INLIBRIS Gilhofer Nfg.

New arrivals summer 2009,
mostly from the Dr Ferdinand Engel collection

 

1 [ABGB - Siebenbürgen]. Allgemeines österreichisches bürgerliches Gesetzbuch kundgemacht mit dem Patente vom 29. Mai 1853 in dem Großfürstenthume Siebenbürgen, sammt den auf dieses Gesetzbuch sich beziehenden, in dem Anhange enthaltenen nachträglichen Verordnungen. Wien, k. k. Hof- und Staatsdruckerei, 1853. 3 Teile sowie Register und Anhang. (24), 110, (2), 395, (3), 56, CLXXVI, 119, (1) SS. Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und -fileten. 8vo.
  € 850
Erster Druck dieses für das Fürstentum Siebenbürgen herausgegebenen ABGB im Sinne der Durchsetzung des "gemeinsame[n] Recht[s] für alle Angehörigen des österreichischen Staates, auch in denjenigen Kronländern, in welchen dasselbe bisher keine Geltung hatte, mit Beachtung der eigenthümlichen Verhältnisse derselben" (Einf.). - Einige wenige alte Bleistiftmarginalien und Buntstiftanstreichungen. Einband an den Ecken etwas bestoßen sonst wohlerhalten. - Sehr selten.
 

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2 Abraham à Sancta Clara [d. i. Ulrich Megerle]. Abrahamische Lauber-Hütt. Wien, (Leopold Grund für) Carl Armbruster, 1826-1828. 2 Teile in 1 Band. VI, (2), 83, (5) SS. (4), 108 SS. Beide Titel in rot und schwarz gedruckt. Mod. Leinenband. Gr.-8vo.
  € 120
Späte Ausgabe "in einem zeitgemäßen Auszuge und mit Beybehaltung der eigenthümlichen Schreibart des Verfassers". Die beliebte Sammlung von Abrahams Schriften war erstmals 1721 erschienen.
 

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3 Abraham à Sancta Clara [d. i. Ulrich Megerle]. Judas der Ertz-Schelm, für ehrliche Leuth, oder: Eigentlicher Entwurff und Lebens-Beschreibung deß Iscariotischen Bößwicht. Salzburg, Melchior Haan, 1692-1710. 4 Bde. (26), 457, (11) SS. (6), 453 (falsch: 455), (35) SS. (22), 556, (16) SS. (10), 433, (23) SS. Alle Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit 4 gest. Frontispizen. Blindgepr. Schweinslederbände der Zeit mit gepr. Rückenschildchen. Reste von Schließen. Dreiseitiger Farbschnitt. 4to.
  € 800
Mischexemplar der Ausgabe 1710 (13. Ausgabe für Bde. I u. II; 6. Ausgabe des IV. Bandes) sowie des zweiten Drucks der Erstausgabe (Bd. III, 1692). Die Erstausgabe erschien 1686-95 im gleichen Verlag. "Abrahams umfangreichstes Werk: eine weitausgesponnene Lebensbeschreibung des Judas, mit einer Fülle von kultursatirischen Legenden und Episoden untermalt. Die Vielzahl der Drucke erklärt sich z. T. aus der Existenz von Titelauflagen, bei denen lediglich dem alten Buchblock ein neuer Titel vorgeklebt wurde" (Dünnhaupt). - Am vorderen Innendeckel zeitgenöss. hs. Kaufvermerk über 1 Gulden 50 Kreuzer. Papierbedingt teils gebräunt; die schönen Schweinslederbände mit wohlerhaltener Bogenfriesprägung kaum berieben. Alte herald. Exlibris des Johann Anton Frh. Mandl von Deutenhofen ("Baron Mandl | Schloss Tüssling") und des Adolf von Peckenzell ("Ex Libris Freiherr Adolf v. Peckenzell-Mandl", dat. 1906) am vorderen Innendeckel; entspr. Signaturstempel der "Bibliothek Schloss Tüssling" am Vorsatz. Das bayerische Schloß Tüßling bei Altötting wurde 1806 von Johann Anton Mandl erworben; 1895 fiel es an Frh. Adolph von Peckenzell, bevor es 1905 in den Besitz der Familie Michel überging. Wohl aus dem Nachlaß Peckenzell erworben von Prof. Dr. Ferdinand Engel, in dessen Viennensia-Sammlung sich die Reihe zuletzt befand.
  ¶ Bd. I: Dünnhaupt 22.I.L. Bertsche 22a, 9. GK I, 4185. NUC II, 78. Seebass III, 18. - Bd. II: Dünnhaupt 22.II.L. Bertsche 24a, 7a u. 8. GK I, 4185 (ohne Koll.). NUC II, 78. Seebass III, 18. - Bd. III: Dünnhaupt 22.III.a. Bertsche 27a, 2. Faber du Faur I, 1115. Seebass III, 19. Vgl. VD 17, 12:196160K (abw. Fingerprint; hier: r.M. det, ufem weth 3 - so im VD 17 nicht erfaßt). - Bd. IV: Dünnhaupt 22.IV.e. Bertsche 29, 5. GK I, 4185. Seebass III, 18.
 

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4 Achilles Tatios. [Erotikon Achilleos Tatiou] sive de Clitophonis & Leucippes amoribus libri VIII ex editione Cl. Salmasii. Leiden, Frans Heger, 1640. (24), 752, (30) SS., l. w. Bl. Gest., ill. Titel. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. 12mo.
  € 500
Hübsche griechisch-lateinische Taschenausgabe des vielgelesenen altgriechischen Liebesromans. "Belle édition, qui peut s'annexer aux Elzeviers" (Bukowski 3/1884, zit. n. Hayn/G.). Nach der editio princeps von 1601 (Commelinus) und deren Nachdruck 1606 erst die dritte Textausgabe. - Sehr sauberes, gutes Exemplar aus der Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. Signaturschildchen am Deckel und Signaturvermerken am vorderen Innendeckel.
  ¶ Brunet I, 37. Hayn/Gotendorf VII, 600. Hoffmann I, 2. OCLC 6391049.
 

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5 Albrechtsberger, J[ohann] G[eorg]. Sämmtliche Schriften über Generalbaß, Harmonie-Lehre, und Tonsetzkunst; zum Selbstunterrichte. Wien, Strauß, [1826]. 3 Bde. (12), 218 SS. (8), 264 SS. (8), 224, (2) SS. Mit gest. Portraitfrontispiz (v. Sebastian Langer) und 952 Notenbeispielen. Leinenbände der Zeit. Dreiseitiger marmorierter Farbschnitt. 8vo.
  € 650
Erste Gesamtausgabe der theoretischen Schriften, herausgegeben von Ignaz von Seyfried. Eine zweite Ausgabe erschien 1837, englische Ausgaben 1835, 1844 und 1855. Der Organist und Komponist J. G. Albrechtsberger (1736-1809), mit Mozart bekannt, mit Haydn befreundet, Lehrer Beethovens wie auch Hummels, galt seinerzeit als bester Kompositionslehrer Wiens. - Es fehlt in Bd. 1 der Vortitel. Die Einbände nur minimal berieben.
  ¶ MGG I, 306. Honegger/M. I, 47. Vgl. Wurzbach I, 12.
 

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6 [Alkmar, Heinrich von]. Reineke de vos mit dem koker. Wolfenbüttel, Frytag, 1711. (18), 380 SS. Mit gest. Frontispiz. Mod. marmorierter Halblederband. 4to.
  € 600
Seltene, von F. A. Hackmann herausgebene Wolfenbüttler Ausgabe nach dem niederdeutschen Text des Lübecker Drucks von 1498. Nach Goedekes Ansicht ist der Anteil Heinrich von Alkmars an dem Werk gering, während der eigentliche Übersetzer und Bearbeiter der niederdeutschen Fassung der Buchdrucker Backhusen gewesen sei. Die vorliegende Ausgabe diente Gottsched als Vorlage für seine Edition von 1752. Als Verfasser des beigefügten "Kokers" (Köchers), einer Sammlung von gereimten Sprichwörtern und Sittenlehren in alphabetischer Folge, vermutet Ebert irrtümlich den Herausgeber Hackmann, während es sich in Wahrheit um Hermann Bote handelt. - Durchgehend etwas gebräunt bzw. braunfleckig. Am Titel hs. bibliograph. Notiz um 1830: "Diese Edition ist die Hachmannische, oder Hackmannsche, welche die älteste Lübecker Edition von 1498 ziemlich genau wiedergiebt. Spätere aber schlechtere Textesabdrucke sind von Gottsched 1752, u zu Eutin 1789." Von derselben Hand an den Vorsätzen ausführliche Wort- und Namensglossen sowie am vorderen Innendeckel bibliograph. Verweis auf eine in der Allg. Jen. Literaturzeitung zitierte Ausgabe von 1825 sowie die Bemerkung, "Eine hochdeutsche Bearbeitung des Reineke von Beuther 2te Aufl. Frankf. a. M. 1556 soll sehr gut seyn". Am Vorsatz, von offenbar anderer Hand, Besitzvermerk "Dr. J. Jacoby 1859". Hernach in der Sammlung des Bibliothekars und Kantforschers Rudolf Reicke (1825-1905) mit mehreren Bleistiftmarginalien von seiner Hand sowie am Vorsatz dem ein Jahr nach seinem Tod angebrachten Akzessionsstempel der Königsberger Stadtbibliothek. Um 1960 neu aufgebunden (unter Wahrung der ursprünglichen Spiegel).
  ¶ Goedeke I, 483, 18. Ebert 18846. Borchling/Cl. 3885. Jantz 1264.
 

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7 [Andachtsbuch]. Geistlicher Schild, gegen geist- u. leibliche Gefährlichkeiten allezeit bei sich zu tragen. Darinnen sehr kräftige Segen und Gebethe [...]. Prag, Wenzeslaus Nowodny, 1747(-1800). 215, (1) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel und 24 Textholzschnitten (Heiligenportraits). Halblederband der Zeit über Holzdeckeln (stärker lädiert). 12mo.
  € 450
Seltene, spätere Ausgabe des von der Kirche verbotenen Zauber-Andachtsbüchleins. Das erstmals 1647 in Mainz auf deutsch erschienene Buch ist die Übersetzung "eines lateinischen Gebetbüchleins aus dem 16. Jh., das noch stärker als der Antidotarius animae des Salicet und der Hortulus animae von abergläubischen Stoffen durchsetzt ist. Das Original ist: 'Leo Magnus. Hoc in enchiridio manualive, pie lector, proxime sequenti habentur septem psalmi poenitentiales, oratio devota Leonis papae, oratio sancti Augustini: aliquot item orationes adversus omnia mundi pericula' (Romae) 1525 in 32°. Es gibt davon zahlreiche Ausgaben, auch französische Übersetzungen [...] Das Buch wird bis heute neugedruckt und verbreitet. Von der Kirche ist es verboten, wird aber noch immer allgemein als Schutz gegen allerlei Gefahren benutzt" (Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Sp. 566f.). Es handelt sich hierbei um "an sich gute Gebete, bei denen gesagt wird, sie müssten, um den gewünschten Erfolg zu haben, in einer bestimmten ungewöhnlichen Weise gesprochen oder so und so vielmal wiederholt werden" (Reusch). Das Gebet gegen die Pest, "bestehend aus einigen Buchstaben des Alphabets, welche gewisse Versikel andeuten, die man hersagen oder bei sich tragen soll (von der Inq. verboten 1630)" (ebd. II, 216), liegt hier zusätzlich bei in einer zeitgenössischen Abschrift auf einem kleinen Zettel zum ständigen Beisichführen. - Mehrere mitpaginierte Zwischentitel; der letzte ("Geistliche Schild-Wacht") mit eigenem Druckjahr "1800". Deckel gebrochen bzw. mit Fehlstellen; stärker berieben. Einige Eckläsuren. Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster.
  ¶ Vgl. Reusch II, 217 u. 1224.
 

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8 [Antiphonarium Romanum]. Antiphonarium romanum de tempore et sanctis, ad normam Breviarii ex decreto sacrosancti Concilii Tridentini restituti, S. Pii V pontificis maximi jussu editi, Clementis VIII ac Urbani VIII auctoritate recogniti [...]. Editio omnium recentissima ac emendatissima. Venedig, ex typographia Balleoniana (Baglioni), 1766. 478, CXXXVIII SS. Durchgehend in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Titelvignette (nach Zanchi). Blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 5 Bünden. Dreiseitiger Rotschnitt. Spuren von Schließen. Imperial-Folio (350:488 mm).
  € 2,500
Schönes, monumentales venezianisches Antiphonar im durchgehenden rot-schwarzen Notendruck. Auf kräftigem Papier und mit großen Typen gedruckt. - Einband etwas berieben und fleckig; Titel unbedeutend angestaubt. Am vorderen Innendeckel hs. Besitzvermerk: "Sub Guardianatu M. V. P.ris Caroli Sebenyi pro Sacris Comparatum Anno 1779no. Laudetur Deus!"
  ¶ ICCU DE94102702247.
 

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9 Artemidorus Daldianus. Artemidori des griechischen Philosophi großes und vollkom[m]nes Traum-Buch, darinnen vom Ursprunge, Unterscheid und Bedeutung allerhand Träume, wie dieselben einem im Schlaffe vorkommen mögen, auß natürlichen Ursachen gründlich außgeleget und erkläret [...]. Leipzig, Georg-Heinrich Frommann, 1666. 439, (41) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. (mitpag.) Frontispiz (C. Rombstedt sculp.). Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden. 8vo.
  € 850
Sechste deutsche Ausgabe (erstmals um 1570 bei Rihel in deutscher Sprache erschienen). - Artemidor von Daldis (2. Jh.) aus Ephesus in Kleinasien war der bedeutendste Traumforscher und -deuter der Antike. Sein überaus erfolgreiches Traumbuch, die "Oneirokritika" ("Traumdeutung"), ist das einzige Traumdeutungsbuch der Antike, das uns vollständig erhalten geblieben ist. Es stellt nicht nur ein interessantes Beispiel für antiken Aberglauben dar, sondern auch einen frühen Versuch, das Rätselhafte und Verworrene der Träume zu systematisieren und daraus eine gleichsam empirisch gestützte Deutungstechnik entwickeln. - Die deutsche Ausgabe ist ergänzt um Melanchthons Traumlehre, die dessen "Commentarius de anima" (1540) entnommen ist (vgl. dazu Hartfelder 240). - Etwas gebräunt, aber insgesamt wohlerhalten. Der zeitgenöss. Pergamentband fachmännisch am Rücken restauriert. In allen Ausgaben selten; seit 1950 kein Exemplar dieser Ausgabe auf Auktionen nachweisbar; nicht in USA.
  ¶ VD 17, 7:665958D. Hoffmann I, 383. Graesse (Bibl. mag. & pneum.) 97. OCLC 46289802. Vgl. Rosenthal 1963.
 

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10 Auer, Alois. Theoretisch-practische französische Sprachlehre für den öffentlichen, Privat- und Selbstunterricht. Linz, Friedrich Eurich & Sohn, 1839. (8), VIII, 496 SS. Roter Maroquinband der Zeit mit goldgepr. Deckelbordüren und hübscher Rücken-, Stehkanten- und Innenkantenvergoldung. Dreiseitiger Goldschnitt. Senffarbene Vorsätze. 8vo.
  € 200
Umfassende französische Sprachlehre Auers, damals noch Italienisch- und Französischlehrer am Linzer Lyceum: "Bei Eurich erschienen übrigens auch die ersten Veröffentlichungen des damaligen Lehrers und späteren Direktors der k. k. Staatsdruckerei Alois Auer" (Durstmüller). Schon im Vorjahr hatte Auer mit seiner tabellarischen "Universal-Übersicht aller Regeln und Ausnahmen der französischen Sprache" ein didaktisch klug angeordnetes Hilfsmittel herausgebracht, das ebenfalls Eurich druckte. - Teils schwach stockfleckig. Einband gering berieben; unteres Kapital lädiert; Vordergelenk mit winziger Anplatzstelle. Insgesamt sehr ansprechend gebundenes Exemplar aus der Bibliothek des Stifts Kremsmünster (OÖ), das bis zum heutigen Tage ein Gymnasium betreibt, mit entspr. Titelstempelung und Signaturetikett am Vorderdeckel.
  ¶ Durstmüller I, 311.
 

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11 Bäuerle, Adolf (Hrsg.). Was verdankt Oesterreich der beglückenden Regierung Sr. Majestät Kaiser Franz des Ersten? Wien, Anton von Haykul, 1834. (2), XX, 551, (1) SS. Mit 3 gest. Tafeln (davon 2 gefaltet). Späterer Pappband mit aufgezogenen Originalbroschurdeckeln und -rücken. Gr.-8vo.
  € 200
Erste Ausgabe des Huldigungswerks. Enthält neben der Geschichte der franziszeischen Regierungszeit einen guten Überblick über das geistige, kulturelle und soziale Leben Österreichs im frühen 19. Jahrhundert. - Titel und Schluß etwas gebräunt bzw. leicht wasserrandig, sonst wohlerhalten. Vorliegend die seltene, von Mayer verzeichnete Variante mit 551 (statt nur 510) Seiten Umfang.
  ¶ Wurzbach VI, 217. Goedeke IX, 84, 23. Slg. Mayer 1578.
 

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12 Balbín, Bohuslav Aloysius, SJ. Diva Wartensis, seu origines, et miracula magnae Dei, hominumque matris Mariae, quae a tot retro saeculis Wartae, in limitibus Sileasiae, comitatusque Glacensis, magna[m] populorum frequentia[m] colitur, clarissima miraculis [...]. Prag, formis Caesaro-Academicis, 1655. 304, (8) SS. Mit gest. Frontispiz, ganzs. Wappenkupfer im Text und 3 gest. Tafeln (dav. 1 gefaltet). Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. 4to.
  € 750
Erste Ausgabe. - Über Ursprung und Geschichte des Wallfahrtsortes Wartha (heute Bardo) an der Glatzer Neisse und über die Marienwunder daselbst. 1657 sollte eine deutsche Ausgabe erscheinen ("Ursprung und Mirackel der großmächtigsten Gottes- und der Menschen Mutter Mariae, welche von so viel Hundert Jahren hero zu der Warten, in den Gräntzen deß Landes Schlesien, und der Graffschafft Glatz, mit unzehlbar-grossen Wahlfahrten verehrt wirdt, und hoch mit Wunderwercken leuchtet"). Druckvariante ohne den Buchhändlerhinweis "prostant apud Nicolaum Hosing Bibliopolam". Die Kupfer gestochen von Wolfgang Kilian (darunter eine hübsche Ansicht von Wartha). Der tschechische Theologe, Geschichtsschreiber und Sprachwissenschaftler Bohuslav Balbín (1621-88) aus Königgrätz "consacra toute sa vie à la composition de ses ouvrages, et mourut à Prague" (de Backer/S.). - Teils schwach gebräunt, insgesamt sehr schön erhaltenes Exemplar. Das Frontispiz aus einem anderen Exemplar ergänzt und am Titel vorgeheftet (kl. Spuren beschnittenen Besitzvermerks einer Augustinerbibliothek am unteren Blattrand). Am vorderen Innendeckel Exlibris der Sammlung Michel Hudelot, Brunoy.
  ¶ De Backer/Sommervogel I, 793, 7. Estreicher XII, 338f. Vgl. Loewe 5154 und VD 17 1:680006S (dt. Übers.).
 

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13 Baumgartner, Andreas. Die Mechanik in ihrer Anwendung auf Künste und Gewerbe. Wien, Carl Gerold, 1834. VIII, 404, (4) SS. Mit 9 mehrf. gefalt. gest. Tafeln (M. Aigner sc.). Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und -vergoldung. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. Gr.-8vo.
  € 300
Zweite, vermehrte Ausgabe. Die Erstausgabe erschien 1823. Die Tafeln zeigen Experimentalgeräte der Mechanik (Zahnräder, Förderbänder, Pumpen, Kolben, Gelenke, Seil- und Flaschenzüge etc.) sowie Diagramme zu ihrer Funktionsweise. - Der Wiener Physikprofessor Baumgartner (1793-1865) bekleidete später verschiedene Ministerämter und wurde Präsident der Akademie der Wissenschaften. - Teils ganz leicht braunfleckig bzw. wasserrandig, sonst sauber. Ecken etwas bestoßen.
  ¶ Poggendorff I, 118.
 

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14 (Bentz, Adolph Christoph). Das in der tieffesten Krufft vergrabene und nunmehro entdeckte Kleinod, welches ist der alleredelste Schatz der Philosophorum, nemlichen Lapis Philosophorum seu medicina universalis. Wie uns auf was Weise zu derselbigen zu gelangen, gantz deutlich und ohnverdeckt beschrieben. Nebst einem Anhang einer Warnungs-Schriftt der falschen Gold- und Silber-Tincturen, Pulver und Pillen [...]. Frankfurt, Johann Adolph, 1714. (30), 112 SS. Grüne Marmorbroschur der Zeit (Rücken fachmännisch erneuert). 8vo.
  € 580
Erste Ausgabe. - Bentz war Stadtarzt in Uffenheim; "he is said to have collected medical rather than chemical secrets" (Ferguson). Er signiert am Titel mit "A[dolph] C[hristoph] B[entz] M[edicinae] D[octor]" und nennt sich am Schluß von Widmung und Vorwort mit vollem Namen. Sein Gegner Fictuld verunglimpfte seine Werke als "Sudel-Schrifften". - Papierbedingt wie stets durchgehend gebräunt; kleiner, alt hinterlegter Randeinriß in der Widmung. Titel mit altem ungarischem Bibliotheksstempel (Kir. Magyar Természet-Tudományi Társulat - Kgl. Ungar. Geolog. u. Geograph. Gesellschaft).
  ¶ Ferguson I, 96. Blake 41. Ferchl 35. Neu 400. OCLC 56865020.
 

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15 Besange, Hieronymus, OSB. Synopsis vitae religiosorum Ord. S. P. Benedicti, Cremifani Super. Austriae professorum, qui ab anno MDCLXIX ad annum usque MDCCLXXVII id est, a primo anno regiminis RR. DD. Erenberti Schrevogl ad annum usque sextum RR. DD. Erenberti Meyer huius nominis III. pie in Domino defuncti sunt. Steyr, Abraham Wimmer, 1777. 214, (26) SS. Interimspappband der Zeit über Holzdeckeln mit hs. Rückentitel. 8vo.
  € 120
Einzige Ausgabe. - Biographisches Handbuch aller 233 im Zeitraum 1669 bis 1777 verstorbenen Mönche des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ). Der Kirchenrechtler Hieronymus Besange (1726-81) lehrte seit 1755 ebenda die Heilige Schrift. - Einband berieben; Rücken mit größerer Fehlstelle. Papierbedingt teils etwas gebräunt; einige Randanstreichungen. Am vorderen Vorsatz hs. Besitzvermerk des niederbayerischen Benediktiners Theoderich Hagn (1816-72), der 1841 in Kremsmünster die Profeß ablegte. "1842-58 Archivar in Kremsmünster, war er seit 1846 auch Kustos der Stiftskirche, seit 1850 Novizenmeister. Hagn widmete sich seit 1850 gegen vielfache Widerstände der Reform des Benediktinerordens, war 1857 Sekretär des Apostolischen Visitators und wurde 1858 Abt von Lambach. Aus Protest gegen seine Einsetzung ließen sich die Kapitularen säkularisieren. Nach seiner Weihe 1859 besiedelte Hagn das Kloster neu, führte u. a. Bruderschaften und Maiandachten ein, gründete Vereine, Kunst- und Musikschulen, restaurierte die Bauten, vergrößerte die Bibliothek und legte naturhistorische Sammlungen an" (DBE).
  ¶ Pachmayr IV, 786, VIII. Hess, Steyr 440. Comenda 211.
 

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16 [Biblia germanica]. Biblia, Das ist: Die ganze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, Nach der deutschen Uebersetzung und mit den Vorreden Doctor Martin Luthers [...]. Tübingen, Johann Philipp Erhardt, 1748. (68), 776, 294, (2), 184, 372 SS. Titel in rot und schwarz. Mit 2 gest. Frontispizen und 30 (st. 31) gest. Tafeln (teils mit gedr. Erklärungen verso). Restaurierter Lederband der Zeit unter Verwendung des originalen Materials über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten (Schließen fehlen). Dreiseitiger Rotschnitt. 4to.
  € 280
Seltene, zweispaltig gedruckte, hübsch illustrierte Lutherbibel. Nachdruck der Tübinger Ausgaben 1745 und 1741. - Etwas gebräunt bzw. braun- und fingerfleckig. Es fehlt ein Kupfer im Neuen Testament. Am vorderen Vorsatz hs. Besitzvermerk aus Württemberg (dat. 1841): "Diese Bibel Gehörtt. Friderika Siegwardin eine Gebohrne Althaen zur erbschaft von ihrem Vatter um ihr Ehgut. Carl Immanuel Siegward in Döffingen Eingebunden".
  ¶ Württ. Bibelslg. E 1428 (Ex. ohne gedr. Titel und das Frontispiz zum NT). Nicht bei Darlow/Moule.
 

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17 [Biblia graeca - AT - Psalmi]. [Davides emmetros], sive Metaphrasis libri psalmorum graecis versibus contexta. (Ed. James Duport). Cambridge, John Field, 1666. Gest., ill. Titel (A. Hertochs fec.), (64), 216 SS. Englischer Lederband des 18. Jahrhunderts auf 5 Bünden mit goldgepr. rotem Rückenschildchen; Spuren oxydierter Stehkantenvergoldung. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 4to.
  € 600
Variante der ersten Separatausgabe. - "A metrical version of the Psalter, in Greek hexameters [...] James Duport (1596-1679) was king?s chaplain in 1660; he became Master of Magdalene College in 1668, and Vice-Chancellor of Cambridge University in 1669" (Darlow/M.). Schon 1665 hatte Field das ganze Alte Testament in griechischer Sprache gedruckt. 1666 erschienen dann die Psalmen in einer griechisch-lateinischen Ausgabe (mit 76 Seiten Vorstücken und 431 Seiten Text) sowie - wie vorliegend - nur griechisch. Die (durchgehend lateinischen) Vorstücke enthalten den Widmungsbrief an Charles II. sowie eine umfangreiche Vorrede an den Leser. - Etwas knapp beschnitten (gelegentlich geringer Verlust der Seitenzahlen); Einband an Ecken und Kanten etwas berieben; der Rücken fachmännisch restauriert. Am Titel alter hs. Besitzvermerk "EdR"; am vorderen Innendeckel alte Bibliothekssignatur. Im ganzen sehr schön erhaltenes Exemplar.
  ¶ NUC 152, 378. OCLC 70338394. Vgl. Darlow/Moule 4703. Nicht in der Württ. Bibelslg.
 

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18 [Biblia graeco-latina - NT]. Novum domini nostri Jesu Christi testamentum graecum, latine ad litteram redditum, et in usum theologiae candidatorum vulgatum. Wien, Leopold Johann Kaliwoda, 1740. 2 Bde. (4), 120, 80, 134, 98 SS. (2), 136, 328, 62, (8) SS. Mit 2 gest., ill. Titeln (Franz Leopold Schmitner sc.) und 2 gest. Faltkarten. Lederbände der Zeit mit Rückenschildchen und -vergoldung (lädiert). Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Marmorvorsätze. 8vo.
  € 280
Hübsches Wiener Neues Testament in griechischer Sprache, zu Unterrichtszwecken besonders brauchbar durch die lateinische Interlinearübersetzung. Nach der Vulgata eingerichtet von Ludwig Debiel (1527-98). "Die Einrichtung ist im Grunde wie bei [Plantins griech.-lat. Ausgabe von 1572], nur daß die ersetzten Vulgata-Elemente nicht mehr neben der Zeile am Rand erscheinen, sondern am unteren Rand und durch Buchstabenindices der Verweis sichergestellt wird" (Strohm, Württ. Bibelslg.). - Teils schwach gebräunt. Einbände mit kl. Wurmspuren; Bd. 2 mit größeren Rückenfehlstellen. Es fehlt der gedr. Titel in Bd. 1. Kleines Bibliotheksetikett am Vorderdeckel. Kupfertitel verso mit Stempel der Universitätsbibliothek Wien; alte hs. Besitzvermerke "Ex Bibliotheca Conventus Baadensis" (lt. zeitgenöss. hs. Notiz am Vorsatzblatt. Geschenk des Wiener Theologieprofessors Edmund Küffner im Jahre 1741).
  ¶ Württ. Bibelslg. C 417. Adler (Lorckiana) 587. Nicht bei Darlow/Moule.
 

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19 Bischoff, Joseph Rudolph. Italiänische Sprachlehre. Steyr, Abraham Wimmer, 1778. (2), 408, (10) SS. Mit gest. Portraitfrontispiz (Gürtlerin pinx. / Math. Pock sc.). Lederband der Zeit auf 4 Bünden mit Spuren eines goldgepr. Rückenschildchens. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 380
Erste Ausgabe des Italienischlehrbuchs. Der Philologe J. R. Bischoff (geb. 1743) wirkte als Sprachlehrer am noch heute bestehenden Stiftsgymnasium in Kremsmünster (vgl. Hamberger/Meusel). - Papierbedingt teils gering braunfleckig. Zwei alte Pergamentblattweiser. Das Frontispiz zeigt Erenbert Meyer, Abt von Kremsmünster (1716-71). Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster mit entspr. altem Signaturschildchen am Rücken.
 

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20 Blümel, Jakob. Die Geschichte der Entwicklung der Wiener Vorstädte nach authentischen Quellen zusammengestellt. Wien, Cornelius Vetter (Tl. 1) bzw. Selbstverlag des Verfassers (Tle. 2 u. 3), 1884-1886. 3 Teile in 1 Band. (2), 110, (2) SS. (4), 342 SS. (2), 231, (1), V, (1) SS. Grüner Originalleinenband mit goldgepr. Deckel- und Rückentitel. Dreiseitiger Rotschnitt. Lesebändchen. Gr.-8vo.
  € 280
Erstausgabe dieser reich illustrierten Geschichte der Wiener Vorstädte. - Papierbedingt wie stets gleichmäßig schwach gebräunt. Ecken minimal bestoßen; vorderer Vorsatz gelockert, sonst tadelloses Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz III, 12747. Slg. Mayer II, 914.
 

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21 [Bodin, Jean] - (Werdenhagen, Johann Angelius). Iohannis Bodini, Andegavensis, de republica librorum breviarium. Quae a Bodino praetermissa, aut ejus sententiae adversa, & inter politicos controversa sunt, passim expenduntur & explicantur. Amsterdam, Johann Jansson, 1645. (24), 883, (1) SS., 2 l. w. Bl. Titel in rot und schwarz gedruckt. Lederband der Zeit mit doppelten goldgepr. Deckelfileten, goldgepr. Rückentitel und Rückenvergoldung. Dreiseitiger marmorierter Schnitt. 8vo.
  € 400
Erste Oktavausgabe von Werdenhagens Bodin-Kommentar (die Stabi Berlin verzeichnet eine sonst nirgends nachgewiesene Folioausgabe mit Druckjahr 1644). Die Vorstücke enthalten noch eine kurze Abhandlung, "De politicis scriptoribus, et Bodino judicium" des frz. Bibliothekars Gabriel Naudé (1600-53); ab S. 807 folgt das "Corollarium theologo-politicum" des Hannoveraner Theologen Statius Buscher (1561?-1641). Den Hauptteil bildet die im Text so bezeichnete "Synopsis in sex libros Iohan. Bodini, de republica" des Helmstädter Rechtsgelehrten J. A. Werdenhagen (1581-1652; vgl. ausf. Jöcher IV, 1893ff. und ADB XLI, 759ff.). - Einband schwach berieben; obere Ecke des Vorderdeckels bestoßen; Vordergelenk unten minimal angeplatzt; winzige Schadstelle am oberen Kapital. Am vorderen Vorsatz hs. Motto (nach Jesus Sirach 1:16) "Initium sap[ient]iae timor D[omi]ni" (um 1800); am letzten Textblatt entspr. hs. Besitzvermerk (wohl des franko-kanadischen Juristen und Staatsmanns Ingram Ball, 1752-1807).
  ¶ OCLC 54311388. Jöcher IV, 1894f.
 

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22 Bonifatius VIII., Papst. Liber sextus decretalium D. Bonifacii Papae VIII. Clementis Papae V. constitutiones. Extravagantes tum viginti D. Ioannis Papae XXII. tum communes. Haec omnia cum suis glossis suae integritati restituta, et ad exemplar romanum diligenter recognita. Venedig, sub signo Aquilae renovantis, 1604. (8), 47, (3) SS., 1 w. Bl., 948 Spp., 1 w. Bl., 384, 396 Spp., 1 w. Bl., (24) SS. Mit großer Holzschnittdruckermarke am rot-schwarz gedruckten Titel. Halbschweinslederband der Zeit auf 5 Doppelbünden mit Deckelblindprägung. Bindebänder fehlen. Dreiseitiger Farbschnitt. Folio.
  € 650
Fortsetzung der Dekretalien des Papstes Gregor IX., bis 1917 ein wesentlicher Bestandteil des Codex Iuris Canonici. Bonifatius VIII. gilt als "one of the most distinguished canonists of his age, and as pope enriched the general ecclesiastical legislation by the promulgation [...] of a large number of his own constitutions and of those of his predecessors, since 1234, when Gregory IX promulgated his five books of Decretals. In reference to this the collection of Boniface was entitled 'Liber Sextus', i. e., Sixth Book of Pontifical Constitutions, being constructed on the same lines" (Cath. Enc. II). Mit den ebenfalls enthaltenen "Constitutiones" des Papstes Clemens V. sowie den "Extravagantes" und "Extravagantes communes" bildet der vorliegende Band den Abschluß der dreibändigen, ausführlich glossierten CIC-Folioausgabe, die die Verlagsgenossenschaft "Socios Aquilae Renovantis" 1604 herausbrachte. - Einband etwas berieben. Am Titel zwei zeitgenöss. hs. Besitzvermerke von Kärntner Geistlichen aus Feldkirchen und Feistritz/Drau: "Ex libris Sebastian Grosser Parochi Veltkhiorchenii" und "Ex libris Jacobi Ernest Tyrgg Parochi ad S. Georgium in Feistritz".
  ¶ OCLC 41409521.
 

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23 Brentano, Clemens. Die Gründung Prags. Ein historisch-romantisches Drama. Pest, Conrad Adolph Hartleben (Wien, Strauß), 1815. (2), 450 SS., l. w. Bl. Mit gest. Frontispiz (Fr. Stöber sc.). Bedr. Originalbroschur mit erneuertem Rücken. 8vo.
  € 220
Erste Ausgabe. - Durch Brentanos zweijährigen Aufenthalt in Böhmen angeregtes Drama über den Freiheitskampf der Tschechen. In dieser Version der Libussa-Sage "überwuchert das mythische Motiv vom Kampf der weißen gegen die schwarze Magie, der mit dem Kampf der lichten Götter endet, geradezu das Libussa-Primislav-Thema" (Frenzel [Stoffe] 438). "Das Drama leistete einen hervorragenden Beitrag zu dem aus romantischem Geist geborenen Nationalmythos einer tschechisch-slavischen Vorzeit" (KLL). - Broschur mit minimalen Randläsuren; insgesamt gutes, sauberes Exemplar.
  ¶ WG² 15. Goedeke VI, 60, 27. Slg. Borst 1215. Mallon 55a.
 

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24 Breydenbach, Bernhard. Dis buch ist innhaltend die heilig[n] reysen gein Jherusalem zu dem heiligen Grab [...]. [Speyer, Peter Drach, c. 1505]. Folio. 103 (instead of 126) unnumbered ff. With 5 (instead of 7) double-page-sized coloured woodcut plates (only 2 of which are complete), 10 (instead of13) text woodcuts in contemporary colour, 7 woodcuts oriental alphabets, and numerous red lombardic initials. Contemp. blindstamped vellum binding over wooden boards.
  € 4,500
Fragment of the third German edition of Breydenbach's "Pererginatio in terram sanctam" in contemporary colour. The book was classed as an incunable by all earlier bibliographers. - Slightly browned throughout; occasional fingerstaining and slight defects to edges. Three of the double-page-sized folding plates lack half the plate. Contemporary binding with slight defects and wanting clasps.
  ¶ Hain 3958. Schreiber 3632. GKW IV, 656. Goff N 1195. VD 16, B 8259.
 

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25 [Bulgaria - Russo-Turkish War]. Boudkewitch, J.-C. Bulgarie 1877-1878. Première (-deuxième) partie. Paris, Buginot, [c. 1880]. Folio. 50 lithogr. plates in two original portfolios.
  € 950
The plates depicts landscapes and sites os the war, Russian military leaders and Bulgarians in traditional costume. Extremely rare; a single copy listed inlibrary catalogues internationally (Centre d'Études Slaves, Paris; "première partie" only).
 

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26 Caraccioli, Louis Antoine de. Das Leben des Pabstes Clemens des XIV. (Ganganelli) [...]. Frankfurt/Leipzig, Gebr. van Düren, 1775. (8), 246, (2) SS. Mit gest. Titelvignette. (Dabei:) [Ders.]. Leben Klemens des XIV. Römischen Pabsts. Zweyter (-dritter) Theil. Berlin/Leipzig [d. i. Wagner, Ulm für Raspe in Nürnberg], 1775. 198, (10) SS. XXXVI, 122, (6) SS. Mit 1 gest. Frontispiz und 5 zumeist gefalt. gest. Tafeln. (Und:) [Korn, Christoph Heinrich]. Der Geist Klemens XIV. samt einer Lobrede auf diesen grossen Pabst [...]. London [d. i. Wagner, Ulm für Raspe in Nürnberg], 1775. 2 Teile in 1 Band. (4), 134, 38, (4) SS., l. w. Bl. Blaugraue Interimspappbände der Zeit mit hs. Rückentitel. 8vo.
  € 350
Caracciolis "Vie du Pape Clément XIV" erschien 1774 noch zu Lebzeiten des Papstes; dessen spektakuläres Ableben im September, nur ein Jahr nach dem Jesuitenverbot, machte eine Neuausgabe nötig, die auch in Übersetzungen große Verbreitung erlangte. Vorliegend eine einbändige deutsche Ausgabe aus dem Jahre 1775; beigegeben sind die Bände 2 und 3 der 1775 erschienenen dreibändigen deutschen Ausgabe sowie der dieselbe ergänzende Band "Der Geist Klemens XIV.". - Papierbedingt teils unbedeutend braunfleckig. Die Tafeln zeigen Medaillen sowie den Konklavtrakt des Vatikans, Clemens' Papstkrönung sowie seine "Leich-Procesion".
  ¶ Holzmann/Bohatta III, 428 und II, 5695. Weller (Druckorte) 109 u. vgl. 108. Vgl. Fromm 4511.
 

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27 Cervantes Saavedra, Miguel de. Leben und Thaten des weisen Junkers Don Quixote von Mancha. Von Friedr. Just. Bertuch. Wien und Prag, Franz Haas, 1798. 6 Bde. in 3. 308, (2) SS., l. w. Bl. 316, (2) SS., l. w. Bl. 360, (4) SS., 2 l. w. Bll. 436, (4) SS. 304, (4) SS. 312, (4) SS., 2 l. w. Bll. Mit zus. 6 gest. Frontispizen (Weinrauch nach nach Chodowiecki) und 6 gest. Titeln mit Vignette. Marmorierte Pappbände der Zeit. 8vo.
  € 480
Seltener Wiener Nachdruck von Bertuchs erstmals 1775-79 erschienener Übersetzung, mit den hübschen Frontispizen nach Daniel Chodowiecki. - Einbände berieben; Ecken leicht bestoßen. Innen gelegentlich unbedeutend braunfleckig; insgesamt von hübscher Erhaltung.
  ¶ Rümann 158. Vgl. Goedeke IV.1, 679, 12.
 

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28 Christ, J[ohann] L[udwig]. Der Baumgärtner auf dem Dorfe, oder Anleitung, wie der gemeine Landmann auf die wohlfeilste und leichteste Art die nützlichsten Obstbäume zu Besetzung seiner Gärten erziehen, behandlen, und deren Früchte zur Verbesserung seiner Haushaltung recht benutzen solle. Neueste Auflage. Frankfurt/Main, o. Dr., 1795. (16), 372, (12) SS. Mod. marmorierter Pappband. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 350
Nachdruck der ersten Ausgabe von 1792; die rechtmäßige zweite Ausgabe erschien erst 1800. Der Württemberger Theologe und Pomologe J. L. Christ (1739-1813) widmete sich neben seinem Pfarramt dem Obstbau, der Landwirtschaft und der Bienenzucht. "Als Besitzer zweier Baumschulen konzentrierte sich Christ, der für die Verbreitung von Edelkastanien und Mirabellen sorgte, in erster Linie auf die Zucht von Obstgehölzen, wobei er die Grundlagen für eine planmäßige Obstzucht schuf. Seine systematische Einteilung der Obstsorten war wegbereitend für die wissenschaftliche Obstbaumkunde" (DBE). - Etwas wasserrandig.
  ¶ Bode, Christ 369.
 

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29 [Corpus iuris canonici]. Corpus iuris canonici emendatum et notis illustratum. Basel, Emanuel u. Johann Georg König, (1695-)1696. 5 Teile in 1 Band. (34) SS., 1280 Spp. (12) SS., 754 Spp., (1) S. (12) SS., 406 Spp., (1) S. (8) SS., 158 Spp., (81) SS. (4) SS., 236 Spp., (20), (16), (86) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Hübscher blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 3 erhabenen Bünden mit doppeltem goldgepr. Rückenschildchen. Verblaßter dreiseitiger Farbschnitt. 2 intakte Schließen. Gr.-4to.
  € 850
Prächtige Basler Gesamtausgabe der seit 1582 unter diesem Titel herausgegebenen päpstlichen Rechtsbücher. "Das kanonische Recht hatte weite Felder, die sich mit dem römischen (weltlichen) Recht überlappten, großteils ergänzten sich beide Rechtssysteme: ius utrumque. Körperschaftsrecht, Strafrecht. Eherecht, Erbrecht, Eigentumsrecht, Vertragsrecht und vor allem Verfahrensrecht waren auch systematisch Gebiete des kirchlichen Rechts. Die gut ausgebaute und bestens funktionierende Rechtsprechung, die stets auch mit ausgezeichnet ausgebildeten Juristen besetzt waren, prägte das Abendland und hatte auch Vorbildfunktion. Die Materien des kirchlichen Rechts waren [bis ins] 18. Jahrhundert Gegenstand des Rechtsunterrichts" (Auvermann & Keip, Kat. Mundus Iuris, S. 22f). Enthält ferner (mit eigenem Titelblatt) die Einführung des Giovanni Paolo Lancellotti (1522-90) in das Kirchenrecht. - Papierbedingt teils unterschiedlich braunfleckig; der schön blindgepr. Einband wenig berieben und insgesamt außergewöhnlich frisch. Exemplar aus der Stiftsbibliothek Klosterneuburg mit hs. Besitzvermerk (dat. 1761) am Titel.
  ¶ VD 17, 1:009956Y.
 

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30 [Corpus iuris canonici] - Pithou, Pierre & François (ed.). Corpus iuris canonici Gregorii XIII. pont. max. jussu editum a Petro Pithoeo, et Francisco fratre, jurisconsultis [...]. [Leipzig], Johann Friedrich Gleditsch, 1695. (64), 492 SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Titelvignette (Doppelportrait) und gest. Kopfstück. (Beigebunden:) Gregorii Papae IX. Decretales a Petro et Francisco Pithoeo [...] restitutae [...]. Ebd., 1695. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Titelvignette. (12), 282, (6), 283-488, (82), (8), 86, (12), 87-140 SS. Blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 6 Bünden mit hs. Rückentitel und goldgepr. Wappensupralibros ("F.E.A.A. & W.", dat. 1683) am Vorderdeckel. 1 Schließe (von 2). Folio.
  € 750
Sauber ausgeführter Leipziger Nachdruck der wichtigen Pariser CIC-Neuausgabe von 1687, ediert von den Gebrüdern Pierre (1539-96) und François Pithou (1543-1621) und herausgegeben von Le Pelletier (vgl. LThK VIII, 298). - Papierbedingt durchgehend gebräunt bzw. braunfleckig; einige unbedeutende Randläsuren. Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar im hübschen zeitgenössischen Klostereinband für Engelbert Fischer (1648-1723), 1683-1705 Abt des bayerischen Zisterzienserklosters Aldersbach bei Passau, mit seinem datierten Wappensupralibros ("F[ischerus] E[ngelbertus] A[bbas] A[ldersbachensis] et W[alderbachensis]"). Die damals sehr bedeutende, über 40.000 Bände umfassende Klosterbibliothek wurde im Zuge der Säkularisierung von Johann Christoph Freiherr von Aretin (1773-1824) aufgelöst.
  ¶ VD 17, 3:621631R und 1:009963G. Graesse II, 274. Schulte III/1, 564ff.
 

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31 [Corpus iuris civilis]. Corpus juris civilis in quatuor partes distinctum, Dionysio Gothofredo JC. auctore [...]. Frankfurt/Main, Societas / Balthasar Christoph Wust, 1688. (78), 18 SS., 19-130, 1872 Spp. Mit Kupfertitel und gest. Portrait Kaiser Leopold I. sowie Holzschnittdruckermarke (geschlungene Hände) am gedr. Titel. (Und): Codicis Dn. Justiniani sacratissimi [...] libri XII. Notis Dionysii Gothofredi JC. illustrati. Ebd., 1688. (16) SS., 1024 Spp., (2) SS., 282 Spp., (1) S., (8) SS., 456 (falsch: 465) Spp., (13) SS., 78 Spp. Mit wdh. Holzschnittdruckermarke am Titel. Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und -vergoldung. Marmorvorsätze. Gr.-4to.
  € 700
Berühmter spätbarocker Raubdruck von Denis Godefroys (1549-1622) Ausgabe des CIC (der "Littera Gothofrediana"): Institutionen, Digesten, Codex Iustitianus, Novellen; ferner ein Anhang mit zahlreichen Beigaben (Zwölftafelgesetz, Institutionen des Caius, Consuetudines feudorum etc.). Folgt der hochgelobten Amsterdamer van Leeuwnschen Ausgabe von 1663, jedoch im handlicheren Quartformat. Unter den neueren CIC-Ausgaben stellt dieser Nachdruck "das beste aller handlichen Hilfsmittel zur neueren Dogmengeschichte dar; auch dem heutigen Erforscher des antiken Rechts leistet sie nützliche Hilfe" (Troje). Angereichert wurde die Edition mit den Noten des bedeutenden Juristen Frans Maulde (Franciscus Modius, 1556-99). - Papierbedingt wie meist leicht braunfleckig. Titel mit kl. Randausschnitt (etwas Buchstabenberührung) und altem hs. Besitzvermerk; Kupfertitel mit alten Anzeichnungen und am unteren Rand alt angerändert. Teils schwach wasserrandig; einige wenige Bll. mit kl. Randläsuren (alt angerändert; vereinzelt etwas Buchstabenverlust). Einband berieben; Kapitale, Ecken, Kanten und Gelenke bestoßen. Insgesamt schöner Druck einer der der letzten großen Editionen des Corpus iuris civilis.
  ¶ VD 17, 1:013029E und 1:013036P. Vgl. Spangenberg 467. Stintzing/L. I, 387.
 

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32 Cyrill von Alexandria, Hl. Divi Cyrilli Alexandrini episcopi [...] omnia opera quae hactenus summa diligentia reperiri potuere [...]. Paris, Michel Sonnius, 1573. 2 Bde. in einem. (8) SS., 1074 Spp., (1) S., l. w. Bl. 762 Spp., (53) SS. (ohne das l. w. Bl.). Mit 2 Holzschnittdruckermarken am Titel. Lederband des 17. Jhs. (stark lädiert) auf 5 Doppelbünden mit Resten von Rückenvergoldung. Folio.
  € 650
Zweite lateinische Ausgabe bei Sonnius (zuvor kollationsgleich im Vorjahr erschienen), aus dem Griechischen übersetzt und ediert von Gentian Hervet (1499-1584; vgl. Gamillscheg/Harlfinger: Repertorium der griechischen Kopisten 800-1600). - Beide Deckel stark berieben (Oberschicht des Leders abgerieben); Kapitale defekt; Ecken und Kanten stärker bestoßen mit kl. Fehlstellen im Lederbezug. Innen insgesamt sauber und wohlerhalten; Titel unbedeutend fingerfleckig; vereinzelte hs. Anstreichungen und Notizen des 17. Jhs. Am vorderen Vorsatz verso kl. Provenienzvermerk: "Ex biblioth. P. Fabri". Recht selten; lt. OCLC kein Exemplar in USA (Nachweise für Nijmegen, Maastricht, Utrecht); ferner in Berlin, München, Köln (nicht in BnF).
  ¶ Adams C 3171. OCLC 63813114. Nicht bei BM-STC French.
 

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33 Digby, Kenelm. Eröffnung unterschiedlicher Heimlichkeiten der Natur [...], vornemlich von einem wunderbaren Geheimnüß in Heilungen der Wunden, ohne Berührung, [...] durch die Sympathiam, discurßweise gehalten in einer hochansehnlichen Versamlung zu Montpelier [...] Zum zweytenmal gedruckt [...]. Frankfurt/Main, Balthasar Christoph Wust, 1661. (6), 131, (5) SS. Pappband. 8vo.
  € 500
Seltene, Ferguson unbekannte zweite deutsche Ausgabe (zuvor 1660) des bekannten, bis weit ins 18. Jh. wiederaufgelegten Traktats mit der Erfindung und Anwendungsweise des Wunderheilmittels "Pulvis sympatheticus" (ferrum sulfuricum siccum). Sir Kenelm Digby (1603-65) führte ein abenteuerliches Leben, war als Diplomat aktiv und fuhr auch als Kaperkapitän zur See. Nach dem Tode seiner Frau zu den Naturwissenschaften hingezogen, führte er zahlreiche chemische Experimente durch. "In 1657 his increasingly poor health led Digby to take the waters at Montpellier, where he gave his famous account of the 'powder of sympathy', which cured wounds by being rubbed on the weapon that inflicted them. It was a strong solution of vitriol (copper sulfate) in rainwater, which could be improved by drying in the sun and by mixture with gum tragacanth" (DSB IV, 95). "The discourse on the powder of sympathy, one of the most famous of Digby's productions" (Ferguson VI, 22), erschien zuerst 1658 in Paris (in französischer Sprache), dann im selben Jahr in London auf Englisch und hernach in der Übersetzung von H. Hupka auf Deutsch. - Papierbedingt durchgehend gebräunt. Ohne das gestochene Frontispiz (als Faksimile beiliegend). Alter hs. Besitzvermerk am Titel verso.
  ¶ VD 17, 3:625237G. BL (German books) D 459. Ferchl 125. Vgl. Krivatsy 3250 (3. A., ebenfalls ohne Frontispiz). Ferguson (Books of Secrets) VI, 23 ("of the second edition, I do not know the date"). DSB IV, 96.
 

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34 [Diplomatie - italienische Barockhandschrift]. Ricordi per Ministri di Principi che negotiano presso ad altri Principi per loro Secretarij e por far nel lor ritorno a suo Principi le Relationi. [Wohl Venedig], um 1670. 13½ SS. Geheftet; das letzte Bl. lose. Gr.-4to (194:262 mm).
  € 850
Interessante Zusammenstellung von Instruktionen an (venezianische?) Botschafter zum Verkehr mit Fürsten anderer Staaten, insbesonderer Italiens, betreffend ihre Pflichten und insbesondere die Abfassung der diplomatischen Berichte ("Relazioni"), welche nach Hause zu senden waren. "Primieramente mostrarsi verso i Principi e popoli solamente Catholico e devoto Christiano amatore della giustitia et ancora del benefitio publico et usar sempre modestia in ogni sua attione e gravità con i vulgati e non dimeno farsi domestico e femigliare quando si può salva la dignità non solamente con i principali ma ancora con i mediocri e massima con quei che hanno autorità con li Principi et accommodarsi in parte alli costumi del paese. [...] Per la secretaria ci sono gl' Infra[scri]tti notabili. P[rimo]. Quando si negotia si scrive spesso al negotiato si suole avisare il di della data delle precedenti et anco il contenuto e per qual via si sono spedite e freschi mando la presente come sarebbe a dire l'ultime e penultime mie furono del primo e quinto di questo indirizzati a Maestri delle Poste di Trento e Bologna per agenti che di qua passarono per Milano a Genova et in esse dica il parlare di quanto haver a negotiato suo con questa che scrivo per loro mano che parti per Roma mi occorre. [...] 4°. Nelle lettere d'avisi si fa la data nella p[rim]a linea e faccia come avisi di Venetia 30 stante 1670. [...]". Weitere Abschnitte betreffen "Le cose che si ricercono per far la relatione al suo Principe nel lor ritorno che fanno dalla sua Ambasciaria"; "Institutione a negotianti per Condurre ad optimi fini i loro negotii"; "Che si ha da Considerare prima le proponiamo un negotio e condùrlo sicuro al fine e se è possibile con destrezza"; "Che la speranza et il timore sono infirmita del animo e che l'Ambasciatore conoscendole trovvera avenire a quelle il medesimo che aviene all'infirmita de corpi"; "Quello che comporta il silentio dal lato di colei che dovra rispondere all' Ambasciatore" etc. - Am Kopf etwas knapp beschnitten; geringfügige Berührung der Oberlängen der ersten Zeile am vorletzten Blatt.
 

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35 Dombay, Franz von. Grammatica linguae mauro-arabicae juxta vernaculi idiomatis usum. Accessit vocabularium latino-mauro-arabicum. Vienna, Camesina, 1800. Large 4to. 136 pp. With a folding engr. plate. Contemp. marbled half-calf binding with giltstamped title to sparsely gilt spine.
  € 850
First edition. - This grammar of popular Arabic confines itself to the Tanger dialect and thus constitutes "the first monograph on a Maghreb dialect and the first scientific contribution to the study of Arabic dialects" (Fück). The Viennese orientalist Dombay (1758-1810), who had studied at the Vienna Oriental Academy, specialized in Arabic and was sometime interpreter, staff member of the Austrian embassy in Madrid, and magistrate at the Court Registry. "When Emperor Joseph in 1783 sent a mission to the court of Morocco as a response to a Moroccan delegation which had visited Vienna, Dombay was among the entourage and used his time in Tanger to gain a sound knowledge of oriental literature [...] He enjoyed the reputation of an excellent oriental scholar, and his grammars of the Moorish-Arabic and the Persian language were long held in high esteem" (cf. ADB V, 324). - Binding rubbed; edges and corners bumped; spine-edgs defect; hinges split.
  ¶ Fück 151f. Schnurrer 95, 139. OCLC 2810555.
 

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Humanistisches Widmungsexemplar
36 Dornau, Caspar. Rodulphus Habsburgicus, panegyrico histor. celebratus, et notis variis, regulis theologicis, ethicis, politicis, illustratus. Görlitz, Johann Rambau, 1613. (4), 60 SS. Mit schlichter Holzschnitt-Titelbordüre. Marmorierter Heftstreifen am Rücken. 4to.
  € 850
Panegyrikon auf den im Vorjahr verstorbenen Kaiser Rudolf II. Obwohl der Mediziner, Philosoph und Schulmann Dornau (1577-1632), der Lehrer von Martin Opitz, ein Vorreiter der deutschspachigen Kunstdichtung war, pflegte er doch auch die Gattung der lateinischen Panegyrik. "Like all the late Humanists Dornau was a good Latin stylist" (Faber du Faur I, 20). Mit eigenhändiger Verfasserwidmung am Johann Jakob Grynaeus am unteren Titelrand: "Rever.do et Clar.mo dno. Joan. Jacobo Grynaeo | Theologo et Historico excell.mo mittit cum sal. pl. author." Der Schweizer Theologe Grynaeus (1540-1617) war Professor des Alten und Neuen Testaments in Basel und Heidelberg. Er "setzte sich für eine Festigung der reformierten Lehre innerhalb der Universität und Kirche in Basel sowie der Pfalz ein [und] gab 1590 die 'Confessio Basileensis' von 1534 neu heraus, was den endgültigen Bruch Basels mit dem Luthertum kennzeichnete" (DBE). - Einige zeitgenöss. Anstreichungen. Papierbedingt gleichmäßig etwas gebräunt; die Ränder (v. a. zu Beginn) etwas lappig.
  ¶ VD 17, 23:231441F. Nicht bei Goedeke, Faber du Faur etc.
 

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37 Dreyhaupt, Johann Christoph von. Pagus neletici et nudzici, oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum [...] Hertzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Creyses, und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter, Rittergüter, adelichen Familien, Kirchen, Clöster, Pfarren und Dörffer, insonderheit der Städte Halle, Neumarckt, Glaucha, Wettin, Löbegün, Cönnern und Alsleben [...]. Halle, Waisenhaus, 1755. 2 Teile und 2 Beilagen in 1 Bd. (26), 1108, (20) SS. (22), 974 [recte: 972], (20) SS. 232 SS. 221, (1) SS. Beide Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz, gest. Portrait (nach Gründler), 61 (teils gefalt.) Kupfertafeln, 57 Textkupfern und 34 Textholzschnitten und -vignetten. Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und hübscher Rückenvergoldung. Dreiseitiger marmorierter Farbschnitt. Buntpapiervorsätze. Folio.
  € 3,500
Zweite Ausgabe (EA 1749/50) des Hauptwerks des Hallenser Juristen und Historikers J. C. v. Dreyhaupt (1699-1768), in dem er "erstmals umfangreiches Material an Archivalien, darunter Hunderte von Urkunden, Kurzbiographien und genealogische Tafeln, veröffentlichte. Dreyhaupt wurde 1742 nobilitiert und war Hofpfalzgraf sowie Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina" (DBE). "Wichtige Abschnitte aus der Geschichte des ehemaligen Erzstiftes Magdeburg und der Stadt Halle hat Dreyhaupt als erster quellenmäßig bearbeitet [...] Sein Werk, das er auf eigene Kosten drucken ließ, ist noch heute für jeden, der sich mit der Geschichte Mitteldeutschlands beschäftigt, unentbehrlich" (NDB). "Diese beiden gewaltigen Folianten können für die damalige Zeit als das Muster einer Städtechronik gelten, in welcher der engere Kreis sich auf die Geschichte der ganzen Landschaft (des Herzogthums Magdeburg) erweitert" (ADB). - Selten komplett in beiden Teilen mit den Beilagen (diese datiert 1749 und 1750: Hondorffs Beschreibung des Halleschen Salzwerks und Dreyhaupts genealogische Tabellen mit 6 Wappenkupfertafeln). Mit Ansichten von Alsleben, Cönnern, Giebichenstein, Löbegrün und Wettin, sieben Halleschen Gebäudeansichten, Plänen Portraits, Wappen, Münzen, Siegeln, Schriftproben etc. - Am Frontispiz verso hs. genealogischer Eintrag der Halleschen Familie Malsch (dat. 1850). - 5 Kupfertafeln (Teil 1: 4-6; Teil 2: 40, 41) mit größeren Einrissen und etwas knitterig. - Vereinzelt unbedeutend braunfleckig; insgesamt sehr sauber. Der monumentale Band gering berieben.
  ¶ Engelmann 865f. Vgl. NDB IV, 124. ADB V, 407. Zu Gründler vgl. Thieme/Becker XV, 129.
 

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38 Ebermaier, Johann Christoph. Tabellarische Übersicht der Kennzeichen der Ächtheit und Güte so wie der Verwechselungen und Verfälschungen sämmtlicher einfachen und zusammengesetzten Arzneimittel. Zum bequemen Gebrauche für Ärzte, Physici und Apotheker entworfen. Leipzig, Johann Ambrosius Barth, 1804. VII, (1), 120, (2) SS. Interimsbroschur der Zeit. Folio.
  € 400
Seltene erste Ausgabe. - Der Apothekerssohn Johann Erdwin Christoph Ebermaier (1769-1825) lernte selbst Pharmazie und studierte später in Göttingen Medizin. Seine vielgebrauchte pharmakologische "Tabellarische Übersicht" durchlief zahlreiche Auflagen. - Papierbedingt gebräunt; Titel braunfleckig. Einige kl. Randläsuren (unbeschnittenes Exemplar).
  ¶ Schelenz 625. Hirsch/Hübotter II, 371. Vgl. Lesky 182 (4. A.). Nicht bei Wellcome.
 

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39 Eichendorff, Joseph von. Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Zwei Novellen nebst einem Anhange von Liedern und Romanzen. Berlin, Vereinsbuchhandlung, 1826. 8vo. IV, 278, (6) pp. Slightly later half calf binding with giltstamped title to spine.
  € 8,500
Very rare first edition of Eichendorff's most famous work, and the first book-form publication of the "Marmorbild", including some of his most beautiful and best-known poems. - Contemp. owner's stamp "M. Becher in Wesel" to title page. Occasional slight (finger-)staining; corners and hinges with traces of professional restoration. Altogether a well-preserved copy.
  ¶ WG² 3. Goedeke VIII, 195, 60. Krabiel 7.
 

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40 Einstein, Albert. Collection of 10 first issue offprints from the "Sitzungsberichte der preußischen Akademie der Wissenschaften". Berlin, Verlag der Akademie der Wissenschaften / de Gruyter, 1922-1932. I: Zur Theorie der Lichtfortpflanzung in dispergierenden Medien. 1922. [Weil 120. Seelig 162. Schilpp-Shields 145. Boni 132]. II: Zu Kaluzas Theorie des Zusammenhanges von Gravitation und Elektrizität. Erste [und zweite] Mitteilung. 1927. [Weil 156. Seelig 212]. III: Riemann-Geometrie mit Aufrechterhaltung des Begriffes des Fernparallelismus. 1928. [Weil 161. Seelig 161. Boni 174]. IV: Neue Möglichkeit für eine einheitliche Feldtheorie von Gravitation und Elektrizität. 1928. [Weil 162. Seelig 218. Cf. PMM 416]. V: Einheitliche Feldtheorie und Hamiltonsches Prinzip. 1929. [Weil 166. Seelig 227. Schilpp-Shields 227. Boni 184. Cf. PMM 416]. VI: Die Kompatibilität der Feldgleichungen in der einheitlichen Feldtheorie. 1930. [Weil 169. Seelig 239]. VII: Zum kosmologischen Problem der allgemeinen Relativitätstheorie. 1931. [Weil 179. Seelig 249, Schilpp-Shields 249]. VIII: Systematische Untersuchung über kompatible Feldgleichungen, welche in einem Riemannschen Raume mit Fernparallelismus gesetzt werden können. 1931. [Weil 180. Seelig 250. Schilpp-Shields 250]. IX: Einstein & W. Mayer: Einheitliche Theorie von Gravitation und Elektrizität. 1931. [Weil 182. Seelig 251. Hook/Norman 701]. X: Einstein & W. Mayer: Einheitliche Theorie von Gravitation und Elektrizität. Zweite Abhandlung. 1932. [Weil 185].
  € 2,800
10 of a total of 36 "Sonderausgaben aus den Sitzungsberichten" published under Einstein's name between 1914 and 1932. Such offprints of the session reports of the Academy of Sciences (largely with independent pagination) were presented to the author by the publisher in a limited number as vouchers or dedication copies. - The present offprints date from Einstein's middle and late period at the Berlin Academy. They mainly treat the connection between gravity and electricity/electromagnetism. Einstein strove for a "unified field theory", as the General Theory of Relativity did not allow for properly integrating the electromagnetic field into the geometry of space-time. After a first attempt at a solution in 1925, Einstein tackled the problem again three years later, "only to find that Riemann's conception of space, on which the general theory was based, would not permit of a common explanation of electromagnetic and gravitational phenomena. In a series of papers devoted to the development of 'A Uniform Theory of Gravitation and Electricity' he outlined a new theory of space with a view to the unification of all forms of activity that fall within the sphere of physics, giving them a common explanation. All that would then remain to complete a scientific unison is the correlation of the organic and inorganic" (PMM 416). - The present offprints reach from the first publication after the Nobel Prize to the last but one before Einstein's leaving Germany. Three articles were published in collaboration with Einstein's assistant, Walter Mayer. - One issue with slight crease to front cover, otherwise very fine throughout.
 

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41 Einzinger, Leopold. Von den Kirchtägen in den Wienervorstädten. Ein nöthig gefundener Nachtrag zu den Beyträgen zur Schilderung Wiens. Wien, Sebastian Hartl, [1782]. 16 SS. (Beigebunden) II: [(Schuhbauer, Thomas Joachim?). Rede eines alten Novizenmeisters aus den Franciskanerorden an seine Zöglinge am Tage ihrer Klosterprofession bey den heutigen verdorbenen Zeitumständen. (München), 1782]. 94 SS. (fehlt das Titelblatt). Späterer grauer Pappband mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. 8vo.
  € 350
Einzige Ausgabe; "selten" (Eckl). "Beigebunden eine josefin. Broschüre, der der Titel fehlt und die über Mönche handelt" (ebd.). Die Verfasserschaft dieser Beibindung ("stellenweise derb-komisch", Hayn/G.) wird teils dem Jesuiten Anton Bucher, teils dem Benediktiner Thomas Joachim Schuhbauer zugeschrieben. - Etwas gebräunt; unbeschnitten. Exemplar aus der Slg. Georg Eckl mit entspr. Exlibris am vorderen Innendeckel; zuletzt in der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Slg. Eckl IV, 231 (dieses Exemplar). Gugitz II, 11628. Slg. Mayer 917. Behrisch, Die Wiener Autoren (1784), S. 62. II: Hayn/Gotendorf II, 353. Holzmann/Bohatta III, 10991.
 

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42 [Eipeldauer-Briefe - Richter, Joseph]. Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn Vetter in Kakran, über d' Wienstadt. Aufgefangen und mit Noten herausgegeben von einem Wiener. 1.-18. Heft. Wien, Christoph Peter Rehm, 1785-1797. 18 Hefte in 3 Bdn. Zeitgenössische Pappbände. 8vo.
  € 800
Die sehr seltenen ersten drei Jahrgänge der erfolgreichen "Eipeldauer-Briefe", die - mit Unterbrechungen, von insgesamt drei verschiedenen Autoren, unter leicht abweichenden Titeln und nicht ganz regelmäßig - von 1785 bis 1821 erschienen. Das 1797 erschienene 36. Heft sollte dann mit Richters "Abschied von meinen Lesern" die vorliegende erste Folge abschließen. Die vorgeblich von einem Leopoldauer ("Eipeldauer") verfaßten Briefe gelten als die "Begründung der periodischen Wiener Dialekt-Literatur" (Gilhofer, Lit. in Ö. 3389). - Schönes, weitgehend sauberes Exemplar in schlichten Einbänden der Zeit. Heraldischer Besitzerstempel der Zeit an den Titeln; zuletzt in der Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel. - Weitere Jahrgänge auf Anfrage.
  ¶ Mayer 2249 u. 2250. Kirchner I, 5684. Hayn/Gotendorf VIII, 426. Holzmann/Bohatta I, 7637. Diesch 1105. Rabenlechner I, 12.
 

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43 [Eisenbahn] - Leopold Bresson, Generaldirektor-Stellvertreter der k. k. priv. österr. Staats-Eisenbahn-Gesellschaft (1817-1896). Neujahrs-Glückwunschadresse des Beamtenstabs der österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft für Leopold Bresson zum Jahreswechsel 1863/64. Wien, 1863. 11 Bll., zumeist mit hübschem Blattschmuck in goldgehöhter (Chromo-)Lithographie sowie farbiger Kalligraphie, mit über 500 Unterschriften.
  € 180
Dem Generaldirektor der österreichischen Staatsbahnen, Leopold Bresson, zum Neujahrsfest 1864 gewidmet von seinen Beamten. Unter den Widmenden findet sich z. B. auch August Köstlin (1825-94), als Leiter des Brückenbaubüros "bahnbrechend in der Verwendung künstlerischer Motive" (ÖBL IV, 51). Die einzelnen, teils prächtig ankolorierten, goldgehöhten und kalligraphierten Schmuckblätter sind jeweils von einer Direktionsabteilung oder Sektion dediziert (Baudirektion, Domänen-Direktion, Buchhaltung, Werkstätten etc.). - Der französische Ingenieur Louis-Léopold Bresson hatte zuvor an der Errichtung der russischen Staatsbahn mitgewirkt und war dann zur (seit Mitte der 1850er Jahre immer stärker unter die Hoheit französischer Investoren, aber auch fähiger Pariser Ingenieure geratene) österreichischen Staatseisenbahngesellschaft gewechselt, wo er von 1863 bis 1877 als Generaldirektor wirkte. - Kleine Randläsuren; teils leicht angestaubt. Kleine Wurmgänge.
 

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44 Eleonora Maria Rosalia Herzogin zu Troppau und Jägerndorf. Freywillig-aufgesprungener Granat-Apffel, des Christlichen Samaritans, Oder: Aus Christlicher Lieb des Nächsten eröffnete Geheimnuß, Vieler vortrefflichen, sonders-bewährten Mitteln, und Wunder-heylsamen Artzneyen [...]. Aufs neue vermehrt [...]. Wien, Peter Conrad Monath, 1752. 2 Teile in 2 Bänden. (8), 588, (10) SS. Mit gest. Frontispiz (S. Dorn sc.). Titel in rot und schwarz gedruckt. (Teil 2:) Seelig, Georg Adam. Des freywillig aufgesprungenen Granat-Apffels des Christlichen Samariters Anderer Theil: Oder aus Christlicher Liebe des Nächsten eröffnete Geheimnüsse vieler vortreflicher bewährter Artzneyen [...]. Vierte Auflage. Ebd., 1753. (6), 563, (5) SS. Mit gest. Frontispiz. Titel in rot und schwarz gedruckt. Einheitliche weiße Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen (oxydiert) und rotbraunem Marmor-Deckelbezug. 4to.
  € 1,500
Spätere Ausgabe des verbreitetsten Kompendiums der Volksmedizin zur Barockzeit, erstmals 1695 (nicht, wie vielfach behauptet, 1696) erschienen. "Liebenswerte Buch-Kuriosität [...] Gibt Ratschläge zur volkstümlichen Heilpraxis und eine Zusammenstellung der wunderlichsten Heilmittel" (Durstmüller I, S. 111). Schelenz macht aufmerksam auf die "die Verfasserin und ihre Leserinnen in eigentümliches Licht setzenden Vorschriften z. B. 'gegen Gebrechen des männlichen Gliedes', gegen 'verlorene Mannschaft', Venusseuche u. dgl. [...], deren Behandlung ebenso wenig vom 'Notfall' diktiert, wie überhaupt Sache edler oder von Frauen im allgemeinen sein dürfte" (S. 516). Das mit separatem Titel ("Ein neues und nutzbahres Koch-Buch", Bd. I, S. 467) versehene Kochbuch mit 531 Kochrezepten und Register, "zumeist aus dem ältesten Grazer Kochbuch der Druckerei Widmannstetter entlehnt" (ebd.), war den ersten Auflagen noch nicht beigegeben. "Die Rezepte sind alle irgendwo abgeschrieben und bieten, abgesehen von einigen Gulaschs und einer österreichischen Hechten-Pasteten, nichts besonderes" (Schraemli, Schloss Jegenstorf, Nr. 66, zur Ausg. 1701). - Einbände berieben; Ecken und Kanten bestoßen. Innen papierbedingt durchgehend etwas gebräunt.
  ¶ Blake 460. Vgl. Schelenz 515f. Vgl. Wellcome II, 518; Lesky 186; Ferguson I, 235f.; Horn/A. 125ff. (nur andere Ausgaben).
 

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45 [Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837-1898)]. Huldigungs-Festzug der Stadt Wien zur Feier der Silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten des Kaisers Franz Joseph I. und der Kaiserin Elisabeth (27. April 1879). Wien, Gemeinderath der Stadt Wien, 1881. 4 Bll., 44 SS. Mit 16 Heliogravüren. Illustrierter Originalleinenband. Imp.-Folio.
  € 200
Gutes, völlig fleckenfreies Exemplar des aufwendigen Festbuchs. Die Textseiten durchwegs illustriert bzw. von Bordüren eingefaßt.
 

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46 Erpenius, Thomas. Grammatica arabica dicta Gjarumia, & libellus centum regentium cum versione latina et commentariis. Leiden, Erpenius, 1617. 4to. (8), 157, (3) pp. With woodcut title border. Contemp. vellum with ms. arab. title to spine.
  € 2,500
Third, best edition of the grammar of Sanhagius (Abu-'Abdallah Muhammad Ibn-Daud as-Sanhâjî Ibn-Agurrum, 682-723), first printed in Rome in 1592 (a work of no more than 24 pages). As early as 1613, Erpenius had produced the first scientific western Grammar of Arabic. "But Erpenius was also the first to render intelligible the native Arabic grammarians. In his edition of the 'Agurrumiya' he welded Arabic terminology onto the Latin language, and thus made available to the Western World an important source for understanding the philological conceptions underlying Arabic literature [...] Of the first part, the 'Agurrumiya', an unvocalised text was already published by the Medicean Press in 1592, and Kirsten edited the third book with an obscure translation [...] The second part is a grammatical tract by Al-Gurgani, the 'Mi'at 'amil', first edited here" (Smitskamp). The editor Erpenius (1584-1624), professor of oriental languages at Leiden, "is one of the men whom the study of oriental languages owes its resurrection [...] He set up his own printing shop with Hebrew, Arabic, Syrian, Ethiopian, and Turkish type" (cf. ADB). "With this publication Erpenius was able to display in full his recently acquired type, complete with vocalisation signs. First specimens from his press were published in 1615" (Smitskamp). - Title page with erased contemp. mark of ownership. From the library of the Franco-Canadian coptologist and orientalist Henri Hyvernat (1858-1941) with his stamped bookplate on the front pastedown. Hyvernat, founder of the Dept. of Semitic and Egyptian Languages and Literatures at the Catholic University of America, is regarded as one of the leading authorities of 20th-c. coptology. Books from his library (comprising some 20,000 volumes) are rarely encountered on the market, as his collection formed the basis of what is today the library of the Institute of Christian Oriental Research (ICOR) at the CUA. - Occasional insignificant browning; altogether a clean, attractively bound copy.
  ¶ Schnurrer 53. Juynboll 83. Fück 67f. Smitskamp (Phil. Orient.) 78 (with ill. p. 65). GAL I, 287. Ebert 285. ADB VI, 329. OCLC 258496227.
 

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47 Espenhain, Wilhelm. Der Tausendkünstler, oder neue auserlesene Sammlung von erprobten haus- und landwirthschaftlichen Vortheilen und Verbesserungen. Ein nothwendiges Handbuch für Alle, welche ihr Einkommen und ihren Wohlstand vermehren wollen. Fünfte, mit der vierten gleichlautende Auflage. Graz, Eduard Ludewig, 1846. 3 Bde. IV, 188 SS. IV, 188 SS. IV, 219, (1) SS. Mit gefalt. Buchhandelsanzeige im 2. Band vorgebunden. Bedr. Originalbroschuren. Kl.-8vo.
  € 300
Fünfte Ausgabe. - Enthält zahlreiche landwirtschaftliche Ratschläge und Hinweise zur Schädlingsbekämpfung, aber auch Hausmittel aller Art, gesundheitliche Hilfmittel, Rezepte zur Herstellung von Bleiweiß, Kirschwein, gegen Mundgeruch, zur Wettervorhersage, zur Anfertigung von Gipskopien, zur Entfernung von Fettflecken aus Büchern u. v. m. - Teils etwas stockfleckig; Bindung vereinzelt gelockert. Broschuren leicht lädiert; Vorderdeckel des 2. Bands lose. Exemplar aus der Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. Signaturetikett am Vorderdeckel.
  ¶ Nicht bei Engelmann oder Humpert.
 

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48 [Fachs, Modestin]. Kurzer Anhang zu vorigem Probier-Büchlein, worinnen was etwa darinnen ausgelassen, ergäntzet, was dunckel ist, erkläret, und sonst die metallische Sachen belangende unterschiedlich beybracht und gehandelt; absonderlich von denen Mercuriis metallorum omnium corporeis eorundemque sulphureis discurriret wird etc. [Leipzig, Grosse, 1678?]. 173, (1) SS.; 86 zwischengeschossene w. Bll. Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und Rücken- sowie Stehkantenvergoldung. Dreiseitiger Goldschnitt. 8vo.
  € 400
Zweiter, umfangsmäßig den Hauptteil von Modestin Fachs' erstmals 1595 erschienenem "Probier-Büchlein" ausmachender Teil: die Kollation des Gesamtwerks wird angegeben mit (22), 173, (11), 49, 142 SS. "Ausführlicher und vielseitiger als die älteren Probirbüchlein" (Darmstaedter, Bergbüchlein, 95). Fachs war "Münzmeister von Anhalt, Wardein zu Leipzig [...] Enthält die Gewichtssysteme bis 1569 (wichtig für Münzgeschichte: das Buch wurde von seinem Sohen Ludwig Wolfgang Fachs herausgegeben): Fachs kennt die Gewichtszunahme bei Verkalkung der Metalle [...] Sein Buch unterrichtet besonders über Analyse auf Silber, Blei, Quecksilber, Kupfer, Zinn, Untersuchung der Salpetersäure, Gold- und Münzuntersuchung, Stahlätzung, Gewichtssysteme. Berühmtes und tüchtiges Buch" (Ferchl). Ferner Alchimistisches - über Transmutation, Lapis Philosophorum und die Schaffung eines Homunculus: "Hastu dich durch ihr Großsprechen herbey bringen lassen, daß sie dir aus Urin eines 7, 8, 9 in 10jährigen Knäbleins und Mägdleins (so nur mit weissen Brodt und Wein dieselbe Zeit durch, biß du den Urin colligirest, ernehret worden), und dem besten weissen Wein, Homunculum Philosophorum [...] machen wollen und sollen, der mit arcano sanguinis hum. mit Rosenwasser und guten Wein eingemacht, aus silbernen Löffeln, wie sie liegen, müsse künstlich gespeiset, und alsdann, wann er zu seiner Zeit ein Schreylein thut, aus dem Glase gar subtil genommen werden, damit er nicht wieder herunter falle und ertrincke, auch stracks biß auf die Beinlein in seinem erst Materialischen Wasser, verwese [...]". - Einband berieben; am vorderen Innendeckel altes Holzschnitt-Wappenexlibris.
  ¶ Ferchl 149. Ferguson I, 261. Goldsmiths'-Kress 2254.1. Kress Lib. 1466.
 

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49 Fejér, György. Croatiae, ac Slavoniae cum regno Hungariae nexus et relationes. Buda, typis reg. univ. Hungaricae, 1839. 2 Teile in 1 Band. 135, (1), 183, (1) SS. Halbleinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. 8vo.
  € 300
Erste Ausgabe; in sich abgeschlossener Teil (Kroatien und Slawonien) von Fejérs Hauptwerk, dem monumentalen "Codex diplomaticus Hungariae" in 43 Bänden. - Der ungarische Pfarrer, Dogmatikprofessor und Direktor der Pester Universitätsbibliothek G. Fejér (1766-1851), ein "außergewöhnlich fruchtbarer Schriftsteller, schrieb neben religiösen Büchern und Lustspielen (auch nach Gottsched) volkstümliche Bücher über Landwirtschaft im Geiste der Aufklärung, Werke über Philosophie (Anthropologie, Logik, Ästhetik, eine Einführung in die Philosophie etc.) und hauptsächlich historische Werke. Sein 'Codex' ist [...] eine Hauptquelle der ung. Geschichte" (ÖBL). "[Enthält] den Schatz seiner lebenslänglichen Forschungen" (Wurzbach). - Unbedeutend gebräunt; der Einband leicht berieben.
  ¶ ÖBL I, 293. Wurzbach IV, 161.
 

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50 Fellöcker, Sigmund, OSB. Geschichte der Sternwarte der Benediktiner-Abtei Kremsmünster. Linz, J. Feichtingers Erben, 1864. (4), 322 SS. Mit 2 lithogr. Tafeln (dav. 1 doppelseitig) und mehreren Textholzstichen (dav. eine ganzseitig). Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel; die Leinendeckel mit blindgepr. Fileten. Dreiseitiger Goldschnitt. Folio.
  € 450
Seltene erste Ausgabe. - Beschreibt den Bau der Sternwarte und ihre Ausstattung (detailliert zu den Instrumenten), ferner die Biographien der Astronomen Placidus Fixlmillner, Bontifatius Schwarzenbrunner und Marian Koller (eingehender zu deren wissenschaftlichen Arbeiten), das Mineralienkabinett, der naturkundlichen und der physikalischen Sammlungen etc. Die Tafeln mit schönen Abbildungen astronomischer Instrumente; außerdem Abbildungen der Sternwarte und ihres Grundrisses. - Exemplar aus dem Besitz des Benediktiners Columban Frühwirth (1813-82), Kapitular am Stift Kremsmünster, mit seinem 2zlg. eigenh. Besitzvermerk (dat. 1869) am vorderen Vorsatz. Die in sich paginierten Einzellieferungen des Gesamtwerks sind von seiner Hand durchgehend nachnumeriert. - Papierbedingt teils etwas gebräunt; Einband berieben und mit kl. Stauchspuren.
 

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51 Fénélon, François de Salignac de la Mothe. Les Aventures de Telemaque, fils d'Ulysse [...]. Nouvelle edition. Rotterdam, Jean Hofhout, 1725. LIX, (1), 535, (27) SS., l. w. Bl. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Portraitfrontispiz und 24 gest. Tafeln. Lederband der Zeit (lädiert) mit Spuren eines gepr. Rückenschildchens und beriebener Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 350
Seltene niederländische Ausgabe der neuen, dem Verfassermanuskript folgenden französischen Edition. Fénélons (1651-1715) bekannter staatspolitisch-pädagogischer Bildungsroman, verfaßt für seinen Schüler, den Herzog Ludwig von Burgund (1682-1712), Enkel Ludwigs XIV. (und ab 1711 Dauphin). Erstmals 1699 gegen den Willen des Autors veröffentlicht und sogleich als Kritik am Regierungsstil des Sonnenkönigs aufgefaßt, wurde es rasch in zahlreiche Sprachen übertragen. Diese frühen, sehr fehlerhaften Ausgaben wurden ab 1717 durch die von des Autors Großneffen herausgegebene, stark erweiterte Ausgabe nach der Handschrift ersetzt, die nun nach klassischem Vorbild in 24 Bücher gegliedert war und der auch ein ausführlicher "Discours de la poesie epique" vorangestellt wurde. Am Schluß steht eine "Ode" Fenelons (statt der "Adventures d'Aristonoüs" früherer Ausgaben). Die niederländischen Ausgaben, die Hofhout (mit Widmung an Wilhelm Karl Friso von Oranien) herausbrachte, enthalten außerdem satirische Fußnoten, in denen die Schlüsselfiguren als Ludwig XIV. und Mitglieder des Hofstaats aufgelöst werden. Es existieren auch entsprechende Ausgaben mit Karte und nur 10 Tafeln; die vorliegende Ausgabe erschien ohne die Karte, aber mit einem Kupferstich zu jedem Buch. - Einband berieben; Kapitale und Ecken bestoßen; Gelenke angeplatzt. Innen etwas gebräunt bzw. braunfleckig. Am vorderen Innendeckel und Vorsatz hs. Besitzvermerke mehrerer John Blands, des Edward Bland sowie Exlibris des Thomas Davison Bland (1783-1847) auf Kippax Park, Yorkshire (nahe Leeds).
  ¶ OCLC 10203410. Vgl. Brunet II, 1213. Vgl. Gumuchian 2496-2500. KNLL V, 469.
 

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52 [Fischart, Johann / Marnix, Philips van]. Binenkorb des Heyl. Römischen Imenschwarms, seiner Hum[m]elszellen (oder Him[m]elszellen) Hurnaußnäster, Brämengeschwürm und Wäspengetöß. ("Christlingen" [d. i. Straßburg], "Ursinus Gottgwinn" [d. i. Bernhard Jobin], 1581). 245 [recte: 246], (17) Bll. Titel sowie Titelholzschnitt in rot und schwarz gedruckt. Flexibler schwarzer Pappband der Zeit mit oxydierter Deckelinitiale "F". 8vo.
  € 850
Dritte Ausgabe (EA 1579); eine von zwei Titelvarianten im selben Jahr. - Das Pamphlet gegen die katholische Kirche; eine genaue, ohne Streichungen und Änderungen, aber mit zahlreichen Zusätzen durchgeführte Übertragung des niederländischen "Byencorf" von Philipp van Marnix. "In der Gesinnung angeregt durch Calvin, in der Weltanschauung durch Erasmus, im Stil durch Rabelais" (Neufforge). Das Titelblatt - mit der Variante "durchziert" im Titel (vgl. Goed.) - und der Titelholzschnitt in rot und schwarz gedruckt. Der Titelholzschnitt zeigt einen Bienenkorb in Form der Tiara mit Kirche und Windmühle. Dieser im Text wiederholt (Bl. 235v), ferner am letzten Textblatt ein weiterer Textholzschnitt, der die Kirche in Form einer Karikatur der "Veritas" verunglimpft. - Papierbedingt durchgehend schwach gebräunt; gelegentl. kl. Wurmgänge im Rand (teils Berührung der Marginalien). Einband etwas berieben; Vordergelenk angeplatzt.
  ¶ VD 16, M 1050. Ritter 855. Neufforge 112f. Goedeke II, 439, 37 c. Graesse II, 587f. Weller (Druckorte) 6. Stammler III, 213. Hauffen II, 123. Seebaß/Edelmann NF 308.
 

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53 Fischer, Eberhard Heinrich. Albertus Magnus der Andere. Das ist: Geheimnisse der Natur und Kunst vor alle Stände, als für Künstler, Jäger, Oekonomen, Professionisten, Handwerker etc. zum Besten aus eignen Erfahrungen aufgesetzet und mit nöthigen Registern herausgegeben. In zweyen Theilen. Altona und Leipzig, Johann Heinrich Kaven, 1797. (14), 200 SS. (10), 182 SS. Mit gest. Frontispiz. Interimsbroschur der Zeit mit hs. Rückentitel. 8vo.
  € 550
Dritte Ausgabe (EA 1790). - Sammlung von 206 Rezepten für Haus- und Landwirtschaft, Volksmedizin (u. a. Mittel gegen Impotenz und Inkontinenz), auch Haushaltsmittel, Zauberkunststücke, Experimente, chemische Versuche etc. Außerdem zur Herstellung imitierter Edelsteine, zur Verübung grober praktischer Scherze ("Zu machen, daß einem Trinkenden der Becher, Glas oder Krug am Munde hangen bleibt"; "Zu machen, daß das auf dem Tisch getragene warme Essen blutig aussehe") usw. Bemerkenswert sind auch die Rezepte zur Herstellung des berühmten, im Altertum gefürchteten "Griechischen Feuers". - Papierbedingt vereinzelt gering braunfleckig; insgesamt gutes, unbeschnittenes Exemplar.
  ¶ Ferguson I, 279. Rosenthal 304. Nicht bei Lindner.
 

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54 [Fischereiordnung]. - Mondsee. "Berbscheidt Und Ordnung für die Vischkäuffl und klain Vischtrager alhier beym Monnsee". [Mondsee], 2. V. 1730. Deutsche Handschrift auf Papier. 10 SS. auf 6 Bll. Folio. Mit eh. U. und zweifachem Siegel. Beiliegend ein hs. Dokument über eine Hinterlassenschaftsordnung (dat. 30. III. 1728).
  € 1,200
Wie in der Einleitung ausgeführt, basiert die vorliegende Regelung des Fischhandels auf einer unter Abt Maurus II. (1683-1697) verfaßten Ordnung und wird hier unter Abt Bernhard Lidl "widerumb verendert". In zwölf genau ausgeführten Punkten werden hier Rechte und Pflichten des Fischhandels beschrieben, ein abschließender, wohl kurze Zeit später entstandener Nachsatz beschließt das Dokument: "Nebst diesem solle auch auf das genauiste fürohin Wie alters Beschehen, beobbachtet werden, das alle fasttäg das Jahr hindurch auf offentlichem Marckht, nach vorhergehenter ansag bey der hoff kuchl, durch ainen Vischer Faill gehabt werde [...]". - Beschlossen wird das Dokument durch die eigenh. U. des Abts Bernhard und durch dessen Siegel. - Die zwei Jahre zuvor abgeschlossene Hinterlassenschaftsverhandlung, die in beiliegendem Dokument festgehalten ist, regelt die "Verlassenschaft" des Benedikt Strobl. - Aus der Privatsammlung von Michaela Gräfin Almeida, München, der bis ins Jahr 2007 Besitzerfamilie des Mondsee.
 

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55 Fixlmillner, Placidus, OSB. Decennium astronomicum continens observationes praecipuas ab anno MDCCLXV ad annum MDCCLXXV in specula Cremifanensi factas. Steyr, Abraham Wimmer, 1776. (20), 280 pp. With engr. title vignette (Kremsmünster observatory) and 4 engr. plates. 4to print on once-folded raw sheets. C. 390:260 mm.
  € 1,500
First edition of this work report by Fixlmillner, who had conducted astronomical studies since 1761. In the following year he became astronomer at the observatory of the Kremsmünster Benedictine monastery, which his uncle had built and which was considered one of the best-equipped institutions of its time. Fixlmillner established the exact geographical position of Kremsmünster and Linz, discovered the positions of several fixed stars, calculated the solar parallax by a method of his own design, and did significant research on the orbits of Mercury and Uranus. "An important author whose works were printed in Steyr was Placidus Fixlmillner [...] Wimmer dedicated special care to his 'Decennium astronomicum' (1776). It catches the eye through its Rococo title, the clear roman type containing complex mathematical expressions and complicated tables, the plates which can be folded out beyond the body of the book, enabling the reader to take in the text and figures simultaneously, and not least through the illustration of the much-admired observatory of Kremsmünster" (cf. Durstmüller I, 313f.). - Slight browning due to paper; outer sheets with occasional slight smudging and waterstaining. Altogether a clean, well-preserved copy of the unfolded raw sheets as they left Wimmer's print shop. Rare; one copy in NUC only.
  ¶ Poggendorff I, 756. Kenney 56. Fellöcker 50, 2. Durstmüller I, 314 (with illustration). Cf. Zinner (Instrumente) 314f. Not in Houzeau/Lancaster.
 

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56 Fixlmillner, Placidus, OSB. Acta astronomica Cremifanensia divisa in partes duas, quarum prior observationes ab anno MDCCLXXVI ad annum MDCCXCI [...] posterior vero exercitationes, seu enodationes variarum materiarum astronomicarum complectitur. Steyr, Franz Joseph Medter, 1791. (24), 556 pp. With engr. frontispiece (Kremsmünster observatory), engr. title vignette, and 6 engr. plates. 4to print on once-folded raw sheets. C. 400:270 mm.
  € 2,800
First edition of Fixlmillner's principal publication, containing his work on the solar parallax and the orbit of Uranus, which he was the first to calculate, as well as his important study of the aberration of light when a planet crosses the sun. "His independent research and plates surpassed all earlier work in their precision and were met with the tribute of the contemporary learned world" (cf. NDB V, 219). Since 1762 Fixlmillner was director of the observatory at the Kremsmünster Benedictine monastery. The observatory had been built by his uncle, then Abbot of Kremsmünster, and within 30 years developed into one of the best-equipped institutions of its time. - Some browning and brownstaining due to paper; exterior sheets shomewhat smudged; otherwise very well-preserved copy in the original raw, unfolded printing sheets as they left Medter's print shop.
  ¶ Poggendorff I, 756. Fellöcker 50, 3. Cf. Zinner (Instrumente) 314f. Durstmüller I, 314f. (with illustration). Not in Houzeau/Lancaster or Kenney.
 

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57 [Französischlehrbuch]. Entretiens familiers françois, allemands et latins: ou il est traité de la maniere d'apprendre les langues [...]. Avec une grammaire & vocabulaire tresexcellents. Genf, Johann Hermann Widerhold, 1667. 3 Teile. (24), 330 SS. 112 SS. 72 SS. (Beigebunden) II: La civilité nouvelle: centenant la vraye & parfaite instruction de la jeunesse, pour apprendre à prier Dieu, les bonnes moeurs, à bien lire & écrire l'orthographe. Basel, Widerhold, 1671. 271, (1) SS. (Und:) Nouveau traité de la civilité qui se pratique en France, parmi les honnestes gens. Ebd., 1671. 245, (3) SS. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo.
  € 450
Durchgehend dreisprachig, mit Paralleltitel in deutscher und lateinischer Sprache ("Gemeine Gespräch, Frantzösisch, Teutsch und Latein" / "Colloquia familiaria Gallico-Germanico-Latina"); enthält neben einer Grammatik des Französischen und einem Lateinisch-Französisch-Deutsches Wörterbuch "in linguae Gallicae studiosorum gratiam" auch zwei Abhandlungen zur Unterweisung im rechten Lesen und Schreiben, aber auch in gutem Benehmen. - Papierbedingt durchgehend etwas gebräunt bzw. braunfleckig. Titel mit kl. Ausschnitten von entfernten Besitzvermerken (hinterlegt).
  ¶ OCLC 257519291.
 

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58 Freher, Marquard. Germanicarum rerum scriptores aliquot insignes, hactenus incogniti. Qui gesta sub regibus & imperatoribus teutonicis, iam inde à Karolo M[agno] usq[ue] ad Fridericum III. Imp. perpetua fere serie, suis quique seculis, litteris mandatas posteritati reliquerunt. Tomus unus (-secundus). Nunc primum editus. Frankfurt/Main, Andreas Wechels Erben, Claude de Marne & Johann Aubry, 1600(-1602). 2 Bde. in 1. (20), 466, (20), 34, l. w. Bl. (32), 442 SS., 1 w. Bl., (14) SS., l. w. Bl. Beide Titel mit Holzschnittdruckermarke; weitere Druckermarke am Schluß des ersten Bandes. Pergamentband der Zeit auf 5 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel. Folio.
  € 350
Erste Ausgabe. - Freher trug mit Goldast "entscheidend zur Erschließung der deutschen Literatur des Mittelalters bei" (NDB V, 392). Bemerkenswert ist die vorliegende Quellensammlung auch durch das vorangestellte "Direktorium", den erstmaligen Versuch eines Verzeichnisses aller erhaltenen mittelalterlichen Geschichtsquellen. 1611 sollte noch ein dritter Band erscheinen. - Vorderer Vorsatz und erste 2 Bll. am äußersten Rand hinterlegt. Hs. Besitzvermerk der Zeit am Titel. Papierbedingt vereinzelt schwach braunfleckig, ansonsten sauberes, gutes Exemplar.
  ¶ VD 16, F 2527. BM-STC German 319. Stintzing/Landsberg I, 681. Wegele 367. Dahlmann/Waitz 992. Vgl. Schottenloher 34177 d (Ausg. 1717). VD, 17 39:122443V. Nicht bei Adams.
 

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59 Frisius, Johannes. Dictionarium bilingue: latino-germanicum, & germanico-latinum. Zürich, Heinrich Bodmer, 1700. (16), 755, (1), 394 SS. Mit einer gefalt. Tabelle. Blindgepr. Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln auf 4 Bünden. 2 intakte Schließen. 8vo.
  € 250
Spätere, von Johann Kaspar Suicer (1620-84) besorgte Ausgabe des zuerst 1556 vom Zürcher Theologen und Schulmeister J. Frisius (1505-65) herausgegebenen deutsch-lateinischen Wörterbuchs. "Sein als der 'Große Fries' bekannt gewordenes 'Dictionarium Latinogermanicum' [folgt] dem Vorbild der französischen bilingualen Wörterbücher des Robertus Stephanus" (DBE). - Papierbedingt durchgehend braunfleckig. Der hübsche Schweinslederband mit Bogenfriesrolle und Knospenstempeln in den Ecken des Mittelfelds sowie zum Geviert arrangiertem Mittelornament.
  ¶ VD 17, 547:695380Q. Vgl. Zaunmüller 92.
 

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60 Fuhrmann, Mathias. Alt- und Neues Oesterreich, oder Compendieuse Universal-Historie von dem alt- und neuen, geistlich- und weltlichen Zustand dieses Lands [...]. Wien, Johann Ignaz Heyinger, 1734-1737. 4 Bde. (32), 488, (26) SS. (24), 672, (32) SS. (24), 642, (30) SS. (24), 776, (44) SS. Alle Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit zus. 4 Frontispizen, 1 Portraitkupfer, 2 gefalt. Stammtafeln und 169 teils gefalt. Kupfertafeln. Lederbände der Zeit mit Rückenschildchen und -vergoldung. Buntpapiervorsätze. Lesebändchen. 8vo.
  € 1,500
Erste Ausgabe der geographischen und historischen sowie völkerkundlichen Beschreibung der habsburgischen Länder in einem vollständigen Exemplar, selten. Der Paulinermönch, Geschichtsforscher und Kupferstecher Matthias Fuhrmann (1690-1773) "war als Seelsorger tätig und beschäftigte sich mit historischen Arbeiten. 1760 wurde Fuhrmann Generaldefinitor, später General der österr. Ordensprovinz der Pauliner" (DBE). - Mit zahlreichen Karten und Plänen, Darstellungen von Klosterneuburg, Kahlenberg, Sievering, Schloß Neugebäude, Carnuntum usw. und vielen historischen Szenen: Türkenbelagerung, Schlachten, Hinrichtungen, "Judengreuel", Heiligenszenen etc. Nicht beigebunden wurde diesem Exemplar das Privilegium in Bd. 1, dafür ist die von Nebehay/W. unverzeichnete "Erinnerung an den Buchbinder" an den Schluß des Bandes gebunden ("Beim Text kommen [...] kleinere, im ganzen gesehen aber recht unbedeutende Varianten vor", Nebehay/W.). Die Einbände gering berieben; Ecken teils etwas bestoßen; Lage a im ersten Band teils gelockert. Insgesamt sehr ansprechendes Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Nebehay/Wagner 189.
 

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61 Fuhrmann, Matthias. Alt- und Neues Wien, oder Dieser Kayserlich- und Ertz-Lands-Fürstlichen Residentz-Stadt chronologisch- und historische Beschreibung von derselben vermuthlichen Ursprung an biß auf die neuen Zeiten. Erster (-anderer) Theil. Wien und Linz, Johann Ignaz Heyinger und Johann Baptist Prasser, 1738-1739. 2 Bde. (20), 720 SS. (8), 721-1530 (falsch: 1503), (46) SS. Beide Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit 2 gest. Frontispizen und 44 (statt 45) gest. Tafeln (dav. 11 gefaltet). Lederbände der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Marmorvorsätze. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. 8vo.
  € 950
Die historische Entwicklung der Stadt Wien, reich illustriert mit vielen historischen Szenen, Stadtbildern, einem größeren Plan und einer mehrfach gefalteten Ansicht der Stadt. Wie - lt. Nebehay/W. fast immer - ohne die große Falttafel zu Bd. II, S. 1087. Anstelle der Tafel 13 ("Epitaphium ...") zu S. 1207 ist - wie häufig - die Variante 13a "Einer Schweine Misgeburth" zu S. 1151 eingebunden (vgl. Nebehay/W., Nachtragsband S. 129) eingebunden. Der Plan des belagerten Wien mit kl. Randeinriß. Das Frontispiz des 2. Bands ist hier nach S. 1420 gebunden. - Der Paulinermönch, Geschichtsforscher und Kupferstecher Matthias Fuhrmann (1690-1773) "war als Seelsorger tätig und beschäftigte sich mit historischen Arbeiten. 1760 wurde Fuhrmann Generaldefinitor, später General der österr. Ordensprovinz der Pauliner" (DBE). - Kapitale leicht lädiert: innen papierbedingt teils schwach gebräunt. Im ganzen sehr hübsches Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Nebehay/Wagner 190.
 

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62 [Gaheis, Franz de Paula]. Wanderungen und Spazierfahrten in die Gegenden von Wien. Herausgegeben von Fr. v. P. G. Wien, Doll, 1798-1808. 72 Hefte in 9 Bde. zu je 140-240 Seiten. Mit einer mehrfach gefalteten gest. Musikbeilage. Zeitgenöss. marmorierte Pappbände bzw. Pappbände der Zeit (Bde. 1, 8 u. 9), alle mit goldgepr. Rückenschildchen und Lesebändchen. 8vo.
  € 2,500
Die vollständige Reihe mit allen 72 Heften des für die biedermeierliche Hinwendung zur Kulturlandschaft um Wien grundlegenden Werkes; selten. Ohne den separat erschienenen Tafelband mit den 68 Ansichten und der Karte, jedoch mit der ebenfalls fast immer fehlenden Musikbeilage im zweiten Band. - Selbst in den bekannten Viennensia-Sammlungen des 20. Jhs. findet sich zumeist keine vollständige Reihe der über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren erschienenen "Spazierfahrten" Gaheis'; das vorliegende Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel, davor im Besitz des Städt. Museums Salzburg (Bde. 1, 8 u. 9) bzw. mit altem Sammlerstempel "JB" (Bde. 2-7). Die 72 Hefte erreichten in ihren Einzelausgaben lt. Nebehay/W. jeweils bis zu fünf Auflagen, bevor sie "mit eigenen Titelblättern zu 9 Bändchen zusammengefaßt wurden" (ebd.). Bd. 4 hier ohne diesen Bandtitel, die Titelblätter der übrigen Bände mit dem Vermerk "zweyte" bzw. "dritte" Auflage; die letzten beiden Bände ohne Auflagenvermerk am Titel. Nebehay/W. gibt die Erscheinungsjahre des ihm vorliegende Exemplar mit "1801-1808" an, während die ersten drei Bände unserer Reihe im Impressum noch von 1798-1800 datieren. Die zeitgenössischen Pappbände teils berieben und bestoßen; innen kaum gebräunt und zumeist sauber.
  ¶ Nebehay/Wagner 192. Slg. Mayer 8160 bzw. 8161 (jeweils inkomplette Reihen). Hayn/G. VIII, 519.
 

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63 [Gaudiosus von Fürwitzhausen]. Antidotum melancholiae joce serium inspice volve vale. Frankfurt [und Würzburg], Johann Bencard, 1668. (8), 165, (1) SS., 1 w. Bl., (8) SS. Mit gest., ill. Vortitel. Pergamentband der Zeit auf 2 durchzogenen Bünden. 12mo.
  € 400
Zweite, erweiterte Ausgabe dieser Sammlung von Anekdoten, Sprichwörtern, kleinen Geschichten, Witzen etc., teils mit Bezug auf Amerika. Die Ausgabe von erschien in 2 Bänden, in denen sich der Autor mit dem angegebenen Pseudonym nennt. Es ist dies "ein erdichteter Nahme eines unbekannten Verfassers" (Jöcher/A.), der wohl mit dem ebenfalls nicht näher bekannten "Germanus Warheit" ident ist. Der Widmungsempfänger heißt "Niemandt von Nirgendshausen"; der Brief an den Leser ist in diesem Band noch mit "frater tuus ex corde intimus Nemo" unterzeichnet. - Sauberes, wohlerhaltenes Exemplar aus der Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. kl. Etikett am Vorderdeckel und Stempelung am Vorsatz.
  ¶ VD 17, 23:645215L. Hayn/Gotendorf VII, 207. STC N 70. Vgl. Jöcher/Adelung II, 1291. Alden 670/85. Jantz 2894 (alle die Ausg. 1670).
 

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64 [Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von]. Ugolino. Eine Tragödie, in fünf Aufzügen. Hamburg und Bremen, Johann Hinrich Cramer, 1768. (2), 67, (1) SS. Interimsband der Zeit über Holzdeckeln mit hs. Signaturetikett am Deckel. 4to.
  € 300
Erste Ausgabe. - Vorläufer des Sturm-und-Drang-Dramas. Die Dialoge mit Satzfetzen, Ausrufen und Musikeinlagen aufgelöst. Bodmer schrieb auf das von Shakespeare'scher Manie geprägte, fast unaufführbare Stück die Satire "Der Hungerturm in Pisa". - Durchgehend braunfleckig; der Einband stärker berieben und fleckig; Ecken und Kanten bestoßen.
  ¶ WG² 14. Goedeke IV/1, 190, 13. Holzmann/Bohatta IV, 7882. Slg. Borst 185. Maassen 139.
 

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65 Gewey, Franz Karl / Meisl, Karl. Wien mit seinen Vorstädten humoristisch geschildert. Erstes (-sechstes) Heft. Wien, Geistinger, [1820]. (2), 62 SS. 79, (1) SS. 56 SS. 72 SS. 56 SS. 37, (1) SS. Die teils bedr. originalen gelben Verlagsbroschuren an den Schluß gebunden. Halblederband des späten 19. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel und -vergoldung. Marmorvorsätze. 8vo. Beiliegend: [Gewey, Franz Karl]. Komische Gedichte über die Vorstädte Wiens. Viertes Heft. VIII. Erdberg. IX. Der Rennweg. [Wien, Geistinger], 1813. 72 SS. Bedr. Originalbroschur. 8vo.
  € 450
Vollständige Folge unter verändertem Titel. Die Verse erschienen zunächst zwischen 1812 und 1813 in vier Hefte als "Komische Gedichte über die Vorstädte Wiens", denen Meisl 1820 noch ein 5. und 6. Heft folgen ließ, dann wie vorliegend neu als Gesamtreihe. "Rar, besonders cplt.!" (Hayn/G.) und "speziell von Viennensiasammlern gern gesucht" (Rabenlechner). Der Wiener Hofkanzlist und Volksdramatiker F. K. Gewey (1764-1819) war Herausgeber der "Eipeldauerbriefe" (vgl. Giebisch/G.). - Um die Jahrhundertwende attraktiv gebundenes Exemplar aus der Sammlung Arthur Mayer: im vierten Heft die Lage B (S. 17-32) alt im photolithographischen Faksimile ergänzt. Die ergänzten Seiten liegen aber auch im Original vor, und zwar im beigegebenen vierten Heft der Originalausgabe. Zuletzt in der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Slg. Mayer 153 (dieses Ex.). Gugitz III, 12740. Hayn/Gotendorf VIII, 448. - Beilage: Slg. Mayer 5347. Gugitz III, 12739. Giebisch/G. 109. Goedeke XI/2, 104, 35. Rabenlechner I, 21f. Hayn/G. VIII, 446. Holzmann/Bohatta VI, 5089. Czeike II, 535.
 

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66 Görres, J[oseph]. Die teutschen Volksbücher. Nähere Würdigung der schönen Historien-, Wetter- und Arzneybüchlein, welche theils innerer Werth, theils Zufall, Jahrhunderte hindurch bis auf unsere Zeit erhalten hat. Heidelberg, Mohr & Zimmer, 1807. (12), 311, (1) SS. Marmorierter Pappband der Zeit mit hs. Rückenschildchen. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo.
  € 200
Erste Ausgabe. - Clemens Brentano gewidmet, der Görres seine Bibliothek zur Verfügung gestellt hatte. Görres prägt hier erstmals den Begriff "Volksbuch". "Görres selbst verstand unter dem Begriff einen von der äußeren Aufmachung her einfachen Buchtyp, dessen Inhalten eine lange Tradition nachzuweisen ist. Diesen Kriterien genügt dann neben erzählenden Texten jegliche Art von Unterhaltungslektüre" (Dinzelbacher 880). - Am hinteren Innendeckel Exlibris "Hans Joachim Wirkner und Sohn" mit dem Motto "non sum qualis eram". Letzte Bll. mit unbedeutenden Randläsuren; insgesamt gutes Exemplar im leicht beriebenen zeitgenössischen EInband.
  ¶ WG² 12. Goedeke VI, 204, 15. Slg. Borst 1051. Brieger 652.
 

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67 [Gonzaga]. Ferdinand III, emperor (1608-1657). Manuscript on vellum signed. Kaiserebersdorf Castle near Vienna, 25. VIII. 1637. Folio. Latin ms., ink on vellum. 156 unnumbered pp., 27 lines. Contemp. vellum binding with attractive giltstamped tendril border, fleuronnée corner stamps, gilt spine and two different giltstamped heraldic supralibros on the covers. All edges gilt. Inner margin shows two holes drilled through covers and interior for a decorative cord with the seal (now lost). Remains of ties.
  € 12,000
Collection of copies of Habsburgian documents relating to the Gonzaga family and the War of the Mantuan Succession, compiled by the Imperial Registry and signed by the Emperor, Ferdinand III. The collection, which unites documents by Frederick III, Maximilian I, Charles V, Maximilian II, Rudolf II, Matthias, Ferdinand II, etc., was probably drawn up for Duke Ferrante III Gonzaga, Duke of Guastalla (1618-78), to record and secure his claims upon the Duchy of Mantua (claims which lay in the interest of the Imperial family), while the War of Succession had ended a few years previously with Mantua becoming part of the French sphere of influence. - The Gonzaga family had ruled Mantua since 1328; in 1530, Federico II Gonzaga assumed the title of a Duke of Mantua. When the family gained control over the counties of Monferrato and Guastalla in the mid-16th century, they had reached their apogee of political, financial, and cultural importance. When Francesco IV Gonzaga died in 1612 without leaving a male successor, he was succeeded by his brothers Ferdinando and Vincenzo, both cardinals without children. Upon the death of Vincenzo II Gonzaga in 1627 the direct male line of the House of Gonzaga became extinct, causing a war of succession: Emperor Ferdinand II, husband of Eleanor Gonzaga, Vincenzo's sister, sought to re-attach the Duchy of Mantua to the Holy Roman Empire by transferring it to the Spanish-Imperial line of Gonzaga-Guastalla. This object was opposed by the older line of Gonzaga of Nevers and Rethel, supported by France. The conflict ended when Sweden entered the Thirty Years' War and Ferdinand required his troops in the principal theater of the war. The Duke of Nevers and Rethel became lord of the devastated and depopulated counties of Mantua and Monferrato, and France gained a foothold in Upper Italy. (Three quarters of a century later, however, the Imperial cause was to triumph after all: in 1708, the War of Spanish Succession re-attached Mantua to the Empire, while the Duke of Mantua and Monferrato sided with France) - The present compilation is intended to document the legal succession of the House of Gonzaga-Guastalla on the basis of archival material; this is underscored by the Imperial supralibros on the front cover (double-headed eagle with quartered escutcheon showing the fesses of Gonzaga and the Bohemian lion, bordered by a tendril desgin enclosing the four evangelists) and Guastalla's lion rampant within a crowned shield on the back cover. The documents repeatedly refer to the feudal righty of the House of Gonzaga-Guastalla, especially in the areas of Castiglione delle Stiviere and Castel Goffredo: "Ad perpetuam rei memoriam recognoscimus, ac postum facimus tenore praesentium universis, quod cum nobis submissime exponendum curavit. Illustris Ferdinandus Gonsaga, Priceps Castilionis à Stiveriis, Consanguineus et Princeps Noster charissimus, quem ad modum maiores olim sui ab Augustissimis Romanorum Imperatoribus & Regibus Praedecessoribus Nostris sacratissime recordationis super Marchionatu Castilionis à Stiverys, & Castro Guiffredi cum omnibus suis pertinentys investiti. Pater verò suus quondam Franciscus Gonsaga de eodem Marchionatu Castilionis et permutatione Castri Giuffredi [...] Matthias Romanorum Imperator semper Augustus [...] agnoscimus & notum facimus tenore praesentium universis. Quod cum Illustris Franciscus Gonsaga Princeps Castilioni à Stiverys, consanguineus et princeps noster charissimus, demisse Nobis esponi curavit, non tantum Maiores suos, verum etiam se ipsum à Predecessoribus Nostris Divis Romanorum Imperatoribus & Regibus praeclarissimae memoriae de Marchionatu Castilioni à Stiverys, et de Castro, et Terra Castri Guiffredi cum omnibus suis pertinentys investium, alijsque insignibus privilegys ornatum fuisse [...]". Signed at the end by Emperor Ferdinand III, with counter-signatures by the Aulic Councillors Conrad Hiltprandt and Johann Walderode.
 

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68 Gottsched, Johann Christoph [Hrsg.] / Alkmar, Heinrich von. Heinrichs von Alkmar Reineke der Fuchs, mit schönen Kupfern; Nach der Ausgabe von 1498 ins Hochdeutsche übersetzet, und mit einer Abhandlung, von dem Urheber, wahren Alter und großen Werthe dieses Gedichtes versehen. Leipzig & Amsterdam, (Johann Gottlob Immanuel Breitkopf für) Peter Schenk, 1752. 52, 340, 83 [falsch: 93], (1) SS. Mit 2 gest. Titelvignetten und 60 Textkupfern von Allart van Everdingen und S. Fokke. Mod. grüner Leinenband. Folio.
  € 600
Erste Ausgabe der berühmten Gottschedschen Bearbeitung, eine Prosaübersetzung der niederdeutschen Fassung von 1498. Goethe benutzte diese hier vorliegende Übersetzung, als er im Jahre 1793 begann, den Stoff in Hexameter zu kleiden. - Erste Bll. mit kl. Randläsuren (mit Japanpapier hinterlegt), sonst sehr sauberes, wohl gewaschenes Exemplar.
  ¶ WG² 169. Goedeke I, 483, 19 und III, 361, 2, 36. Faber du Faur 1777. Rümann 23. Lanck./Oehler I, 68. Slg. Borst 37.
 

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69 Gräffer, Franz. Neue Wiener-Tabletten und heitere Novellchen. Wien, (Ferdinand Ullrich für) Matthäus Kuppitsch, 1849. (2), (VII-)VIII, (2), 351, (9) SS. Mit lithogr. Frontispiz. Marmorierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. 8vo.
  € 150
Erste Ausgabe. - Mit den häufig fehlenden 4 Blättern Register zu Gräffers "Vermischten Wiener-Skizzen" in geringfügig abweichendem Format am Ende. Wie meist minimal stockfleckig.
  ¶ Gugitz 2609. Hayn/Gotendorf VIII, 451. Goedeke IX, 79, 51. Rabenlechner I, 115. Wurzbach V, 298. Slg. Mayer 2298.
 

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70 Gräffer, Franz. Neue Wiener-Localfresken; geschichtlich, anecdotisch, curios, novellistisch etc., ernst und heiter, alte und neue Zeit betreffend. Linz, (Ulrich Klopf und Alexander Eurich für) Friedrich Eurich & Sohn, 1847. (8), 304 (falsch: 306) SS. Mit rad. Frontispiz ("Nach Anastasius Grüns Skizze radirt von Otto Frhr. v. Eyb 1847"). Zeitgenöss. Pappband mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. 8vo.
  € 160
Erste Ausgabe der "bibliophil angesehenen" (Rabenlechner) vormärzlichen Sammlung. Über Comtesse Harrach, Cagliostro, Flugschriftenunfug, über die sagenhaften jüdischen Gründer Wiens, über Friedrich Schlegel, Rakoczis Flucht, josephinische Anekdoten, Guido Starhemberg, von Bücher-Antiquaren etc. - Papierbedingt teils schwach gebräunt; Ecken und Kanten leicht bestoßen. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz I, 2602. Slg. Mayer III, 2297. Rabenlechner I, 118. Giebisch/G. 118. Roth 284. NDB VI, 714. Goedeke IX, 78, 49. Wurzbach V, 298. Gilhofer-Lit in Ö. 1253. Hayn/Gotendorf VIII, 451 ("selten").
 

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71 Gräffer, Franz. Kleine Wiener Memoiren: Historische Novellen, Genrescenen, Fresken, Skizzen, Persönlichkeiten und Sächlichkeiten, Anecdoten und Curiosa, Visionen und Notizen zur Geschichte und Characteristik Wien's und der Wiener, in älterer und neuerer Zeit. Wien, Fr. Beck, 1845. 3 Bde. IV, 259, (1) SS. (2), 297, (1) SS. IV, 258, (2) SS. Mit 3 lithogr. Frontispizen. Einheitliche Halbleinenbände der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. 8vo.
  € 300
Erste Ausgabe. - Mit dem seltenen dritten Band. Einbände berieben; Ecken und Kanten bestoßen. Innen wie meist etwas braunfleckig. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz I, 2595. Goedeke IX, 77, 45. Hayn/Gotendorf VIII, 451. Rabenlechner I, 118. Wurzbach V, 298. Weilheim 49. NDB VI, 714.
 

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72 Gräffer, Franz. Wienerische Kurzweil', oder lustige, drollige, auch possenhafte und schnurrige Auftritte, Geschichtchen, Gattungsstücke und andere derley Schildereyen und Einfälle, Wien betreffend und die Wiener. Wien, A. Pichlers Wwe., 1846. VI, 314 SS. Mit grün lithogr. Frontispiz. Grüner Leinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. 8vo.
  € 150
Erste Ausgabe; Druckvariante mit dem richtigen Titelwortlaut "Gattungsstücke" (statt "Gattungsstücken"). "Schließt sich [...] den kleinen Wiener-Memoiren an" (Gilhofer, Lit. in Ö. 1252); enthält u. a. eine Parodie von Schillers "Handschuh". Einband gering berieben; innen kaum braunfleckig. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz I, 2599. Hayn/Gotendorf II, 655 und VIII, 451. Slg. Mayer 2291. Slg. Eckl IV, 111. NDB VI, 714. Roth 284. Rabenlechner I, 118. Goedeke IX, 78, 48.
 

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73 Grimm, Jakob. Reinhart Fuchs. Berlin, Reimer, 1834. (24), CCXCVI, 452, (2) SS. Marmorierter Halbleinenband der Zeit (Rücken erneuert) mit hs. Rückenschildchen. Gr.-8vo.
  € 450
Erste Ausgabe. - "Diese umfängliche Arbeit ist, obwohl im Titel nur Jacob als Herausgeber genannt wird, mehr als eine Gemeinschaftsarbeit der Brüder anzusehen. Eine ausführliche Quellen- und Textkritik, die die meisten der damals bekannten Handschriften und Drucke berücksichtigte und durch den sorgfältigen Abdruck wichtiger lateinischer, mittelhochdeutscher und niederländischer Fassungen für diesen Stoff neue Zusammenhänge erschloß" (Hennig/Lauer). - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig (zu Beginn stärker). Exemplar aus der Bibliothek des deutschen Pädagogen Wilhelm (Jakob Georg) Curtmann (1802-71) mit entspr. Besitzerstempel am Titel. Zu Curtmann, Direktor des Lehrerseminars in Friedberg, vgl. ADB IV, 653f.).
  ¶ Goedeke I, 15, 12. Menke 415. Slg. Borst 1716. Hennig/Lauer 517.
 

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74 Grimm, Wilhelm. Der Rosengarte. Göttingen, Dieterich, 1836. VIII, LXXXIV, 94 SS. Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgepr. schwarzem Rückenschildchen. Marmorvorsätze. Lesebändchen. 8vo.
  € 150
Erste Ausgabe der Grimm'schen Bearbeitung nach einer Frankfurter Handschrift des 14. Jahrhunderts. - Vordergelenk geplatzt; Kapitale lädiert; Vorderdeckel gelockert. Innen wie stets papierbedingt etwas gebräunt bzw. braunfleckig.
  ¶ WG² 11. Goedeke I, 246.
 

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75 [Groppenberger von Bergenstamm, Alois]. Geschichte der Vorstädte und Freygründe Wiens vor dem Stubenthore, welche die Weßgärber, Erdberg, St. Marx und die Landstraße enthält. Aus Urkunden gezogen. Wien, k. k. Hof- und Staatsdruckerei, 1812. (2), VI, (7)-103, (1), (III)-XVI SS. Bedr. Originalbroschur, gebunden in späteren Halbleinenband mit goldgepr. Rückenschildchen. Mit gest. Frontispiz (Hl. Elisabeth; J. Winkler sc.). 8vo.
  € 350
Erste Monographie über den dritten Wiener Gemeindebezirk bzw. die Vorstädte Landstraße, Weißgerber und Erdberg, die 1850/1862 zum 3. Bezirk zusammengeschlossen wurden. - Der Historiker und Sammler Alois v. Bergenstamm (1754-1821) war seit 1771 in der niederösterr. ständischen Registratur tätig und lieferte auch dem Geschichtsforscher Geusau Unterlagen für seine Arbeiten. "Seine zahlreichen Monographien, die zum Teil unkritisch gearbeitet sind, besitzen als Materialsammlungen heute noch Wert" (ÖBL II, 72). - Die "Legende der heiligen Elisabeth", die meist dem Titel folgt, hier an den Schluß gebunden. Etwas gebräunt bzw. braunfleckig; insgesamt wohlerhaltenes, unbeschnittenes Exemplar; die originale Verlagsbroschur um 1900 in einen Halbleinenband gebunden. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz 15928 und 15941. Slg. Mayer 1222. Slg. Eckl IV, 118.
 

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76 [Groppenberger von Bergenstamm, Alois]. Geschichte des unteren Werds, oder der heutigen Leopoldstadt. Aus Urkunden gezogen. Wien, k. k. Hof- und Staatsdruckerei, 1812. (6), (3)-176 SS. Bedr. Originalbroschur. Mit gest. Frontispiz und 1 Kupfertafel. 8vo.
  € 380
Erste Monographie über den zweiten Wiener Gemeindebezirk. - Der Historiker und Sammler Alois v. Bergenstamm (1754-1821) war seit 1771 in der niederösterr. ständischen Registratur tätig und lieferte auch dem Geschichtsforscher Geusau Unterlagen für seine Arbeiten. "Seine zahlreichen Monographien, die zum Teil unkritisch gearbeitet sind, besitzen als Materialsammlungen heute noch Wert" (ÖBL II, 72). - Das Frontispiz zeigt das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, das andere Kupfer den Eingang zum Augarten, welcher nach der nur geringfügigen Übertreibung des Verfassers "für Wien ungefähr das [ist], was die Tuilerien für Paris sind". - Leicht knittrig, aber kaum gebräunt und unbeschnitten in der originalen Verlagsbroschur. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz 15851. Slg. Mayer 1182. Nicht in der Slg. Eckl.
 

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77 Gross-Hoffinger, A[nton] J[ohann]. Leben, Wirken und Tod des Kaisers. Ein Charakter- und Zeitgemälde [...]. Entworfen bei Gelegenheit des Todes Franz I. am 1. März 1835. Stuttgart, Fr. Brodhag'sche Buchhandlung, 1835. 263, (1), 78 SS. Mit 2 lithogr. Portraits und 1 gefalt. Stammtafel. Bedr. Original-Silberleinenband. Gr.-8vo.
  € 120
Erste Ausgabe. - Der politische Journalist und Erzähler Gross-Hoffinger (1808-n. 1873) verließ nach dem Eingehen seiner Zeitschrift 'Der Adler' seine Heimatstadt Wien "und begab sich nach Deutschland [...], wo er nur durch Schriften [...] manchmal daran erinnerte, daß er wirklich lebe" (Wurzbach). - Der hübsche Einband an Rücken und Hinterdeckel gering berieben, mit kl. Stauchspuren an den oberen Ecken, sonst wohlerhalten. Innen wie stets teils stärker gebräunt. Am vorderen Innendeckel Exlibris "LV" mit Krone.
 

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78 Grotius, Hugo. Florum sparsio ad ius Justinianeum. Amsterdam, J. Janssonius, 1643. (8), 344 SS. Mit Holzschnittdruckermarke am rot-schwarzen Titel. Halblederband des 18. Jhs. mit goldgepr. rotem Rückenschildchen und dekorativer Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. 12mo.
  € 300
Dritte Ausgabe des erstmals im Vorjahr zu Paris erschienenen Werks. "Les annotations, les 'Flores' de Grotius, aux quatre parties du Corpus juris: 1° Ad librum I [-IV] Institutionum; 2° Ad Digesta; 3° Ad Codicem Iustiniani; 4° Ad Novellas Iustiniani" (Ter Meulen/D.). - Einige Stellen in griechischer und auch hebräischer Type. Schönes römischrechtliches Handbuch aus der Feder eines der herausragendsten Rechtsdenkers nicht nur seines Jahrhunderts. - Alte hs. Marginalien (bei der Neubindung im späten 18. Jh. angeschnitten). Ecken minimal bestoßen. Alter Stempel am Titel recto geschwärzt; verso alter ungar. Bibliotheksstempel.
  ¶ Ter Meulen/Diermanse 793. Rogge 129.
 

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79 Grustorff, Amandus, OSB (praes.). / Cajetanus, Jakob (resp.) & Kellner, Matthäus (resp.). Institutiones psychologiae empiricae [...]. Steyr, Gregor Menhardt, 1770. (4), 84 SS. Interimsbroschur der Zeit. 4to.
  € 400
Einzige Ausgabe. - Kremsmünsterer philosophische Dissertation über die Psychologie, "eam [...] partem Philosophiae, quae de anima agit", und zwar mit besonderer Rücksicht auf ihren empirischen Teil (maßgeblich gestützt auf Christian Wolffs "Psychologia empirica" von 1732). Grundlage dieser erkenntnistheoretisch orientierten "Philosophie des Geistes" ist des Menschen Innewerden der Gewißheit seiner Existenz durch das Seiner-selbst-bewußt-sein: "Ex hoc, quod quis sui sibi conscius sit, quisque inferre solet, se existere: ego sum mihi conscius, ergo ego existo". - Rezeptionsgeschichtlich hochinteressante (kloster-)schulphilosophische Abhandlung über einen erst über ein Jahrhundert später in sein Recht kommenden Wissenschaftszweig, philosophiegeschichtlich an der Schwelle der großen Kantischen Publikationen stehend. - Papierbedingt etwas braunfleckig. Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster; am Hinterdeckel altes Signaturschildchen der "Culturhistor. Ausstellung Steyr".
  ¶ Pachmayr IV, 789, 3. Wurzbach V, 399.
 

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80 Guericke, Otto von. Experimenta nova (ut vocantur) Magdeburgica de vacuo spatio [...]. Amsterdam, Johann Janssonius, 1672. Folio. (14), 244, (6) pp. Mit separate engraved t. p., 2 double-apge-sized engr. plates, and 20 (7 full-page) engravings in the text. Attractive contemp. calf binding with giltstamped red label to gilt spine. All edges red. Marbled endpapers.
  € 18,000
Only edition; very fine copy with important provenance: from the libraries of two great scientists of the 18th and 20th century, but without the engraved portrait added to some copies. - One of the most famous books in the history of physics, with many interesting illustrations, including the famous Magdeburger hemispheres, "one of the most dramatic experiments in the history of science" (Dibner, Heralds, S. 67). "Copies of this first edition are now very rare. This remarkable work on experimental philosophy ranks next to Gilbert's in the number and importance of the electrical discoveries described. Electric conduction and repulsion, the discharging power of points, the dissipation of charge by flames, the light due to electrification, the crepitating noises of small sparks are all recognized, pp. 147-150. The globe of sulphur, first of frictional machines, p. 148. Folio plate showing the Magdeburg experiment; also other noteworthy illustrations" (Wheeler Gift). - Slight waterstain to upper corner of first few pages; lower corners of binding insignificantly bumped. Otherwise a very clean, attractively bound copy from the collection of the Swiss physician and naturalist Frédéric-Louis Allamand (1736-1803?) with his autogr. note of ownership on the front flyleaf. Allamand, who visited Suriname, Guyana, and the Dutch West Indies as ship's doctor in the Dutch navy, published an article on West-Indian syphilis in the "Nova Acta Leopoldina" in 1770 and described new plant specimens he had discovered on the Dutch Antilles; he corresponded with Carl von Linné on the subject, who rated him highly. Later, Allamand became a physician at the Petersburg court of Empress Catharine II and there in 1776 married Adriana van Guericke, a distant descendant of the physicist. He returned to Leyden in 1793, where he disappears after 1803. - Later in the library of the Dutch mathematician and physicist Hendrik Antoon Lorentz (1853-1928) with ms. dedication on flyleaf: "Herrn Prof. Dr. Lorentz | in dankbarer Verehrung | M. Voigt" (c. 1900). Lorentz, the second Nobel Laureate in Physics (1902, with Pieter Zeeman), made important contributions to the study of the mathematical consequences of Einstein's General Theory of Relativity.
  ¶ Horblit 44. Sparrow 90. Dibner 55. Honeyman 1565. Ekelöf 150. Houzeau/Lancaster 8775. Wheeler Gift 170. Mottelay 126. Poggendorff I, 971f. Ebert 9055. Graesse III, 171. Waller 11354. Wolfenb. 688.
 

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81 [Helbig, Johann Lorenz]. Parochus duodenario pressus pondere cujus animum relevant hae pagellae, per encoenialem dialogum. Das ist: Eine Erzehlung der 12 Haupt-Beschwärnus eines Pfarrers, auf die Art eines Kirchweyh-Gesprächs zwischen drey Pfarrern, zur Aufmunterung ihres belästigen Gemüths. Vorgetragen von einem erlebt- und geübten Pfarrer. O. O. u. Dr., 1719. 412 SS. Halbpergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. 12mo.
  € 350
Erste Ausgabe. - Schwankhafte Anekdoten aus dem beschwerlichen Pfarrersleben, in der Form den Kurtisanengesprächen nicht unähnlich. "The trials of a parish priest recounted in a fictional frame with considerable humor & color. In German, except for a few short prose passages & one comic poem (123-129) in Latin" (Jantz). Der fränkische Weltpriester und Predigtschriftsteller J. L. Helbig (1662-1721) begann seine Laufbahn "als Kaplan in Dettelbach, war 1688-90 Pfarrer zu Geiselwind und wurde über mehrere Stationen in fränkischen Städtchen für 18 Jahre [...] Stadtpfarrer von Kissingen und Dechant des Landkapitels Münnerstadt, schließlich mit dem Titel eines hochfürstlichen Geistlichen Rats [...] Er erweist sich als ungemein belesen und eloquent, verstand jedoch auch, die Predigtthemen dem Kirchenvolk mundgerecht darzubieten, indem er häufig an die jeweiligen Bräuche des Jahres anknüpfte und seine Morallehren mit geistlichen Historien, weitausgesponnenen Tierfabeln und Schwänken exemplifizierte. Unliebsames Aufsehen bei seinen Vorgesetzten erregte die anonym erschienene Beschwerdeschrift 'Parochus duodenario pressus' (o. O. 1719) über die ungenügende Ausbildung von Amtsbrüdern und andere kirchliche Mißstände wie auch die eigene Arbeitsüberlastung. Vom Kaplan verraten, wahlweise zum Verlust der Ratsinsignien oder zu 100 Talern Geldstrafe verurteilt, zog Helbig es vor, zu zahlen" (Killy). - Papierbedingt teils leicht gebräunt; Bindung etwas gelockert; Einband berieben und am Hinterdeckel mit Fehlstelle. Am vorderen Vorsatz hs. Schenkungsvermerk (dat. 1871): "Geschenk des Herrn Bibliothekars P. Hugo Schmid [1840-1900] an F. Vinzenz Thalhammer Stiftskleriker zu Kremsmünster". Aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster mit entspr. hs. Doublettenvermerk am vorderen Innendeckel.
  ¶ Jantz 3247. Killy V, 195. Nicht bei Faber du Faur oder Holzmann/Bohatta.
 

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Vom Erstdrucker Reutlingens
82 Herolt, Johannes. Quadragesimale discipuli. (Und: Johannes Gerson. Monotessaron. Und: Gabriel Biel. Sermo de passione dominica). Reutlingen, Johann Otmar, 19. II. 1489. 137 Bll. Gotische Type, 46 Zeilen, 2 Spalten. Typ. 6:81G, 7:170G. Die Rectoseiten des Quadragesimale sowie des Monotessaron rubriziert und mit roten Lombardinitialen. Blindgepr. Zeitgenössischer Halbschweinslederband über Holzdeckeln auf 3 Bünden mit hs. Rückentitel sowie späterem Wappensupralibros. Eine mittige ziselierte Schließe. Kl.-Folio.
  € 5,800
Erster Druck dieser Predigtsammlung. Die Schriften des Nürnberger Dominikanerpriors Johannes Herolt (gest. 1468), der seine Werke stets als "Discipulus" zeichnete, erfreuten sich in ganz Deutschland und Osteuropa bis ins 18. Jh. hinein großer Beliebtheit (vgl. LMA IV, 2175). - Johann Otmar, von Pollard als Erstdrucker Reutlingens genannt (1479), war (neben Michael Greyff) einer der nur zwei Inkunabeldrucker der Stadt. Er druckte bis 1495 etwa 50 lateinische Inkunabeln, hauptsächlich theologischen Inhalts, bevor er sich nach Tübingen wandte. - Nur ein Exemplar auf Auktionen der letzten Jahrzehnte (dieses aber incpl.; ohne den 3. Teil). Zu Beginn etwas wasserrandig; 2 kl. Randausschnitte am 1. Textblatt. Einige zeitgenöss. Marginalien. Ohne das l. w. Bl. Am Schluß hs. Besitzverrmerk des 17. Jhs.: "Frater Joannnes Gastl me iuro tenet 1627". Der schöne Einband mit einigen unbedeutenden Wurmspuren am Hinterdeckel. An den Deckeln goldgepr. Wappensupralibros der "Society of Writers to the Signet", eine dem schottischen Höchstgericht angeschlossene Körperschaft und der ältesten britischen Juristengesellschaften (1594 gegründet).
  ¶ Hain/C. 8515 (= 8514). GW 12339. BMC II, 586. Goff H-97. Sajó-Soltész 1652. Sheppard 1981. Proctor 2715. Polain (B) 1912. ISTC ih00097000.
 

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83 Höfer, Matthias, OSB. Etymologisches Wörterbuch der in Oberdeutschland, vorzüglich aber in Oesterreich üblichen Mundart. Linz, Joseph Kastner, 1815. Drei Teile. (20), 342, (2) SS.; 362, (2) SS.; 344, (72) SS. auf losen, mittig gefalzten Druckbögen (Falzmaß 265:410 mm).
  € 280
Einzige Ausgabe. - Der Benediktiner Matthias Höfer (1754-1826) war ein Vorreiter der Sprachwissenschaft in Österreich. Sein Herkunftswörterbuch behandelt hauptsächlich das Oberösterreichische und enthält in der Einleitung eine kleine kommentierte Bibliographie und im letzten Band ein Register aller erklärten Wörter sowie eine Liste der "Trivial-Benennungen" nach dem Linné'schen System. - Erster Bogen etwas angestaubt, sonst sauber und wohlerhalten.
  ¶ Wurzbach IX, 99. Durstmüller I, 307. Zaunmüller 79. ÖBL II, 351.
 

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84 Hofbauer, Karl. Die Wieden mit den Edelsitzen Conradswerd, Mühlfeld, Schaumburgerhof und dem Freigrunde Hungerbrunn. Historisch-topographische Skizzen zur Schilderung der Vorstädte Wiens. Wien, Karl Gorischek, 1864. (4), 421, (1) SS. Titel in rot und schwarz. Halbleinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und Rückenfileten; die bedr. Originalbroschur mitgebunden. Dreiseitiger Marmorschnitt. 8vo.
  € 350
Erste Ausgabe; eine der frühesten Topographien des heutigen 4. Wiener Gemeindebezirkes. - Der Wiener Heimatforscher Carl Hofbauer (1829-71) hatte die Absicht, die von Schimmer mit der "Häuserchronik für die Innere Stadt" begonnene Arbeit für alle damaligen Vorstädte fortzusetzen; krankheitshalber kamen jedoch nur die Studien über die Rossau, die Alservorstadt sowie die Wieden zustande. - Einband etwas berieben. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz IV, 16041. Slg. Mayer 1246.
 

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85 Hofmann von Hofmannswaldau, Christian u. a. Herrn von Hoffmannswaldau und anderer Deutschen auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte anderer Theil. Leipzig, Thomas Fritsch, 1697. (2), 384, (14) SS. Mit Holzschnittvignette am rot-schwarz gedruckten Titel. Marmorierter Halbpergamentband der Zeit mit verblaßtem hs. Rückentitel. 8vo.
  € 400
Einer von mehreren Drucken des zweiten Bandes im Jahr seiner Erstausgabe (der erste Band war bereits 1695 vorangegangen). Bis 1709 sollte die Reihe auf sechs Bände anwachsen; 1727 folgte unter neuer Herausgeberschaft ein 7 Teil. Unter den Beiträgern befanden sich Benjamin Neukirch, J. B. Mencke, Chr. Gryphius, Gottsched, Simon Dach u. v. a. "Größte, nach der Zahl der aufgenommenen Gedichte wie der zu Wort kommenden Dichter umfangreichste Sammlung der späten Barock-Lyrik [...] mit großer Sachkunde unter möglichstem Ausschluß alles Zufälligen und Unbedeutenden angelegt" (Wolfskehl 200). "Umfangreichste und wichtigste Anthologie jener Zeit, welche von Obscoenitäten wimmelt" (Hayn/G.). - Papierbedingt etwas gebräunt; Zeitgenöss. hs. Besitzvermerk "B. P. Sahlfeldt mpr. 1705" am Titel; am vorderen Innendeckel ein hs., mit "23. Mart. 1756" datiertes 9zlg. Gedicht, überschrieben "Streitigkeiten einiger Gelehrten": "Sie streiten, ihn einander zuverstehen, | um Sätze, die die Einsicht übergehen [...]".
  ¶ VD 17, 3:603388N. Dünnhaupt S. 2941, 1.II.4. Goedeke III, 269, 5. Hayn/Gotendorf III, 323. Faber du Faur 1345.
 

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86 Hoheisel, Daniel Friedrich. Sammelband mit 22 Werken (sowie einer Dissertation von Johann Lorenz Dorn). Zumeist Halle, versch. Drucker, 1720-1731. 1. Hoheisel, Daniel Friedrich. De Pupillaribus tabulis a matre confectis [...]. Halle, Johann Christian Hendel, 1726. 12 SS. - 2. Ders. Edictum praetorium: quod quisque juris in alterum &c. aequitate omniumque usu apud veteres caruisse, denuo demonstrat [?]. Halle, Grunert, 1726. 12 SS. - 3. Ders. Gedancken von der Consequenz-Macherey oder Gründliche Abhandlung der Frage: Ob und in wieferne ein Gelehrter schuldig sey diejenigen Sätze zu verantworten, die andere aus seinen Lehren Schlußweise heraus gebracht? Halle, Joh. Friedrich Krottendorff, 1731. 16 SS. - 4. Ders. (praes.) / Seidlitz, Georg Sigismund von (resp.). Primas de interpretatione lineas. Halle, Hendel, 1731. (2), 16 SS. - 5. Ders. (praes.) / Eulenburg, Christoph Heinrich Freiherr von (resp.). De principiis juris naturae. Ebd., 1731. (2), 13, (3) SS. - 6. Ders. (def.) / Willenberg, Samuel Friedrich (auct.). Tractatio juridica de matrimonio imparium: Von ungleicher Ehe, welche vornehme Standes-Persohnen mit denen so geringern Standes sind, schließen. Ebd., 1727. (2), 46 SS. - 7. Ders. (praes.) / Rivinus, Johann Abraham (resp.). Specimen meditationis philosophicae de mercatu corporum humanorum, cujus apud. Rom. mangonium species erat, vulgo Vom Menschen-Handel [...]. Leipzig, Schede, 1720. (32) SS. - 8. Ders. Daniel Friedrich Hoheisel [...] zeiget den Ungrund der Einwürffe die wider seinen Tractat de ideis in dem 122sten Theil der Leipziger Deutschen Actorum Eruditorum vorgetragen worden [...]. Halle, Hendel, (1727). 23, (1) SS. - 9. Ders. Fundamenta compensationis a priori demonstrata sistit [...]. Ebd., 1729. 8 SS. - 10. Ders. Schediasma philosophico-juricium de dono perspicuitatis [...]. Leipzig, Jakob Schuster, 1724. (24) SS. - 11. Ders. (praes.). Theses controversae iuris naturae et gentium ex capitibus XV prioribus libelli B. Samuelis L. B. de Pufendorff De officio hominis et civis ac Titii observationibus subiectis collectae [?]. Halle, Joh. Christoph Krebs, 1726. 16 SS. - 12. Ders. (praes.). Theses controversae iuris naturae et gentium ad ductum V capit. ultim. atque integri libri II opusculi B. Samuelis L. B. de Pufendorff De officio hominis et civis ac Titii observationum subiectarum collectae [?]. Halle, Hendel, 1726. 16 SS. - 13. Ders. Praemissa succincta meditatiuncula de usufructu patris in peculio liberorum adventitio mortuis liberis finito. Ebd., 1729. 8 SS. - 14. Ders. Ex chirographo non oriri literarum obligationem demonstrat [...]. Halle, Hilliger, (1728). 14, (2) SS. - 15. Ders. De methodo docendi antiquitates juris Romani [?]. Halle, Joh. Friedrich Krottendorff, 1728. 12 SS. - 16. Ders. (praes.) / Tusch, Karl Georg Ludwig (resp.). Disputatio juridica, de concursu duarum causarum lucrativarum in eandem rem et personam ad § 6 & 9 I. de Legat. Halle, Hendel, 1725. 36 SS. - 17. Ders. (praes.) / Oehmchen, Joh. Nikolaus (resp.). De specificatione ad § 25 I de r. d. illustris ictorum ordinis in Academia Fridericiana consensu [...]. Ebd., 1725. 23, (1) SS. - 18. Ders. Dissertatio inauguralis iuridica de fundamentis in doctrina de praescriptione et derelictione gentium tacita distinctius ponendis [...]. Ebd., 1723. (8), 56 SS. - 19. Ders. (praes.) / Weinmar, Gabriel Gottfried (auct. & def.). Disputatio hujus argumenti prior de fictionibus juris in cerebro jurisconsultorum natis atque e sana jurisprudentia eliminandis [...]. Halle, Grunert, 1727. (4), 44 SS. - 20. Ders. Obervationes ex jure publico universali selectas de principe legibus libero [...]. Halle, Joh. Friedrich Krottendorff, 1730. 16 SS. - 21. Dorn, Johann Lorenz. Dissertatio inauguralis iuridica de iureiurando in litem pretii affectionis figmento liberato [...]. Altdorf, Magnus Daniel Meyer, 1730. (2), 54 SS. - 22. Hoheisel, Daniel Friedrich (praes.) / Küsch, Joh. Voigt (resp.). Disssertatio [!] iuridica de praescriptione immemoriali sanae rationi et iuri civili contrariante [?]. Halle, Hendel, 1724. (8), 62 (falsch: 52), (2) SS. - 23. Ders. (praes.) / Holst, Joh. Valentin (resp.). Emendatio doctrinae practicae de correis eorumque mutua actione (vulgo regressu) [...]. Halle, Joh. Friedrich Krottendorff, 1731. 29, (3) SS. Halblederband der Zeit. 4to.
  € 800
Sammelband, enthaltend 20 von den 28 bei Jöcher/A. verzeichneten Werke des Verfassers, außerdem zwei dort nicht verzeichnete. Der 1698 zu Danzig geborene Jurist D. F. Hoheisel studierte in seiner Heimatstadt und in Leipzig, "ward 1720 Magister, practicirte daselbst und las Collegia, ward darauf 1723 zu Halle Doctor, und las daselbst über die Weltweisheit und die Rechte, starb aber den 19ten May 1732" (Jöcher/A.). Beigebunden ist die Inauguraldissertation des Johann Lorenz Dorn (1708-80) aus Nürnberg, der zeitweise in Halle studierte (allerdings bei Ludewig, Gundling, Böhmer und Fleischer), bevor er nach Stationen in Berlin und Dresden mit der vorliegenden Dissertation in Altdorf Lizentiat wurde (vgl. Will, in DBA I 249, 80f.). - Papierbedingt teils etwas gebräunt; im ganzen wohlerhalten. Am vorderen Innendeckel Stempel der Bibliothek Fållnäs südlich von Stockholm.
  ¶ Jöcher/Adelung II, 2088f.
 

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87 Horatius Flaccus, Quintus. Opera. [Ed. D. Lambini. Editio tertia]. Paris, (Jean le Blanc d. J. für) Jean Macaeus, 1578-1580. 2 Teile in 1 Band. (12), 348, (44) SS. 412, (76) SS. Mit Holzschnittdruckermarke an beiden Titeln und einigen Holzschnittinitialen. Etwas späterer Lederband mit goldgepr. Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, mehrfachen goldgepr. Deckelfileten, Eckfleurons und Mittelornament (Schriftzug "Jesus Maria" im Blattwerksband) sowie Stehkantenvergoldung und Marmorvorsätzen. Dreiseitiger Goldschnitt. Folio.
  € 950
Hübsch gedruckte Pariser Horaz-Ausgabe. Die wichtige Edition von Denis Lambin erschien erstmals 1561 in Lyon; nach einer venezianischen Ausgabe (1566) folgten die vier Pariser Drucke von 1567, 1568, 1579 und 1587. Die vorliegende "ist bisher als die vollständigste und beste Augabe von Lambinus angesehen. Sie enthält allerdings einige Zusätze von Lambinus mehr, aber es sind auch Anmerkungen von H. Stephanus beigefügt" (Schweiger). "Dionysius Lambinus, 'magnus Horatii sospitator', was a scholar and critic of no ordinary powers and acuteness. His editions, which marked a new aera in Horatian criticism, have deservedly met with universal applause [...] The Parisian edition of 1567 was the last corrected by Lambinus himself. Of the edition of 1579 there are copies on large paper" (Dibdin). Die zweiteilige Ausgabe kommt offenbar häufig in vom Verlag nach Bedarf zusammengestellten Mischexemplaren vor: Im von Schweiger verglichenen Exemplar ist der 2. Band mit "1587" datiert; im Exemplar der British Library ist es der erste Teil, der dieses Druckjahr trägt. Vorliegend eine Titelauflage mit "1580" am Haupttitel, "1578" am Titel des 2. Teils (so auch bei Adams, offenbar bei allen drei Exemplaren) und dem Druckjahr "Januario, Anno 1579" im Kolophon des 2. Teils. - Am vorderen Vorsatz zwei versch. hs. Schenkungsvermerke und papiergedecktes Siegel vom August 1706, nach denen der Band als Preis an der Oratorianerschule von Le Mans verliehen wurde. Titel gelockert; teils etwas gebräunt bzw. wasserrandig. Der Einband etwas berieben und mit restaurierten Wurmspuren am Rücken, im ganzen aber ansprechend erhalten.
  ¶ Dibdin II, 95. Schweiger II.1, 398. Adams H 927. BM-STC French 231.
 

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88 [Hormayr zu Hortenburg, Josef von]. Anemonen aus dem Tagebuch eines alten Pilgersmannes. Erster (-vierter) Band. Jena, Friedrich Frommann, 1845-1847. 4 Bde. (4), 388 SS. (4), 370, (2) SS. (4), 352 SS. VI, 436 SS. Die zahlreichen gefalt. Stammtafeln alle in der Paginierung. Halbleinenbände der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. 8vo.
  € 320
Erste Ausgabe. - Historische Betrachtungen, mit Urkundenmaterial und Stammtafeln. Der Tiroler Historiker Josef Freiherr von Hormayr (1782-1848) wurde 1808 Direktor des Geheimen Hausarchivs (vgl. DBE). - Einbände leicht berieben; Kanten bestoßen. Aus der Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Goedeke VI, 345, 34. NDB IX, 625.
 

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89 Hormayr zu Hortenburg, Josef von (Hrsg.). Wien, seine Geschicke und seine Denkwürdigkeiten. Wien, Franz Härter, 1823-1825. Zwei Jahrgänge (27 Hefte) in 9 Bänden (= alles Erschienene). Mit 9 gest. Titeln, 13 gefalt. gedr. Tabellen bzw. Stammtafeln und 53 gest. und lithograph., teils gefalt. Tafeln. Grüne Halblederbände der Zeit mit Rückentitel und -vergoldung. Lesebändchen. 8vo.
  € 1,400
Ein nach Nebehay/W. vollständiges Exemplar mit insgesamt 66 Beigaben der so praktisch nie vorkommendenden Reihe. "Das Werk erschien ursprünglich in 2 Jahrgängen mit 27 Einzelheften und wurde erst später zu 9 Bänden zusammengefaßt [...] Die Kollation dieses für die Geschichte Wiens bedeutenden Werkes ist meist außerordentlich schwierig, da die Anzahl der Kupferstiche und Lithographien schwankt. Als vollständig können Exemplare angesehen werden, die 66-68 Tafeln und Tabellen [...] aufweisen. Die Tafeln 59 (Das Burgtor von Nobile) und 60 (Cortisches Kaffehaus im Volksgarten) sind allem Anschein nach nur einem Teil der ausgegebenen Exemplare beigebunden worden. Aber auch mit 66 Beigaben ist das Werk selten" (Nebehay/W.). - Dekorative Reihe in hübschen Wiener Einbänden der Zeit, innen durchgehend etwas stockfleckig bzw. gebräunt. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Nebehay/Wagner 267. Gugitz I, 32. Slg. Mayer 192 (fehlen 5 Kupfer). Slg. Eckl IV, 155 (fehlen 5 Kupfer).
 

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90 Hundt von Sulzenmos, Wiguleus. Metropolis Salisburgensis, continens primordia Christianae religionis per Boiariam et lica quaedam vicina [...]. Ingolstadt, David Sartorius, 1582. (8), 328 (falsch: 826), (2) SS., l. w. Bl. Mit Holzschnittvignette am Titel. Pergamentband der Zeit auf 4 durchzogenen Bünden mit goldgepr. Wappensupralibros (dat. 1590) am Vorderdeckel und verblaßtem hs. Rückentitel. Dreiseitiger Rotschnitt. Bindebänder fehlen. Folio.
  € 1,200
Erste Ausgabe dieser Geschichte des Christentums, der Klöster und Stifte in den bayerischen Stammlanden, "bis heute ein vielbenutztes Werk" (NDB). - Der aus einem altbayerischen Adelsgeschlecht stammende Hundt zu Lautterbach und Sulzenmos (1514-88) studierte in Ingolstadt und Bologna und wurde 1537 zum Dr. jur. promoviert. "Er war danach Professor des Institutionenrechts in Ingolstadt und wurde 1539 zum Rektor gewählt. 1540 berief ihn Herzog Wilhelm IV. in den Hofrat nach München. Seit 1548 war Hundt Beisitzer am Reichskammergericht, seit 1551 Kanzler in Landshut. 1552 wurde er Hofratspräsident und Geheimer Rat in München und wirkte daneben als Pfleger von Dachau und Menzing sowie als Kurator der Univ. Ingolstadt. Unter Herzog Albrecht V. gehörte H. zu den einflußreichsten Beratern der bayerischen Politik" (DBE). - Das schöne Wappensupralibros gut erhalten; am Titel zweizlg. zeitgenöss. hs. Schenkungsvermerk. Titel etwas fingerfleckig, sonst schönes, sauberes Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster mit kl. entspr. Deckeletikett.
  ¶ VD 16, H 5929. BNHCat H 612. Adams H 1161. Stalla 1460. NDB X, 65. Schottenloher 33453b. Cless I, 351. Vgl. Pfister I, 343. Nicht bei BM-STC German. Nicht bei Lentner.
 

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91 [Illegales Glücksspiel]. Verordnung von dem k. k. böhmischen Landesgubernium. Das Spiel Wirbisch wird unter den, im Spielpatente enthaltenen, Strafen verboten. | Narjzenj od cys. králowského Czeského Gubernyum. Hra wirbis nazwaná zapowjdá se pod pokutau w hernjm patentu wysazenau. [Wohl Prag], o. Dr., 1787. Einblattdruck, 220:353 mm.
  € 300
Zweisprachig deutsch-tschechisches Zirkular zum Verbot des Glücksspiels "Wirbisch" in Böhmen: "Seine Majestät haben nach Inhalt eines Hofdekrets vom 29ten November d. J. das Spiel Wirbisch, als ein wirkliches Hasardspiel unter den, im Spielpatente vom 1ten Mai 1784 enthaltenen, Strafen verboten; welches zu Jedermanns Warnung allgemein bekannt gemacht wird". Gezeichnet Prag, den 14. Dezember 1787 von Ludwig Graf Cavriani (1739-1802; als neueingesetzter Obrist-Burggraf von Prag an der Spitze der böhmischen Verwaltung), Johann Marcell v. Hennet (1733-1814, ab 1791: Freiherr; Geheimrat, böhmischer Landes-Unterkämmerer und Violinist sowie Komponist; vgl. Wurzbach VIII, 306) und Makarius Heimbacher. - Das rouletteartige Glücksspiel "Wirbisch" (Biribi[s], Cavagnole) wurde auf einem Brett mit 70 numerierten Feldern gespielt: Die Spieler legten ihre Einsätze auf das jeweils gewählte Feld, und der Spielmeister zog aus einem Sack eine Nummernkarte. Der Spieler, dessen Feldnummer der gezogenen Karte entsprach, erhielt seinen Einsatz 64fach; die übrigen Einsätze fielen an die Bank. - Sauber und wohlerhalten.
 

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92 Jablonski, Johann Theodor. Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften, oder Deutliche Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Cörper, der Luft, der Erde, sammt den bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Erzte [!], des Meers und der darinne lebenden Geschöpfe [...]. Neue, um die Helfte vermehrte, und durchgehends verbesserte Auflage. Königsberg u. Leipzig, Johann Heinrich Hartung, 1748. 2 Teile in 1 Band. (6), 764, (765)-1456, (48) SS., l. w. Bl. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz, gest. Titelvignette und zahlr., teils blattgr. Textkupfern sowie -holzschnitten. Dunkelbrauner Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen und -vergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt; Marmorvorsätze. 4to.
  € 800
Zweite Ausgabe (EA 1721). "Das erste allgemeine Lexikon [...] Seinerzeit sehr beliebt. Index der lateinischen und französischen Wörter. Illustriert. Vorläufer der Konversationslexika" (Zischka). Jablonski (1665-1731) wurde von seinem Großvater, dem berühmten J. A. Comenius, erzogen, und wurde der erste Sekretär der 1700 gegründeten Preussischen Akademie. "Ausgesprochen allgemeines Nachschlagewerk ohne biographische Artikel. Zahlreiche Quer- und Literaturverweise machen das Werk auch heute zu einer wertvollen Quelle für Themen dieser Zeit. Zwei Register am Schluß [...] erleichtern die Handhabung und erhöhen den Gebrauchswert beträchtlich [...] Das Werk ist 'modern' aufgemacht, zweispaltig gedruckt und bringt sogar einige Textabbildungen [... Enthält] erstmals in der Lexikographie auch einige Kupferstiche, ein technisch aufwendiges verfahren, da auf ein und demselben Bogen ein Hochdruck- (für Text und Holzschnitte) und ein Tiefdruckverfahren (für die Kupferstiche) verwendet wurde" (Seemann). - Das Frontispiz im unteren Drittel abgerissen (die Fehlstelle hinterlegt); Rücken an den Kapitalen und Gelenken fachmännisch restauriert.
  ¶ Vgl. Zischka 5. Seemann (Bibl. Lex.) 335.
 

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93 [James II. von England]. Angst und Wehe Jacobi II. gewesenen Königs in Engelland, über sein geführtes Regiment und unglücklich vorgenommene Entreprise. Auß dem Engelländischen durch einen Liebhaber in die hochteutsche Sprach übersetzet. O. O. u. Dr., [1696]. Einblattdruck, ca. 418:310 mm (Satzspiegel 412:292 mm; Kupferstichillustration 211:159 mm).
  € 1,500
Seltene, nur in der UB Tübingen (mit falscher Datierung "um 1705") nachgewiesener deutscher Einblattdruck zum Anschlag der Jakobiten auf William III. von Oranien, mit der dem im französischen Exil lebenden James II. die Rückkehr auf den englischen Thron ermöglicht werden sollte. Das fehlgeschlagene Komplott sollte James viele Sympathien kosten. - Spuren alter Faltung; ein Einriß fachmännisch restauriert. Das Kupfer zeigt unmutvollen James II., dem Dolch, Pistole und Giftrezept aus dem Mantel fallen; im Hintergrund die Flotte im Hafen von Dünkirchen.
  ¶ OCLC 310948916.
 

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94 [James II. von England]. Der mißglückte und rechtmässig bestraffte Königs-Mord: Oder außführliche Beschreibung der jüngst in Engeland entdeckten grausahmen und abscheulichen Conspiration, so gegen das Leben des unvergleichlichen Helden Wilhelmi III. Königs von Engeland, Schottland, Frankreich und Irrland [...] außgeführet werden solte [...]. O. O. u. Dr., 1696. (96) SS. Mit 2 gefalt. gest. Tafeln. Roter Halblederband unter Verwendung des Materials eines zeitgenöss. roten Pappbands. 4to.
  € 850
Deutsche Flugschrift zum Anschlag der Jakobiten auf William III. von Oranien, mit der dem im französischen Exil lebenden James II. die Rückkehr auf den englischen Thron ermöglicht werden sollte. Das fehlgeschlagene Komplott sollte James viele Sympathien kosten. - Das erste, in neun Felder gegliederte Kupfer zeigt in acht Portraits die zwischen 28. März und 9. Juni hingerichteten Verschwörer um Robert Charnock, der die Donnerbüchse geführt hatte, sowie eine emblematische Hinrichtungsszene. Das Faltkupfer zeigt "Die Hinrichtung der Conspiranten zu Tyburn welche sich verbunden gehabt König William von Engelandt, etc. zu ermorden". - Die Kupfer mit kl. Randeinrissen. Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk "Joh. Oelreich" (d. i. womöglich der schwedische Philologe Johannes Oelreich, der 1677 in Wittenberg eine Dissertation über die jüdischen Orakelsteine Urim und Thummim vorlegte). Selten; international nur 5 Exemplare in Bibliotheken nachweisbar (British Library, Göttingen, Wolfenbüttel, Kiel, Rostock).
  ¶ VD 17, 23:314094Y.
 

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95 [Jesuiten]. Via viri in adolescentia, seu juventutis in avia deviae. München, Sebastian Rauch, 1693. (6), 196 SS. Mit gest. Frontispiz. Lederband der Zeit mit abgeriebener Rückengoldprägung. Reste von Schließen. 12mo.
  € 140
Seltener Münchner Jesuitendruck, über die rechte Betätigung des Jungmannes und Studenten. Obwohl gelegentlich dem ungarischen Jesuitenprovinzial Gábor Hevenesi (1656-1715) zugeschrieben, wird das Werk von de Backer/Sommervogel nicht verzeichnet. Nur zwei Exemplare über Bibliothekskatalogen nachweisbar (BSB München; Leopold-Sophien-Bibliothek Überlingen). - Einband berieben; Kapitale lädiert. Einige zeitgenöss. hs. Anstreichungen; im Rand etwas braunfleckig. Am Frontispiz verso alte hs. Besitzvermerke (darunter der eines Eisenstädter Konvents).
  ¶ VD 17, 12:100429N. Nicht bei Holzmann/Bohatta.
 

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96 Jullien, A[ndré]. Topographie de tous les vignobles connus [...]. Troisième édition. Paris, chez l'auteur, Mme. Huzard, & L. Colas, 1832. 55, (1), 580 SS. Mit einer Falttabelle. Halbleinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Gr.-8vo.
  € 500
Dritte Ausgabe (EA 1816); im Todesjahr des Verfassers. Die erste deutsche Ausgabe sollte erst 1833-35 erscheinen. "Édition très augmentée [...] Ce livre, intéressant non seulement pour les vins de France mais pour ceux de l'univers entier, traite des vignobles du Portugal, de l'Afrique, du Rhin et de la Moselle, de l'Espagne, de l'Italie, de la Turquie, de la Suisse, de l'Autriche, de la Russie, de la Californie [...]; les vins du Chili, de Syrie, de Hongrie. Un article est consacré à une eau-de-vie chinoise faite de lait et de chair de mouton; l'araka des Tartares, etc." (Oberlé); u. a. auch zu griechischem Wein. Der französische Önologe André H. Jullien, 1766 in Chalon-sur-Saône geboren, starb in Paris an der Cholera. - Papierbedingt durchgehend etwas gebräunt. Vordergelenk oben eingerissen; Ecken bestoßen; Deckel berieben. Am vorderen Vorsatz Besitzeretikett "Pozzi" (um 1900). Aus der Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Vicaire 471. Simon (Bibl. Vinaria) 20. Oberlé 960.
 

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97 Jurende, Karl Josef. Jurende?s Vaterländischer Pilger im Kaiserstaate Oesterreichs. Geschäfts- und Unterhaltungsbuch für alle Provinzen des österreichischen Gesammtreiches. 1826. Brünn, Johann Georg Gastl für den Herausgeber, 1826. (28), a-q, LVI, a-h, 360, 48, (4) SS. Titel und erster Teil in rot und schwarz gedruckt. Mit mehrf. gefalt. lithogr. Tafel. Halblederband der Zeit mimt goldgepr. Rückentitel (oxydiert) und dreiseitigem gesprenkeltem Farbschnitt. Gr.-4to.
  € 350
13. Jahrgang. Der österreichische Publizist K. J. Jurende (1780-1842) wirkte zunächst als Pädagoge nach den Grundsätzen Pestalozzis, bevor er in Brünn als Heimat- und Volksschriftsteller arbeitete. "Er war Herausgeber des Kalenders 'Mährischer Wanderer', der seit 1814 unter dem Titel 'Vaterländischer Pilger' erschien, und der Zeitschrift 'Moravia' (1815), die mit ihren Beiträgen zur Vaterlandskunde ein mährisches Volksblatt werden sollte" (DBE). - Mit 12-Kronen-Steuerstempel am Titel. Die Tafel zeigt verschiedene im Kalender behandelte Curiosa, darunter das Stift Klosterneuburg, das Wiener Heldentor, die Spinnerin am Kreuz und das Stift Melk, aber auch Jakob Degens Flugmaschine, ein sibirisches Mammutskelett, den Querschnitt durch ein holländisches Kriegsschiff, die Sphinx von Gizeh, den Pont du Gard etc. - Einband an Ecken und Kanten leicht berieben. Selten; kein Exemplar in der ÖNB; dieser Jahrgang nur für BSB München und UB Salzburg nachgewiesen.
 

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98 Justinian. Institutionum libri IV. Frankfurt am Main, Johann Saur für Franz Nikolaus Roth, 1610. (32), 442, (22) SS. Mit 2 gefalt. Tabellen und Holzschnittdruckermarke am Titel. (Beigebunden) II: [Crespin, Jean]. Iuris civilis rom. initia et progressus, ad leges XII tabularum brevis commentatio, ex Ulpiani fragm. tituli XXIX selectis notic & argumentis illustrati. Caii ex veter. iurisprudentiae fragm. institutionum libri duo. Ebd., 1610. 199, (1) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. (Beigebunden) III: Pace, Giulio. Tituli tractatusque iuris civilis studio in primis necessarii, de origine iuris, & omnium magistratuum: & succeßione prudentium: de verborum significatione [...]. Ebd., 1610. 247, (1) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Bindebänder fehlen. 8vo.
  € 600
Römischrechtlicher Sammelband aus der Frankfurter Presse des Johann Saur. Der hessische Drucker war ab 1591 in Frankfurt tätig; aus seinem Haus pflegte u. a. der amtliche Frankfurter Messekatalog zu kommen. 1608 ging er in Konkurs; "seine drei Pressen nebst 70 Zentner Schriften wurden [...] durch Marx zur Ente versteigert" (Benzing 129). Wie die vorliegenden Drucke zeigen, war Saur schon zwei Jahre später wieder im Besitz von Pressen, beteiligte sich aber 1614 am von den Zünften betriebenen antijüdischen "Fettmilch-Aufstand", dessen Rädelsführer der Reichsacht verfielen, und wurde um 1618 endgültig aus der Stadt gewiesen. Er druckte hernach noch in Marburg und Kassel. - Papierbedingt durchgehend etwas gebräunt; zu Beginn einige hs. Anstreichungen der Zeit. Provenienz: Am Titel alt gestrichener Schenkungsvermerk des Johannes Schefertius aus Gmünd (Niederösterreich) an Abraham Rainer (dat. 1613). Am unteren Titelrand Besitzvermerk des Welser Juristen Johann Heinrich Sumatinger, ab 1641 Stadtschreiber zu Wels, der sich zunächst als "J[uris] U[triusque] Cand[idatus]" einträgt und seinen Stand später (mit Datum 1652) in "p. t. Reipubl. Welsensis Syndic." korrigiert. Sumatingers Album amicorum (aus den 1630er bis 1650er Jahren, in das sich eine Fülle von oberösterreichischen Beamten eingetragen hatte) wurde 1973 bei Hartung & Karl in München versteigert (3100 DM; heute im OÖ. Landesarchiv). Mit einem Teil des Sumatinger'schen Nachlasses kam das Buch in die Bibliothek des oberösterreichischen Benediktinerstifts Kremsmünster (hs. Besitzvermerk "Monasterii Cremifanensis" um 1680 am Titel; spätere entspr. Signaturvermerke am vorderen Innendeckel).
  ¶ I: VD 17, 3:322433T. - II: VD 17, 3:322468A. - III: VD 17, 3:322470W.
 

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99 K[essler], C[arl A.]. Anfangsgründe der Rechenkunst, zum Gebrauch der Deutschen Schulen in den vereinigten Staaten von America und besonders in Pennsylvanien; eingerichtet nach dem Gewicht, Maaß und Geld, wie solches in den Vereinigten Staaten gangbar ist [...]. Reading, PA, Johann Ritter & Co., 1807. (8), 176 SS. Halblederband der Zeit. 8vo.
  € 180
Einzige Ausgabe dieses mathematischen Lehrbuchs für deutsche Schulen in den USA; offenbar das erste in den Vereinigten Staaten erstveröffentlichte Rechenbuch überhaupt. - Einband berieben; durchgehend stärker gebräunt. Am vorderen Innendeckel zeitgenöss. Notiz von Schülerhand: "Jacob Garnar is Dis Book In the year of our Lord of 1837"; am hinteren Innendeckel: Jakob Gerner 1837 Sein Regel buch und Wer Es stehlt Der ist Ein Dieb".
  ¶ Karpinski 170. OCLC 1127038.
 

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100 [Kaffee - Friedrich II. (der Große)]. Declaration du Roy concernant la vente du caffé brulé. Königl. Preußische allergnädigste Declaration den Verkauf des gebrannten Caffee betreffend. Breslau, Wilhelm Gottlieb Korn, 1781. 19, (1) SS. Buntpapierheftstreifen der Zeit. Folio.
  € 500
Einzige Ausgabe der Verordnung, in der Friedrich der Große in Preußen das staatliche Kaffeeröstereimonopol festschrieb. Schon 1766 waren die freie Kaffee-Einfuhr und der freie Handel mit Kaffee untersagt und horrende Kaffeesteuern eingeführt worden; der Kaffeebohnenhandel insgesamt wurde Staatsprivileg. Die Regelungen verfehlten allerdings den Zweck, das "Kaffeelaster" einzudämmen, sondern riefen nur einen lebhaften Schmuggel hervor. Am 21. Januar 1781 nahm der preußische Staat daher auch das Kaffeerösten unter seine Fittiche: Das private Brennen wurde bei strenger Strafe verboten; geröstet wurde ausschließlich in der Staatlichen Rösterei in Berlin. Nur die königlichen Zollager und wenige konzessionierte Lebensmittelhändler durften den gerösteten Kaffee verkaufen. Zur Kontrolle des Röstverbotes wurden in ganz Preußen 400 "Kaffeeriecher" eingestellt, dienstentlassene französische Soldaten mit umfassenden Durchsuchungskompetenzen. Erst 1787, nach Friedrichs Tod, wurde die allgemein verhaßte Regelung abgeschafft. - Durchgehend zweisprachig im französisch-deutschen Paralleltext. Papierbedingt gleichmäßig schwach gebräunt. Selten; nur ein Exemplar in Bibliothekskatalogen nachgewiesen (Sächs. LB Dresden; dort als "s. l." verzeichnet).
  ¶ Nicht bei Hünersdorff.
 

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101 Kant, Immanuel. Über Pädagogik. Königsberg, o. Dr., 1803. 102 SS. Pappband der Zeit mit Rückenschildchen. 8vo.
  € 450
Zweite Ausgabe der wichtigen Altersschrift Kants (im Jahr der EA), deren Einleitung bis heute zu seinen bekanntesten Zitaten zählt ("Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muß"). - Gutes Exemplar aus der berühmten Stiftsbibliothek Kremsmünster (OÖ) mit entspr. altem hs. Vermerk sowie kl. Etikett am Vorderdeckel. Das stiftseigene Gymnasium zählt zu den ältesten öffentlichen Schulen Österreichs.
  ¶ Warda 219.
 

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102 Kant, Immanuel. Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik die als Wissenschaft wird auftreten können. Riga, Johann Friedrich Hartknoch, 1783. 222 SS. (ohne das l. w. Bl.). Marmorierter Halblederband des frühen 19. Jhs. mit goldgepr. Rückenschildchen und Rückenvergoldung sowie goldgepr. Rückenmonogramm "CL" ("Carl Ludwig"). Buntpapiervorsätze. Lesebändchen. 8vo.
  € 600
Zweiter Druck der ersten Ausgabe, erkennbar am Kopfzierstück auf S. 3 (Zierstück mit Amoretten) sowie am Schlußzierstück (Stab mit Blattranken). Die kürzer und populärer (in analytischer Methode, wie Kant sagt) gefaßte Darstellung von Kants erkenntniskritischen Grundgedanken, deren Hauptinhalt er später in die zweite Auflage der "Kritik der reinen Vernunft" hineinverarbeitet hat. - Ecken minimal berieben; insgesamt sehr schönes Exemplar aus dem Besitz von Erzherzog Karl (Ludwig Joh. Jos. Laurenz), dem "Sieger von Aspern" (1771-1847), der als Kind von Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738-1822), Gründer der Albertina, und seiner Gattin Marie Christine (Karls Tante) adoptiert wurde. Infolgedessen findet sich auch am vorderen Innendeckel das Bibliotheksetikett der Albertina-Sammlung, deren Erbe Karl 1822 wurde.
  ¶ Warda 76. Adickes 49. Akad.-Ausg. IV, 607ff., C.
 

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103 Karl Ludwig von der Pfalz, Kurfürst. Manifeste du tres-haut et serenissime Prince Charles Louys Comte Palatin du Rhin [...]. adressé a sa Majesté Imperiale, & à tous les Rois, Electeurs, Princes & Estats tant au dedans que dehors l'Empire. Contenant ses droits hereditaires, soit de succeßion en l'electorat, & principautés du Palatinat du Rhin, sa seance, droit de suffrage & d'election, ses terres, seigneuries & subjets. Traduit de l'original Alleman de mot à mot. Premiere & seconde partie: et la protestation de son altesse palatine. O. O. u. Dr., 1638. (4) Bll. (d. l. w.), 192 SS. Flexibler Pergamentband der Zeit mit hs. Rückenschildchen. 4to.
  € 800
Offenbar zweiter Druck der ersten französischen Ausgabe dieser Streitschrift, mit der mitten im Dreißigjährigen Krieg die Kurwürde im Namen des elfjährigen Pfalzgrafen Karl Ludwig verteidigt wird. Karl Ludwig (1617-80) war der Sohn Friedrichs V., des Winterkönigs, und der Elisabeth Stuart; 1652 wurde seine Tochter Liselotte von der Pfalz geboren. Zuvor 1638 auf Deutsch erschienen unter dem Titel: "Manifest undt Außschreiben des [...] Herrn Carl-Ludwig Pfaltzgraven bey Rhein [...] an die Römische Keyserliche Mayestät, und an alle Christliche Könige, Chur:Fürsten und Stände in- und ausserhalb des Reichs, betreffent seiner churfürstl. durchl. Erb: undt Successions Recht, an den Chur- undt Fürstenthumben der Pfaltzgraffschafft bey Rhein, deren Recht, Session, Stimm, Wahl Landt undt Leuthen". - Die vom VD 17 verzeichnete französische Ausgabe 1638 weicht in Titelgestaltung und Kollation der Vorstücke ab; vorliegend offenbar eine Titelauflage jener Ausgabe nur hinsichtlich des paginierten Textes. Dagegen ist unser Exemplar mit Ausnahme des Druckjahrs bis in den Fingerprint identisch mit 14:078634X (hier: vnSi u-ux e"e" pade 3 1638R), welches demzufolge wohl eine Titelauflage des vorliegenden Drucks darstellt. - Etwas knittrig. Am vorderen Innendeckel Buchhändlermarke "Rudolphi & Klemm", Zürich.
  ¶ Vgl. VD 17, 12:126043R (Variante 1638) und 14:078634X (1639).
 

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104 Karl VI., Kaiser. Der Röm. Kays. auch zu Hispanien, Hungarn und Böheim, etc. Königl. Majestät, etc. etc. Herrn, Herrn Caroli des Sechsten [...] Neue Satz- und Ordnung vom Erb-Recht ausser Testament, und anderer Letzter Willen, auch was deme anhängig, in dero Ertz-Hertzogtum Oesterreich unter der Enns. Wien, Johann Peter van Ghelen, 1720. 68, (4) SS. Durchgehend in Rot- und Schwarzdruck. Mit einer gest. Tafel. Geheftet. Folio.
  € 250
Erste Ausgabe. - Die gest. Tafel zeigt einen "Sippenbaum"; im Text zahlreiche rot-schwarze Stamm-Schemata. Bindung etwas gelockert; Titel leicht angestaubt.
  ¶ Stubenrauch 3499.
 

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105 Kedd, Jodocus, SJ. GegenRecepisse, das ist: Augenscheinlicher kurtzer Beweiß, das Erasmus Gruber in seiner Antwort auff die DreyErste Propositiones des GlaubensSpiegels P. Iodoci Kedd Soc. Jesu. nichts geantwortet, sonder in Polnischen Stifel neben vierzehen anderen Praedicanten das hauptsachliche Differential Beweißmittel, und ergo hurtig ubersprungen, und gar nicht angerühret, so ihnen doch vor allen Dingen darzu thuen war obgelegen. Straubing, Simon Haan, 1654. 55, (1) SS. (Beigebunden) II: Ders. Monstrum Ubiquitatis oder Meerwunder der Allenthalbenheit [...] Ebd., 1654. 42 SS. (Beigebunden) III: Ders. Unredlichkeit Melanchthonis unnd anderer seiner Mitthelffer [...]. Ebd., 1654. 51, (1) SS. (Beigebunden) IV: Ders. Grund- und bodenloses newerfundenes Evangelium Lutheri, Calvini, und anderer, so vom alten Glauben abgewichen [...]. Wien, Johann Jakob Kürner, 1655. (8), 87, (1) SS. (Dabei) V: Ders. Ewiges Elend der unbußfertigen Lutheraner, Calvinisten, Widertauffer, Socinianer, etc. [...] Ebd., 1655. 16 SS. (Beigebunden) VI: Senert, Johann. Langius trilinguis, das ist Dreyspitzige Schlangen-Zunge des Matthias Langen [...]. Straubing, Simon Haan, 1655. 36 SS. (Vorgebunden) VII: [Levitan, Eleazar. Unerhörtes Priesterthumb der Weiber. Unvernunfftig Von dem Luther gelehrt, widersinnig vom Gruber geehrt, fundamentaliter von Eleazaro Levitano vernichtiget und umbgekehrt. Nürnberg, Hans Weigel, 1654]. 3-34 SS., l. w. Bl. Pergamentskriptband der Zeit unter Verwendung einer liturgischen Handschrift des 14. Jahrhunderts mit roten und blauen Lombardinitialen. Reste von Bindebändern. 4to.
  € 1,500
Sammelband mit fünf deutschen Kontroversschriften des Wiener Humanisten und Jesuiten Jodocus Kedd (1597-1657; vgl. Wetzer/Welte VII, 350ff.; LThK V, 916f.). Durchgehend in Erstausgabe; die dem vierten Werk ("Grund- und bodenloses newerfundenes Evangelium Lutheri") als zweiter Teil beigebene Schrift "Ewiges Elend der unbußfertigen Lutheraner" hat ein eigenes Titelblatt, wurde auch separat vertrieben und erschien selbständig bereits 1650 in Köln. Vorgebunden eine Defensio für Kedd gegen Erasmus Gruber (die einzige Schrift des sonst nicht nachweisbaren Eleazar Levitan; möglicherweise ein Pseudonym?); im Schlußtraktat wird Kedd verteidigt von Johann Sennert (von dem seinerseits insgesamt nur zwei Streitschriften überliefert sind) gegen den Ödenburger Lutheraner Matthias Lang. - Papierbedingt durchgehend gebräunt bzw. braunfleckig. Es fehlt das Titelblatt der Vorbindung (im Faksimile ergänzt); erstes Textblatt mit kl. Hinterlegungen (kein Textverlust). Der Einband (unter Verwendung eines spätmittelalterlichen Lektionarblatts mit einer Passage aus dem Römerbrief) leicht berieben; Ecken gering bestoßen.
  ¶ I: VD 17, 12:111577T. De Backer/Sommervogel IV, 973, 52. Goluszka (Polonica) P 1915. - II: VD 17, 12:115477E. De Backer/S. IV, 973, 53. - III: VD 17, 12:111423Z. De Backer/S. IV, 973, 54. - IV: VD 17, 12:115524E. De Backer/S. IV, 975, 62. Mayer 1703. - V: VD 17, 23:239013Q. De Backer/S. IV, 975, 62 und 965, 21. Mayer 1704. - VI: VD 17, 12:111429V. - VII: VD 17, 12:115481R.
 

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Das Startsignal für die josephinischen Reformen
106 Kees(s), Franz Georg / Joseph II. Allgemeine Gerichtsordnung für Böheim, Mähren, Schlesien, Oesterreich ob, und unter der Ennß, Steyermarkt, Kärnten Krain, Görz, Gradiska, Triest, Tyrol, und die Vorlanden. Wien, Johann Thomas Edler von Trattner, 1781. (8), 184 SS. Mit Wappenvignette in Holzschnitt am Titel und Holzschnittvignette am Schluß. Interimspappband der Zeit mit hs. Deckeltitel. 8vo.
  € 300
Erste Ausgabe. - "Vor der Herausgabe dieses Buches wurde vor der Trattnerschen Druckerei eine militärische Wache aufgestellt" (Seemann); die "umfassendsten Maßregeln wurden getroffen, um zu verhindern, daß die Absichten der Regierung zu früh in die Öffentlichkeit drangen" (Mitrofanov, 273). Das am 12. Juni 1781 zur Verbreitung freigegebene Buch "kann als Startsignal für die josephinischen Reformen angesehen werden" (Seemann). - Papierbedingt durchgehend leicht gebräunt. Schlichtes Exemplar aus der berühmten Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ).
  ¶ Stubenrauch 1360. Holzmann/Bohatta II, 6033. Seemann (Trattner) 3484. Bohatta II, 13.976. Giese 1737. Wurzbach XI, 119.
 

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107 Klic (Klietsch), Karl. Humoristische Blätter. Wien, Klic und Spitzer, 1875-1877. Jahrgänge 3, 4, 5: Jg. 3 (1875), Nrn. 1-14, 16-23, 25-37, 39-52 (fehlen Nrn. 15, 24, 38). Jg. 4 (1876), Nrn. 1-28, 30-39 (fehlen Nrn. 29, 40-52). Jg. 5 (1877), Nrn. 2-24 (fehlen Nrn. 1, 25-52). Marmorierter Halbleinenband der Zeit. Dreiseitiger karierter Farbschnitt. Folio.
  € 350
Sammlung von 110 Nummern der Jahrgänge 1875-77. Die von Klic praktisch allein verfaßten und gezeichneten "Humoristischen Blätter" nahmen gesellschaftliches Leben, Justiz und aktuelle Weltpolitik aufs Korn. Der 1841 im böhmischen Arnau (Hostinné) geborene Karl Klietsch (Karel Klic) studierte 1857-59 an der Wiener und bis 1861 an der Prager Akademie der bildenden Künste Portrait- und Landschaftsmalerei. 1869 wurde er Mitarbeiter des Wiener "Floh" (an dem auch Anzengruber beteiligt war), 1873 gründete er dann seine eigene satirische Zeitschrift: die "Humoristischen Blätter", die bis 1924 wöchentlich erscheinen sollten. "Neben seiner Tätigkeit als Herausgeber, Karikaturist und Illustrator beschäftigte sich Klietsch mit Drucktechniken und führte 1878 wesentliche Verbesserungen beim Verfahren der Heliogravüre ein. 1889 siedelte Klietsch nach Großbritannien über, wo ihm als Mitarbeiter von Druckereien in Acrington und Lancaster die Erfindungen des Inlaid-Linoleums sowie des Rotationstiefdrucks (1890) gelangen [...] 1897 kehrte er nach Wien zurück" (DBE). "Klietsch ist ein typischer Vertreter der 'Gründerzeit'. Als Künstler ausgebildet, in seiner künstlerischen Tätigkeit jedoch nur als Karikaturist von einiger Bedeutung, [...] versuchte er über den Weg der Kunstindustrie und letztlich durch Massenproduktion, einer breiten Schicht Kunst preiswert zu vermitteln" (NDB). - Etwas angestaubt bzw. gebräunt; Spuren alter Faltung. Insgesamt wohlerhalten. Recht selten; eine vollständige Folge nur in der Österreichischen Nationalbibliothek nachweisbar.
  ¶ ZDB-ID 1130534-4. Thieme/Becker XX, 493. NDB XII, 67. ÖBL III, 400.
 

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108 [Kochbuch des Spätbarock]. Rettenbacher, Maria Eva. Ko[c]h Buch. Kirchdorf (Österreich), 1734. 278 beschr. SS. auf 146 Bll. Lederband der Zeit. 4to.
  € 850
Schönes handschriftliches Barockkochbuch, angelegt für "Anna Redtenbacherin In Kirchdorff", welche sich am Titel als Besitzerin nennt. Am ersten Blatt nennt sich die Schreiberin mit Namen: "Dises Buech ist mir bekhanth. | Maria Eva bin ich genanth. | Diese Dintten ist der Sammen | Darumb schreib ich mein erlichen Nammen | Das Papier ist der akher | Darauff ich schreibe also wakher. | Die Föder ist mein Pflug. | Darumben schreibe ich so khlug [...] Maria Eva Rettenbacherin". Gleich das erste der verzeichneten (großteils österreichisch-süddeutschen) Rezepte ist die "Pier Supe": "Erstlich Nihm 1/2 Moß Weißes Bier, nimbs in ein Häfferl 5 air döter, ein Stickl frieschen Butter 5 Löffel Voll sauren Ramb, pridleß ab, gieß daß sietente Pier daran [...]". Unter den hunderten von enthaltenen Rezepten viele Mehlspeisen ("die guetten Kayßerischen Le[b]zeltel", "Auffgelossene Krapffel", "ein gar gute gegossene Mandldorthen"), ferner "junge Hendl", "guete gebakhene Semmellknödl", "Kölberne Schnitzl", "Getinsten Karpfen mit Öll" usw. Am Schluß von anderer, ebenfalls noch dem 18. Jh. angehörender Hand weitere Rezepte. Einige zeitgenöss. hs. Rezeptblätter unterschiedlichen Formats beigeheftet bzw. eingelegt. - Etwas fleckig bzw. wasserrandig, insgesamt für eine Gebrauchshandschrift jedoch gut erhalten und gut lesbar.
 

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109 [Konkordat von 1801]. Pius VII. & Caprara, Giambattista. Concordat, et recueil des bulles et brefs de N.S.P. le pape Pie VII, sur les affaires actuelles de l'église de France. Décret pour la nouvelle circonscription des archevêchés et Evêchés; publication du jubilé, et indult pour la réduction des fêtes [...]. Paris, Le Clere, Rondonneau & Lenormant, 1802. (2), 147, (1) SS. Mit großer gedr. Falttafel. (Beigebunden) II: Pius VII. Allocutio habita in consistorio secreto die 24. Maii 1802. Rom, Lazzarini, 1802. Mit Wappenholzschnitt am Titel. (2), VII, (1), 56 SS. (Beigebunden) III: Ders. Allocutio [...] habita in consistorio secreto feria secunda die 17. Januarii 1803. Rom, Lazzarini, 1803. 7, (1) SS. (Beigebunden) IV: Concordato frà sua santità papa Pio VII. e la Republica Italiana firmato in Parigi il di 16. Settembre 1803 [...]. Rom, Lazzarini, 1804. 12 SS. Geglätteter Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen, reicher Deckenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüre, Steh- und Innenkantenvergoldung. Rote Marmorspiegel. Dreiseitiger Goldschnitt. 8vo.
  € 350
Sammelband mit den wesentlichen offiziellen Publikationen zum zwischen Napoleon und Rom geschlossenen Konkordat, in dem der mit der Revolution ausgebrochene staatlich-kirchliche Konflikt im Sinne Napoleons beendet wurde. Enthält den Text des am 15. Juli 1801 geschlossenen Konkordats sowie die entsprechenden Bullen und Papstbriefe vom 29. November 1801 und 9. April 1802 sowie weitere Folgeabkommen (zumeist zweisprachig lateinisch-französisch). - Die doppelseitig bedruckte Tafel mit Verzeichnis der französischen Metropolen und Kathedralen mit den jeweiligen Patronen mit größerem Einriß. Der hübsche Einband leicht berieben. - Exemplar aus dem Besitz des ungarischen Pfarrers Mátyás Moravitz (1845-91) mit seinem eigenh. Besitzvermerk an Titel und Vorsatz (als Schüler am Raaber Kollegium, 1864).
 

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110 (Kropatschek, Joseph). Sammlung der Gesetze welche unter der glorreichsten Regierung des König Leopold des II. in den sämmentlichen K. Erblanden erschienen sind, in einer chronologischen Ordnung. Wien, Johann Georg Mösle, 1790-1792. 5 Bde. Mit 5 gest. Titeln und 5 gest. Frontispizen sowie mehreren gefalt. Tabellen. Hübsche marmorierte Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 500
Erste Ausgabe. - Erster Band etwas wasserrandig und leicht geknautscht, sonst schön erhaltene Reihe.
  ¶ Stubenrauch 2277.
 

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111 [Kusevic, Josip von]. De municipalibus iuribus et statutis regnorum Dalmatiae, Croatiae et Slavoniae. Zagreb, Franz Suppan, 1830. (2), 88 SS. Interimsbroschur. 8vo.
  € 180
Erste Ausgabe. - Über die kroatischen Stadtrechte. Verfasserschaft von der British Library Valentin Kirinic zugeschrieben. Am Titel verso lithograph. Motto aus Cicero, De Republica. Eine Ausgabe in serbokroatischer Sprache erschien erst 1883 in Zagreb. - Durchgehend leicht stockfleckig; einige Buntstiftanstreichungen von zeitgenöss. Hand. Recht selten; über Bibliothekskataloge nur 7 Exemplare in Bibliotheken nachweisbar (ÖNB, Ungar. NB, UB Zürich, BL, Library of Congress, Harvard Law School Library, Univ. of Illinois, Indiana Univ.).
  ¶ OCLC 20316181.
 

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112 [Langenschwarz, Maximilian Leopold]. Europäische Geheimnisse eines Mediatisirten. Metternich und Europa. Wien und Österreich. "Hamburg, Georg Boomann" (d. i. St. Gallen, Wartmann und Scheitlin], 1836. (4), 247, (1) SS. Leinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Lesebändchen. Gr.-8vo.
  € 120
Erste Ausgabe. - "Ihm in Geheimberichten aus Baden 1836 Sept. 23 und an Metternich 1837 März 14 mit Bestimmtheit zugeschrieben [...] Langenschwarz leugnete dem österr. Geschäftsträger in Brüssel, Grafen Dietrichstein, gegenüber die Verfasserschaft" (Goedeke). Der aus jüdischer Familie stammende Rödelheimer M. L. Langenschwarz (1801-52?) kam 1827 nach Wien, wo er Gehilfe Geistingers wurde, trat 1830 erstmals als Improvisator und Deklamator in Preßburg, dann in Deutschland, Rußland und der Schweiz auf und lebte seit 1842 als "Wasserdoktor" und Naturheilarzt unter dem Namen Langenschwarz-Rubini in Paris. Er trat auch als in seiner hessischen Mundart als Erzähler und Dramatiker hervor; nach Goedeke soll er noch 1867 als Arzt in New York praktiziert haben. - Einband leicht berieben; innen papierbedingt etwas gebräunt. Gutes Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Goedeke X, 644, 271, 16. Holzmann/Bohatta VII, 4330. Weller (Druckorte) I, 233. Kosch IX, 921. Nicht bei Hayn/Gotendorf, Slg. Mayer, Gilhofer-Lit in Ö etc.
 

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113 Laukhard, Friedrich Christian. Anekdotenbuch oder Sammlung unterhaltender und lehrreicher Erzählungen aus der wirklichen Welt. Erster Theil [mehr nicht erschienen]. Leipzig, Gerhard Fleischer, 1802. VIII, 248 SS. Marmorierter Pappband. 8vo.
  € 600
Einzige Ausgabe dieser zeitkritischen Satiren. Der pfälzische Theologe Laukhard (1757-1822) ist vor allem durch seinen abenteuerlichen Lebenslauf als preußischer Soldat, französischer Revolutionsarmist und verbummeltes Genie und seine darauf bezüglichen Schriften in der Literaturgeschichte bekannt geblieben. - Papierbedingt durchgehend braunfleckig, sonst gutes Exemplar mit alter hs. Numerierung "13902" am Titel. Aus der Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Krieg, MNE I, 407. Goedeke V, 525, 14.
 

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114 Le Clerc, Sébastien. Anmuthige Augen Belustigung, abgezielte Hertzens Ermunterung [...]. Unser Heyland Jesus Christus in seinem so schmertz- als schmählichen von Juden und Heiden unschuldigst außgestandenen Leiden [...]. Augsburg, Johann Ulrich Krauss, 1707. 40 SS. Mit gest., ill. Titel und 20 gest. Tafeln mit je 2 Abbildungen. Marmorierter Halblederband und 1800 mit goldgepr. Rückenfileten. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. 8vo.
  € 600
Erste deutsche Ausgabe, nach Le Clercs 1692 entstandener Folge "Figures de la passion D. N. S. Jésus-Christ" (mit nur 36 Kupfern): "In dieser kleinen Folge kommt Leclerc dem Callot nahe" (Thieme/B.). Lt. Untertitel "anfänglich von dem vortrefflichen Künstler Sebast. le Clerc gezaichnet und in Kupffer gebracht zu Paris, anjetzo aber allen Passions Liebhabern zum Trost und Ergötzen so wohl vermehrt als mit andächtige Versen erläutert in disen Format gebracht von Johann Ulrich Kraussen". Mit "40 Einzelbildern, je 2 auf 1 Platte, und mit deutschen Vierzeilern" (Thieme/B.). Der elsässische Zeichner und Radierer Sébastien Leclerc (1637-1714) "übersiedelte 1665 nach Paris, wo er auf Lebrun's Anraten sich ganz der Radierkunst zuwandte" und eine "außerordentlich vielseitige Tätigkeit" entfaltete (ebd.). - Etwas braun- und fingerfleckig, teils auch wasserrandig; kleine Randläsuren. Am vorderen Vorsatz eigenh. Besitzvermerk des schwedischen Rechtsanwalts, Polizeikommissars und Freimaurers Teodor Hintze (1855-1918); darunter eigenh. Besitzvermerk des schwedischen Juristen und Bankiers Harald Wilhelm Lettström (geb. 1877) mit seinem Exlibris am vorderen Innendeckel.
  ¶ Thieme/Becker XXI, 440f. Vgl. Faber du Faur 1851 (Ausg. 1715). Kat. der Ornamentstichslg. Berlin 4332f. (frz. Ausgaben). Thieme/Becker XXII, 524. Nicht bei Jantz.
 

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115 Leopold II. Leopolds des Zweyten Römischen Kaisers Geseze und Verfassungen im Justizfache. Für Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Oesterreich ob und unter der Enns, Steyermark, Kärnten, Krain, Görz, Gradiska, Triest, Tyrol und die Vorlande, in dem ersten Jahre seiner Regierung (Teil 2: in dem zweiten und letzten Jahre seiner Regierung). Klagenfurt, Kleinmayer, 1791-1792. 2 Teile in 1 Bd. (2), 85, (1). (4), 98, (22) SS. Interimspappband der Zeit. Folio.
  € 350
Erste Ausgabe. - Leicht braunfleckig. Stempel "Museum v Uh[ersky] Brod" (Ungarisch Brod, heute Tschechien). Zuletzt in der "Südmährischen Privatbibliothek Alexander Franz Fleischer, Wien" mit entspr. Stempelung. Selten; der zweite Teil nicht in den Katalogen der ÖNB nachgewiesen.
  ¶ Stubenrauch 1394.
 

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116 Lesznik, Maximilian Alois. Die Freien Stunden in Italien in drei Theile bearbeitet und Seiner Hochgebornen dem kai. kön. Herrn Oberst Gustav Graf Degenfeld-Schomburg [!] kai. kön. Käm[m]erer des königlichen Hanoveranischen Guelfen Orden Ritter des Chur Hessischen Löwen Orden Commandeur des Erz-Herzog Leopold 53ten Linien Inft. Regt. Commandant in tiefster Ehrfurcht gewidmet. O. O., 1849. Deutsche Handschrift auf Papier. (8), 102, (8), 43, (1) SS., 4 Bll., 5-71 [recte: 72], (8) SS. Mit 19 Bleistift- und Kohlezeichnungen (dav. 3 Frontispize) und 14 Titel- bzw. Widmungsblättern in Tusche, Federkalligraphie und Bleistift sowie 25 figuralen Bleistift-Initialen im Text. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Folio.
  € 850
Hübsch ausgestattetes und liebevoll illustrierte Sammlung von Unterhaltungsliteratur, verfaßt oder bearbeitet von Maximilian Alois Lesznik, "Spielmann bei der Reg[imen]ts-Musik des Erzherzog Leopold 53tn. Linien Infanterie Regim[en]ts". Enthält eine längere Erzählung im Stile der damals populären Ritterromane ("Otto oder die Todtenglocke um Mitternacht"), ein orientalisches Singspiel ("Parthena - Große Oper in zwei Aufzügen", mit Kostümillustrationen von Arabern) sowie als dritten Teil Lyrik, Rätselverse, verschlüsselte Liebesbriefe u. a. Laut Titel widmete der Verfasser das Buch nach dem Italienfeldzug von 1848/49 seinem Regimentskommandanten, dem Generalmajor Gustav Graf Degenfeld-Schonburg (1807-57). - Das Widmungsblatt etwas braunfleckig, sonst wohlerhalten und sauber. Gelenke fachmännisch restauriert.
 

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117 Lichtenberg, Georg Christoph. Witzige und launige Schriften. Herausgegeben von Johann Schwinghamer. Erster (-fünfter) Band. Wien, Gassler, 1810-1811. 5 Bde. VII, (1), 263, (1) SS. 256 SS. 304 SS. (8), 238 SS. (4), 297, (1) SS. Mit 1 gest. Portraitfrontispiz und 2 mehrf. gefalt. gest. Tafeln. Bedr. Originalpappbände. 8vo.
  € 400
Frühe fünfbändige Auswahlausgabe; die "Vermischten Schriften" waren eben erst 1800-1806 in neun Bänden in Göttingen herausgekommen. - Alter Monogrammstempel am Titel. Gutes, sauberes Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster mit entspr. Signaturetikett am Vorderdeckel und Stempelung am Vorsatz.
  ¶ Jung 2010.
 

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118 [Lotterie]. Bilderbogen zur angenehmen Unterhaltung in Gesellschaften. Graz, B. Geiger, [um 1780]. Kupferstich, Plattenmaß 325:405 mm (Blattmaß ca. 340:420 mm).
  € 950
Seltener Bogen zur Ermittlung von Lottozahlen mittels Traumdeutung. Die "Traumbilder" zeigen vom Haus über Fische, Kaffeemühle, Tabaksdosen, Pulverfaß, Mist, Tiere, Weingarten, Kutsche, Billardspiel bis zum "groß Mann" alles, was vom Alltag im Schlaf verarbeitet werden kann; sucht man dann am nächsten Tag die entsprechenden Symbole auf, ergibt sich eine Lottozahl. Diese Blätter waren in Österreich äußerst populär, nachdem das Lottogeschäft um 1775 einen ersten Höhepunkt erreichte. Maria Theresia hatte das Glücksspiel als "Lotto di Genova" bereits 1751 per Pachtvertrag eingeführt, aber erst nach Übernahme durch eine Bank, die Barrata & Co. im Jahre 1773, begann das bis heute florierende Geschäft. - Spuren alter Faltung (die Bugfalten etwas gebräunt); vereinzelt kleine Papierdurchbrüche. Insgesamt wohlerhalten.
  ¶ Wien, Histor. Museum Kat. 2002, vgl. Abb. S. 202, Nr. 5.27.
 

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119 [Lourdoueix, Jacques Honoré Lelarge de. Les folies du siècle. Roman philosophique. Deuxième édition, ornée de sept gravures. Paris, Pillet, 1818. (4), 308, (4) SS. Mit 7 gest. Tafeln (dav. eine als gefalt. Frontispiz). Marmorierter Pappband um 1900, die bedr. und ill. blaue Originalbroschur mitgebunden. 8vo.
  € 220
Zweite Ausgabe dieser satirischen Schau auf die Ereignisse der französischen Revolution. Der Journalist und Schriftsteller Baron de Lourdoueix (1787-1860) war Redakteur der "Gazette de France" und des "Spectateur", "où il s'est toujours eforcé d'allier les traditions monarchiques et religieuses aux tendances libérales de notre époque" (Hoefer). - Einband berieben; die mitgebundenen Broschurdeckel etwas fleckig. Unbeschnittenes Exemplar.
  ¶ Vgl. Hoefer XXXII, 25.
 

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120 Martin von Cochem, OFMCap. [Libellus infirmorum, benedictionum & exorcismorum]. Infirmitatis humanae praesidium, sive libellus infirmorum germanico superadditus. Frankfurt a. M., Johann Melchior Bencard, [1686]. 96 SS. Mit ganzs. Textkupfer am Vortitel verso als Frontispiz. (Dabei:) Ders. Libellus benedictionum & exorcismorum, libello infirmorum superadditus. Ebd., 1686. 214, (2) SS. Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit 1 Schließe (von 2). Dreiseitiger Rotschnitt. 12mo.
  € 800
Seltene erste Ausgabe des noch öfter gedruckten Exorzismushandbüchleins. Zum Kapuziner und religiösen Volksschriftsteller Martinus von Cochem (1634-1712) vgl. NDB XVI, 278. - Das Kupfer zeigt eine Exorzismus-Szene in reicher barocker Staffage. Papierbedingt durchgehend braunfleckig; etwas knapp beschnitten (Verlust des Druckjahrs im ersten Werk). Einband berieben; kleine Anplatzstellen im Bezug an Gelenken und Kapitalen. Exemplar aus der Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. Signaturvermerk am vorderen Innendeckel.
  ¶ VD 17, 12:103049S und 12:103060M. BM-STC M 355. OCLC 179801241 (Ex. der UB Mainz).
 

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121 Mattaire, M[ichel]. Annales typographici ab artis inventae origine (ad annum M.D.LVII. continuati: cum appendice). Den Haag, Isaac Vaillant, Nicolaus Prevost, 1719-1725. 3 Bde. in 5. Mit gest. Frontispiz und 5 (wdh.) gest. Titelvignetten (ohne ein gest. Portrait?). Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und -vergoldung (Bd. 1) bzw. Halbleder des 19. Jhs. (Bde. 2-5). Gr.-4to. [Sowie:] Ders. Annalium typographicorum supplementum. Adornavit Michael Denis. 2 Bde. Wien, Joseph Edler v. Kurzbeck, 1789. Mit 2 (wdh.) gest. Titelvignetten. Halbpergament der Zeit mit 2 goldgepr. Rückenschildchen und hübscher -vergoldung. Gr.-4to. - Beilagen: Ders., Annales typographici ab artis inventae origine. Ed. nova. Bd. 1 (v. 2). Amsterdam, Peter Humbert, 1733. Mit gest. Titelvignette. [Und:] Reprint der Bde. IV/1, IV/2, V/1 und V/2 (Amsterdamer Ausgabe von 1733 und die Londoner Ergänzung von 1741). Graz 1967.
  € 1,500
Seltene erste Ausgabe. Die bedeutende frühe Bibliographie für Inkunabeln und alte Drucke bis zum Jahr 1664 wird z. B. auch noch im Quellenverzeichnis des GKW (I, XXVIII) aufgeführt. "Quelque incomplet et mal ordonné que soit ce livre, les 'Annales typographici' de Panzer, qui s?arrêtent en 1536, ne peuvent le remplacer, parce qu?il renferme un grand nombre de dissertations et de notes curieuses dont le bibliographie de Nuiremberg n?a point fait usage, notes qui seules forment plus de la moitié de l?ouvrage" (Brunet). Die zweite Ausgabe, die 1733 in Amsterdam erschienen ist (und deren erster Band im ersten Teil hier in der Einbandausstattung der Bde. 2-5 beiliegt, s. u.), wird in einigen Bibliographien (MNE, Graesse) als Teil IV des Werks bezeichnet, ist aber tatsächlich eine ergänzte Neuausgabe des ersten Bandes. Ein weiterer Teil (laut Titel Teil V) in zwei Bänden erschien 1741 in London (nach der Zählung Brunets der vierte Teil des Werks). Alle Teile (jedoch ohne das erst 1789 erschienene Supplement) zusammengenommen ergeben eine Gesamtzahl von neun Bänden. - Bd. 1 etwas knapper beschnitten als die Folgebände; Einband etwas beschabt; Vorsatz mit zeitgenöss. hs. Vermerk; teils etwas gebräunt bzw. braunfleckig. Am vorderen Innendeckel Exlibris des Mediziners Antonio Vitaliano Sossi. Die Folgebände 2-5 etwas berieben und ebenfalls leicht gebräunt; am Vorsatz Exlibris des Grafen Livio Benintendi (1814?-1896), der also den ersten Band nur in der 2. Ausgabe (erster Teil) besaß.
  ¶ Brunet III, 1328 (Grundwerk und Supplement). Graesse IV, 347. Krieg, MNE II, 8.
 

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122 Mayer, Christian, SJ. Scientia numerorum methodo plana exposita. Mannheim, Kurfürstliche Hofdruckerei, 1762. (2), 183, (1) SS. Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen und hübscher floraler Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Lesebändchen. Marmorvorsätze. 8vo.
  € 650
Seltene Ausgabe dieser Heidelberger mathematischen Abhandlung, erstmals im selben Jahr zu Heidelberg gedruckt und noch seltener als die Erstausgabe. - Der mährische Astronom Mayer (1719-83) trat 1745 ins Mannheimer Jesuitennoviziat ein. Er lehrte seit 1752 die Mathematik und Physik zu Heidelberg, wo er "a series of mathematical and physical works" (DSB) veröffentlichte. "Il entreprit un voyage scientifique à Paris, visita l'Allemagne avec Cassini, et, à la demande de Catherine, se rendit à Petersbourg pour observer le passage de Vénus. [...] Mayer était membre des sociétés savantes de Manheim, Munich, Londres, Philadelphie, Bologne et Göttingen" (de Backer/S.). "In 1762 the elector palatine, Karl Theodor, who was very interested in the arts and sciences, constructed an astronomical observatory for Mayer at Schwetzingen, his summer residence. In 1772-1774 a second and larger observatory was erected at Mannheim, then the capital of the electoral Palatinate. This observatory was well equipped for the time, with instruments from the best British workshops [...] Appointed court astronomer, Mayer was relieved of his duties as a theologian (the Jesuit order was dissolved by Pope Clement XIV in 1773, which made such a step easier)" (DSB IX, 231). - Einband mit unbedeutenden Wurmspuren, sonst sehr schönes Exemplar aus der Sárospataker Bibliothek des Kavalleriegenerals Ludwig Joseph Prinz zu Windischgrätz (1830-1904) mit seinem gest. heraldischen Exlibris am vorderen Innendeckel.
  ¶ Vgl. de Backer/Sommervogel V, 795. Poggendorff II, 90.
 

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123 Mayr, Johann Baptist, SJ. / Gussitsch, Siegfried Freiherr von. Summi pontifices, quotquot a S. Benedicto I. usque ad Benedictum XIII. pontifices maximi, ex celeberrimis coenobiis sacri, ac antiquissimi ordinis S. Patriarchae Benedicti in Romanam D. Petri sedem exaltati sunt [...]. Wien, Wolfgang Schwendimann, 1728. (16), 78, (2) SS. Mit gest. Portraitfrontispiz (Andreas u. Joseph Schmutzer nach Daniel von Savoyen) und gest. Wappenvignette im Text am Schluß der Widmung. Halbpergamentband der Zeit. Folio (210:324 mm).
  € 250
Einzige Ausgabe. "In Folio erschien auch das lateinische Werk J. B. Mayrs über die Päpste aus dem Benedictiner-Orden von Benedict I. bis Benedict XIII. (1728)" (Mayer). Das qualitätvolle Schmutzer-Frontispiz zeigt den Widmungsempfänger Joseph von Rudolfi (geb. 1666; 1717-1740 Abt von St. Gallen), umrahmt von Bildnissen der Heiligen Gallus und Othmar, des Ordensstifters Benedikt und der Päpste Benedikt I.-IV.; darunter teufelsvernichtende Engel, Emblem- und Wappendarstellungen. - Zweite Schrift des Wiener Jesuiten Mayr (1693-1760): "ensigna la grammaire, les humanités, la rhétorique, 6 ans la philosophie, la théologie morale et polémique, prêcha pendant 12 ans et mourut à Krems" (de Backer/S.). Gedruckt als Laibacher Prüfungsschrift für Siegfried Frh. v. Gussitsch (Gusic) aus Preisegg (Pre?ek) in der Krain. - Einband berieben; Ecken und Kanten etwas bestoßen; Rücken mit kl. Defekt. Innen papierbedingt etwas gebräunt bzw. braunfleckig.
  ¶ De Backer/Sommervogel V, 819, 2. Mayer II, 17. OCLC 165224316 (BSB-Ex.).
 

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124 [Mayrlechner, Sebastian, OSB]. Hierarchia Benedictino-Ecclesiastica, in 50 Romanis tum ex ordine, tum sub regula SS. P. Benedicti pontificibus, nova, & brevi methodo concinnata, per Benedictinum Cremifanensem in Austria Superiore. Steyr, Gregor Menhardt, 1752. (20), 174, (14) SS. Mit gest. Frontispiz (W. D. Gutwein sc.). (Beigebunden) II: [Ders.]. Hierarchiae Benedictino-Ecclesiasticae luminaria majora [...]. Salzburg, Johann Joseph Mayr, 1754. (10), 280, (8) SS. Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. 4to.
  € 600
Jeweils einzige Ausgabe dieser Beschreibungen der aus dem Benediktinerorden hervorgegangenen Päpste und sonstigen bedeutenden Persönlichkeiten. Der gelehrte Benediktiner S. Mayrlechner (1685-1759) trat mit 18 Jahren ins Stift Kremsmünster ein, wo er 1711 geweiht wurde. "Dem Lehramte sich widmend, war er anfänglich Lehrer der Grammatik, dann der Philosophie, bei deren Vorträgen er bedeutend von der herkömmlichen Methode abwich, indem er das Aristotelische und Sokratische System zu verschmelzen suchte. Die Zahl seiner Zuhörer war beträchtlicher als je zuvor. Im Jahr 1715 wurde er Präfekt des Gymnasiums, welche Stelle er aber nur bis 1717 versah" (Wurzbach). - Rücken an den Kapitalen mit Wurmspuren und Fehlstellen, sonst gutes, sauberes Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster mit entspr. Stempelung.
  ¶ Pachmayr IV, 626, III u. IV. Wurzbach XVII, 194f.
 

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125 Millot, [Claude François Xavier]. Universalhistorie alter, mittler und neuer Zeiten. Aus dem Französischen. Mit Zusätzen und Berichtigungen von Wilhelm Ernst Christiani. Wien, Franz Haas, 1794. 15 Bde. und 1 Registerband in 16 Bdn. Mit 15 gest. Frontispizen (Weinrauch del. & sc.). Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. Lesebändchen. 8vo.
  € 750
Wiener Nachdruck der erstmals 1777-87 zu Leipzig erschienenen deutschen Ausgabe von Abbé Millots Universalgeschichte ("Élements de l'histoire générale ancienne"). - Uniform gebundene Gesamtreihe des häufig nur in Einzelbänden vorkommenden Werks. - Wie stets leicht gebräunt bzw. braunfleckig. Einbände etwas berieben bzw. angestaubt; Ecken und Kanten bestoßen. Rückenschildchen des 3. Bands fehlt. Alter hs. Besitzvermerk "Ignaz Kholler" (dat. 1841). Gestempeltes Exemplar aus der Bibliothek des Katholischen Universitätsvereines Salzburg. Dekorative Reihe.
  ¶ Vgl. Fromm 17726. Graesse IV, 528. Ebert 14064a.
 

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126 Moller, Daniel Wilhelm (praes.) / Schmidt, Johann Andreas (praes.) Sammelband mit 37 Disputationen. Zumeist Altdorf bzw. Jena, Heinrich Mayer bzw. Samuel Krebs' Erben, 1684-1690. 1. Moller, Daniel Wilhelm (praes.). Disputationem circularem de Flav. Vopisco [...] publicae [ton historiophilon episkepsei] exponit Johannes Philippus Cramerus, Norimbergensis. Altdorf, Heinrich Mayer, 1687. 20 SS. VD 17, 12:136727Z. - 2. Ders. Disputationem circularem de Sex. Rufo [...] publico [...] offert Johannes Jacobus Sturmius, Deininga-Rhaetus. Ebd., 1687. 16 SS. VD 17, 12:156414L. - 3. Ders. Disputationem circularem de Ael. Spartiano [...] proponit Wilhelmus Fridericus Höchstetter, Nördlinga-Rhaetus. Ebd., 1687. 16 SS. VD 17, 12:164213M. - 4. Ders. Disputationem circularem de C. Jul. Caesare [...] publico [...] subjicit Philippus Jacobus Breyer, Oberbronna-Alsatus. Ebd., 1687. 52 SS. VD 17, 12:136865R. - 5. Ders. Disputationem circularem de Tito Livio [...] proponit Georgius Fridericus Schmid, Norimbergensis. Altdorf, Schönnerstädt., 1688. 48 SS. VD 17, 12:164216K. - 6. Ders. Disputationem circularem de Ael. Lampridio [...] exhibet Wolfgang Hieronymus Lottes, Norib. Altdorf, Heinrich Mayer, 1688. 12 SS. VD 17, 12:136773B. - 7. Ders. Disputationem circularem de C. Plinio Sec. [...] proponit Carolus Im-Hof. Ebd., 1688. 24 SS. VD 17, 12:136737F. - 8. Ders. Disputationem circularem de Jul. Capitolino [...] submittit Jodocus Chirstophorus Mayr, Norimb. Ebd., 1689. 12 SS. VD 17, 12:136776Z. - 9. Ders. Disputationem circularem de M. Val. Corv. Messalla [...] proponit Joh. Ferdinandus Weissbeck, Poson. Hungarus. Ebd., 1689. 20 SS. VD 17, 12:146103B (Variante mit Widmungsempfängern). - 10. Ders. Disputationem circularem de Treb. Pollione [...] submittit Frid. Wilhelm. Zenckius, Spira-Nemes. Ebd., 1689. 15, (1) SS. VD 17, 12:136784R. - 11. Ders. Disputationem circularem de Paulo Orosio [...] exponit Johannes Jacobus Feuerlinus, Norimb. Ebd., 1689. 24 SS. VD 17, 12:136814A. - 12. Ders. Disputationem circularem de Volcatio Gallic. [?] proponit Balthasar Blosius, Norimb. Ebd., 1690. 16 SS. VD 17, 12:136820B. - 13. Ders. Disputationem circularem de S. Jul. Frontino [?] exhibet Carol. Benedict. Geuder, ab Heroltsberg. Ebd., 1690. 16 SS. VD 17, 12:164225H. - 14. Ders. Disputationem circularem de Jornande [...] proponit Johannes Ericus Metzgerus. Ratisbon. Ebd., 1690. 28 SS. VD 17, 12:136739W. - 15. Ders. Disputationem circularem de L. Apulejo Mad. [?] proponit David Stemler, Neustadiensis ad Orlam Variscus. Ebd., 1691. 40 SS. VD 17, 12:136852M. - 16. Ders. Disputationem circularem de J. C. Bulengero [?] p. p. Georg. Christoph. Schultheiß, Norimbergensis. Ebd., 1691. 16 SS. VD 17, 12:136856S. - 17. Ders. Disputationem circularem de Corn. Nepote [...] p. p. pro viribus defendere annitetur Joh, Fridericus Runckel, Nidda-Hassus. Ebd., 1683. 32 SS. VD 17, 23:283217W. - 18. Ders. Disputationem circularem de C. Salustio Cr. [...] defendere conabitur Johannes Carolus Freund, Norimbergensis. Ebd., 1684. 28 SS. VD 17, 12:164106X. - 19. Ders. Disputationem circularem de L. Annaeo Floro [...] tueri conabitur Joh. Guil. Marchtrenckher, Durlaco-Marchicus. Ebd., 1684. 32 SS. VD 17, 1:045230X. - 20. Ders. Disputationem circularem de Justino [...] tuebitur Christoph Daniel Metzger, Posonio-Hungarus. Ebd., 1684. 16 SS. VD 17, 12:164125C. - 21. Ders. Disputationem circularem de Valer. Max. [?] publicae ventilationi subjicit Andreas Seinßheimer, Noribergensis. Ebd., 1684. 32 SS. VD 17, 12:136759K. - 22. Ders. Disputationem circularem de C. Sueton. Tr. [?] publice defendendam in se suscipiet Johannes Jacobus Pesler, Noribergensis. Ebd., 1685. 24 SS. VD 17, 1:047281W. - 23. Ders. Disputationem circularem de Vellejo Pat. [?] examini subjicit Christophorus Laurus, Norimbergensis. Ebd., 1685. 28 SS. VD 17, 1:044074P. - 24. Ders. Disputationem circularem de S. Aurel. Vict. [?] publico submittit examini Guilielmus Bechmannus, Norimbergensis. Ebd., 1685. 16 SS. VD 17, 12:164159C. - 25. Ders. Disputationem circularem de Eutropio [?] publicae collationi subjicit Joh. Christoph. Hauer, Noribergens. Ebd., 1685. 24 SS. VD 17, 12:136764C. - 26. Ders. Disputationem circularem de Ammiano Mar. [?] publice respondendo tuebitur Christoph. Daniel Distel, Grevenberga-Noricus. Ebd., 1685. 28 SS. VD 17, 12:136767A. - 27. Ders. Disputationem circularem de Paulo Diac. [?] publice examinandam proponit Johannes Wolfgangus Oswald, Langenzenio-Francus. Ebd., 1686. 24 SS. VD 17, 12:164188Q. - 28. Ders. Disputationem circularem de C. Corn. Tacito [?] defendere conabitur Joh. Bened. Tabor, Moeno-Francof. Ebd., 1686. 40 SS. VD 17, 12:136733A. - 29. Ders. Disputationem circularem de M. A. Cassiodoro [?] submittit Fridericus Feuerlein, Norib. Ebd., 1686. 24 SS. VD 17, 12:149196W. - 30. Ders. Disputationem circularem de Sev. Sulpicio [?] proponit Johannes Paulus Stoy, Hersbrucco-Noricus. Ebd., 1686. 40 SS. VD 17, 12:136730C. - 31. Schmidt, Johann Andreas (praes.). Anaxagoram eiusque physiologiam [?] submittit Godofredus Lomerus, Augusta-Vindelic. Jena, Johann Jakob Bauhofer, 1688. (2), 102 SS. VD 17, 12:137069G (Variante ohne Widmung verso). - 32. Ders. Anaximenis vita atque physiologia [?] exponentur a Daniele Grothio Augusta Vindel. Jena, Krebs, 1689. 40 SS. VD 17, 12:154139M. - 33. Ders. Senecam ejusque theologiam [?] proponet Michael Fridericus Lerche Glogoviensis Silesius. Jena, Werther, 1686. (64) SS. VD 17, 1:053873Y (Variante ohne Titelwortlaut ?autor respondens?). - 34. Ders. Aratus phaenomenorum scriptor [?] oculis eruditorum sistetur ab [?] Jo. Marcello Welschio Nordlinga-Rhaeto. Jena, Bauhofer, 1685. (34) SS. Mit gest. Falttafel. VD 17, 12:149984T. - 35. Ders. Daedalum mechanicum celebrem [...] ex tenebris fabulosi aevi in lucem nostrorum temporum evocabit Theophilus Fuhrmann Lipstad. Westphalus. Ebd., 1687. (2), 38 SS. VD 17, 12:145141H. - 36. Ders. Hipparchum Theonas, doctamque Hypatiam in Mathesi celebres [...] exhibet [?] Jo. Christoph. Kiesewetter Arnstad. Thur. Jena, Krebs, 1689. 32 SS. VD 17, 12:142550R. - 37. Moller, Daniel Wilhelm (praes.). Disputationem circularem de Q. Curtio R. [?] defendere annitetur Nicolaus Fridericus Fleyschbein a Kleeberg, Norbergensis. Altdorf, Heinrich Mayer, 1683. 16 SS. VD 17, 23:283225N. Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel "Moller et Schmid Dissertationes". Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 2,500
Schöner Sammelband mit 31 von Moller betreuten Altdorfer Disputationen. Der aus Preßburg gebürtige Polyhistor Daniel Wilhelm Moller (1642-1712) studierte als Protestant in Wittenberg, lehrte hernach in Straßburg und verkehrte in Rom mit Athanasius Kircher. Nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt wagte er es, sich in Wien für die verfolgten Protestanten einzusetzen, weswegen er nach Altdorf fliehen mußte, wo er die Professur für Geschichte und Metaphysik erhielt. "Vom J. 1764 bis zu seinem [...] Tode hat er in diesem Lehramte, zu welchem sich noch das des Universitätsbibliothekars gesellt hat, mit unermüdlichem Eifer gewirkt. Seine Schriften, die fast ausschließlich in der Gestalt zahlreicher kurzer Abhandlungen auftreten, bezeugen sämmtlich im eminenten Sinne den erwähnten polyhistorischen Charakter seiner gelehrten Richtung und behandeln zum Theile recht wunderliche Themata, wie das bei der vorherrschenden Geschmacklosigkeit jener Epoche nur allzu häufig Sitte war. Am werthvollsten erscheinen verhältnißmäßig seine 'Disputationen' über eine längere Reihe von römischen und auch neueren Geschichtsschreibern; eine Anzahl von ihnen hat daher noch nach seinem Tode (1726) eine neue Ausgabe erlebt" (ADB XXII, 124). - Beigebunden sind noch sechs interessante Disputationen unter dem Vorsitz des Jenaer Theologen Johann Andreas Schmidt (1652-1756) aus seiner frühen Jenaer Zeit als Professor der Logik und Metaphysik, darunter eine über den antiken astronomischen Schriftsteller Aratos von Soloi (mit gest. Tafel zu den Sternbildern) sowie eine über Daidalos, den sagenhaften griechischen Kunsthandwerker. - Zeitgenöss. hs. Numerierungen; am vorderen Vorsatz etwas lückenhaftes hs. Inhaltsverzeichnis von zeitgenöss. Hand. Insgesamt sauber und wohlerhalten.
 

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127 Moser, Johannes, Schneidermeister (fl. um 1722). Eigenh. Schnittmusterbücher. Wohl Süddeutschland/Böhmen, um 1722. Tusche auf Papier. 2 Hefte. 16 beschr. SS. auf 12 Bll. sowie 19 beschr. und in roter, blauer und grüner Gouache kolorierten SS. auf 10 Bll. mit handkoloriertem Umschlag. Zus. in Pappschatulle. 4to.
  € 1,500
Schnittmusterbuch eines Johannes Moser, als Teil seiner Meisterprüfung: "Anno 1722 d. 10. Januarii hatt der Ehrbahre Johannes Moser Bey Einem Ehrbahren Handtwerck Sein MeisterStück Tauglichen abgerissen [?]. Die Herrn Eltisten Seindt zu der zeit Hl. Friedrich Türsch [?], und Hl. Heinrich Sauer, der abgeordnette Herr Theobald Friedland, Scabinor [Schöffe]. Undt hatt d. 11ten Dito Sein Meister-Recht bekommen." Die 15 Schnittmuster zeigen Roben für Magister der Universität, Habits für Mönche sowie eine Pferdedecke, eine französische Robe, ferner ein böhmisches Cape, verschiedene Kopfbedeckungen (Mönchskappen, böhmische Kappe, "Doctor Kugel") etc., so z. B.: "Zum Levitten Rock 8 Ellen Sammet, Damasc, oder gulden Stück, Zum Futter Sechs Ell Zetter" (mit genauen Bemaßungen); außerdem sogar ein großes Festzelt. Das zweite Heft, offenbar von derselben Hand, wiederholt manche der Schnittmuster in farbiger, floraler Ausgestaltung und zeigt außerdem Schnitte für eine Damengarderobe. - Mit den bei solchen Gebrauchsbüchern üblichen Gebrauchsspuren: Durchgehend etwas fingerfleckig; Ränder stärker lappig; einige größere Einrisse. Das kolorierte Heft mit einigen durch Farbverklebungen bedingten Papierdurchbrüchen im Bug.
 

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128 Mühlibach, Nikolaus Theodor. Wien von seiner übelsten Seite betrachtet. Oder: Welche sind die den Bewohnern Wiens für Gesundheit und Leben vorzüglich gefährlichen, aus den Ortsverhältnissen entspringenden Einflüße; und wie kann denselben vorgebeugt werden? Ein Beytrag zur ärztlichen Erhaltungs- und Sicherheitspflege dieser Hauptstadt. Vielen zur Warnung; andern zur prüfenden Würdigung; allen zum Wohle. Wien, Camesina, 1815. (2), VI, 156 SS. Hübscher Wiener Halblederband der Zeit mit 2 goldgepr. Rückenschildchen in rot und blau. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
  € 580
Einzige Ausgabe. - Der sonst nicht näher biographisch nachgewiesene Wiener praktische Arzt N. T. Mühlibach beschreibt die aus dem Leben in Wien für die Stadtbevölkerung entspringenden gesundheitlichen Gefahren. Er behandelt dabei nicht nur Krankheiten und Sanitätsangelegenheiten, sondern benennt auch Aspekte öffentlicher Sicherheit wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Führung von Verkehrswegen, Glatteis usw. und geht auch in durchaus modernem Sinne auf Belastungen durch Staub-, Lärm- und Geruchsemissionen ein. - Papierbedingt stellenweise leicht braunfleckig; insgesamt wohlerhaltenes, ansprechend gebundenes Exemplar. Selten. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz II, 8874. Nicht bei Lesky, Wellcome, Waller etc.
 

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129 [Officium Rakoczianum]. Officium Rakoczianum, in quo continentur exercitia ordinaria hominis Christiani. Zagreb, o. Dr., 1798. 356 SS. Gest. Frontispiz, gest. Titelvignette und 4 ganzs. Textkupfer. Lederband der Zeit. 16mo.
  € 250
Häufig aufgelegtes Andachtsbuch. Die hübschen Illustrationen unsigniert. Unteres Kapital lädiert; durchgehend fingerfleckig; Ecken etwas knittrig. Exemplar aus der Noviziats-Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. Etikett am Frontispiz.
 

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130 Pachmayr, Marianus, OSB. Historico-chronologica series abbatum et religiosorum monasterii Cremifanensis [...]. Steyr, Abraham Wimmer, 1777-1782. 4 Bde. in 2. (8), 134 SS. (2), 135-343, (1) SS. (2), 345-544 SS. (2), 545-931, (3) SS. Interimspappbände der Zeit. Folio.
  € 650
Einzige Ausgabe. - Der oberösterreichische Benediktiner Johann Georg (Marianus) Pachmayr (1728-1805) lehrte am Gymnasium des Stifts Kremsmünster, das er selbst besucht hatte, Philosophie, Mathematik, Physik und Geschichte. Seine Geschichte der Kremsmünsterer Geistlichen verfaßte er anläßlich der Feierlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen des Stiftes. Auch für die Geschichte Oberösterreichs von großer Bedeutung. - Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster, ohne die beiden Tafeln, jedoch mit von einem fleißigen zeitgenössischen Benediktiner verfaßten handschriftlichen alphabetischen Register (Catalogus abbatum, Catalogus religiosorum, Index rerum memorabilium) am Schluß, wodurch das Werk erst recht benutzbar wird. - Papierbedingt etwas braunfleckig; einige alte hs. Marginalien, sonst wohlerhalten.
  ¶ Wurzbach XXI, 169. ADB XXV, 60.
 

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131 [Pächler], (Amandus), OSB. Historia de corpore S. Amandi huius nominis primi, in ordine vero secundi episcopi Wormatiensis, à S. Ruperto Wormatia Salisburgum translato, et hoc currente anno in ecclesia S. Petri Salisburgi invento, ac noviter translato die 26. Octobris, ex antiquis monimentis monasterii S. Petri collecta [...]. Salzburg, Johann Baptist Mayr, 1661. (6), 46 SS. Marmorierter Pappband der Zeit mit hs. Deckeltitel (Rücken fehlt). 4to.
  € 250
Einzige Ausgabe. - Über die Gebeine des Hl. Amandus von Worms, welche in Salzburg aufbewahrt werden. Herausgegeben vom Abt des Stifts St. Peter, Amandus (Hieronymus) Pächler (auch: Pachler; 1624-73). Einband berieben; am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk des Stifts: "Mn.rii S. Petri Salisburgi"; am vorderen Innendeckel entspr. Ausscheidevermerk (Doublette).
  ¶ VD 17, 12:113459Y. Jöcher/Adelung V, 1375, 9.
 

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132 Palermo, Policarpo. De vera C. Plini [!] Secundi superioris patria atq. ea Verona libri tres. Quibus Pauli Cigalini [...] & aliorum contraria sententia confutatur. Verona, Angelo Tamo, 1608. (8), 184, (2) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Etwas spätere Interimsbroschur mit erneuertem Rücken. 4to.
  € 220
Erste Ausgabe des Hauptwerks des Veroneser Juristen und "Academicus Philarmonicus" Polycarp Palermus, der "unterwegs, als er nach Verona reisen wollte, von einigen Bauren todt geschlagen [wurde]" (Jöcher III, 1193). Gerichtet gegen die 1605 posthum herausgekommene Abhandlung "De vera patria C. Plinii Secundi" des Comer Mediziners Paolo Cigalini (gest. 1598), trägt das Werk zahlreiche antike (teils epigraphische) Quellen zusammen. Über ein Jahrhundert später wurde es von Burmann in seinen "Thesaurus antiquitatum Italiae" (Bd. IX, Tl. 8) aufgenommen. - Buchblock nach den Vorstücken gebrochen. Recht selten; nur fünf Nachweise in ital. Bibliotheken.
  ¶ Schweiger 801. Jöcher/Adelung V, 1421, ICCU VEAE03266. OCLC 5860022. BN, Bd. 129, Sp. 366.
 

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133 Pallavicino, Sforza, SJ. Geschichte des Tridentinischen Conciliums [...]. Aus dem Italienischen übersetzt von Theodor Friedrich Klitsche. Augsburg und Wien, Karl Kollmann / Karl Gerold, 1835. 8 Bde. in 4. Mit gest. Portraitfrontispiz. Marmorierte Halblederbände der Zeit mit goldgepr. blauen Rückenschildchen und etwas Rückenvergoldung; am Schwanz signiert "F. G." Lesebändchen. Gr.-8vo.
  € 300
Erste deutsche Ausgabe der erstmals 1656 in Rom erschienenen Geschichte des Konzils von Trient. Der aus Rom gebürtige Jesuit Sforza Pallavicino (1607-67) wurde 1657 von Papst Alexander VII. zum Kardinal erhoben. - Ecken teils minimal bestoßen, sonst sehr hübsch gebundenes, sauberes Exemplar aus der Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. hs. Doublettenvermerk am vorderen Innendeckel.
  ¶ De Backer/Sommervogel VI, 128.
 

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134 Palmerius de Grentemesnil (Le Paulmier), Jacques. Graeciae antiquae descriptio. Leiden, Daniel à Gaesbeeck, 1678. (56), 684, (18) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Pergamentband der Zeit auf vier Bünden. Dreiseitig gesprenkelter Farbschnitt. 4to.
  € 600
Erste Ausgabe der Beschreibung des antiken Griechenland, verfaßt vom aus der Normandie gebürtigen Paulmier (latinisiert: Palmerius; 1587-1670). Der "gelehrte und tapffere" Philologus "that eine Zeitlang unter den Holländern wider die Spanier Krieges-Dienste; nach geschlossenem Frieden aber verliebte er sich in eine frantzösische adeliche Dame, der zu Gefallen er viel Liebes-Lieder und Briefe verfertigte. Endlich erkannte er seine Vanität, und schrieb deswegen einen griechischen Dialogum unter dem Nahmen Dyserastes. Hierauf gieng er wieder in Krieg, und commandirte in Lothringen eine Compagnie Cavallerie [...], danckte aber 1635 wieder ab, verheyrathete sich zu Caen mit einer adelichen Dame aus Engelland, welche aber bald wieder starb, und half nachgehends viel beytragen, daß die Academie zu Caen aufgerichtet wurde. Sonst war er sehr aufrichtig und dienstfertig [...] Er ließ sich zweymahl am Blasen- und Nieren-Steine schneiden, und starb 1 Oct. 1670" (Jöcher). - Dem Text voran steht die hier ebenfalls zum ersten Mal gedruckte Palmerius-Biographie vom Caener Theologen Etienne (Stephan) Morin (1625-1700), der auch als Herausgeber fungierte. - Papierbedingt teils stärker gebräunt und gelegentlich etwas braunfleckig. Einband am oberen Gelenk innen gelockert. Sehr selten; international kein Exemplar im Auktionshandel seit 1970 nachgewiesen.
  ¶ Jöcher III, 1205 (s. a. III, 681). Graesse V, 112. Brunet IV, 329. Ebert *15725.
 

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135 [Paper Theater]. "Vorstellung eines zerstörten Schlosses mit Geister". [Augsburg, Martin Engelbrecht, c. 1730]. Small 4to (16 x 21 cm). Six engravings in their original color. Stored loosely in contemp. cardboard folder bound in calico with ms. cover label.
  € 2,500
The miniature theaters of the Augsburg engraver Martin Engelbrecht (1684-1756) were developed from his large-scale Zograscope images and are regarded as the earliest paper theaters in history. The diorama, consisting of a firm backdrop and five cut-out staged levels of scenery, presents a perspective view of a deserted castle garden; the various figures populating the scene are part of the individual cut-out plates. The completeness of the set is ascertained by the consecutive numbering from first to last plate. - Complete, contemporarily assembled paper theaters such as the present one are of the utmost rarity. The title and number on the cover label suggest that this set was formerly part of the repertoire of a traveling showman.
  ¶ AKL XXXIV, 24.
 

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136 Perottus, Nicolaus. Cornucopiae linguae latinae. (And:) Commentariolus in prohemium historiae naturalis Plinii. Venice, Johannes Tacuinus, 20. XII. 1496. Folio. Roman and occasional Greek type (title page in Gothic type). 2 cols., 62 lines. With woodcut printer's device at the end and numerous woodcut initials. (38), CCCVII ff., last blank. Contemp. blindstamped vellum over wooden boards. With 7 (instead of 10) brass fittings and 2 claps (leather bands restored). Ms. title to upper fore-edge.
  € 9,500
Important collection of philological texts, actually a commentary on the first book of Martial. Originally compiled by Niccolò Perotti (1430-80), first printed by Paganinus in 1489, and edited by Johannes Pompeius Cornianus and Polydorus Vergilius. The theologian and scholar Perotti taught Latin at Rome, but quarrelled with Domenico Calderino over the proper interpretation of Martial, removed himself to zu Bologna and there taught oratory, philosophy, and even medicine (cf. Jöcher III, 1398). In 1458, Cardinal Bessarion made him Archbishop of Manfredonia. In the "Cornucopiae", his principal work, he is said to have "committed a plagiarism which Calepinus in his 'Dictionario' then in turn committed against this work" (cf. ibid.). - Slight waterstaining throughout. Front endpaper and title page have contemp. notes (name index and Greek and Latin mottos). Attractive German Renaissance binding; front cover shows traces of a contemp. ms. cover title. The fine brass corner fittings and the metal clasps are preserved; both center fittings and one corner fitting on the back cover are missing. Large stain to back cover; still, altogether a fine, well-preserved copy of this rare incunable.
  ¶ Hain/C. 12704. Goff P-295. GW M 31100. Pellechet Ms 9221 (9045). Sheppard 4537. Proctor 5444. BMC V, 531. BSB-Ink P-220. ISTC ip00295000.
 

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137 [Pestseuche in Ungarn]. Remedia tam praeservativa, quam curativa contra morbos in Hungaria contagiose grassantes, jussu, et authoritate Consilii Sanitatis Viennensis. Wien, Cosmerovius, 1710. (8) SS. Alter Marmorheftfalz am Rücken. Folio.
  € 300
Wiener Sanitätsordnung, betreffend die 1710 in Ungarn eben ausbrechende Pestepidemie, ausgegeben von der Wiener Gesundheitsbehörde (zu dieser Zeit noch nicht mit Medizinern besetzt und in häufigem Widerstreit mit der Medizinischen Fakultät). Am Schluß die amtlich ausgegebenen Rezepte für empfohlene Medikamente. Ende 1712 sollte die Seuche Wien erreichen und dort bis Anfang 1714 etwa 8000 Todesopfer fordern. - Spuren alter Faltung, sonst sehr schön erhalten.
 

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138 Petrus Comestor. Historia scholastica excellens opus. Editio altera post Beneventanam anni MDCIC. Accessit index locupletissimus. Venedig, Antonio Bortoli, 1729. (8), 796 SS. (Dabei): Angelo Maria à Cruce. Historiae scholasticae [...] Comestoris novus index, sive alphabetica synopsis [...]. Rom, Francisco Giannini & Hieronimo Mainardi, 1727. (4), 142 SS., l. w. Bl. Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen, attraktiver Rückenvergoldung und Deckelmonogrammierung "P. O. S. R. V. | P. C." (Vorderdeckel) bzw. -datierung "1741" (Hinterdeckel). Dreiseitiger Rotschnitt. Marmorspiegel. 4to.
  € 300
Spätere, gut indizierte Ausgabe des als Schulbuch schon in Inkunabeln weitverbreiteten biblischen Lehrbuchs der Weltgeschichte, das seinem Verfasser den Beinamen "magister historiarum" eintrug. Der mittelalterliche Theologe Petrus (Pierre) Comestor, Schüler des Petrus Lombardus, dessen Sentenzen er glossierte, war Domkapitular und Kanzler von Notre-Dame de Paris. Seinen Beinamen "Comestor" ("der Verzehrer") erwarb er durch seine Leidenschaft für das Bücherlesen. - Unteres Kapital lädiert, sonst hübsches Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster (OÖ) mit entspr. Signaturvermerken am vorderen Vorsatz (Doublette) und kl. Etikett am Schwanz. Gebunden 1741 für den Salzburger Kirchenrechtler Oddo Scharz (1691-1749; vgl. Pachmayr 675ff.) mit der Monogrammierung: "P[ater] O[ddo] S[charz] R[ector] V[niversitatis] P[rofessus] C[remifanensis]". Scharz, der 1709 ins Kremsmünsterer Benediktinerstift eingetreten war, wurde 1741 zum zweiten Male Dekan der Salzburger Juristenfakultät sowie erstmals Rektor der Hochschule. "Durch seine nachgelassenen Bücher erhielt die Kremsmünsterer Stiftsbibliothek einen ansehnlichen Bücherzuwachs" (Wurzbach XXIX, 122).
  ¶ OCLC 246352945.
 

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139 [Pezzl, Johann]. Skizze von Wien. Wien und Leipzig, Krauß, 1787-1790. 6 Hefte in 1 Band. 974, (2) SS. Die 6 mitpaginierten Titelblätter gestochen. Lederband der Zeit mit Resten von goldgepr. Rückenschildchen. Buntpapiervorsätze. 8vo.
  € 600
Mischexemplar der in dieser Vollständigkeit seltenen, 1786-90 erschienenen Wiener Zeitschrift. Die Hefte 4 (1787) und 6 (1790) in erster, Hefte 1 (1789), 3 (1787) und 5 (1789) in zweiter, Heft 2 (1789) in dritter Auflage; somit komplett. "Da die Auflagenbezeichnung [...] nur auf den - oft nicht mitgebundenen - gelben Heftumschlägen aufgedruckt ist, andererseits das Erscheinungsjahr nur auf den Kupferstichtiteln ersichtlich ist, können zur Auflagenbestmmung der Hefte 1-3 unterschiedliche Vignetten, Typographie und Paginierung herangezogen werden [...] In nahezu allen Exemplaren sind die Hefte 1-3 in verschiedenen Auflagen erhalten" (ORBI, ohne Nennung einer Folgeauflage für Heft 5). "Zenker zitiert den Titel als 'Skizzen von Wien' und gibt Erscheinungsjahre mit 1786-1787 an" (ebd.). Die 169 Feuilletons schildern Zustände, Gesellschaft und Topographie des josephinischen Wien. "Stellenweise etwas frei und derb, u. a.: Gecken beiderlei Geschlechts; von der Liebe, Galanterie; Abnahme der Ehen; reife Mädchen; Kammerjungfern; Stubenmädchen; Lustmädchen; Lustseuche; soll man Bordelle (Freudenhäuser) anlegen?; Mädchen-Pensionat; Moden; Bäder; Nonnenklöster; Findelhaus; Ständelweiber; Heirathen etc." (Hayn/G.). Der so vielseitige wie nach Wurzbachs Worten "specifisch-wienerische" Schriftsteller (1756-1823), aus dem Niederbayerischen gebürtig, war Sekretär und Bibliothekar beim Staatskanzler Fürst v. Kaunitz, bevor er durch die Heirat mit einer vermögenden Frau zu einer geistvollen Figur der Wiener Gesellschaft wurde. - Buchblock etwas geknautscht. Einband berieben; Ecken und Kapitale bestoßen. Am vorderen Innendeckel Buchhändlermarke Rudolf Heger, Wien (Öhlberger 111, Var. 3). Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz 2454. Wernigg 2783. Hayn/Gotendorf VIII, 504. Slg. Mayer 345. Holzmann/Bohatta IV, 2760. ORBI 3,2:1270. Kirchner 1180. Zenker 253.
 

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140 [Pezzl, Johann]. Neue Skizze von Wien. Erstes (-drittes) Heft. Wien, Josef Vinzenz Degen, 1805-1812. 3 Hefte in 1 Band. (2), 180, (2) SS. (2), 181-363, (2) SS. (4), 164, (8) SS. Pappband der Zeit mit Resten eines Rückenschildchens. 8vo.
  € 500
Komplette Folge der Fortsetzung zu Pezzels 1786-90 erschienener Wiener Zeitschrift. "Ganz vollständige Exemplare dieses culturgeschichtlich wichtigen und interessanten Werkes sind sehr selten" (Hayn/G.). "Kirchner zitiert den Titel als "Neue Skizzen von Wien" und gibt Erscheinungsjahre mit 1808-1812 an. Der so vielseitige wie nach Wurzbachs Worten "specifisch-wienerische" Schriftsteller (1756-1823), aus dem Niederbayerischen gebürtig, war Sekretär und Bibliothekar beim Staatskanzler Fürst v. Kaunitz, bevor er durch die Heirat mit einer vermögenden Frau zu einer geistvollen Figur der Wiener Gesellschaft wurde. - Titel des ersten Heftes gestempelt und mit Spur von entferntem Etikett, sonst recht sauber und kaum gebräunt. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Gugitz 2502. Wernigg 2784. Hayn/Gotendorf VIII, 504. Holzmann/Bohatta IV, 2770. ORBI 3,2:958. Seemann (Degen) 147. Kirchner 1393. Seidler 158. Slg. Mayer 2355 ("sehr selten").
 

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141 [Pezzl, Johann]. Faustin oder das philosophische Jahrhundert. [Zürich, Orell, Gessner, Füssli u. Cie.], 1783. VI, (7)-381, (3) SS. Mit gest. Titelvignette. Marmorierter Pappband um 1900 mit goldgepr. Rückenschildchen. 8vo.
  € 380
Erste Ausgabe; mit eben der vorliegenden Kollation vom Institut et Musée Voltaire, Genf, als Originalausgabe geführt. - Pezzls Satire nach dem Vorbild von Voltaires "Candide" gilt als bedeutendster Bildungsroman des josephinischen Wien. Die Titelvignette zeigt einen lesenden kindlichen Faun mit Stab und Bocksfüßen; hinter ihm über einen Ast drapiert ein im Winde flatternder Papierbogen mit der Aufschrift "1780". - Etwas braunfleckig; Einband an Kapitalen und am Vordergelenk bestoßen. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Hayn/Gotendorf II, 239f. (gibt aber für die EA den Umfang IV, 288 SS an). Slg. Mayer 6389 ("Goed. und H.-G. unbekannt"; Kollation wohl ungenau VI, 381, [3] SS.). Holzmann/Bohatta II, 3031. Wurzbach XXII, 160. Goedeke V, 506, 7, 1. ÖBL VIII, 23. Wernigg 1250. Gugitz (Pezzl) 179.
 

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142 [Pezzl, Johann]. Marokkanische Briefe. Aus dem Arabischen. "Frankfurt und Leipzig" [d. i. Wien, Krauss], 1784. 255, (1) SS. Mit gest. Titelvignette. Halblederband um 1850 mit goldgepr. Rückentitel und -vergoldung. Marmorvorsätze. 8vo.
  € 300
Erste Ausgabe. - "Moralisierende Schrift bei Gelegenheit des Besuches der marokkanischen Gesandtschaft in Wien 1783, mit Ausfällen gegen Mönchtum, Jesuiten, Ohrenbeichte etc." (Slg. Mayer); "eine Art Seitenstück zu Montesquieus 'Lettres persannes'" (Wurzbach). "Antiklerikale und antifeudale Satiren [...] gelegentlich des Aufenthaltes einer marokkanischen Gesandtschaft in Wien. Pezzl, der österreichische Voltaire, marschirt in erster Reihe der liberalen Aufklärer der Josephinischen Reformperiode" (Hayn/G.). - Etwas braunfleckig bzw. knittrig; Einband an den Deckeln leicht berieben. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Hayn/Gotendorf I, 464. Holzmann/Bohatta I, 7958. Wernigg 4056. Slg. Mayer 6388. Goedeke V, 506, 7, 2. Wurzbach XXII, 161. Gugitz (Pezzl) 188. ADB XXV, 578. Vgl. Gugitz 11832 (Ausg. 1785).
 

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143 [Pezzl, Johann]. Neueste Beschreibung von Wien, mit vorzüglicher Rücksicht auf alle Merkwürdigkeiten dieser großen Kaiserstadt. Wien und Triest, Geistinger, 1817. (2), 215, (1) SS. Bedr. grüne Broschur der Zeit. 8vo.
  € 180
Zweite Ausgabe (EA 1812). Zu diesem Werk Pezzls ist kein Plan erschienen; so wie vorliegend komplett. - Durchgehend stärker gebräunt bzw. braunfleckig; Einband lädiert. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Wernigg 2781. Slg. Mayer 342. Seemann (Geistinger) 503. GV 14, 134. Vgl. Gugitz III, 12064ff. (nur Ausg. 1812 und 1818).
 

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"A frank treatise on virginity and the ways of losing it" (Garrison/M.)
144 Pineau, Severin. Notae virginitatis oder wahre Kenn-Zeichen von denen Geheimnissen der Jüngferschafft, wie und auf was Art und Weise solche eigentlich zu erkennen, ob sie nemlich corrumpiret, oder nicht. Desgleichen umständliche Nachricht von der Schwängerung selbsten und neun-monatlichen Geburth; wie auch von dem Ursprung und Anfang derer Theile oder Glieder, wie solche im Mutter-Leibe formiret und gebildet werden. Samt Petri Gassendi Tractat von der Scheidewand des Hertzens, welche die beyden Hertz-Kammern unterscheidet, und wie solche ihre Durchgänge habe. Frankfurt und Leipzig, Johann Christoph Stöffels Erben, [1717]. (6), 360, (16) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz. (Beigebunden) II: Deventer, Hendrik van. Neues Hebammen-Licht, bey welchen die Hebammen-Kunst und was darzu gehöret durch geschickte Handgriffe aufrichtig gelehret wird. Jena, Heinrich Christoph Cröcker, 1717. (12), 489, (23) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz und 33 (statt 37) Kupfertafeln. Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 800
I: Seltene erste selbständige deutsche Ausgabe (erstmals 1597 in Paris als "Opusculum physiologum & anatomicum" gedruckt), aus dem Lateinischen übersetzt von Christoph von Hellwig (1663-1721). "In 1595 Pineau demonstrated the vestigial foramen ovale in the adult heart, settling the question of the perviousness of the septum of the heart [...] [In 1597] he published this study in a frank treatise on virginity and the ways of losing it" (Garrison/M.). "The German edition was prohibited by the magistrates. The chief interest of the book now relates to the supposed parturition of the pubic bones during parturition [...] Pineau was a lithotomist and had the Collot family secret" (Osler). Zuvor 1626 als Teil der deutschen Übersetzung von Louise Bourgeois Boursiers "Hebammen Buch" erschienen. - II: Zweite deutsche Ausgabe von Deventers Hauptwerk "Operationes chirurgicae novum lumen exhibentes obstetricantibus" (EA Leiden 1701; zugleich in niederländischer Sprache), eines der wichtigsten Werke in der Geschichte der Geburtshilfe. "Gives the first accurate description of the female pelvis and its deformities, and the effect of the latter in complicating labour" (Garrison/M.). Van Deventer (1651-1724) würdigt hier erstmals völlig die Wichtigkeit des knöchernen Beckens, insbesondere der Beckenachse, für den Geburtsvorgang; musterhaft ist das Verfahren, das er den Hebammen bei natürlichen Geburten anempfiehlt. Erheblich verfeinert sind die Diagnose der abnormen Kindslagen sowie die Technik der geburtshilflichen Eingriffe, bei denen Deventer dem manuellen Verfahren gegenüber dem instrumentellen bis zur äußersten Grenze den Vorzug gab; dennoch bereicherte er letztere durch eine der wichtigsten Erfindungen in der Geburtshilfe überhaupt: die Geburtszange. "Deventer ist unstreitig der hervorragendste und wissenschaftlich gebildetste Geburtshelfer seiner Zeit, denn seine Forschungen waren nicht blos bahnbrechend, sondern bilden heute noch [...] die Basis, auf der die moderne Geburtshilfe ruht" (Hirsch). - Es fehlen die Kupfer 5, 10, 12 und 14; das Frontispiz und 2 weitere Kupfer mit größeren Ausrissen und Fehlstellen; mehrere Kupfer im Rand vom Beschnitt erfaßt (Verlust der rechten Rahmenlinie). - Aus der Sammlung des schwedischen Polarforschers und Mineralogen Gösta Bodman (1875-1960), als Meteorologe Teilnehmer der Schwedischen Antarktisexpedition 1901-04, mit seinem hübschen, darauf bezüglichen Exlibris (Pinguin vor Forschungsschiff) am vorderen Innendeckel.
  ¶ I: Hayn/Gotendorf IX, 460. Vgl. Blake 205. Wellcome IV, 388. Garrison/Morton 802. Waller 7450ff. Osler 3679. - II: Blake 118. Waller 2420. Hirsch II, 173. Vgl. Wellcome II, 460. Garrison/Morton 6253. Norman 631. Eimas 678.
 

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145 Pray, Georg, SJ. Dissertationes historico-criticae de Sanctis Salomone rege et Emerico duce Hungariae [...]. Preßburg, Johann Michael Landerer, 1774. 100 SS. (Beigebunden) II: Ders. Dissertatio historica-critica de Sancto Ladislao Hungariae rege [...]. Ebd., 1774. 140 SS. Mit einem Münzkupfer im Text. Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapierspiegel. 4to.
  € 350
Jeweils erste Ausgabe. - Sammelband von Prays Werken über den Hl. Ladislaus (1048-95) sowie über König Salomon von Ungarn (1053-87) und den Hl. Imre (1031 auf der Jagd verunglückt), Prinz von Ungarn und Sohn des Hl. Stephan. Der von Maria Theresia und dem Fürsten Kaunitz geförderte ungarische Jesuit Pray (1723-1801) war Professor am Wiener Theresianum und Kgl. Hofbibliothekar in Budapest sowie ungarischer Hofhistoriograph. Er gilt als erster wissenschaftlicher Historiker Ungarns. - Unbedeutend braunfleckig; gest. Exlibris des Thomas Perczel de Bonyhad (1960) am Spiegel. Der Wiener Einband am unteren Kapital lädiert; Ecken bestoßen, sonst von schöner Erhaltung.
  ¶ De Backer/Sommervogel VI, 1185, 13 u. 12. Wurzbach XXIII, 226.
 

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146 Rabatta, Raymund Ferdinand Graf von. Agenda seu Rituale Passaviense, ad usum Romanum accommodatum [...]. Passau, Maria Margaretha Höller, Wwe., 1719. (8), 154, (2) SS. Durchgehend in rot und schwarz gedruckt. Mit 3 SS. Notendruck. Pergamentband der Zeit über Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen. Gr.-4to.
  € 350
Seltenes Passauer Rituale, herausgegeben von Raymund Ferdinand Graf von Rabatta (1669-1722), ab 1713 Fürstbischof der Stadt. "Aus eigenen Mitteln ließ Rabatta 1714 eine Krankenanstalt errichten. Er verkleinerte den Hofstaat und reduzierte die Schulden des Bistums. Im Unterschied zu seinem Vorgänger konzentrierte er sich auf die Seelsorge. Er förderte die Volksmission und die Priesterausbildung. Im Unteren Bayerischen Wald trieb er die Besiedelung voran und gründete dort die Pfarrei Breitenberg. Während seiner Amtszeit wurde die Neue Residenz errichtet" (Wikipedia). - Etwas wasserrandig; der Einband wellig. Bindung teils gelockert; vereinzelt fingerfleckig. Doublette aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster (OÖ). Selten; über Bibliothekskataloge nur zwei Exemplare nachgewiesen (Kremsmünster; Staatsbibliothek Passau).
 

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147 Rettenpacher, Simon, OSB. Geschichte des Norikums: mit der Chronick von dem Kloster Kremsmünster in Oberösterreich. [...] Aus dem Lateinischen in das Deutsche getreu übersetzt von M. D. W. S. "Deutschland", 1793. 3 Teile in 1 Band. (10), 212 SS. 164 SS. 92, (20) SS. Interimspappband der Zeit. 8vo.
  € 280
Erste deutsche Ausgabe der "Annales monasterii Cremifanensis" (1677), der Geschichte des Klosters Kremsmünster, des Hauptwerks des gelehrten Benediktiners Rettenpacher (1634-1706), Klosterbibliothekar daselbst. Das ursprünglich als Festschrift zum 900jährigen Bestehen des Stiftes erschienene Werk gilt als die erste wissenschaftliche Geschichte Oberösterreichs. Rettenpacher hatte in Rom Orientalistik studiert und verfaßte auch Dramen und Oden, die er unter dem Pseudonym "Mison Erythreus von Gänßbrunn" veröffentlichte. - Papierbedingt stellenweise gering braunfleckig. Exemplar aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster.
  ¶ Vgl. ADB 28, 274. Wurzbach XXV, 122.
 

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148 Late Baroque recipe collection. Medico-pharmaceutical manuscript. Probably Austria or Southern Germany, c. 1714. 8vo. German and Latin ms. on paper. Altogether 364 written pages: 355 numbered pp. (62-66 and 68 blank), 3 unnumbered pp., some 80 ff. removed; 3 unnumbered pp., 8 blanks, 8 unnumbered pp., 2 blanks, 1 unnumbered page. Contemp. green vellum with fore-edge flap and ties. Edges sprinkeled in faded red.
  € 1,500
The ms. begins with a seven-page tables of "Signa Chimica", immediately followed by a plentitude of pharmaceutical recipes, for example a prune bandage ("Das Meloten Pflaster") based on (amon other ingredients) wax, turpentine, and resin: "Dieses alles auf gelinden feuer zerlassen und so es zergangen, das du meinst, es sey heis genug; so thue darin Meloten 12 loth, Eibisch 6 loth, bonen mehl 6 loth, faenum graecum 2 loth, Majeran 2 loth, Gamillen 2 loth, lorber 1 loth, diese stück müssen alle klein gedert in das Pflaster getan werden [...]". Other recipes in German and Latin comprise a "Zahn Tinctur", a "Brust Thee", "Pillulae Emanuelis", concoctions "den Leib zu öfnen", "Vor das Glied", "Vor den Kalten Brand", "Sal purgans", "Ein Tranck vor die weiber welche Kinder gehabt haben nach Durst" etc. - Medical motto on front pastedown: "Principiis obsta: Sero medicina paratur dum mala per longas valuere moras. Im anfang soll die Hülff geschehen, all medicin komt dan zu statt: Wan durch zu langes übersehen, das übel sich Verstärcket hat". Front endpaper has ms. note of ownership (dated 1761) of the medical student Franz Alois Axmann from Forchheim (Upper Franconia): "Hic liber spectat ad me Franciscum Aloysium Axmann Vorchemium Chirurgiae et Medicinae Candidatum. Die 1mo decembris Anno millesimo septingentesimo sexagesimo primo MDCCLXI"; under this the date "1743" and additional notes of contemporary owners: "Edmund Hengster gebürthig von Marckt Strobnitz" (now Horní Stropnice in the Southern Czech Republic); "Johann Georg Pausinger in Markt Gföll" (Gföhl near Krems). A short list of the phases of the moon, captioned "Incipit saepissime in 14 anno" and showing the phases "a 14 ad 20" (as well as 20-30, 30-40, and 40-50), provides the probable date of the ms. With a curious list of prophecies for the years 1740, 1760, 1790, 1800, 1845, 1880, 1890, and 1900 at the end. - Binding rather rubbed, otherwise well-preserved and generally well-legible.
 

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149 Richter, Gregor. Editio nova axiomatum oeconomicorum, accessione multarum novarum regularum multarumq[ue] sententiarum & exemplorum aucta & locupleta. Jena, Tobias Steinmann für Hans Rambau in Görlitz, 1618. (12), 478, (50) SS. Mit figuraler Titelbordüre in Holzschnitt. Mod. Halbleinenband. 4to.
  € 250
Dritte Ausgabe (EA 1600) der literarhistorisch wertvollen Spruch- und Motivsammlung aus dem Gebiet der Familie und des Hauswesens (darunter auch deutsch- und griechischsprachige "Axiome"), mit Belegen aus Geschichte, Literatur und Bibel. Ähnliche Sammlungen stellte Richter zu den Gebieten der Politik und Geschichte zusammen. Der aus der Oberlausitz gebürtige Gregor Richter (1560-1624; vgl. Goedeke III, 155), Prediger zu Görlitz, korrespondierte mit Jakob Böhme und soll im Laufe seines Lebens nicht weniger als 5893 Predigten gehalten haben. Er "mußte sich bey Empfang seiner Vocation obligiren, kürtzere Predigten zu thun, die Vorbitten, sonderlich vor der Predigt zu mäßigen, und articulatius zu reden" (Jöcher). Die "Axiomata oeconomica" wurden 1609 mit Richters Gesamtwerk von der Inquisition verboten; 1627 wurde das Verbot speziell für das vorliegende Werk erneuert (vgl. Reusch II, 89). - Papierbedingt gleichmäßig schwach gebräunt. Kl. Randläsuren zu Beginn fachmännisch hinterlegt. Aus der Bibliothek des polnischen Priesters Józef Krasuski (1815-94) mit entspr. Besitzerstempel am Titel.
  ¶ VD 17, 1:001436Y. Jöcher III, 2088. Vgl. Jöcher/Adelung VI, 2075.
 

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150 Rittler, Franz. Der Lerchenfelder Robinson, oder wunderbare Schicksale und Abenteuer, Sebastian Ganthöfers, eines gebornen Wieners, auf seinen Reisen zu Wasser und zu Lande [...]. Wien, Michael Lechner, 1826. 2 Bde. XIV, (2), 176 SS. (2), IV, (2), 236 SS. Mit 2 gest. Frontispizen (Jos. Berkowetz sc. nach P. Fendi). Marmorierte Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und -vergoldung. 8vo.
  € 480
Erste Ausgabe. - "Rar" (Hayn/G.). "Ein seiner Zeit viel genanntes und stark gelesenes Buch" von "Österreichs armem Poeten" (Wurzbach), das aber dennoch "kein Bücherkatalog verzeichnet [...] Rittler, geboren zu Brieg in Schlesien, gestorben im Mai 1830 (nach Angabe des alten Bäuerle), höchst wahrscheinlich aber erst nach 1836 zu Simmering bei Wien" (Ullrich). Sowohl Goedeke als auch Ullrich nennen nur "Kaulfuß und Krammer" als Verleger. - Leicht braunfleckig; die hübschen Wiener Einbände etwas berieben und an Ecken und Kanten bestoßen; Vordergelenke unten etwas angeplatzt. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Hayn/Gotendorf VIII, 495. Goedeke X, 197, 17. Ullrich 194, 122. Vgl. Wurzbach XXVI, 201.
 

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151 [Rollenhagen, Georg]. Der Frösche und Mäuse wunderseltsame Hofhaltung; sonst Froschmäußler genannt [...]. Frankfurt, Johann Philipp Andreä für Johann Justus Erythropel, 1683. (4), 667, (1) SS. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. 8vo.
  € 700
Schön gedruckte letzte Ausgabe des 17. Jahrhunderts, jetzt erstmals paginiert und ohne die Holzschnitte. "Versepos und Lehrgedicht in 20.000 Versen, das kaum noch an die nur 305 Verse der pseudohomerischen 'Batrachomyomachia' erinnert, die späterhin Jacob Balde in weit stärkerem Maße beeinflussen sollte [...] Einbezogen sind hier diverse Tierfabeln (von Aesop etc.), der Circe-Episode aus Homers 'Odyssee', dem 'Reineke Fuchs' u. v. a." (Dünnhaupt). - Hauptwerk des Georg Rollenhagen (1542-1609), Rektor am Magdeburger Gymnasium und Prediger an St. Sebastian ebendort. Mit dem 1595 erschienenen Tierepos, eine allegorische Darstellung der Reformationszeit und ihrer Wirren, erwies sich der Verfasser als "Anhänger eines irenisch gestimmten Reformationshumanismus" (DBE). - Papierbedingt gleichmäßig etwas gebräunt; im Rand vereinzelt etwas wasserrandig. Kleiner alter hs. Besitzvermerk am Titel.
  ¶ VD 17, 23:249165W. Dünnhaupt, 3487, 13.13. Maltzahn I, 140. Goedeke II, 509, 3 m. Kroker 566f. Seebaß, Kat. 707, Nr. 831. Nicht bei Faber du Faur oder Jantz.
 

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Aus der Bibliothek eines schottischen Reiseschriftstellers
152 Romanelli, Domenico. Napoli antica e moderna. Neapel, Angelo Trani, 1815. 3 Teile in 1 Band. (8), 182 SS. 189, (1) SS. 218 SS. Mit 2 gest. Tafeln. Englischer Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Stehkantenvergoldung. 8vo.
  € 400
Erste Ausgabe. - Hübscher Neapelführer. Die Tafeln zeigen eine griechisch-lateinische Inschrift sowie die Umgebung von Neapel (von Posilippo mit der Straße nach Pozzuoli bis zu den ummauerten Stadtteilen Neapolis und Parthenope; dahinter die Küste bis etwa Portici). Zur weiteren Wirkung des Theologen, Geschichtsforschers und Rhetorikprofessors Domenico Romanelli (1756-1819) vgl. Jöcher/Adelung VII, 345. - Einband leicht berieben; Gelenke geplatzt; Rücken stärker lädiert; Kapitale defekt. Am vorderen Innendeckel gest. heraldisches Exlibris des schottischen Reisenden und Gelegenheitsschriftstellers Sir Archibald Edmonstone of Duntreath (1795-1871), dessen 1822 erschienene Schilderung seiner Reise zu zwei Oasen in Oberägypten als "a most interesting and minute account" gerühmt wird (DNB VI, 398).
  ¶ Schlosser 529. OCLC 7136683.
 

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153 Romieu, A[uguste]. Das rothe Gespenst des Jahres 1852. Aus dem Französischen übersetzt von Joh. Freiherrn v. Aichen. Wien, A. Pichler's Wwe., 1852. 61, (1) SS., l w. Bl. Blindgepr. Leinenband der Zeit. Dreiseitiger Goldschnitt. 8vo.
  € 350
Dritte deutsche Ausgabe (zuvor 1851 in Berlin); erster Druck dieser Übersetzung. Mit eigenh. Widmung des deutschen Übersetzers am Vorsatz: "Zu freundlicher Erinnerung | von | Joh. Frh. v. Aichen | kk. Hofrath". - Leicht gebräunt; zu Beginn gering stockfleckig.
  ¶ Vgl. Stammhammer II, 283.
 

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154 Roth, Eberhard Rudolph. Memorabilia Europae, oder: Auserlesene Denckwürdigkeiten, welche ein curieuser Reysender in den führnehmsten Orten Europae, und etlichen anderen in den übrigen Welt-Theilen, zu observiren hat; deren man sich auch sonsten statt eines compendieusen Reyß- oder Zeitungs-Lexici nützlich bedienen kan. Siebenzehende bis auf jetzige Zeit vermehrt- und verbeßerte Auflage. Ulm, Daniel Bartholomäi und Sohn, 1749. 707, (1), 102 SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz und 10 Karten in Holzschnitt, einer Holzschnitt-Falttafel sowie einer gefalt. Tabelle. Mod. Lederband mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. Lesebändchen. 8vo.
  € 350
Interessantes europäisches Ortslexikon mit blattgroßen Karten (Württemberg, Niederlande, Bodensee, Oberbayern, Frankreich, Böhmen, Ungarn, Italien, Österreich und Schweiz); am Schluß ein "Richtiger Wegweiser durch Teutschland", "Gebeth und Gesänge reisender Personen", ein "Kurtzes Artzney-Büchlein" für Reisende sowie ein "Reisender Pferde-Cur" (dazu eine illustrierte Falttafel). - Gleichmäßig gering gebräunt; insgesamt gutes Exemplar.
 

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155 Ruge, Arnold. Aus früherer Zeit. Berlin, Franz Duncker, 1862-1867. 4 Bde. (8), 394 SS. (4), 387, (1) SS. VI, 468, (2) SS. XII, 622 SS. Bedr. Originalbroschuren. 8vo.
  € 950
Seltene erste Ausgabe von Ruges Autobiographie. - Der deutsche Politiker und Publizist Arnold Ruge (1802-80) wurde als Student der Philologie 1824 wegen burschenschaftlicher Aktivität zu 14 Jahren Festungshaft verurteilt, verbüßte sechs Jahre und nutzte die Haftzeit zum Studium. Nach seiner Entlassung habilitierte er sich über "Die Platonische Ästhetik". Seit 1838 gab er die "Hallischen Jahrbücher für dt. Wiss. und Kunst" heraus, die zum theoretischen Organ der Linkshegelianer wurden; zu den Mitarbeitern zählten u. a. David Friedrich Strauß wie auch Ludwig Feuerbach. 1843 floh Ruge vor der Zensur nach Paris, wo er mit Karl Marx die "Dt.-Frz. Jahrbücher" herausgab. Als bürgerlich-radikaler Demokrat trennte er sich von Marx, als dieser zum Kommunismus überging, und kehrte im Herbst 1846 nach Deutschland zurück. Nach der Niederlage der Revolution floh Ruge nach England und lebte seit 1850 in Brighton. Er war als Sprachlehrer tätig, schrieb Dramen, Romane und Novellen und übersetzte aus dem Englischen. Zuletzt Nationalliberaler, unterstützte er publizistisch Bismarcks Reichseinigungspolitik (vgl. DBE). - "Diese 'Erinnerungen' sind neben seinen 'Briefen' das Lesenswerteste aus Ruges Feder. Sie reichen bis zum Beginn des Jahres 1843 und sind 1861-66 entstanden, was insbesondere bei Beurteilung seiner Ausführungen über die Burschenschaften zu berücksichtigen ist. Doch darf man ihren Quellenwert nicht unterschätzen. Als Gesamtbild jener für die burschenschaftliche Entwicklung entscheidenden Jahre sind sie unübertroffen. Dabei ist die Darstellung flüssig und fesselnd, mit Humor und witzigen Anekdoten gewürzt" (Neher, Ruge als Politiker und politischer Schriftsteller). - Papierbedingt gleichmäßig schwach gebräunt, aber insgesamt sehr sauber. Unbeschnittenes, teils unaufgeschnittenes Exemplar.
  ¶ Goedeke XVIII, 1231. 247. Hirschberg II, 426. Kosch XIII, 539. Killy X, 70 (falsch: "1842 bis 1847").
 

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156 S[chultze], S[amuel]. Tägtejords skötsel, eller om sättet at bruka åker och äng wid stora Kopparberget och omkring Fahlu stad, som med lika nytta å andra orter är försökt och framgifwen af S.S. Andra gången uplagd, och med några anmärkningar ökad. Stockholm, Lars Salvius, 1747. 74, (6) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel und gest. Falttafel. Interimsbroschur der Zeit. 8vo.
  € 450
Zweite Ausgabe; die erste unter diesem Titel (zuvor 1743 gedruckt als "Om sättet at bruka åker och äng"). Samuel Schultze (1698-1778) war Schatzmeister des Stockholmer Bergskollegiums und Mitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. - Sauber und praktisch ungebräunt; die große Tafel mit zahlreichen Darstellungen landwirtschaftlicher Geräte (darunter mehrere Pflüge).
  ¶ Hebbe (Den svenska lantbrukslitteraturen) I, 551. OCLC 186860197. Nicht bei Goldsmiths'-Kress oder Higgs.
 

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157 Salzbacher, Joseph. Erinnerungen aus meiner Pilgerreise nach Rom und Jerusalem. Im Jahre 1837. I. (-II.) Band. Wien, L. Grund, 1839. 2 Bde. VI, (2), 179, (1) SS. (4), 196, 51, (1) SS. Mit 2 lith., ill. Titelb, lith. Frontispiz (Bd. 1), lith. Widmungsblatt (Bd. 2) und 3 gefalt. lithogr. Tafeln. Halblederbände der Zeit. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. Gr.-8vo.
  € 120
Erste Ausgabe des Reiseberichts. Der österreichische Theologe J. Salzbacher (1790-1867) war Domherr zu St. Stephan in Wien und Senior des Doktorenkollegiums an der Wiener Hochschule. Er bereiste u. a. Palästina und Amerika; auch war "sein Eifer für die Erhaltung der heiligen Orte bemerkenswerth" (Wurzbach XXVIII, 162). - Leicht braunfleckig; die Tafeln gleichmäßig gebräunt; dem Grundriss der Grabeskirche fehlt das mittlere Segment. Das Frontispiz zeigt den Petersdom mit Petersplatz und vatikanischen Palästen. Am vorderen Innendeckel jew. zeitgenöss. hs. Besitzvermerk "Dem Kinderkrankenzimmer gehörig"; alt getilgt und bezeichnet: "Dieses Buch gehört dem Kloster von der Heimsuchung Maria zu Gleink. Bibliothek". Das Kloster Gleink (in Steyr, OÖ), bis zur Säkularisierung 1784 ein Benediktinerstift, wurde 1832 den Salesianerinnen übergeben und 1977 endgültig aufgelöst. Zuletzt in der Stiftsbibliothek Kremsmünster.
  ¶ Wurzbach XXVIII, 163. ÖBL IX, 399.
 

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158 Saphir, Moritz Gottlieb. Conversations-Lexicon für Geist, Witz und Humor. Dresden, Robert Schaefer, 1852. 2 Bde. in einem. VIII, 940 SS. (4), 941-1874, (2), 15, (1) SS. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und -fileten. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. 8vo.
  € 300
Erste Ausgabe. - "Das umfangreichste Witz-Lexikon des 19. Jahrhunderts ist eine alphabetisch geordnete Sammlung von Witzen, Scherzworten, Zitaten, literarischen Fundstellen, Anekdoten, Scherzgedichten, Satiren, Wortspielen, Kalauern etc." (Seemann, S. 474). "Zahm, fehlt im Handel" (Hayn/G. I. 672, zur Ausg. Altona, um 1867). Am Schluß ein "Poetischer Anhang" von Ignaz Franz Castelli. - Sehr sauberes, kaum gebräuntes Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Goedeke IX, 166, 62. Vgl. Seemann 537ff. (nur spätere Ausgaben).
 

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159 Sartori, Franz. Wien's Tage der Gefahr und die Retter aus der Noth. Eine authentische Beschreibung der unerhörten Überschwemmung Wien's, nämlich der Vorstädte Leopoldstadt, Jägerzeile, Roßau, Thury, Lichtenthal, Althann, Alservorstadt, Landstraße, unter den Weißgärbern, Erdberg, dann der Rothenthurmstraße, Adlergasse, am Fischmarkt und Salzgries in der inneren Stadt, und des flachen an der Donau gelegenen Landes, so wie eine wahrheitsmäßige Schilderung der außerordentlichen Rettungsanstalten, Hülfeleistungen und thätigen Nächstenliebe, wodurch sich die erhabenen Glieder unseres Kaiserhauses, der hohe Adel, das Militär, so wie die Behörden, kurz die Wiener überhaupt zu dieser Zeit um den Dank ihrer bedrängten Mitbürger verdient gemacht haben. Wien, Carl Gerold , 1830-1832. 2 Bde. XIV, 248 SS. Mit Titelkupfer und lithogr. Plan. II: (2), XII, 132, 88 SS. (Pränumerantenverzeichnis). Mit Titelkupfer und mehrf. gefalt. lithogr. Karte. Späterer Halbleinenband (Bd. 1) bzw. bedr. Originalbroschur (Bd. 2). 8vo.
  € 280
Komplett mit dem zwei Jahre später erschienenen zweiten Band, der die Auswirkungen der Überschwemmung auf Niederösterreich behandelt. Die Titelkupfer zeigen Erzherzog Franz Karl in einem Boot in der Jägerzeile (Bd. 1) und Erzherzog Ferdinand bei der Besichtigung des überschwemmten Marchfelds. Die Pläne stellen die Donau in Wien (Leopoldstadt, Rossau, Landstraße und Teile der inneren Stadt; Bd. 1) und ein Panoroma der Donau von St. Johann bis Pressburg (Bd. 2) dar. - Uneinheitlich gebundenes Exemplar mit lädierten Rücken, teils unaufgeschnitten, innen weitgehend fleckenfrei. Komplett selten.
  ¶ Slg. Mayer I, 399. Gugitz II, 11970.
 

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160 (Schede, Paul et al.). Epitome solenniorum, quae in auspicatum adventum invictiss. ac sacratiss. Rom. Caesaris D. N. Maximiliani, Bohemiae Regis et Archiducis Austriae etc. una cum quatuor arcuum triumphalium constitutione, eorumque explicatione, Respub. Viennen. omnia obsequii ergo supplex F. F. Vienna, Michael Zimmermann, 1563. 4to. (32) pp. Mid-19th c. half cloth binding.
  € 2,800
Celebratory poems and orations on the occasion of the 1563 Entrance of Emperor Maximilian in Vienna as newly-crowned King of Hungary and King of the Romans. Fine humanist dedication copy by the contributor Paul Schede, also known as "Melissus" (1539-1602), to his friend Georg Tanner (1515-1580?), with three-line autograph dedication on the title page: "Clariss.o viro, Dn. Georg. Tannero J.C. | praeceptionis observant. FF. | Paul Schedius Fr." - The Neo-Latin writer Schede livedin Vienna from 1560 to 1564, where he was crowned as a poet in 1561. As ambassador to Emperors Maximilian II and Rudolf II he was sent on diplomatic missions to France, Italy, and England before becoming director of the Elector's Library at Heidelberg Castle in 1586. He translated Marot's and de Bèze's French verse versions of the Psalms into German and is regarded as one of the first to introduce the sonnett and terza rima forms into German poetry. - Schede's eulogy (which Zimmermann also printed separately) ends with an oblique reference to his friend's brief spell as president of the University of Vienna: "E nova structura Aulae Universitätis Viennensis, Georgii Tanneri I.C. Museo". - This attractive publication in medium roman and italic types, printed in 450 copies, is a "valuable contribution to the history of this memorable Entrance" (cf. Mayer). - Very nicely preserved copy from the collection of the Viennese musicologist Josef Böck-Gnadenau (1859-1940) with his bookplate on the front pastedown above his autograph acquisition note, penned at the age of 20: "From the library of Theodor v. Karajan. ~ Bought in December 1879 for fl. 1.10 from Kubasta & Voigt in Vienna".
  ¶ VD 16, E 1842. BNHCat M 374. BM-STC German 602. Gugitz I, 1606. Mayer (Wiens Buchdruckergesch.) I, 350 (and cf. 349). Not in Adams.
 

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161 Schen[c]k, Karl. Abhandlung von den Bädern der landesfürstlichen Stadt Baaden in Niederösterreich. Wien, M. A. Schmidt, 1791. (16), 262, (2) SS. Mit einer gefalteten Tabelle. Dünner Holzdeckelband der Zeit mit Papierbezug u. hs. Rückenschildchen. 8vo.
  € 150
Erste Ausgabe. Der Verfasser war Arzt in Baden u. k. k. Sanitätsrat. Sein vorliegendes Werk enthält auch die Protokolle der angestellten "zweijährigen Beobachtungen über die vorgekommenen Kranckheiten der Badgäste". - Wie meist ohne das Frontispiz. Einband etwas fleckig, innen tadellos und sauber.
  ¶ Hirsch/H. V, 65.
 

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162 Schlager, J[ohann] E[vangelist]. Wiener-Skizzen aus dem Mittelalter. [Wien, Carl Gerold / Magdalena Strauss, 1835]-1846. 5 Bde. 284, (2) SS., l. w. Bl. IV, 380 SS. (4), VIII, (9)-450 SS. (6), 404 SS.538, (2) SS. Mit zus. 5 lithogr., ill. Titel, 1 gest. und 8 teils gefalt. lith. Tafeln. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen und etwas -vergoldung. 8vo.
  € 500
Erste Ausgabe. - Der Richter und Magistratsbeamte J. Schlager (1786-1852) benützte seine amtliche Stellung, "das reiche Wiener Magistrats-Archiv und vornehmlich die dortigen alten Grundbücher mit ihren für die ältere politische und Culturgeschichte Wiens und seiner Umgebungen höchst wichtigen, ja unschätzbaren Nachrichten sorgfältig zu durchforschen [...] Das Ergebnis dieser Nachforschungen was das 1835 erschienene erste Heft der 'Wiener Skizzen', welches von Freunden der archäologischen Topographie und Ortsgeschichte mit verdienter Theilnahme entgegen genommen und gewürdigt wurde. Davon ermuntert, setzte Schlager seine Arbeiten fort und ließ von Zeit zu Zeit eine neue Folge derselben erscheinen" (Wurzbach). - Eine Tafel mit größerem Einriß (alt hinterlegt). Der erste Band leicht abweichend gebunden und an den Deckeln berieben; die Bde. 4 u. 5 teils stärker fleckig (im 4. Bd. mit alt angeränderten Randläsuren; gelegentl. Buchstabenverluste hs. ergänzt). Alte Sammlungsstempel "Joh. Nep. Weiss | Wien 1904". Insgesamt hübsches Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Nebehay/Wagner 639. Wurzbach XXX, 50. Kat. Hernstein 81.
 

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163 Schmettau, Friedrich Wilhelm Karl Gf. Historia arcana belli Turcici anni 1737, 38 et 39. Cum animadversionibus criticis [...]. E Gallico sermone in Latinum traduxit Michael Horvath. Tyrnau, typis Tyrnaviensibus, 1776. XX, 324 SS. Mit Holzschnittvignette am Titel. Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und hübscher Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. Lesebändchen. 8vo.
  € 600
Zweite lateinische Ausgabe der "Memoires secrets de la guerre de Hongrie" (1771). Bereits 1771 waren die "Memoriae secretae belli hungarici annis 1737, 38, 39" erschienen; 1772 erschien eine deutsche Ausgabe ("Geheime Nachrichten von dem Kriege in Ungarn in denen Feldzügen 1737, 1738 und 1739"). - Der preußische Militär F. W. K. Gf. von Schmettau (1742-1806), der dem engeren militärischen Stab Friedrichs des Großen angehörte, machte sich durch seine topographischen Karten einen Namen. "Wegen seiner kritischen Veröffentlichungen über den Bayerischen Erbfolgekrieg fiel er beim König in Ungnade und nahm 1790 seinen Abschied. 1804 kaufte Schmettau Schloß Köpenick, übernahm nach Ausbruch des Kriegs von 1806 als Generalmajor eine Division und fiel bei Auerstedt" (DBE). Zum Übersetzer, dem Tyrnauer Theologen und Lehrer der Beredsamkeit Michael Horvath (1728-1810), vgl. de Backer/S. IV, 470. - Hübsches Exemplar.
  ¶ Petrik 1712-1860, III. Vgl. Atabey 1099 (2. frz. Ausg.). Nicht bei Apponyi oder de Backer/Sommervogel.
 

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164 Schmidt, Georg Christoph. Beschreibung einer Elektrisir-Maschine und deren Gebrauch. Jena, Crökerische Buchhandlung, 1773. 32 SS. Mit Holzschnittvignette am Titel und 2 gefalt. Kupfertafeln. Marmorierter Pappband der Zeit. Gr.-4to.
  € 850
Sehr seltene erste Ausgabe der Beschreibung eines Elektrisierapparates. Entgegen den Angaben bei Poggendorff und sogar des Katalogs der Slg. Ronalds dürfte eine Ausgabe 1774 nicht existiert haben. Die vorliegende Erstausgabe im Gegensatz zum Berliner Nachdruck seit 1950 nicht auf deutschen Auktionen nachgewiesen. Nur ein Exemplar in amerikanischen Bibliotheken (Harvard, Houghton). - G. C. Schmidt (um 1740-1811) war Sachsen-Weimarischer Hofmechanikus in Jena. - Einband berieben. Durchgehend etwas wasserrandig und braunfleckig. Titel mit altem ungarischem Stempel.
  ¶ OCLC 49560380. Vgl. Ronalds 458 ("1774"). Poggendorff II, 815 (nennt ebenfalls das Druckjahr "1774"). Vgl. Engelmann (Bibl. mech.-tech.) 343f. (nur die 2. Ausg. 1778). Nicht bei Wheeler Gift.
 

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165 Schmidt, L[udwig]. Topographische Karte der Gegenden von Wien. Astronomisch trigonometrisch aufgenommen von L. Schmidt. Wien, Johann Schönberg, [um 1850]. Gest. Karte in 16 Segmenten, auf Leinen aufgezogen und zeitgenössisch ankoloriert. 715:595 mm. Maßstab ca. 1:94 000.
  € 250
Nachstich der erstmals 1807 bei Cappi erschienenen Karte, die "ein Gebiet zwischen Altenmarkt a. d. Triesting (Westen) und Bruck a. d. Leitha (Osten) bzw. zwischen Schloß Schönborn (Norden) und Leobersdorf (Süden) dar[stellte]" (Dörflinger II, 502). "Die Brauchbarkeit der Karte wird dokumentiert durch Ausgaben noch Jahrzehnte später, auf denen dann auch bereits die ersten Eisenbahnlinien (Nordbahn, Südbahn) eingetragen sind" (ebd., 503). Die ÖNB hält einen anderen undatierten Nachstich, der den Titelzusatz "seiner Kays: Majestät Alexander I. [...] gewidmet" trägt und im Katalog "um 1813" angesetzt wird. - Leinen zwischen zwei Segmenten eingerissen, sonst sauber und wohlerhalten.
  ¶ Dörflinger II, 503, Fußn. 56. Vgl. Tooley II, 124.
 

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166 [Schrötter, Franz Ferdinand von] / Rauch, Adrian. Österreichische Geschichte. Wien, Joseph Edler von Kurzböck, 1779-1781. 3 Bde. 402, (16) SS. 534, (10) SS. 677, (17) SS. Mit 3 Holzschnittvignetten an den Titeln, 11 Textkupfern, 4 doppelblattgr. bzw. gefalt. Kupfertafeln und mehreren Textholzschnitten. Grüne Pappbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen (lädiert). Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 250
Erste Ausgabe. - Begonnen vom Wiener Rechtshistoriker Franz Ferdinand von Schrötter (1736-80), "Begründer der geschichtlichen Staatsrechtslehre Oesterreichs" (ADB 32, 577), und vollendet vom Piaristen Adrian Rauch (1731-1802). "Erschien ursprünglich in zwanglosen Heften, welche dann in drei Octavbände zusammengefaßt wurden. Der erste Band oder Theil ganz, der zweite (bis zu S. 148), bis zur Epoche des vorletzten Babenbergers, Herzog Leopold VII. (VI.), des Glorreichen (1198-1230), wurde von Schrötter abgefaßt; die Epoche von 1198 bis zur Heimischwerdung der Habsburger in Oesterreich (1282/1283), somit der größere Antheil des II. und der ganze III. Band rühren von Rauch her, der sich nach Thunlichkeit der Auffassung und Darstellungsweise Schrötter's anzubequemen wußte" (ADB). - Einbände berieben; Ecken und Kanten stärker bestoßen; Kapitale defekt. Innen papierbedingt durchgehend braunfleckig. Die Kupfer zeigen zumeist Siegel, aber auch die Krone der Babenberger. Am vorderen Vorsatz Stempel "E. L. A. Kalbmayer" sowie der Sammlung Dr. Karl Rieger.
  ¶ ADB XXVII, 387. Holzmann/Bohatta II, 7019.
 

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167 Schütze, Tobias. Harmonia macrocosmi cum microcosmo. Das ist, eine Ubereinstim[m]ung der grossen mit der kleinen Welt als dem Menschen, in zwey Theil abgetheilet. Frankfurt/Main, Daniel Reichel, 1654. (28), 124, (8), 106, (18) SS. Pappband. 8vo.
  € 350
Wohl einzige Ausgabe. - "The first part of the text describes the superior and inferior worlds, while the second is devoted to astrological medicine, dealing successively with Saturnine diseases of the spleen and remedies for them, Jovial liver complaints, Martial ailments of the gall, solar diseases of the heart, Venus and kidney disease, Mercury and the lungs, and lunar diseases of the head" (Thorndike). Behandelt außerdem Zahnerkrankungen. - Es fehlen das gest. Portraitfrontispiz (als VD-17-Scan beliegend) und die beiden Faltkupfer (Sphärenkarte sowie Zodiacus mit Planetenallegorien).
  ¶ VD 17, 12:161910P. Krivatsy 10121. Caillet 10038. Thorndike VIII, 312. Nicht im STC.
 

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168 (Schwaldopler), [Johann]. Einige Bemerkungen über die Schrift des Herrn v. Kotzebue: Ueber meinen Aufenthalt in Wien, und meine erbetene Dienstentlassung. Wien, Anton Doll d. J., 1800. 48 SS. Broschur der Zeit. 8vo.
  € 120
Einzige Ausgabe; selten. - Anmerkungen zu Kotzebues Apologie "Über meinen Aufenthalt in Wien und meine erbetene Dienstentlassung" (Leipzig, 1799), in der der Dramatiker auf eine anonyme Polemik replizierte, die im Berliner "Archiv der Zeit" erschienen war. Der Wiener Schriftsteller Schwaldopler (1777-1808) verfaßte einige Werke der Unterhaltungsliteratur, bevor er Beamter beim Hofkriegsrat wurde und mit gerade 31 Jahren starb (vgl. Wurzbach XXXII, 270f.). Auch J. B. Schütz zugeschrieben. - Broschurdeckel lädiert und weitgehend abgelöst; der Buchblock fest und kaum gebräunt. Spuren alter Blockheftung. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Holzmann/Bohatta I, 5266. Nicht bei Wurzbach. Nicht bei Gilhofer-Lit in Ö. etc.
 

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169 Schwarz, Ignaz. Wiener Strassenbilder im Zeitalter des Rokoko. Die Wiener Ansichten von Schütz, Ziegler, Janscha 1779-1798. Beschreibendes Verzeichnis. Mit einem Prolog von Rudolf Hans Bartsch. Wien, Gilhofer & Ranschburg, 1914. XLVI, 101 SS. Mit 51 schwarzen, 6 farbigen Heliogravüren und 250 Textillustrationen. Bedruckte Originalbroschur in Chemise u. Originalschuber. Folio.
  € 1,000
Erste und einzige Ausgabe des Standardwerks zur Zustandsbestimmung der Wiener Ansichten von Schütz, Ziegler und Janscha. Nr. 233 von 320 numerierten Exemplaren. - Tadelloses, unaufgeschnittenes Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel. Lediglich der Schuber minimal bestoßen, sonst sauber und praktisch ungebraucht.
  ¶ Slg. Mayer 767.
 

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170 Schweickhardt von Sickingen, Franz Xaver. Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten &c. &c. topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearb. und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln alphabetisch gereihet. Wien, in Commission der Schmidlschen Buchhandlung, 1831-1841. 34 Bände (4 Abteilungen). Je Bd. ca. 300 SS. Mit zusammen 100 teils gefalteten, gestochenen Tafeln und 8 (dav. 4 getönten) Lithographien. Zeitgenössische Halblederbände mit doppelten Rückenschildchen und -vergoldung. Marmorierte Vorsätze und dreisei marmorierter Schnitt, Lesebändchen. 8vo.
  € 9,500
Vollständiges Exemplar mit allen 108 Tafeln des "komplett beinahe nie vorkommenden" Werkes (Deuticke, Kat. Schönborn IV, 295). Die zu den bedeutendsten österreichischen Topographien zu zählende Reihe ist in vier geographische Abteilungen gegliedert, und zwar in das "Viertel unter dem Wienerwald" (1831-33, 7 Bde.), das "Viertel unter dem Manhartsberg" (1833-35, 7 Bde.), das "Viertel Ober-Wienerwald" (1835-38, 14 Bde.) sowie das "Viertel Ober-Manhardsberg" (1839-41, 6 Bde.). Die schönen Tafeln zeigen Ansichten von Schlössern, Klöstern, Ruinen und Landschaften, aber auch Historisches. Die Kollation des vorliegenden Exemplars minimal von der Verzeichnung bei Nebehay/Wagner abweichend, und zwar: Nr. 50 "Die Capelle in Tulln" als Frontispiz mit Nr. 49 "Schloss Greifenstein" vertauscht, Nr. 83 "Der Lunzer See" als Frontispiz mit Nr. 82 "Schloss Stiebar" vertauscht. - Lt. Czeike wurde 1835 - also mitten im fortlaufenden Erscheinen der vorliegenden Topographie - der Großteil der bis dahin unter Schweickhardts Namen erschienenen Bände auf Geheiß der Landesregierung vernichtet, da dieser auf deren Titelblättern unberechtigterweise das Adelsprädikat "von Sickingen" führte. Im gleichen Jahr war er deswegen auch zu 8 Tagen Arrest verurteilt worden, die allerdings schließlich von der Landesregierung in eine Geldstrafe umgewandelt wurden. Folgerichtig verzichtete der Autor bei den später erscheinenden Bänden zur Gänze auf die Nennung seines Namens am Titelblatt. - Sehr schöne Reihe in einheitlichen Halblederbänden der Zeit; einige Rückenschildchen stärker berieben, sonst tadellos. Die Bände des "Viertels Ober-Wienerwald" sehr geschickt nach der Art der übrigen um 1900 neu gebunden. Innen ungewöhnlich sauber und praktisch durchgehend fleckenfrei. - Zuletzt in der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel, einige Bände mit dem ältereren Besitzstempel "A. G. E. von Seydel".
  ¶ Slg. Mayer 7933. Slg. Eckl III, 227. Czeike V, 181. Nebehay/Wagner III, 680.
 

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171 Schweickhardt von Sickingen, Franz Xaver. Perspectiv-Karte des Erzherzogthums Oesterreich unter der Enns. Wien, ohne Drucker, (1830-1846). 63 gest. Karten und gest. Übersichtsblatt, jeweils im Format v. 285:435 mm. Die Einzelkarten zeitgenössisch auf Leinen montiert und gefaltet, die gest. Legende nebst lfd. Nummer der Sektion jeweils verso montiert. In neuerer Kassette.
  € 2,500
Vollständiges Exemplar der "wegen ihrer Genauigkeit mit Recht geschätzten Generalstabskarte Niederösterreichs" (Wurzbach), jedoch ohne die zu den 63 Karten jeweils separat erschienenen Texthefte. Zeigt das südliche Niederösterreich sowie die nähere Umgebung Wiens (darunter auch die mittlerweile eingemeindeten Orte Döbling, Währing, Hietzing etc.) mit großer Detailtreue aus der hohen Vogelperspektive. - "Dieses so originelle Werk stellt für den Landeskundler und für den Lokalhistoriker einen unschätzbaren Wert dar, weil es die Kulturlandschaft der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts weitgehend naturgetreu wiedergibt und selbst so kleine Details wie einzelne Häuschen, Baumgruppen und Wegkreuze enthält" (Dörflinger). "[...] als Abbild der Kulturlandschaft der Biedemeierzeit gerade heute von nicht zu unterschätzender Bedeutung" (Austria Picta). - "Vollständige Exemplare sind selten, besonders die letzte Sektion (63) fehlt zumeist" (Nebehay/W. III, 209). - Die segmentierten Einzelkarten bis zur Einfassungslinie beschnitten und einheitlich auf ein Viertel ihrer Größe gefaltet, kaum gebräunt und durchwegs fleckenfrei. Sehr gutes Exemplar des Erstdrucks (die Tafel IV noch vor dem Bau u. daher ohne Einzeichnung der Südbahn) aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Nebehay/W. III, 685. Wurzbach XXXII, 349. Dörflinger 204, Taf. 70. Austria Picta 42.2.
 

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172 Seder Berakhot. [Seder Berakhot]. Orden de Bendiciones. Y las ocaziones en que se deven dezir. Con muchas adiciones a las precedentes impreciones, y por mejor methodo dispuestas. Amsterdam, Albertus Magnus (David de Castro Tartas?), 5447 [= 1687]. 12mo. (20) pp., 303, (1) ff., 54, (15), 7, (22) pp. With engr., ill. title page (by B[enjamin G[odines]) and a half-page engraving in the text. Calf binding (c. 1800), wanting one clasp. Edges goffered and gilt.
  € 2,500
Remarkable annotated collection of Sephardic-rite prayers and benedictions for the entire year in Spanish and Hebrew, edited and translated by Benjamin Senior Godinez and Isaac ben Mattitjahu Aboab (1631-1707) for the Marrano Jews who had fled to the Netherlands. The finely engraved frontispiece (entitled "Me'ah Berachoth") depicts man's five senses, symbolized by the practise of the rituals. Also contains a perpetual calendar, a Passover haggadah (with a recipe for charoset!), prayers for martyrs executed by the Spanish, instructions for building a mikvah, the rites for celebrating the birth of a daughter ("a las Fadas de la hija"), the circumcision ceremonies for proselytes and servants ("Sircunsicion de los Peregrinos y siervos"), etc. - Slight browning due to paper; occasional waterstaining. Binding rubbed; front cover loosened; spine-ends damaged. Old Hebrew notes on endpapers.
  ¶ Fürst I, 4. Steinschneider 2619b. Palau V, 3616. Kayserling 62. OCLC 82480738 & 233078404.
 

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173 Sixsey, Stephan. Unter-Oesterreichischer Land-Compaß, auß welchem unterschiedliche schöne Landsbräuch und Gewonheiten, auch ein gewisser Einwurff der Anschläg und Schätzungen, neben andern Eigenschafften deß Lands, wie selbe bißhero gepflogen worden, angezeigt wird. Wien, Leopold Voigt, 1673. (8), 97, (3) SS. Mit gest. Titelvignette und 1 mehrf gefalt. gest. Tafel. Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen; Spuren von Stehkantenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Marmorvorsätze. Lesebändchen. 4to.
  € 1,000
Seltene erste Ausgabe (erst 1723 von van Ghelen nachgedruckt). - Enthält neben einer kurzen Landesbeschreibung Anleitungen zur Taxierung von Gebäuden, Grundstücken und einzelnen Landstrichen, Beschreibungen der verschiedenen Maße etc. Das 8. Kapitel behandelt ausführlich den Weingartenbau mit Verzeichnis der "Wein-Gebürg" in Niederösterreich, Beschreibung von Anbau und Bemessung diverser Flächen, Beschaffenheit der einzelnen Landstriche, erzielbaren Erträgen und anderen bewertungsrelevanter Fakten. Die Falttafel stellt die Flächenmaße dar. - Einband berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen; Kapitale mit größeren Defekten. Altes Exlibris am vorderen Innendeckel unschön entfernt. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ VD 17, 1:085951U. Mayer 1886. Nicht bei Schoene oder Simon.
 

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174 Snouck Hurgronje, Christian. Mekka. Den Haag, Nijhoff, 1888-1889. 2 Textbde. u. Bilder-Atlas in 3 Bdn. XIII, 228, (2) SS. Mit 2 Plänen u. 3 Stammtaf. XVIII, 393, (4) SS. Mit 4 chromolith. Taf., 5 (statt 6, 1 doppelblattgr.) getönt. lith. Taf. und 65 mont. Fotografien auf 30 Taf., 1 Bl. Inhalt. Halblederbände der Zt. mit goldgeprägtem Rückenschildchen. Gr.-8vo (25:17,5 cm). Neuere Halbleinenmappe mit montiertem Deckeltitel der Originalbroschur. Folio (380:285 mm).
  € 13,500
Komplett mit dem in nur 100 Exemplaren gedruckten Tafelteil von größter Seltenheit. Der niederländische Orientalist Snouck verbrachte 1884/85 ein Jahr in Mekka und Dschidda und war mit einer Mekkanerin verheiratet. Als erster Nicht-Moslem konnte er dort auch außerhalb der Pilgerzeit Beobachtungen anstellen. Die Fotografien, von ihm und einem arabischen Arzt aufgenommen, gehören zu den frühesten, die Mekka und seine Pilger zeigen. - Titel der Textbände sowie alle Bildbeilagen mit sorgfältig getilgtem Stempel im weißen Rand; die Lithographien teils etwas stockfleckig, eine auch mit Faltspur bzw. kleinem Eckabriß. Montagekartons der Fotografien etwas gebräunt, die als früheste Bildzeugnisse der Stadt, ihrer Würdenträger und Pilger gesuchten Originalfotografien jedoch vollständig vorliegend und tadellos erhalten.
  ¶ Henze V, 177. Macro, Bibl. of the Arabian Peninsula 233 u. 1239. Dinse 443.
 

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175 [Steinsberg, Carl Franz Guolfinger Ritter von]. Der 42jährige Affe. Ein ganz vermaledeites Mährchen! Aus dem Französischen. Berlin [d. i. Prag, Schönfeld], 1784. 250, (2) SS. Titel in rot und schwarz und mit gest. Vignette. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rpückenschildchen und floraler Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. 8vo.
  € 250
Erste Ausgabe. - "Diese scharfe u. pikante Satyre wurde bisher sonderbarerweise als gegen Voltaire gerichtet bezeichnet, während sie in Wirklichkeit unverkennbar auf Joseph II., der damals 42 Jahre alt war, sich bezieht. Das Buch war beim Erscheinen so rasch vergriffen, dass bald kein Expl. unter 6-12 Dukaten zu kaufen war" (Hayn/G.). 1786 sollte noch ein zweiter Teil folgen. - Einband stärker berieben; Ecken und Kanten bestoßen; Kapitale defekt. Papierbedingt durchgehend gebräunt. Es fehlt das letzte Indexblatt (hier von alter Hand ergänzt). Am vorderen Innendeckel hs. Besitzeretikett "Herm. Martens", dat. 8. Mai 1891. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Hayn/Gotendorf I, 31. Goedeke V, 349, 217.
 

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176 [Sterne, Laurence]. A Sentimental Journey Through France and Italy. By Mr. Yorick. London, T. Becket & P. A. de Hondt, 1768. 2 Bde. XX, 203, (1) SS. (4), 208 SS. Prächtige Halblederbände (Bath-Riviere) um 1950 im Stil des frühen 19. Jhs. mit doppelten goldgepr. Rückenschildchen in rot und grün und dekorativer Rückenvergoldung.
  € 650
Erste Ausgabe von Sternes letztem Werk in englischen Meistereinbänden des 20. Jhs. "Mit diesem romanhaften Reisebericht begründete Sterne seinen Ruhm, vor allem in Frankreich und Deutschland" (KNLL). Die 1765 unternommene Reise führte von Calais über Amiens, Paris, Moulins nach Lyon. Bis zu seinem Tode 1767 fertigte er das Manuskript für die ersten Teile, nach seinem Tode folgten zahlreiche Versuche, das Werk fortzudichten. "The real journey immortalized in the story was made in October, 1765; in December, 1767, two volumes were completed, and on February 27, the work was published at five shillings for the two volumes. On the eighteenth of March, Sterne died. The book, which is without ornament [...], is a good specimen of the best typography of the period" (Grolier). - Ohne die Verlagsanzeige in Bd. 1; SS. 34-35 in Bd. 2 falsch als "33-34" gezählt. Bd. 1 in Rothschilds Variante 2 (S. 150, Z. 12: "vous"), Bd. 2 in Variante 1 (letzte Zeile: "who have"); eine Priorität weist Rothschild keiner Variante zu. Die Einbände am vorderen Innendeckel jeweils signiert "Bound by Bayntun-Riviere. Bath, England." An den vorderen Innendeckeln gest. Wappenexlibris "Charlton, of Hesleyside".
  ¶ Graesse VI, 495. Lowndes VI, 1740. Rothschild 1971. Grolier (English) 54.
 

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177 [Strafrecht]. Gesetzbuch über Verbrechen und schwere Polizey-Uebertretungen. Zweyte Auflage, mit angehängten neueren Vorschriften. Wien, k. k. Hof- und Staats-Aerarial-Druckerey, 1815. 2 Teile in 1 Band. (20), IV, 5-275, (1) SS. (4), 176 SS. (Dabei:) Alphabetisches Register über den Inhalt der zwey Theile des Gesetzbuches über Verbrechen und schwere Polizey-Uebertretungen für die gesammten deutschen Erbländer der österreichischen Monarchie. Wien, k. k. Hof- und Staats-Aerarial-Druckerey, 1815. 339, (1) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Marmorierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Gr.-8vo.
  € 220
Insgesamt vierte Ausgabe (EA 1803, ²1811, beide bei Trattner; neue Aufl. 1814, Staatsdruckerei). "Das auf Anordnung Leopolds II. ausgearbeitete neue Strafgesetz wurde 1796 zuerst in Westgalizien und nach Begutachtung durch verschiedene Länderkommissionen sowie Überprüfung durch die Hofkommission mit Patent vom 3. September 1803 in sämtlichen deutschen Erblanden in Kraft gesetzt" (Hellbling). - Kante des Hinterdeckels minimal bestoßen, sonst gutes, sauberes Exemplar.
  ¶ Stubenrauch 1387. Vgl. Hellbling 335 (EA).
 

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The foundation of modern scientific agriculture
178 Thaer, Albrecht Daniel. Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1809-1812. Large 4to. 4 vols. XXIV, 380 pp. XXVIII, 272 pp. XVI, 288 pp. XVIII, 470, (2) pp. With altogether 15 folding tables and 13 folding engr. plates. Contemp. half calf with giltstamped red lables to gilt spine. All edges red.
  € 1,800
First edition. - With this work, A. D. Thaer (1752-1828) became the founder of modern agriculture; within a few years it was translated into all major European languages. - The German physician Thaer engaged himself in floriculture and agriculture; he founded the first German School for Agriculture in Celle in 1802. - As always with the author's autogr. signature on the titles of vols. 1-3. Attractive bindings slightly bumped at corners and edges; covers somewhat rubbed; lower front hinge of vol. 3 restored with brown paper around 1900. Slightly browned due to paper; altogether a well-preserved copy of a work usually encountered only in cloth and board bindings in poor condition. From the collection of the Austrian professor Ferdinand Engel with his stamp on the front endpaper.
  ¶ Humpert 1612. Cf. Engelmann (Bibl. oec.) 326.
 

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179 [Theaterplakat]. Eugen der Zweyte, der Held unserer Zeit. Ein österreichisches Bürgergemählde mit einem Schlußchor in einem Aufzuge, von Hensler. [...] Dann folgt: Die närrischen Begebenheiten im Gasthof. Eine komische Oper in zween Aufzügen. [Wohl Linz], 1797. Einblattdruck mit dekorativer Holzschnittbordüre. Folio, ca. 350:440 mm.
  € 500
Theaterplakat für Freitag, den 3. November 1797, in dem Karl Friedrich Henslers Schauspiel "Eugen II." (mit Musik von Wenzel Müller) und ein komisches Singspiel angekündigt werden. Der zeichnende Theaterunternehmer Franz Xaver Glöggl (1764-1839) "ist in seiner universellen Wirksamkeit der Pionier des Linzer Musiklebens gewesen. Er hat als Chorregent das Erbe der josephinischen Reformen überwunden und die Kirchenmusikpflege zu neuer Blüte gebracht, hat das Linzer öffentliche Konzertwesen begründet und vor allem mit seinen im Auftrage karitativer Organisationen veranstalteten Oratorienaufführungen entscheidend zum Durchbruch der bürgerlichen Musikkultur des 19. Jh. in Linz beigetragen. Als Theaterunternehmer betrieb er als erster eine zielbewußte Opern- und Singspielpflege, hat noch im 18. Jh. Mozart mit allen Hauptwerken auf der Linzer Bühne heimisch gemacht und als erster systematische Ensemble-Schulung betrieben" (MGG V, 297). Unter den Mitwirkenden befindet auch der 15jährige Ignaz Franz Castelli, der hier in der Rolle des Postmeistersohns Joseph Werlau einen seiner frühen Theaterauftritte hat. Castelli hatte um 1795 Geigenunterricht genossen; als Orchestersubstitut seines Lehrers geriet er "in Theaterkreise und schloß sich den Brüdern Ignaz und Joseph von Seyfried an. Der letztere zog ihn als Mitarbeiter bei seinen Bearbeitungen frz. Stücke heran und brachte ihn damit auf den Weg, auf dem Castelli bald lokale und später internationale Berühmtheit erlangte" (MGG XV, 1366). - Etwas angestaubt bzw. wasserrandig; Ränder knittrig, lädiert und lappig; einige kl. Papierdurchbrüche.
 

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180 Thomas à Kempis / Johannes Gerson. Tractatus de imita[ti]one christi Cu[m] tractatulo de meditatione cordis. Straßburg, Martin Flach, 1487. (4), LXXXI Bll.: a4, b-k8, l9 [st. 10, ohne das l. w. Bl.]. Durchgehend rubriziert und mit roten Lombardinitialen; nach dem explicit die hs. Schlußformel "Laus Deo" vom Rubrikator in roter Tinte angefügt. Holzdeckelband der Zeit mit erneuertem Scheinleder-Rückenbezug auf 3 Doppelbünden. Eine Mittelschließe mit ziseliertem Schriftzug "Maria". Mod. Leinenschuber. 4to.
  € 6,500
Schöner Straßburger Druck der "Imitatio Christi", nach der Bibel wohl das verbreitetste Buch des Spätmittelalters bis in die frühe Neuzeit. Das heute allgemein Thomas à Kempis zugeschriebene Andachtsbuch galt lange als Werk des französischen Theologen Johannes Gerson und erschien erstmals um 1471 im Druck (Zainer, Augsburg); aufgrund der vermuteten Autorschaft Gersons wurde auch gerne dessen Schrift "De meditatione" beigegeben (erstmals 1470 in Köln separat erschienen): Die erste gemeinsame Ausgabe beider Texte kam 1485 in Venedig heraus; bis 1487 erschienen wohl 19 Drucke der "Imitatio" (davon sieben mit Gersons Meditationsschrift). Der vorliegenden Ausgabe kommt das Verdienst zu, als erster datierter Druck Thomas à Kempis als Verfasser zu nennen. Zugleich handelt es sich um einen den frühesten Drucke aus Flachs eben erst 1487 eingerichteten Presse: Aus diesem ersten Jahr seiner Drucktätigkeit sind insgesamt acht Drucke Flachs bekannt (in ungeklärter Reihenfolge). - Etwas (finger-)fleckig und teils auch wasserrandig. Am vorderen Innendeckel hs. Vermerk der Zeit (Devise: "Er wirdt schreibe nit"; am Titelblatt recto abgewandelt). Am Titel verso hs. Schenkungsvermerk des 16. Jhs. ("Lamprecht ... de Gmündt socius meus dilectissimus" Am ersten Blatt des Inhaltsverzeichnisses hs. Besitzvermerk des Kapuzinerklosters Korneuburg (um 1650). Das 1625 gegründete Kloster wurde 1783 von Joseph II. aufgehoben; es diente hernach als Salzmagazin und beherbergt heute das städtische Finanzamt. - Selten; seit 1916 international nur ein weiteres Exemplar im Handel nachweisbar.
  ¶ HC (+ Add.) 9092. Goff I-14. GW M46800. Pellechet 6207. Walsh 270. BSB T-171. Proctor 673. BMC I, 147f. Stilwell I, 12. Sajó-Soltész 3313. Sheppard 505. Ohly-Sack 2787. ISTC ii00014000.
 

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181 Thomson, James. Die Jahreszeiten. Nach Thomson. In Musik gesetzt von Joseph Haydn, Doctor der Tonkunst. Wien, Wallishausser, o. J. [um 1804]. 47, (1) SS. Broschur der Zeit. 8vo.
  € 350
Frühe Ausgabe des Textes. "Über die Entstehung von Haydns letztem Oratorium, 'Die Jahreszeiten', berichtet Griesinger, daß 'Der ungemeine Beyfall, womit das Oratorium "Die Schöpfung", überall aufgenommen wurde, Baron van Swieten' veranlaßte, 'die "Jahreszeiten" nach Thomson zu bearbeiten, und dieses Gedicht zu gleichem Zweck, wie "Die Schöpfung", durch Haydn in Musik setzen zu lassen'. Der Komp. konnte den 1. Tl. ('Der Frühling') ziemlich rasch vollenden; Fürst Schwarzenberg ließ ihn in seinem Palais am 17. März 1799 aufführen. Das gesamte Werk, das den alternden Haydn ungemeine Mühe und Arbeit kostete, wurde jedoch erst 1801 beendet" (MGG V, 1185). - Teils unbedeutend braunfleckig. Aus der Bibliothek der Freiherrn Schrottenberg (Bamberg) mit entspr. Exlibris am vorderen Innendeckel.
  ¶ Vgl. MGG V, 1915 (Erstdruck 1802).
 

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182 [Titular-Buch]. Deutsch- und Französisches Titular-Buch. Frankfurt u. Leipzig, o. Dr., 1776. 119, (25) SS. Halbleinenband des 19. Jhs. Dreiseitiger marmorierter Farbschnitt. 8vo.
  € 250
Zusammenstellung der deutsch-französischen Titulierungen der wichtigsten europäischen Herrscher sowie Adels- und Berufsstände. Im Anhang ein dt./frz. Eigennamen-Verzeichnis (auch mit Städte-, Monats- und Tagnamen) sowie ein Entfernungsverzeichnis der wichtigsten europäischen Städte. Eine kollationsidente Ausgabe erschien im selben Jahr beim Wiener Verleger Weingand; vorliegend wohl ein Raubdruck. - Vereinzelt unbedeutende Wurmspuren; Einband berieben und mit kl. Fehlstelle im marmorierten Deckelbezug.
  ¶ Vgl. OCLC 254366120.
 

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183 [Todesstrafe]. Todesurtheil, welches von dem Criminalgerichte der kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Wien wider den Joseph W****** wegen der Verbrechen des meuchlerischen Raubmordes, dann des Diebstahls am 8. Februar 1844 geschöpft, und [...] den 11. Juli 1844 vollzogen wurde. Wien, 1844. (4) SS. 4to.
  € 120
"Joseph W******, 27 Jahre alt, von Klein-Strahlbach, V: O. M. B. gebürtig [...] war in seiner frühesten Jugend ein unruhiger, leichtsinniger und streitsüchtiger Knabe, besuchte die Schule läßig, und machte, obwohl gut befähigt, nur mittelmäßige Fortschritte." Er "gesellte sich auf der Straße von Zwettl nach Gföhl zu einem mit der Briefpost fahrenden Postknechte", den er erschlug und beraubte und schließlich nach dem Raubmord an einem Weinhändler bei Korneuburg gefaßt wurde. - Beide Blätter lose und leicht fleckig. Selten.
 

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184 Treviranus, Gottfried Reinhold. Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Aerzte. Göttingen, Johann Friedrich Röwer, 1802-1821. 6 Bde. XIV, 477, (1) SS. IV, 508 SS. IV, 593, (1) SS. X, 662, (2) SS. VI, 476 SS. IV, 579, (1) SS. Mit 4 gest. Tafeln und 4 mehrf. gefalt. Tabellen. Gelb marmorierte Pappbände der Zeit mit hs. Rückenschildchen. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo.
  € 850
Erste Ausgabe. - Der Bremener Mediziner und Naturforscher G. R. Treviranus (1776-1837) "war der erste, welcher [...] mit der Anwendung des Mikroskops sich umfassend beschäftigte und zu der neueren Histologie den Grund legte" (Hirsch/H.). In seinem vorliegenden Hauptwerk führte Treviranus den Begriff "Biologie" ("Lebenslehre") als Klammer für das damals schon existierende Spektrum der "Lebenswissenschaften" ein; Lamarck griff den Terminus auf. Mit seinen Arbeiten lieferte er eine Grundlage für die im beginnenden 19. Jh. sich verbreitenden Überlegungen zur Evolution der Arten und des Menschen, die schließlich zu Darwins epochalem Werk führten. Zugleich gehörte Treviranus zu den ersten Ärzten, die - nur wenige Jahre nach Edward Jenners Experimenten - in Deutschland Pockenimpfungen vornahmen. - Einbände gering berieben; im ganzen aber hübsches Exemplar. Titel mit hs. Besitzvermerk "Eckhoff" (d. i. wohl der Mediziner Gottlieb Detlev Friedrich Eckhoff, 1796-1878). Buchhändlermarke G. v. Maack, Kiel.
  ¶ Hirsch/Hübotter V, 633. Horn/Sch. 22304. Poggendorff II, 1133.

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185 [Universität Halle]. Kurtzer Bericht von der solennen Inauguration, der von Sr. Chur-Fürstl. Durchlauchtigkeit zu Brandenburg gestiffteten Friderichs-Universität, darinnen so wohl der prächtige Einzug Seiner Chur-Fürstlichen Durchlauchtigkeit, als alle andere Ceremonien, so darbey vorgangen sind, beschrieben werden. [Wohl Halle], 1694. 32 SS. Marmorierter Pappband. 4to.
  € 400
Einzige Ausgabe dieser Beschreibung des Einzugs des Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich III. (später König Friedrich I. in Preußen), in Halle am 30. Juni 1694, und der Einweihungsfeier der neugegründeten Universität am Folgetag. - Da die Hallenser Ritterakademie den Bedürfnissen der aufstrebenden Stadt nicht mehr genügte, sollte auf Friedrichs Wunsch im südlichen Herzogtum Magdeburg eine neue Universität entstehen. Nach längerem Hintertreiben dieser Pläne an den Höfen von Wien und Dresden weihte Kaiser Leopold I. die "alma mater Hallensis" am 1. Juli 1694 ein. Die herausragenden an der Gründung beteiligten Gelehrten waren der Rechtsgelehrte und Philosoph Christian Thomasius (gleichzeitig erster Prorektor der Universität) und der Philosoph Christian Wolff. - "Erscheinungsjahr wurde überdruckt von 1684 auf 1694" (VD 17). Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk "Joh. Oelreich" (d. i. womöglich der schwedische Philologe Johannes Oelreich, der 1677 in Wittenberg eine Dissertation über die jüdischen Orakelsteine Urim und Thummim vorlegte).
  ¶ VD 17, 3:300965Q.
 

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186 [Urbarbuch - Oberösterreich]. Rabenhaupt von Sucha, Christoph, böhmischer Adliger (gest. 1592). Urbar puech Ottenshaimb. No. 220. Ao. 1551. Ottensheim bei Linz, 26. II. 1551. Deutsche Kanzleischrift (Tinte) auf Pergament mit eigenh. Unterschrift ("CRabenhap mpr"). 22 beschr. SS. Originaler Pergamentumschlag mit hs. Deckeltitel. Auf Kordel geheftet. Folio.
  € 1,800
Urbarium der Mitte des 16. Jahrhunderts zu Ottensheim gehörigen Güter, aufgesetzt anläßlich des 1551 erfolgten Verkaufs von Ottensheim an Hilliprand Jörger durch Christoph Rabenhaupt von Sucha (Robmhap ze Suché), Freiherr zu Waxenberg. Be- und verzeichnet sind u. a. die zu Ottensheim gehörigen Liegenschaften, die örtlichen Donau-Fischereirechte, die Handwerker, sowie die Namen der ansässigen Bauern und ihre Steuerabgaben. Am Schluß die vom scheidenen Herrn eigenhändig unterzeichnete Formel: "Des zu warer urkundt unnd künfftiger gedächtnuß hab ich Obgemelter Christoff Rabenhaubt von Suchee Innhaber der herrschafft Wechssenberg mein Aigen Innsigil hier Angehangen, unnd aigen hanndtschrifften untterschriben. Beschehen den Sechsundzwainzigisten tag des monats Februarii, Nach Christi unsers Lieben Herren unnd Haillants geburte, Funffzehenhundert unnd in dem Ainunndfünffzigisten Jare". - Das erstmals 1148 urkundlich erwähnte Ottenheim war 1524 mit Markt und Burg als Lehen an Nikolaus Rabenhaupt von Suche, den Kanzler von Ferdinand I., gefallen; schon 1527 wurde es sein Freies Eigen. Nachdem er die mittelalterliche Burg hatte modernisieren lassen und in ein Renaissanceschloß verwandelt hatte, verkaufte es sein Sohn Christoph von Rabenhaupt 1551 an Jörger. Christoph von Rabenhaupt wurde 1559 Herr von Kopidlno nahe dem tschechischen Gitschin, wo er auch starb und begraben ist. - Der Pergamentumschlag etwas angestaubt und fleckig, sonst sehr sauber und gut lesbar. Es fehlt das erwähnte Siegel.
 

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187 Vasquez, Carl Graf von. Hand-Atlas der k. k. Haupt und Residenzstadt Wien mit ihren Vorstädten in _ Blättern. [Wien, ca. 1825]. 17 (statt 18) lithographierte Pläne im Originalkolorit der Zeit. Je ca. 630:465 mm. Zeitgenössisch auf Leinen montiert und gefaltet, lith. Titelschildchen jeweils verso montiert. Marmoriertes Chemise im hübschen Originalschuber mit lith. Deckeltitel sowie Rückentitel u. -vergoldung. 8vo.
  € 1,500
"Zwischen den Wörten 'in' und 'Blättern' sind ca. 7 mm Zwischenraum gelassen, um mit der Hand die Anzahl der Bll. eintragen zu können" (Dörflinger), was den Rückschluß darauf zuläßt, daß der vorliegende "Handatlas" in unterschiedlichen Zusammenstellungen ausgegeben wurde. Mit Ausnahme des Plans von Schönbrunn sind in unserem Exemplar jedenfalls alle bei Dörflinger angeführten Pläne vorhanden. Die hier vorliegenden Karten von Döbling, Währing, Meidling, Fünfhaus und Lerchenfeld finden sich auch als Beilagen zu den gemeinsam mit Anton Ziegler herausgegebenen Serie "Wien's nächste Umgebungen" (Wien, 1827-29), während die innerhalb des Linienwalls gelegenen Bezirke für Zieglers "Häuser-Schema der kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Wien" (Wien, 1826-37) nur in deutlich verkleinertem Maßstab nachgedruckt wurden. Der schöne Umgebungsplan Badens außerhalb des vorliegenden Handatlas unbekannt. - Der Schuber minimal berieben und bestoßen, die Pläne tadellos. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Dörflinger/Hühnel I, 146, Vas A.
 

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188 [Vignier, Nicolas]. Legende doree ou sommaire de l'histoire des freres Mendians de l'Ordre de S. Dominique et de S. Francois [...]. Amsterdam, aux depens de la Compagnie, 1734. (24), 214 SS. Mit gest. Titelvignette. Pappband der Zeit. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 400
"Édition originale. Pamphlet curieux et violent, devenu fort rare, contre les Franciscains et les Dominicains, qui forme en quelque sorte le pendant de l'Alcoran des Cordeliers" (Caillet). Der Verfasser wird hier im Anagramm genannt: "(Ne scais tu pas qu'en cet office travailant) nul gainirecois". - Der französische protestantische Theologe, um 1575 in Deutschland als Sohn eines gleichnamigen Mediziners und Historikers geboren, starb um 1645 in Blois, wo er als Pastor gewirkt hatte. Eine frühere Ausgabe war bereits 1608 erschienen. - Durchgehend leicht wurmspurig (stellenweise geringer Buchstabenverlust).
  ¶ Caillet 11164. OCLC 246312578.
 

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189 Villaume, [Peter]. Vom Vergnügen. Zwei Theile. Berlin, Friedrich Vieweg d. Ä., 1788. 158 SS. (3)-232, (8) SS. Gest. Titelvignette. Marmorierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. 8vo.
  € 280
Erste Ausgabe. - Der Pädagoge Villaume (1746-1806) lehrte am Joachimthalschen Gymnasium in Berlin, schied aber 1793 aus Anlaß des Wöllnerschen Religionsedikts freiwillig aus dem Amt. Für Campes Enzyklopädie "Allgemeine Revision des gesamten Schul- und Erziehungswesens" (1787) verfasste er zahlreiche Beiträge; er gilt als Begründer der Leibeserziehung und Sportpädagogik (die u. a. Jahn beinflusste). - Einband berieben; innen etwas braunfleckig; gegen Ende auch kl. Wasserrand. Am Titel hs. Besitzvermerk der Zeit "Franz Nagy".
  ¶ Kayser VI, 82.
 

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190 Visini, Andreas. Handbuch der Gesetze und Verordnungen, welche hinsichtlich des oesterreichischen Gesetzbuches über Verbrechen vom 3. September 1803 von dem Zeitpuncte seiner Kundmachung bis zu Ende des Jahres 1831 nachträglich erschienen sind. Mit allen darauf Bezug nehmenden, aus der Civil- und Militärjustiz-, dann der politischen und Cameral-Gesetzgebung entlehnten Hülfsquellen. Wien, Anton v. Schmid, 1832. LXXX, 669, (3) SS. Marmorierter Halblederband der Zeit mit gepr. Rückenschildchen. 8vo.
  € 300
Einzige Ausgabe. - "Recens. in der Zeitschrift für österr. Rechtsgel. 1834 III 8-15)" (Stubenrauch). - Etwas braunfleckig (Titel stärker).
  ¶ Stubenrauch 4305.
 

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191 [Vokalmusik]. Trauer-Gesänge bei Begräbnissen. Wohl Wien, um 1850. Musikmanuskripte auf Papier. Vorliegend der vollständige Stimmensatz: Basso - Alto - Tenore - Organo - Trombone di Basso - Trombone di Tenore. Je. 30-44 Bll. Schwarze Leinenbände der Zeit mit goldgepr. Deckeltitel. Qu.-4to.
  € 450
Chor- und Instrumentalnoten für Begräbnisse, angeordnet nach dem jeweiligen Charakter des Trauerfalls: "Bei der Leiche eines Greises" - "Bei der Leiche einer erwachsenen Person" - "Bei der Leiche eines Kindes" - "Bei der Leiche einer jungen Person" - "Bei der Leiche einer Mutter" - "Bei der Leiche eines Vaters" - "Bei der Leiche weß Standes u. Geschlechts" - "Bei der Leiche eines Reichen" - "Bei der Leiche eines Seelsorgers" - "Bei der Leiche deines Studirenden" - "Bei der Leiche eines Adelichen" - "Bei der Leiche eines Vornehmen" - "Bei der Leiche eines Beamten" etc. - Ecken und Kanten etwas bestoßen; insgesamt sauber und wohlerhalten.
 

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192 Wasmuth, Matthias. Grammatica arabica, singulari facilitate, tamque succincte & perspicue praecepta linguae complexa [...] Praemissa est paraenesis de linguae arabicae utilitate, ac praesentis operis instituto. Amsterdam, Johann Jansson, 1654. 4to. (24), 78, (2) pp. and 4 pp. of ms. additions. With woodcut printer's device on title page. 19th-c. marbled boards (Chr. Mass, Berlin) with ms. title to spine.
  € 1,500
Only edition; apparently, the author's proof copy for a second edition which never was published: after the first chapter, a contemporary hand has inserted an entirely new second chapter on etymology and vocalisation; the original chapters II and III have been transposed after chapter IV; the chapter on pronouns has been significantly expanded. Due to the re-binding of the leaves, several passages have been masked by glued-on slips of paper, bearing additional ms. content or ms. text obscured by other overpastings. In addition, marginalia have been added. - The orientalist and theologian Matthias Wasmuth (1625-88) studied at Wittenberg, Leipzig, Straßburg, and Basel (Buxtorf was one of his teachers) before securing a chair at the University of his native city of Kiel (cf. ADB XLII, 230ff.). "Wasmuth declares himself to be a pupil of Sennert. Regarding the merits of his work he says (on the title-page): Eruditi possunt judicare, rudes discere, scioli neutrum" (Smitskamp). - Binding insignificantly rubbed at edges and corners; inside clean with virtually no browning. Rebound around 1880 and trimmed rather closely, touching some of the marginalia. Title page with ms. note of ownership: "A. Bartl" (probably the Budapest classicist Antal Bartl, 1829-1909).
  ¶ Schnurrer 80. Smitskamp (Phil. Orient.) 354. Brunet VI, 115914.
 

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193 Weidmann, F[ranz] C[arl]. Andeutungen zu Ausflügen von einem halben Tag bis zu vier Tagen mittelst der beiden von Wien auslaufenden Eisenbahnen. Wien, (J. P. Sollinger für) H. F. Müller, 1842. (2), 131, (3) SS. Mit 2 mehrf. gefalt. lithogr. Karten. Mod. Pappband unter Verwendung der originalen bedr. Broschur. Kl.-8vo.
  € 350
Einzige Ausgabe. Seltener Führer in die Umgebungen Wiens (bis ins Tschechische reichend), die mit der Eröffnung der ersten österreichischen Eisenbahnstrecken nun in größere Nähe gerückt waren. - Der Wiener Burgschauspieler Franz Carl Weidmann (1790-1867) schrieb als Kritiker für die "Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode" und die "Theater-Zeitung". "Er wandte sich dann zunehmend der Topographie und Heimatkunde zu und veröffentlichte u. a. 'Wiens malerische Umgebung' (1844)" (DBE). - Die Karten zeigen "Wien's Umgebungen" von Korneuburg bis Laxenburg und Gablitz bis Groß-Enzersdorf sowie (in schwarz, rot und blau) eine "Karte zu Ausflügen auf den Eisenbahnen von Wien" (mit den Strecken der Wien-Raaber Bahn und der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn).
  ¶ Wurzbach LIII, 266. Nicht bei Gugitz oder Slg. Mayer.
 

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194 [Weinhandel - Einblattdruck]. Note et Prix Courans, Des Vins que fournit Macaire, Négociant à Mâcon en Bourgogne, dont les expéditions se font de Mâcon, Mercurey, Chagny & Nuits en Bourgogne [...]. Mâcon, November 1785. 1½ SS. 8vo.
  € 150
Werbeprospekt des Mâconer Weinhändlers Macaire über Angebot, Preise und Konditionen der von ihm vertriebenen Weine: "Toutes le différentes qualités de Vins des crûs du Beaujolais & du Mâconnois, soit en rouge, soit en blanc; qui sont, Romanêche, les Torrins, le Moulin-à-Vent, la Tour-du-Biés, Chénas, Jullienas, Fuissé, Poüilly, Davayé, Saint-Sorlin, les Boutots, Saumeré, &c. &c. pris à Mâcon, depuis 100.150 jusques à 180.200.220.240 la queu ou deux pieces, ou quatre feuillettes, contenant 500 bouteilles. Il achete par commission les Vins suivans: [...]". - Die Ziffern ebenso von Hand eingesetzt wie der auf Bl. 1 recto als Adressat des Prospekts vermerkte "Monsieur défayy" (?).
 

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195 [Weis, Johann Baptist]. Neue komische Briefe des Hans-Jörgels von Gumpoldskirchen an seinen Schwager Maxel in Feselau, und dessen Gespräche über verschiedene Tagesbegebenheiten in Wien im Jahre 1835. Nebst den Antworten des Schwagers Maxel in Feselau und den Bemerkungen des Amtschreibers Nigowitz. Wien, Bauer und Dirnböck, 1835. 12 Hefte in 1 Band. 63, (1) SS. 56 SS. 64 SS. 63, (1) SS. 62 SS., l. w. Bl. 52 SS. 76 SS. 75, (1) SS. 60 SS. 60 SS. 60 SS. 64 SS. Halblederband der Zeit mit goldgepr. reliefiertem Rücken. Dreiseitiger locker gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
  € 250
Kompletter Jahrgang des Jahres 1835 (44 Briefe). Die beliebten, 1833-48 vom Staatsbuchhaltungsbeamten Weis (1801-62) herausgegebenen "Briefe des Hans-Jörgel von Gumpoldskirchen" waren eine für den vormärzlichen Humor wichtige Wiederbelebung der "Eipeldauer-Briefe". Die kritischen und vielgelesenen "Hans-Jörgel"-Briefe unterliefen die Metternich'sche Zensur durch mundartliche Derbheit; zuletzt aber wurde die Zeitschrift selbst das Opfer der Revolution (vgl. Wurzbach LIV, 120): Nach einer Umbenennung in den "Constitutionellen Hans-Jörgel" wurde sie eingestellt und dann 1851 als "Hans Jörgel von Speising" kurzfristig wiederbelebt. - Einband etwas berieben. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Weller (Pseud.) 279. Wurzbach V, 216. Hayn/Gotendorf VIII, 460f. ("Interessante Zeit- und Sittenschrift im Wiener Dialekt").
 

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196 Weis, Johann Baptist. Wiener Briefe vom Hans Jörgel von Speising. Erstes Dutzend. Wien, A. Pichler's Wwe., 1851. 192 SS. Marmorierter Pappband der Zeit. 8vo.
  € 180
Vollständiges erstes Dutzend der im Wiener Dialekt verfaßten "Hans Jörgel von Speising"-Briefe. Schon 1833-48 hatte der Staatsbuchhaltungsbeamte Weis (1801-62) die beliebten "Briefe des Hans-Jörgel von Gumpoldskirchen an seinen Schwager in Feselau" herausgegeben, eine für den vormärzlichen Humor wichtige Wiederbelebung der "Eipeldauer-Briefe". Hatten die kritischen und vielgelesenen "Hans-Jörgel"-Briefe die Metternich'sche Zensur durch mundartliche Derbheit unterlaufen, so wurde die Zeitschrift zuletzt das Opfer der Revolution (vgl. Wurzbach LIV, 120): Nach einer Umbenennung in den "Constitutionellen Hans-Jörgel" wurde sie eingestellt und dann 1851 als "Hans Jörgel von Speising" kurzfristig wiederbelebt. - Durchgehend wasserrandig; Einband berieben und bestoßen. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel.
  ¶ Hayn/Gotendorf VIII, 461 ("Selten cplt.!").
 

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197 Welper, Eberhard. Beschreibung wie man allerhand Sonnenuhren aufreisen kann (Vortitel). Gnomonica oder Gründlicher Unterricht und Beschreibung Wie man allerhand Sonnen Uhren auf ebene Orte künstlich aufreißen und leichtlich verfertigen soll. Zum andern. Nürnberg, In Verlegung Pauls Fürsten Kunst und Buchhändl., Anno M.DC.LXXII. O. O. , wohl um 1680. Deutsche Handschrift auf Papier. 127 beschr. SS. sowie 12 handgeeichnete Falttafeln. Flexibler marmorierter Pappband der Zeit. 4to.
  € 1,500
Interessante zeitgenössische, etwas verkürzte Abschrift von Welpers Anleitung zur Anfertigung von Sonnenuhren (ohne die Vorstücke, einige Anmerkungen, mehrere Illustrationen sowie das Schlußkapitel). Das erstmals 1625 in Straßburg erschienene Werk hatte 1672 eine erweiterte zweite Ausgabe erfahren. Der deutsche Mathematiker und Astronom Eberhard Welper (geb. Ende des 16. Jh. in Lohr, gest. n. 1668 in Straßburg) war einer der wichtigsten Vermittler von Tycho Brahes Forschungsergebnissen für das deutschsprachige Laienpublikum. - Einband etwas berieben; Gelenke angeplatzt. Insgesamt saubere, durchwegs gut lesbare Handschrift.
 

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198 Wlgrin-Taillefer, [Henri François Athanase comte]. L'architecture soumise au principe de la nature et des arts, ou essai sur les moyens qui peuvent rapprocher les trois architectures d'une unité théorique et pratique. Périgueux u. Paris, L. Canler, 1804. (4), 308, 4, VI SS. Mit 6 mehrf. gefalt. gest. Tafeln. Lädierte Interimsbroschur der Zeit. Gr.-4to.
  € 350
Einzige Ausgabe. - Die Tafeln zeigen Grundrisse und Baupläne. Selten; nur drei Exemplare in Europa nachweisbar (Institut National d'Histoire de l'Art, Paris; Bibliothèque d'Art et d'Archéologie, Sorbonne, Paris; Cambridge Univ.). - Teils etwas fleckig und angestaubt, gegen Ende auch kl. Wasserrand. Letzte Bll. mit Eckausriß (kein Textverlust). Unbeschnittenes, breitrandiges Exemplar. Zum Feldmarschall Graf Wlgrin de Taillefer (1761-1833), der als Geschichtsforscher und Reiseschriftsteller wirkte, vgl. "Cent portraits périgourdins" (Périgueux 1980).
  ¶ OCLC 4020701.
 

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Landwirtschaftliche Maschinen, von ihrem Erfinder teils eigenhändig beschrieben
199 Wulfschmidt, Jakob Pontus. Bonde-Stolpe. Gefle, Ernst Pet. Sundquist, 1783. 20 nicht numerierte Seiten. Mit 11 beidseitig bedruckten, handkolorierten Holzschnittafeln, teils vom Autor eigenh. beschriftet. Geheftet im Originalumschlag mit der zweifach wiederholten Titelvignette. Neuere Broschur. Folio (210:325 mm).
  € 4,000
Bald nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst erhielt der 1730 geborene Wulfschmidt von der schwedischen Regierung das auf fünfzig Jahre befristete Privileg zur "alleinigen Verbreitung und Nutzbarmachung der von ihm erfundenen Maschinen und Geräte zur Beförderung der Landwirtschaft". Er tat dies durch die wiederholte Publikation dieser unterschiedlichsten Maschinen als von ihm selbst angefertigte Holzschnitte, die er in unterschiedlicher Zusammenstellung nebst Erklärung unter dem Titel "Bondestolpe" (zu übersetzen als: Des Bauern Hilfsmittel) zwischen 1771 und 1783 insgesamt achtmal auflegte. Die vorliegende Ausgabe ist die letzte und damit auch umfangreichste, die zu seinen Lebzeiten erschienen ist. Abgebildet sind insgesamt 38 Maschinen; neben der - ebenfalls von ihn selbst vorgenommenen - Kolorierung sind mehr als die Hälfte der Abbildungen mit Wulfschmidts eigenhändigen Anmerkungen und Ergänzungen in brauner Feder versehen. Grund für dieses zeitaufwendige und höchst ungewöhnliche Engagement des Verfassers beim Druck seiner eigenen Werke war sicher Wulfschmidts Angst vor Ausbeutung und illegaler Verbreitung seiner Erfindungen durch den von ihm beauftragten Drucker. "He therefore took [...] the precaution [...] to order only the printing of the actual text, reserving for himself the job of printing and colouring the illustrations which he inserted between the printed pages, finally providing the book with a cover" (Bernström, 121). - Wie immer durchgehend gebräunt bzw. auch stärker fingerfleckig; die ersten beiden Blätter sowie drei weitere etwas unschön angerändert. Komplett mit allen Tafeln und dem Originalumschlag wie vorliegend sehr selten. Die vorliegende Ausgabe nicht im OCLC; in europäischen Bibliotheken außerhalb Schwedens ebenfalls kein Exemplar nachweisbar.
  ¶ G. Bernström. J. P. v. Wulfschmidts Bondestolpe. En Bibliografisk Granskning. With an English Summary. Uppsala 1950. Nr. 14 (SS. 111-117 mit genauer Kollation dieser Ausgabe, zur Handschrift Wulfschmidts vgl. u. a. die Farbtafeln 1, 3 u. 10).
 

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200 Ximénez Samaniego, José. Kurtzer Lebens-Begriff der würdigen Mutter Schwester Maria von Jesu, Abbtissin deß Convents von der unbefleckten Empfängnuß in der Stadt Agreda, Beschreiberin der geistlichen Stadt Gottes. Augsburg u. Dillingen, Johann Caspar Bencards Wwe., 1728. (6), 219, (89) SS. Mit gest. Portraitfrontispiz. (Vorgebunden): Maria de Jesús de Agreda. Geistliche Stadt Gottes, Mirackul Seiner Allmacht, und Abgrund der Gnad. Göttliche History und Leben, der Mutter Gottes unser Freuen und Königin Mariae [...]. Dritter Theil. Ebd., 1728. (8), 258, 264 SS. Blindgepr. Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit goldgepr. Rückentitel. 4to.
  € 250
Vierte deutsche Ausgabe. - Biographie der spanischen Franziskanerin und Mystikerin María de Jesus de Agreda (eigtl. María Coronel, 1602-65). Vorgebunden ist der dritte (und letzte) Teil der vierten deutschen Ausgabe von Marias Hauptwerk, der "Mística Ciudad de Dios" (EA Madrid 1670), aus dem Spanischen von Ximénez Samaniego. "Das Werk ist in Form eines erbaulichen Marienromans geschrieben, der auf den Visionen der Maria beruht. Sie hatte es auf Anweisung ihres Beichtvaters nach 1637 niedergeschrieben, dann aber selbst, u. U. aus Furcht vor der Inquisition, vernichtet. Zwischen 1650 und 1660 entstand die heute erhaltene Fassung. Die 'Mística Ciudad' drückt eine mystizistische Frömmigkeit aus, die neben den Offenbarungsquellen auch apokryphe Schriften und Überlieferungen der Volksfrömmigkeit einbezieht. Das Werk fand neben begeisterter Aufnahme scharfe Ablehnung [...] In Spanien befassten sich auf Anweisung König Karls IV. vier Universitäten mit der 'Mística Ciudad' und erteilten ebenso wie die Universitäten Löwen und Toulouse ein positives Votum, während die Sorbonne 1696 einige Sätze verurteilte und das Buch 1713 sogar vorübergehend auf den Index gesetzt wurde, obwohl Innocenz XI. selbst die Lektüre erlaubt hatte. In Deutschland setzte sich Eusebius Amort OSA ('De revelationibus', Augsburg 1744) kritisch mit der Schrift auseinander. Dadurch entstand eine heftige Kontroverse" (J. Grohe, in: Bautz, BBKL V, 819ff.). - Exemplar aus dem 1719 gegründeten Wiener Kloster der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen) am Rennweg im 3. Bezirk mit entspr. zeitgenöss. hs. Besitzvermerk am Vorsatz: "Dießes Buch ist dem Kloster der Heimsuchung Mariae zu Wienn gehörig". - Etwas braunfleckig; Einband leicht berieben.
 

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201 Alberti, Conrad, Schriftsteller (1862-1918). Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, 7. III. 1890. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
  € 100
"Ist die Literatur eine Erhebung, eine Arbeit oder ein - Geschäft? Angesichts der heute herrschenden Verwirrung der Anschauungen erscheint es nicht überflüssig, diese Frage aufzuwerfen. Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Schriftstellerei ein Stück von allen drei Dingen: eine Arbeit für die, die sie treiben - eine Erhebung für die, welche ihre Erzeugnisse lesen, und ein Geschäft für die Verleger, welche mit derselben handeln [...]". - Konrad Alberti war seit dem Jahr 1900 Chefredakteur der "Berliner Morgenpost" und schrieb als Kultur- und Literaturkritiker für die von Michael Georg Conrad gegründete naturalistische Zeitschrift "Die Gesellschaft". "Zusammen mit Karl Bleibtreu gründete er 'Die Deutsche Bühne'. Neben Essays und Bühnenstücken schrieb Alberti Romane wie 'Die Alten und die Jungen' (2 Bde., 1889) und 'Der Kampf ums Dasein' (6 Bde., 1888-95)" (DBE). - In altem Sammlungsumschlag.
 

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202 Almásy, Pál, Politiker und Freiheitskämpfer (1818-1882). Eigenh. Brief mit U. Ort unleserlich, August 1861. ¾ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
  € 350
An einen nicht identifizierten Adressaten betr. der Bestellung einer "Histoire de France" in 20 Bänden. - Paul von Almásy war Präsident des Unterhauses im Debreciner Landtag (1849). "Durch Urtheil vom 6. Februar 1865 des als oberste Militär-Gerichtsbehörde eingesetzten obersten Militär-Justizsenates des Verbrechens des Hochverrathes schuldig erkannt und nebst Adelsverlust im Wege des Rechtes zum Tode durch den Strang, im Wege der Gnade zu zwanzigjährigem schweren Kerker verurtheilt" (Wurzbach XXII, 461). - Etwas angestaubt, sonst gut erhalten.
 

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203 Altenberg, Peter, poet (1859-1919). ALS. [Vienna, 1911?]. 4to. ½ p. With autogr. envelope.
  € 650
To Ella Saliger, regarding one of her husband's essays.
 

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204 Altenberg, Peter, writer (1859-1919). "Lebensführung". AM. N. p., [fl. 1917]. 4to. 2 pp.
  € 950
Contrary to the note at the upper edge of f. 1, this literary sketch on how to live one's life was not published in 'Vita ipsa', but in "Mein Lebensabend" (1919). - Fol. 1 with a slight traces of rust at the upper edge.
 

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205 Altenberg, Peter, Austrian poet and character (1859-1919). ALS. N. p. o. d., [1908]. Large 4to. 1 p. on double leaf.
  € 3,000
To Egon Friedell: "Du bist der einzige Mensch auf der Welt, den ich nicht für einen 'irrsinnigen feigen und verbrecherischen Idioten' halte, obzwar das Wort 'Idiot' bereits alle andern Verbrechen in sich birgt! Deshalb bitte ich Dich inständigst, enttäusche mich nie, nimm diese hundsgemein verlogene Komödie 'Leben' niemals ernst, und glaube es nie, daß diese Eitelkeit, Blödheit und feige Frechheit ausduftende Frauenfut wertvoller sei als der Alkohol!!! Dein Dich liebender Peter Altenberg". - On stationery with printed letterhead; small traces of folding, otherwise in good condition.
  ¶ Printed with an important variation in: Egon Friedell (ed.), Das Altenbergbuch. Leipzig und Wien, Verlag der Wiener Graphischen Werkstätte, 1922, p. 316f.
 

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206 Arbter, Emma Wanda von, Schriftstellerin (1813-1858). 18 eh. Briefe (davon 1 Fragment) mit U. [Wien], 1848 und 1849. Zusammen 95 SS. 8vo. Beiliegend zwei Antwortschreiben (deren eines zugleich als Entwurf vorhanden), zwei Briefe der Mutter sowie die gedr. Partezettel. Zusammen 9 SS. 8vo.
  € 1,500
Vertrauliche Briefe an einen namentlich nicht genannten Freund und Gönner über literarische, finanzielle und soziale Belange: "Hr. [Moritz] Saphir hat mein gutes schwunghaftes Gedicht nicht abgedruckt" (undat. Brief). - "Mit banger Seele wende ich mich bittend an Ihre Güte und Fürsprache, als an ein Wesen, dem ich alles Gute, Edle und Menschliche zumuthe. Mein Ludwig ist in einer höchst drückenden Lage. Er soll ausziehen, ohne die Miethe und Alles was daran hängt bezahlen zu können. Er mußte sich, da man ihm eine Hauptmanns Charge gab, equirieren, es beträgt 80 f CM. und er hat die Mittel nicht, da ihm an der Gage so viel abgezogen wird. Mein Herz blutet wahrlich, daß ich seine Bedrängnisse sehen muß, ohne ihm helfen zu können. Es sind die ärgsten Schmerzen, die das Leiden eines geliebten Geschöpfes uns verursacht. - In dieser Noth bat er mich, zwei Ringe, die ihm Gräfin Moszinsha vor 4 Jahren in Lemberg verehrte, als er zu Gastspiel dort war, zu verkaufen [...]" (Br. v. 28. IV. 1848, hierzu auch das Antwortschreiben). - Schon in jungen Jahren literarisch tätig geworden, wurde 1834 in Lemberg das von der Fünfzehnjährigen zu Ehren des Geburtstags von Kaiser Franz I. gedichtete Lustspiel "Östreichs Doppeladler" aufgeführt, im Jahr darauf erschienen die "Lenzblüthen", eine König Ludwig I. von Bayern gewidmete Gedichtsammlung. Nach dem Tod ihres Vaters nach Wien gezogen, schrieb Emma von Arbter mehrere Novellen und Erzählungen, die im Wiener Journal "Humorist" veröffentlicht wurden.
 

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207 Balzac, Honoré de, Schriftsteller (1799-1850). Eigenh. Widmung mit U. in: Scènes de la vie privée. Tome II. Paris, Furne, J.-J. Dubochet, J. Hetzel & Paulin, 1842. Nur Bd. 2 (von 4). (8), 457, (3) SS. Mit zahlr. Holzstichtafeln. Halblederband um 1950 auf 5 Bünden mit goldgepr. Rückenschildchen; die bedr. Originalbroschur mitgebunden, der originale Broschurrücken am Schluß beigeheftet. Marmorvorsätze. Lesebändchen. Gr.-8vo.
  € 950
Erste Ausgabe; Einzelband. Mit eigenh. Widmung des Verfassers am Vortitel: "à Léon Gozlan | L'auteur | de Balzac". - Der französische Schriftsteller Léon Gozlan (1803-66) war zunächst Buchhandelsangestellter, bevor er Mitarbeiter von "Figaro" und "Corsaire" wurde und zahlreiche Romane und Novellen verfaßte, die zumeist ins Deutsche übersetzt wurden. Berühmt wurde sein Gedenkbuch "Balzac en pantoufles" (1856); 1862 ließ er "Balzac chez lui" folgen.
  ¶ Carteret I, 60/66.
 

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208 Bauer, Leopold, Architekt (1872-1938). 23 Pläne zur Neuerrichtung des Warenhauses Gerngroß. Wien, 1929 und 1930. Eigenhändige Federzeichnungen. Zusammen 23 Bll. Meist (Qu.-)Folio.
  € 1,200
Errichtet und in Folge vergrößert aufgrund der Vorplanungen Ferdinand Fellners II. nach Plänen von Ferdinand Fellner III. und Hermann Hellmer, erfuhr das ursprüngliche Warenhaus des aus dem bayerischen Fürth zugewanderten Alfred Gerngroß durch Zukauf weiterer Liegenschaften eine zunehmende Vergrößerung und galt lange Zeit als Wiens größtes Warenhaus. Ob die hier vorliegenden Pläne des Architekten auch tatsächlich umgesetzt worden sind, entzieht sich unserer Kenntnis. - Der aus Jägerndorf stammende Architekt war Schüler von Otto Wagner und befreundet mit Joseph Maria Olbrich und Joseph Hoffmann, mit denen zusammen er den "Siebener-Club" gründete, die Keimzelle der Secession. Um 1908 hoffnungslos mit Otto Wagner überworfen, wurde er trotz dessen Bestreben, Josef Plecnik als seinen Nachfolger zu installieren, von Erzhzg. Franz Ferdinand als Professor und Leiter der Architekturklasse an der Wiener Akademie bestellt. - Die hier vorhandenen Pläne zeigen u. a. detailliert den Zubau eines Hoftraktes, Fensterdetails, Luftkanäle im Souterrain, Betonbaudetails, die Brüstung der Dachterrasse, Fenster von Mezzanin und I. Stock, die Ausgestaltung der Terrasse im II. Stock, die Eingangshalle u. a. - Beiliegend ein weiterer, vermutlich jedoch nicht von Bauer stammender Entwurf zur Ausführung der Zwischendecken.
 

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209 Bauernfeld, Eduard von, Schriftsteller (1802-1890). Visitkarte mit einigen eigenh. Zeilen. O. O. u. D. 2 SS. Visitkartenformat.
  € 80
"Es wird heute Punkt vier Uhr gegessen. Danke fürs Abholen [...]". - Mit kleiner Knickfalte und winzigem Papierdurchbruch; etwas angestaubt.
 

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210 Beaumarchais, Pierre-Augustin Caron de, French writer (1732-1799). Autograph letter signed ("Beaumarchais"). N. p., 25. V. 1769. Large 8vo. 1 p. on double leaf.
  € 1,500
To one Monsieur Airain in Tours: "J'ay l'honneur vous adresser Monsieur l'extrait de la liberation par laquelle Mde. Sion est mise en l'Etat ou elle a desiré d'etre. Je n'ay point recu de nouvelles de la dernière deliberation et de ses effèts sur M. Honnet. Je suis toujours inquièt de cette mes intelligence d'autant que par les Etats des mois Envoyés Je ne vois pas que la vente et la recette aillent comme on aurait lieu de l'attendre [...]". - Beaumarchais was best known for his theatrical works, especially the three "Figaro" plays. - Slightly browned due to paper and somewhat spotty.
 

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211 Becquerel, Henri, Physiker und Nobelpreisträger (1852-1908). Visitenkarte mit einigen eigenh. Zeilen. O. O., 25. X. 1903. 1 S. Visitkartenformat.
  € 480
An den Physiker und Direktor des Berliner Königlichen Physikalischen Instituts Emil Warburg (1846-1931) und Gattin: "Mr & Mme Henri Becquerel adressent à Mr et à Madame Warburg leurs meilleurs voeux, et tiennent à leur redire combien ils ont été charmés de les revoir cet automne à Méran". - Leicht gebräunt, sonst wohlerhalten.
 

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212 Benedek, Ludwig August Rt. von, Militär (1804-1881). Eigenh. Brief mit U. Graz, 29. IV. 1876. 1 S. Gr.-8vo.
  € 250
An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "In Entgegnung dero werther Zuschrift vom 27ten d. muß ich bemerken, daß ich seit dem unglücklichen Kriege 1866 mit aller Welt abgeschloßen [!], mit mir selbst aber im Reinen bin. Will nichts als Ruhe und ein möglichst schmerzloses Ende. Wäre mir am liebsten wenn mein Name gar nicht mehr genannt würde. Muß daher feierlichst protestiren daß mein Name welch immer Gegenstand oder Sache beigelegt werde [...]". - Der große österreichische Militär kämpfte 1848/49 in Italien und Ungarn, zeichnete sich 1859 in der Schlacht von Solferino aus, verlor aber die entscheidende Schlacht als Kommandant der Nordarmee bei Königgrätz 1866. Seines Amtes enthoben und vors Kriegsgericht gestellt, wurde das Verfahren auf Geheiß Kaiser Franz Josefs jedoch eingestellt. - Auf kariertem Papier in tadellosem Zustand.
 

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213 Berg, Alban, Komponist (1885-1935). Eigenh. Postkarte mit U. ("Ihr alter Berg"). [Wien], 2. oder 3. X. 1922. 2 SS. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse und gestemp. Absender.
  € 950
An Bruno Watza in Mödling: "Danke für Ihren Brief. Ich werde mich freuen, wenn ich Sie bald sehe. In dieser Woche bin ich sehr stark besetzt, da ich Proben meines Quartetts habe, das Samstag und Montag in Prag gespielt wird [...]". - Etwas angestaubt und mit kleineren Gebrauchsspuren.
 

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214 Berg, Alban, composer (1885-1935). ALS ("Alban"). Vienna, 18. VII. 1914. 8vo. 2 pp. on double leaf.
  € 2,500
To his friend "Gusti": "[...] Dank Dir, lieber Gusti, vielmals für Deine Karte. Ich muß Dir auch noch vielmals für Deinen lieben Besuch in Karlsbad danken. Das war ja mit seinen strapaziösen Reisen direkt aufopferungsvoll! Nun kommt auch meine Frau bald heim: Dienstag Abend und dann geht?s wahrscheinlich Mittwoch früh darauf nach Steiermark. Es ist aber auch möglich, daß wir noch 3-5 Tage in Wien bleiben u. dann zuerst auf den Semmering fahren, wo uns die Frau Mahlers eingeladen hat - und von dort erst nach Trahütten. Fährst du im Sommer nirgends hin? Ein paar gehörige Autotouren! Wann sehen wir uns wieder? Vielleicht bist Du einmal in meiner Nähe - August in Trahütten oberhalb Deutsch Landsberg bei Graz, 2. September: Berghof - und machst einen Abstecher zu mir!! Es ist überall schöner u. gemütlicher als in Karlsbad!! [...]". - On stationery with stamped letterhead; small contemporary remarks in pencil on the reverse of f. 2.
 

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215 Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar (1604-1637). Schriftstück mit eigenh. U. Fallon, 8. VII. 1637. ½ S. Folio.
  € 750
"[...] Aus Unserer Cassa solle für den Rittmeister Fog sein hinterstelliger Monatsoldt benantlich dreyhundert Sechzehn Thaler [... kraft ...] dieses Zettel gezahlt, Und dermit in Rechnung belegt werden [...]". - Darunter die Quittung des Regiments-Sekretärs Daniel Spengel: "Dieweil Herr Rittmeister Schreibens undt Lesens ohnerfahrn Alß habe ich solches hiemit bescheint". - Bernhard von Sachsen-Weimar, "einer der berühmtesten Feldherrn des Dreißigjährigen Kriegs" (Wikipedia), war u. a. am Sturm auf Wallensteins Lager bei Fürth beteiligt gewesen und hatte nach dem Tod des schwedischen Königs in der Schlacht von Lützen die Führung des Heeres übernommen. "1633 konnte er Regensburg erobern und erlitt 1634 mit seiner Armee eine vernichtende Niederlage in Nördlingen. 1635 schloß er in Verhandlungen mit Richelieu den Vertrag von Saint-Germain-en-Laye, der ihn zum Verbündeten Frankreichs machte. Nach erfolgreichen Kämpfen in Burgund und Lothringen starb er 1639 wohl an Typhus" (DBE). - Auf unbeschnittenem, etwas gebräuntem Papier und mit kleineren Läsuren; die Verso-Seite mit zeitgen. Notiz von fremder Hand.
 

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216 Bernhard, Thomas, writer (1931-1989). TLS. Ohlsdorf, 10. X. 1968. 1 p. 4 to. Includes 2 letters by the recipient.
  € 2,000
To Manon Maren-Grisebach: "[...] ich kann am 23. nicht nach Hamburg kommen, verlangen Sie bitte aber keine Erklärung von mir. Es ist ausgeschlossen. Die Trauer liegt bei mir. Mögen Sie die Fliegen befragen. Die Fliegen beantworten jede Frage. Streichen Sie mich vom Literarischen Hamburg [...]".
 

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217 Bessières, Jean Baptiste, Herzog von Istrien und Marschall von Frankreich (1768-1813). Brief mit eigenh. U. ("Bessières"). Paris, 8. XI. 1807. ¾ S. auf Doppelblatt. 4to.
  € 300
An den Großkanzler der Ehrenlegion bei Übersendung einer Liste "des légionaires morts depuis l'ouverture de la campagne d'Austerlitz". - Dem in Napoleons Gunst stehenden Hauptmann wurde 1796 die Organisation und das Kommando der Guideneskadron übertragen, 1798 machte er als Brigadegeneral die Expedition nach Ägypten mit und kämpfte vor St. Jean d?Acre und in der Schlacht von Abukir. "Mit Bonaparte nach Frankreich zurückgekehrt, stand er ihm am 18. Brumaire zur Seite, organisierte dann die neugeschaffene italienische Armee, zwang bei Marengo durch eine glänzende Kavallerieattacke die Österreicher zum Rückzug, wurde 1802 zum Divisionsgeneral und nach der Thronbesteigung Napoleons I. 1804 zum Marschall ernannt" (Wikipedia). Später befehligte er in Spanien das I. Armeekorps, focht an der Spitze der Reservekavallerie im Kriege gegen Österreich, erhielt nach dem Frieden von Schönbrunn den Oberbefehl in Holland, 1811 das Gouvernement von Altkastilien und León "und folgte 1812 dem Kaiser mit der Garde und einem starken Reiterkorps nach Rußland, wo er auf dem Rückzug die größte Besonnenheit und Kaltblütigkeit zeigte. Bei der Eröffnung des Feldzugs von 1813 war Bessières Oberbefehlshaber der gesamten französischen Reiterei. Als er im Mai bei Rippach zwischen Weißenfels und Lützen mit den Tirailleuren gegen Wintzingerodes Haufen vorrückte, zerschmetterte ihm eine Kanonenkugel die Brust" (ebd.). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; sehr wohlerhaltenes, nur leicht angestaubtes Blatt.
 

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218 Blechner, Heinrich., Schriftsteller und Journalist (1845-1901). "Schmul Leeb Kohn". Eigenh. Manuskript (Fragment). O. O. u. D. 779 SS. auf 788 Bll. Gr.-8vo und kl.-4to. Mit einigen Beilagen (s. u.).
  € 1,800
Sehr umfangreiches und stark bearbeitetes Manuskript des 1892 erschienenen Romans. - Zunächst Fabrikant, begann Heinrich Blechner 1876 seine Laufbahn als Journalist und Schriftsteller, wurde als Redakteur bei der "Wiener Sonn- und Montagszeitung" tätig, gab die "Wiener Revue" heraus und schrieb Beiträge für die Berliner Zeitschrift "Gegenwart" und den "Pester Lloyd". Daneben verfaßte Blechner Novellen, historische Romane und den liberalen Tendenzroman "Der Sohn des Staatskanzlers" (1878). Nach dem Ende seiner publizistischen Karriere betätigte sich B. als Bauunternehmer. - Beiliegend: 3 eh. Briefe mit U. Blechners an seine Familie (1898 und 1899, zusammen 4½ SS.), ein eh. Brief seiner Tochter Hilde an ihn (1899, 1½ SS.) und ein ms. Verzeichnis von "Aktiv-Vermögen" und "Passiva" (undatiert, 2½ SS.).
 

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219 Boltzmann, Ludwig, physicist and philosopher (1844-1906). ALS. Graz, 25. V. 1885. Large 8vo. 1 p. With autograph envelope.
  € 2,500
To the classical scholar Wilhelm von Hartel (1839-1907), who had informed him of his having been elected as a member of the Austrian Academy of Sciences: "Meinen herzlichsten Dank für Ihr freundliches Telegramm, welches die erste Nachricht bildete, die ich von meiner Wahl erhielt. Ich bekam es schon 2½ Uhr und da, wie ich glaube, die Sitzung erst 1½ Uhr begann, so begreife ich fast gar nicht, wie ich so schnell Nachricht haben konnte. Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, daß es mich sehr erfreut, daß Sie Sich so freundlich meiner erinnern [...]". - Of the utmost rarity. Slightly browned due to paper, otherwise in fine condition.
 

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220 Bonaparte, Caroline, Königin von Neapel und Schwester Napoléons (1782-1839). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. ("Caroline"). Neapel, 20. VIII. [1812]. 1½ SS. Gr.-8vo.
  € 400
Während des russischen Feldzugs von 1812 verfaßter Brief an den namentlich nicht genannten Erzkanzler Jean-Jacques Régis de Cambacérès (1753-1824) mit Dank für die Mitteilungen über ihren Gatten Joachim Murat, der im Rußlandfeldzug den Oberbefehl über die gesamte Reiterei der Grand Armée innehatte und von dem sie seit nunmehr 15 Tagen nichts gehört habe. Weiters berichtet die Königin über kriegerische Ereignisse in der Bucht von Neapel, wo englische Kriegsschiffe zum Rückzug gezwungen wurden. - Mit kleinen Läsuren am linken Rand, sonst sehr wohlerhalten.
 

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221 Bonaparte, Louis Napoléon, König von Holland (1778-1846). Brief mit eigenh. U. ("Louis Bonaparte"). Montpellier, 9. VIII. 1803. 1 S. 4to.
  € 350