Bitte: ich benötige für Sammler meiner Zeitungsgraphik je 3 Ex. der Nummern vom 1. März, 22. März u. 5. April und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir sie auf meine Rechnung zusenden ließen! [...]".
 

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161 Fusinato, Arnaldo, Schriftsteller (1817-1888). Eigenh. Brief mit U. ("AFusinato"). [Castelfranco?], 27. VI. 1856 [?]. 1 S. Gr.-8vo.
  € 250
An einen Signor Anselmi mit der Mitteilung, daß er nichts neues geschrieben habe, was es wert sei, veröffentlicht zu werden. Er schicke daher ein paar (hier nicht beiliegende) Verse, die vor einigen Jahren in "Le ore casalinghe" ("Stunden zuhause") veröffentlicht worden seien, in der Hoffnung, die frühere Herausgabe sei kein Hindernis für deren Wiederaufnahme: "Ove l'antecedente pubblicazione fosse un ostacolo alla riproduzione nella [?] io non avrò che il dispiacere di non aver potuto far cosa grata a lei e al suo amico [...]". - Die Recto-Seite mit kl. Registraturetikett und mit hs. Numerierung "85", die Verso-Seite mit dem verschlungenen Monogrammstempel "LS".
 

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162 Galsworthy, John, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1867-1933). Eigenh. Brief mit U. "France" [d. i. Mont-Dore-les-Bains], 20. VII. 1929. 1 S. 4to. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 300
An einen William Nodder auf eine Frage zu seinem Stück "Exiled": "Though I understand your mistake you are wrong. I did not intend the commercial traveller to be typical of a commercial traveller; but a cockney - yes [...] Both are simply extreme examples of those who can't speak the King's English [...]". - Etwas knittrig und mit kleinen Randläsuren.
 

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163 Ganglbauer, Cölestin Josef, Erzbischof der Erzdiözese Wien und Kardinal (1817-1889). Visitenkarte mit einigen eigenh. Zeilen verso. O. O. u. D. 1 S. Visitkartenformat.
  € 60
"Ich erlaube mir, Euer Wohlgeboren Herrn Professor Dr. Müller bestens zu empfehlen, u. bitte, dessen Angelegenheit nach Möglichkeit zu unterstützen [...]". - 1881 von Kaiser Franz Joseph zum Erzbischof von Wien ernannt, wurde Ganglbauer drei Jahre darauf Kardinal. "Er förderte katholische Hochschulverbindungen und den katholischen Schulverein, dessen Protektor er war, gründete den Ottakringer Kirchenbauverein, unterstützte die christlich-soziale Bewegung und stellte selbst das Wiener Diözesanrituale zusammen" (DBE).
 

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164 Ganglbauer, Cölestin Josef, Erzbischof der Erzdiözese Wien und Kardinal (1817-1889). Eigenh. Brief mit U. ("P. Cölestin Ganglbauer"). Kremsmünster, 1. II. 1871. ¾ S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 90
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich gebe mir die Ehre, in Folge Hochdero sehr geehrter Anfrage zu berichten, daß Ihr Sohn die Konvikts-Nummer 62 erhalten wird, die der Wäsche u. den Kleidern einzumerken und der Ordnung willen sehr erwünscht ist [...]". - 1881 von Kaiser Franz Joseph zum Erzbischof von Wien ernannt, wurde Ganglbauer drei Jahre darauf Kardinal. "Er förderte katholische Hochschulverbindungen und den katholischen Schulverein, dessen Protektor er war, gründete den Ottakringer Kirchenbauverein, unterstützte die christlich-soziale Bewegung und stellte selbst das Wiener Diözesanrituale zusammen" (DBE). - Papierbedingt etwas gebräunt und minimal fleckig.
 

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165 Gauss, Carl Friedrich, Mathematiker und Astronom (1777-1855). Gedr. Bücherzettel mit eigenh. Zusatz und U. ("Gauss"). Wohl Göttingen, am bzw. nach dem 5. September 1851. 1 S. Kl.-4to.
  € 1,000
Bücherzettel der Dieterichschen Buchhandlung und Buchdruckerei zu Göttingen, die Gauss unterm 5. September 1851 ein Exemplar von Gustav Adolf Jahns "Generalregister zu den Astronomischen Nachrichten" zugesandt hatte, was Gauss mit den Worten "Hierbei mit Dank retour" quittierte. - Ein zweiter Band von Jahns "Generalregister" sollte fünf Jahre darauf erscheinen. - Papierbedingt etwas gebräunt; beiliegend eine Echtheitsbestätigung.
 

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166 George IV, König von England (1762-1830). Urkunde mit eigenh. U. ("GeorgeR"). "Carlton House" (London), 23. VI. 1825. 1 S. Urkunde auf Pergament mit papiergedecktem Siegel. Qu.-Folio.
  € 800
Urkunde über die Erhebung eines Thomas Le Marchant Saumarez in den Rang eines Fähnrichs ("Ensign") im "Seventy first (Highland) Regiment of Foot". - Mit zwei Gegenzeichnungen. - Etwas fleckig und angestaubt und mit Resten eines weiteren Siegels.
 

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167 Gobert, Boy, Schauspieler und Regisseur (1925-1986). 2 ms. Briefe mit eigenh. U. Wohl Wien, 1968 und 1969. Zusammen (¾+1=) 1¾ SS. auf 2 Bll. Gr.-4to.
  € 90
An Richard Dolberg (1888-1972) vom "Österreich-Institut": "Es tut mir so außerordentlich leid, Ihnen auf einen neuerlichen so reizenden Brief wiederum eine Absage geben zu müssen. Sie wissen vielleicht, daß ich am 1. August die Leitung des Hamburger Thalia-Theaters übernehme. Es bedeutet fast übermenschliche Anstrengung neben meiner ausgefüllten Beschäftigung als Schauspieler und Regisseur am Burgtheater die Vorarbeiten für diese große Aufgabe zu leisten. Es ist daher ganz ausgeschlossen, darüber hinaus noch an irgendein Nebenbei zu denken [...]" (a. d. Br. v. 8. III. 1969). - Der Sohn des Juristen, Politikers und Schriftstellers Ascan Klée Gobert debütierte in Helmuth Gmelins "Theater im Zimmer" mit einer Ibsen-Rolle und kam bald an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. "Es folgten in den fünfziger und sechziger Jahren Engagements und Gastspiele an allen großen deutschen Bühnen sowie zahlreiche Auftritte in Filmen und Fernsehspielen. Gobert wurde als Komödiant und Darsteller bohemienhafter und schriller Typen populär. 1969 übernahm er die Intendanz des Hamburger Thalia-Theaters, spielte dort u. a. Goethes Mephisto, wurde 1980 Generalintendant (Schiller-Theater, Schloßpark-Theater) in Berlin (West) und ging 1986 als Direktor des Theaters in der Josefstadt nach Wien" (DBE). - Jeweils auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.
 

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168 Goethe, Walther von, Kammerherr und Komponist (1818-1885), Enkel Goethes und dessen letzter Nachfahr. Eigenh. Brief (Fragment) mit U. Weimar, 15. II. 1873. ½ S. Qu.-gr.-8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
"WIe immer Ihr | alter | Walther vGoethe". - Walther von Goethe, der erstgeborene Sohn von Goethes Sohn August und dessen Frau Ottilie, war von Felix Mendelssohn Bartholdy am Klavier unterrichtet worden, da er musikalisch außerordentlich talentiert war. Eine musikalisch erfolgreiche Laufbahn war ihm jedoch nicht beschieden, "er lebte kränkelnd und zurückgezogen, den Nachlaß seines Großvaters ordnend, meist in Weimar und komponierte Lieder und Opern, von denen nur 'Anselmo Lancia' 1839 in Weimar aufgeführt wurde" (DBE). Wie sein jüngerer Bruder Wolfgang Maximilian zeitlebens unter der Last leidend, die der große Name ihnen aufgebürdet hatte, entsagten beide Familie und Nachkommenschaft. - Am linken und am oberen Rand etwas unregelmäßig beschnitten; die zwei anderen Ränder mit schwarzem Trauerrand; papierbedingt etwas gebräunt.
 
169 Goltz, Alexander Demetrius, Maler, Graphiker und Bühnenbildner (1857-1944). Eigenh. Brief mit U. ("AD Goltz") und aquarellierte Federzeichnung mit Datum und U. Königshof bei Bruck a. d. Leitha, 21. V. und 21. VI. 1890. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Das 145:85 mm große Bild in Passepartout. Mit zwei Beilagen (s. u.).
  Price upon request or meanwhile sold
An die namentlich nicht genannte Schauspielerin Katharina Schratt (1853-1940): "Sie werden sich gewiß schon oft gedacht haben, daß ich dem Ruf, in welchem wir Künstler stehen, alle Ehre mache. Wie Ihnen das Datum auf meiner kleinen Zeichnung zeigt, ist dieselbe unmittelbar nach Erhalt Ihrer freundlichen Zeilen entstanden, und wenn Sie diese Zeichnung erst jetzt bekommen, so ist nur schuld, daß ich dieselbe persänlich überbringen wollte, da ich aber meiner Studien und meiner stark mitgenommenen Gesundheit halber früher aufs Land mußte als ich gedacht so konnte ich diesen Vorsatz nicht ausführen [...]". - Die Zeichnung zeigt die sitzende Schauspielerin im Profil beim Lesen. - Der gebürtige Ungar studierte u.a. bei Anselm Feuerbach (1829-1880) in Wien, lebte später in München und unternahm ausgiebige Reisen. Zu seinem Werk zählt u. a. der Mozartvorhang des Salzburger Stadttheaters und der Hauptvorhang für das Hoftheater in Wiesbaden. Von 1904 bis 07 war Goltz Vorsteher des Ausstattungswesens am Burgtheater, gehörte dem Gemeinderat der Stadt Wien an und übernahm 1925 die Leitung der 1861 gegründeten Genossenschaft der bildenden Künstler (später "Künstlerhaus" genannt) in Wien. - Beiliegend ein kleiner Sammlungszettel sowie eine Portraitpostkarte des Malers.
 
170 Greene, Graham, Schriftsteller (1904-1991). Ms. Brief mit eigenh. U. Wohl London, 21. IV. [1937]. ½ S. 4to.
  € 350
An einen Mr. Warman: "Many thanks for your scrapbook. I will write again to you when I have looked through it. That wont be until next week, I'm afraid, as I am very busy all this week clearing up work in arreras before I start at the office [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Zeitschrift "Night and Day". - Kleine Faltspuren.
 

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171 Gregor XV., Papst (d. i. Alessandro Ludovisi, 1554-1623). Schriftstück mit eigenh. U. Ort unlesbar, 10. XII. 1622. 1 S. Gr.-4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Päpstliche Urkunde, die die Streitfrage bezüglich der Erbschaft von Mons. Ottavio Blasi, eines ehemaligen Priesters der Kirche S. Pietro d'Arquata, zu Ende bringt. Der zunächst zwischen dem legitimen Erben Blasio Blasi und der Camera geschlossene Abtretungsvertrag wird für ungültig erklärt und alle Güter des verstorbenen Ottavio Blasi - im Brief ausführlich aufgelistet - werden verschenkt: "[?] con la parte rescindiamo e annulliamo il d.tto contratto di cessione fatto a favore del S.g Blasio, ordiniamo a voi in nome nostro e di d.tta Camera diate, cediate e concediate si come noi con la parte diamo, cediamo e diamo a donazione libera et irrevocabile [...] tutti li punti beni e crediti hereditari del Mons. Ottavio descritti di sopra e tutti altri beni, effetti azioni e crediti che possedeva il Sig. Ottavio in tempo della sua morte in qualunque luogo e parte del mondo [...]". - Der Grund für die Aufhebung des Vertrages sei die Nichtbezahlung einer Steuer in Höhe von 1500 Denari, welche für Blasio fällig war: "Blasio Blasi [...] herede di sopra detto spoglio heredita et s'obbliga pagare alla Camera somma di millecinquecento denari entro il mese di Agosto dell'anno 1619 [?] E perché d. Blasio mancò di pagare li detti 1500, fu aditanza della Camera [?] contro d. Blasio in virtù del quale egli fu incarcerato giá dal 1620 [?]". - Mit altem Papier fachmännisch angerändert und mit drei kleinen Papierdurchbrüchen im oberen weißen Rand.
 
172 Gregorovius, Ferdinand, Publizist und Historiker (1821-1891). Eigenh. Brief mit U. ("Ferd. Gregorovius"). München, 1. XI. 1875. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
An einen namentlich nicht genannten Verleger, dem er "einen mit einem namhaften Künstler combinirten Plan vertrauensvoll unterbreitet" hatte, "welchen Sie nicht abgeneigt waren in ernstliche Erwägung zu ziehen, und worüber Sie mir nach einigen Tagen gefälligst Ihre Ansicht sagen wollten. Das aber ist zu meinem Bedauern in so langer Zeit nicht geschehen, und dadurch bin ich freilich genötigt, auf den Gedanken an eine mögliche praktische Beziehung jenes Plans, welcher mir so künstlerisch gut wie zeitgemäß erscheint, zu Ihrem geschätzten Kunstverlage zu verzichten [...]". - Papierbedingt leicht gebräunt, die Vacat-Seiten minimal fleckig.
 
173 Grieg, Edvard, Norwegian composer and pianist (1843-1907). Portrait postcard with autogr. signature. Munich, 5. IV. 1907. 8vo. 1 p.
  € 1,200
Written five months before his death to one Ernst Klaar in Vienna. - Slightly browned due to paper; some small defects.
 

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174 Gura, Eugen, Sänger (1842-1906). Eigenh. Brief mit U. München, 14. X. 1900. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 160
An einen Herrn Koch: "Hier sämmtliche Texte, zwar auf allen möglichen Schnitzeln, aber vollständig. Mit hochachtungsvollstem Gruß | Ihr | Eugen Gura". - Eugen Gura debütierte 1865 in Albert Lortzings "Waffenschmied" und galt "als einer der bedeutendsten Wagner-Interpreten seiner Zeit im Baß-Bariton-Fach" (DBE), sang u. a. 1876 den Gunther in der Uraufführung der "Götterdämmerung" bei den Bayreuther Festspielen und trat dort bis 1896 auch als König Marke im "Tristan" und als Hans Sachs in den "Meistersingern" auf. Neben seiner Bühnentätigkeit war Gurda auch als Konzert- und Liedersänger erfolgreich. - Papierbedingt leicht gebräunt; die Recto-Seite von Bl. 1 mit einer zeitgen. Numerierung in blauem Farbstift, die Verso-Seite von Bl. 2 mit einer kleinen Notiz von nicht identifizierter Hand; ohne die erwähnten "Schnitzeln".
 

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175 Hahn-Hahn, Ida Gfin. von, Schriftstellerin (1805-1880). Eigenh. Brief mit U. Wohl Mainz, 5. III. 1877. 1 S. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
  € 250
An den Verleger Franz Kirchheim in Mainz: "Herr Pustet ist ganz einverstanden, daß die reiche Frau erscheine [...]". - Ida Gräfin von Hahn-Hahn wurde mit ihren Reisebeschreibungen und Gesellschaftsromanen zu einer der "populärsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Unter dem Eindruck der Revolution 1848 und nach dem Tod ihres Lebensgefährten 1849 trat sie 1850 zum Katholizismus über, absolvierte ein Noviziat in Angers und gründete in Mainz das Kloster 'Zum guten Hirten', das sie unterhielt und in dem sie seit 1854 selbst wohnte. Nach dem Konfessionswechsel entstanden fromme Erbauungsliteratur und historisch-kirchliche Schriften, seit 1860 auch wieder Romane" (DBE). - Mit Falt- und kleinen Montagespuren verso.
 

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176 Handke, Peter, Schriftsteller (geb. 1942). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8vo.
  € 150
"Wenn's sein soll: | Peter Handke". - Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).
 

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177 Hansen, Theophil Frh. von, Architekt (1813-1891). Eigenh. Brief mit U. ("ThHansen"). Wien, 29. IV. 1884. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 180
An eine Dame: "Indem ich meinen ergebensten Dank für Ihre liebenswürdige Einladung für den Son[n]tag in der Oper ausspreche, bedaure ich von Herzen nicht die Ehre haben zu können, weil ich diesen Abend nicht frei bin [...]". - Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Architekten an der kgl. Bauakademie in Kopenhagen kam Theophil Hansen 1838 durch ein Stipendium nach Deutschland, wo er u. a. in Berlin die Bauten Friedrich Schinkels studierte. Sich in den folgenden Jahren in Italien und Athen mit antiker und byzantinischer Baukunst beschäftigend, unterrichtete Hansen an der Polytechnischen Schule, nahm an der Aufnahme antiker Baudenkmäler teil und errichtete seit 1842 erste selbständige Bauten. "1846 trat Hansen in das Wiener Atelier Ludwig Försters ein. Er wurde mit dem Bau des Waffenmuseums im Arsenal (1850-56) berühmt, wo er die neuesten Errungenschaften des Musealbaus mit byzantinischen, islamischen und gotischen Stilelementen vereinte. Mit seinen in den folgenden Jahren entstandenen Bauten, u. a. dem Heinrichshof (1861-63, 1945 zerstört), beeinflußte er den architektonischen Charakter Wiens, insbesondere den der Ringstraße, in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts. 1868-84 war Hansen Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste. In seinem Hauptwerk, dem Parlamentsgebäude in Wien (1873-83), verwirklichte er seine Idealvorstellung einer Monumentalarchitektur in hellenistischem Stil" (DBE). "Seine Bauten [...] verkörpern mit ihrer disziplinierten Prunkentfaltung den Höhepunkt des strengen Historismus in der Wr. Architektur und prägten nachhaltig das Bewußtsein von der führenden Rolle Österreichs in der Baukunst" (Öst. Lex. I, 471). - Auf Briefpapier mit gedr. Monogrammvignette ("H").
 

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178 Herford, Beatrice, Schauspielerin (1868-1952). Eigenh. Brief mit U. New York, 25. III. 1922. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  € 250
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "Thank you for your letter, and I will send you some programmes in a day or so for making a choice for the Entertain[ment] on May 8 [...]". - Die aus England stammende Vaudevillekünstlerin war mit selbst geschriebenen Monologen bekannt geworden; 1904 gründete sie in Wayland, Massachusetts, das Beatrice Herford's Vokes Theatre, das 1937 von der Schauspielgruppe Vokes Players übernommen wurde und bis heute existiert. - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung); auf etwas nachgedunkeltem Papier.
 

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179 Hesekiel, Johann George Ludwig, Schriftsteller und Journalist (1819-1874). Eigenh. Gedichtabschrift. O. O. u. D. 1 S. Kl.-4to.
  € 120
"Dem herzoglichen Residenzschlosse zu Altenburg | dem ehrwürdigen Schauplatz alter und neuer, lieber und grosser Erinnerungen": "Nimm diese Blätter, altes Fürstenhaus, | die laut erzählen, was du mir vertraut | Aus jenen Zeiten, wo du Kaisern nütztest, | das Unglück pflegtest und die Noth beschütztest [...]". - J. G. L. Hesekiel war Mitarbeiter von Pierers "Universallexikon", "veröffentlichte patriotische Lyrik ('Preußenlieder', 1846-48), gab die belletristische Zeitschrift 'Rosen' heraus und gründete 1848 in Zeitz das konservative Volksblatt 'Der Patriotische Hausfreund'. Seit Ende dieses Jahres war [er] Redakteur der 'Neuen Preußischen Zeitung' ('Kreuz-Zeitung') in Berlin, wo er bis zu seinem Tod für die Berichterstattung aus Frankreich zuständig war" (DBE). Daneben veröffentlichte Hesekiel Gedichte und Dramen, Zeitromane, historische Romane und Novellen. "Sein Buch vom 'Grafen Bismarck' (1869) wurde die erste Biographie des späteren Reichskanzlers" (ebd.). Der mit Theodor Fontane befreundete Schriftsteller gehörte der literarischen Gesellschaft "Tunnel über der Spree" an und war der Vater der Schriftstellerin Ludovica Hesekiel. - Papierbedingt etwas gebräunt und leicht fleckig.
 

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180 Higginson, Thomas Wentworth, Schriftsteller und Gegner der Sklaverei (1823-1911). Eigenh. Brief mit U. ("T. W. Higginson"). Glimpsewood, 18. VIII. 1895. 1 S. Gr.-8vo.
  € 350
An einen Mr. Jackson über botanische Proben und Fachliteratur: "I send you three heaths [?], having been delayed until this summer for the third. I meant them for the H. B. Club but if that has suspended action please use them for the herbarium of the Nat. Hist. Soc. or for your own. Has your book on Worcester Co. botany been published? If so, I should like to buy a copy for myself + one for the Cambridge Public Library [...] PS. You should visit next summer the Rhododendron swamp in Fitzwilliam NH. It is easy to access from Worcester (via Troy) + is one of the most remarkable things in New England [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit einem kleinen Einriß im Mittelfalz.
 

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181 Hoffmann, Johann Christian, Geigen- und Lautenbauer (1683-1750). Eigenh. Brief mit U. ("Joh. Christ. Hoffmann"). Badeburg (?), 10. XI. 1743. 2 SS. auf Doppelblatt. Folio.
  € 4,500
An einen Prinzen, für den er Stimmen aus neuer italienischer Musik ausziehen soll. Der Prinz scheint Hoffmann mit Arbeit zu überhäufen, da dieser bis tief in die Nacht schreiben muß und dennoch nicht nachkommt: "[...] habe die Gnade an itzo mit dem versprochenen Flöten Concert unterthänigst auf zu warten, und die mir communicirte Simphonia wieder zu remittiren. mit der unterthänigsten Bitte das Concert nebst den zurückgelassenen Trios durch diesen curs bald wieder übermachen zu lassen. Dieses mahl hätte gerne mehreres übersand, allein da mein gnädigster Junger H[err] 6 Opern aus Italien vor mich kommen ließen solche aber alle in partitur so bin mit schreiben so überhäufft, dass des Nachts biß iz auch wohl 1 Uhr schreiben muß, die Meister von solchen Opern sind Lampugnani. Brivio. Scarlatti. Rinaldo. Hasse. Farinelli nur einige Arien. Leo etc. und kann nicht anderes melden als dasselbige Sachen so schön, dass dergleichen nicht viel gehört noch gesehen. Mons. Monticelli welcher der Sänger von vielen dieser Arien muß ungemeine Ambition haben im Halße, welches aus diesen Arien judicire. Mit nechster Gelegenheit habe die Gnade mit einem Violin Concert von Zuccari unterthänigst aufzuwarten [...] P. S. die Graunsche Simphonie sehe gern in meinem Musicalischen Vorrath, wenn darum bitten dürfte". - J. C. Hoffmann gilt als einer der besten deutschen Instrumentenbauer seiner Zeit, als Hofinstrumentenmacher arbeitete er für den Dresdener Hof. Neben vortrefflichen Lauten hinterließ er zahlreiche erstklassige Streichinstrumente. Mit Johann Sebastian Bach freundschaftlich verbunden, baute er 1724 auf dessen Anregung hin eine "Viola pomposa"; zehn Jahre darauf beauftragte ihn Bach mit der Instandhaltung der Instrumente für die Leipziger Thomas- und Nikolaikirche. In seinem Testament vermachte Hoffmann Bach eine "Viola pomposa". - Die im Brief erwähnten Komponisten sind: Giovanni Battista Lampugnani (1706-1786), Giuseppe Ferdinando Brivio, (Ende 17. Jh. - ca. 1758), Domenico Scarlatti (1685-1757), Rinaldo di Capua (um 1710 - um 1770), Johann Adolph Hasse (1699-1783), der berühmte Kastrat Farinelli (eigentlich Carlo Broschi, 1705-1782), Leonardo Leo (1694-1744), Carlo Zuccari (1703-1792) und Carl Heinrich (1704-1759) oder Johann Gottlieb Graun (1703-1771). - Papierbedingt etwas gebräunt; etwas knittrig und minimal fleckig.
 

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181 Hochwälder, Fritz, Schriftsteller (1911-1986). Eigenh. Brief mit U. und eh. Manuskriptblatt. Ascona, 28. III. 1962. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 2 Bll. Gr.-4to.
  € 280
An einen Dr. Trautmann: "Ihr Schreiben vom 21. März erreicht mich in Ascona - da ich meine alten Manuskripte in Zürich habe, sende ich Ihnen eine Seite aus meinem neuen Stück 'Tausendund[d]rei' [...]". - Der Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
 

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182 Hofmann, Albert, Chemiker und Entdecker des LSD (1906-2008). Ms. Brief (Durchschlag) mit einer eigenh. Zeile und Initialen. Rittimatte, 15. I. 1975. 1 S. Gr.-4to.
  € 400
An den Schriftsteller Ernst Jünger (1895-1998): "[...] Ist die geplante Fischfangexpedition mit Ihrem Neffen ein zusätzlicher Punkt in Ihrem diesjährigen Ferienprogramm, oder wird dadurch der Aufenthalt in Alanya ersetzt? Ich w[ei]ss noch nicht, ob ich im Juni nach Mexiko gehe, dagegen hoffe ich sehr bei der Klett'schen Nordlandreise dabeisein zu können. Limitierend ist hier nur, dass ich am 27. Juli in den USA sein muss [...]".
 

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183 Hofmannsthal, Hugo von, Dichter (1874-1929). Eigenh. Titelblattentwurf mit Namenszug. O. O., wohl 1927. 1 S. Gr.-8vo.
  € 1,000
"Der Turm | ein Trauerspiel | von | Hugo von Hofmannsthal | S Fischer Verlag | Berlin 1927". - Stellenweise gering knittrig.
 

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185 Huber, Max, Jurist (1874-1960). Eigenh. Briefkarte mit U. Genf, 22. IX. 1941. 2 SS. Qu.-8vo.
  € 120
An den Juristen Alfred Billeter (geb. 1896) in Zürich: "In Beantwortung Ihrer Zeilen [...] beehre ich mich Ihnen mitzuteilen, wie ich es bereits gegenüber Frl. Cramer getan, dass ich mich in keiner Weise erinnere, mich mit dem Nachlass von Frau Stumpf irgendwie befasst zu haben [...]". - Max Huber war von 1902 bis 1919 Professor für Staats-, Kirchen- und Völkerrecht an der Universität Zürich, vertrat 1907 die Schweiz auf der Zweiten Friedenskonferenz in Den Haag und war von 1913 bis 1921 Rechtsberater des schweizerischen Politischen Departments sowie Delegierter an der Ersten und Zweiten Völkerbundversammlung (1920/21, 1931/32). "Seit 1921 gehörte er dem Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag an, war 1925-27 dessen Präsident und übernahm 1928 das Präsidium des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), dem er bis 1945 vorstand. 1944 erhielt das IKRK den Friedensnobelpreis. Zu seinen zahlreichen wissenschaftlichen Abhandlungen gehört u. a. 'Die soziologischen Grundlagen des Völkerrechts' (1910)" (DBE). - Mit kleinen Montageschäden.
 

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186 Isabey, Eugène, Maler (1804-1886). Eigenh. Schriftstück mit U. ("EIsabey"). O. O. u. D. 1 S. Qu.-32mo. Auf der Adreßseite eines Kuverts.
  € 300
An einen "cher ami" mit der Bitte um Rückgabe eines Buches. - In Bleistift; mit kleinen Randläsuren.
 

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187 Jean Paul, Schriftsteller (1763-1825). Eigenh. Briefentwurf. [Bayreuth, 3. XII. 1816]. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
  € 1,500
An einen Professor Wagner, wohl der Lehrer, Bibliothekar und Philosoph Lorenz Heinrich Wagner (1774-1841): "Otto dankt Ihnen [...] recht sehr für das 'Staatsarchiv' [...] Auch ich will Ihnen hiemit meine Generaldanksagung für den ganzen literarischen Futterkasten bringen, zu welchem gern Krause den Schlüssel allein hätte, ob er gleich mit allen Musen nichts mehr zeugt als mit seiner Magd - nämlich Inkognitos. Haben Sie Bouterwecks neueste Aesthetik zum Überblättern?" - Besagter Otto ist Jean Pauls langjähriger Freund und literarischer Ratgeber, der Jurist und Schriftsteller Christian Georg Otto (1763-1828); das "Staatsarchiv des teutschen Bundes" war eine 1816/17 in sechs Heften erschienene Zeitschrift von Johann Ludwig Klüber; der erwähnte Krause ist wohl der Schriftsteller und Lehrer Christian Siegmund Krause (1754/59-1829), Bouterweck der Philosoph, Literarhistoriker und Dichter Friedrich Bouterweck (1765/66-1828). - Papierbedingt leicht gebräunt; die Recto-Seite mit einer kleinen zeitgen. Numerierung; die Ränder etwas unregelmäßig beschnitten.
 

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188 Jonas, Franz, Politiker (1899-1974). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Jonas"). Wien, 7. VI. 1949. 1 S. Gr.-4to.
  € 50
An den späteren Landesparteisekretär der SPÖ Wien, Josef Kratky (1907-1989) betr. einer Auskunft über einen Dr. Johann Dietrich: "[...] Er ist am 27. 5. 1902 in Westendorf in Bayern geboren, tauchte vor einiger Zeit in der Donauwörther CSU auf und brüstet sich mit einem Doktordiplom, das angeblich von der Wiener Universität ausgestellt wurde [...]". - Franz Jonas amtierte von 1951 bis 65 als Bürgermeister von Wien, anschließend hatte er bis zu seinem Tod das Amt des Bundespräsidenten inne. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; mit Spuren einer alt entfernten Heftklammer.
 

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189 Jordan, Wilhelm, Schriftsteller und Politiker (1819-1904). Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. M., 12. II. 1897. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert und einer Beilage (s. u.).
  € 120
An den Schriftsteller und Journalisten Wilhelm Goldbaum (1843-1912): "Indem ich auch Ihnen herzlich danke für Ihren warmen Glückwunsch und die Uebermittlung des Angebindes von griechischem Wunderwein, bitte ich Sie, die beil. kl. Festschrift als Andenken anzunehmen [...]". - 1843 wegen seiner Schriften und Reden für politische Freiheit aus Berlin ausgewiesen, ließ sich Jordan in Leipzig nieder, gab 1845/46 die Zeitschrift "Die beflissene Welt" heraus, mußte aber auch Sachsen wegen seiner politischen Gesinnung verlassen und ging als Korrespondent der "Bremer Zeitung" nach Paris. "Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er in die Deutsche Nationalversammlung gewählt. Hier schloß er sich erst der Linken, dann der Erbkaiserlichen Partei an, plädierte für ein deutsches Reich unter preußischer Führung und war zuletzt Marinerat im Reichshandelsministerium" (DBE). Sein Werk umfaßt neben eigenen Schauspielen und Romanen zahlreiche Übersetzungen von Shakespeare, Homer und Sophokles. - Wilhelm Goldbaum war Feuilletonredakteur der "Neuen Freien Presse" und arbeitete auch für die "Westermannschen Monatshefte", die "Rundschau", die "Gartenlaube", die "Nationalzeitung" und die "Wiener Mode". Seine kultur- und literaturhistorischen Essays erschienen in den Sammlungen "Entlegene Kulturen" (1877) und "Literarische Physiognomien" (1884); zudem war Goldbaum auch als Übersetzer aus dem Polnischen tätig. - Etwas gebräunt. - Ohne die erwähnte Beilage, jedoch mit Jordans gedr. "Programm der epischen Dichtung Sigfridsage".
 

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190 Karl V., röm.-dt. Kaiser (1500-1558). Schriftstück mit eigenh. U. La Coruña, 17. V. 1520. 1 S. 275:190 mm. Zusammen mit einem annähernd gleich großen Kupferstichportrait in Passepartout gefaßt und hinter Glas gerahmt (450:497 mm).
  € 3,500
Kaiserlicher Erlaß über die Verlängerung des Privilegs für den Vizekönig der Provinz Valencia, Marquis Don Diego de Mendoza (1486-1536) - der Sohn des großen Kardinals von Spanien -, zur Steuerreinnahme in der Región Olivares für weitere 15 Jahre. - Das zeitgenöss. Portraitkupfer mit ausführlicher Legende. Kleine Faltspuren und minimal fleckig. Dekoratives Ensemble aus dem Nachlaß des Bostoner Pathologen und Autographensammlers H. Spencer Glidden (St. John's Hospital/Tufts School of Medicine, gest. 1978).
 

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Das Manuskript eines Prinzen, gebunden für Zarskoje Selo
191 Karl XIII., König von Schweden und Norwegen (1748-1818). Eigenh. Manuskript in französischer Sprache mit zweifacher U. O. O. (Drottningholm?), 1762/1763. (4), 80, (4), 45 SS. Rotes Maroquin der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen, floraler Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüren und Supralibros "P" in ovalem Kranz auf beiden Deckeln. Stehkantenvergoldung oxydiert. Dreiseitiger Goldschnitt. Marmorvorsätze. Lesebändchen. 4to.
  Price upon request or meanwhile sold
Schöne Zusammenstellung von historischen Darstellungen, die der erst fünfzehnjährige Prinz Karl übersetzt und seiner Mutter, Königin Luise Ulrike (1720-82), gewidmet hat: "A La Reine Madame [...] Le Très humble et très soumis fils Charles". Karl, der 1809-18 König von Schweden und ab 1814 auch König von Norwegen sein sollte, war der zweite Sohn von Luise Ulrike von Preußen, einer Schwester Friedrichs des Großen. Wie das Datum "ce 25 Décembre 1762" in der zweiten Widmung nahelegt, dürfte es sich bei dem vorliegenden Manuskript um ein Weihnachtsgeschenk gehandelt haben. Der Prinz demonstriert seiner Mutter hierin seine Fortschritte in der lateinischen und französischen Sprache: ein aus dem Lateinischen übersetzter Auszug aus der römischen Geschichte des Eutropius sowie ein "Abregé", den Karl offenbar aus einem schwedischen Geschichtswerk ins Französische übertragen hat, mit Ereignissen der europäischen Geschichte von 1660 bis 1715 (darunter ein eigener längerer Abschnitt über den Spanischen Erbfolgekrieg). - Interessantes Dokument zur Prinzenerziehung am schwedischen Hof. - Einband gering berieben und beschabt; Innengelenke gebrochen, vorderer Buntpapiervorsatz mit Spuren eines Etiketts. Stellenweise unbedeutend fingerfleckig. Am vorderen fliegenden Vorsatz Stempel der Zarenbibliothek in Zarskoje Selo (heute Puschkin bei St. Petersburg).
 
192 Keldorfer, Viktor, Chormeister und Dirigent (1873-1959). Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 31. I. 1955. 2 SS. Gr.-8vo.
  € 60
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Anbei sende ich Ihnen noch zeitgerecht jene Korrekturen, die anzubringen ich vor Übergabe des Manuskripts im Drang der Geschäfte vergessen habe. Ich bin froh, dies noch rechtzeitig bemerkt zu haben, denn hinterher wäre die Verbesserung etwas kostspielig geworden. Eben bringt mir der Postbote das Jubiläumsheft. Es ist sehr schön. Geärgert hab[e] ich mich nur darüber, daß in der Notiz 'Kompositions-Auftrag der ÖMZ' S. 21 meinem Namen wieder die Dr.-Würde beigesetzt wurde. Ich bin zwar 'Ehrenmitglied der Universität', aber kein Doktor, wie ich Prof. Lafite gegenüber ausdrücklich erwähnt habe [...]". - Viktor Keldorfer wurde 1909 Leiter des Wiener Männergesangvereins, dirigierte von 1922 bis 1954 den Schubertbund und war daneben Bundeschormeister des Ostmärkischen Sängerbundes. Als Festdirigent mehrerer großer deutscher Sängerbundfeste leitete er u. a. 1928 in Wien einen Chor mit "40000" [?] (DBE) Sängern. Nach dem "Anschluß" bis zum Ende des Krieges war Keldorfer mit Arbeitsverbot belegt; verdient machte er sich insbesondere um die Herausgabe der Werke Franz Schuberts und Anton Bruckners. - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung) und auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Wiener Schubertbunds.
 

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193 Keller, Gottfried, Schriftsteller (1819-1890). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. [Zürich, 1879]. 1 S. Qu.-schmal.-kl.-8vo.
  € 850
"Im entgegengesetzten Falle bitte ich diese Zeilen nicht weiter zu berücksichtigen, | hochachtungsvoll | Ihr erg. | Gottfr. Keller". - Der obere Rand alt ausgerissen und fachmännisch ergänzt.
 

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194 Kelsen, Hans, Jurist und Schöpfer der österreichischen Bundesverfassung (1881-1973). Ms. Brief mit eigenh. U. Berkeley, 19. XI. 1960. 1/3 S. 4to. Luftpostbrief mit ms. Adresse.
  € 220
An Josef Wesely mit Dank für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag: "Ich freue mich, aus Ihrem Schreiben zu entnehmen, dass Sie Schuldirektor geworden sind, und bitte Sie, zu der erfreulichen und sicherlich wohlverdienten Befoerderung meine besten Glueckwuensche entgegen zu nehmen [...]".
 

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195 Key, Ellen, Reformpädagogin und Schriftstellerin (1849-1926). E. Portraitpostkarte mit U. O. O., 20. III. 1914. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
  € 250
An den Psychoanalytiker Otto Isakower (1899-1972): "Leider ist dies Bild nicht gut. Aber da es doch mein Bild ist, so sende ich Ihnen damit einen freundlichen Gruss von mein[em] Heim und Ellen Key". - Die Bildseite mit einem Portrait en face.
 

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196 Klitsch, Wilhelm, Schauspieler und Regisseur (1882-1941). Eigenh. Brief mit U. O. O., 4. I. 1922. 1½ SS. auf 2 Bll. Gr.-8vo.
  € 100
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich wollte herzlich gerne von Ihrem freundlichen Ange[bot] Gebrauch machen und morgen im mittl. Konzerthaussaal 'Das Würfelgedicht' sprechen. Leider wurde es mir durch den Wunsch der Veranstalter nach 'Heiterem' vereitelt. Ich werde keinesfalls die erste sich mir bietende, würdige Gelegenheit, Ihre Dichtung zu sprechen, vorübergehen lassen [...]". - Wilhelm Klitsch war seit 1906 am Deutschen Volkstheater engagiert, wurde dort "als Interpret zahlreicher klassischer Hauptrollen (Karl Moor, Marquis Posa, Egmont, Wilhelm Tell u. a) bekannt und betätigte sich seit 1927 auch als Regisseur. 1932 wurde er Professor an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien; 1933 übernahm er die Leitung der neugegründeten Meisterschule für Redekunst" (DBE). Daneben trat Klitsch auch als Rezitator hervor und unternahm zahlreiche Gastspiel- und Vortragsreisen ins europäische Ausland. - Mit einem winzigen Randeinriß und stellenweise leicht gebräunt.
 

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197 Kobelkoff, Nicolai, Schausteller und Rumpfkünstler (1851-1933). Bildpostkarte mit eigenh. U. Paris, 7. XII. 1900. 1 S. 8vo. Mit Adresse.
  € 250
An den Wiener Lehrer Rudolf Hacker. - Als vierzehntes Kind einer russischen Bauernfamilie und mit schweren Mißbildungen zur Welt gekommen - bis auf kurze Stümpfe fehlten ihm sämtliche Gliedmaßen - erlernte Kobelkoff trotz seiner Behinderung Tätigkeiten wie Schreiben, Zeichnen u. v. m. und war seit den 1870er Jahren als Attraktion auf Kuriositätenschauen und Jahrmärkten in Europa und Amerika zu sehen. Im Jahre 1900 entstand der Stummfilm "Kobelkoff", der einen kurzen Ausschnitt aus seinem Bühnenprogramm zeigte. Durch seine Vorführungen zu einigem Wohlstand gekommen, errichtete Kobelkoff 1913 im Wiener Prater ein eigenes Fahrgeschäft, den Toboggan, und wurde zu einer Berühmtheit des Praters und der Wiener Gesellschaft. - Die Bildseite mit einer Ansicht der Statue von Louis XIV in Paris, Rue Etienne Marcel.
 

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198 König, Adolph, Kunsthändler (D. n. b.). Eigenh. Brief mit U. Münster, 9. XI. 1782. 2 SS. auf Doppelblatt. 4to.
  € 350
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Da mir bewust dass EWG ein Grosser Kenner und Liebhaber der Mahlerey sind, so neme hiemit die Freiheit dero selben ein Verzeignüss von einer Sammlung der Schönsten Mahlereien (so ich kürzlig von Auspurg [!] und München erhalten) zu übersenden [...]". - Das unbeschriebene Bl. 2 gering fleckig.
 

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199 Kohut, Adolph, Schriftsteller (1847-1917). Eigenh. ausgefüllter Fragebogen mit U. Berlin, 8. XI. 1893. 1 S. 4to.
  € 180
Fragebogen der "Deutschen Zeitung" zu den Fragen "Titel und Schicksale Ihres letzten Werkes?" (I), "Woran arbeiten Sie gegenwärtig?" (II) und "Wann gedenken Sie dieses Werk zu vollenden und zu veröffentlichen?" (III). - I: "Berühmte und berüchtigte Giftmischerinnen [...]". - II: "Ein musikalisch-belletristisches Werk, mit 18 Illustrationen [...], betitelt 'Dur- & Mollaccorde' [...]". - III: "Ist im Druck, erscheint in 8-14 Tagen". - Der Bruder des jüdischen Gelehrten und Oberrabbiners Alexander Kohut war als Journalist und Redakteur für mehrere Zeitungen tätig und betätigte sich daneben als Literatur- und Kulturhistoriker, Kompilator, Übersetzer aus dem Ungarischen (u. a. Märchen und Erzählungen) und Vortragskünstler. 1884 aus Preußen ausgewiesen, lebte er in den folgenden Jahren in Dresden, bis er 1889 nach Berlin zurückkehrte; 1910 erfolgte seine Ernennung zum kaiserlichen Rat. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; an den Ränden etwas unregelmäßig beschnitten.
 

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200 Kossuth, Lajos, Politiker und Freiheitskämpfer Eigenh. Brief mit U. ("LKossuth"). Turin, 10. VI. 1892. 2¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 1,200
An den amerikanischen Gefängnisarzt und Publizisten Edward Wasgate Markens in New York, der Kossuth um einen Beitrag zu seiner Festschrift anläßlich der 400sten Wiederkehr der Entdeckung Amerikas gebeten hatte: "I am sorry not to be in a position to contribute to the Columbus memorial edited by you; my great age, my health, + my pressing occupations, prevent me to do so, though I fully appreciate the services rendered to mankind by Columbus. His iron will, sprung from the mistaken notion, that he could sail round from Europe to Asia westward bound, produced such beneficent [!] effects, as few correct notions have ever produced, and thus it was shown once more that errors can be changed in blessings, by the will of God. And now, the great republic adds an other century to its age; - centuries count for years in the lifetime of a nation, and America four hundred years old, is full of youthful promises for the progress of mankind; may these promises be fulfilled in the same prodigeous [!] way, as the prosperity + civilization have grown on the land which Columbus dicovered [...]". - Papierbedingt gebräunt; mit winzigen Einrissen im Mittelfalz und kleinen Montagestreifen auf der Verso-Seite von Bl. 2.
 

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201 Kraepelin, Karl, Biologe (1848-1915). Eigenh. Postkarte mit U. ("K. Kraepelin"). Hamburg, 10. X. 1912. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
  Price upon request or meanwhile sold
An den Schweizer Zoologen, Anthropologen und Ethnologen Fritz Sarasin (1859-1942): "Schicken Sie nur an Skorpionen u. Skolopendiden, was Sie zur Hand haben. Natürlich setze ich voraus, daß ich für unser Museum Doubletten zurückbehalten darf. Süßwasserbryozoen [...] werden Sie schwerlich gesammelt haben, sonst sind wir zur Bearbeitung bereit. Süßwasserfische würde Herr Dr. Duncker übernehmen. Die Landmollusken werden Sie natürlich selber bearbeiten wollen [...]". - Der Bruder des Psychiaters Karl Kraepelin leitete von 1889 bis 1914 das Naturhistorische Museum in Hamburg, war Mitglied des Hamburger Professorenkonvents (seit 1901) und des Professorenrats am Kolonialinstitut (seit 1908). "Neben seinem Engagement für die Reform des schulischen Naturkundeunterrichts erlangte er weltweite Anerkennung als Fachmann für Skorpione, Glieder- und Walzenspinnen sowie Skolopender. Kraepelin schrieb zahlreiche Lehrbücher der Botanik und Zoologie, u. a. einen mehrfach aufgelegten 'Leitfaden für den botanischen Unterricht an mittleren und höheren Schulen' (1876)" (DBE). - Mit einer kleinen Knickfalte.
 
202 Kubin, Alfred, Graphiker und Schriftsteller (1877-1959). Eigenh. Brief mit U. Alsbach (Hessen), 6. I. 1919. 1½ SS. Gr.-4to. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 1,500
An Felix Grafl in Wien: "Ich möchte Euch von hier aus über meine Existenz einige Nachricht geben. Die Reise, nun in 48 Stunden war sie an Unbequemlichkeiten reich erledigt - sogar ein Einsteigen in einen falschen Zug liess sich noch nachträglich reparieren. - Das miserabelste waren erst das Gedränge und die schlaflosen Nächte, sodann die kalten Füsse, denn kein Zug wird mehr geheizt. - Glücklicher Weise traf die Fahrt in immerhin milde Witterung; und hoffentlich uns diese auch für die Rückfahrt (die weitaus bessere Anschlüsse zeigt, obwohl ebenfalls 2x übernachtet werden muss) zuteil - besonders in H[edwi]g's Interesse wäre dies zu wünschen. - Hedwig traf ich nämlich in leider ganz dem Briefe des Dr. L. entsprechender Verfassung an - an ein völliges Gesunden ist auf die nächsten Jahre nicht zu denken. Aber ich 'denke' in dieser Beziehung überhaupt nicht mehr viel; vermag ich sie nur bei soviel Selbstvertrauen zu erhalten, dass sie nicht mehr zum gefährlichen Narkotikum greift bin ich vollauf zufrieden. - Kürzlich ist sie durch den chronischen Eiweißverlust überaus ermüdbar - geistig - dies das Wichtigste! intakt - seelisch schwankend und noch immer Nachwehen der Depression unterworfen [...] Ich hatte eine Collektion Arbeiten auf Wunsch H[edwig]s mitgenommen und der Doktor ein sehr begeisterter Kunstfreund kaufte mir 9 Stück ab. Ich hatte Freude zu sehen wie meine neuen Arbeiten wirkten [...] der in Deutschland berühmte und prachtvolle [?!] Architekt (Landhäuser, Villen) Prof. Metzendorf war so unmittelbar gepackt, daß es mich ordentlich rührte. - Es ist schön so ein objektives Echo auf das innere Wunder zu erhalten[,] ja derartige Erlebnisse rühren an das Geheimnis des Göttlichen selbst das ja gestaltlos ist sich aber schöpferisch mit Gestalt gleichsam umkleidet - so hat die Creatur die Gestalt ja vor dem Göttlichen voraus - allerdings nur scheinbar [...]".
 

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203 Lamond, Frédéric, Pianist, Komponist und Musikpädagoge (1868-1948). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. O. O. u. D. ¾ S. Qu.-32mo.
  € 120
Schlußformel eines Briefes mit Unterschrift: "Ihrer geneigten Rückantwort entgegensehend, verleibe ich, Hochachtungsvollst ergebenst, | Frederic Lamond". - Der aus Glasgow stammende Musiker war in seiner Heimatstadt als Kirchenorganist tätig und studierte später in Deutschland bei Max Schwarz, Anton Urspruch und Hans von Bülow. Regen Austausch pflegte er auch mit Franz Liszt, als dessen letzter Schüler er gilt. "Erst siebzehnjährig gab er in Wien unter der Protektion von Bönndorfer Solistenabende und seine ersten Konzerte in Glasgow und London; als er hier in St. James' Hall auftrat, war Liszt zugegen. Bis 1890 vollendete er fünf Kompositionen, darunter seine Sinfonie A [...] Als Pianist gehörte Lamond zu den ganz großen Künstlern" (MGG VIII, 142).
 

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204 Laplace, Pierre Simon, Mathematiker und Astronom (1749-1827). Eigenh. Mitteilung mit U. ("M[arqu]is De Laplace"). O. O., 22. VI. 1822. 1 S. Qu.-32mo.
  € 750
Eine Einladung für einen Monsieur Nicolet, am kommenden Sonntag mit ihm zu speisen. - Laplace war kurz nach Napoleons Staatsstreich vom 18. Brumaire VIII Innenminister geworden, versah dieses Amt "jedoch so schlecht, daß er schon nach sechs Wochen durch einen Bruder Napoleons, Lucien, ersetzt wurde. Zum Trost machte ihn Napoleon zum Mitglied des relativ einflußlosen Senats" (Wikipedia). - Mit kleinen Montagespuren am linken und am unteren Rand sowie mit einigen kleinen Stecknadeldurchstichen.
 

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205 Lasius, Georg, Architekt (1835-1928). Eigenh. Manuskript. [Zürich, 1887]. 10½ SS. auf 11 num. Bll. Gr.-4to.
  € 650
"Dem Andenken Gottfr. Sempers gilt unsere heutige Feier. Vor wenigen Tagen, am 15t. Mai waren es 8 Jahre daß unser Meister Semper in der Stadt aus dem Leben schied, die man die Ewige nennt. In Rom neben der Pyramide des Cestius wurden des Meisters irdische Reste beigesetzt. Nach einem reichen aber auch mühsam durchkämpften Leben hat Semper an dem Ort seine Tage beschlossen, wo er einst in jugendlicher Begeisterung an den erhabenen Denkmalen u. Werken der Kunst die Richtschnur für sein eigenes Schaffen gefunden [...]". - Georg Lasius studierte u. a. am Zürcher Polytechnikum unter Gottfried Semper, lehrte dort seit 1862 und erhielt 1867 eine Professur. Zu seinen praktischen Arbeiten zählen das Chemie- und das Physikgebäude des Eidgenössischen Polytechnikums (1886 bzw. 1889, zusammen mit Alfred Friedrich Bluntschli) oder das Atelierhaus von Arnold Böcklin in Zürich (1885). - Etwas gebräunt und mit kleinen Läsuren.
 

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206 Lavoisier, Antoine Laurent de, Chemiker (1743-1794). Hs. Dokument mit eigenh. U. ("Lavoisier"). Wohl Paris, 11. VII. 1781. 2 SS. Folio.
  € 2,800
Vertrag mit dem Architekten Samson-Nicholas Lenoir (1737-1810) mit einer detaillierten Auflistung der zu leistenden Zahlungen und der beiderseitigen Verpflichtungen. - An den Rändern etwas angestaubt, gebräunt und lädiert und mit drei kleinen, den Vertragstext jedoch nicht berührenden Papierdurchbrüchen.
 

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207 Léon, Viktor, Schriftsteller und Dramaturg (1858-1940). Eigenh. Brief mit U. Wien, 27. V. 1894. 1 S. 8vo.
  € 100
An einen Herrn Wüller [!]: "Anbei in mehreren Exemplaren die kleinen Änderungen, die nothwendig geworden sind, weil Frau Odilon den Freiwilligen in 'Man sagt' als Cavalleristen spielt [...]". - Viktor Léon, mit Hermann Bahr befreundet und dem Literatenkreis im Café Griensteidl nahestehend, wurde 1894 Dramaturg am Theater in der Josefstadt und 1897 Oberregisseur am Carltheater. Zu dem schriftstellerischen Werk des "hochgebildete[n], in allen Sparten des literarischen Schaffens versierte[n] Autor[s]" (Peter Herz: Viktor Léon, Frankfurt u. London, 1973) zählen neben Dramen, Volksstücken und Essays insbesondere Opernlibretti, darunter zu Werken von Johann Strauß, Erich Wolfgang Korngold, Emmerich Kàlman, Leo Ascher und Robert Stolz sowie Leo Fall und Franz Lehár, als deren Entdecker er gilt (vgl. Herz, ebd., S. 13). - Die Verso-Seite mit einem zeitgen. Eingangsvermerk; ohne die erwähnten "Änderungen".
 

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208 Leonow, Leonid Maksimovic, Erzähler (1899-1994). Eigenh. Brief mit U. Moskau, 23. XII. 1929. ¾ S. 4to. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 650
In russischer Sprache an Oscar Hans Menges: "Ich verstehe ganz gut Ihren Wunsch, Ihre Autographensammlung, die schon so ehrenhaft alt ist, zu vergrößern. Umso mehr darf ich damit rechnen, dass Sie meine fast gleiche Leidenschaft, die bei uns so selten, aber bei euch in Europa scheinbar so verbreitet ist, verstehen. Ich wäre Ihnen höchst dankbar, wenn Sie mir wenigstens eine der in der einliegenden Liste aufgezählten Kakteen zuschicken könnten [...]" (Übers.). - Mit kleinen Falt- und Knitterspuren; ohne die erwähnte Liste.
 

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209 Leth, Karl von, Bankfachmann (1861-1930). Ms. Brief (Durchschlag) mit eigenh. Empfehlungsformel und U. ("Leth"). Wien, 3. XI. 1917. 1½ SS. auf Doppelblatt. 4to.
  € 300
An einen Ministerialsekretär: "Bei meinem Scheiden aus dem Finanzministerium hinderten mich persönliche Momente, welche Sie ja kennen, daran, mich von Ihnen im privaten Kreise zu verabschieden. Nunmehr auch unter dem Eindrucke der jüngsten Siegesnachrichten und in der sicheren Hoffnung auf eine gute Zukunft Oesterreichs würde ich mich unendlich freuen, mit den Herren vom Präsidium, welche mir ja so liebe und treue Mitarbeiter waren, zusammen zu sein [...]". - Karl von Leth war 1884 bei der Postsparkasse eingetreten und durchlief dort eine steile Karriere, die schließlich in das Amt des Gouverneurs mündete, dem 1915/16 das des Finanzministers folgte; seit 1917 Mitglied des Herrenhauses und 1917-19 Gouverneur der Boden-Credit-Anstalt. "Leth hatte durch seine schöpferischen Fähigkeiten maßgeblichen Anteil an der Ausgestaltung und am Aufschwung der Postsparkasse. Er bildete durch Jahrzehnte den festen Pol für deren großartige Entwicklung und gilt als ihr Reformator (Einführung des Scheckverkehrs bei den Postanstalten) [...] Als Minister führte er wichtige steuerpolitische Maßnahmen durch und hatte auch mit der dritten Kriegsanleihe außerordentlichen Erfolg" (ÖBL V, 159)".
 

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210 Lichnowsky, Mechtilde Fstin. von, Schriftstellerin (1879-1958). Eigenh. Kondolenzschreiben mit U. O. O. u. D. ½ S. Kl.-4to.
  € 180
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "My sister-in-law Redern and I want to tell you how deeply we feel for you! Very truly yours | Mechtilde Lichnowsky". - Auf Briefpapier mit lithographierter Vignette des Palast-Hotels in Berlin. - Etwas unfrisch.
 

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Mit Tischkeks
211 [Lindberghiana]. Sammlung von Memorabilia zu Lindberghs Transatlantikflug, darunter ein originaler Tischkeks vom Festdiner der Luftfahrts-Handelskammer im Hotel Waldorf-Astoria. New York u. a. O., zumeist 16. VI. 1927. Messing-Gedenkplakette zu Lindberghs Flug, ausgegeben von der US-Luftfahrthandelskammer. 89:64 mm. - Programm und Menüfolge für das Festbankett zu Ehren Lindberghs am 16. Juni 1927 im Waldorf-Astoria. 4 SS. Kordelgeheftete Büttenmappe. Folio. - Sitzplatzliste für das anschließende Galadiner. 16 SS. Bedr. OBr. - Tischkeks in rot-weiß-blauer Papierumhüllung und Etikett "À la Lindbergh". Beilagen.
  € 2,000
Interessante Sammlung von Erinnerungsstücken an das letzte New Yorker Festbankett und Diner zu Ehren des soeben nach Amerika zurückgekehrten Atlantikfliegers, der mit seiner kühnen Alleinüberquerung des Ozeans (20.-21. Mai 1927) über Nacht zum weltbekannten Helden geworden war und eine noch nie dagewesene Welle der Luftfahrtbegeisterung ausgelöst hatte. Am 11. Juni erreichte Lindbergh per Schiff wieder Washington, wo er im Mayflower Hotel von der National Aeronautic Association geehrt wurde, bevor er am 13. Juni in einen triumphalen Einzug in New York hielt und in einer Konfettiparade durch die Fifth Avenue zog. Am 14. ehrte ihn der Bürgermeister bei einem Prachtbankett im Hotel Commodore, am 15. gab es ein Festessen in "Wilfred's Restaurant" in der Wall Street. Am 16. schließlich, am Tag bevor Lindbergh in seine Heimatstadt St. Louis flog und damit seine große Amerikatour begann, nahm Lindbergh aus den Händen des Stifters den mit 25.000 Dollar dotierten "Orteig-Preis" entgegen, den der New Yorker Hotelier Raymond Orteig 1919 für den ersten Nonstopflug zwischen New York und Paris ausgesetzt hatte und der für Lindbergh (wie für andere, weniger Erfolgreiche vor ihm) die treibende Kraft für seine Unternehmung gewesen war. Doch Lindbergh versagte Orteig das Galadiner, auf das dieser jahrelang gehofft hatte: Nur kurz tauchte er zum Tee-Empfang im Hotel Brevoort auf, um das Preisgeld entgegenzunehmen und sich dann mit dem Hinweis auf eine "andere Verpflichtung" wieder von Orteig, Orville Wright und den zahlreichen anderen Würdenträgern zu verabschieden (vgl. Batterby, "On the Town in New York", S. 228). Diese "andere Verpflichtung", die Lindbergh kurioserweise dem Festmahl Orteigs vorzog, war das von der "Aeronautical Chamber of Commerce of America" veranstaltete "Banquet in Honor of Charles Lindbergh", welches diesen Abend im Waldorf-Astoria Hotel stattfand und von dem die hier vorliegenden Erinnerungsstücke stammen. Die Messing-Gedenkplakette zeigt ein Relief der "Spirit of St. Louis" und Legende "Per Aspera Ad Astra", revers die Legende: "Commemorating First Nonstop New York To Paris Flight By Capt. Charles A. Lindbergh May 20-21, 1927. Aeronautical Chamber of Commerce of America" (in maßgefertigter Samt-Präsentationsunterlage). Der Tischkeks wiederum, mit allen für Nahrungsmittel in ihrem neuten Jahrzehnt typischen Merkmalen fortgeschrittenen Verfalls (berieben und bestoßen, mit kl. Wurmspuren und Mottenfäden), ist von zeitgenössischer Hand auf der Papierumhüllung als Stück von ebendiesem Festessen bezeichnet. Von derselben Hand ist der im Sitzplan als "Mr. Shults" bezeichnete Name in "Schult" korrigiert - wohl zu identifizieren mit dem Sammler Gustav Schult, der die vier Memorabilien aus dem Waldorf mit nach Hause nahm und aufbewahrte. Auf eine schwedische Heimat des Diner-Gastes Schult weist die Beilage: eine Sammlung von schwedischsprachigen Zeitungsausschnitten aus den 1940er und 50er-Jahren über Lindberghs Pioniertat (zumeist erschienen zum 25-Jahr-Jubiläum der Überquerung) in einer Mappe mit Lindberghs Portrait. - Teils mit schwedischem Sammleretikett des Pehr Ehnemark.
 

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Widmungsexemplar
212 Liszt, Franz von, Jurist (1851-1919). Lehrbuch des Deutschen Strafrechts. Zweite durchaus umgearbeitete Auflage. Berlin u. Leipzig, J. Guttentag, 1884. XXIV, 663, (1) SS. Halblederband der Zeit. Marmorvorsätze; dreiseitiger passend marmorierter Schnitt. Gr.-8vo.
  € 650
Zweite Ausgabe des großen Standardwerks des Strafrechts (EA 1881). - Mit vierzeiliger eigenh. Widmung des Verfassers in lila Tinte am Vorsatz verso, an die Fürstin Caroline von Sayn-Wittgenstein (1819-87), Lebensgefährtin seines gleichnamigen Vetters, des berühmten Komponisten Franz Liszt: "Ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin Caroline Sayn-Wittgenstein als kleines Zeichen dankbarer Ergebenheit und aufrichtiger Verehrung der Verf. Marburg, Dezember [18]84". Caroline (geb. von Iwanowska) hatte ihren Mann Nikolaus Prinz zu Sayn-Wittgenstein 1848 verlassen und war zu ihrem Idol Liszt nach Weimar gezogen. Wie das Bibliotheksetikett "Friedstein" am vorderen Innendeckel zeigt, kam der vorliegende Band hernach in den Besitz von Carolines Tochter Maria (1837-1920; seit 1859 Fürstin zu Hohenlohe-Schillingsfürst), die 1875 das Schloß Friedstein bei Stainach (Stmk.) erwarb. - Gegen Anfang und Ende etwas stockfleckig; der Einband von sehr schöner Erhaltung.
  ¶ Vgl. Kleinheyer 168.
 

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213 Lowell, Amy, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin (1874-1925). Eigenh. Brief mit U. Sevenels, Brookline (Massachusetts), 18. X. 1914. 2 bzw. 4 SS. auf (Doppel)Blatt. Kl.-4to bzw. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert und einigen Beilagen (s. u.).
  € 300
An Maude B. Colcord vom Loring Reading Room in North Plymouth, Massachusetts: "Thank you very much for your kind note which Messrs. Houghton + Mifflin have just forwarded to me. It is a great pleasure + satisfaction to me to know that my poems met with such a response as your letter indicates, + I am very grateful to you for telling me how you regard them [...]". - Die amerikanische Frauenrechtlerin und Dichterin, aus derselben Bostoner Patrizierfamilie, die auch James Russell Lowell und Robert Lowell hervorbrachte, war für ihr lyrisches Schaffen 1926 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; beiliegend eine Portraitphotographie (127:99 mm), eine gedr. Broschüre "The Poetry of Amy Lowell" (16 Bll.), 2 Bll. Zeitungsausschnitten und einem ms. Bl. mit biographischen Anmerkungen.
 

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214 Ludwig, Emil, Schriftsteller (1881-1948). Portraitzeichnung mit eigenh. U. ("Ludwig"). O. O. u. D. 1 S. 8vo.
  € 250
Saubere Tuschzeichnung des Schriftstellers, signiert E. M. Bloch.
 

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215 Ludwig, Emil, Schriftsteller (1881-1948). Eigenh. Briefkarte mit U. Berlin, 25. I. 1927. 2 SS. Qu.-schmal-8vo.
  € 160
Wohl an einen Antiquar: "Frau Sachs sagte mir in Breslau, Sie hätten Bd. 56-60 der Cotta'schen Gesamtausgabe Goethe gehabt und angeboten; mir fehlen diese 5 Bändchen [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Hotels Atlantic bzw. Kaiserhof in Berlin.
 

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216 Luther, Martin, German theologian (1483-1546). ALS. Nuremberg, S. Francisci [i. e., 4 Oct.] 1518. Folio. 1 p.
  € 280,000
In a handwriting surprisingly meticulous for a man anticipating his imminent death, Luther writes to his Wittenberg friends in October 1518. This very day, he plans to depart for Augsburg on foot, to the Imperial Diet, where the Roman Curia will charge him with heresy and the Dominican Thomas Cajetanus will question him for two days. If he refuses to recant, Luther knowns, he must die. The 31-year-old monk had denounced the selling of indulgences, had formulated his 95 theses and the principle of Reformation, according to which the relationship between man and God is based on grace alone, and had doubted Papal authority. The present letter is therefore regarded by Luther scholarship as a sort of last will. "Farewell and persevere steadfastly," he writes to his Wittenberg friends Philipp Melanchthon, Andreas Bodenstein von Karlstadt, Nikolaus von Amsdorf, and Otto Beckmann, "for one must be condemned either by man or by God. But God is true, while man is a liar." This unique epistle was long known to sholarship only by an extract of a few lines, printed in 1719. The original was lost for centuries - until it reappeared in the 1960s in the collection of the Boston pathologist H. Spencer Glidden. Autographs from Luther's hand are very rarely offered on the market: eight years ago, a letter to the chaplain Joachim Mörlin, dated 1543, fetched 68,500 Marks at Bassenge; a brief fragment fetched 50,000 Euros at Stargardt last November. When John Pierpont Morgan bought a 1521 Luther letter to Emperor Charles V for 102,000 Reichsmark ninety-nine years ago, he presented the ms. to Kaiser Wilhelm II, who in turn gave it to the Germanisches Nationalmuseum in Nuremberg. - Browned; with contemporary symmetrical brownstains. Triple horizontal folds broken; letter then mounted on a paper backing with sealing wax in the later 16th century.
  ¶ Luther, Werke: Briefe XII (Weimar, 1967), no. 4214 (p. 13ff.). Roland H. Bainton, "Luther and Spalatin letters recovered in Boston", in: Archiv für Reformationsgeschichte 53 (1962), 197. Wilhelm Hammer, Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte III (1981), p. 644, no. A 4007a. Extracts in: Luther, Werke: Briefe I (Weimar, 1930), no. 96 (p. 208). German extract in: Luther Deutsch. Die Briefe. Ed. by Kurt Aland (²1983), p. 44f. Heiko A. Oberman, Luther. Mensch zwischen Gott und Teufel (Berlin, 1981), p. 209. Martin Brecht, Martin Luther. Sein Weg zur Reformation; 1483-1521 (Stuttgart, 1981), p. 242.
 

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217 Lyell, Charles, Geologe (1797-1875). Eigenh. Brief mit U. ("Cha Lyell"). Wohl London, 13. Juni o. J. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und einer kleinen Handskizze.
  € 1,500
An J. B. Gordon - wohl ein Verleger oder Drucker - betr. einer Korrektur in einer Skizze von Irland: "It seems to me quite clear that Ireland must be done again & I hope may be inserted into the old cut & probably your reduced figure No. 2 will do, but I should have liked to have been able to talk over our point with you [...]". - Charles Lyells "Principles of geology" (1830-33) gilt als Fundament der modernen Geologie. "In diesem umfassenden Lehrbuch trat er den damals herrschenden Vorstellungen gewaltsamer geologischer Umbrüche der Kataklysmentheorie entgegen und zeigte, daß die gegenwärtig beobachtbaren geologischen Vorgänge vollkommen ausreichen, um den Bau der festen Erdkruste zu erklären, wenn sie sich nur oft genug, in hinreichend großen Zeiträumen, wiederholen" (Wikipedia). - Auf Briefpapier mit gepr. Adresse; papierbedingt leicht gebräunt; beiliegend eine Portraitlithographie (4to, mit einem kleinen Ausriß am oberen Rand und stark wasserrandig).
 

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218 Mann, Katia, Frau von Thomas Mann (1883-1980). Ms. Brief (Durchschlag) mit eigenh. U. Pacific Palisades, 12. VII. 1946. ¾ S. 4to.
  € 280
An Bernhard Lamey von der "Stuttgarter Zeitung": "Ihr Brief vom 26. April ist vor einigen Wochen hier eingetroffen. Die Beantwortung hat sich leider sehr verzoegert, weil mein Mann, wie Sie vielleicht inzwischen in der Zeitung gelesen haben, eine ernste Operation hinter sich hat, von der er sich allmaehlich erholt. Er hat die Arbeit an dem Roman, den Sie erwaehnen, die Lebensgeschichte des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkuehn, wieder aufgenommen. Aber gerade weil diese Arbeit ihn ausserordentlich absorbiert und weil er doch mit seinen Kraeften noch haushalten muss, ueberlaesst er die Korrespondenz vorlaeufig ganz mir, und nur Schritt fuer Schritt kann ich die Rueckstaende, die sich angehaeuft haben, abtragen. Ich moechte Ihnen nur sagen, dass mein Mann sich herzlich ueber Ihren Brief gefreut hat. Die Charakterisierung, die Sie von seinem Werk geben, spricht von so viel Verstaendnis und Sympathie, dass wir beide gerne Ihre Vortraege ueber 'Dichter, die schweigen mussten', hoeren wuerden [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf von Thomas Mann.
 

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219 Mann, Thomas, Schriftsteller (1875-1955). Eigenh. Brief mit U. und Portraitphotographie mit eh. U. Pacific Palisades, 24. X. 1946. 1¼ SS. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. Die Photographie im Format 120:82 mm.
  Price upon request or meanwhile sold
An Bernhard Lamey von der "Stuttgarter Zeitung": "[...] Ich habe mich gefreut über Ihre Nachrichten und schicke Ihnen ein kleines Bild, das, obgleich es schon ein paar Jahre alt ist, mein 'Mäskchen', wie Mephistopheles sagte, auch heute noch ganz getreu wiedergibt. Ich habe nun meinerseits eine Bitte. Sie leben in Stuttgart und werden mir über das Ergehen meines alten Freundes, des Dichters und Uebersetzers Hans Reisiger Auskunft geben können. Ich hatte vor einigen Wochen, datiert vom 6. August einen langen Brief von ihm, den ersten seit vielen Jahren, den ich in aehnlicher Ausführlichkeit beantwortete. Seitdem kam mir hier, nicht aus Stuttgart, die Nachricht zu, er sei gestorben. Ich bewahre mir noch etwas Unglauben dagegen, denn in seinem Brief war keine Andeutung von Krankheit und irgendwelcher Todesahnung, und die Meldung ist mir bisher noch nicht bestätigt worden. Bitte, sagen Sie mir, was Sie wissen [...]". - Der Schriftsteller und Übersetzer Hans Reisiger - der einige Jahre zuvor auf Thomas Manns Vermittlung hin an die Universität Berkeley berufen worden war, dies dann aber doch abgelehnt hatte - sollte sich noch einige Jahre hindurch seines Lebens erfreuen können, war u. a. nach dem Zweiten Weltkrieg Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und erhielt 1959 den Professorentitel h.c. des Landes Baden-Württemberg. - Die Photographie mit einer S/W-Aufnahme im ¾-Profil und für "Bernhard Lamey mit freundlichem Gruss | Thomas Mann". - Vgl.: Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register. Hrsg. v. Hans Bürgin und Hans-Otto Mayer. Bearb. und hrsg. unter Mitarbeit von Yvonne Schmidlin. Bd. III. Briefe 1944-1950. Frankfurt a. M., S. Fischer, 1982, S. 301, Nr. 376.
 
220 Maria Theresia, Kaiserin (1717-1780). Brief mit eigenh. U. Wien, 17. I. 1756. 1½ SS. auf Doppelblatt. Kl.-4to.
  Price upon request or meanwhile sold
An einen Grafen Kassalkovitz, wohl Antal Grassalkovich I. (1694-1881), den Präsidenten der Ungarischen Hofkammer, mit dem Ausdruck ihres Vertrauens: "[...] Quapropter indubitanter confido, quia Vos omnes Conatus es adhibituri fitis, ut quota Hungarico-aulica in 40 florenorum millia annua es modo, uti Vobis per Supramemoratum meum Rescriptum declarabatur, augeatuor huiusque Augmenti praestatio pro introducta Solutionis norma in quartalibus Ratis fiat [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleineren Läsuren; die Verso-Seite von Bl. 2 mit kleinen Montagespuren und hs. Vermerk "Freiherrlich v. Reden'sche Sammlung".
 
221 Marks, Lionel Simeon, Techniker (1871-1955). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Lionel S. Marks"). Cambridge (Massachusetts), 30. IV. 1923. 1 S. Gr.-4to.
  € 120
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "I am having sent to your care for the Women's City Club a framed portrait of my wife. I spoke of this some time ago with Mrs. Charles Peabody and she informed me that the Club would be very glad to have such a remembrance. I should be glad if your librarian would inform me as to which of my wife's books are owned by the Club. If the number of these books seems to me inadequate, I should like to add some to them [...]". - Lionel S. Marks war der Gatte der Dichterin Josephine Preston Peabody und lehrte an der Harvard Engineering School der Harvard University. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf derselben; Papierbedingt etwas gebräunt und mit zwei kleinen Stecknadeldurchstichen.
 

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222 Marryat, Frederick, Schriftsteller (1792-1848). Eigenh. Brief mit U. Wohl London, 3. VI. 1841. 1 S. 8vo.
  € 950
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "I have great pleasure in complying with your [...] request and am Your obedient | FMarryat [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt; die Verso-Seite mit kleinen Montagespuren, ein kleiner Randeinriß alt hinterlegt.
 

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223 Matisse, Henri, Maler und Graphiker (1869-1954). Ms. Bildpostkarte mit eigenh. U. ("H. Matisse"). O. O., [1952]. 1 S. Qu.-8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
"Mes remerciements et mes meilleurs voeux pour 1953". - Die Bildseite mit einem Kunstdruck seines Bildes "Le peintre".
 
224 Matsch, Franz, Maler und Bildhauer (1861-1942). 2 eigenh. Briefe mit U. Wien, 1893 und 1895. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 2 Bll. 8vo.
  € 400
An einen namentlich nicht genannten Regierungsrat zur Übersendung einer (hier nicht beiliegenden) "Gravure" (Br. v. 25. II. 1895) und mit Dank "für die äußerst günstige und interessante Besprechung meines Bildes in der Presse" (Br. v. 23. August 1893). - Franz Matsch studierte gemeinsam mit Gustav Klimt bei Ferdinand Laufberger an der Kunstgewerbeschule in Wien und bildete von 1879 bis 1892 zusammen mit Gustav und Ernst Klimt eine Arbeitsgemeinschaft, "die sogenannte Maler-Compagnie, die zahlreiche Ausstattungsaufträge erhielt, u. a. für das Wiener Burgtheater und das dortige Kunsthistorische Museum. Seit 1891 Mitglied des Künstlerhauses, lehrte er 1893-1902 als Professor an der Kunstgewerbeschule und leitete dort eine Fachklasse für Malerei. Seit 1885 übernahm er Aufträge für die Hermesvilla und das Archilleon der Kaiserin Elisabeth in Korfu, arbeitete 1897/98 an der Ausmalung des Speisesaals im Wiener Palais Dumba und war seit 1898 auch bildhauerisch tätig" (DBE). Später malte Matsch vornehmlich Landschaften, Stilleben und Portraits, darunter "Das Innere des Alten Burgtheaters" (1887/88) und "Franz Joseph in seinem Arbeitszimmer" (1908/09). - Papierbedingt etwas gebräunt, ein Brief leicht tintenfleckig.
 

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225 Maugham, William Somerset, Schriftsteller (1874-1965). Portraitphotographie mit eigenh. Widmung und U. ("WSomersetMaugham"). O. O. u. D. 177:117 mm.
  € 1,000
Schönes Altersportrait en face in S/W; Widmung und Unterschrift etwas blaß.
 

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226 Maugham, William Somerset, Schriftsteller (1874-1965). Ms. Brief mit eigenh. U. ("WSomersetMaugham"). Saint-Jean-Cap-Ferrat bei Nizza, 29. VIII. 1953. 1 S. Kl.-4to.
  € 500
An einen Mr. Eddy: "Thank you for your nice letter. Here is the autograph you ask for [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Adresse. - Die Verso-Seite mit größeren, jedoch nicht durchschlagenden Montagespuren; die Tinte in einigen Buchstaben leicht zerlaufen.
 

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227 Medici, Cosimo I de', Herzog der Toskana (1519-1574). Brief mit eigenh. U. Pisa, 20. IV. 1549. ½ S. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse und papiergedecktem Siegel.
  € 2,500
An den Humanisten Piero Vettori (1499-1585) mit Dank für eine Beschriftung am neuen Marktplatz, um die er in einem früheren Schreiben ersucht hatte und die nun, da ausgeführt, allgemeine Zustimmung fände; nach seiner Rückkehr nach Florenz wolle er mit ihm darüber sprechen: "[?] habbiamo ricevuto l'inscrittione a la loggia di mercato nuovo, che vi havevamo scritto desiderare: nel disteso della quale ci havete satisfatto assai [...] riserbandoci al ragionarne poi al ritorno mio costì et ringratiandovi in fintanto dell'amor.le fatica che ci havete posto". - Stellenweise gering fleckig und mit kleinen Randläsuren; das Siegel etwas beschädigt.
 

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228 Mendelssohn, Moses, Philosoph (1729-1786). Eigenh. Brief mit U. ("M. Mendelssohn"). O. O. u. D., [Berlin, 30. IX./1. X. 1767]. 1 S. Qu.-schmal-8vo.
  € 4,800
An seinen Freund, den Verleger Friedrich Nicolai (1733-1811): "Liebster Freund! Mit unsern Ducaten geht es wunderlich. Seit voriger Woche ist der Curs auf 3½ bis 3 2/3 heruntergekommen, wozu die Bedingung kommt, daß keine gezeichneten - gezeichnete Ducaten sind solche, die ein Hähnchen oder Schefgen führen - darunter seyn müssen. Wissen Sie was, Sie haben die Börse vor der Thür, fragen Sie doch einen und den andern, was man für gerändelte Ducaten geben will, Sie können vielleicht jemanden finden, der sie führt. Für 3 2/3 können Sie solche sicher weg geben, und ihn zu mir schicken, das Geld abzuholen [...]". - Mit "3½ bis 3 2/3" ist das Agio beim Umtausch gemeint. - Abgedruckt in: Alexander Altmann und Werner Vogel (Hrsg.): Neuerschlossene Briefe Moses Mendelssohns an Friedrich Nicolai. Stuttgart und Bad Cannstatt, Frommann-Holzboog, 1973, S. 26. Die angenommene Datierung ergibt sich aus zwei andere Mitteilungen Mendelssohns an Nicolai (vgl. Altmann S. 25f.), mit denen er am 29. September den Empfang von 370 zum Umtausch bestimmten Dukaten bestätigt und am 2. Oktober bereits die erfolgte Einwechslung von 300 Dukaten anzeigt. - Mit kleinen Randläsuren und drei winzigen Stecknadeldurchstichen im linken Rand.
 

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229 Menzel, Carl August, Architekt (1794-1853). Eigenh. Brief mit U. Greifswald, 14. VI. 1838. 1 S. auf Doppelblatt. 4to.
  € 200
An die Redaktion der Wiener Theaterzeitung: "Der Unterzeichnete beehrt sich, beifolgend eine kleine Arbeit ergebenst zu übersenden: Des Dichters Erdenglück. Sollte eine löbliche Redaktion für obengenanntes Blatt Gebrauch davon machen können so bin ich bereit es derselben für das übliche Honorar zu überlassen. Im entgegengesetzten Falle bitte ich mir das manuscript baldmöglichst durch Buchhändlergelegenheit (C. A. Koch in Greifswald) zurückzusenden [...]". - Weiters über den Verbleib von zwei im Jahr zuvor gesandten Blättern, die ihm nicht zurückgesendet wurden und über die auch sonst keinerlei Nachricht erhalten habe. - C. A. Menzel war in den 1820er Jahren unter Karl Friedrich Schinkel als Hilfsarbeiter für die Oberbaudeputation in Berlin tätig und wurde 1832 Bauinspektor der Universität Greifswald "und der noch in der Planungsphase befindlichen Landwirtschaftsakademie in Eldena, deren nach seinen Plänen entstandenes Lehrgebäude (1849), wenn auch in veränderter Form, eines der wenigen von ihm verbliebenen Bauwerke darstellt [...] Die Ostseerandlage Greifswalds in der stark landwirtschaftlich geprägten Provinz Pommern brachte es mit sich, daß aus Gründen der Finanzknappheit mehr anspruchsvolle Planungen Menzels überliefert sind als tatsächliche Bauten. Und so liegt der Schwerpunkt und die Bedeutung seines Wirkens eher in seinem vielfältigen publizistischen Werk als Planer und Autor" (Wikipedia). Für die Stadt Greifswald erbaute er 1833/34 das 1951 abgerissene Steinbecker Tor. - Papierbedingt etwas gebräunt und mit stärkeren Gebrauchsspuren.
 

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230 Millais, Sir John Everett, Maler (1829-1896). Eigenh. Brief mit U. Wohl London, Dezember 1880. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 450
An Sir Ronald Sutherland Gower, den Millais 1876 portraitiert hatte: "I should be delighted to see you on Sunday, but don't know that I can show you the new portrait yet [...] I find it very difficult to copy my own work. - I am truly sorry to hear that the Duchess is not so well, but she has wonderful pluck, + spirit, which may help her towards an improvement [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Adresse und mit Stempel der "Autograph Collection of Dr. Max Thorek | Chicago"; die Verso-Seite von Bl. 2 mit kleinen Montagespuren.
 

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231 Moore, Thomas, Dichter (1779-1852). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8vo.
  € 120
An einen nicht identifizierten Adressaten: "How kind it was of your brother to take so much trouble about the Parrot! I only wish I had it in my power to give him my proof, half so convincing, of good nature + kind-heartedness. Poll has selected me as her favourite [...] - but I am afraid I give her but very little right to sing 'How sweet's the love that meets return' - tho I do kiss her sometimes [...]". - Etwas fleckig und angestaubt sowie mit einem kleinen Ausriß in der linken oberen Ecke; alt auf Trägerpapier montiert.
 

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232 Münchhausen, Börries Frh. von, Pseud. H. Albrecht, Schriftsteller (1874-1945). Ms. Postkarte mit eh. U. ("Münchhausen"). Windischleuba, 17. IX. 1925. 1 S. Qu.-8vo. Die Adresse und der Name in der Anrede alt geschwärzt.
  € 50
"George Sachen sammle ich nicht und weiß auch nicht, welcher meiner Vettern dies tut. Zur Signierung von eingesandten Exemplaren bin ich jederzeit gern bereit [...]". - Aus einem alten niedersächsischen Adelsgeschlecht stammend, studierte Münchhausen Rechts- und Staatswissenschaften und lebte - nachdem er im Ersten Weltkrieg als Offizier teilgenommen hatte - auf seinem Gut Windischleuba. Seine "literarischen Ambitionen [...] galten der Erneuerung der deutschen Balladendichtung, der er mit dem 'Göttinger Musenalmanach' (1898-1923) ein eigenes Forum schuf und auch theoretische Abhandlungen widmete" (DBE). "Mit der nationalsozialistischen Bewegung sympathisierte Münchhausen, dessen Werk in der Weimarer Republik auf nachlassendes Interesse stieß, frühzeitig. Er unterzeichnete das "Treuegelöbnis" für Hitler und wurde zum Senator der Deutschen Akademie der Dichtung ernannt. Entsetzt über die nationalsozialistische Judenverfolgung, zog er sich später aus dem politischen Tagesgeschehen zurück und beging kurz vor Kriegsende Selbstmord" (ebd.). - Die Adreßseite mit Absenderstempel.
 

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233 Muirhead, William, Naturforscher und Missionar (1822-1900). 12 eigenh. Briefe mit U. Shanghai, 1860 bis 1864. Zusammen 34½ SS. auf 24 Bll. Meist gr.-8vo. Mit 1 eh. adr. Kuvert
  Price upon request or meanwhile sold
An den Entomologen und Wiener (Vize-)Bürgermeister Cajetan Frh. von Felder (1814-1894) über Insektensammlungen und mit mehrfacher Erwähnung Karl von Scherzers: "I have yours of 25th October, with the card of Dr. Scherzer enclosed. I am obliged by his kind remembrances of me, and beg that you will convey to him my sincere regards. - As to what you propose, I am aware that very little has been done towards entomological collections in this part of China. Several years ago Mr. Fortune, who has published three interesting volumes on what he saw + met with in this country, requested a friend of mine to make some such collection for him. Accordingly a Chinaman was sent into different parts of this + the adjoining provinces for the purpose, and after some time he brought back three or four cases of beetles + butterflies, which were highly prized indeed. A few gentlemen here have taken a little interest in the matter, + speak of the collections that might be made round about Shanghae as very curious + valuable. Of course it is only possible to make the collection in the summer. At present + during the early part of spring, there can be nothing done in regard to it. In so far as my own personal efforts are concerned, it will be out of my power to do anything towards making a collection, as my Missionary work demands all my time + labour [...]". - Jeweils mit Sammlerstempel "J. K. Riess, Handschriftensammlung".
 
234 Nansen, Fridtjof, Polarforscher, Diplomat und Friedensnobelpreisträger (1861-1930). Eigenh. Postkarte mit U. O. O., 12. V. 1884.
  Price upon request or meanwhile sold
An den Bakteriologen und Ornithologen Rudolf Blasius (1842-1907) mit Dank "für Ihre freundschaftliche Nachricht vom 30. Mai. Ich freue mich sehr die Geweihe zu sehen. Geweihe der Elentiere sind leider sehr schwer zu bekommen, zufällig ist jetzt ein schönes Exemplar (Zwölfender) für 30 Mark zu bekommen. Schöne Rentiere kann ich aber billig erhalten [...]" (diplomatische Umschrift). - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Verwischungen am unteren Rand, sonst tadellos.
 
235 Napoléon I., Kaiser der Franzosen (1769-1821). Eigenh. Randvermerk mit U. ("Np"). Paris, 9. I. 1812. 1½ SS. Folio.
  € 1,500
Auf einem an ihn gerichteten "Rapport" von Kriegsminister General Clarke, der darum ersucht, General Molitor, dem Kommandeur der 17. Division, einen zweimonatigen Urlaub zu gewähren, was der der Kaiser mit "accordé un mois" quittiert. - Aus der Zeit der Vorbereitung des Rußlandfeldzuges. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Ministère de la Guerre".
 

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236 Naville, Ernest, Philosoph (1816-1909). 3 eigenh. Briefe mit U. Genf, 1879 bis 1885. Zusammen (4+2½+1=) 7½ SS. auf 6 Bll. (Qu.-)8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert.
  € 280
An den Schweizer Industriellen Rudolf Geigy-Merian (1830-1917). - Da dieser damit einverstanden sei, auf eigene Kosten Navilles Band über die Hypothese zu veröffentlichen, verzichte er für eine erste Auflage von 1100 Exemplaren auf sämtliche Autorenrechte. Er bitte einzig um eine kostenlose Überlassung von fünfzig Exemplaren: "Puisque vous consentez à publier à vos frais mon volume sur l'hypothèse, je veux bien renoncer à tout droit d'auteur pour une première édititon de 1100 exemplaires. Je demande seulement qu'il me soit remis gratuitement cinquante exemplaires." Da das Werk sein Eigentum bleibe, würden sie sich im Falle weiterer Ausgaben noch zu einigen haben: "L'ouvrage demeurant ma propriété nous aurions à nous entendre pour d'autres éditions [?]. Si nous sommes parfaitement d'accord comme je le supporte, le manuscrit est à vortre disposition et vous sera expedié lorsque vous le désirez [...]" (1879). - Der Brief a. d. J. 1881 mit der Bitte, die Zusammenfassung eines Werkes von M. Severini, ordentlicher Professor für Physiologie an der Universität Perugia, über die Erneuerung der Blutgefäße, welche M. Serguéyest verfaßt habe und der "Revue scientifique" anbieten wolle, den Direktoren dieser Zeitschrift zur besonderen Aufmerksamkeit zu empfehlen. Da diese wohl eine Menge Manuskripte bekäme, sei es sicherlich nicht unnütz, sie auf diejenigen hinzuweisen, die eine besondere Begutachtung verdienten. M. Serguéyest sei ein Mann, dessen Fähigkeiten er sehr bewundere und dessen Zusammenfassung von Prof. Severini vollständig durchgesehen und gebilligt wurde. - Der Br. a. d. J. 1885 mit der Mitteilung, daß wenn man ihn für eine Autographensammlung um seine Handschrift bitte, eine Zustimmung wie ein Mangel an Bescheidenheit erschiene, eine Ablehnung aber wäre fehlendes Wohlwollen.
 

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237 Necker, Jacques, Bankier und Finanzminister unter Ludwig XVI. (1732-1804). Eigenh. Brief mit U. ("Necker"). Genf, 19. XII. 1802. 1 S. auf Doppelblatt. Kl.-4to. Mit wohl nicht eh. Adresse (Faltbrief).
  € 580
An einen Monsieur Ricamiev (!), d. i. der Bankier Jacques Rose Recamier (1751-1830), in einer finanziellen Angelegenheit betr. seines Kontostandes. - Bl. 2 mit kleinem Ausschnitt durch Siegelbruch (keine Textberührung); mit kleinen Randläsuren und Faltspuren.
 

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238 Negri, Cristoforo, Politiker und Schriftsteller (1809-1896). Eigenh. Brief mit U. ("Negri Cristoforo"). Belgirate am Lago Maggiore, 25. VIII. 1881. 2 SS. auf 2 Bll. Gr.-8vo.
  € 350
An Cavaliere Berchet über die Verwirklichung einer schon vor einem Jahr geplanten, aber dann aus verschiedenen Gründen nicht durchgeführten Expedition in die Antarktis. Die Forschungsreise würde von Leutnant Bove auf einem Schiff unter italienischer Flagge geleitet werden. Das vortreffliche Vorhaben würde jetzt in etwas kleinerem Ausmaß umgesetzt und sei durch die Unterstützung zahlreicher italienischer Kolonien in Südamerika sowie einiger italienischer Institutionen und Privatleute doch möglich geworden: "[?] ed ora devesi specialmente alle colonie lungo il Plata, alla generosa confederazione che le ospita, ed a pochi privati ed istituti fra noi, se quella nobile idea, non mai abbandonata, ma per cause diverse tuttora d´effettuazione discussa e sospesa, si realizza almeno in proporzioni minori, con meno ampio ed ardimentoso programma [?]." - Ein genauer Ablauf für die Expedition werde nicht festgelegt. Falls sie aber nicht in Amerika sondern in Australien anlanden sollte, würde sie sicherlich in Melbourne, Sydney oder Hobart-Town willkommen geheißen werden: "Dovunque avvenisse che in largo viaggio la nave italiana toccasse lungi d'America nei mari australi a terre abitate e civili, essa sarà salutata [?]. In Australia specialmente l'appulso della nave italiana è generalmente invocato a Melbourne, a Sydney, ad Hobart-Town [?]." - Vor einigen Tagen habe er einen Brief von Baron Ferdinando de Mueller, einem der bekanntesten Wissenschaftler des Jahrhunderts, bekommen, in dem dieser ausdrücklich das Vorhaben der Expedition lobt und eine Spende von 1000 L anbietet: "[?] parla con vero entusiasmo della spedizione antartica italiana, si propone di aprire una soscrizione per essa [...] già offre del proprio peculio L. 1000 e confida in concorso cospicuo da parte dei colti e doviziosi australiani [...]." - Cristoforo Negri, seit 1843 Professor der politischen Wissenschaften an der Universität Padua, stellte sich 1848 "als einer der ersten unter den Professoren, auf die italienische Seite, wurde Rektor der Universität und bewaffnete die Studenten, mußte aber nach dem Fall von Vicenza die Stadt räumen. Er wandte sich nach Turin, wo er bald darauf Rektor der Universität wurde und unter Gioberti in das Ministerium trat" (Wikipedia). Nach der Schlacht bei Novara 1849 wurde er Direktor des Konsulatswesens im Auswärtigen Amt und "behielt diese Stellung, in welcher er auf Missionen fast alle Länder Europas kennen lernte, auch unter Azeglio, Rattazzi und Cavour. Nach Übersiedelung der Regierung nach Florenz gründete er daselbst die Italienische Geographische Gesellschaft, deren Präsidium er fünf Jahre lang bekleidete. Seine letzte amtliche Tätigkeit war die Verwaltung des Generalkonsulats in Hamburg 1873-74. Seitdem lebte er zurückgezogen in Turin" (ebd.). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. - Mit kleinen Spuren einer alt entfernten Büroklammer und etwas unfrisch. - Die Verso-Seite beider Bll. mit dem verschlungenen Monogrammstempel "LS", die Recto-Seite von Bl. 1 mit kl. Registraturetikett und hs. Numerierung "151".
 

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239 Nestroy, Johann, dramatist and actor (1801-1862). AQS. N. p., 13. IV. 1840. Small oblong 4to. 1 p.
  € 9,800
?Im Lebenstheater ist die Freude das große | Ballett, die Liebe die dramatische Idylle, | leider nur in Einem Act; die Ehe wird für | die harmoniereiche Oper gehalten, geht | aber sehr oft in ein ordinäres Spectakel- | Stück über; das Wircken des Menschen | soll sich zum Effect-Drama gestalten, | doch meistens wird nur eine lokale Pos- | se daraus; das große weltbekannte Traum- | spiel ist der Tod?. - Fine, only minimally browned leaf with tiny tear in bottom left margin. - Includes: I: Collector's folder with ms. notes about the writer and stamp of the Werner Eberhard Müller collection, Leipzig. II: Photograph of the artist in the role costume of Blasius Rohr in "Glück, Mißbrauch und Rückkehr oder Das Geheimniß des grauen Hauses" (96:64 mm; photographed by Hermann Klee and published by Neumann, Vienna).
 

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240 Ney, Elly, Pianistin (1883-1968) Gedr. Dankeskarte mit einigen eigenh. Zeilen und U. O. O., Oktober 1958. ½ S. auf Doppelblatt. Qu.-8vo.
  € 100
An Gratulanten zu ihrem Geburtstag, darunter auch eine persönlich, jedoch nicht namentlich adressierte "liebste Freundin" - "von ganzem Herzen alles Liebe und innigen Dank | Elly Ney". - Elly Ney war von 1904 bis 1907 Lehrerin der Meisterklasse am Kölner Konservatorium. 1908 zog sie in ein kleines Haus in Schlangenbad im Rheingau; Willem van Hoogstraten nahm ein Engagement als Leiter der dortigen Kurkapelle an. Am 3. August 1911 fand die Hochzeit zwischen Ney und Hoogstraten statt. 1914 gründeten beide mit Fritz Reitz das erste Elly-Ney-Trio. Die Pianistin starb am 31. März 1968 in Tutzing am Starnberger See.
 

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241 Nikolaus I., russischer Zar (1796-1855). Brief mit eigen. U. St. Petersburg, 1. I. 1832. 1 S. Folio. Zusammen mit einem lithographischen Portrait hinter Glas in Zierrahmen (485:785 mm).
  € 3,500
Über die Verleihung des Kaiserlich-russischen Ordens der Heiligen Anna II. Klasse an Fürst Mikhail Aleksandrovich Korsakov (1794-1869), der sich bei der Bekämpfung der Choleraepidemie besondere Verdienste erworben hatte. - Die Lithographie zeigt die Eidesleistung des Thronfolgers Nikolaj Alexandrowitsch Romanow, des späteren Nikolaus II., nach Erlangung der Volljährigkeit.
 

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242 Nordau, Max, d. i. Max Südfeld, Schriftsteller und Journalist (1849-1923). Eigenh. Manuskript mit U. O. O. u. D. ¾ S. 8vo. Mit zwei Beilagen (s. u.).
  € 450
"Kaiser Franz Josef ist das erste Beispiel eines Staatsoberhauptes, das die Wandlung vom absolutistischen Herrscher zum verfassungsmäßigen Fürsten in der eigenen Seele glücklich und restlos vollzogen hat. Die wenigen früheren Versuche dieser Art haben alle tragisch geendet. Kaiser Franz Josef hat kein Vorbild gehabt und er dient allen Menschen, die neue Wege einschlagen wollen, als Vorbild [...]". - Max Nordau ließ sich nach der Promotion zum Dr. med. 1876 vorübergehend, 1880 dauerhaft als Arzt und Publizist in Paris nieder und verfaßte weitverbreitete kultur- und zeitkritische Abhandlungen sozialdarwinistischen und materialistischen Inhalts (darunter "Die conventionellen Lügen der Kulturmenschheit", 1883). Als Korrespondent mehrerer Zeitungen - darunter auch die "Vossische Zeitung", die "Neue Freie Presse", die "Welt" und die "Nación" - lernte er 1892 Theodor Herzl kennen, engagierte sich zunehmend für die zionistische Bewegung und gehörte bis 1911 zu den bedeutendsten Führern der Zionistenkongresse. Wesentlich an der Ausarbeitung des "Basler Programms" beteiligt, geriet Nordau über den Weg zur Schaffung eines jüdischen Staats in Gegensatz zu den politischen Führern des Zionismus und lebte von 1914-20 im Exil in Madrid und London. - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand; etwas angestaubt und mit kleinen Randläsuren und -einrissen; beiliegend eine Portraitpostkarte sowie ein Ausschnitt einer Portraitpostkarte.
 

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243 [Österreich - Adel]. Sammlung von 131 Visiten- und Briefkarten. Verschiedene Orte, um 1900. Zusammen 131 Bll. (Qu.-)8vo und qu.-48mo.
  € 1,500
Teils mit kurzem eh. Zusatz versehene Empfehlungskarten von Angehörigen der Familien Arenberg, Auersperg, Bellegarde, Clam, Coudenhove, Croy, Czernin, Deym, Dietrichstein, Dönhoff, Esterhazy, Fries, Haugwitz, Hochberg, Hohenlohe, Hoyos, Kielmansegg, Kinsky, Ledebur, Liechtenstein, Lubomirski, Metternich, Moy, Nostitz, Orsini-Rosenberg, Öttingen, Pallavicini, Potocki, Revertera, Romberg, Salm, Sarguszko, Schaffgotsch, Schönborn, Schönburg, Schwarzenberg, Spiegel, Stillfried, Thun, Thurn und Taxis, Trauttmansdorff, Wallis, Windisch-Graetz, Ypsilanti u. v. a. - Einige Kärtchen von ausländischen Adeligen, wenige von Bürgerlichen. - Teils leicht fleckig und angestaubt.
 

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244 Orth, Johann, formerly Johann Salvator, Archduke of Austria, military officer and writer (1852-1890). Autograph letter signed ("Ehg Johann Obstl."). Genoa, 20. II. 1876. Small 8vo. 3 pp. on double leaf.
  € 500
To the painter Christian Griepenkerl (1839-1916), making an appointment for a meeting in Gmunden, where he hopes to see a commissioned frieze completed: "Auf der Rückkehr von meiner Urlaubsreise werde ich am 7ten März in Gmunden sein. Da Sie mir die baldige Beendigung der Friesbilder in Aussicht stellten erlaube ich mir die Anfrage ob ich darauf rechnen könnte daß Sie mit dem ganzen opus an dem genannten Tage nach Gmunden kämen. Es würde mich um so mehr freuen eine bejahende Antwort zu erhalten als ich, bei meiner Bestimmung zu einem Regimentscommando in Lemberg, durch längere Zeit verhindert bin wieder nach Gmunden zu kommen [...] Bei der Unverläßlichkeit der italienischen Post bitte ich das Schreiben zu recommandiren [...]". - On stationery with embossed vignette; very well preserved.
 

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245 Panin, Viktor Nikitich, Minister (1801-1862). Quittung mit eigenh. Ergänzungen und U. ("Panin"). Salzburg, 27. IX. 1820. 1 S. Qu.-schmal-8vo.
  € 180
Bestätigt den Erhalt von 621 Mark. - Der russische Politiker Viktor Panin war von 1841 bis 1862 Justizminister. - Aus der Autographensammlung von Eduard Fischer von Röslerstamm mit dessen eh. beschriebenem Archivzettel. - Papierbedingt etwas gebräunt.
 

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246 Pelissier, Amable Jean Jacques, duc de Malakoff, Generalgouverneur von Algerien (1794-1864). Eigenh. Brief mit U. "Albert Gate House", d. i. London, 21. I. 1859. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 150
In französischer Sprache an einen namentlich nicht genannten Adressaten. - Der Namensgeber der gleichnamigen Torte war als Kommandant bei der Eroberung von Sebastopol im Krim-Krieg 1855 berühmt geworden. "Nach der entscheidenden Eroberung der Festung Malakow [...] wurde er am 12. September 1855 zum Marschall von Frankreich ernannt. Im Sommer 1856 kehrte er nach Frankreich zurück und wurde am 22. Juli von Kaiser Napoleon III. zum Herzog von Malakow mit einer Jahresrente von 100.000 Franc ernannt" (WIkipedia). - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette; leicht gebräunt und fleckig.
 

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247 Pelkhoven, Max Freiherr von, Staatsmann (1796-1864). Eigenh. Brief mit U. ("Frh. v. Pelkhoven"). München, 5. IX. 1862. 2½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to.
  € 250
An einen Vorgesetzten in der "Angelegenheit meines Schwagers" dessen Sohn "bestens qualificirt und bei vorliegender Begutachtung zur Beförderung zum Officier in nicht zu ferner Zeit" ganz besonders geeignet sei. - Max von Pelkhoven war Mitglied des Königlichen Staatsrates und Vertreter des Staatsministers für Justiz sowie von Januar bis April 1854 stellvertretender Außenminister. - Die Tinte stärker durchschlagend, sonst tadellos.
 

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248 Pfordten, Theodor von der, Jurist (1873-1923). 2 eigenh. Postkarten mit U. ("Pfordten"). München und Interlaken, 1907. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 2 Bll. Qu.-8vo. Jeweils mit eh. Adresse.
  € 120
An den Theologen und Schriftsteller Johannes Ninck (1863-1939) in Winterthur. Die Karte v. 3. September betr. einer Terminfrage zu geplanten Vorträgen: "Wenn es Ihnen nicht zuviel Mühe macht, möchte ich Sie um Übersendung der Besprechungen bitten, falls solche erschienen sind, und zwar bitte ich um das ganze Heft [...]" (14. XI.). - Theodor von der Pfordten war einer der Umstürzler, die bei Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle 1923 ums Leben gekommen waren und die hernach als politische Märtyrer ("Blutzeugen") gefeiert wurden. "Nach der nationalsozialistischen 'Machtergreifung' wurde Pfordtens Leichnam in einem der 'Ehrentempel' am Münchner Königsplatz in einem bronzenen Sarg beigesetzt. Im Deutschen Reich wurden mehrere Straßen nach ihm benannt, so in Bayreuth, Düsseldorf, Dresden und Danzig" (Wikipedia). - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Montagespuren.
 

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249 [Piennes, Eugène Emmanuel Ernest Halwin, Marquis de, Staatsmann (1825-1911)]. Diplomatisches Korrespondenzarchiv 1861. Paris, Rom, Neapel, Florenz, Wien, München u. v. a. O., September 1860 bis Januar 1862 sowie vereinzelte Schreiben aus den Jahren 1854-1858. Zus. 257 Briefe und Korrespondenzstücke in zumeist französischer, aber auch italienischer und deutscher Sprache. Auf Nadeln geheftet in zeitgenöss. halblederner "Biblorhapte"-Korrespondenzmappe (von L. Girard) mit goldgepr. Rückenschildchen "Correspondance", Marmorvorsätzen und Heftvorrichtung aus Messing. Gr.-8vo.
  € 750
Der Diplomat und Staatsmann Eugene d' Halwin Marquis de Piennes, aus einer alten picardischen Familie, die seit dem 16. Jahrhundert am Ärmelkanal ansässig war, diente seit den 1850er Jahren als Botschaftssekretär in Lissabon, Petersburg und Rom, wo er sich mit dem Bildhauer Jean-Baptiste Carpeaux anfreundete, dessen Förderer er wurde. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich im Jahre 1862 wurde er Generalrat seines Heimatdépartements Manche, als welcher er bis 1870 wirkte, und Bürgermeister seiner Heimatstadt Périers. Als Kammerherr der Kaiserin Eugénie (1863) führte er Carpeaux in den Hof ein; auch erwirkte er die Freigabe der Mittel zur Restaurierung des Mont-St-Michel und setzte sich für die Förderung der Region Périers ein. Nach dem Ende des Kaiserreiches zog er sich aus der Politik zurück und ging nach Kroatien, wo er den von Baron Maurice de Hirsch finanzierten Bau der Balkan-Eisenbahn beaufsichtigte. Seine umfangreiche Kunstsammlung schenkte er der Strossmayer'schen Gemäldegalerie am Museum von Zagreb. Er starb in Vrbovec bei Zagreb. - Piennes' vorliegende diplomatische Korrespondenz betrifft zeitbedingt vielfach die italienischen Unabhängigkeitskriege Garibaldis und den Einigungsprozess Italiens durch Viktor Emanuel II. Unter den Korrespondenten finden sich Antoine Alfred Agénor Hzg. v. Gramont (franz. Staatsmann und Diplomat, 1819-80), Fürst Wladyslaw (Ladislas) Czartoryski (polnischer Exilpolitiker und Kunstsammler, 1828-94) und Jules DuCros-Aubert (franz. Diplomat, 1833-81); von besonderem Interesse ist ein mitgeheftetes Kärtchen, das in farbigem, grobem Privatdruck (Kartoffeldruckverfahren o. ä. in rot mit grüner Umrahmung) den Wahlspruch "V[i]v[a] Vittorio Emanuele Re d'Italia" und verso das Wappen von Savoyen-Piemont trägt. - Kopfstehend eingeheftet in Biblorhapte-Ordner mit dem großen, illustrierten Händleretikett der Papeterie "J. Bouillotte & M. Buzenet" in der Rue St. Denis, Paris.
 

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250 Raff, Joseph Joachim, Komponist (1822-1882). Eigen. Rechnung mit U. Wiesbaden, 31. III. 1860. 2/3 S. Gr.-8vo.
  € 400
Rechnung für ein Fräulein Nina Robato für die "im Monat Maerz 1860 ertheilten Klavierlectionen" und "ferner über im Quartale Januar/Maerz 1860 gelieferte Musicalien", wofür "JRaff" die Summe von 3 Gulden und 6 Kreuzer erhalten zu haben hiermit bescheinigt. - Mit kleinen Randläsuren und einem winzigen Papierdurchbruch im unteren weißen Rand.
 

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251 Reinbeck, Georg, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler (1766-1849). Eigenh. Gedicht mit U. Stuttgart, April 1830. 1 S. 8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
Achtzehn einem Fräulein Fanny von Wangenheim gewidmete Zeilen: "Kennst Du das Land, wo reich die Flur erblüht, | Ein Silberstrom durch Blumenauen zieht, | Der Traube Laub die heitern Hügel krönt, | Manch Wundersang durch hohe Trümmer tönt? | Kennst Du es wohl? [...]". - Reinbeck war Redakteur des Cotta'schen "Morgenblatts", unterrichtete am oberen Gymnasium in Stuttgart, später auch am Katharinenstift. Durch seine Ehe mit der Malerin Emilie Hartmann heiratete er 1817 in eine der angesehensten Stuttgarter Familien. Ihr Haus wurde zum Treffpunkt der bedeutendsten Persönlichkeiten des geistigen Lebens, an dem auch wiederholt der mit Reinbeck befreundete Nikolaus Lenau teilnahm. Als Schriftsteller war Reinbeck vor allem mit Lustspielen nach englischen und französischen Vorlagen erfolgreich. Vgl. Kosch III, 2194. - Eine zweite Datierung in violetter Tinte am linken unteren Rand und rechts oben der Vermerk "abgethan" (?).
 
252 Renan, Ernest, französischer Gelehrter (1823-1892). Eigenh. Brief mit U. ("ERenan"). Rom, 20. X. 1884. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo
  € 300
An einen Monsieur Paufilet, dem er ein Blatt Nr. 25 mit einem kleine Zusatz zurückschickt. Er erläutert einige Korrekturen in Orthographie und Interpunktion und drückt sein Bedauern darüber aus, daß er für all diese Gründlichkeiten im Moment nicht in Paris sein könne, sondern erst am 1. November. Falls der Druck noch nicht vorangekommen sei, so möge er ihn in Absprache mit M. Lévy noch aufschieben. - Die Verso-Seite von Bl. 2 mit kl. Registraturetikett, hs. Numerierung "172" und dem verschlungenen Monogrammstempel "LS".
 

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253 Rinser, Luise, Schriftstellerin (1911-2002). Eigenh. Brief mit Initialen. Diessen am Ammersee, 2. I. 1958. 2 SS. Qu.-gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 450
An einen Gustav Güldenstern in Riehen betr. ihres Buchs "Die Wahrheit über Konnersreuth", das von der stigmatisierten Therese Neumann handelt: "[...] Mit dem, was Sie über Hysterie schreiben, stimme ich im Wesentlichen überein. Ich meine ich habe das auch im Buch über K. geschrieben - oder nicht? - Wesentlich ist die Frage ob Hyst. oder nicht, aber doch, zb. bei den Heilungen. Darauf wird ja auch in Lourdes grosses Gewicht gelegt. Hysterisch entstandene 'Krankheiten' verschwinden nämlich spurlos, während 'wirkliche' Krankheiten Spuren zu hinterlassen pflegen (ich drücke mich jetzt laienhaft aus - ich bin ja auch eigentlich ein Laie, jedenfalls was Medizin anlangt.) - Auch neigen Hysteriker dazu, Gesichte usw. zu haben, die sie jedoch nur eingebildet haben u. die keiner Nachprüfung irgendwelcher Art standhalten Usw. usw. - Weise Ordensleute achten darauf, dass ihre Untergebenen 'normal' sind (nicht zuviel fasten, nicht besondere übertriebene Bussübungen machen) damit sie nicht überreizt werden [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
 

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254 Risler, Édouard, Pianist (1873-1929). Eigenh. Brief mit U. ("Ed. Risler"). Berlin, 10. I. 1899. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 180
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich werde also es dur Concert spielen - Photogr. werden [S]ie bekommen; ich habe aber nur kleinen Format [!] - Entschuldigen Sie wegen Rezensionen; ich habe sofort meiner Schwester nach Paris geschrieben. Ich habe hier keine [...]". - Édouard Risler studierte bei Louis Diémer am Pariser Konservatorium und bei den Liszt-Schülern Bernhard Stavenhagen und Eugen d'Albert. "Von 1896 an berief man ihn als Korrepetitor nach Bayreuth; später wurde er zur Mitarbeit bei der Inszenierung von Werken Wagners in Paris herangezogen. 1907 wurde er zum Professor für Klavier und Mitglied des Conseil Supérieur du Conservatoire National de Paris ernannt. - Sein durchsichtiges und kraftvolles, jedoch keineswegs trockenes Spiel sowie ein angeborener Sinn für musikalische Strukturen erlaubten es ihm, sich an erhabenste wie zarteste Werke heranzuwagen" (MGG XI, 550). Er "galt nicht nur als der erste Pianist der französischen Schule, der sich seriös und umfassend mit dem Werk Ludwig van Beethovens auseinandersetzte, sondern auch als einer der ersten überhaupt, der alle 32 Sonaten des Bonner Meisters zyklisch aufführte - im Jahre 1906 in Berlin" (Wikipedia). - Papierbedingt leicht gebräunt.
 

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255 Robins, Margaret Dreier, Gewerkschaftlerin (1868-1945). Ms. Brief mit eigenh. U. Chicago, 12. IV. 1920. 3 SS. (4to) bzw. 6 SS. (8vo) auf 2 bzw. 4 (= 2 Doppel-)Bll.
  € 500
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston, wo sie unlängst einen Vortrag gehalten hatte: "[...] I was very happy to have the opportunity of speaking to that interesting gathering of friends in your home [...] Although I spoke somewhat about the International Congress of Working Women, I am going to repeat a few of the outstanding facts - which you may or may not care to read. Nineteen countries were represented, and the members of the Congress spoke in six or seven languages. They were women of broad vision and great insight into the industrial problems now confronting the world, and they had come together to consider the next steps in reconstruction in an effort to stabilize industry [...]". - Margaret Dreier Robins war von 1907 bis 1992 Präsidentin der Women's Trade Union League. - Auf Briefpapier mit gedr. Adresse; mit zwei kleinen Stecknadeldurchstichen.
 

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256 Rodin, Auguste, Bildhauer, Maler und Radierer (1840-1917). Visitenkarte mit eigenh. Ergänzung. Wohl Paris, o. D. 1 S. Visitkartenformat.
  € 400
An einen Monsieur Hammond (?) betr. einer Verabredung für "samedi matin entre 9 et 10h". - Mit einer kleinen Knickfalte.
 

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257 Saar, Ferdinand von, Schriftsteller (1833-1906). Eigenh. Brief mit U. Döbling [d. i. Wien], o. O. u. D. 2¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 150
An ein Fräulein: "Das 'Rize' wird morgen recommandirt an Ihre neue Adresse abgehen. Bitte aber, die Rolle sehr sacht und behutsam zu öffnen, da mir selbst beim Empfang durch rasches und unbedachtes Öffnen das Malheur passirt ist, das Heft durch einen Einriß zu verletzen. Vielleicht war es übrigens schon in dieser Weise verletzt - und ist meine Selbstanklage nicht gerechtfertigt [...]". - Mit einer kleinen Knickfalte am unteren Rand.
 

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258 Sardou, Victorien, Dichter (1831-1908). Eigenh. Brief mit U. ("VSardou"). O. O. u. D. ½ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  € 500
An einen namentlich nicht genannten Adressaten über ein geplatzes und ein neu zu vereinbarendes Treffen mit M. Arbel: "Il nous attendait hier comme vous voyez, mais sa lettre [?] arrivée que dans la soirée [?] lui demander un autre rendez-vous [?]". - Sardou war Verfasser des Dramas "La Tosca", aus dem Giuseppe Giacosa und Luigi Illica das Libretto zu Puccinis gleichnamiger Oper schrieben. - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm und mit Sammlerstempel "J. K. Riess, Handschriftensammlung"; beiliegend ein Theaterzettel zur Aufführung von Sardous "Sittenbild in fünf Aufzügen" "Eine Familie nach der Mode" am Wiener K. K. Hof-Burgtheater.
 

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259 Schnitzler, Arthur, Schriftsteller (1862-1931). Eigenh. Brief mit U. Wohl Wien, 9. XI. 1908. 1½ SS. auf Doppelblatt. Kl.-4to.
  € 800
An den Schriftsteller Ernst Hardt: "Ich habe eine Bitte an Sie: möchten Sie mir und meiner Frau zur Generalprobe Ihres Tantris Einlass gestatten? Hoffentlich habe ich bei dieser (und nicht nur bei dieser) Gelegenheit das Vergnügen, Ihnen die Hand zu drücken und Ihnen unendlich zum Staatsschillerpreis zu gratuliren, was ich aber auch in diesem Briefe thue - erfreut und von Herzen | Ihr | Arthur Schnitzler". - Ernst Hardt sollte in diesem Jahr nicht nur den Staats-Schillerpreis, sondern auch den Volks-Schillerpreis für sein Stück "Tantris" erhalten. - In den "Briefen an Ernst Hardt" unter Nr. 52 gedruckt. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
 

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Teilnachlaß Kathi Schratt
260 [Schratt, Katharina, Schauspielerin (1853-1940)]. Sammlung von Briefen, Karten, Telegrammen u. a. an die Schauspielerin von über 50 Verfassern, darunter Johann Strauss, Hans von Wilczek, Helene Odilon, Max Devrient, Hugo Thimig, Victor Tilgner, Wilhelmine Sandrock, Hansi Niese, Adam Müller, Müller-Guttenbrunn, Francis Saville, Franz Tewele u. a. Verschiedene Orte, 1885 bis 1907. Zusammen 182 SS. auf 130 Bll. Verschiedene Formate.
  € 15,000
Korrespondenzsammlung aus dem Nachlaß der Katharina Schratt, die einen schönen Überblick über den gesellschaftlichen Umgang und die soziale Stellung der als Vorleserin der Kaiserin Elisabeth an den Hof gelangten und dann schließlich mit Franz Josef bekannt gewordenen Schauspielerin bietet. Wenngleich auch die an sie gerichteten Briefe durchwegs schon aus der Zeit ihres bekannt engen Verhältnisses zum Kaiser stammen, findet dieses hierin explizit natürlich nie Erwähnung. Auch über den Gegenstand der vom Walzerkönig Johann Strauß so überschwenglich gelobten Liebenswürdigkeit der Schratt kann daher nur spekuliert werden: "Von Ihrer Liebenswürdigkeit dermassen ausgezeichnet zu werden hat meine Wenigkeit in der so bescheidenen Form meiner Erinnerung wohl nicht verdient. Ich sage Ihnen meinen herzlichsten Dank. - Daß diese von Ihnen empfangene Stütze mich auf allen meinen Wegen begleiten wird, [ich] sie als kostbares Gut hoch in Ehren halten werde, dessen seien Sie gnädige Frau stets versichert [...]" (J. Strauß. Eigenh. Brief m. U. 2 SS. Wien, 25. XII. 1894). Besonderes Interesse verdient in diesem Zusammenhang das Schreiben Hans von Wilczeks an die Geliebte des Kaisers, gibt es doch wenn schon nicht Aufschluß, so doch zumindest Hinweis auf die enge Beziehung zwischen dem österreichischen Forschungsreisenden und der "lieben Kathi", wie Wilczek sie hier apostrophiert: "[...] Ich bin so viel als möglich von Wien fort - als ich aber gestern Abend 11 Uhr in die Herrengasse kam - sagte mir mein Portier daß gegen ½10 Uhr [...] telephonirt wurde. - Ich wollte aber nicht me[h]r anfragen da es 11 Uhr war - bitte um Verzeihung u. - nicht böse sein! Kann ich etwas thun? [...]". - Auch erfährt man, daß der seinerzeit geschätzte Dichter Adam Müller-Guttenbrunn eigens ein Stück für sie geschrieben hatte, das Lustspiel "Die lächelnde Gräfin": [...] Es ist selbstverständlich, daß ich bereit bin, eventuelle Wünsche bezüglich der Titelrolle jederzeit zu erfüllen. Auch muß der Hof, von dem die Gräfin kommt, nicht just der Wiener sein. Dadurch könnte das Stück vielleicht burgtheaterfähig werden. Niemand hat das Manuscript des Stückes gesehen, niemand weiß von seiner Existenz, es kam ganz jungfräulich in Ihre Hände [...]" 2. VI. 1905). - Von Helene Odilon, ihrer Schauspielkollegin, die als eine der ganz großen Darstellerinnen ihrer Zeit galt und nach einem Schlaganfall Ende d. J. 1903 ein so tragisches Schicksal erleiden sollte, findet sich ein verzweifelter Hilferuf an die Schratt: "Die Verzweiflung ließ in mir den Gedanken reifen, hochgeehrte Frau, Sie um Hilfe zur Erlangung meines [...] Menschenrechtes zu bitten. Ich flehe Sie um Rettung an! Retten Sie mich - ich flehe Sie an. Meine körperliche und seelische Leidensgeschichte ist zu lange. Mit zunehmender Besserung meines körperlichen Zustandes wuchs die seelische Marter der Curatel u. wurde zur Qual u. heute ist sie ein Gespenst, vor welchem ich in Todesangst zittere [...]" (Br. v. 25. XII. 1906, 6 SS.). - Abgerundet wird die Sammlung durch einige Ephemera aus dem ehemaligen Besitz Kathi Schratt, darunter Rechnungen und Einladungen sowie ein von ihr selbst ausgestellter Wechsel über 170 Gulden.
 

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261 Schuschnigg, Kurt von, Politiker (1897-1977). 2 (davon 1 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit eh. U. Wien, 1936 und 1938. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. Mit einem eh. adr. Kuvert.
  € 150
An Elsbeth Mayr in Innsbruck mit Dank "für die selbstgestopften Zigaretten, die ich mit Vergnügen rauche" (Br. v. 19. VIII. 1936) und für "Deine hübsche Arbeit" (Br. v. 17. II. 1938). - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Bundeskanzlers.
 

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262 Schweiger-Lerchenfeld, Amand Frh. von, Reiseschriftsteller und Kulturhistoriker (1846-1910). 2 eigenh. Briefe mit U. Seewalchen am Attersee, 18. und 29. VI. 1886 Zusammen 2 SS. 8vo.
  € 280
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich theile Ihnen in Kürze mit, daß mich [...] Haltberger als Ihren Nachfolger acceptirt u. mich eingeladen hat, mit ihm persönlich die Verhandlungen in Stuttgart abzuschließen. Bevor ich mich nun dahin begebe, erlaube ich mir, Ihnen in Erinnerung zu bringen, daß Sie mir seinerzeit versprachen - 'wenn die Dinge einmal so weit gediehen sein würden' - mich in das verschleierte Mysterium hinsichtlich des Gehaltes einzuweihen [...]" (Br. v. 18. VI.). - "Ich bin unangenehm überrascht, daß Sie es nicht der Mühe werth fanden, auf meinen vorangegangenen Brief zu antworten. Das ist doch wahrlich nicht die Art, welche sich für Collegen und noch dazu alte gute Bekannte schickt [...]" (Br. v. 29. VI.). - Der aus Wien gebürtige Schweiger-Lerchenfeld war Offizier und machte den italienischen Feldzug 1866 mit, trat 1871 aus der österreichischen Armee aus und bereiste Italien, die Donaufürstentümer, Dalmatien, Bessarabien, Bosnien, Armenien, Syrien u. a. (vgl. Embacher, Lexikon der Reisen und Entdeckungen, 1862, in: DBA I 1162, 373). "Die reichen Schätze, welche seine Reisen in ideeller Beziehung ergaben, verwertete er in [...] hochbedeutenden Werken [...]" (Hinrichsen, Das literar. Dtld., zit. n. DBA I 1162, 374); zuletzt war er Schriftleiter am "Stein der Weisen" (vgl. Kosch III, 2665).
 

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263 Scott, Walter, Schriftsteller (1771-1832). Eigenh. Brief mit U. Abbotsford, [7. I. 1830]. 1 S. Kl.-8vo.
  € 450
An Sir James [Stewart] über das Manuskript der Geschichte des Jakobitenaufstands von Lord Elcho, das Scott für seine "Tales of a Grandfather" verwendet hatte: "I am honoured with your letter and [...] you should be anxious about the Manuscript on which you must naturally set much value. I only wish to say that it is locked up at Edinburgh. I cannot comply with your wish to return it till Tuesday when I shall return to the town [...]". - Papierbedingt leicht gebräunt und alt auf einem etwas größeren Trägerpapier montiert, auf dem eine zeitgen. Hand einige Notizen festhielt.
 

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264 Seipel, Ignaz, Prälat und Politiker (1876-1932). Eigenh. Brief mit U. Wien, 1. IX. 1931. 1¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 120
An Divisionschef Oberinspektor Gottfried Domanig: "Herr Johann Osterbauer, ein verdienstvoller Pensionist der städt. Straßenbahnen, bittet mich, bei Ihnen ein gutes Wort dafür einzulegen, daß sein Sohn Robert nicht heuer wieder bei Saisonschluß abgebaut werde [...]". - Bei dem Adressaten handelt es sich möglicherweise um jenen Gottfried Domanig (1895-1964), der (wohl später) als Direktor der Internationalen Schlafwagengesellschaft tätig war. - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette des freimaurerischen Auges der Vorsehung, ebenso das Kuvert; etwas gewellt, die Tinte stellenweise etwas durchschlagend.
 

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265 Selleny, Joseph, painter (1824-1875). At the Pasig River in Manila. Manila, [June 1858]. Pencil and watercolor on paper. 590 x 340 mm / 695 x 435 mm (framed). Monogrammed "JS" and captioned "Canal della Karra" [?] at bottom right.
  € 4,500
Alternate version of Selleny's watercolored pencil drawings of Manila harbor (where the "Novara" expedition anchored in 1858). Of the three known versions of this scene, this is the only one in private possession, the other two being preserved at the Museum of Military History in Vienna. It was from one of the latter that the woodcut for Scherzer's monumental publication about the Novara expedition was prepared. Unlike that drawing (captioned "Manila / Eingang in den Fluss / Pasig / Canal della barra." [!]), the present one, virtually the same height but shorter, fits on a single sheet of paper. The scene pictures numerous ships anchored at piers and gliding across the river, with Manila Bay in the distance; to the right, a small pavilion and a two-storey Spanish-colonial building are visible. Carl von Scherzer's monumental account of the expedition describes the scene rendered here: "Rowing up the river, about 300 ft. wide at its estuary, one will notice in the vicinity of the lighthouse a dense mass of grimy, comfortless bamboo huts which are occupied by the poorest parts of the population and heighten the unpleasantness and melancholy of the first impression. One disembarks close to the harbour master's office and must traverse a quarter full of mean, shabby huts to reach the hub of public transport" (cf. p. 204). The drawing only hints at the poverty of the scene, focusing on the ships on the Pasig river, with the foreground left largely unexecuted. - The Austrian painter Joseph Selleny studied under Thomas Ender and Franz Steinfeld at the Vienna Academy. Most importantly, he circumnavigated the world during the years 1857-59 with the Austrian frigate "Novara" as the official ship's artist. Practically the entire body of his artwork brought home from this expedition is in the collection of Vienna's Museum of Military History, the Albertina, and the Austrian Gallery in Vienna, and specimens are extremely rarely offered on the art market. - While working on murals for the Emperor's villa in Ischl, Selleny fell ill in 1873; he spent the last two years of his life in mental derangement. Ludwig Hevesi, spokesman for the Vienna Secession and thus a pioneer of Austrian modernism, characterised the painter as a "poetically tempered soul with a scientific bent" whose oeuvre "is possessed of a singular picturesque mood, with a personal shade of purple, iron grey, and reddish brown, and inclining toward melancholy" (cf. Österreichische Kunst im 19. Jh., Leipzig 1903, p. 189). Thus Hevesi pointed out the specific modern trait in Selleny's work. With his speed, accuracy, and keen eye for detail, his reduced range of color and unerring hand, the artist captured momentary glimpses from exotic, far-away countries which still breathe the magic and adventure of this first Austrian circumnavigation of the world.
  ¶ Cf. Popelka, Ein österreichischer Maler segelt um die Welt. Joseph Selleny und seine Aquarelle von der Weltreise der Novara 1857-1859 (Graz, 1964), no. 588. Scherzer, Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde. Beschreibender Theil. Vol. II, p. 203.
 

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266 Shaw, George Bernard, Schriftsteller (1856-1950). Eigenh. Briefkarte mit Initialen. Wohl London, 23. I. 1922. 2 SS. Kl.-8vo.
  € 650
An den englischen politischen Aktivisten Clarence Henry Norman (1886-1974): "Don't. Waste of time, money, and nerves, Not a dog's chance, unless the election is a stampede like 1906, and not even then in so corrupt a constituency. Do you think they would ask you if they could get anybody with money to look at it? Let the Labor Party spend some of its £40,000 on it if it likes, but it won't give the money to you: why should it when it has plenty of bona fide working men hangers-on quite willing to have a little moment in the limelight as dud candidates. - If you are going to write political comedies the experience might be of some use: that is the utmost that can be said. - I have less than no money at present, but if I had a million I wouldn't contribute a farthing to any election fund. Neither will you when you are my age [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Adresse (10 Adelphi Terrace, W. C.2); stärker angestaubt.
 

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267 Siebert, Georg, Maler und Graphiker (1896-1984). Eigenh. Brief mit U. Dresden, 4. III. 1929. 1 S. 8vo.
  € 150
An das Deutsche Verlagsbuchhaus: "Ich erhielt Ihr Schreiben vom 28. II. und den Kunst-Kalender dankend. Ich bin gern bereit Ihnen ein Bild dafür zu überlassen. Jedoch bitte ich Sie sich noch ein paar Tage zu gedulden da ich alle meine Photographien augenblicklich in Berlin habe. Sind sie zurück, melde ich mich sofort [...]". - Georg Siebert war von 1933 bis 1942 Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Karlsruhe und lehrte anschließend bis 1945 an der Akademie für bildende Künste in Dresden. "Nach dem Zweiten Weltkrieg war Siebert als freischaffender Künstler tätig, seit 1961 in Westdeutschland. Im Stil der Neuen Sachlichkeit schuf er Landschaften und Bildnisse, darunter 'Hamburger Zimmermann' (1929), ein Portrait, für das [er] auf der Pariser Weltausstellung 1937 ein Ehrendiplom erhielt" (DBE). - Im linken Rand gelocht (minimale Buchstabenberührung).
 

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268 Sieghart, Rudolf, Jurist und Ökonom (1866-1934). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Sieghart"). Wien, 9. IV. 1907. 1 S. auf Doppelblatt. Kl.-4to.
  € 150
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Seine Exzellenz der Herr Ministerpräsident wäre sehr verbunden, wenn Sie die Freundlichkeit hätten, ihn heute um ½ 8 Uhr abends im Ministerpräsidium zu besuchen [...]". - Rudolf Sieghart war seit 1895 im Finanzministerium und seit 1897 im Preßdepartement des Ministerpräsidiums tätig und wurde später Sektionschef und Vorstand der Präsidialkanzlei. "1900 habilitierte er sich in Wien für politische Ökonomie, schied 1910 aus dem Staatsdienst aus und wurde Gouverneur der Allgemeinen österreichischen Bodenkreditanstalt. 1927 führte Sieghart die Union mit der Verkehrs- und Unionsbank durch, konnte jedoch 1929 den Zusammenbruch der Bank nicht verhindern, die dann 1931 mit der Creditanstalt fusioniert wurde" (DBE). Seine Erinnerungen erschienen 1932 unter dem Titel "Die letzten Jahrzehnte einer Großmacht". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf der Präsidial-Kanzlei.
 

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269 Siemsen, Hans, Schriftsteller und Journalist (1891-1969). 12 eigenh. Briefe mit U. und 1 e. Postkarte mit U. (jeweils "Hans"). Wohl München und Berlin, 1910er und 1920er Jahre. Zusammen 53¼ SS. auf 31 Bll. Meist gr.-4to.
  € 2,800
Inhaltsreiche Korrespondenz mit seiner Mutter: "Mir geht's, seitdem ich die neue Arbeit habe, die meine Gedanken anständig beschäftigt und mir einen Rückhalt gibt, viel besser. Arbeit ist vielleicht etwas schönes. Aber nur wenn sie einem erfreuliche Möglichkeiten gibt u. wenn man ihren Zweck einsieht u. mit ihm einverstanden ist. Nur dann. Sonst ist es schrecklich trostlos. Und wenn ich bedenke, wie selten mir das zuteil geworden ist bisher, dann wunderts mich nicht, dass ich bis heute so wenig geleistet habe. Es ist nicht meine Schuld. Wirklich nicht [...]" (aus einem undatierten, wohl 1915 verfaßten Brief). - "[...] Also das Fest! Charlie u. ich waren zwei dunkel-grau-blaue indianische Neger sehr edlen Stammes [...] Wir sahen fabelhaft aus. Unglaublich vornehm und kultiviert. Fast alle hielten uns für Brüder oder Zwillinge. Einige ihn für meine Frau! Viele versicherten einander nach dem Fest, wir wären die schönsten Menschen u. Masken des Abends. Franz Blei z. B. war begeistert u. sagte: ich tanzte göttlich. Und nachdem ich mit einer echten kleinen Zigeunerin solo getanzt hatte wurden uns stürmische Ovationen bereitet. Max Oppenheimer will uns beide malen und alle Leute fragen mich immer nach meinem entzückenden kleinen Bruder. - Also: ein durchschlagender Erfolg. Es war wirklich sehr nett. Gar nicht so wüst, wie ich gefürchtet hatte. - Trotzdem sah noch gestern die ganze Gallerie [!] grauenhaft aus und erst heute wird sie unter den Händen von Anstreichern [...] allmählich wieder anständig. Wenn es geht, soll morgen die neue Ausstellung eröffnet werden: deshalb geht alles in grosser Weile vor sich. (Auch dieser Brief). Wie das ja immer so ist, kenne ich nun auf einmal einen ganzen Haufen Leute. Aber bevor man die netteren herausgefunden hat lohnt es sich noch nicht über sie zu schreiben. Sehr liebenswürdig ist vor allem Oppenheimer. Ein junger Maler der so zwischen Schiele u. Kokoschka steht. Sehr gut sind seine Bilder nicht, doch [?] verdient er viel Geld damit. Er ist zu intelligent, interessant u. interessiert um ein grosser Künstler sein zu können. Er kennt 1000 Leute. Kerr, Blei, Heinrich Mann mit dem er sehr befreundet ist und überhaupt alles was Bedeutung hat. Da er mich scheinbar sehr in sein Herz geschlossen hat, werde ich wohl auf irgendeine Weise die Grossen, die ich kennen lernen will, kennen lernen [...]" (aus einem undatierten, wohl im Berlin der 1920er Jahre verfaßten Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Neuen Galerie). - "[...] Ich komme gerade aus dem Theater. Eine Situation, in der ich mich in dieser Zeit recht häufig befinde. 6 Tage bin ich hier: und 4 Abende war ich im Theater. Und habe allerlei schönes gesehen. An Schauspielerei. Die Stücke - sehr mit Unterschied. Das Beste: der zerbrochene Krug: am schlechtesten gespielt. Aber immer doch ganz nett. Auf keine Weise tot zu kriegen. Es heisst ja immer es wäre so schwierig aufzuführen. Eine der kümmerlichsten aller Theaterlügen! Und das will viel sagen! Aufgebracht haben muss das ein Faultier mit Schleife oder ein so riesendämliches Schaf dass es mindestens General-Oberintendanturrat irgendwo war. Wahrscheinlich hier [...]" (aus einem undatierten, acht Seiten umfassenden Brief mit kleinem Einriß auf Bl. 1).
 

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270 Spengler, Oswald, Geschichtsphilosoph und Kulturhistoriker (1880-1936). Gedr. Postkarte mit einigen eigenh. Zeilen und U. München, 12. IX. 1920. 1½ SS. Qu.-8vo.
  Price upon request or meanwhile sold
An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der gedr. Mitteilung, daß ihn die Arbeit am zweiten Band seines Hauptwerks "Der Untergang des Abendlandes" außer Stande setzt, persönlich auf alle Briefe zu antworten, und mit dem eh. Zusatz, daß "Herr Prof. W[ilhelm] Schölermann, Weimar [...], der die englische Übersetzung meines Buches vorbereitet, [...] gern bereit sein [würde], an meiner Stelle zu sprechen". - Gering fleckig und etwas abgegriffen.
 
271 Spitteler, Carl, Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger (1845-1924). Eigenh. Postkarte mit U. [Luzern, 12. X. 1907]. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
  € 150
An den Juristen, Kunsthistoriker und Schriftsteller Franz Ulrich Apelt (1882-1944): "Hochgeehrter Collega, | Dank für Zusendung [un]d Widmung | Carl Spitteler". - Carl Spitteler war Feuilletonredakteur der "Neuen Zürcher Zeitung" und lebte seit 1892 als freier Schriftsteller in Luzern. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges trat er in seiner Rede "Unser Schweizer Standpunkt" für eine unbedingte Neutralität der Schweiz ein. Sein Werk - für das ihm 1920 rückwirkend für 1919 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde - umfaßt Lyrik, Novellen, Romane, Lustspiele, Balladen, Kritiken und Essays.
 

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272 Staehelin, Balthasar, Psychotherapeut und Schriftsteller (1923-2005). Eigenh. Brief mit U. ("B. Staehelin"). Zürich, 28. X. 1981. 1 S. Gr.-4to.
  Price upon request or meanwhile sold
An eine Frau Hanschin mit Dank für eine Einladung zu einem Vortrag: "[...]Mehrheitlich nimmt ja bis heute die schweizerische protestantische Theologie meine Gedanken nicht an. In Ihrem Kreis spürte ich wohlwollende Aufnahme. Ihre fröhliche, so tief echte Gottesfurcht hat mich beeindruckt [...]". - Balthasar Staehelin lehrte an der Universität Zürich Psychosomatik und leitete von 1957 bis 1992 die psychosomatische Sprechstunde am Universitätsspital Zürich. Er gilt als Begründer der sog. Christustherapie. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; am oberen Blattrand sowie auf der Verso-Seite mit alten Montagespuren.
 
273 Stifter, Adalbert, Schriftsteller (1805-1868). "Haide-Dorf". Original-Bleistiftzeichnung mit Kirche, im Vordergrund ein Teich. O. O. u. D. 137:219 mm. Bräunliches Velinpapier, auf Trägerkarton montiert.
  € 15,000
Charakteristisches Motiv aus Stifters Heimat, der Heidelandschaft des Böhmerwaldes: Links im Vordergrund ein von einigen Felsbrocken gesäumter Teich, dahinter weitet sich eine flache Buschlandschaft; als Blickpunkt am tiefen Horizont eine von Bäumen umgebene kleine Kirche. - In der 1840 entstandenen Erzählung "Das Haidedorf" (abgedruckt im ersten Band der "Studien") heißt es: "Im eigentlichen Sinne des Wortes ist es nicht eine Haide, wohin ich den lieben Leser und Zuhörer führen will, sondern weit von unserer Stadt ein traurig liebliches Fleckchen Landes, das sie die Haide nennen, weil seit unvordenklichen Zeiten nur kurzes Gras darauf wuchs, hie und da ein Stamm Haideföhre, oder die Krüppelbirke, an deren Rinde zuweilen ein Wollflöckchen hing, von den wenigen Schafen und Ziegen, die zeitweise hier herumgingen. Ferner war noch in ziemlicher Verbreitung die Wachholderstaude, im weitern aber kein andrer Schmuck mehr; man müsste nur die fernen Berge hierher rechnen, die ein wunderschönes Band um das mattfärbige Gelände zogen [...]". - Etwas unfrisch und mit einigen Kratzspuren, Flecken und Knitterspuren. - Das Blatt stammt aus dem Nachlaß des Stifter-Freundes Karl Blumauer. Auf der Rückseite des Trägerkartons findet sich eine e. Echtheitsbestätigung von dessen Sohn Leopold Blumauer, datiert Grieskirchen 19. Februar 1928, beglaubigt von der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen. Eine Echtheitsbestätigung von Frau Petra Maria Dallinger, der Leiterin des Adalbert Stifter-Instituts Linz, liegt bei. Die Zeichnung ist bei Novotny, Adalbert Stifter als Maler, 1979, nicht erwähnt.
 

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274 Stinde, Julius, Journalist und Schriftsteller (1841-1905). Eigenh. Brief mit U. Berlin, o. D. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 150
An eine Dame mit dem Ausdruck seiner Freude darüber, daß diese einem seiner Gedichte "die Ehre anthun wolle, es unter Ihre Obhut zu nehmen. Es hat dieser Wunsch den Autor derart erfreut, daß er sich die Freiheit nimmt, Ihnen beigeschlossen noch zwei Waisenkinder zu übersenden in der Hoffnung, daß Sie denselben liebreiches Unterkommen gewähren möchten. Meine lyrischen Arbeiten haben eine gewisse Furcht vor der Oeffentlichkeit, es sind Stimmungen, die nicht in der Absicht der Veröffentlichung niedergeschrieben wurden, sondern aus innerem Bedürfnis Form gewannen und ein einsames Dasein im Pulte führen [...]". - Nach mehrjähriger Tätigkeit als Journalist (u. a. für die "Spenersche Zeitung", die "Wiener Presse" und die "Fliegenden Blätter") verfaßte Stinde zahlreiche, mit großem Erfolg aufgeführte Volksstücke (u. a. "Hamburger Leiden", 1875, oder "Die Familie Carstens", 1877) für das Carl-Schultze-Theater in Hamburg. Seit 1876 als freier Schriftsteller in Berlin lebend, veröffentlichte er unter dem Pseudonym Wilhelmine Buchholz humorvoll-satirische Schilderungen aus dem bürgerlichen Berliner Alltag.
 

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275 Storm, Theodor, Schriftsteller (1817-1888). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. ("ThStorm"). O. O. u. D. ½ S. Gr.-8vo.
  € 800
"[...] Und vor Allem, wenn Sie schreiben, grüßen Sie die lieben Würzburger Frauen. Nach den Stielerschen werd ich mich umthun. Bitte, lassen Sie mich gelegentlich das Lenzsche Gedicht erhalten; eilt natürlich nicht [...]". - Mit kleinen unbedeutenden Faltspuren.
 

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276 Strack, Christian Friedrich Leberecht, Dichter und Übersetzer (1781-1852). Eigenh. Brief mit U. ("Strack"). Bremen, 17. VIII. 1821. 1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
  € 250
An den Pädagogen, Geographen und Germanisten Johann August Zeune (1778-1853), den Begründer der Berliner Blindenanstalt, dem ein gewisser Volkert eine Anweisung hat zukommen lassen, die eigentlich für den Buchhändler Kummer gedacht gewesen wäre, und den Strack nun ersucht, sie Kummer zu übermitteln: "[...] Von unsers braven Zachariä Schriftchen habe ich 8 Exemplare erhalten und hier abgesetzt, den Betrag soll er nächstens bekommen [...] Sein kluger Storch hat mich sehr ergötzt, so wie auch sein Kinderkönig. Es ist viel Werth neben dem Studium so strenger Wissenschaft soviel gute Laune behalten zu haben. Unser vortrefflicher Dräseke geht von hier weg nach Coburg - unersetzlich und allgemein betrauert. Möge ihm sein Schritt nie gereuen, was ich fast fürchten möchte. Ihre hiesigen Freunde sind wohl, auch ich bin es mit den Meinigen, die in diesem Jahre das erfrischende Seebad auf der Insel Wangero[o]ge gebraucht haben. Augusts Auge ist völlig heil; für das Recept danke ich herzlich [...]". - Bei dem erwähnten Dräseke handelt es sich wohl um den Theologen und späteren Bischof Johann Heinrich Bernhard Dräseke (1774-1849), "einen der größten Kanzelredner Deutschlands" (ADB V, 373). - C. F. L. Strack war Professor für Naturgeschichte und alte Sprachen am Gymnasium in Düsseldorf und kam 1817 als Vorsteher der Vorschule nach Bremen, wo er bis zu seinem Tod lebte. Neben einigen Schulbüchern gab Strack anonym deutsche Übersetzungen von Klassikern heraus, wurde aber "in weiteren Kreisen" durch seine geistlichen Dichtungen bekannt: "Besondere Verbreitung fand die Sammlung solcher Gedichte, die er unter dem Titel: 'Eloah. Erhebungen des Herzens zu Gott in einer Reihe von Gesängen und metrischen Gebeten' herausgab [...] Eine ähnliche Sammlung gab [er] sodann im J. 1835 heraus: 'Stunden der Einsamkeit. Betrachtungen, Gebete und Gesänge' (Bremen, bei Heyse)" (ADB XXXVI, 484). - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleiner Fehlstelle durch Siegelbruch (geringf. Buchstabenberührung); mit kleinen Randläsuren.
 

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277 Strauss, Richard, Komponist und Dirigent (1864-1949). Eigenh. Musikmanuskript mit nachträglichen Bearbeitungsvermerken in Bleistift und eh. Widmung und U. in Tinte. Baden, 1946. 2 SS. Großes Querformat (14zeilig).
  € 15,000
40 Takte aus der ersten Szene des ersten Aufzugs der 1924 uraufgeführten bürgerlichen Komödie mit sinfonischen Zwischenspielen "Intermezzo". - Ausgeführt mit Begleitung sind die Singstimmen eines Duetts von Christine Storch ("Frau") und ihrer Kammerzofe ("Anna") mit e. unterlegtem Text; zitiert wird im folgenden die Stimme von Frau Christine. "(springt auf, rennt mit der Lorgnette ans Fenster) Grüßt mein Mann herauf? (versteckt sich hinter der Gardine) Warum er nur immer reist! Er hat glaube ich, doch jüdisches Blut in den Adern. Schöner Beruf, Ha, ha, fangen Sie auch noch an! Ha, ich danke für die Ehre! Daß nach dem Tode noch wildfremde Leute aus purer Neugier urteilen, ob sich die Gemahlin ihrer andren besseren Hälfte würdig erwiesen hat! Mein Mann hat seinem Herrn Biografen ausdrücklich verbieten müssen meiner zu erwähnen: man muß doch noch das Recht haben, Privatperson bleiben zu dürfen - Au! aber - so passen Sie doch auf, Sie reißen mir ja alle Haare aus - Sie lernens auch nie - und was bin ich und war ich als 'Tondichters Gattin'? Ha, ha". - Das an Anspielungen auf das eigene Familienleben reiche Libretto stammt von Richard Strauss selbst, fertiggestellt wurde die seinem Sohn Franz gewidmete Oper 1922/23, im Jahr darauf wurde sie in Dresden uraufgeführt. - Die e. Widmung gilt dem Inhaber des Badhotels "Verenahof" in Baden bei Zürich, F. X. Markwalder, wo etwa Hermann Hesse von 1923 bis 1952 alljährlich vor Jahresende einige Wochen auf Kur war: "Meinem lieben Xaver Markwalder zum Geburtstag 1946. | Baden, Verenahof. | Dr. Richard Strauss". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit minimalen Randläsuren.
 

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278 Sturm, Julius, Schriftsteller und Theologe (1816-1896). Eigenh. Briefkarte mit U. ("J. Sturm"). Köstritz, 26. VII. 1889. 1½ SS. Qu.-32mo. Mit einer halbseitigen Nachschrift seiner Gattin.
  Price upon request or meanwhile sold
An ein Fräulein: "Herzlichen Dank für die guten Wünsche. Ich habe den 73. Geburtstag fröhlich feiern können in Mitten meiner Lieben. Das ist eine große Gnade. Ems ist uns gut bekommen und wir haben schöne Tage in der herrlichen Gegend verlebt und auch die schöne Mosel besucht. Recht leid hat es uns gethan, daß wir nicht mit Ihnen zusammentreffen konnten [...]". - Zu Recht als einer der "bekanntesten Lyriker [...] unter den protestantischen Theologen des 19. Jahrhunderts" (DBE) geltend, wurden die Gedichte des in Köstritz geborenen Gelehrten u. a. von Franz Schreker, Hugo Wolf oder Max Reger vertont. - Mit umlaufendem Goldschnitt; mit kleinen Montagespuren.
 
279 Sucro, Georg Wilhelm, Prediger und Dichter (1758-1793). Eigenh. Bücherzettel mit U. ("Sucro"). O. O., September 1786. 1 S. Qu.-kl.-8vo.
  € 350
"Dürft' ich mir wohl mein lieber Herr Gevatter Semlers selecta capita historiae ecclesiasticae u. Spittlers Kirchengeschichte wie auch die Seilerschen Tabellen über die Kirchengeschichte ergebenst ausleihen [...]". - Der in Magdeburg geborene Sohn des Dompredigers Johann Georg Sucro studierte Theologie, war hernach Lehrer an der Domschule zu Magdeburg, machte 1787 als Feldprediger den Feldzug nach Holland mit und wurde 1789 Prediger zu Bardeleben bei Magdeburg "und starb schon am 24. Mai 1793 zu Halle, wohin er sich schwer erkrankt in ärztliche Pflege gegeben hatte. Er hat zu dem bekannten Niemeyer'schen Schulgesangbuch vom J. 1785 acht geistliche Lieder geliefert, von welchen zwei Bearbeitungen älterer von Liebich und Freylinghausen, die übrigen aber seine eigenen sind. Von letzteren fanden dann einige auch Aufnahme in andere Gesangbücher" (ADB XXXVII, 116). - Papierbedingt etwas gebräunt und alt auf Trägerpapier montiert.
 

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280 Tarnow, Fanny, Schriftstellerin (1779-1862). Brief mit (eigenh.?) U. Dessau, 9. IV. 1847. 1½ SS. auf Doppelblatt.
  € 350
An den Politiker und Publizisten Ignaz Kuranda (1811-1884): "Dies Blatt bringt Ihnen lieber Kuranda mit der Einlage den Gruß einer alten, hoffentlich nicht ganz vergessenen Freundin. Die Nachwehen einer Krankheit, die mich an das Bette fesselt, nöthigt [!] mich auch, mich einer fremden Feder zu bedienen, und manches ungesagt zu lassen, was ich gerne sagen möchte, da meine achtungsvolle Theilnahme Sie unausgesetzt auf Ihrer rühmlichen literarischen Laufbahn begleitet. Es wird mich freuen, wenn Sie die einliegenden, mir aus London zugesandten Blätter zur Aufnahme in die Grenzboten geeignet finden. In diesem Fall bitte ich Sie mich erfahren zu lassen ob Ihnen mit einem monatlichen Beitrag dieser Art gedient sein würde, und unter welchen Bedingungen [...]". - Infolge eines Sturzes seit ihrem 4. Lebensjahr gehbehindert, mußte sich die Tochter des Juristen und Staatssekretärs in Güstrow David Tarnow und seiner Frau Amalie Justine geb. von Holstein nach dem Verlust des Familienvermögens ihren Lebensunterhalt als Erzieherin verdienen. Nach Aufenthalten in Rügen, Wismar und auf Rankendorf und St. Petersburg leitete sie zusammen mit Amalia Schoppe eine Erziehungsanstalt für Mädchen in Hamburg und ging 1820 nach Dresden. Später war sie vor allem als Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen tätig und lebte seit 1841 in Dessau. Zu ihrem Freundeskreis zählten Ernst Moritz Arndt, Ludwig Tieck, Christoph August Tiedge, die Gräfin Egloffstein und Friedrich Maximilian von Klinger, auch war sie mit August von Kotzebue und Friedrich de la Motte Fouqué bekannt. Ihr Werk besteht aus vorwiegend sentimentalen Frauenromanen und -erzählungen (darunter 'Natalie, ein Beitrag zur Geschichte des weiblichen Herzens', 1812, und 'Heloise', 1826); daneben übersetzte sie George Sand und Honoré de Balzac ins Deutsche. - Ignaz Kuranda war Gründer der liberalen Wochenschrift "Der Grenzbote" und nach langjähriger politischer Tätigkeit in Deutschland seit 1861 Mitglied des niederösterreichischen Landtags, des Reichsrats sowie zeitweise auch des Wiener Stadtrats. 1872 wurde er Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und Vizepräsident der "Israelitischen Allianz" in Wien.
 

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281 Thackeray, William Makepeace, Schriftsteller (1811-1863). Schriftstück (Fragment) mit eigenh. U. ("Thackeray"). O. O. u. D. 1 S. Kl.-12mo.
  Price upon request or meanwhile sold
Wohl eine Zusammenstellung aktueller Beschwerden für seinen Hausarzt: "The same complaint I had before. Flatulence, sickness of stomach, great pain & spasms with desire to vomit - Took 6 grains of Calomel 3 days ago, apprehending an attack and yesterday 1/2 a bottle of Marienbad water - disagreed with me [...]". - Die Tinte stellenweise etwas verlaufen, am oberen Rand von alter Hand mit "2" numeriert.
 
282 Torberg, Friedrich, Schriftsteller (1908-1979). Eigenh. Albumblatt mit Widmung und U. ("Torberg"). Wien, 1978. 1 S. 8vo.
  € 80
Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt) und alt auf Trägerpapier montiert.
 

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283 Torberg, Friedrich, Schriftsteller (1908-1979). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Torberg"). Breitenfurt bei Wien, 12. I. 1968. 1 S. 4to. Mit ms. adr. Kuvert.
  Price upon request or meanwhile sold
An eine Anita Braun in Friedberg: "Ich eile, Ihre ebenso überraschende wie erquickliche Wissbegier zu stillen: 'Der letzte Hofzwerg' ist keineswegs die Erstausgabe des 'Gaulschrecks', sondern - fast möchte man sagen: im Gegenteil - der letzte, verzweifelte Versuch des damals schon von der Pleite bedrohten (und bald darauf tatsächlich pleite gegangenen) Verlegers, das unverkäufliche Buch wenigstens im Ramsch loszuwerden, zu welchem Zweck er es mit einem vermeintlich attraktiveren oder doch leichter verständlichen Titel versah (übrigens gegen den Willen des Autors). Ich habe von dieser Episode in einer meiner Publikationen über Herzmanovsky-Orlando berichtet. Auch dass die Kapitel-Überschriften der Langen-Müller'schen 'Gaulschreck'-Ausgabe von mir stammen, habe ich im Nachwort dieser Ausgabe zu Protokoll gegeben. Aber Sie erweisen Ihnen ganz gewiss zuviel der Ehr' mit der Bezeichnung 'herrlich' und vollends mit dem Schluss, dass 'das Beste an Herzmanovsky' eigentlich von mir sei. Es trifft allerdings zu, dass manches, was Leser und Kritiker als 'echt Herzmanovsky' empfunden und gepriesen haben, das Resultat meiner Bearbeitung war (und bisweilen macht man mir das sogar zum Vorwurf). Aber das Beste an Herzmanovsky ist schon er selbst [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
 
284 Urzidil, Johannes, Schriftsteller (1896-1970). Ms. Brief mit eigenh. U. New York, 19. I. 1949. 1 S. 4to. Beiliegend ein ms. Antwortentwurf des Adressaten (Durchschlag).
  € 120
An einen namentlich nicht genannten Professor in Wien: "Mein Freund Professor Roman Jakobson (v. d. hiesigen Columbia University) lenkte meine Aufmerksamkeit auf die unter Ihrer Aegide erscheinenden Veröffentlichungen [...] Ich möchte gerne mit Ihnen und Ihrem Arbeitsfeld in Verbindung kommen und es würde mich interessieren, zu erfahren, welche Veröffentlichungsmöglichkeiten bei Ihnen für meine Arbeiten bestehen [...] Insbesondere läge mir an der Veröffentlichung einer größeren Studie über 'Goethe und Amerika' in Wien, die zwar bereits im Vorjahr in der Münchener 'Amer. Rundschau' erschien, die ich aber gerne in Wien bekannt gemacht sehen möchte. Ferner läge mir an der Herausgabe von Arbeiten über die moderne Bedeutung von 'Dichtung und Wahrheit', von 'Wilhelm Meister' und von 'Faust' sowie einer Arbeit über Goethes Religiosität [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und Zensurstempel.
 

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285 Vallicelli, Lorenzo, Dichter (1756-1817). Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse.
  € 500
In italienischer Sprache an Padre Lorenzo Ettori Minor mit Dank für dessen Brief und das darin zum Ausdruck gebrachte Angebot der Freundschaft: "[?] accetto l´offerta fattami, [...] ben sapendo non esservi io mai concorso dal canto mio con alcun merito. [...] ardisco offerirle in contraccambio la mia quanto debole, altrettanto sincera servitù [...]". - Er, Vallicelli, habe das Sonett gelesen, das Padre Ettori geschrieben und ihm im Anhang geschickt habe, und es für so gut befunden, daß er es gerne ins Lateinische übersetzen würde. Er werde es versuchen und ihm die Bearbeitung schicken, obwohl er des Ergebnisses nicht sicher sei: "Non ardisco però darle alcuna sicurezza dell´effetto, e molto meno della felicità dello stesso; nè mi lego anche a tempo preciso, essendo io affatto fuori di esercizio in ogni maniera di scrivere, non che in questa, tanto difficile [...]". - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit kleineren Flecken am unteren Rand.
 

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286 Varè, Daniele, Schriftsteller und Diplomat (1880-1956). Eigenh. Brief mit U. Washington, 29. X. 1935. 1 S. Gr.-8vo. Mit einem eh. adr., jedoch nicht dazugehörigen Kuvert sowie einer Portraitphotographie (134:99 mm).
  € 350
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston betr. einer nicht zustandegekommenen Verabredung: [...] If you have any newspaper cuttings of interest, I would be grateful if you would post them to me at 4 Viale Mazzini - Rome [...]". - Daniele Varé war u. a. als Botschaftsattaché in Wien und als Legationssekretär im Sekretariat des Völkerbundes in Genf tätig, ging 1926 als Geschäftsträger nach Luxemburg und von dort 1927 als bevollmächtigter Minister nach China, wo er Italien bis 1931 vertrat. Als Gesandter in Reykjavik und Kopenhagen schloß er seine diplomatische Tätigkeit ab. "Neben dem Diplomaten ging schon frühzeitig der Schriftsteller Varé einher. 1921 erschienen als literarischer Erstling in Florenz Varés 'Novelli di Jen-Ching', die bereits viel über das geistige und künstlerische Wellen Varés aussagten. 1923 folgte eine 'Storia d'Inghilterra' und 1924 die 'I volti del leone alato'. Dann kamen die Chinajahre des Diplomaten, in denen die weiteren Bücher Varés dessen Namen bekannt machten, vorab die Trilogie 'Das Tor der glücklichen Sperlinge', 'Schneider himmlischer Hosen' und 'Tempel der kostbaren Weisheit'" (Munzinger, s. v.). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Royal Italian Embassy in Washington und kleinen Randausrissen; die Photographie mit einem Brustbild im Profil.
 

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287 [Vietnam]. - Doan-Huy, letzte Kaiserin Vietnams (1890-1980). Ms. Brief mit eigenh. U. Paris, 1972. 1 S. 4to. Gestempelt.
  Price upon request or meanwhile sold
An einen deutschen Autographensammler: "[...] Unser Vaterland Vietnam war ca. 1.000 Jahre lang eine Monarchie. Es gab keinen Militarismus, keinen Krieg und die Bevölkerung lebte in Frieden und Wohlstand. Heute mitten im Krieg habe ich [...] Tag und Nacht für den Frieden und für den Wohlstand des ganzen vietnamesischen Volkes gebetet [...]" (dt. Übersetzung). - Beiliegend eine Übersetzung ins Deutsche.
 
288 Vogl, Johann Nepomuk, Schriftsteller (1802-1866). Eigenh. Brief mit U. ("J. N. Vogl"). Wien, 10. XI. 1840. 1 S. 4to.
  € 150
An eine Redaktion: "Der Gefertigte gibt sich die Ehre Ihnen abermals beifolgende Kleinigkeiten zur gefälligen Besprechung in Ihrem geschätzten Blatte zu übersenden [...]". - J. N. Vogl gehörte der Literatengruppe im Wiener "Silbernen Kaffeehaus" an, wurde Mittelpunkt einer Tafelrunde von Künstlern und gab zahlreiche Almanache und Taschenbücher heraus; viele seiner in der Tradition der Wiener Spätromantik stehenden Balladen wurden von Carl Loewe vertont, einige Lieder auch von Franz Schubert. - Mit Sammlerstempel "J. K. Riess, Handschriftensammlung".
 

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289 Webern, Anton von, composer (1883-1945). APcS. [Berlin-] Zehlendorf, 11. XI. 1911. Small 8vo. 1½ pp. in ink and pencil.
  Price upon request or meanwhile sold
Unpublished postcard (mentioning his Schönberg essay) to Schönberg's former student Paul Königer in Vienna, now a student of Alban Berg. Schönberg had moved to Berlin in September 1911; not even a month later, Anton von Webern followed him there. - With stamped return address and later note by von Webern: "Schönberg will write to Gutmann" (i. e. Schönberg's concert agent).
 
290 Weidmann, Franz Carl, Schriftsteller und Schauspieler (1790-1867). "Das greise Ehepaar. Nach einer wahren Legende". Eigenh. Gedicht mit Namenszug im Titel. O. O. u. D., [Wien, 1836]. 5 SS. auf Doppelblättern. Fadengeheftet. 4to.
  € 300
Legende in Strophenform mit 14 Strophen zu je acht (= 112) Zeilen: "Ein Hüttchen steht im Alpenthale | Gar abgeschieden, still und klein; Im letzten heitren Abendstrahle | Schwimmt's wie verklärt im Rosenschein. | Ein Mann liegt drinnen auf dem Lager, | Ein Greis- die Wangen bleich und hager, | der schaut - das fühlt er tief und schwer - | das Morgenroth wohl nimmermehr [...]". - Der in Wien geborene Neffe des Schriftstellers Paul Weidmann (1748-1801) war Schauspieler am Wiener Burgtheater und schrieb Kritiken für die 'Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode' sowie für die 'Theater-Zeitung'. Nach und nach wandte er sich zunehmend der topographischen und heimatkundlichen Forschung zu ('Wiens malerische Umgebung', 1844), veröffentlichte aber auch Bühnenwerke (so etwa 'Clementine von Aubigny', 1816) und Gedichte. - Vorletztes Bl. recto mit hs. Zensurvermerk "Gesehen [...]", Datum ("30/3 1836") und nicht identifizierter U. - Mit kl. Einr. im rechten Rand (keine Textberührung).
 

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291 Weizsäcker, Carl Heinrich von, Theologe (1822-1899). Eigenh. Vorlesungsankündigung mit U. ("Weizs."). O. O., 20. X. 1881. 1 S. Qu.-8vo.
  € 180
"Meine Vorlesungen über Homiletik u. Katechetik werde ich Dienstag d. 24. um 11 Uhr im Hörsa[a]l des Stifts nr I, über den Römerbrief an demselben Tage um 6 Uhr im Hörsaal des Stifts nr II beginnen [...]". - C. H. v. Weizsäcker war seit 1860 Nachfolger seines Lehrers Ferdinand Christian Baur am Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Universität Tübingen. Weizsäcker, ein "Vertreter der historisch-kritischen Theologie ('Untersuchungen über die evangelische Geschichte', 1864; 'Das apostolische Zeitalter der christlichen Kirche', 1886)" (DBE) "verfaßte eine Übersetzung des Neuen Testaments (1875) und war 1856-78 Herausgeber der 'Jahrbücher für deutsche Theologie'" (ebd.). - Mit einem kleinen Ein- bzw. Ausriß am rechten unteren Rand; die Verso-Seite mit kleinen Montagespuren.
 

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292 Wilbrandt, Adolf, Schriftsteller (1837-1911) und Direktor des Wr. Burgtheaters (1881-1887). 3 eigenh. Briefe mit U. Wien, Berlin und Rostock, 1875 bis 1904. Zusammen (3½+1+1=) 5½ SS. auf 5 Bll. Gr.-8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert.
  € 280
An den Schriftsteller Karl Erdmann Edler (1844-1931) mit einem Urteil über dessen literarische Arbeiten (Br. v. 14. I. 1875), betr. des Abdrucks einer Novelle von L. Herbst (Br. v. 30. III. 1880) und in Beantwortung von dessen Anfrage: "Ihre Aufforderung trifft bei mir den allerungünstigsten Boden: zu meiner Lebensphilosophie gehört, der Miseren des Dramatikerlebens so wenig wie möglich zu gedenken [...]" (Br. v. 11. XII. 1904). - Geboren in Rostock, lebte Wilbrandt als freier Schriftsteller in Berlin, Frankfurt a. M., Rom und München, ehe er 1871 nach Wien kam. Von 1881-87 war Wilbrandt, der zu den "meistgespielten Autoren der Zeit" (DBE) gehörte, als Direktor des Wiener Hofburgtheaters maßgeblich an der Wiederentdeckung griechischer Dramen für das deutschsprachige Theater beteiligt. - Karl Frh. von Haerdtl war Mitglied des Herrenhauses und mehr als zwanzig Jahre lang Präsident der Wiener Advokatenkammer. - Leopold Rosner war Schauspieler in Preßburg und Wien und trat 1861 in die Wallishausersche Buchhandlung Josef Klemms in Wien ein, dessen "Wiener Theater-Repertoir" er redigierte. Daneben war er Mitarbeiter an Adolf Bäuerles "Theaterzeitung" und an Wurzbachs "Biographischem Lexikon". 1871 eröffnete er die Buchhandlung "Unter den Tuchlauben", die sich zu einem Treffpunkt literarischer Kreise entwickelte. Zugleich betrieb er einen Verlag, in dem vorwiegend österreichische Autoren wie Ludwig Anzengruber und Ferdinand Kürnberger erschienen; seit 1872 gab Rosner die Reihe "Neues Wiener Theater" heraus. "1889 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Verlagsgeschäft zurück und widmete sich ausschließlich schriftstellerischer Arbeit [und] trat als Übersetzer, Erzähler und Feuilletonist hervor" (DBE). - K. E. Edler war seit 1864 Erzieher in verschiedenen Adelshäusern, so etwa im Haus des Grafen Amadei sowie des Prinzen Hohenlohe, und von 1878 bis 1890 Professor der Poetik, Mythologie und Geschichte der Schauspielkunst am Wiener Konservatorium. "Er schrieb nach dem Vorbild des Münchner Dichterkreises und verfaßte Novellen und Erzählungen, u. a. 'Notre Dame des Flots. Eine Glocknerfahrt' (1882)" (DBE). - Tls. mit alt hinterlegten Einrissen und kleinen Läsuren.
 

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293 Wildenbruch, Ernst von, Schriftsteller (1845-1909). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 10. November 1892 [?]. 1 S. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. adr. Kuvert.
  € 100
An den Schriftsteller Georg Bötticher (1849-1918) in Leipzig: "Es thut mir aufrichtig leid, daß ich Ihrem Wunsche nicht entsprechen kann: Literarische Verpflichtungen und schwere häusliche Angelegenheiten machen es mir unmöglich, zu Vorträgen Zeit und innere Ruhe zu finden [...]". - Ernst von Wildenbruch war seit 1877 im Auswärtigen Amt tätig, quittierte 1900 aus gesundheitlichen Gründen seine Beamtentätigkeit und ließ sich 1907 in Weimar nieder. Der in der Wilhelminischen Zeit "vielgespielte Dramatiker" (DBE) schrieb neben historisch-patriotische Dramen Essays, Erzählungen und Lyrik mit patriotischen, teilweise sozialkritischen Themen. 1884 und 1896 wurde er mit dem Schillerpreis, 1907 auch mit dem Grillparzer-Preis ausgezeichnet.
 

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294 Wilhelm I., deutscher Kaiser und König von Preußen (1797-1888). Fragment mit eigenh. U. (Wilhelm"). Berlin, 22. V. 1883. 1 S. Qu.-kl.-4to.
  € 180
Wohl Fragment eines Briefes: "Eigenhändig unterschrieben und mit Dero Gnaden Siegel bedrucken lassen. So geschehen und gegeben Berlin, den 22. Mai 1883". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf (beschnitten); die Verso-Seite mit alten Montagespuren.
 

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295 Wilson, Edith Bolling, First Lady der USA (1872-1961). Ms. Brief mit eigenh. U. [Washington], 9. IV. 1927. 1½ SS. auf 2 Bll. Kl.-4to.
  € 400
An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "Your letter [...] concerning your friend, Professor Salvemini, has been on my desk for several days. My delay in answering was caused by an embarrassment in which I am sure you will sympathize as your letter informed me he was anxious to secure information 'in connection with President Wilson's attitude towards Italy'. These are such very difficult and vital days for Italy - and as I had none of Mr. Wilson's papers to substantiate my recollections - I deemed it unwise to make myself his interpreter. Through Mrs. Brandeis, who thoroughly understood my position, this has been explained to Professor Salvemini, and a suggestion made that he get in touch with Mr. Ray Stannard Baker in whose possession all of Mr. Wilson's papers now are and where I am sure he will get a very sympathetic hearing [...]". - Edith Bolling Wilson war die zweite Gattin von US-Präsident Woodrow Wilson. - Auf Briefpapier mit gepr. Adresse; die Recto-Seite von Bl. 1 mit einem kleinen Fleck im weißen Rand.
 

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296 Wuttke, Heinrich, Historiker und Publizist (1818-1876). Eigenh. Brief mit U. ("Dr. H. Wuttke"). Berlin, 12. XI. 1839. 4 SS. auf Doppelblatt. 4to.
  € 180
An die Buchhandlung Weber mit "folgendem Verlagsanerbieten": "Ich beabsichtige eine zweite Auflage meiner Schrift: 'Ueber das Haus- und Tagebuch Valentin Gierth's und die Herzogin Dorothea Sibylla geb. Markgräfin von Brandenburg Breslau 1838' (December). Da dieselbe auf meine Kosten gedruckt und nur in soviel Exemplaren in den Buchhandel gegeben wurde, als zu deren Deckung erforderlich waren (unter 200), also auch wenig verbreitet werden konnte, so würde durch diese erste eine zweite Auflage schwerlich Eintrag erleiden, vielmehr durch die Ueberschrift einer zweiten Auflage und durch die bisherigen Bekanntmachungen und Beurtheilungen empfohlen seyn [...]". - Heinrich Wuttke, ein enger Freund Hoffmann von Fallerslebens, war 1848 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung; der gemäßigten Linken und der großdeutschen Richtung zugehörig, stand er in Verbindung mit Robert Blum und stand später auch zeitweise Ferdinand Lassalle sehr nahe. Als Historiker wurde er vor allem mit seiner "Geschichte der Schrift" bekannt. "Die Herausgabe von Christian Wolffs eigener Lebensbeschreibung mit einer Abhandlung ist wegen des Umstandes, daß die damals in Görlitz befindliche Handschrift als verschollen gilt, für die Geschichte der Aufklärung und des Wolffianismus von einem besonderen Wert. Außerdem gibt er zusammen mit seinem Schüler Mosig von Ährenfeld, der die Übersetzung aus dem Tschechischen besorgt[,] eine große Abhandlung von Pavel Jozef Safárik über die slawischen Altertümer und slawische Volkskunde heraus. Auch ein Urkundenbuch zur Stadt Posen gibt es von ihm wie auch über die Völkerschlacht bei Leipzig" (Wikipedia). - Stärker gebräunt und mit größeren Ein- und Ausrissen.
 

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297 Zahn, Ernst, Schriftsteller (1867-1952). Eigenh. Gedicht (14 Zeilen) mit U. Meggen, September 1924. 1 S. Qu.-8vo.
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"Zieh' aus, mein Kind, und werde | des Weges nimmer müd. | Nimm hin, was auf der Erde | an Leid und Lust dir blüht [...]". - Ernst Zahn trat nach Lehrjahren in England und Italien in den väterlichen Hotelbetrieb ein, den er nach seines Vaters Tod auch weiterführte. "In volkstümlichen Romanen [...] und Erzählungen schilderte er stimmungsvoll das Leben der Bauern seiner Heimat" (DBE); daneben schrieb er Dramen, Gedichte und Jugendbücher und war in öffentlichen Ämtern (u. a. als Kriminalrat und Präsident des Landrats von Uri) tätig. - Auf der Verso-Seite einer Portraitpostkarte.
 
298 Zichy de Zich et Vásonykeö, Joseph Graf von, Oberhofmeister (1814-1897). Eigenh. Brief mit U. ("Jos. Gf. Zichy"). Moskau, 11. VII. 1862. 1½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  € 180
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Endlich wird es mir ermöglicht Ihnen unsere Ankunft in der alten Metropole Rußlands anzuzeigen und Ihnen für die zahlreichen Beweise von Güte und Gefälligkeit zu danken. Unsere Fahrt von Odessa bis Charcow war gerade nicht die angenehmste sintemalen unsere Lebensmittel so schlecht verpackt waren, daß alle schon bei der ersten Mittags-Station buchstäblich pulverisirt, vermischt und zerschlagen ankamen[.] Daher mußten wir bis Charcow ziemlich oft fasten [...]". - Joseph Graf Zichy war Oberhofmeister und der Gatte von Metternichs Tochter Melanie (1832-1919). - Etwas gebräunt, fleckig und angestaubt.
 

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299 Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942). Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, Februar 1916. 1 S. Qu.-8vo.
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"Ist nicht Alles, was wir spenden, | Schon verloren, schon verirrt, | Wenn es nicht von treuen Händen | Herzensnah geborgen wird? [...]" - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette.
 
300 Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., Februar 1932. ½ S. 8vo.
  € 500
"Immer derselbe und niemals derselbe!"
 

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