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Erste Ausgabe des Hauptwerks des polnischen Zeichners und Kupferstechers, komplett mit allen 129 Tafeln wie vorliegend von größter Seltenheit. Auftraggeber der vorliegenden Publikation war der kaiserliche Kammerrat Sygfried Rybisch aus Breslau; unser Exemplar trägt am Titel ein sonst nicht nachweisbares kaiserliches Druckprivileg in zeitgenössischer Federkalligraphie, durch welches das Werk auf den Zeitraum von acht Jahren vor Nachdruck geschützt war. Die Ergänzung "Cum Gratia et Privilegio Caes[aris] Ma[jes]t[atis] at VIII annos" am Titel ist in den uns zugänglichen Vergleichsexemplaren weder wie hier in handschriftlicher noch in gedruckter Form zu finden. - Fendts Darstellungen von Grabdenkmälern der Antike bis zum 16. Jh. wurden noch bis ins späte 17. Jahrhundert wiederholt unter dem Titel "Monumenta illustrium virorum" aufgelegt. Allerdings war bereits die zweite Ausgabe von 1585, die bei Feyerabend in Frankfurt mit einem Titel von Jost Amman erschienen ist, auf 125 Kupfertafeln verkürzt. - Gezeigt sind Beispiele aus Basel, Bologna, Brescia, Cadiz, Como, Ferrara, Florenz, Freiburg, Freising, Krakau, Mailand, Neapel, Padua, Pavia, Perugia, Pisa, Pistoia, Pozzuoli, Ravenna, Riva di Garda, Rom, Stuttgart, Tübingen, Verona, Volterra, Wien und Wittenberg, darunter die Gräber von Alciatus, Cicero, Dante, Erasmus, Marsilio Ficino, Grynaeus, Hutten, Livius, Lukrez, Melanchthon, Otto von Freising, Paulus Jovius, Poggio Fiorentino, Reuchlin, Vergil und Zasius. - Einband berieben; innen stellenweise etwas braunfleckig bzw. wasserrandig. Aus der Sammlung des Nürnberger Juristen Johann Konrad Feuerl(e)in (1725-88) mit seinem gest. Exlibris am vorderen Vorsatz sowie seinen eigenh. bibliographischen Notizen ("de raro hoc opere conf. Vogti Cat. libr. rar. p. no. 278" etc.) sowie am Schluß einem 3seitigen hs. "Index alphabeticus monumentorum". Feuerlein, der in seiner Vaterstadt als Ratskonsulent, an der Universität Altdorf aber als Prokanzler wirkte, galt als "ein Mann, der ausser einer soliden Rechtswissenschaft auch eine grosse Stärke in der gelehrten Geschichte besitzet" (Weidlich, zit. n. DBA I 316, 225). "Da es ihm an Vermögen nicht fehlte, so sammelte er sich eine solche ansehnliche und auserlesene Bibliothek, die in allen Fächern der Rechtsgelehrsamkeit, der Geschichte, Alterthümer, Philologie, u.s.w. so reichlich besetzt war, dergleichen man zu seiner Zeit in Deutschland bey Privatpersonen nur selten antraf. Da man in derselben über 18.000 Bände zählen konnte, so wußte er doch von jedem Buch den Inhalt und die Eigenschaften desselben anzugeben" (Hirsching II, zit. n. ebd., 229; vgl. auch Will, Nürnb. Gelehrten-Lex. I, 428f.). Ein Katalog seiner Sammlung erschien noch zu seinen Lebzeiten in 2 Bänden (Schwabach, 1768-79; vgl. auch Bogeng III, Anm. 240); nach seinem Tode kamen zwei Verkaufskataloge heraus (1793 und 1803). Nicht im ABPC, auf deutschen Nachkriegsauktionen nur zwei vollständige Exemplare nachweisbar (1959 und 1999 [Donaueschingen]), letzteres belegbar ohne das vorliegende Druckprivileg. |